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Byzantinische Geschichte im Kurzabriss
28.10.2012, 14:35
Beitrag: #1
Byzantinische Geschichte im Kurzabriss
Während in Italien, in Gallien und Germanien, in Spanien und Nordafrika die fremden Völker aus den östlicheren Gebieten Mittel- und Osteuropas die Oberhand über ehemals römische Gebiete übernahmen und die antike Zivilisation dem dunklen Mittelalter platz machte, während im Frankenreich die Könige auf dem Pferd von Burg zu Burg zogen, während der Klerus zur einzigen Schicht wurde, die lesen und schreiben konnte – währenddessen bestand der Ostteil des römischen Reiches weiter und erstrahlte in neuem Glanz. Einerseits sich als direkter Nachfolger des römischen Reiches sehend, andererseits von einem orientalischen Flair und einem Reichtum wie aus tausendundeiner Nacht umhaucht, wurde dieses Reich zum Übermittler antiker Kultur über die Jahrtausende. Das ist sein Verdienst an der Menschheit, der Verdienst von Byzanz.
Kaum einer weiß etwas über dieses mythische Reich an der Nahtstelle zwischen Orient und Okzident, das Mitteleuropa mehr als jeder Karl Martell vor dem Ansturm der Araber schützte. An die hundert Herrscher regierten dieses Land, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Genauere Einblicke zu geben, vermögen dickere Bände, die Entwicklungen und Verhältnisse im Inneren bedürfen eigener Standartwerke, doch dieser Text soll einen kurzen Einblick geben über Blütezeiten und Krisen des vergessenen Reiches geben – des Kaiserreiches von Byzanz.

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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28.10.2012, 14:36
Beitrag: #2
RE: Byzantinische Geschichte im Kurzabriss
I. Gründungszeit und Entstehen (330 – 476) – Vom Reichsteil zum Teilreich
Das byzantinische Reich war die direkte Fortführung des römischen Reiches in dessen östlichen Provinzen. Es sah sich immer als das einzige römische Kaiserreich, Byzanz wird es erst seit der Neuzeit genannt, um es von ersterem zu unterscheiden. Dies brachte es mit sich, dass es kein exaktes Gründungsdatum gibt, da der Übergang vom antiken römischen zum byzantinischen römischen Reich eine lange dauernde Umgestaltung eines Reiches war, keine Neugründung.
Die verschiedenen Geschichtsschreiber geben verschiedene Entstehungszeitalter Ostroms an, doch man ist sich darin einig, dass es sich im vierten Jahrhundert nach Christus herausbildete. Der römische Kaiser Diokletian (284 – 305) teilte sein Reich in zwei Hälften, die je ein Kaiser und ein Unterkaiser, der gleichzeitig Nachfolger werden sollte, regierten. Doch schon bald brach dieses System zusammen und Kaiser Konstantin I. (der Große) (306 – 337) schwang sich wieder zum Alleinherrscher auf. In der Folgezeit wurde das Reich wieder geteilt, doch die Geschicke der beiden Hälften blieben eng miteinander verknüpft, und es gab auch Kaiser, die diese unter ihrer Herrschaft vereinigten. Der letzte, dem dies gelang, war Kaiser Theodosius I. (der Große) (379 – 395), der testamentarisch eine Teilung des Reiches auf seine Söhne Arcadius (Ostteil, 395 – 408) und Honorius (Westteil, 395 – 423) verfügte.
Diese Teilung sollte endgültig sein. Während Westrom dem Untergang entgegenschlitterte und mehrmals erobert und geplündert wurde, gelang es Ostrom, sich zu halten und die eindringenden Stämme abzuwehren. Der weströmische Kaiserthron wurde immer bedeutungsloser im Machtkampf zwischen Römern, angesiedelten Germanen und Ostrom. Schließlich konnte der germanische Heerführer Odoaker den letzten (nominellen) „Kaiser“ Romolus Augustulus (475 – 476) auf einen Landsitz verbannen. Die Reichsinsignien wurden zwar dem oströmischen Kaiser Zenon (474 – 475 und 476 – 491) zugesandt, doch das weströmische Reich bestand nicht mehr. In Italien bildeten sich germanische Reiche, von denen sich das Ostgotenreich vorerst durchsetzte.
Der oströmische Kaiser hatte im vierten Jahrhundert nach Christus immer dort regiert, wo es gerade vonnöten war, doch seit der endgültigen Teilung wurde die Stadt Konstantinopel zur offiziellen Reichshauptstadt, zum zweiten Rom. Sie war von Kaiser Konstantin I. im Jahre 330 nach Christus an der Stelle einer älteren griechischen Stadt namens Byzantium gegründet worden. Der Platz war strategisch sehr günstig, da er direkt an der Meerenge Bosporus lag, der Schwarzes Meer und Mittelmeer verbindet.

