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Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
12.03.2013, 20:21
Beitrag: #41
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
Heute hat unsere allerliebste Familienministerin zum Familiengipfel geladen. Die Firmen mögen doch bitte, bitte für familienfreundliche Arbeitszeiten sorgen. (Natürlich in freiweillger Selbstverpflichtung)....
Die Unternehmen, die aufgrund ihrer Mitarbeiteranforderungen ohnehin auf gut ausgebildete Mitarbeiter angewiesen sind, sind da schon längst einen Schritt weiter. Es gibt Unternehmen, denen längst klar ist,daß sie- vor allem wenn sie eine überweigend weibliche Belegschaft haben, wie das in einigen Berufen ja mittlerweile häufig der Fall ist- sich etwas einfallen lassen müssen, um Fachkräfte ans Unternehmen zu binden. Und mittlerweile ist nachgewiesen, daß familienfreundliche Unternehmen auf eine höhere Mitarbeiterloyalität setzen können. Die Arbeitszufriedenheit ist höher, die Fluktuation geringer.
Also ist es in einigen Regionen und einigen Branchen durchaus von Vorteil, wenn Unternehmen familienfreundlich sind.
Aber es ist doch sehr zu bezweifeln, daß das momentan für die mehrheit der Unternehmen zutrifft.
Und wenn dann gleichzeitig zum Familiengipfel bekannt wird, daß das Rentenniveau drastisch sinken wird, wenn nicht mehr Beitragszahler dazu kommen, da beschleicht einen doch der ganz üble Verdacht, daß es nicht wirklich um "Familienförderung" geht.
Was mir nämlich in der ganzen Diskussion zu kurz kommt, sind die Interessen der Kinder.
Man muss nicht besonders dogmatisch veranlagt sein, wenn man sich einfach mal in der Klasse eines heutigen 12 jährigen umsieht. Ist es wirklich ein Zufall, daß es diejenigen Kinder sind, die nach der Schule in eine leere Wohnung, ein leeres Haus kommen, die am wenigsten die Finger von der Spielekonsole, dem Nintendo, dem I-Pot lassen können? Die sich offenherzig über Filme unterhalten, die erst ab 16 freigegeben sind, sich im Internet Pornos ansehen?

Irgendwie glaube ich nicht, daß 200 Milliarden ausreichen würden, um auch für diese Kinder dauerhaft eine gute und qualitativ hochwertige Betreuung zur Verfügung zu stellen, die sie einfach bräuchten....

Aber die Betreuung durch Nintendo und Apple sorgt ja schließlich wieder für Wachtsum und Arbetisplätze- und ist nicht ganz so teuer. (Nur zur Info- Das ist sarkastisch)

Irgendwie bin ich froh, daß ich das Urteil der nachfolgenden Generationen über uns nicht mhr mitbekommen werde.

Auf dem Grabstein dess Kapitalismus wird stehen: "Zuviel war nicht genug"
Volker Pispers
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12.03.2013, 20:51
Beitrag: #42
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
(12.03.2013 20:21)Bunbury schrieb:  Man muss nicht besonders dogmatisch veranlagt sein, wenn man sich einfach mal in der Klasse eines heutigen 12 jährigen umsieht. Ist es wirklich ein Zufall, daß es diejenigen Kinder sind, die nach der Schule in eine leere Wohnung, ein leeres Haus kommen, die am wenigsten die Finger von der Spielekonsole, dem Nintendo, dem I-Pot lassen können? Die sich offenherzig über Filme unterhalten, die erst ab 16 freigegeben sind, sich im Internet Pornos ansehen?

Das stimmt allerdings, wenngleich es auch einige Eltern gibt, die einfach zu wenig Ahnung von Technik haben, um so etwas kontrollieren.

Wenn ich mir einmal die Klasse eines gewissen Zwölfjährigen, mit dem ich ungewollt und rein zufällig unter einem Dach wohne, anschaue, muss ich sagen, dass die meisten sich schon für die Hausaufgaben interessieren - und auch die deren Eltern nicht arbeiten. Dass sie, sobald sie zuhause ankommen, besagten Zwölfjährigen anrufen, was denn eigentlich auf ist, sodass mir um kurz nach 14 Uhr regelmäßig die Ohren von dem Telefongeklingele dröhnen, ist eine andere Geschichte.
Andererseits stimmt es natürlich, dass viele Schüler heute nachmittags schon in recht jungen Jahren auf sich allein gestellt sind (ich selbst und dieser Zwölfjährige glücklicher Weise nicht). In den letzten Jahren finden sich zunehmend Schüler der 5., 6., 7., 8. Klasse, die nach Schulende noch im Aufenthaltsraum der Schule mit Klassenkameraden "chillen" (und dabei allerhand Quark anstellen), dann in der Stadt "chillen" und anschließend zuhause "zocken". Auch bei meinen Kurskameraden ist der erste Weg zuhause meistens der zur Konsole zu Spielen ab 18 (auch wenn einige durchaus schon 18 Jahre alt sind).
Es gibt immer Ausnahmen, und bei weitem nicht alles ist schlecht. Mehrere Schüler, die an sich nicht gerade zu den besten gehören und deren Eltern größtenteils nachmittags arbeiten, haben sich ohne elterlichen Druck bei mir nach Nachhilfe erkundigt, und viele dieser Typen sind durchaus nette und anständige Kerle/Mädels, durch alle Hautfarben, Geschlechter etc. hindurch.

