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Endet doch letztlich wieder alles bei den Welfen?
12.02.2022, 21:38
Beitrag: #1
Endet doch letztlich wieder alles bei den Welfen?
Habe gerade wieder einmal in einem Stammbaum etwas Lustiges entdeckt. Während die Staufer sich nur indirekt über einige Damen (besonders über Margareta von Sachsen und Konstanze von Aragon), als Ahnen erhalten konnten, gelang es den Welfen ihre weiblichen und männlichen Nachfahren wesentlich zahlreicher in den Stammbäumen der europäischen Herrscherhäuser seit dem Mittelalter zu platzieren.

Noch heute gibt es einige besonders prominenten Nachfahren von Heinrich dem Löwen, so zum Beispiel einem gewissen Herrn, der seit Jahren immer wieder als der "Prügelprinz" für Schlagzeilen in der deutschen und österreichischen Regenbogenpresse sorgt (Ernst August von Hannover, Ehemann von Caroline von Monaco) oder die Queen (die englische Königin Elisabeth).

Wobei sie im Unterschied zu ihm nicht angeblich keineswegs das Temperament des Löwen geerbt haben dürfte. Zumindest wird in den Zeitungsschlagzeilen oft genug darauf hingewiesen, dass Ernst August auch in dieser Hinsicht ein wahrer Nachfahre von Heinrich dem Löwen ist.
Fairerweise ist allerdings anzumerken, dass Heinrich der Löwe, soweit mir bekannt, bisher noch niemals als der Prügelherzog oder Prügellöwe bezeichnet wurde. Und davon, dass er etwa Chronisten (vermutlich die mittelalterlichen Pendants zu den heutigen Journalisten) tatsächlich verprügelt haben soll, habe ich auch noch nichts gehört. Übrigens sind mir auch noch keine von Heinrich dem Löwen tatsächlich verprügelten Reichsfürsten und Reichsgrafen untergekommen.)

Aber Spaß bei Seite - Heinrich der Löwe beziehungsweise sein Enkel Otto, der erste Herzog von Braunschweig zu Lüneburg haben zahlreiche Nebenlinien über Töchter und Söhne begründet, die mehr oder weniger existieren, aber, wie die neuere Forschung inzwischen entdeckt hat, war es Heinrichs Onkel Welf VI., der über seine bisher in der Forschung wenig beachtete Tochter das verwirklicht haben dürfte, was Heinrich und seinen Söhnen nicht wirklich gelang. Zumindest wenn wir den Forschungsergebnisse eines Werner Robl, der wiederum auf Forschungsarbeiten des Lokalhistorikers Armin Wolf aufbaut, Glauben schenken.

Quelle für die folgende Theorie:
Werner Robl: Graf Rudolf von Pfullendorf - Mittler zwischen Staufern und Welfen, 2016, einzusehen auf https://www.academia.edu/31262957/Graf_R...und_Welfen

Außer seinem Sohn Welf VII., der in Italien bei der "Katastrophe von Rom" starb, soll Welf VI. (gest. um 1191), der Onkel von Heinrich dem Löwen, noch eine Tochter gehabt haben, eine Elisabeth, die mit dem in Schwaben ansässigen Grafen Rudolf von Pfullendorf (gest. 1181) aus einer Nebenlinie der Udalrichinger verheiratet war. Ihr Sohn teilte das Schicksal ihres Bruders Welf VII.

Allerdings wird Elisabeth und Rudolf noch eine Tochter zugeschreiben. Diese Ita von Pfullendorf (gest. vor 1191) war mit dem Grafen Albrecht (III.) von Habsburg verheiratet, einer ihrer Urenkel war Graf Rudolf (IV.) von Habsburg, besser bekannt als König Rudolf I.

Wenn das stimmt, waren die Habsburger, die sich im 13. und 14. Jahrhundert in der Nachfolge der Staufer (und der Zähringer) sahen, also in Wirklichkeit eine "Nebenlinie" der Welfen.
Und denn Welfen gelangten auf diesem dynastischen Umweg doch noch zur Kaiserkrone. Rudolf I. war schließlich der Spitzenahn, die "römischen" Könige und die Kaiser, ausgenommen der umstrittene Günther von Schwarzburg, waren nach 1314 alle Nachkommen von ihm.

Tongue

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Nur die Geschichtenschreiber erzählen uns, was die Leute dachten.
Wissenschaftliche Forscher halten sich streng an das, was sie taten.