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28.10.2012, 14:36
Beitrag: #3
RE: Byzantinische Geschichte im Kurzabriss
II. Frühbyzantinische Epoche (476 – 641) – In der Tradition des antiken Roms
Den Kaisern der nun folgenden Epoche, Zenon und seinem Nachfolger Anastasios I. (491 – 518) gelang es, Ostroms Existenz trotz Volksaufständen und Revolten zu erhalten und seine Macht zu konsolidieren. Nach der vergleichweise kurzen Regierung des Justin I. (518 – 527) kam dessen Neffe Justinian I. (527 – 565) auf den Thron, dessen Regierung sehr von seiner Frau Theodora bestimmt war. Sein großes Ziel war die Wiederherstellung des gesamten römischen Reiches und die Eroberung der Westprovinzen. Der erste Schritt war die Zerstörung des Vandalenreiches in Nordafrika durch den fähigen Feldherren Belisar. Dieser wandte sich danach der italienischen Halbinsel zu und eroberte sie in nur fünf Jahren mitsamt der ostgotischen Hauptstadt Ravenna. Auch im Süden Spaniens konnte eine Provinz wiedererobert werden. Doch Justinian befürchtete in Belisar Konkurrenz und berief in kurzerhand von der Front ab. Die Eifersucht war aber nicht der einzige Grund: Die Perser waren an der Ostfront sehr erfolgreich, es gelang ihnen, auch Antiochia einzunehmen. Nun bäumten sich in Italien auch wieder die Ostgoten auf. Es dauerte sehr lange, bis sich die oströmische Macht diese endgültig schlagen konnte (562). Nicht unerwähnt bleiben sollten auch viele unter Justinian durchgeführten Reformen. Doch als der Kaiser starb, hinterließ er ein bankrottes Reich und Provinzen, die militärisch einfach nicht mehr zu halten waren.
In den folgenden Jahren erreichte Byzanz eine kritische Lage. Die Awaren plünderten Griechenland, die Perser (Sassaniden) eroberten die orientalischen Provinzen und Ägypten, die Kornkammer des Reiches. Da setze sich Kaiser Herakleios (610 – 641) persönlich an die Spitze eines Heeres und eroberte Jerusalem, wohin er das „Heilige Kreuz“, eine der wertvollsten Reliquien des Christentums zurückbrachte. Das machte ihn noch für lange Zeit zum Vorbild auch nichtbyzantinischer Herrscher. Seine Regierungszeit markiert das Ende der frühbyzantinischen Epoche. Er erhob angeblich das Griechische zur Amtssprache (das war vorher Latein gewesen) und ersetze den Kaisertitel „Augustus“, den Oktavian 27 vor Christus angenommen hatte, durch das altgriechische Wort für „König“, „Basileus“. Herakleios schaffte es zudem, eine Dynastie aufzubauen, sodass im siebten Jahrhundert seine Nachfolgen regierten.

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28.10.2012, 14:36
Beitrag: #4
RE: Byzantinische Geschichte im Kurzabriss
III. Frühe mittelbyzantinische Epoche (641 – 867) – Kritische Jahre und Konsolidierung
In den folgenden Jahrhunderten ging es wieder bergab mit dem Reich. Das ganze Volk war im erbitterten Streit darüber, ob man Heilige in Bildern abbilden dürfe. Selbst die Thronprätendenten kämpfen mit und nahmen entschieden Partei. Außerdem drängten fremde Völker gegen die Grenzen. Schon unter Herakleios hatte der Islam riesige Gebiete, darunter den gesamten christlichen Orient und Nordafrika erobert und war so an die Stelle der Perser getreten. Mehrere (See)schlachten verloren die Byzantiner, und 674 begann die vierjährige Belagerung von Konstantinopel, die dieses nur mit Hilfe des „griechischen Feuers“ durchstehen konnte. Diese Wunderwaffe war eine besonders durchschlagende Abwehrmethode, da sie auf dem Wasser weiter brannte.
678 konnte man vorerst durchatmen. Das Reich war nicht den fremden Völkern erlegen, doch die extreme Notsituation hatte die mangelnde Effektivität und große Schwerfälligkeit der Verwaltungsstrukturen gezeigt. Die strikte Trennung von Militär- und Zivilverwaltung erwies sich als hinderlich. Es entstanden neue Verwaltungsbezirke, die „themata“, die von je einem „strategos“ verwaltet wurden. Die alte Einteilung in Präfekturen und Provinzen, die noch von Kaiser Diokletian stammte, wurde bedeutungslos.
Das oströmische Reich hatte gerade den Arabersturm mit Mühe und Not überstanden, da tauchte ein neuer, gefährlicher Feind auf: Die Bulgaren. Dieses Volk war aus seiner ursprünglichen Heimat vertrieben worden und siedelte sich nun auf byzantinischem Gebiet an. Nach einigen Kämpfen schloss Konstantin IV. (668 – 685) einen Frieden mit den Bulgaren und diese gründeten einen eigenen Staat. Doch kaum war die Gefahr im Norden gebannt, begannen die Muslime im Süden wieder mit ihren Eroberungen. Es kam zu einer zweiten Belagerung von Byzanz (717 – 718). Die Krise zeigte sich auch an der Spitze des Reiches. Die herakleische Dynastie verlor den Thron an schnell wechselnde Usurpatoren. Nach seinem Sieg über die Araber ergriff bestieg der erfolgreiche General als Leon III. (717 – 741) den Kaiserthron und schaffte es, dem Reich eine gewisse Stabilität zu verleihen. Die Araber waren glücklicherweise gerade in Thronstreitigkeiten verwickelt, sodass Byzanz bei den nun folgenden Aktionen in Bulgarien den Rücken frei hatte. Das dortige Reich war nämlich wieder zu einem Rivalen Ostroms geworden. Leons Sohn und Nachfolger Konstantin V. (741 – 775) war beim Kampf gegen die Bulgaren auf Dauer ziemlich erfolgreich, genau wie dessen Nachfolger Leon IV. (775 – 780).
Nach dessen Tod war sein Sohn Konstantin VI. (780 – 797) noch jung, sodass seine Frau Irene (780 – 802) die Regentschaft übernahm. Schließlich beseitigte sie ihren Sohn und wurde die erste allein regierende Herrscherin von Byzanz. Ihr gelang es, weite Teile Griechenlands zu erobern. Doch ihr Nachfolger Nikephoros I. (802 – 811) wiederum wurde von den Bulgaren vernichtend geschlagen und fiel in der Schlacht. Auch die Araber eroberten weitere Gebiete wie Kreta und Sizilien. Durch die Kaiserkrönung des Frankenkönigs Karl I. der Große im Jahre 800 war eigentlich ein provokanter Rivale entstanden, doch die byzantinischen Kaiser hatten wichtigere Probleme. Auch der Bilderstreit dauerte noch immer an und wurde erst 843 beendet, als Kaiser Michael III. (842 – 867) die Bilderverehrung erlaubte und einführte.

