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Rätselhafter Erwin Rommel
17.11.2012, 12:52
Beitrag: #81
RE: Rätselhafter Erwin Rommel
(02.11.2012 19:49)Suebe schrieb:  Gestern lief doch der Film über Rommel in der ARD.
Hat den jemand angesehen?
Ich nicht. Hätte es sich gelohnt?

Mich bewegt da seit vielen Jahren immer mal wieder etwas.
Rommels Karriere ist, so wie sie abgelaufen ist, ohne Hitler nicht denkbar.
Rommel wäre, wenn es keinen Hitler gegeben hätte, 3 Monate vor der Pensionierung zum Oberstleutnant befördert worden.
Mehr war da nicht drin.
Und zwar aus einem einfachen Grund: Um zu höheren Dienstgraden im preußisch/deutschen Militär zu gelangen, benötigt man eine Generalstabsausbildung. Die Rommel nicht hatte.

Voraussetzung war die Ablegung einer Prüfung.
Was mich jetzt umtreibt,

ist Rommel durch die Prüfung gefallen? (Wie Burgdorf, der Überbringer des Selbstmordbefehls)
Glaube ich ehrlich gesagt nicht, denn am Intellekt hat es ihm bestimmt nicht gefehlt.

Hat er sie aus eigenem Entschluss nicht abgelegt?
Was ich nicht für wahrscheinlich halte, denn Ehrgeiz hatte er reichlich.

Hat man ihn daran gehindert sie abzulegen?
Für mich das wahrscheinlichste.
Er hatte durchaus Ecken und Kanten, sein Kollege Streich hat ihn aus tiefstem Herzen gehasst. Auch die Umstände um seinen Pour le merité zeigen, dass er überaus streitbar war.
(Wenn ein Schwabe sich ungerecht behandelt fühlt, wird er halt "kreiznarret" und dann ....)

Aber wissen, wissen tu ich nichts.

Ich denke aber, dass hier ein Schlüssel zu seinem Verhalten liegen könnte.



Dies hatte mich einst veranlasst diesen 3nd zu eröffnen.

Hat einer der Diskutanten irgendwelche Infos zu diesem Komplex?
Rommels fehlender "Führergehilfen-Kursus"?

Würde mich zumindest deutlich mehr interessieren.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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18.11.2012, 11:27
Beitrag: #82
RE: Rätselhafter Erwin Rommel
(17.11.2012 12:52)Suebe schrieb:  Hat einer der Diskutanten irgendwelche Infos zu diesem Komplex?
Rommels fehlender "Führergehilfen-Kursus"?

Würde mich zumindest deutlich mehr interessieren.

Rommel war schon 1939 Kommandant des Führerhauptquartiers. Als solcher war er im Rang eines Generalmajors, und zwar aufgrund der Aktivität Hitlers, der Rommel persöänlich sehr schätzte (damals noch). Ein Hitler konnte sich auch mal über nicht abgelegte Prüfungen hinwegsetzen, quasi aufgrund "erkannter Fähigkeit"...

1940 wurde er zum Generalleutnant befördert. Zuvor war er Kommandant der 7.Panzerdivision in Frankreich gewesen, die als "Gespensterdivision" bekannt geworden ist und die erfolgreichste Division des Frankreichfeldzugs gewesen ist (97000 Soldaten gefangen genommen, bei eigenen Verlusten von 47 Panzern).
Es war also diesmal eine echte "Beförderung im Feld", bei der erwiesene Eignung wichtiger war als abgelegte Prüfungen. Aus ähnlichen Gründen wurde schon Custer zum "General" (allerdings nur während des amerikanischen Bürgerkriegs (Bull Run), danach war er wieder ein kleiner Captain).

Quellen:
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/R...index.html
http://www.waffenhq.de/biographien/biogr...ommel.html

VG
Christian
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18.11.2012, 13:32
Beitrag: #83
RE: Rätselhafter Erwin Rommel
(18.11.2012 11:27)913Chris schrieb:  
(17.11.2012 12:52)Suebe schrieb:  Hat einer der Diskutanten irgendwelche Infos zu diesem Komplex?
Rommels fehlender "Führergehilfen-Kursus"?

Würde mich zumindest deutlich mehr interessieren.