Josephine Tey, Alibi für einen König
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13.02.2022, 09:20
Beitrag: #2
RE: Endet doch letztlich wieder alles bei den Welfen?
Natürlich kommt irgendwo alles auf die Welfen raus...

auch ich, dies in aller Bescheidenheit, habe ein paar Ahnen mit den heutigen Welfen gemeinsam. Bat

maW für meine cholerischen Anfälle kann ich nichts, da ist Heinrich der Löwe dran schuld Big GrinTongue

"Die Inflation muss als das hingestellt werden, was sie wirklich ist, nämlich als Betrug am Staatsbürger, der um einen Teil seines Einkommens, aber noch mehr um seine Ersparnisse gebracht wird.!" (Ludwig Erhard, Bundeskalnzler 1963 bis 1966)
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17.02.2022, 22:06
Beitrag: #3
RE: Endet doch letztlich wieder alles bei den Welfen?
Insgesamt ist es zumindest erstaunlich, wer aller von Heinrich dem Löwen oder anderen Welfen abstammt. Interessant ist übrigens auch, dass sich viele der diversen Nachfahren gar nicht so sehr um Ahnen wie den Löwen und seine Verwandtschaft gerissen haben, sondern sich stattdessen lieber andere fiktive Ahnen suchten oder über Umwege (angebliche Patenschaft etc.) zu Nachfahren der Staufer stilisierte.

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Josephine Tey, Alibi für einen König
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18.02.2022, 10:56
Beitrag: #4
RE: Endet doch letztlich wieder alles bei den Welfen?
(17.02.2022 22:06)Teresa C. schrieb:  Insgesamt ist es zumindest erstaunlich, wer aller von Heinrich dem Löwen oder anderen Welfen abstammt. Interessant ist übrigens auch, dass sich viele der diversen Nachfahren gar nicht so sehr um Ahnen wie den Löwen und seine Verwandtschaft gerissen haben, sondern sich stattdessen lieber andere fiktive Ahnen suchten oder über Umwege (angebliche Patenschaft etc.) zu Nachfahren der Staufer stilisierte.

Das trifft auf mich alles auch zuShade

während der Nachweis meiner gemeinsamen Ahnen mit Uhland, Weizäcker, J.P. Sartre und Albert Schweitzer usw. durchaus mit Arbeit verbunden war,
kam ich zu den Welfen wie die Jungfrau zum Kind.....

Die Welfen sind mow mit dem gesamten Oberschwäbischen Adel verwandt und wenn du da einen auf deiner Ahnenliste hast, gehts fast wie von selbst. Haben Generationen von oberschwäbischen Familienforscher schon vorgearbeitet.

Aber die Freude an Dichtern, Philosophen und Staatspräsidenten ist halt größer wie die an pinkelnden Streithammeln
zumindest meine Meinung

"Die Inflation muss als das hingestellt werden, was sie wirklich ist, nämlich als Betrug am Staatsbürger, der um einen Teil seines Einkommens, aber noch mehr um seine Ersparnisse gebracht wird.!" (Ludwig Erhard, Bundeskalnzler 1963 bis 1966)
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18.02.2022, 13:50
Beitrag: #5
RE: Endet doch letztlich wieder alles bei den Welfen?
Das habe ich vor Jahren im Thread Ahnenforschung verbrochen

Zitat:Nun hat mein Schwager, ein sehr gewiefter Familienforscher, vor ein paar Jahren den Nachweis erbracht, dass um diverse Ecken herum ein Zweig meiner Familie auf die Welfen zurückzuführen ist.
Im ausgehenden Spätmittelalter/der beginnenden Neuzeit hat eine verarmte oberschwäbische Adelstochter einen Wirt geheiratet, und jene Adelsfamilie ist wieder hieb und stichfest mit den Welfen versippt.

Den Nachweis musste mein Schwager aber keineswegs kpl. erarbeiten, das hatte schon ein anderer gemacht. Mein Schwager ist in ein paar Familienforscher-Netzwerken wo Forschungsergebnisse und Daten ausgetauscht werden. Er ist, wie schon geschrieben recht gewieft, ihm fiel eine Namensähnlichkeit auf, und bingo, es hat gepasst.
Die Verbindung zu jenem Wirt im ausgehenden 15. Jahrhundert war gefunden.

"Die Inflation muss als das hingestellt werden, was sie wirklich ist, nämlich als Betrug am Staatsbürger, der um einen Teil seines Einkommens, aber noch mehr um seine Ersparnisse gebracht wird.!" (Ludwig Erhard, Bundeskalnzler 1963 bis 1966)
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