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Mittelamerikanische Kulturen ( Mesoamerica )
03.07.2012, 14:50
Beitrag: #81
Mexica II. - Die Wanderung .
.
Die ruhelose Wanderung :

Die Daten ihrer Wanderung und die Niederlassungen sind alle wiedersprüchlich .
Auch die der verlinkten Geschichtelandkarten .
Aber ich denke daß das zum Nachvollziehen der Wanderung unerheblich ist
denn wenn sie aktiv in die Kriegspolitik eingreifen werden sich
die verschiedenen Chronisten etwas einiger .
Wir dürfen auch nicht vergessen daß die meisten Chroniken erst in der Kolonialzeit ,
und da oft erst Jahrzehnte nach der Eroberung , niedergeschrieben wurden .

Sehr interessante Karte über die Wanderung der Mexica um den Texcoco-See :

[Bild: mexicas1-maly.jpg]

Und Übersichtlich größer :
http://www.satrapa1.com/articulos/media/...xicas1.htm

Die Mexica ließen auf ihrer Wanderung manchmal auch
Gruppen ihres Stammes zurück .
Und auf der Karte schön ersichtlich , auf ihrer Wanderung berührten sie
Städte mit zentralmexicanischen Kulturen .

Im See gab es viele kleine Inseln und vermutlich lagerten sie auf ihrer Wanderung
auch auf einigen Unbewohnten .
Oder aber sie durften nur an den unfruchtbaren Rändern der Städte lagern
um zu ernten und anschließend zogen sie wieder weiter .

In Chapultepec gelag es ihnen die dort sesshaften Chichimecen
unter ihrem Fürsten Mazatzin zu vertreiben und da ließen sie sich nieder .
Aber anscheinend waren sie unangenehme Nachbarn .

Denn schon ca. 50. Jahre später führten die Städte Xaltopan , Azcapotzalco und Culhuacan Krieg gegen die Mexica .
Es war eine vernichtende Niederlage für die Mexica .
Ihr Häuptling Huitzilihhuitli muße , in der Niederlage , zusehen wie die Sieger seine Töchter als Gefangene entkleideten
und als Opfer weggeschleppten .
Anschließend wurden die Mexica nach Tizapan ,
als Untertanen von Culhuacan , umgesiedelt .

Das brachte es mit sich daß sich die Adeligen Familien durch Heiraten
miteinander verbanden .

Als Untertanen waren sie natürlich zum Kriegsdienst verpflichtet .
Und als die Stadt Culhuacan gegen Xochimilco Krieg führte
waren auch sie gefragt .

Im Codex Aubin steht eine Schilderung ihres Einsatzes .

Kurzfassung :

Als Culhuacan schon am Verlieren war , wurden die Mexica gerufen .
Der Kriegsherr befahl ihnen 8000. Gegner gefangen zu nehmen .
Die Mexica waren aber nur mit Messern bewaffnet .
Vielleicht traute man ihnen nicht .
Sie baten um Schilde , die ihnen verwehrt wurden .
Da beschlossen sie den Gegnern nur die Nasen abzuschneiden .

Nach dem Sieg wurden sie nach ihren Gefangenen gefragt .
Da brachten sie ihre Säcke und sagten : daß sind unsere Gefangenen ,
4 x 8000. abgeschnittene Nasen .
Da sprach der Herrscher zu seinen Adeligen :
Die Mexica sind keine Menschen ,
wie haben die das nur mit den Xochimilkanern angestellt ?


Aufgrund ihrer Tapferkeit wurden sie gebraucht ,
aber auch mistrauisch beäugt .

luki

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03.07.2012, 18:20
Beitrag: #82
Mexica III. - Die Unerwünschten .
.

Mexica III.

Die Unerwünschten :

Die Gegend um Tizapan die ihnen der Herrscher von Culhuacan zugewiesen hatte
war lanwirtschaftlich gesehen , ein eher schlechter Landstrich .

Aber vermutlich ging es den Mexica während der langen Wanderschaft
noch nie so gut .
Etwa vier Jahre nach dem Krieg gegen Xochimilcas , ca. 1299. brachten sie
es wiederum fertig daß ihre Nachbarn auf sie wütend waren .

Die Stadtstaaten teilten ihre abhängigen und eroberten Städte
in Verwaltungsbezirke , mit jeweils eigenen Herrscher ein .
Die Städte mit Umland bezeichneten sie als Altepetl .
Diese waren in Stadtteile ( Vierteln ) den sogenannten Calpollis aufgeteilt .

Aussagekräftige Bilder wie die Altepetl organisiert waren :

http://atlasextinctnations.blogspot.com/...art-1.html

Da der Herrscher eines Stadtstaates rege Heiratspolitik betrieb ,
er heiratete die Töchter der bedeutensten Altepetlherrscher ,
war er immer mit mehreren Frauen verheiratet .
Das Ergebniss davon war , daß er nicht nur mehrere Söhne hatte ,
sondern ebenso mehrere Töchter .

