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Inflation 1923, ein Kalkül.
31.07.2012, 11:18
Beitrag: #14
RE: Inflation 1923, ein Kallkül.
(31.07.2012 10:46)Annatar schrieb:  
(30.07.2012 12:53)krasnaja schrieb:  Ich denke , das die Inflation 1923 geplant war (bzw. kalkuliert keine Maßnahmen zur Bekämpfung der dann im Herbst d.J. folgenden, galoppierenden Inflation) getroffen wurden)
Stimmt. Die Inflation war geplant. Allerdings schon früher und mit einem etwas anderen Ziel. Nämlich die Wirtschaft wieder anzukurbeln und den sozialen Frieden zu sichern. Diese Plan ging auch zuerst auf. Durch die damals noch langsame Inflation wurde die deutsche Wirtschaft wiederbelebt.
Erst danach kamen die "Inflationisten" auf die Idee durch die Inflation die Reperationszahlungen zu drücken.
Dieser Plan ging allerdings nicht auf, denn die Siegermächte verlangten die Reperationszahlungen in Goldmark und nicht in Papiermark.
Die festgelgten Raten konnte die Regierung aber nur durch das Drucken von mehr Geld bewältigen, was die Inflation weiter ansteigen lässt.
Als dann auch noch der Industrielle Stinnes im für eine Erhöhung der Kohlepreise sorgt (am 1. März 1922) dreht sich die fatale Abwerststpirale der Inflation immer weiter.
Von einer Hyperinflation wird jetzt aber noch nicht gesprochen. Diese beginnt erst im August 1922. Nachdem der Außenminister Walter Rathenau ermordet wurde.
Durch die Vergabe von Krediten der Reichsregierung an die Unternehmen ab 1922 (denn die Banken vergeben keine Kredite mehr) und die Ruhbesetzung 1923 und dem darauf folgenden Ruhrkampf explodiert die Inflation nun vollkommen.
Erst mit dem Abbruch des Ruhrkampfes Ende 1923 und der Ausgabe von neuem Geld (Rentenmark) ab dem 15. November 1923 gelingt es der Reichsregierung die Hyperinflation zu stoppen.

Wertverlust der Papiermark (PM) im Vergleich zum US-Dollar ($):
1914: 1$ = 4,20 PM
Dez. 1918: 1$ = 8,28 PM
Dez. 1919: 1$ = 47,00 PM
Juli 1921: 1$ = 76,67 PM
Nov. 1921: 1$ = 262,96 PM
Mär. 1922: 1$ = 284,19 PM (vor der Erhöhng der Kohlepreise)
Jun. 1922: 1$ = 317,14 PM (nach der Erhöhng der Kohlepreise)
Aug. 1922: 1$ = 1.134,56 PM (nach der Ermordung Rathenaus)
Jan. 1923: 1$ = 18.000,00 PM (Beginn des Ruhrkampfes)
Juli 1923: 1$ = 353.000,00 PM
Aug. 1923: 1$ = 4,6 Mio. PM
Währungsreform: 1 Bill. PM = 1 Rentenmark (RM)
Nov. 1923: 1$ = 4,20 RM


Schöner Beitrag.

Es war übrigens gar nicht so schwierig, da ein Vermögen zu machen.
Gezahlt wurde mit Wechsel. Der ist nach 3 Monaten fällig, und siehe Annatars Aufstellung, dann mit 1 Himbeerbonbon zu bezahlen.

Eigentlich Pipifatz, kann auch Otto Normalverbraucher drauf kommen,
was den Menschen da im Weg stand war ihr "Urvertrauen" in die Redlichkeit des preußisch/deutschen Staates.

Kein Wunder, dass weite Kreise "Inflationsgeschädigter" hinterher das sehr üble Wort von der "Roten-Juden-Republik" kolportierten. Dass es bis auf Ausnahmen keine Juden waren, und "Rote" sowieso nicht. sondern üble Geschäftemacher mit "Ariernachweis" haben die Leute so nicht übersehen können.

In diesen Vorgängen liegt der Aufstieg Hitlers viel eher begründet, wie im Vertrag von Versailles.


OT:
Wer ein gewisses Feeling für die Inflationszeit gewinnen will:
"Der schwarze Obelisk" von Remarque

"Nichts ist befriedigender, als sich an Schwierigkeiten zu erinnern, die man gemeistert hat." (N. Stoffel)
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RE: Inflation 1923, ein Kallkül. - Suebe - 31.07.2012 11:18

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