Rommel war schon 1939 Kommandant des Führerhauptquartiers. Als solcher war er im Rang eines Generalmajors, und zwar aufgrund der Aktivität Hitlers, der Rommel persöänlich sehr schätzte (damals noch). Ein Hitler konnte sich auch mal über nicht abgelegte Prüfungen hinwegsetzen, quasi aufgrund "erkannter Fähigkeit"...

1940 wurde er zum Generalleutnant befördert. Zuvor war er Kommandant der 7.Panzerdivision in Frankreich gewesen, die als "Gespensterdivision" bekannt geworden ist und die erfolgreichste Division des Frankreichfeldzugs gewesen ist (97000 Soldaten gefangen genommen, bei eigenen Verlusten von 47 Panzern).
Es war also diesmal eine echte "Beförderung im Feld", bei der erwiesene Eignung wichtiger war als abgelegte Prüfungen. Aus ähnlichen Gründen wurde schon Custer zum "General" (allerdings nur während des amerikanischen Bürgerkriegs (Bull Run), danach war er wieder ein kleiner Captain).

Quellen:
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/R...index.html
http://www.waffenhq.de/biographien/biogr...ommel.html

VG
Christian


Das ist mir soweit schon bekannt.

Rommels Karriere ist nur in Verbindung mit Hitler denkbar. er ist Hitler wohl durch "Infanterie greift an" aufgefallen.

Was ich meine, ist das "zuvor"
der Rommel muss sich doch in den 20ern irgendwo "höheren Orts" mißliebig gemacht haben. Beck, Fritsch, Seekt oder Blomberg die Braut ausgespannt haben, oder den Pudel überfahren...

Das Abschieben eines jungen Kriegshelden auf das Abstellgleis ist anders nicht zu erklären.


OT: Außerdem war die 10.Pz. in Frankreich noch viel erfolgreicher Big Grin

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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18.11.2012, 15:46
Beitrag: #84
RE: Rätselhafter Erwin Rommel
(18.11.2012 13:32)Suebe schrieb:  Rommels Karriere ist nur in Verbindung mit Hitler denkbar. er ist Hitler wohl durch "Infanterie greift an" aufgefallen.

Nein, das Buch hat er erst geschrieben, als er schon im Begleitkommande Hitlers war. Allerdings schließe ich nicht aus, dass er dorthin gekommen ist als unbekannter ehemaliger Militärschulenlehrer und Bataillonskammandat und durch sein Buch dann erst richtig in den Gesichtskreis Hitlers gekommen ist.
Ein Gegen-Allerdings hätte ich auch noch: Beim Reichsbauerntag 1934 in Goslar setzt Rommel durch, daß die Schutzstaffel (SS) bei der Aufstellung eine Position hinter der Armee einnimmt. Er selbst schreitet neben Adolf Hitler die Front ab. (http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/R...dex.html). So ganz unbekannt dürfte er also Hitler nicht gewesen sein, dass er das Buch brauchte. Und als einer der wenigen wirklich jungen Pour-le-Merite Empfänger müsste er eigentlich in Militärkreisen schon eine Bekanntheit gewesen sein.

(18.11.2012 13:32)Suebe schrieb:  Was ich meine, ist das "zuvor"
der Rommel muss sich doch in den 20ern irgendwo "höheren Orts" mißliebig gemacht haben. Beck, Fritsch, Seekt oder Blomberg die Braut ausgespannt haben, oder den Pudel überfahren...

Das Abschieben eines jungen Kriegshelden auf das Abstellgleis ist anders nicht zu erklären.

Immerhin wurde er nicht ganz ausgemustert aus der 100.000-Mann-Armee, sondern als Offizier weiter beschäftigt und 1929 zur Ausbildung des Offiziersnachwuchses ausgewählt (oder abgeschoben?).
Tatsache dürfte jedenfalls sein, dass er zwar unbestreitbare Erfolge im 1.Wk. errungen hat, dies jedoch auf eine Art und Weise, die den Vorgesetzten eventuell nicht gefallen hat.
Ein großes Karrierehindernis dürfte das allerdings nicht gewesen sein, denn an der Dresdner Infanterieschule als Lehrer zu sein, das heißt m.E., dass man militärisch keine Verwendung mehr für ihn hatte, ihn jedoch als Offizier auch nicht verlieren wurde und ihn nach Dresden weniger abschob, als vielmehr in den Wartestand versetzte, bis man ihn wieder brauchen konnte. Danach leitete er sogar die Infanterieschulen von Potsdamer und Wiener Neustadt (!), auch das war also schon ein Aufstieg. Danach ging´s weiter in Hitlers militärisches Begleitkommando.

