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Germanisch/deutsche Dialekte
22.01.2020, 17:06
Beitrag: #241
RE: Germanisch/deutsche Dialekte
Jetzt hat mir Teresa einen Kronleuchter aufgesetzt.
Zitat:Von der oberösterreichischen Landeshymne, die unter den Landeshymnen in Österreich eine Sonderstellung einnimmt, sie wurde zur Gänze im (Innviertler) Dialekt verfasst

Die Württembergische Landeshymne
"Sassen viele Deutsche Fürsten...."
ist kpl. in Schrift-Deutsch... nicht einmal ein Muggenseggele schwäbisch drin
sone verbübbsch aber auch

Aber schön ist sie, und außerdem ist das Ereignis verbürgt, von Philipp Melanchthon überliefert. Das ist ja auch was.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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22.01.2020, 20:11
Beitrag: #242
RE: Germanisch/deutsche Dialekte
Wobei sie allerdings eine historische Unstimmigkeit aufweist, zumindest die Kerner-Fassung (ob das Problem bereits bei Melanchthon war, weiß ich nicht):

Preisend mit viel schönen Reden
Ihrer Länder Wert und Zahl,
Saßen viele deutsche Fürsten
Einst zu Worms im Kaisersaal.

Wir sind also zu Worms im Kaisersaal, und damit dürfte der Reichstag zu Worms im Jahr 1495 gemeint sein. Dazu passt auch, dass Eberhard im Bart auf diesem Reichstag zum Herzog von Württemberg erhoben wurde.

Wer aber in diesem Fall nicht dazu passt, ist der einzige der drei Reichsfürsten, die vor Eberhard die Vorzüge ihrer Länder preisen, der einen Namen hat:

„Große Städte, reiche Klöster“,
Ludwig, Herr zu Bayern, sprach,
„Schaffen, daß mein Land den euren
wohl nicht steht an Schätzen nach.“

Mit Blick auf den historischen Kontext sind die beiden anderen Fürsten, die nicht namentlich genannt sind, also der "böse" Fritz / der "Pfälzer" Fritz / Friedrich der Siegreiche (der Kurfürst von dem Rhein), und Ernst von Sachsen (der Fürst von Sachsen).

Allerdings waren alle drei Herren im Jahr 1495 nicht mehr am Leben. Es müsste also mit Blick auf den "Reichstag von Worms" somit richtig heißten: "Georg Herr von Bayern sprach". (Die beiden anderen Fürsten wären also Philipp der Aufrechte (Pfalz) und Friedrich der Weise (Sachsen).

Ob Kerner sich da mit Absicht "geirrt" hat?

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Nur die Geschichtenschreiber erzählen uns, was die Leute dachten.
Wissenschaftliche Forscher halten sich streng an das, was sie taten.

Josephine Tey, Alibi für einen König
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22.01.2020, 21:06
Beitrag: #243
RE: Germanisch/deutsche Dialekte
(22.01.2020 20:11)Teresa C. schrieb:  Wobei sie allerdings eine historische Unstimmigkeit aufweist, zumindest die Kerner-Fassung (ob das Problem bereits bei Melanchthon war, weiß ich nicht):

Preisend mit viel schönen Reden
Ihrer Länder Wert und Zahl,
Saßen viele deutsche Fürsten
Einst zu Worms im Kaisersaal.

Wir sind also zu Worms im Kaisersaal, und damit dürfte der Reichstag zu Worms im Jahr 1495 gemeint sein. Dazu passt auch, dass Eberhard im Bart auf diesem Reichstag zum Herzog von Württemberg erhoben wurde.

Wer aber in diesem Fall nicht dazu passt, ist der einzige der drei Reichsfürsten, die vor Eberhard die Vorzüge ihrer Länder preisen, der einen Namen hat:

„Große Städte, reiche Klöster“,
Ludwig, Herr zu Bayern, sprach,
„Schaffen, daß mein Land den euren
wohl nicht steht an Schätzen nach.“

Mit Blick auf den historischen Kontext sind die beiden anderen Fürsten, die nicht namentlich genannt sind, also der "böse" Fritz / der "Pfälzer" Fritz / Friedrich der Siegreiche (der Kurfürst von dem Rhein), und Ernst von Sachsen (der Fürst von Sachsen).

Allerdings waren alle drei Herren im Jahr 1495 nicht mehr am Leben. Es müsste also mit Blick auf den "Reichstag von Worms" somit richtig heißten: "Georg Herr von Bayern sprach". (Die beiden anderen Fürsten wären also Philipp der Aufrechte (Pfalz) und Friedrich der Weise (Sachsen).

Ob Kerner sich da mit Absicht "geirrt" hat?


Ja, es handelt sich um den Reichstag von 1495.
Ob sich Kerner mit Absicht geirrt hat? Weiß ich nicht.
Aber ich könnte es verstehen - einen Bayern-Herzog mit Namen Georg
also bitte -
wenn schon dichterische Freiheit dann hätte ich den auch Ludwig getauft
Big Grin

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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