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"Handelsroute Bundesstraße“-Umfahrungen und ihre Auswirkungen:
30.08.2012, 19:50
Beitrag: #1
"Handelsroute Bundesstraße“-Umfahrungen und ihre Auswirkungen:
Hier möchte ich mal mit einem anderen Blickwinkel ins Spiel bringen. Handelsrouten, das ist nicht irgendwas theoretisches, mit dem wir nichts zu tun haben. Nein, Handel ist was ganz alltägliches, findet auch im Supermarkt um die Ecke statt.

Auch das wirft Fragen auf: Eine davon ist folgende: Orte, Straßen usw. verlagern sich immer wieder, auch heute noch. Ein Trend in diesem Zusammenhang ist die Erbauung von Umfahrungsstraßen, diese verlagern den Verkehr und verändern auch die Wirtschaft in den Orten.

Ich möchte mal die konkrete Frage stellen: Wie wirkt sich die Erbauung von Umfahrungsstraßen auf den Handel von heute aus?
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01.09.2012, 08:41
Beitrag: #2
RE: "Handelsroute Bundesstraße“-Umfahrungen und ihre Auswirkungen:
(30.08.2012 19:50)WDPG schrieb:  Ich möchte mal die konkrete Frage stellen: Wie wirkt sich die Erbauung von Umfahrungsstraßen auf den Handel von heute aus?

Einerseits entlasten Umgehungsstraßen die Ortskerne vom lauten, stinkenden Durchgangsverkehr und sorgen für mehr Sicherheit. Andererseits kommen weniger Menschen auf der Durchreise vorbei, die Ortskerne werden isolierter, Zufallsgeschäfte nehmen ab. Allerdings dürften diese aufgrund des Verkehrstempos und der Parkprobleme auch ohne Umgehungsstrasse schwieriger sein.

Kann man die Frage evtl. noch ausweiten, wie wirkt sich die extreme Beschleunigung und Spezialisierung des Verkehrs auf den Handel aus?
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01.09.2012, 09:15
Beitrag: #3
RE: "Handelsroute Bundesstraße“-Umfahrungen und ihre Auswirkungen:
Ich bin mir nicht sicher, ob man sich diesen einzelnen Punkt so einfach herausgreifen kann. Wirtschaftlich gesehen zäumt ihr das Pferd gerade von hinten auf.Wink

Vor 30 Jahren war es durchaus noch üblich, daß Produktionsfirmen große Lager mit Materialien hielten, um jederzeit die Rohstoffe zur Herstellung und Verarbeitung vor Ort zu haben.
Das bedeutete aber, daß unglaublich viel Kapital in Rohstoffen und Materialien gebunden wurde und so mußte ein neues Konzpt her, daß sich "JIT" nannte- "Just In Time"
Die Unternehmen gingen dazu über, nur noch das zu bevorraten, was für die nächsten zwei, drei Tage benötigt würden und verlagerten damit ihre Lager mehr oder weniger auf die Straße, was natürlich den Güterverkehr dramatisch erhöhte.
Eine Folge- neben dem stark gestiegenen Güterverkehr und den immer wieder notwendig gewordenen Umgehungsstraßen- ist, daß jeder heute erwartet, daß jedes Gut quasi sofort und überall zur Verfügung steht.

Leider muss man sagen, hat sich die Gesellschaft in dieser Beziehung in ein narzisstisches Kleinkindstadium begeben- wie das Kleinkind, das sein Bedürfnis unbedingt jetzt und sofort befriedigt haben will und einfach nicht warten kann- erscheint es dem Konsumenten heute fast unmöglich, auf ein bestimmtes Gut zu warten.

Und seien wir mal ganz ehrlich- warum soll noch jemand in einen Laden gehen und die Gefahr auf sich nehmen, ein bestimmtes Gut dort nicht zu finden? Ein Klick bei "Amazon"- und zwei Tage später ist es. Garantiert.

Letztendlich läuft das bestehende Verkehrskonzept darauf hinaus, daß die Einkaufsvielfalt vor Ort abnimmt, weil immer mehr Einzelhändler schließen, während die Versandhäuser zunehmen.