1929, als Rommel nach Dresden kam, war eine zukünftig größere Bedeutung der Reichswehr auch schon absehbar - die Militärs (Schleicher!) wurden in der Weimarer Republik immer einflussreicher. Rommel war zwar in den Militärschulen einigermaßen unglücklich, aber allzu schlecht hat er´s im Vergleich zu manch anderem Offizier nicht erwischt...

(18.11.2012 13:32)Suebe schrieb:  OT: Außerdem war die 10.Pz. in Frankreich noch viel erfolgreicher Big Grin
Auch eine legendäre Division, stimmt. Zeitweise unter Rommels Kommande (Nordafrika). Wie erfolgreich sie genau in Frankreich war, entzieht sich meiner Kenntnis.
Geradezu gefürchtet und geheimnisumwabert war aber nur die "Gespensterdivision"...

VG
Christian
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18.11.2012, 21:59
Beitrag: #85
RE: Rätselhafter Erwin Rommel
(18.11.2012 15:46)913Chris schrieb:  
(18.11.2012 13:32)Suebe schrieb:  Rommels Karriere ist nur in Verbindung mit Hitler denkbar. er ist Hitler wohl durch "Infanterie greift an" aufgefallen.

Nein, das Buch hat er erst geschrieben, als er schon im Begleitkommande Hitlers war. Allerdings schließe ich nicht aus, dass er dorthin gekommen ist als unbekannter ehemaliger Militärschulenlehrer und Bataillonskammandat und durch sein Buch dann erst richtig in den Gesichtskreis Hitlers gekommen ist.
Ein Gegen-Allerdings hätte ich auch noch: Beim Reichsbauerntag 1934 in Goslar setzt Rommel durch, daß die Schutzstaffel (SS) bei der Aufstellung eine Position hinter der Armee einnimmt. Er selbst schreitet neben Adolf Hitler die Front ab. (http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/R...dex.html). So ganz unbekannt dürfte er also Hitler nicht gewesen sein, dass er das Buch brauchte. Und als einer der wenigen wirklich jungen Pour-le-Merite Empfänger müsste er eigentlich in Militärkreisen schon eine Bekanntheit gewesen sein.

(18.11.2012 13:32)Suebe schrieb:  Was ich meine, ist das "zuvor"
der Rommel muss sich doch in den 20ern irgendwo "höheren Orts" mißliebig gemacht haben. Beck, Fritsch, Seekt oder Blomberg die Braut ausgespannt haben, oder den Pudel überfahren...

Das Abschieben eines jungen Kriegshelden auf das Abstellgleis ist anders nicht zu erklären.

Immerhin wurde er nicht ganz ausgemustert aus der 100.000-Mann-Armee, sondern als Offizier weiter beschäftigt und 1929 zur Ausbildung des Offiziersnachwuchses ausgewählt (oder abgeschoben?).
Tatsache dürfte jedenfalls sein, dass er zwar unbestreitbare Erfolge im 1.Wk. errungen hat, dies jedoch auf eine Art und Weise, die den Vorgesetzten eventuell nicht gefallen hat.
Ein großes Karrierehindernis dürfte das allerdings nicht gewesen sein, denn an der Dresdner Infanterieschule als Lehrer zu sein, das heißt m.E., dass man militärisch keine Verwendung mehr für ihn hatte, ihn jedoch als Offizier auch nicht verlieren wurde und ihn nach Dresden weniger abschob, als vielmehr in den Wartestand versetzte, bis man ihn wieder brauchen konnte. Danach leitete er sogar die Infanterieschulen von Potsdamer und Wiener Neustadt (!), auch das war also schon ein Aufstieg. Danach ging´s weiter in Hitlers militärisches Begleitkommando.

1929, als Rommel nach Dresden kam, war eine zukünftig größere Bedeutung der Reichswehr auch schon absehbar - die Militärs (Schleicher!) wurden in der Weimarer Republik immer einflussreicher. Rommel war zwar in den Militärschulen einigermaßen unglücklich, aber allzu schlecht hat er´s im Vergleich zu manch anderem Offizier nicht erwischt...


