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Alliierte Hilfe für Finnland
06.09.2020, 16:34
Beitrag: #1
Alliierte Hilfe für Finnland
Vor einiger Zeit las ich - ich glaube in Churchills Memoiren - das (nur sehr) kurzfristig Überlegungen bestanden den Finnen 39/40 gegen die Sowjets aktiv beizustehen.
Wie hätte das wohl die weitere Entwicklungen beeinflusst? Hätte dies vielleicht Hitler und Stalin in ein Zweckbündnis getrieben, oder wäre es 'unter den Tisch gekehrt' worden um einen stärkeren Feind gemeinsam zu bekämpfen - falls Barbarossa dann überhaupt stattgefunden hätte? Was wohl vorher die spekulative Beantwortung der Frage benötigt, ob die Besetzung Dänemarks und Norwegens dann überhaupt stattgefunden/geklappt hätte.

Was denkt ihr darüber?
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06.09.2020, 16:45
Beitrag: #2
RE: Alliierte Hilfe für Finnland
(06.09.2020 16:34)Dogmatiker schrieb:  Vor einiger Zeit las ich - ich glaube in Churchills Memoiren - das (nur sehr) kurzfristig Überlegungen bestanden den Finnen 39/40 gegen die Sowjets aktiv beizustehen.
Wie hätte das wohl die weitere Entwicklungen beeinflusst? Hätte dies vielleicht Hitler und Stalin in ein Zweckbündnis getrieben, oder wäre es 'unter den Tisch gekehrt' worden um einen stärkeren Feind gemeinsam zu bekämpfen - falls Barbarossa dann überhaupt stattgefunden hätte? Was wohl vorher die spekulative Beantwortung der Frage benötigt, ob die Besetzung Dänemarks und Norwegens dann überhaupt stattgefunden/geklappt hätte.

Was denkt ihr darüber?

Unbedenklich im Kriegsverlauf, weil marginal ... Vielleicht hätte es auf Hitlerdeutschland mit Blick auf die Operation Seelöwe intensiver gewirkt.

Aber alles Spekulatius. Hätte der Hund nicht geschissen, hätte er den Hasen bekommen ...

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken....
Erich Kästner
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06.09.2020, 19:22
Beitrag: #3
RE: Alliierte Hilfe für Finnland
Von der ins Auge gefassten franz-britischen Hilfe für Finnland habe ich auch schon gelesen.

Tenor, sie wäre mow als Feigenblatt für die Besetzung Nordnorwegens und Nordschwedens gedacht, um die Erzeinfuhr nach Deutschland zu verhindern.

Dementsprechend hat Finnland keine großen Hoffnungen daran geknüoft, und die Friedesngespräche mit den Sowjets zum Abschluss gebracht

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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19.10.2020, 19:40
Beitrag: #4
RE: Alliierte Hilfe für Finnland
(06.09.2020 19:22)Suebe schrieb:  Von der ins Auge gefassten franz-britischen Hilfe für Finnland habe ich auch schon gelesen.

Tenor, sie wäre mow als Feigenblatt für die Besetzung Nordnorwegens und Nordschwedens gedacht, um die Erzeinfuhr nach Deutschland zu verhindern.

Dementsprechend hat Finnland keine großen Hoffnungen daran geknüoft, und die Friedesngespräche mit den Sowjets zum Abschluss gebracht

Schon recht lange her, aber hier der Artikel, an den ich mich erinnern kann: https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14343503.html
Zitat:Ein paar Tage später wußte Mannerheim, daß seine Truppen gegen diesen Ansturm nicht mehr lange durchhalten würden. Ihre Munition ging allmählich aus. Anfang März sah Mannerheim keine Chancen mehr: Er drängte die Regierung zum Waffenstillstand.

Die sowjetischen Verbände stürmten so schwungvoll weiter, daß mancher ihrer Führer meinte, in wenigen Wochen sei ganz Finnland in der Hand der Roten Armee. Da stoppte Stalin den Vormarsch und akzeptierte die Waffenstillstands-Offerte der Finnen.

Warum so plötzlich? "Der sowjetische Nachrichtendienst", so weiß Gosztony, "hatte von Geheimplänen erfahren, wonach Frankreich und Großbritannien in der zweiten Hälfte März 1940 neben umfangreichem Kriegsmaterial auch Truppen nach Finnland entsenden wollten." Ein Kampf gegen britisch-französische Truppen hätte Stalin ganz an die Seite Hitlers gedrängt -- was er auf keinen Fall wollte.

So diktierte Josef Stalin am 12. März 1940 Finnland einen recht maßvollen Friedensvertrag, wenn er sich auch abtreten ließ, was er zuvor am Verhandlungstisch verlangt hatte. Rußlands Sicherheit aber blieb problematisch: Finnen und Deutsche fanden sich jetzt wirklich zusammen -- zum Krieg gegen Moskau

Meine Frage: Waren eigentlich Ende 1939/März 1940 noch britische Truppen in Narvik?
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20.10.2020, 12:20
Beitrag: #5
RE: Alliierte Hilfe für Finnland
(19.10.2020 19:40)Marek1964 schrieb:  [quote='Suebe' pid='71096' dateline='1599412977']
Von der ins Auge gefassten franz-britischen Hilfe für Finnland habe ich auch schon gelesen. ./.