Für den Handel ist es sicher gut, daß wir nicht mehr viel Zeit haben, darüber nachzudenken, ob wir etwas wirklich brauchen. Für die Umwelt ist es das nicht... Wäre auch vielleicht mal ein Aspekt, der es wert wäre, darübr nachzudenken...
Mal völlig abgsehen von dem Aspekt, daß das, was heute Umgehungsstraße ist, dann in 20 Jahren wieder inmitten einer Stadt liegt und es eine weitere Umgeheungsstraße braucht...

Auf dem Grabstein dess Kapitalismus wird stehen: "Zuviel war nicht genug"
Volker Pispers
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01.09.2012, 10:36
Beitrag: #4
RE: "Handelsroute Bundesstraße“-Umfahrungen und ihre Auswirkungen:
(01.09.2012 09:15)Bunbury schrieb:  Letztendlich läuft das bestehende Verkehrskonzept darauf hinaus, daß die Einkaufsvielfalt vor Ort abnimmt, weil immer mehr Einzelhändler schließen, während die Versandhäuser zunehmen.

Würde ich nicht ganz so sehen. Ich denke das ist so ähnlich wie das Internet, dass das Fernsehen ablöst oder das E-Book (oder auch das Internet) die Bücher. Was ja auch beides nicht wirklich der Fall ist.

Die Leute wollen das doch, in ihrer Freizeit mal shoppen gehen und wirkliches Shoppingvergnügen erlebt man nicht bei Amazon, da man da ja nur draufklickt.
Was sicherlich so ist, ist das Schließen von Einzelhändlern. Heute muss man mehr bieten als nur ein einkaufen gehen in den Laden, Einkaufen muss ein "Erlebnis" sein und da tun sich kleinere um einige schwerer als die großen. Manchmal muss man sagen leider, denn das Ganze geht auf Kosten der Vielfalt.

Noch 2 Anmerkungen dazu:

Erstens: Ich habe nicht das Gefühl das die klassischen Versandhäuser im Moment aufblühen (man denke an Quelle oder Neckermann), sondern nur die neuen, die von Anfang an aufs Internet gesetzt haben.

Zweitens: Die Geschäfte die vom Vorhandensein von Bundesstraßen profitieren sind eher nicht die, die man durch Amazon und co. ersetzt. Denn wer schaut schon bei der Heimfahrt schnell man (regelmäßig) beim Buchladen, Kleidergeschäft oder was auch immer vorbei? Es sind wohl eher Läden wie etwa Lebensmittelläden und da sehe ich keinen echte Konkurrenz durch den Versandhandel in naher Zukunft.
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01.09.2012, 10:38
Beitrag: #5
RE: "Handelsroute Bundesstraße“-Umfahrungen und ihre Auswirkungen:
(01.09.2012 09:15)Bunbury schrieb:  Ich bin mir nicht sicher, ob man sich diesen einzelnen Punkt so einfach herausgreifen kann. Wirtschaftlich gesehen zäumt ihr das Pferd gerade von hinten auf.Wink

Sehe ich mal gar nicht so schlimm. Die Richtung, ist die in die ich wollte, eine Diskussion über den alltäglichen Handel. Im Forum ist es doch immer wieder mal so das man vom hundertsten ins tausendste kommt und nicht beim eigentlichen Thema stehenbleibt. Denke die Verlagerung der Handelsroute Bundesstraße ist doch ein guter Aufhänger um in das Thema einzusteigen.
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01.09.2012, 11:21
Beitrag: #6
RE: "Handelsroute Bundesstraße“-Umfahrungen und ihre Auswirkungen:
(01.09.2012 10:36)WDPG schrieb:  Würde ich nicht ganz so sehen. Ich denke das ist so ähnlich wie das Internet, dass das Fernsehen ablöst oder das E-Book (oder auch das Internet) die Bücher. Was ja auch beides nicht wirklich der Fall ist.

Die Leute wollen das doch, in ihrer Freizeit mal shoppen gehen und wirkliches Shoppingvergnügen erlebt man nicht bei Amazon, da man da ja nur draufklickt.

Zum Shoppen muss man aber Zeit haben- und das ist oft das Problem. Ich kenne viele, die statt bummeln eben klicken gehen- weil ihnen die Zeit fürs shoppen fehlt.

(01.09.2012 10:36)WDPG schrieb:  Was sicherlich so ist, ist das Schließen von Einzelhändlern. Heute muss man mehr bieten als nur ein einkaufen gehen in den Laden, Einkaufen muss ein "Erlebnis" sein und da tun sich kleinere um einige schwerer als die großen. Manchmal muss man sagen leider, denn das Ganze geht auf Kosten der Vielfalt.