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28.10.2012, 14:37
Beitrag: #5
RE: Byzantinische Geschichte im Kurzabriss
IV. Späte mittelbyzantinische Epoche (867 – 1204) – Offensive und Niedergang
Die Epoche der Abwehr und des Bilderstreites war beendet, die Epoche der Makedonischen Dynastie begann. Auf den Dynastiegründer Basileios I. (867 – 886), der in einer Traumkarriere vom Stallknecht zum Kaiser geworden war, folgte Leon VI. (886 – 912). Im Gegensatz zu seinem Vorgänger war er nicht sonderlich erfolgreich in der Außenpolitik. Als er starb, war sein Sohn Konstantin zudem noch minderjährig. Die Regierung übernahm schließlich Romanos I. Lakapenos (920 – 944). Zwar hatten die Bulgaren die Krise an der Staatspitze ausgenutzt, um ihre Macht zu erweitern, doch dem Regenten gelang es, Frieden zu schließen. Konstantin hatte zwar offiziell weiterhin die Regierung inne, wurde aber immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Erst nach der Absetzung Romanos’ und seiner Söhne konnte er als Konstantin VII. (945 – 959) die Macht übernehmen. Dem Reich ging es eigentlich ziemlich gut. Unter den Nachfolgern Nikephoros II. (963 – 969) und Johannes I. (969 – 976) expandierte das Reich sogar wieder; Kreta, Zypern und Antiochia wurden erobert.
Der nächste Kaiser Basileios II. (976 – 1025) begann seine Regierung zwar mit herben Rückschlägen, doch 1014 gelang ihm der entscheidende Sieg über das Bulgarenreich, das wieder ein mächtiger Gegner geworden war. 1018 wurde das ganze bulgarische Gebiet – vom Schwarzen Meer bis zur Adria – dem byzantinischen Reich einverleibt, das somit bis zur Donau reichte. Basileios ist als „Bulgaroktonos“ (Bulgarenschlächter) in die Geschichte eingegangen, unter ihm erreichte das Mittelbyzantinische Reich seine größte Ausdehnung und Bedeutung. Doch schon bald traten neue Gegner ins Licht der Geschichte, wie die türkischen Seldschuken, die die Araber verdrängt hatten. Romanos IV. (1068 – 1071), der durch Heirat in das Herrscherhaus der Dukai eintrat, erlitt die schwere Niederlage von Mantzikert (1071) in Ostanatolien. Das Reich war empfindlich getroffen, fast ganz Kleinasien ging an den Gegner verloren. Von da an ging es schnell bergab mit dem Reich. Das Nomadenvolk der Petschenegen verwüstete die Balkanprovinzen, die letzten süditalienischen Besitzungen gingen an die Italiener verloren.
Vor all diese Probleme sah sich Alexios I. (1081 – 1118), der Gründer der Komnenendynastie, gestellt. In seiner Notsituation wandte er sich an Venedig, eine alte oströmische Besitzung, die de facto längst selbstständig war. Tatsächlich half dieses aus, konnte aber die Gefahren nicht bannen. Trotzdem ließ es sich teuer mit Handelsprivilegien bezahlen, die auch auf andere norditalienische Städte ausgedehnt wurden und so die gesamte byzantinische Wirtschaft untergruben. Immerhin war die normannische Gefahr vorerst gebannt, als der Normannenführer Robert Guiskard im Jahre 1085 starb und Alexios sechs Jahre später die Petschenegen mit Hilfe der Kumanen vom Balkan vertreiben konnte. Doch die Seldschuken waren immer noch nicht besiegt. Um dies zu ändern, rief der Kaiser die europäischen Staaten zu Hilfe. Der daraus resultierende erste Kreuzzug war erfolgreich, doch die Europäer wollten das Heilige Land in ihre Hand bringen und eigene Staaten gründen. Sie wurden verdächtigt, Konstantinopel erobern zu wollen. So entstanden starke Differenzen zwischen der griechischen und der lateinischen Welt.
Auch Alexios’ Nachfolger hatten weiterhin mit vielen Feinden zu kämpfen. Weder die Araber noch die Normannen und die Petschenegen waren besiegt, und auch die Ungarn waren gefährliche Rivalen. Immerhin konnte Kaiser Manuel I. (1143 – 1180) letzteren Dalmatien, Kroatien und Bosnien entreißen. Durch diesen Machtzuwachs an der Adria entstand jedoch eine Rivalität zwischen Byzanz und den Venetiern. Ein beseitigtes Problem schuf ein neues. Was nicht gelang, war der Versuch der Rückeroberung Kleinasiens, der 1176 bei Myriokephalon scheiterte. Unter den weiteren Kaisern gingen nacheinander Dalmatien, Serbien, kurzzeitig Teile Griechenlands, Bulgarien und Zypern verloren. Währenddessen fanden weiterhin Kreuzzüge der Mitteleuropäer statt, die freilich nicht das Ziel hatten, Byzanz zu unterstützen, sondern lediglich den eigenen Machthunger zu stillen.