Meine Frage: Waren eigentlich Ende 1939/März 1940 noch britische Truppen in Narvik?

ja, bis Ende Mai 1940, einschl. Legion Etrangere
den Dietl hat nur der Durchbruch bei Sedan gerettet.

Und die Royal Navy bei der maritimen Absicherung des Rückzugs die versagenden deutschen U-Boot-Torpedos.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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Gestern, 19:18
Beitrag: #6
RE: Alliierte Hilfe für Finnland
Ja, danke für die Antwort, dann macht das ja Sinn, was der SPIEGEL Artikel schreibt - möglicherweise wollte Stalin dann also tatsächlich eine direkte Auseinandersetzung mit Briten und Franzosen aus dem Weg gehen - und das hätte also bei einem Vormarsch durch Finnland in Richtung Norden passieren können.

Es war ja seine und Molotows Strategie, dass sich Hitler und die Westmächte einen möglichst langen und erschöpfenden Krieg liefern sollten, wie 14/18, und er dann der lachende Dritte wäre. Aber einen direkten Konflikt wollte er vermeiden, zumindest zu dem Zeitpunkt.

So hatte er ja auch schon im Polenfeldzug abgewartet, erst nach 17 Tagen nach dem Angriff der Wehrmacht auf Polen besetzte er Ostpolen und machte dabei geltend, dass dort die Ordnung zusammengebrochen wäre...

Der schnelle Sieg Hitlers im Westen war dann für Stalin und Molotow eine böse Überraschung.

Wir haben als Exiltschechen immer die Finnen beneidet und unsere Geschichtsrezeption war dergestalt, dass die Finnen sich durch den Winterkrieg die Freiheit vom Kommunismus nach 1945 erkämpft haben.
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Gestern, 22:15
Beitrag: #7
RE: Alliierte Hilfe für Finnland
Eduard Dietl. Kommandeur der Narvik-Truppen, wusste genau was ihm blüht. Er hätte sich in Schweden internieren lassen müssen oder wäre mit seinen Gebirgsjägern in Gefangenschaft geraten. Die allgemeine Kriegslage hat seinen A... gerettet.
Ich gebe @Marek insofern Recht, Stalin hätte sicher lieber wieder ganz Finnland kassiert, solange war es ja noch nicht her als es dem Zaren gehörte. Das hätte der Westen aber nie zugelassen und das war Stalin das Risiko doch nicht wert. Im Grunde ist Finnland noch sehr glücklich aus dem Weltkrieg gekommen.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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Heute, 15:16
Beitrag: #8
RE: Alliierte Hilfe für Finnland
(Gestern 19:18)Marek1964 schrieb:  Ja, danke für die Antwort, dann macht das ja Sinn, was der SPIEGEL Artikel schreibt - möglicherweise wollte Stalin dann also tatsächlich eine direkte Auseinandersetzung mit Briten und Franzosen aus dem Weg gehen - und das hätte also bei einem Vormarsch durch Finnland in Richtung Norden passieren können.

Es war ja seine und Molotows Strategie, dass sich Hitler und die Westmächte einen möglichst langen und erschöpfenden Krieg liefern sollten, wie 14/18, und er dann der lachende Dritte wäre. Aber einen direkten Konflikt wollte er vermeiden, zumindest zu dem Zeitpunkt.

So hatte er ja auch schon im Polenfeldzug abgewartet, erst nach 17 Tagen nach dem Angriff der Wehrmacht auf Polen besetzte er Ostpolen und machte dabei geltend, dass dort die Ordnung zusammengebrochen wäre...

Der schnelle Sieg Hitlers im Westen war dann für Stalin und Molotow eine böse Überraschung.


Da kam einiges zusammen, so haben die Finnenals wohl einzige ihre Schulden au dem WK1 resultierend bei den USA aus den letzten Cent bezahlt gehabt.
Auch die Zurückhaltung gegen Leningrad und Murmansk.

Zitat:Wir haben als Exiltschechen immer die Finnen beneidet und unsere Geschichtsrezeption war dergestalt, dass die Finnen sich durch den Winterkrieg die Freiheit vom Kommunismus nach 1945 erkämpft haben.

Tja, in Deutschland war die "Finnlandisierung Deutschlands" ein Schreck und Horroszenario

Eine Stimme aus Finnland zu den Zuständen bis 1990
Zitat: Die Autorin Sofi Oksanen sprach 2014 rückblickend von einem Zustand „verminderter Selbstständigkeit, angenagter Demokratie und abgewürgter Meinungsfreiheit“

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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