VG
Christian


Ein profunder Kenner. Danke!
Ich denke mal, wir sind uns einig, dass da irgendwo irgendwann ein Karrierehindernis entstanden sein muss.
Was mich sehr wundert ist, dass den Sekundärquellen dazu offensichtlich nichts zu entnehmen ist. Hier müsste doch einer der Schlüssel zu Rommels Verhalten ´44 zu finden sein.

Alle Militärs haben es soo schlecht auch nicht erwischt. Falkenhayns Sohn Fritz wurde Chef von NSU Wink


Zitat:
(18.11.2012 13:32)Suebe schrieb:  OT: Außerdem war die 10.Pz. in Frankreich noch viel erfolgreicher Big Grin
Auch eine legendäre Division, stimmt. Zeitweise unter Rommels Kommande (Nordafrika). Wie erfolgreich sie genau in Frankreich war, entzieht sich meiner Kenntnis.
Geradezu gefürchtet und geheimnisumwabert war aber nur die "Gespensterdivision"...

Die 10.Pz hat Besancon als erste erreicht. Von der Kanalkäste kommend. Im Hof der Panzerkaserne dort wären über 30 franz. Panzer wie zur Parade aufgestellt gewesen. Die Besatzungen stiften gegangen.
Während die 10. nicht mal mehr halb soviele einsatzbereite hatte. Die Vorwählgetriebe der Panzer III hätten den Vormarsch nicht verkraftet.
Hat mir einer erzählt der dabei war.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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19.11.2012, 13:57
Beitrag: #86
RE: Rätselhafter Erwin Rommel
(18.11.2012 21:59)Suebe schrieb:  Ein profunder Kenner. Danke!

Danke desgleichen! Smile
Hab da ein, zwei Bücher, die mir zu diesem Thema nützlich sind (die Rommel-Biographie von Reuth, außerdem "Mythos Rommel" von Remy, "Hitlers militärische Elite" von Ueberschär und "Die Militärelite des Dritten Reiches", herausgegeben von Smelser/Syring).


(18.11.2012 21:59)Suebe schrieb:  Ich denke mal, wir sind uns einig, dass da irgendwo irgendwann ein Karrierehindernis entstanden sein muss.
Was mich sehr wundert ist, dass den Sekundärquellen dazu offensichtlich nichts zu entnehmen ist.

Vielleicht, weil es keines gab? Rommel war am Ende des 1.Wks. im Rang eines Hauptmanns, führte 1920 bis 29 eine in Stuttgart stationierte Schützenkompanie und wurde anschließend Lehrer an der Dresdner Infantrieschule. 1933 wurde er zum Major befördert und Kommandant eines Goslarer Jägerbataillons. In der 100.000-Mann-Armee wurden auch andere Offiziere kaum befördert - es gab keine Gelegenheit.
Rommel hatte als Bürgerlicher zwar eine gesunde Abneigung gegen die hauptsächlich adlige Offiziersschaft aus Kaisers Zeiten - in der Tat machte er sie sogar mitverantwortlich für die Niederlage - und dies dürfte auch besagten adligen Offizieren und v.a. der Armeeführung zu Ohren gekommen sein, da er mit dieser Meinung nicht hinter dem Berg hielt, dass man ihm trotzdem die Führung des Offiziersnachwuchses anvertraute, spricht nicht allzu sehr dafür, dass dies der Grund gewesen sein könnte, ihn nicht zu befördern.

VG
Christian
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19.11.2012, 18:12
Beitrag: #87
RE: Rätselhafter Erwin Rommel
(19.11.2012 13:57)913Chris schrieb:  Hab da ein, zwei Bücher, die mir zu diesem Thema nützlich sind (die Rommel-Biographie von Reuth, außerdem "Mythos Rommel" von Remy, "Hitlers militärische Elite" von Ueberschär und "Die Militärelite des Dritten Reiches", herausgegeben von Smelser/Syring).


(18.11.2012 21:59)Suebe schrieb:  Ich denke mal, wir sind uns einig, dass da irgendwo irgendwann ein Karrierehindernis entstanden sein muss.
Was mich sehr wundert ist, dass den Sekundärquellen dazu offensichtlich nichts zu entnehmen ist.