Ich würde gar nicht mal sagen, daß sich die kleinen damit schwerer tun als die Großen. Unsere Buchhändlerin um die Ecke ist sehr umtriebig, was Lesungen anbetrifft und belebt damit auch ein bißchen den Stadtteil, ebenso wie der Haushaltwarenladen Kochkurse anbietet.. Tendenziell würde ich sogar sagen, daß die kleineren, wenn sie denn mitmachen, mehr zu bieten haben als die Großen


(01.09.2012 10:36)WDPG schrieb:  Erstens: Ich habe nicht das Gefühl das die klassischen Versandhäuser im Moment aufblühen (man denke an Quelle oder Neckermann), sondern nur die neuen, die von Anfang an aufs Internet gesetzt haben.

Die Bezeichnung "versanhandel" war ein bißchen zu grob. Natürlich profitieren nicht alle davon, sondern vor allem Amazon.

(01.09.2012 10:36)WDPG schrieb:  Zweitens: Die Geschäfte die vom Vorhandensein von Bundesstraßen profitieren sind eher nicht die, die man durch Amazon und co. ersetzt. Denn wer schaut schon bei der Heimfahrt schnell man (regelmäßig) beim Buchladen, Kleidergeschäft oder was auch immer vorbei? Es sind wohl eher Läden wie etwa Lebensmittelläden und da sehe ich keinen echte Konkurrenz durch den Versandhandel in naher Zukunft.

Nicht Versandhandel, aber Lieferservice. Ich bekomme z.B. einmal die Woche eine Kiste Bio-Gemüse, Obst und Milchprodukte geliefert, hier fährt immer mehr öfter der Lieferwagen vom Rewe vorbei.
Eine neue Studie zeigt, daß wir in der Freizeit immer seltener das Haus verlassen wollen, und ich denke, das wird in Zukunft eher zu nehmen. Wer will denn auch nach Feierabend wirklich in den Supermarkt stürmen und sich in einer langen Schlange an einer notorisch unterbsetzten Kassenzone anstellen, wenn er Lieferservice nutzen kann?

Auch der Händler wird immer mehr zum Dienstleister. Einfach Waren verkaufen, das funktioniert nicht mehr. Er muss mehr bieten als eben nur eine Ware. Es muss ein lebensgefühl sein oder eine Zeitersparnis...

Auf dem Grabstein dess Kapitalismus wird stehen: "Zuviel war nicht genug"
Volker Pispers
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01.09.2012, 11:27
Beitrag: #7
RE: "Handelsroute Bundesstraße“-Umfahrungen und ihre Auswirkungen:
(01.09.2012 11:21)Bunbury schrieb:  Ich würde gar nicht mal sagen, daß sich die kleinen damit schwerer tun als die Großen. Unsere Buchhändlerin um die Ecke ist sehr umtriebig, was Lesungen anbetrifft und belebt damit auch ein bißchen den Stadtteil, ebenso wie der Haushaltwarenladen Kochkurse anbietet.. Tendenziell würde ich sogar sagen, daß die kleineren, wenn sie denn mitmachen, mehr zu bieten haben als die Großen

Ja, da hast du recht. Aber das erfordert enormen Aufwand. Um bei deinen Beispiel zu bleiben: (Ohne sie zu kennen) bin ich mir sicher es ist für deine Buchhändlerin gar nicht so einfach und ein großer Aufwand für Lesungen wen halbwegs bekannten zu bekommen. Bei einer großen Buchhandelskette macht das irgend ein Zuständiger in der Zentrale, die Verkäufer vor Ort haben damit keinen Aufwand.

Die Kleinen sind oft Ideenreicher und ermöglichen dadurch oft sogar mehr als die Großen ein Shoppingerlebnis, aber für die Kleinen ist es eben gar nicht so leicht, das dauerhaft aufrechtzuerhalten.
Möchte damit nicht sagen das es nicht möglich ist, aber es ist ein Grund warum die Kleinen oft nicht durchhalten und dann ein Großer kommt.

Wie gesagt finde das oft schade, da einfach die Vielfalt draufgeht.
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01.09.2012, 11:30
Beitrag: #8
RE: "Handelsroute Bundesstraße“-Umfahrungen und ihre Auswirkungen:
(01.09.2012 11:21)Bunbury schrieb:  Er muss mehr bieten als eben nur eine Ware. Es muss ein lebensgefühl sein oder eine Zeitersparnis...