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28.10.2012, 14:38
Beitrag: #6
RE: Byzantinische Geschichte im Kurzabriss
V. Die spätbyzantinische Epoche (1204 – 1453)
Im vierten Kreuzzug wurde Konstantinopel schließlich von den geldhungrigen Europäern erobert. Es gab dort keinen Kaiser, der das Volk angespornt hätte, nur einen unbeliebten Usurpator. Nach der Eroberung am 12./13. April 1204 wurde so viel geplündert, wie man nur mit sich schleppen konnte, und gemetzelt und vergewaltigt. Kunstschätze von unermesslichem Wert wurden im Westen dem praktischen Gebrauch angepasst, also zerstört. Der größte Nutznießer war Venedig, das alles finanziert hatte und nun große Gebiete und wichtige Städte zugesprochen bekam. In der Hauptstadt wählte ein zwölfköpfiges Gremium aus Kreuzfahrern einen neuen Kaiser, der sich auch als Nachfolger Roms sah. Balduin von Flandern wurde der erste Herrscher des „Lateinischen Kaiserreiches“. Doch das eigentliche oströmische Kaisertum ging ins Exil und wurde zum Kaiserreich von Nikaia. Es gab noch weitere Nachfolgestaaten von Byzanz, wie das Kaiserreich von Trapezunt, dessen Herrscher aus der Dynastie der Komnenen (hatte von 1081 bis 1185 in regiert) stammten, oder das von Thessaloniki. Auch das einfache Volk orientierte sich in diese „Exilreiche“ und empfand die Fremdherrschaft als drückend.
1261 gelang es dem Kaiser von Nikaia Michael VIII. Palaiologos fast kampflos, Byzanz wieder unter byzantinische Herrschaft zu bringen. Die Stadt war in erbärmlichem Zustand und stark entvölkert. Doch Michael musste sich auf die notwendigsten Aufbaumaßnamen beschränken. Der Adel kehrte zurück und baute alles wieder auf. Zwar war die politische Macht noch sehr beschränkt, doch die Kunst und die Kultur blühten erstaunlicher Weise wie in alten Zeiten. Auch die Flotte erstarkte. Lediglich mit seiner Politik der Annäherung an den Westen machte er sich unbeliebt. Unter seinen Nachfolgern Andronikos II. (1282 – 1328) und Andronikos III. (1328 – 1341) aus der von ihm begründeten Dynastie der Palaiologen herrschten bürgerkriegsartige Zustände, fremde Mächte wie Bulgarien, Serbien und die Türken eroberten immer neue Provinzen.
Das von Osman I. begründete Osmanenreich vertrieb Ostrom aus Kleinasien und kam durch die Eroberung von Edirne 1361 gefährlich nahe an Konstantinopel heran. Irgendwann bestand das Oströmische Reich nur noch aus der Hauptstadt, wenigen griechischen Inseln und kleinen Exklaven. 1403 fand sogar eine Belagerung Konstantinopels statt, doch eine Schwächung des osmanischen Reiches durch deren Nachbarn und innere Wirren bewirkte eine Verschnaufpause für das Reich. Erfolglos suchte Kaiser Manuel II. (1391 – 1425) die europäischen Staaten um militärische Hilfe an. Die Versuche seiner Nachfolger, dies durch eine Vereinigung der orthodoxen und der katholischen Kirche zu erreichen, scheiterten. Währenddessen vermischten sich osmanische und byzantinische Kultur übrigens immer mehr.
1448 bestieg der letzte byzantinische Kaiser den Thron, Konstantin XI. Dragases Palaiologos. Tapfer versuchte er, das Reich zu verteidigen und stellte ein 10.000 Mann starkes Heer auf. Doch die Osmanen hatten, als sie nun die Belagerung begannen, 80.000 Mann und dazu noch riesenhafte Kanonen gegenüber Konstantinopel. Sie konnten die Sperrkette durchbrechen und selbst die einst meisterhafte byzantinische Flotte besiegen. Auch die verzweifelte Anbetung von Ikonen half nichts. Der Legende nach gab den Ausschlag, dass man vergaß, eine Stadtpforte zu schließen. Sofort stürmten die Osmanen Konstantinopel, sie plünderten, brandschatzten und mordeten. Kaiser Konstantin fiel im Kampf. Das römische Reich war erneut untergegangen, das osmanische Reich war auf dem Weg zur Großmacht. Das byzantinische Reich jedoch hatte die Kultur der Antike bewahrt, bis sie nun in der Renaissance auch in Westeuropa wiederentdeckt wurde.

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16.12.2012, 02:18
Beitrag: #7
RE: Byzantinische Geschichte im Kurzabriss
(28.10.2012 14:36)Maxdorfer schrieb:  Die Awaren plünderten Griechenland, die Perser (Sassaniden) eroberten die orientalischen Provinzen und Ägypten, die Kornkammer des Reiches. Da setze sich Kaiser Herakleios (610 – 641) persönlich an die Spitze eines Heeres und eroberte Jerusalem, wohin er das „Heilige Kreuz“, eine der wertvollsten Reliquien des Christentums zurückbrachte. Das machte ihn noch für lange Zeit zum Vorbild auch nichtbyzantinischer Herrscher.

Muss da etwas zu deinen Ausführungen Ergänzen: Die Leistung von Heraklaios war weniger die Eroberung Jerusalems, sondern mehr der gelungene Gegenschlag gegen die Sassaniden.

Heraklaios und seine Armee konnte tief in das Reich der Sassaniden eindringen, es immer wieder schlagen. Das "Heilige Kreuz" war ursprünglich in Jerusalem, wurde dann von den Sassaniden nachdem diese Jerusalem eingenommen hatten in Beschlag genommen, was Heraklaios dazu diente seine Leute zusätzlich zu motivieren. Nachdem er die Sassaniden vernichtend schlug und es zum Frieden kam, gaben diese das "Heilige Kreuz" zurück.