Rommel hatte als Bürgerlicher zwar eine gesunde Abneigung gegen die hauptsächlich adlige Offiziersschaft aus Kaisers Zeiten - in der Tat machte er sie sogar mitverantwortlich für die Niederlage - und dies dürfte auch besagten adligen Offizieren und v.a. der Armeeführung zu Ohren gekommen sein, da er mit dieser Meinung nicht hinter dem Berg hielt, dass man ihm trotzdem die Führung des Offiziersnachwuchses anvertraute, spricht nicht allzu sehr dafür, dass dies der Grund gewesen sein könnte, ihn nicht zu befördern.

VG
Christian

Zitat:Danke desgleichen! Smile
Nochmals Danke. Werde heute mit Kravatte zu Bette gehen. Wink


Zitat:Vielleicht, weil es keines gab? Rommel war am Ende des 1.Wks. im Rang eines Hauptmanns, führte 1920 bis 29 eine in Stuttgart stationierte Schützenkompanie und wurde anschließend Lehrer an der Dresdner Infantrieschule. 1933 wurde er zum Major befördert und Kommandant eines Goslarer Jägerbataillons. In der 100.000-Mann-Armee wurden auch andere Offiziere kaum befördert - es gab keine Gelegenheit.

Das ist zweifellos richtig.

Vom Vertrag von Versailles her, und den Entwaffnungsbestimmungen, war aber klar, dass sich ab ca. 1932 große Karrierechancen ergeben würden.
Entweder mussten die Ex-Alliierten abrüsten, womit kaum zu rechnen war, oder Deutschland durfte wieder aufrüsten.
ein Fakt der Rommel sehr klar gewesen sein muss.

Warum zum Gottseibeiuns hat der dann nicht versucht die Generalstabsausbildung zu machen??????????
Denn ohne die, ist seit Scharnhorsts Zeiten im preußisch/deutschen Militär in höhere Dienstgrade nur sehr ausnahmsweise vorzurücken.

An Ehrgeiz hat es ihm, siehe seine weitere Entwicklung, nun doch wirklich nicht gefehlt.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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19.11.2012, 18:37
Beitrag: #88
RE: Rätselhafter Erwin Rommel
(19.11.2012 18:12)Suebe schrieb:  Warum zum Gottseibeiuns hat der dann nicht versucht die Generalstabsausbildung zu machen??????????

Hm. Gibt mir auch zu denken. Ich versuch mal, das nachzulesen.

Bis denne!
VG
Christian
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25.11.2012, 15:10
Beitrag: #89
Presseschau Paulus ./. Rommel
Die Welt zieht im Zusammenhang mit dem ausgebliebenen Ausbruch aus Stalingrad Vergleiche zwischen Rommel und Paulus

Zitat:Warum Paulus den Ausbruch aus Stalingrad verpasste
In der endlosen Debatte, wie es zur Katastrophe von Stalingrad kommen konnte, spielt Friedrich Paulus eine Hauptrolle. Er verweigerte im November 1942 die Chance, nach Westen durchzubrechen. Von Berthold Seewald

Als sich im November 1942 die sowjetischen Zangen um die 6. Armee im Großraum Stalingrad schlossen, weilte ihr Oberbefehlshaber 100 Kilometer weiter westlich in Nischne-Tschirskaja, einem Eisenbahnknotenpunkt am Don. Gemeinsam mit seinem Stabschef Arthur Schmidt war Friedrich Paulus dorthin geflogen, weil sein Hauptquartier gleich zu Beginn der sowjetischen Offensive von russischen Panzern bedroht worden war. Außerhalb des sich schließenden Kessels hoffte Paulus, über sichere Nachrichtenverbindungen Einfluss auf die neue Strategie seiner Vorgesetzten nehmen zu können.

Hitler befahl Paulus, umgehend zurückzukehren. Mit einem Vorrat an Rotwein und Champagner der Marke Veuve-Cliquot kehrte das Armeeoberkommando zurück – "eine seltsame Wahl für jemanden ... der doch allem Anschein nach schnell auszubrechen plante", kommentiert der britische Historiker Antony Beevor in seinem Standardwerk "Stalingrad" die Episode.

./.

