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Die Reitervölker der Steppen .
30.10.2013, 10:52
Beitrag: #21
RE: Hunnen unterm Attila II.
(30.10.2013 09:49)Arkona schrieb:  
(30.10.2013 01:19)Luki schrieb:  Ob sich solch ein verniedlichender Name für einen Autokraten geziemt hätte ? .
Klar doch passt das. "Väterchen Zar" oder "Väterchen Stalin" waren im Russischen gängige Bezeichnungen. Auch der Spitzname "Mutti" für Angela Merkel ist ähnlich zu werten.


Servus Arkona.

Ich weiß es nicht . Möglich wäre es, da Attila schon um die 50 Jahre alt war, als er die Alleinherrschaft übernahm . Und das war für aktive Krieger damals schon ein beachtliges Alter .

Aber da die Hunnen ein Volk aus der Steppe waren und dort kraftvolle Namen für ihre Herrscher üblich waren , neige ich eher zur Ableitung aus dem Alttürkischen ( Grenzenlose Macht ) . Noch später wurde der Mongolen-Khan Temudschin zum Dschingis-Khan ( Ozeangleicher Herrscher ) . Mit dem neuen Namen wollte man seine , von niemandem beschränkte Macht ausdrücken .

Undurchschaubare und gefürchtete Autokraten wie z.B.: Stalin benannte man vermutlich desswegen " Väterchen " um ihn etwas gütiger erscheinen zu lassen , aber auch um seine unergründbare Weisheit auszudrücken ?

Die Bezeichnung " Mutti " für die Merkel ist mir schleierhaft .
Vermutlich wurde die Bezeichnung in der Werbeabteilung der CSU erdacht um ihr ein etwas fraulicheres Image anzuhängen .

Einen schönen Tag wünscht Dir, da Luki.

Und übrigens , Morgen ist auch noch ein Tag Cool
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30.10.2013, 11:30
Beitrag: #22
RE: Die Reitervölker der Steppen .
Sehe ich anders, das ist einfach nur Respekt vor der Autorität und keinesfalls verniedlichend gemeint. Der Chef wird ja auch oft als der Alte bezeichnet.
Und "Mutti" ist die gestrenge Oberaufseherin, die bei Bedarf auch mal Klapse auf den Po verteilt. Big Grin

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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02.11.2013, 08:49
Beitrag: #23
Attilas erste Herrscherjahre .
Attilas erste Herrscherjahre.


Ab 434 hat der Attila noch unter seinem Bruder Bleda an der unteren Donau geherrscht. Die jährlichen Tribute , die noch der Ruha ( Ruga ) ausgehandelt hatte wurden regelmäßig bezahlt und bis auf einige Streifzüge war die Lage mit Ostrom stabil .

Hunnen die zu den Oströmern geflohen sind , wollte Attila zurückhaben und nach einigen Jahren schickte Ostrom einige zurück . Die zwei Anführer , die aus Attilas Familie abstammten wurden zwar gekreuzigt , vermutlich wegen ihrer eventuellen dynastischen Ansprüche . Aber ihren Mitemigranten ist weiters nichts geschehen . In Friedenszeiten sind nur einige wenige Leute bei den Hunnen getötet worden . Wenn man dabei bedenkt , wieviel in der vergleichbaren Zeit, bei den Römern über die Klinge springen mußten .

Aber 440/441 haben die Oströmer etwas zu wenig überlegtes gemacht . Selbst sind sie von den Sassaniden ( Perser ) im Osten angegriffen worden und auf Sizilien kämpften sie gegen die Wandalen . Also haben sie aus dem Balkan ihre Soldaten abgezogen . Unter ihrem Kaiser Theodosius II wurde die jährliche Tributzahlung an die Hunnen eingestellt . Weil man in Konstantinopel der irrigen Meinung war , das bei den Hunnen wegen der fehlenden Tribute nichts zum Verteilen da wäre und daher deren Stämme auseinanderlaufen würden . Weiters hatte noch ein Grenzbischof hunnische Fürstengräber plündern lassen . Das hatte Attila sehr verärgert . Also ist er mit seinen Hunnen in den Balkan eingefallen .


[Bild: 220px-Hunnish_-_Bracelet_-_Walters_57108..._Front.jpg]
Hunnischer Goldarmreif mit Granaten. Aus Wikipedia.