Eine weitere Leistung von Heraklaios würde ich sagen, war das er wieder stärker auf einheimische Soldaten, statt Söldnern gesetzt hat, was man als den Ursprung der Themenverfassung sehen könnte.
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16.12.2012, 02:30
Beitrag: #8
RE: Byzantinische Geschichte im Kurzabriss
(28.10.2012 14:37)Maxdorfer schrieb:  Romanos IV. (1068 – 1071), ein Kaiser aus der kurzlebigen Dynastie der Dukai, erlitt die schwere Niederlage von Mantzikert (1071) in Ostanatolien.

Hier muss ich dir in ein paar Sachen widerprechen:

-Kaiser Romanos IV kam nicht aus der Dynastie der Dukai. Er hatte in diese eingeheiratet. Diese Tatsache würde ich gar nicht als so unwichtig bezeichnen. In dieser Zeit gab es einen Machtkampf zwischen Militär- und Beamtenaristokratie. Romanos IV war ein Vertreter der Militäraristokratie, die Familie seiner Frau (also die Dukai) waren Vertreter der Beamtenaristokratie. Romanos IV heiratete die Wittwe seines Vorgängers Konstantin X Dukas, in deren Familie war er alles andere als beliebt, eine Tatsache die sich auch auf die (aus byzantinischer Sicht) verheerende Schlacht von Manzikert auswirkte.

-Die Dukai waren eigentlich keine kurzlebige Dynastie, denn als Adelsdynastie bestanden sie schon lange (schon Anfang des 10. Jahrhunderts kamen z.B. schlussendlich erfolglose Gegenkaiser aus dieser Dynastie). Aber du meinst natürlich ihre Zeit als Kaiserdynastie, diese war wirklich nicht besonders lang und vor allem alles andere als erfolgreich.
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16.12.2012, 02:37
Beitrag: #9
RE: Byzantinische Geschichte im Kurzabriss
(28.10.2012 14:37)Maxdorfer schrieb:  Was nicht gelang, war der Versuch der Rückeroberung Kleinasiens, der 1176 bei Myriokephalon scheiterte. Unter den weiteren Kaisern gingen nacheinander Dalmatien, Serbien, kurzzeitig Teile Griechenlands, Bulgarien und Zypern verloren. Währenddessen fanden weiterhin Kreuzzüge der Mitteleuropäer statt, die freilich nicht das Ziel hatten, Byzanz zu unterstützen, sondern lediglich den eigenen Machthunger zu stillen.

Die Niederlage von Myriokephalon 1176 ist eine sehr spannende Sache, vor allem stellt sich für mich schon etwas die Frage, was gewesen wäre, hätte man da gegen die Rum-Seldschuken gewonnen. Die Chancen von Byzanz Anatolien wiederzuerobern wären auf jeden Fall stark gestiegen.

Es gab mehrere Gründe warum Byzanz nach Manuel I Komnenos so schnell niederging. Einerseits lag es etwas am System, das auf einen starken Kaiser baute. Dieser war Alexios II Komnenos (Manuels Sohn und theoretischer Nachfolger) aber nicht, da er noch ein Kind war. Andronikos I Komnenos gelang es nie wirklich eine so starke Position zu bekommen.
Und dann war noch etwas: Manuel I Komnenos führte mit seiner Politik das Byzantinische Reich in den finanziellen Ruin.

Mit verheerenden Folgen, wie deine Ausführungen zeigen.
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17.12.2012, 19:45
Beitrag: #10
RE: Byzantinische Geschichte im Kurzabriss
Für die Ergänzungen danke ich dir.

(16.12.2012 02:30)WDPG schrieb:  
(28.10.2012 14:37)Maxdorfer schrieb:  Romanos IV. (1068 – 1071), ein Kaiser aus der kurzlebigen Dynastie der Dukai, erlitt die schwere Niederlage von Mantzikert (1071) in Ostanatolien.

Hier muss ich dir in ein paar Sachen widerprechen:

-Kaiser Romanos IV kam nicht aus der Dynastie der Dukai. Er hatte in diese eingeheiratet. Diese Tatsache würde ich gar nicht als so unwichtig bezeichnen. In dieser Zeit gab es einen Machtkampf zwischen Militär- und Beamtenaristokratie. Romanos IV war ein Vertreter der Militäraristokratie, die Familie seiner Frau (also die Dukai) waren Vertreter der Beamtenaristokratie. Romanos IV heiratete die Wittwe seines Vorgängers Konstantin X Dukas, in deren Familie war er alles andere als beliebt, eine Tatsache die sich auch auf die (aus byzantinischer Sicht) verheerende Schlacht von Manzikert auswirkte.

-Die Dukai waren eigentlich keine kurzlebige Dynastie, denn als Adelsdynastie bestanden sie schon lange (schon Anfang des 10. Jahrhunderts kamen z.B. schlussendlich erfolglose Gegenkaiser aus dieser Dynastie). Aber du meinst natürlich ihre Zeit als Kaiserdynastie, diese war wirklich nicht besonders lang und vor allem alles andere als erfolgreich.

Danke, es ist nicht einfach einen wirklich kurzen Überblick zu schreiben, ohne etwas auszulassen.

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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17.12.2012, 21:54
Beitrag: #11
RE: Byzantinische Geschichte im Kurzabriss
(17.12.2012 19:45)Maxdorfer schrieb:  Für die Ergänzungen danke ich dir.

[quote='WDPG' pid='15838' dateline='1355617800']

Hier muss ich dir in ein paar Sachen widerprechen:


......
Danke, es ist nicht einfach einen wirklich kurzen Überblick zu schreiben, ohne etwas auszulassen.