Obwohl Erwin Rommel in der gleichen Situation kurz zuvor vor El Alamein gegen Hitlers ausdrücklichen Befehl den Rückzug anordnete, hatten Paulus und Rommel vieles gemein. 1890 und 1891 geboren, stammten sie aus aufstrebenden Beamtenfamilien – Paulus’ Vater war Landeshauptkassen-Buchhalter, der von Rommel Realschulrektor. Beide kämpften im Ersten Weltkrieg in südwestdeutschen Regimentern, längere Zeit übrigens an der Alpenfront und kamen in der Weimarer Republik in der Reichswehr unter. In Stuttgart waren sie Kompanieführer im gleichen Regiment, lehrten später an der Kriegsschule und machten Karriere beim Aufbau der neuen Panzerwaffe.

Paulus und Rommel – Favoriten Hitlers

Vor allem aber teilten sie die Bewunderung für Hitler und seine Wiederaufrüstung, die ihnen großartige Karrierechancen eröffnete und die aus ihrer Sicht ungerechtfertigte Niederlage im Ersten Weltkrieg vergessen machte. Ihre Begeisterung blieb ihrem "Führer" nicht verborgen. Gerade weil Paulus und Rommel nicht preußischer Militärtradition entstammten, sondern einen modernen Offizierstypus repräsentierten, gewannen sie Zuneigung und Förderung Hitlers. Innerhalb von drei Jahren schaffte Rommel, innerhalb von vier Paulus die fünf Stufen vom Generalmajor zum Generalfeldmarschall.

Soweit die Gemeinsamkeiten. In Stalingrad wurden indes die Unterschiede zwischen beiden fatal. Während Rommel bereits im Ersten Weltkrieg seine Fähigkeit als Feldkommandeur unter Beweis stellte (er erhielt dafür den Orden Pour le Mérite), war Paulus ein leidenschaftlicher Schreibtischgeneral. Seine Welt waren die Stäbe, in denen er es 1940 bis zum Stellvertreter des Generalstabschef Franz Halder brachte. Anders als das ehrgeizige Raubein Rommel machte sich Paulus mit seinen guten Manieren leicht Freunde. Einer davon war Walter von Reichenau, der beim Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion die 6. Armee befehligte. Er forderte Paulus als Stabschef an.
./.
Nur Paulus dämmerte wohl schon damals, dass seine Unfähigkeit zu eigenverantwortlichem Handeln tödliche Konsequenzen haben würde. Überliefert ist sein Satz: "Ich weiß, die Kriegsgeschichte hat schon jetzt ein Urteil über mich gesprochen."


zum weiterlesen
http://www.welt.de/kultur/history/articl...asste.html

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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26.10.2013, 10:48
Beitrag: #90
RE: Rätselhafter Erwin Rommel
In die allgemeinen Lobeshymnen über Rommel kann ich nicht einstimmen. Bei Tobruk gab er teilweise menschenverachtende Befehle, es hat den Anschein, als ob ihn das Leben der ihm anvertrauten Soldaten nicht sonderlich interessierte. An der Invasionsfront gab er teilweise recht merkwürdige Sprüche von sich. Von Hitler konnte er sich auch im Angesicht der Niederlage nicht lösen. Sein Ende war sicher tragisch, aber es erhöht ihn auch, vielleicht in unverdienter Weise. Er war auch ein typisches Produkt seiner Zeit. Wie so viele schrie er am Anfang "Heil H ...", dann erst, als sich die Niederlage abzeichnete, begann er nachzudenken. SS General Sepp Dietrich bot ihm an, im Westen zu kapitulieren, weil die Situation aussichtlos war, aber er drückte sich um eine klar Stellungnahme herum.
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26.10.2013, 11:17
Beitrag: #91
RE: Rätselhafter Erwin Rommel
(26.10.2013 10:48)liberace schrieb:  SS General Sepp Dietrich bot ihm an, im Westen zu kapitulieren, weil die Situation aussichtlos war,

Gibt es dazu eine Quelle?

