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Aufwachsen in den Kulturen der Antike
09.01.2013, 16:09
Beitrag: #4
RE: Aufwachsen in den Kulturen der Antike
Kindheit und Jugend im Judentum zur Zeit Jesu, Teil I.

Die Familie im antiken Palästina war eindeutig patriarchalisch, was schon allein daran zu erkennen ist, dass das Wort für Familie „Vater-Haus“ bedeutet. Außerdem handelte es sich meist um eine Großfamilie, in der der Vater das allmächtige Sippenoberhaupt darstellte und Frauen, Nebenfrauen, Söhne, Töchter, Diener, Bedienstete und Sklaven beherrschte. Er durfte bestrafen, war der häusliche Priester, sprach das Tischgebet und unterrichtete die Nachkommen. Dies gründete schon allein darauf, dass die Söhne seine Erben und die Töchter von seiner Mitgift abhängig waren.
Der Mutter begegnete man dagegen mit Hochachtung, aber auch einer Art Scheu. Mutterschaft galt als besonderer Segen, Kinderlosigkeit wiederum war eine Schande. Während Frauen es im frühen Judentum vermocht hatten, sich Achtung zu verschaffen, zeigt sich in der Spätzeit eher Verachtung der Frau von männlicher Seite. Man sah sie als verführendes und habgieriges Geschlechtswesen, das vor der Heirat die Schwelle des Hauses nicht übertreten und bis zu diesem Zeitpunkt stets – auch zuhause – verschleiert sein musste. Schon die Menstruation machte die Frau regelmäßig unrein. Zu dieser Frauensicht einige Zitate:
Rabbi Juda ben Elai: „Drei Lobpreisungen muss man jeden Tag sprechen: Gepriesen sei, der mich nicht zum Heiden machte! Gepriesen sei, der mich nicht zur Frau machte! Gepriesen sei, der mich nicht zum Unwissenden machte!“
Rabbi Eliezer: „Lieber möge die Thora in Flammen aufgehen, als dass sie den Frauen übergeben werde!“
Jose ben Joachanan: „Rede nicht viel mit der Frau“
(zitiert nach: Walter Grundmann: Das palästinensische Judentum im Zeitraum zwischen der Erhebung der Makkabäer und dem Ende des Jüdischen Krieges. In: Johannes Leipoldt, Walter Grundmann (Hg.): Umwelt des Urchristentums, Bd. 1: Darstellung des neutestamentlichen Zeitalters. Evangelische Verlagsanstalt Berlin 1967. S. 174 f.)
Scheidung war Israeliten erlaubt, vermutlich, da bekannt war, dass eine zerrüttete Ehe häusliche Gewalt oder Ehebruch geradezu provozieren könnte.

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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RE: Aufwachsen in den Kulturen der Antike - Maxdorfer - 09.01.2013 16:09

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