Byzanz existierte etwas länger als 1000 Jahre, das ist ein extrem langer Zeitraum, in dem sich sehr, sehr viel ereignete. Mir ist klar das es extrem schwer ist da einen Überblick zu schaffen, deshalb auch meine Ergänzungen (die nicht als Kritik gemeint sind).

Möchte nicht lästig sein, aber beim letzten Posting hast du einen Tipfehler drinn, Konstantin, der letzte Kaiser von Byzanz bestieg 1448 und nicht 1458 den Thron. Hoffe du bist mir wegen den Ergänzgungen und Ausbesserungen nicht böse.

Würde es dich stören, wenn ich dem ganzen noch ein Posting über die Kaiserdynastie der Komnenen beifüge, das ich erst kürzlich schrieb?
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17.12.2012, 22:39
Beitrag: #12
RE: Byzantinische Geschichte im Kurzabriss
(28.10.2012 14:38)Maxdorfer schrieb:  1261 gelang es dem Kaiser von Nikaia Michael VIII. Palaiologos fast kampflos, Byzanz wieder unter byzantinische Herrschaft zu bringen. Die Stadt war in erbärmlichem Zustand und stark entvölkert. Doch Michael musste sich auf die notwendigsten Aufbaumaßnamen beschränken. Der Adel kehrte zurück und baute alles wieder auf. Zwar war die politische Macht noch sehr beschränkt, doch die Kunst und die Kultur blühten erstaunlicher Weise wie in alten Zeiten. Auch die Flotte erstarkte. Lediglich mit seiner Politik der Annäherung an den Westen machte er sich unbeliebt.

Da hast du vollkommen recht, aber die Annäherung war wohl auch ein Versuch irgendwie Karl von Anjou davon abzuhalten gegen Konstantinopel zu ziehen, etwas was echt gefährlich hätte werden können.
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18.12.2012, 23:31
Beitrag: #13
Die Geschichte der Komnenendynastie:
Möchte hier mal kurz etwas über die Geschichte einer sehr interessanten Dynastie der Komnenen schreiben.

Der Dynastiegründer hieß Manuel Komnenos, dieser war ein Oberbefehlshaber für Basileos II. Auf dem Sterbebett gab er seine Söhne in die Obhut des Kaisers. Für die Karriere der beiden Söhne war das sehr förderlich. Einer der beiden war Isaak I Komnenos, der sich an die Spitze der Militäraristokratie setzte und für kurze Zeit sogar Kaiser von Byzanz wurde (1057-1059), dann jedoch zugunsten der Dukai abtrat. Der Bruder von Isaak I Komnenos hieß Johannes Komnenos, dessen Sohn Alexios I Komnenos übernahm das Byzantinische Reich in einer Zeit in der es um seine Existenz kämpfen musste (siehe Maxdorfers ausführungen), er baute etliches im Reich um und so erlebte es unter Alexios I Komnenos (der in der Weltgeschichte vor allem dadurch Bedeutung erhielt das er den 1. Kreuzzug auslöste) und seinen Nachfolgern einen weiteren Aufstieg. Johannes II, der Sohn von Alexios I war ein fähiger Feldherr, Manuel I betrieb eine aufwändige Großmachtspolitik, im Nachhinein gesehen eine zu aufwändige.

Auf Manuel I folgt sein minderjähriger Sohn Alexios II, für den schließlich Andronikos I, ein Vetter Manuels die Regentschaft führte. Doch Andronikos I erwies sich als Grausam und unfähig die schweren Probleme des Reichs zu lösen. Auch die leere Staatskasse erleichterte die Lage nicht gerade. Als die Normannen Thessalonike eroberten und Andronikos I sich als unfähig erwies sie zu stoppen wurde er gestürtzt, mit ihm fiel die Komnenendynastie. Den eigentlichen Kaiser Alexios II hat zuvor hinrichten lassen.

Nach dem Sturz von Andronikos I herrschte in Byzanz die Dynastie der Angeloi. Isaak Komnenos ein Großneffe Manuels I Komnenos regierte als Gegenkaiser auf Zypern, wurde aber dann von Richard Löwenherz gestürzt.

Manuel, der Sohn von Andronikos I wurde im Zuge des Sturzes der Komnenen getötet. Aber die Dynastie gab es weiterhin. Manuels Frau stammte aus dem Herrscherhaus Georgiens, dorthin wurden seine Söhne David und Alexios in Sicherheit gebracht. Mit der Hilfe Georgiens gelang es den beiden die Stadt Trapezunt einzunehmen (kurz vor dem 4. Kreuzzug) und von hier aus weit in den Westen vorzustoßen. Doch es dauerte nur kurz das Trapezunt im „Kampf um Konstantinopel“ (der schon kurz nach dem 4. Kreuzzug ausbrach) eine Rolle spielte, dann wurde es von Nikea und den Rum Seldschuken zurückgeschlagen. Im Zuge dieses Niedergangs fiel Trapezunt das nun auf ein Kleinreich zusammengeschrumpft war in die Abhängigkeit der Rum-Seldschuken. David starb im Kampf gegen diese, Alexios I Linie bestand weiter.

