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Troja, was ist wahr an dem Mythos?
19.04.2016, 20:32
Beitrag: #7
RE: Troja, was ist wahr an dem Mythos?
(19.04.2016 12:47)Dietrich schrieb:  Das Problem beim Trojanischen Krieg ist die fehlende zeitliche Übereinstimmung zwischen dem Ende des mykenischen Griechenlands und der Zerstörung Trojas.

Die trojanische Hochkultur findet sich unzweifelhaft in Schicht VI, die von 1700-1300 v. Chr. reichte. In dieser Zeit entstand die mächtige 8 m hohe Stadtmauer mit Befestigungsanlagen und großen Bastionen, zugleich war die Stadt so dicht besiedelt wie nie zuvor. Die Einwohnerzahl betrug nach Korfmann etwa 5000-10 000 Menschen, was für spätbronzezeitliche Verhältnisse hoch war. Dieses Troja VI ging um 1300 v. Chr. durch ein Erdbeben unter, was sich archäologisch anhand eingestürzter Mauern und anderer Hinweise recht eindeutig bestimmen lässt.

Im darauf folgenden Troja VII a reparierten die Bewohner die Schäden, besserten Mauern und Häuser aus und bewohnten die Stadt noch immer in großer Dichte. Dieses Troja fand sein Ende kurz nach 1200 v. Chr., also etwa um 1180, obwohl ich eine derart exakte Datierung kühn finde. Wie dem auch sei: Troja VII a fand sein Ende durch einen offensichtlich verlorenen Krieg, was sich anhand einer Brandschicht, ausgedehnter Zerstörungen und provisorisch verscharrter Toter nachweisen lässt. Dies könnte nun ein Resultat des Ereignisses gewesen sein, wonach alle suchen: der legendäre Trojanische Krieg.

Obwohl zahlreiche Forscher diese Hypothese vertreten, gibt es ein vertracktes Gegenargument: Als Troja VII a durch ein kriegerisches Ereignis ein Ende fand, nämlich um 1200 v. Chr., war nach Meinung der meisten Forscher Mykene und seine Palastkultur bereits durch die Invasion der Seevölker vernichtet. Insofern könnte es also keinen Krieg gegen Troja geführt haben.

Letztendlich bist du damit genau mitten drin in dem Szenario, das Zangger in seinen Büchern entworfen hat. Er hielt die Trojaner für den Anfang der Seevölker, wohl weil sie versuchten, nach dem Zusammenbruch des hethiterreichs in das Machtvakuum hineinzustoßen. Sie überfielen Griechenland und brannten die Paläste nieder, es gelang ihnen aber nicht, die griechen endgültig zu besiegen- die dann ihrerseits Mobil machten und gegen Troja zogen. Was sich dann im trojanischen Krieg widerfindet. Und als der krieg dann beendet war, waren auch die Sieger nicht mehr im Stande, aus ihrem Sieg irgendeinen Nutzen zu ziehen- der Krieg hatte zu lange gedauert, zu viel gekostet.

natürlich gibt es keinen Beweis für diese These, aber das Gesamtszenario ist sicherlich nicht uninteressant. ...

Auf dem Grabstein dess Kapitalismus wird stehen: "Zuviel war nicht genug"
Volker Pispers
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RE: Troja, was ist wahr an dem Mythos? - Bunbury - 19.04.2016 20:32

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