Gleich beim ersten Ansturm fiel die Stadt Viminacium . Weiters hatten sie eine Bresche in der Breite von ca 100 Km , in den Verteidigungsgürtel der Oströmer geschlagen , der nie mehr wieder geschlossen werden konnte . Dutzende Städte und Festungen wurden erobert und die Oströmer mußten um Frieden bitten müßen . Als Strafe mußten sie den doppelten Tribut bezahlen , also 1400 Pfund Gold ( etwa 700 Kg ) . In diesem Kriegszug hatten die Hunnen unermesslige Beute gemacht und Attilas Ruhm als Heerführer war mächtig gestärkt .

Und übrigens , Morgen ist auch noch ein Tag Cool
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03.11.2013, 22:40
Beitrag: #24
RE: Attilas erste Herrscherjahre .
(02.11.2013 08:49)Luki schrieb:  Unter ihrem Kaiser Theodosius II wurde die jährliche Tributzahlung an die Hunnen eingestellt . Weil man in Konstantinopel der irrigen Meinung war , das bei den Hunnen wegen der fehlenden Tribute nichts zum Verteilen da wäre und daher deren Stämme auseinanderlaufen würden .

Die Strategie ist übrigens gar nicht mal so unlogisch. Es gab sehr wohl Steppenherrscher die gestürzt wurden weil sich die Untervölker mehr an Tributen und Beute erwarteten (gibt da in der Geschichte Chinas Beispiele).
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19.12.2013, 14:39
Beitrag: #25
RE: Die Reitervölker der Steppen .
Hallo,

die Skythen bzw. die Reitervölker waren schon vor den Römern, zu Zeiten der Griechen ein Faktor in der Geschichte (700-800 v. Chr.).

Allein der ganze Medea-Mythos basiert auf dem Gegensatz Reitervolk (Skythen) versus Stadtvolk (Griechen).

Gruß
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19.12.2013, 16:03
Beitrag: #26
RE: Die Reitervölker der Steppen .
Was hatte denn Medea mit den Skythen zu tun?
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19.12.2013, 20:57
Beitrag: #27
RE: Die Reitervölker der Steppen .
Zumindest soviel, dass das Kolchis der Medea wahrscheinlich mit einem historischen Königreich Namens Qulha identisch ist, welches am östlichen Schwarzen Meer am Fuße des Kaukasus verortet wird und welches irgendwann im 8. Jhd. v.Chr. von skythischen und kimmerischen Stämmen erobert und besiedelt wurde.
Allerdings ist die Geschichte um dieses Qulha und das umliegende nairische Königreich (Urarṭu/Ararat) noch nicht festgeschrieben - die historischen Quellen und Hinweise dazu werden durchaus unterschiedlich interpretiert.


Frühling läßt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte.
Süße, wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon, wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's! Dich hab ich vernommen!

Eduard F. Mörike (1804-1875)
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20.12.2013, 12:18
Beitrag: #28
RE: Die Reitervölker der Steppen .
(19.12.2013 14:39)ullaweiss schrieb:  Hallo,

die Skythen bzw. die Reitervölker waren schon vor den Römern, zu Zeiten der Griechen ein Faktor in der Geschichte (700-800 v. Chr.).

Allein der ganze Medea-Mythos basiert auf dem Gegensatz Reitervolk (Skythen) versus Stadtvolk (Griechen).

Gruß

Ja das stimmt, die Skythen dürften die Kimmerer verdrängt haben, diese zerstörten dann nicht nur das Königreich Kolcha im Kaukasus, sondern auch jenes der Phryger in Anatolien. Schon damals hatten die Reitervölker aus der Steppe eine enorme Wucht. Ich vermute die Urheimat der Kimmerer befand sich in der Gegen zwischen Straße von Kerch und Kaspischem Meer.

Ein bisschen was über das angesprochene Königreich Kolcha habe ich hier geschrieben (http://www.forum-geschichte.at/Forum/sho...p?tid=5879 Beitrag 4), über die Kimmerer habe ich auch mal eine kurze Zusammenfassung geschrieben siehe hier http://www.forum-geschichte.at/Forum/sho...p?tid=1048 Beitrag 3), in zweit genannter Serie kommen übrigens auch die Skythen vor.
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