Die Lage des kleinen Kaiserreichs wurde dramatischer, als die Rum-Seldschuken mit ihnen im Krieg lagen und die Stadt belagert wurde, erfolglos, was dazu führte, das die Tributpflicht fiel, nur kurz denn nach einem gescheiterten Bündnis mit Dschelal al-Adin, geriet man wieder in diese. Wesentlich verbessert wurde die Lage von Trapezunt durch die Mongolen. Nachdem man gemeinsam mit den Rum-Seldschuken bei Köse Dag von diesen geschlagen wurde, wurde man Mongolischer Vasall. Trapezunt hatte relativ viele Freiheiten, wurde von den Mongolen nie so bedrängt wie von den Rum-Seldschuken und profitierte extrem von den nun offenen Handelswegen. Wirklich eine Chancen Byzanz wieder in die Hand der Komnenen zu bringen hatte man eigentlich nur noch einmal. Oppositionelle die mit der Religionspolitik von Michael Palaiologos nicht einverstanden waren, boten Johannes II Komenos den Thron von Byzanz an, doch der lehnte ab. Später verbesserten sich die Beziehungen der beiden Kaiserreiche sogar, es sogar möglich gewesen das, dass Kaiserreich von Trapzeunt wieder an Byzanz fiel. Schließlich hatte dieses unter Andronikos II sogar die Regentschaft für den minderjährigen Kaiser von Trapezunt Alexios II Komnenos über, doch der junge Kaiser lehnte sich mit Erfolg auf. Trapezunt war wieder unabhängig und hatte (durch Silbervorkommen und Handel) weiterhin sehr großen Reichtum.

Bis ein Bürgerkrieg das kleine Kaiserreich erschütterte. Hier kämpften mehrere Fraktionen gegeneinander und brachten ihre eigenen Kandidaten (meist) aus der Komnenendynastie auf den Thron. Der Bürgerkrieg erschütterte das kleine Reich schwer, Vasallen agierten nun nicht mehr zuverlässig für den Kaiser aus der Komnenendynastie. Bündnisse sollen das kleine Kaiserreich vor den Osmanen retten, so die Politik von Trapezunt in der Spätzeit. Diese wurden vor allem von den letzten beiden Kaisern betrieben. Johannes IV (vorletzter Kaiser von Trapezunt) hatte zwar einen Sohn, doch da dieser in einer kritischen Lage noch minderjährig war übernahm David Komnenos, der Bruder von Johannes IV das Kaiserreich. Er war es auch der schließlich vor den Osmanen kapitulierte, als diese begannen Trapezunt zu belagern und sich zeigte das die ausgehandelten Bündnisse wertlos waren.

In mehrere Herrscherdynastien hatten die Komnenen eingeheiratet, auch eine Form der Politik um das Reich zu erhalten. Nach der Abdankung von David Komnenos kam die Familie zuerst nach Konstantinopel, dann nach Adrianopel. Doch es dauerte nicht lange da wurde sie von Mehmed II verhaftet und ermordert. Die Familie die in dieser Zeit bestand war relativ groß, doch sowohl Johannes IV Sohn Alexios, als auch die Söhne von David Komnenos wurden hingerichtet, mit Ausnahme von einem Sohn namens Georg, der noch sehr klein war und später nach Georgien floh. Ob dieser Nachfolger hatte weiß ich nicht.
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19.12.2012, 09:57
Beitrag: #14
RE: Byzantinische Geschichte im Kurzabriss
Da du ja doch ein echter Kenner der byzantinischen Geschichte bist (kann man nicht anders sagen), stören mich deine Ergänzungen überhaupt nicht, im Gegenteil. Ich hatte den Text ja zu einer Zeit geschrieben, in der ich soweit ich weiß der einzige G/Geschichte-User bei geschichte-wissen war, und deshalb schrieb ich dort diese kurze Einführung.
Das mit Konstantin XI. hatte ich mir völlig falsch gemerkt, ich war immer der Meinung, er hätte nur 5 Jahre regiert. Wieder was dazugelernt. Danke auch für deinen Beitrag zur Geschichte der Komnenen. Man sieht wie in der Spätzeit von Byzanz dessen Dynastien in die internationale Politik eintraten (einheirateten) und dort mitmischten (vgl. die Episode auf Zypern).
Habe übrigens einen Text zur Kindheit und Jugend in Byzanz begonnen, ich hoffe, dir da nichts vorwegzunehmen.

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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19.12.2012, 14:10
Beitrag: #15
RE: Byzantinische Geschichte im Kurzabriss
(19.12.2012 09:57)Maxdorfer schrieb:  Da du ja doch ein echter Kenner der byzantinischen Geschichte bist (kann man nicht anders sagen), stören mich deine Ergänzungen überhaupt nicht, im Gegenteil. Ich hatte den Text ja zu einer Zeit geschrieben, in der ich soweit ich weiß der einzige G/Geschichte-User bei geschichte-wissen war, und deshalb schrieb ich dort diese kurze Einführung.

Das du den Text schon im G/Geschichteforum gebracht hast, wusste ich nicht. Im Geschichte-Wissenforum habe ich sie schon gelesen und irgendwo auch komentiert, leider konnte man dort (soweit ich das durschaut habe) die Lexikoneinträge nicht direkt komentieren.
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19.12.2012, 14:13
Beitrag: #16
RE: Byzantinische Geschichte im Kurzabriss
(19.12.2012 09:57)Maxdorfer schrieb:  Das mit Konstantin XI. hatte ich mir völlig falsch gemerkt, ich war immer der Meinung, er hätte nur 5 Jahre regiert. Wieder was dazugelernt.

Konstantin XI hatte ja auch nur 5 Jahre regiert, von 1448 bis 1453. (was ich gemeint habe ist das du 1458, also 5 Jahre nach dem Untergang geschrieben hast - wohl ein Tippfehler).
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19.12.2012, 14:14
Beitrag: #17
RE: Byzantinische Geschichte im Kurzabriss
(19.12.2012 09:57)Maxdorfer schrieb:  Habe übrigens einen Text zur Kindheit und Jugend in Byzanz begonnen, ich hoffe, dir da nichts vorwegzunehmen.


