Antwort schreiben 
 
Themabewertung:
  • 0 Bewertungen - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
1986 Viele Veränderungen in der Innenpolitik Österreichs:
25.01.2014, 23:16
Beitrag: #1
1986 Viele Veränderungen in der Innenpolitik Österreichs:
Beim Schauen der (sehr gut gemachten) Dokumentation Zeit.geschichte: Generation Österreich kam ich auf folgende interessante, aber natürlich sehr spekulative Fragen bezüglich der österreichischen Innenpolitik:

1986 veränderte die Nationalratswahl so einiges. Der (stimmenmäßige) Aufstieg der FPÖ begann und die Grünen schafften den Einzug in den Nationalrat. Doch es hätte ja auch manches anders kommen können, was mich auf folgende Fragen bringt:

-Was wäre passiert wenn es beim Parteitag der FPÖ Jörg Haider nicht gelungen wäre die Partei zu übernehmen (Steger geblieben wäre oder ein Kompromiss gefunden worden wäre)? Wäre die Partei wie letztes Jahr in Deutschland die FDP in Deutschland aus dem Parlament gefallen? Hätte Haider dann eine eigene Partei gegründet?

-Was wäre gewesen wenn der Einzug der Grünen gescheitert wäre? Späterer Einzug oder Fall in die Bedeutungslosigkeit, zerfall der noch jungen Partei?

Kurz zum Schluss noch ein Appell, ich hoffe auf eine interessante Diskussion zum Thema, weiß aber das solche Themen oft auch ein gewisses Konfliktpotential bergen, bitte deshalb um möglichst viel Sachlichkeit zu diesem spekulativen Thema.

Freue mich auf eine interessante Diskussion.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
26.01.2014, 00:23
Beitrag: #2
RE: 1986 Viele Veränderungen in der Innenpolitik Österreichs:
Ich denke, dass Jörg Haider seinen Aufstieg den damaligen politischen Zeitgeist in Österreich entsprach. Hätte er nicht den Parteivorsitz der FPÖ übernommen, hätte er eine eigene Partei gegründet. Egal, was auf dem Parteitag der FPÖ von 1986 passiert wäre, Haider wäre politisch weiter aktiv tätig geblieben. Das konnte er, weil er die Ansichten eines Teils potentieller Wähler vertrat.

Die Grünen hätten weiterhin Bestand gehabt. Voraussetzung wäre natürlich, die Partei hätte sich nicht gespalten. Die deutschen Grünen sind 1994 (soweit ich mich erinnere) auch aus dem Bundestag gewählt worden, dies hatte ihnen auch nicht geschadet, da ihre politischen Themen weiterhin aktuell waren.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
26.01.2014, 00:24
Beitrag: #3
RE: 1986 Viele Veränderungen in der Innenpolitik Österreichs:
Das die Grünen nicht entstanden wären, das hätte ja nur passieren können, wenn z.B. die SPÖ die Programmatik massiver für sich entdeckt hätte.
Interessant wäre es gewesen, wenn eine konservative Partei diese Programmatik erfolgreicher vertreten hätte.

viele Grüße

Paul

aus dem hessischen Tal der Loganaha (Lahn)
in der Nähe von Wetflaria (Wetzlar) und der ehemaligen Dünsbergstadt
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
27.01.2014, 02:06
Beitrag: #4
RE: 1986 Viele Veränderungen in der Innenpolitik Österreichs:
(26.01.2014 00:24)Paul schrieb:  Das die Grünen nicht entstanden wären, das hätte ja nur passieren können, wenn z.B. die SPÖ die Programmatik massiver für sich entdeckt hätte.
Interessant wäre es gewesen, wenn eine konservative Partei diese Programmatik erfolgreicher vertreten hätte.

Das mit der SPÖ wäre wohl nicht sehr glaubwürdig gewesen, sie war die Partei die sich für das AKW Zwentendorf eingesetzt hatten und auch für das Kraftwerk Hainburg waren. Ohne diese Ereignisse wäre ich mir nicht so sicher ob die Grünen so stark geworden wären. Mit diesen und dann einen plötzlichen Wechsel wäre die SPÖ damals wohl nicht wirklich glaubwürdig gewesen.

Die ÖVP ging meineswissens einige Zeit lang sogar in die Richtung. Unter Parteichef Josef Riegler setzte man sich für die "Ökosoziale Marktwirtschaft" ein, jedoch nicht wirklich erfolgreich.

Wie es mit den Grünen ohne Einzug 1986 ausgesehen hätte ist schwer zu sagen, Spaltungstendenzen gab es ja sogar mit dem "Erfolg Einzug", schließlich traten die Vereinten Grünen Österreichs (VGÖ) 1990 wieder eigenständig an. Besonders stark war der ganze Zusammenhalt also nicht. Andererseits war das Thema Umweltschutz usw. damals eben sehr präsent, was wohl auch bei einem Nichteinzug so geblieben wäre.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
17.02.2014, 15:09
Beitrag: #5
RE: 1986 Viele Veränderungen in der Innenpolitik Österreichs:
(26.01.2014 00:23)Sansavoir schrieb:  Ich denke, dass Jörg Haider seinen Aufstieg den damaligen politischen Zeitgeist in Österreich entsprach. Hätte er nicht den Parteivorsitz der FPÖ übernommen, hätte er eine eigene Partei gegründet. Egal, was auf dem Parteitag der FPÖ von 1986 passiert wäre, Haider wäre politisch weiter aktiv tätig geblieben. Das konnte er, weil er die Ansichten eines Teils potentieller Wähler vertrat.

Das er weitergemacht hätte ist denkbar, ob er auch solchen Erfolg gehabt hätte ist aber schwer zu beurteilen. Es ist selbst für Prominente nicht einfach Strukturen aufzubauen die mit den großen Parteien mitkönnen und die Strukturen hätte er nicht gehabt wenn er die FPÖ nicht gehabt hätte. Das er sich von dieser Partei früher oder später gelöst hätte wenn weiterhin die Liberale Linie die Vorherrschaft in dieser gehabt hätte ist denkbar, schließlich schreckte er ja 2005 auch nicht davor zurück eine eigene Partei zu gründen.

Interessant ist es auch darüber nachzudenken wie es mit der FPÖ weitergegangen wäre, die liberale oft als farblos beschriebene Linie Stegers kam bei den Menschen nicht gut an, in den Umfragen stand es schlecht um die FPÖ bevor Haider kam.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
18.02.2014, 01:46
Beitrag: #6
RE: 1986 Viele Veränderungen in der Innenpolitik Österreichs:
Das wäre interessant. Wahrscheinlich mussten liberale Parteien ihr politische Ausrichtung ändern, da die ursprünglichen Themen der Liberalen keinen Wähler mehr begeisterte. Die FPÖ oder die Liberale Partei der Schweiz schwenkten nach rechts, die FDP in Richtung Marktradikalismus. Ziel war sicher, einen festen Wählerstamm aus dem Bürgertum zu binden, der mit dem Links-Ruck innerhalb der Gesellschaft und dem Sozialstaat nicht einverstanden war.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Antwort schreiben 


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Kontakt    |     Startseite    |     Nach oben    |     Zum Inhalt    |     SiteMap    |     RSS-Feeds