Bei diesem Satz gebe ich dir absolut recht.

Ansonsten finde ich zumindest ist die Entwicklung schwer zu beurteilen, ich persönlich habe nicht das Gefühl das auf den diversen Einkaufsstraßen und Einkaufszentren weniger los ist als früher. Was schon so ist, ist das es auch in diesem Bereich immer wieder Verlagerungen (mit Verlierern und Gewinnern) gibt.
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01.09.2012, 19:01
Beitrag: #9
RE: "Handelsroute Bundesstraße“-Umfahrungen und ihre Auswirkungen:
Wenn man sich überlegt, wie und wo Handel heute stattfindet, muß man wohl unterscheiden, um welche Güter es geht. Der tägliche Bedarf wird gewöhnlich im Supermarkt und Drogeriediskounter gedeckt. Im ländlichen Raum liegt der an einer vielbefahrenen Ausfallstraße mit großem Parkplatz, meist ist auch ein Heimwerkermarkt o.ä. dabei. D.h. man fährt gezielt hin, deckt seinen Bedarf zum günstigsten Preis, fährt wieder weg und fertig. Das ist nur anstrengend, vor allem wegen der Schlangen und macht keinen Spaß. Da kann ich gut verstehen, wenn man sich diese Bedarfskategorie liefern läßt.
Mit ganz kleinen Orten kenne ich mich nicht so aus, die können durchaus eine Umgehungsstraße haben und im alten Ortskern ist tote Hose. Um einzukaufen, muß dann zur Ausfallstraße der nächstgrößeren Stadt gefahren werden.
In Großstädten liegen diese Märkte aber auch nicht bei den Wohngebieten, weil sie eine bestimmte Flächengröße erfordern, die gewachsene Innenstädte nicht so einfach bieten können. In den Zentrumsfußgängerzonen dann europaweit die üblichen Ketten, Langeweile ohne Ende. Wenn ich in einer fremden Fußgängerzone H&M sehe, weiß ich, dass ich umkehren muß. Warum dann nicht gleich im I-Net bestellen oder über Shopping-TV.

Einkaufsentdeckungen kann man heute nicht mehr mit dem Auto machen, ich wüßte jedenfalls nicht, wie ich das anstellen sollte. Sehe ich ein interessantes Geschäft, bin ich schon dran vorbei, parken und wenden ist schwierig.
Mit dem Fahrrad kann man dagegen die kleinen inhabergeführten Spezialgeschäfte auch im Nachbarstadtteil entdecken.
Oder mit der altmodischen Straßenbahn. Gestern bin ich zufällig mit der letzten oberirdischen Linie meiner Stadtbahn gefahren und habe viele Läden entdeckt, die mir sonst nie aufgefallen sind. Alle anderen Linien fahren in der City im Tunnel, um den Autoverkehr nicht zu stören. Sie kommen erst in der Peripherie wieder ans Tageslicht. Wie oft habe ich schon gedacht, wie schade, dass es nicht umgekehrt ist. Die Autos im Tunnel und die Menschen in Bahnen, auf Fahrrädern oder zu Fuß auf den Straßen.
Davon würden die inhabergeführten Geschäfte profitieren, die sich die Ladenmieten in den Zentren nicht leisten können und die Hetzerei dort würde entzerrt.
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01.09.2012, 19:30
Beitrag: #10
RE: "Handelsroute Bundesstraße“-Umfahrungen und ihre Auswirkungen:
(01.09.2012 11:27)WDPG schrieb:  
(01.09.2012 11:21)Bunbury schrieb:  
(01.09.2012 10:36)WDPG schrieb:  Was sicherlich so ist, ist das Schließen von Einzelhändlern. Heute muss man mehr bieten als nur ein einkaufen gehen in den Laden, Einkaufen muss ein "Erlebnis" sein und da tun sich kleinere um einige schwerer als die großen. Manchmal muss man sagen leider, denn das Ganze geht auf Kosten der Vielfalt.