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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26.10.2013, 11:28
Beitrag: #92
RE: Rätselhafter Erwin Rommel
Es gibt eine Wochenschau vom Spätsommer 1944, die Dietrich im Gespräch mit Rommel zeigt, der ihn in seinem HQ besuchte. Der Wortlaut des Gespräch wurde später von Zeugen, die dabei waren, bestätigt. Sinngemäß etwa so: Dietrich: "Mein Feldmarschall, Sie sind mein Oberbefehlshaber. Geben Sie mir den Befehl zur Kapitulation und ich werde es tun!" Rommel antwortete ausweichend, der Krieg ging weiter. Dietrichs Verhalten überrascht mich bis heute. Das widerspricht allem, was über ihn bekannt ist.
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26.10.2013, 14:07
Beitrag: #93
RE: Rätselhafter Erwin Rommel
Das sagt sich so leicht „… hätte ausbrechen müssen!“ Die Folge wäre gewesen, dass Paulus sofort seines Kommandos enthoben worden wäre. Aber egal, er hätte es probieren müssen, die Situation der 6. Armee (6. A.) war hoffnungslos und alle wussten dies. Seydlitz-Kurzbach empfahl es Paulus mit dem Hinweis auf York von Wartenburg, zumindest im Film „Hunde wollt ihr ewig leben“ aus den frühen ´60er Jahren. Aber er riet in der Tat zum Ausbruch.
Zur Vernichtung der 6. A. führten m. M. nach zwei Dinge:
1. Die von Göring versprochene Luftunterstützung, die die Luftwaffe so viele Transporte kostete, dass sie sich nie wieder davon erholte, flog nur einen kleinen Teil der benötigten Güter ein, im Film u. a. „1.000 Führerbilder, leider ohne Rahmen“.
2. Die Verbündeten Ungarn, Rumänen und Italiener waren von den Russen weggefegt worden. Sie haben nicht alles gegeben, hatten aber auch keine schweren panzerbrechenden Waffen.
So führt eins zum anderen und dann zur Katastrophe. Die Schuld trug natürlich Hitler, der bis dahin vorstoßen ließ, u. a. aus Prestigegründen, weil die Stadt Stalins Namen trug. Strategisch kann das Unternehmen nur als Wahnsinn bezeichnet werden.
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29.09.2019, 00:32
Beitrag: #94
RE: Rätselhafter Erwin Rommel
(06.11.2012 10:30)Suebe schrieb:  
(05.11.2012 23:34)Wallenstein schrieb:  Bei aller kritischen Sicht auf Rommel.

Nicht DIE Deutschen haben dieses Idol geschaffen und sind für den Selbstbetrug verantwortlich, sondern der nazionalsozialistische Propagandapparat. Da sollte man unterscheiden.

Speziell hierauf:
"die eigentlich,hätte man sie nur machen lassen, den Krieg gewonnen hätten."

Typen wie Rommel, genau wie eine lange Reihe anderer hochrangiger Militärs, Offiziere, Generäle - wie du sie auch bezeichnen möchtest - hätten DIESEN Krieg gar nicht erst begonnen, weil er von Beginn an, rein von der Konzeption her - unter Einbeziehung aller Chancen und Risiken - zum Scheitern verurteilt war.

Sie waren aber nicht die Entscheidungsträger.


Zum Mythos Rommel hat sich Wehler im FAZ-Interview geäußert.

Siehe Presseschau
oder hier:

Zitat:Von dem bis heute hohen Ansehen Rommels in England und Amerika hört man ja immer wieder.

Dazu kann ich eine persönliche Geschichte erzählen: In unserer Familie sind alle Männer im Zweiten Weltkrieg umgekommen, aber ein jüngerer Bruder meines Vaters war der Dolmetscher von Rommel, weil er länger in Amerika gelebt hatte. Und Rommel verhörte gern gefangen genommene englische Offiziere. Dieser Dolmetscher kam dann in amerikanische Kriegsgefangenschaft - und erzählte später immer, wie gut er und alle anderen Deutschen dort behandelt worden seien: bestens verpflegt in sauberen Lagern, und jede Woche wurde er einmal vernommen, um Näheres über Rommel zu erzählen.

Woher kommt diese Rommel-Sympathie im Ausland?

Die zehrte auch immer davon, dass es hieß: Rommel hat unsere Leute in der Gefangenschaft anständig behandelt. Das ist auch Konsens unter Historikern. Das hörte in dem Gefangenenlager meines Verwandten aber an dem Tag schlagartig auf, als die ersten Fotos von der Befreiung von Dachau kamen.

Aber hat man in England und Amerika nicht auch die militärische Leistung Rommels bewundert?