Auch ist es sicherlich hilfreich, rechtzeitig eine gewisse Selbstständigkeit zu erlagen. Aber natürlich hast du recht mit deinem Beitrag, dass Eltern ihren Kinder durch Anwesenheit, Hilfestellungen und auch etwas Kontrolle helfen sollten. Das ist dann die Sache mit den freiwilligen Verpflichtungen der Arbeitgeber, mit den halbherzigen Aktionen der Politiker etc.

VG
Der Maxdorfer

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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12.03.2013, 23:31
Beitrag: #43
RE: Deutsche Familienpolitik - Die 200 Mrd. Lüge
Nun, in der Klasse von 12 jährigen, die ich kenne, gibt es nicht allzuviele von der Sorte, die du kennst. Aber das könnte durchaus ein soziales Problem sein- ich denke, hier gibt es recht viele "Wohlstandsverwahrloste"... Es gibt schließlich auch Mütter, die nicht arbeiten und doch nicht da sind...

Ich habe einen wie mir scheint ziemlich normalen Fall kürzlich bei einer Freundin mitbekommen, die das Glück hat, ihre Arbeit teils zu Hause und teils bei ihrem Arbeitgeber erledigen zu können. Bis vor ein paar Monaten mußte sie allerdings zwei mal die Woche nachmittags außer Haus arbeiten. An diesen beiden Nachmittagen haben es ihre Kinder- 12 und 15- nicht so ganz genau mit den Hausaufgaben genommen, um es einmal nett zu formulieren. Sie haben heimlich Computer gespielt, obwohl sie es eigentlich erst ab 18.00 Uhr durften und regelmäßig sämtliche Nutella- Gläser geleert, Keks- und Schokoladenpackungen vernichtet.
Seit sie ihre Arbeit umgestellt hat und jeden nachmittag zu Hause arbeitet, hat sich das weitestgehend erledigt- und Schulmitteilungen, daß das Kind die hausaufgaben regelmäßig nicht macht, sind dann unterblieben. Die Kinder maulen natürlich gelegentlich darüber, daß sie jetzt gewisse Dinge nicht mehr tun können, aber sie ist eine gute Mutter und geht dann doch gelegentlich mal am Nachmittag aus dem Haus...Wink

Das Problem mit der Kinder- Betreuung ist ja leider oft, daß sie genau in dem Augenblick aufhört, in der viele Kinder mit den ersten Auswirkungen der Pubertät zu kämpfen haben. Wenn sich alles verändert, dann ist es fr viele hilfreich, wenn sie einen festen Rahmen haben, an dem sie sich orientieren und natürlich auch reiben können.
Du hast natürlich recht, daß es auch Kinder gibt, die damit überhaupt keine Schwierigkeiten haben, die auch völlig alleine auf sich gestellt so weit sind, daß sie ihre Hausaufgaben ohne Kontrolle erledigen und sich an verabredete Regeln halten. Bei anderen dagegen setzt eine Rebellion ein- und ohne Kontrolle funktioniert gar nichts.

Das ist aber genau der grund, warum ich der Meinung bin, daß die derzeitige Debatte viel zu wenig Rücksicht auf die Bedürfnisse der Kinder nimmt. So wie es Kinder gibt, die sich vom ersten Tag im Kindergarten pudelwohl fühlen und am liebsten jeden Tag von früh bis spät da sind, während es für andere eine Qual ist, weil ihnen das Tohuwabohu zu viel ist.

Es müssen einfach Möglichkeiten geschaffen werden, damit alle Familienmitglieder sich positiv entwickeln können. Erst wenn das erreicht ist, dann ist Familienpolitik erfolgreich. Im derzeitigen System bleiben leider viel zu viele auf der Strecke. Väter, die von ihren Kindern nichts haben, weil ein Vater, der um 18.00 Uhr zu Hause ist, nun mal beruflich nicht weiter kommt. Mütter, die schlecht bezahlt und unzufrieden sind (und damit auch nicht gut erziehen können). Kinder, die zu viel sich selbst überlassen bleiben- oder zu wenig....

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Volker Pispers
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