Ich würde gar nicht mal sagen, daß sich die kleinen damit schwerer tun als die Großen. Unsere Buchhändlerin um die Ecke ist sehr umtriebig, was Lesungen anbetrifft und belebt damit auch ein bißchen den Stadtteil, ebenso wie der Haushaltwarenladen Kochkurse anbietet.. Tendenziell würde ich sogar sagen, daß die kleineren, wenn sie denn mitmachen, mehr zu bieten haben als die Großen

Ja, da hast du recht. Aber das erfordert enormen Aufwand. Um bei deinen Beispiel zu bleiben: (Ohne sie zu kennen) bin ich mir sicher es ist für deine Buchhändlerin gar nicht so einfach und ein großer Aufwand für Lesungen wen halbwegs bekannten zu bekommen. Bei einer großen Buchhandelskette macht das irgend ein Zuständiger in der Zentrale, die Verkäufer vor Ort haben damit keinen Aufwand.

Die Kleinen sind oft Ideenreicher und ermöglichen dadurch oft sogar mehr als die Großen ein Shoppingerlebnis, aber für die Kleinen ist es eben gar nicht so leicht, das dauerhaft aufrechtzuerhalten.
Möchte damit nicht sagen das es nicht möglich ist, aber es ist ein Grund warum die Kleinen oft nicht durchhalten und dann ein Großer kommt.

Wir in Maxdorf haben auch einen Buchladen, der völlig eigenständig ist ("Maxdorfer Buchladen") und dem es an sich ziemlich gut geht.
Es ist halt der einzige Buchladen in unserem doch nicht grade kleinen Ort (7000 Einwohner).
Die großen Ketten sind in die umliegenden Städte umgezogen, denn wir sind hier von jede Menge 50.000er-Städten umgeben, sind ein Nachbarort von Ludwigshafen mit seinen 167.000 Einwohnern, da denken sich die großen Ketten, das lohnt nicht, hier hin zu gehen.
Deswegen kann sich bei uns der Buchladen in der Peripherie des Ballungszentrums auch recht gut halten. Für die Kunden ist es am bequemsten. Für eine Buchhandlung in Ludwigshafen müsste ich 30 Minuten Bahn fahren, von den Wartezeiten mal ganz zu schweigen. Den Buchladen erreiche ich hingegen mit dem Fahrrad in unter 10 Minuten.
Große Angebote wie Lesungen gibt es bei uns auch nur selten, aber die Bücher, die man bestellt, sind eigentlich immer am selben Tag da, sie werden in der Nacht angeliefert und können, wenn es gut geht, nur 15 Stunden nach der Bestellung abgeholt werden.
Mit ein bisschen guter Beratung und einladenden Angeboten kann der Buchladen auch ohne große Verbindungen und Veranstaltungen schwarze Zahlen schreiben, nicht zuletzt dank des Schulbuch-zusammenstell-und-einpack-Services.

Aber ich denke, wir haben da auch mit der Lage Glück.
In kleinen Orten in ländlicheren Gegenden gibt es keine Buchläden,
in den paar größeren Orten macht gleich wieder eine der Fillialen auf.
Und in den Ballungszentren sind die großen Ketten sowieso voll mit Buchladenketten.

Aber eigentlich sollten wir damit zurück zum Thema kommen.

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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06.09.2012, 20:05
Beitrag: #11
RE: "Handelsroute Bundesstraße“-Umfahrungen und ihre Auswirkungen:
Buchläden sind aber so würde ich es sehen, nicht wirklich die, denen Umfahrungsstraßen und Handelsverlagerungen dadurch schaden.

Denke es trifft eher Tankstellen im Ort, Lebensmittelhändler aller Art und eventuell auch Gaststätten.

Als ich das Thema erstellt habe meinte ich auch eher die Umfahrungsstraßen am Land. Sicherlich gibt es die in Städten auch, aber hier findet Handel ohnehin meistens in Fußgängerzonen und Einkaufszentren statt und weniger auf den Bundesstraßen.

Aber es gibt ja so Orte die bestehen aus vielen Wohnhäusern und eben einer Bundesstraße, wird da eine Umfahrung gebaut, fahren weniger Leute an Händlern vorbei, was sich auswirken könnte (eventuell was die Umsätze des Handels betrifft, aber auch was Geschäftsverlagerungen angeht).
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06.09.2012, 20:22
Beitrag: #12
RE: "Handelsroute Bundesstraße“-Umfahrungen und ihre Auswirkungen:
OK, das stimmt leider.

Bei uns im Nachbarort gibt es zwar keine Bundesstraße, aber der Verkehr wurde in eine weniger bewohnte Straße gelenkt, weshalb jetzt ein Geschäft nach dem anderen zumacht.

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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