Kurze Frage dazu: Kindheit und Jugend in Byzanz. Meinst du damit wie damals die Kindeheit und Jugend war (etwas von dem ich so gut wie gar nichts weiß) oder Kindkaiser?

Beides sehr interessante Themen.
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19.12.2012, 15:50
Beitrag: #18
RE: Byzantinische Geschichte im Kurzabriss
(19.12.2012 14:10)WDPG schrieb:  
(19.12.2012 09:57)Maxdorfer schrieb:  Da du ja doch ein echter Kenner der byzantinischen Geschichte bist (kann man nicht anders sagen), stören mich deine Ergänzungen überhaupt nicht, im Gegenteil. Ich hatte den Text ja zu einer Zeit geschrieben, in der ich soweit ich weiß der einzige G/Geschichte-User bei geschichte-wissen war, und deshalb schrieb ich dort diese kurze Einführung.

Das du den Text schon im G/Geschichteforum gebracht hast, wusste ich nicht. Im Geschichte-Wissenforum habe ich sie schon gelesen und irgendwo auch komentiert, leider konnte man dort (soweit ich das durschaut habe) die Lexikoneinträge nicht direkt komentieren.

Ich glaube ich habe ihn nicht im G/Geschichte-Forum gebracht, sondern im geschichte-wissen-Forum, und hatte ihn eigentlich auch für dort gedacht. Und ich habe ihn schon geplant gehabt, als ich zwar schon im geschichte-wissen-Forum war, aber ein Ende von G/Geschichte-Forum nicht abzusehen war und die meisten der dortigen User deshalb dort noch nicht angemeldet waren.
Ist aber letztlich egal.

Ich hatte aber einen Thread eröffnet (ursprünglich mit der Frage, wo ich den Text denn posten solle), in den du dann Kommentare zum Text bereits geschrieben hattest.
Aber letztlich auch egal.

(19.12.2012 14:13)WDPG schrieb:  
(19.12.2012 09:57)Maxdorfer schrieb:  Das mit Konstantin XI. hatte ich mir völlig falsch gemerkt, ich war immer der Meinung, er hätte nur 5 Jahre regiert. Wieder was dazugelernt.

Konstantin XI hatte ja auch nur 5 Jahre regiert, von 1448 bis 1453. (was ich gemeint habe ist das du 1458, also 5 Jahre nach dem Untergang geschrieben hast - wohl ein Tippfehler).

Habe ich wirklich 1458 geschrieben???
Heute morgen war ich wohl etwas verpeilt.

(19.12.2012 14:14)WDPG schrieb:  
(19.12.2012 09:57)Maxdorfer schrieb:  Habe übrigens einen Text zur Kindheit und Jugend in Byzanz begonnen, ich hoffe, dir da nichts vorwegzunehmen.

Kurze Frage dazu: Kindheit und Jugend in Byzanz. Meinst du damit wie damals die Kindeheit und Jugend war (etwas von dem ich so gut wie gar nichts weiß) oder Kindkaiser?

Beides sehr interessante Themen.

Ersteres, also der Alltag der normalen Leute.
Kindkaiser folgen vielleicht, aber da ist noch alles offen, also auch die Möglichkeit, dass du dazu was schreibst.

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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07.01.2013, 14:49
Beitrag: #19
RE: Byzantinische Geschichte im Kurzabriss
(28.10.2012 14:38)Maxdorfer schrieb:  V. Die spätbyzantinische Epoche (1204 – 1453)

Möchte deinem Bericht bezüglich des Untergang des Byzantinischen Reichs ein paar Dinge beifügen.
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07.01.2013, 14:52
Beitrag: #20
Sperrkette 1453 Kampf ums Goldene Horn:
(28.10.2012 14:38)Maxdorfer schrieb:  1448 bestieg der letzte byzantinische Kaiser den Thron, Konstantin XI. Dragases Palaiologos. Tapfer versuchte er, das Reich zu verteidigen und stellte ein 10.000 Mann starkes Heer auf. Doch die Osmanen hatten, als sie nun die Belagerung begannen, 80.000 Mann und dazu noch riesenhafte Kanonen gegenüber Konstantinopel. Sie konnten die Sperrkette durchbrechen und selbst die einst meisterhafte byzantinische Flotte besiegen.

Die Sperrkette die zwischen Galata und Konstantinopels Innenstadt über das Goldene Horn gespannt wurde, wurde immer wieder bei Belagerungen angewandt. Kein Wunder das Goldene Horn (eine nicht allzu breite Landbucht) zu schützen war strategische enorm wichtige Sache. Diese Bucht war für die Fischerei und somit für die Nahrungsversorgung von Bedeutung und ermöglichte es größere Flottenteile dort zu stationieren. Außerdem war es wichtig die Seemauern dort zu schützen, da diese wesentlich angreifbarer waren, als die Mauern auf anderen Stadtseiten (die auch durch unübersichtliche Strömungen geschützt wurden).

Bei der Belagerung von 1453 wurde sie nicht wirklich von der türkischen Flotte durchbrochen (trotz mehrerer Versuche), dafür gelang aber eine andere erstaunliche Meisterleistung. Mehmed II lies seine Schiffe über den Landweg ins Goldene Horn bringen. Die Sperrkette blieb weiterhin bestehen, was einen Großangriff der gesamten Flotte verhindern konnten, aber jetzt war es natürlich strategisch viel schwer für Konstantinopel geworden sich zu verteidigen (siehe oben geschilderte Rolle des Goldenen Horns), auch deshalb weil es nun für eine mögliche Entsatzflotte schwerer gewesen wäre einen sicheren Ankerplatz zu finden.

Versuche von Byzanz und seinen Verbündeten die Osmanenflotte im Goldenen Horn zu vernichten scheiterten.
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