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Musik Archäologie und Rekonstruktion Presseschau
31.12.2013, 17:04
Beitrag: #18
RE: Musik Archäologie und Rekonstruktion Presseschau
(30.12.2013 20:36)Avicenna schrieb:  Mich macht überhaupt nichts sicher. Es war einfach nur ein Gedanke von mir. Nicht von jedem Gedanken den man hat, muss man zwangsläufig überzeugt und bereit sein ihn auf Teufel komm raus zu verteidigen. Es sind nur Gedanken.

Die Gedanken sind frei?
Tja, da würde ich dir recht geben, wenn wir beide in einem schönen Cafe (oder einem Pub- je nachdem, was dir lieber wäre) sitzen und uns austauschen würden. (Würde mir auch Spaß machen.) Aber wir sitzen nicht in einem Cafe, sondern schreiben in einem Forum, in dem jeder jeden Gedanken aus dem Zusammenhang reißen und ihn für sich alleine "mißbrauchen" kann. Aber gut ,das ist eine ganz andere Diskussion...

(30.12.2013 20:36)Avicenna schrieb:  Desweiteren ist wohl jedem hier klar und wurde auch schon angesprochen, dass wir keinen musikgeschichtlichen Abriss der letzten 50tausend Jahre incl. Notenmaterial erwarten dürfen.

Der Artikel verbreitet aber den Anspruch, die Musik der Steinzeit rekonstruieren zu wollen. Dieser Anspruch ist nicht realistisch. Als ausgebildeter Ökonom rollen sich mir die Fußnägel hoch, wenn ich sehe, daß Mittel für ein Projekt freigesetzt werden, dessen Ziel einfach nicht erfüllt werden kann. Da muss man sich vielleicht die Frage stellen, ob eine andere Dimensionierung nicht sehr viel angemessener wäre.
Edit: ich weiß auch nicht, aber irgendwie denke ich bei einem Projekt wie diesem an Stuttgart 21, die Elbphilharmonie oder Kassel-Calden. Da wird viel Geld aufgewendet, damit jemand sich unsterblich machen kann, aber on der Kosten- Nutzen Verhältnis stimmt... ich weiß nicht...

(30.12.2013 20:36)Avicenna schrieb:  Aber egal. Vor allem hast du recht, wenn du eine Konstanz in der Geisteswelt von steinzeitlich lebenden Menschengruppen in Frage stellst.
Diese Geisteswelt, wenn man sie so bezeichnen möchte, ist immer geprägt durch die speziellen Umweltbedingungen der betrachteten Gruppe - dem harten materiellen als auch dem gesellschaftlichen Umfeld.
Die Gottheiten welche für diese Menschen wichtig waren, sind bei Hirten und Nomaden sicher andere gewesen als bei schon sesshaft gewordenen Neolithikern. Auch war die geographische Hauptaufenthaltsregion sicher mitprägend. Z.B. lag die Heimat in Trocken- oder Feuchtgebieten, lebte man im Umkreis eines Vulkans, eines Meeres, wie extrem war man von den Jahreszeiten abhängig? etc. Entsprechend dieses Umfelds waren bestimmte Gott- oder Geistwesen für diese Menschen einmal mehr, einmal weniger wichtig und variierten in Abhängigkeit von diesem Umfeld.
Das ganze hatte auch Einfluß darauf, wie sich diese Menschen emotional/kulturell ausdrückten, z.B. in Form von Tanz, Musik oder auch den "bildenden" Ausdrucksformen.


Ich muss sagen, daß ich es ausgesprochen spannend fände, wenn man die Musik seit der Steinzeit tatsächlich rekonstrurieren könnte, um dann festzustellen, wie sich welche Umweltänderung wie in der Musik niedergeschlagen hat.
Ich denke, man wird noch nicht einmal die Frage klären können, ob sich die Steinzeit- menschen als Im-Einklang-mit-der-Natur- lebend empfunden haben oder die Natur als Gegner empfunden haben, den sie bekämpfen mußten. Beides wird eine völlig andere Musik zur Folge gehabt haben...


(30.12.2013 20:36)Avicenna schrieb:  Ich finde, dass es einfach höchst interessant und spannend ist, diesbezüglich etwas mehr Licht ins Dunkel zu bringen, auch wenn man nicht mit "Beweisen", sondern nur mit bestimmten plausiblen Zusammenhängen und Wahrscheinlichkeiten rechnen kann.

Licht ins Dunkel bringt man aber höchstens in Detailfragen. Mit plausiblen Weisheiten und Zusammenhängne habe ich so meine Schwierigkeiten. Heute gelten sie als plausible Weisheit und Zusammenhänge, morgen als erwiesene Tatsache (historische Mythen und Irrmeinungen gibt es mehr als genug) und verbauen den Weg auf andere Sichtweisen...

(30.12.2013 20:36)Avicenna schrieb:  Was bringt es der Menschheit? - keine Ahnung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger als es eine Forschung bringt, die sich mit Out-of-Africa ff. beschäftigt oder eine die eruiert, ob die Pikten nun den Kelten zugerechnet werden können oder nicht und wem das "Gebrauchsmuster" der Carved Stone Balls als erstem anzulasten wäre ...
Es ist halt ein Luxus, den sich eine "reiche" Gesellschaft leisten kann.

Wissen ist nie vergeudet, da verstehst du mich falsch.
Aber es ist leider auch eine Tatsache, daß viele bereits geborgene Ausgrabungsgegenstände nicht anständig konserviert werden können, weil dafür die Mittel fehlen. Bevor man sich also daran macht, etwas neues zu erforschen, sollte man erst einmal sicherstellen, daß das, was man schon hat, auch für zukünftige Forschergenerationen erhalten bleibt anstatt zu verrotten... Aber ich finde es ja auch Schwachsinnig, ständig neue Straßen zu bauen, wenn man nicht das Geld hat, die alten in Stand zu halten...

Auf dem Grabstein dess Kapitalismus wird stehen: "Zuviel war nicht genug"
Volker Pispers
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RE: Musik Archäologie und Rekonstruktion Presseschau - Bunbury - 31.12.2013 17:04

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