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Kapp-Putsch
13.03.2020, 11:51
Beitrag: #1
Kapp-Putsch
Heute, am 13. März 1920 putschte Kapp + Lüttwitz.
Die "Marinebrigade Erhardt" besetzte Berlin,
die Regierung Bauer einschl. dem Reichspräsidenten "floh" nach Stuttgart wo sich die Reichswehr loyal zur Regierung erklärt hatte. In Berlin hatte es geheißen "Reichswehr schießt nicht auf Reichswehr".

Die Ministerial-Beamten in Berlin packten das Vesperbrot in ihre Aktentaschen und gingen nach Hause!
Generalstreik! unter dem der Putsch schnell zusammenbrach.
Manfred von Killinger, einer der Putschisten der "Marinebrigade", nannte später die Besprechungen der Putschisten unter dem Eindruck des Generalstreiks "Soldatenrat übelster Sorte"....

Nix neues, altbekannt.

Recht unbekannt ist allerdings, dass sich die Admiralität der Reichsmarine "unter das Kommando der neuen Reichsregierung stellte" womit sie die Putschisten meinte Idea

das habe ich hier mal dazu geschrieben:
Zitat:Mal ganz kurz.
Das ganze hatte ein erhebliches Nachspiel.
Beim Kapp-Putsch, man wird sich erinnern, die Truppe der Putschisten war die "Marinebrigade Erhard",
hat sich die Marineleitung "zur Verfügung der Putschisten gestellt.

Und die Decksoffiziere unter Führung von Arthur Grunewald haben diese erneute "Marine-Admirals-Meuterei" beendet.
Arthur Grunewald war Demokrat, Mitglied der Demokratischen Partei.

und Arthur Grunwald kennt bis heute keine S... in diesem unseren Land.
Hier muss man Nazi oder Antifa sein, sonst gibts keinen Nachruhm

Irgendwie sind wir doch selbst schuldThumbs_downIdea

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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13.03.2020, 11:56
Beitrag: #2
RE: Kapp-Putsch
Ich habe just for fun nachgeschaut.
Alles was heute, 13.3.2020, über die Vorgänge in Wilhelmhaven beim Kapp-Putsch März 1920 im Netz zu finden ist, stammt von mir.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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13.03.2020, 19:02
Beitrag: #3
RE: Kapp-Putsch
Zur Ergänzung:

Zitat:Am Dienstagmorgen zogen bewaffnete Matrosengruppen unter dem Kommando ihrer Deckoffiziere durch die Stadt, verhafteten auf der Marinestation, an Bord der Schiffe und in den Kasernen alle Seeoffiziere, entwaffneten sie und sperrten sie in die Tausendmann-Kaserne. Vizeadmiral Michelsen legte sein Amt nieder. Der Führer der Wilhelmshavener Deckoffiziere, Torpedoobermaschinist Arthur Grunewald, wurde - im Auftrag der Oldenburgischen Regierung - zum Chef der Nordseestation ernannt.

./.

Arthur Grunewald war kein "roter Stationschef", der jetzt die Revolution vom November fortsetzen wollte. Der Berufssoldat, gelernter Kupferschmied und Schlosser, damals schon Ende vierzig, Familienvater, Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei, war ein besonnener, liberaler Mann. Er und seine Deckoffizierskameraden ersparten Wilhelmshaven die Blutopfer, die Kiel erleiden mußte.

von da
http://nhzzs.blogspot.com/2009/08/kapp-p...daten.html

und noch zur Klarstellung
die Vorgänge sind unter dem Kapitel "Der zweite Zusammenbruch der Marine" im Marineband der MGFA Militärgeschichte 1648 bis 1939 beschrieben.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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24.03.2020, 20:20
Beitrag: #4
RE: Kapp-Putsch
Kapp-Putsch -
der fast unmittelbar folgende Nachklapp war der Aufstand der "Roten Ruhr Armee"
der innerhalb kürzester Frist das ganze Ruhrgebiet beherrschte.

Die Reichsregierung schickte die Reichswehr unterstützt durch Freikorps. Auch solche die unmittelbar zuvor am Kapp-Putsch beteiligt waren. Was in der Rückschau natürlich eine Dummheit war.

Wobei man sich von Seiten der Regierung wirklich bemühte die Sache nicht eskalieren zu lassen. Severing und Zwickl-Braun kamen und verhandelten das "Bielefelder-Abkommen"
https://www.bundesarchiv.de/aktenreichsk...a3_10.html
und hier noch Verhandlungen im Reichstag
https://www.reichstagsprotokolle.de/Blat...00405.html

Wenn man das so liest, kann man vieles Hintergründige zur Weimarer Republik entdecken.
Die Legislative brachte die Exekutive nicht unter Kontrolle!

Das Problem war nicht, dass die Regierung Militär schickte,
da hatte sie keine andere Wahl, die Rote Ruhrarmee war den Berichten nach zwischen 50.000 und 80.000 Mann stark! das ist kein Mückenschiss!

Das Problem war, dass das Militär außer Kontrolle war.

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25.03.2020, 21:50
Beitrag: #5
RE: Kapp-Putsch
Die Rote Ruhrarmee bestand zu einem großen Teilen aus ehemaligen Soldaten, die im 1. Weltkrieg an den Fronten eingesetzt waren und 1918 an der Novemberrevolution beteiligten. Sie wurden von KPD, USPD und KAPD rekrutiert.

De facto bestanden im März 1920 bürgerkriegsähnliche Zustände. Ende März / Anfang April führten die Reichswehr (gemeinsam mit Freikorps) Standgerichte gegen Aufständische durch. Diese Standgerichte, die meistens zu Erschießungen der Verurteilten führten, wurden zwar von Ebert Anfang April untersagt, aber er konnte sich nicht gegen das Militär durchsetzen und das Militär scherte sich nicht um seine Anweisungen. Erst Mitte April endeten die Standgerichte.

Im Zusammenhang mit dem Aufstand der Roten Ruhrarmee mi´uss auch der Mitteldeutsche Aufstand von 1921 betrachtet werden.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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26.03.2020, 20:31
Beitrag: #6
RE: Kapp-Putsch
Der Regierung beginnend beim Reichspräsidenten muss man zu Gute halten, dass der russische Bürgerkrieg ein fürchterlich abschreckendes Beispiel lieferte.

Es wurden, siehe die verlinkten Reichstagsprotokolle, von der "Roten Ruhr Armee" ebenfalls etliche Verbrechen begangen.
"Vermeintlich zum Schutz der Republik" Zitat aus den verlinkten Seiten
Die geforderte/zugesagte Amnestie für diese Verbrechen war ein wichtiger Zankapfel bei der Umsetzung des "Bielefelder Abkommens"

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