Und wie. Nie habe ich so viele Rommel-Bücher gesehen wie in englischen Buchhandlungen, oft mit einem Untertitel wie: „Unser wichtigster Gegner“. Wenn ich zum Beispiel an eine englische Universität eingeladen würde, um über Rommel zu diskutieren, dann würde mir dort im Prinzip wieder dieses Wohlwollen gegenüber diesem bedeutenden Militär begegnen. „Seid doch froh, dass ihr den gehabt habt!“ Das ist im deutschen Kontext nicht vorstellbar.

von da
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/me...47572.html

(17.11.2012 12:52)Suebe schrieb:  
(02.11.2012 19:49)Suebe schrieb:  Gestern lief doch der Film über Rommel in der ARD.
Hat den jemand angesehen?
Ich nicht. Hätte es sich gelohnt?

Mich bewegt da seit vielen Jahren immer mal wieder etwas.
Rommels Karriere ist, so wie sie abgelaufen ist, ohne Hitler nicht denkbar.
Rommel wäre, wenn es keinen Hitler gegeben hätte, 3 Monate vor der Pensionierung zum Oberstleutnant befördert worden.
Mehr war da nicht drin.
Und zwar aus einem einfachen Grund: Um zu höheren Dienstgraden im preußisch/deutschen Militär zu gelangen, benötigt man eine Generalstabsausbildung. Die Rommel nicht hatte.

Voraussetzung war die Ablegung einer Prüfung.
Was mich jetzt umtreibt,

ist Rommel durch die Prüfung gefallen? (Wie Burgdorf, der Überbringer des Selbstmordbefehls)
Glaube ich ehrlich gesagt nicht, denn am Intellekt hat es ihm bestimmt nicht gefehlt.

Hat er sie aus eigenem Entschluss nicht abgelegt?
Was ich nicht für wahrscheinlich halte, denn Ehrgeiz hatte er reichlich.

Hat man ihn daran gehindert sie abzulegen?
Für mich das wahrscheinlichste.
Er hatte durchaus Ecken und Kanten, sein Kollege Streich hat ihn aus tiefstem Herzen gehasst. Auch die Umstände um seinen Pour le merité zeigen, dass er überaus streitbar war.
(Wenn ein Schwabe sich ungerecht behandelt fühlt, wird er halt "kreiznarret" und dann ....)

Aber wissen, wissen tu ich nichts.

Ich denke aber, dass hier ein Schlüssel zu seinem Verhalten liegen könnte.



Dies hatte mich einst veranlasst diesen 3nd zu eröffnen.

Hat einer der Diskutanten irgendwelche Infos zu diesem Komplex?
Rommels fehlender "Führergehilfen-Kursus"?

Würde mich zumindest deutlich mehr interessieren.


Zitat:Rommel, ein Deutscher General, Generalfeldmarschall, in meinen Augen unfähig, denn ein Offizier hat nicht nur zu gehorchen, er hat auch mitzudenken.

Nun ist mir zu diesem "Fragenkreis", der mich schon lange umtreibt, etws untergekommen.

Rommel war ja im 1. WK Oberleutnant im Württembergischen Gebirgsbataillon und bekam den "Blauen Max" 1917 für den erfolgreichen Durchbruch durch die ital. Linien im Oktober 1917.

Nun haben sich die Überlebenden des Württ. Gebirgsbataillons 1957 (vermutlich zum letzten Mal) im einstigen Garnisonsort Isny im Allgäu getroffen.
Helmut Schittenhelm hielt die Rede:
Auszug
"Unser alter Alpino ist, ich darf das aussprechen, etwas in den Schatten des Mannes getreten, den wir mit Stolz und Recht als unseren größten Kameraden bezeichnen: unseren hochverehrten Oberleutnant und Feldmarschall Erwin Rommel.
Seiner geschichtlichen Größe geschieht kein Abbruch , wenn wir dem alten Alpino den Platz einräumen, der ihm gebührt. Im Gegenteil!"
Der "Alte Alpino" war Major Theodor Sproesser, der Kommandeur des Württembergischen Gebirgsbataillons.

Major (später General) Sproesser ist heute mow unbekannt, wobei hier einige Lösungen des "Rätselhaften Feldmarschall Rommels" gefunden werden können.

Quellen: Ich beziehe mich hier auf einen Aufsatz Wolfgang Mährles in Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 78. Jahrgang 2019

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