Diese wurden ebenso nach dynastischen Gesichtspunkten verheiratet .
Etwa an fremde Höfe zwecks Bekräftigung einer Bündnisspartnerschaft .
Oder an abhängige Altepetl-Herrscher , die man durch Heirat stärker
an den Stadtstaat binden wollte .

Als kampfkräftige Untertanen von Culhuacan baten daher die Mexica ,
für ihren Fürst , den Herrscher der Culhuacaner Achitometl um die Hand
einer seiner Töchter .

Auszug aus einem späten Originaltext :

…wir bitten Dich , wir Deine Großväter , Deine Untertanen und alle übrigen Mexicaner .
....Du sollst uns Deine Tochter überlassen , Deine Halskette ,
Deine Quetzalfeder , Deine Enkelin die Prinzessin , Du sollst sie uns geben .
Wir wollen sie dort bei den Bergen in Tizapan hüten .


Welcher Schwiegervater würde nach solchen Worten übles denken .
Also gab er seine Prinzessin den Mexicanern mit .
Es wurde beschlossen das die Hochzeit in einigen Tagen festlich geschlossen werde
und dazu wurden auch einige Fürsten eingeladen .

Aus der Url, :
http://www.mexicolore.co.uk/index.php?on...35&typ=reg

[Bild: 250px-Huitzilopochtli_telleriano.jpg]
Huitzilopochtli, aus dem Codex Telleriano-Remensis .

Vielleicht war das auch der ursprüngliche Plan der Mexica .
Aber ihr Oberpriester verkündete den Willen ihres Stammesgottes Huitzilopochtli .
Der hatte etwas Anderes mit der Prinzessin vor .
Das Fest sollte stattfinden , aber zu seinen Ehren .
Und vorher müße die Prinzessin geopfert werden und anschließend gehäutet ,
was auch geschah .
Ein Opferpriester schlüpfte in die noch feuchte Haut und wartete
im kleinen dunklen Tempelraum .

Die Gäste kamen zum Fest und der Brautvater Achitometl wurde gebeten
im Tempel ein Weihrauchopfer für ihren Gott Huizliopochli abzuhalten .
Als ein Diener mit seiner Fackel den Raum erhellte , bemerkte der Herrscher
den Priester und einen Augenblick später , daß Jener in der geschundenen Haut
seiner Tochter steckte .

Worauf er laut aufschrie :

Hat den kein Culhuacaner gesehen was sie meiner Tochter angetan haben ?
Diese Bösewichte sollen hier nicht bleiben .
Wir werden sie töten und vernichten .
Hier werden die Bösewichte ein Ende finden .

Aus der Url :
http://www.mexicolore.co.uk/index.php?on...35&typ=reg

[Bild: 335_00_1.jpg]

Wahrscheinlich war die Empörung bei allen Gästen groß und man vertrieb
gemeinsam die Mexicaner aus Tizapan .
Diese konnten sich an den Texcocosee , in die Binsen flüchten
und nur schwimmend ans andere Ufer oder auf kleine Inseln retten .

Die Wanderung der Mexica ging wieder weiter .

luki

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03.07.2012, 18:55
Beitrag: #83
Mexica IV. - Tlatelolco und Tenochtitlan .
.

Mexica IV.

Tlatelolco und Tenochtitlan :

Als die Mexica 1299. aus Tizapan vertrieben wurden zogen sie
am Südende des Texcocosee umher .
Da in dem Gebiet viele kleine Inseln waren siedelten sie sicher auch auf ihnen .
Aber die gerade Vertriebenen sicher noch nicht auf
den beiden größeren Obgenannten .

In der später verfassten Geschichte der Mexica wird ihre Findung der Insel
ungefähr so geschildert :

Ihr Stammesgott trieb sie auf ihrer jahrhundertelangen Wanderung
immer weiter .Übersetzt bedeutet das ;
Ihrem Oberpriester und seinen Gehilfen hat es am letzten Rastplatz
nicht gefallen und so richtete er dem Stammesvolk aus , daß sie
wieder aufbrechen müßten , denn ihr Gott Huitzilopochtli
wünsche sich einen anderen Platz für seinen Haupttempel !!

Das Leben auf den kleinen Inseln und in den Binsen
war sicher auch nicht das Wahre .
Da schickten sie zwei Kundschafter aus um einen etwas besseren Platz
für den Stamm zu finden .
Da sahen die Beiden auf der kahlen Insel einen Kaktus
der auf einem Stein wuchs .
Und auf diesem Kaktus , obenauf , hockte ein Adler der mit seinen Fängen
eine Schlange festhielt .
Tenoch , so hieß auch ihr neuer Fürst ( 1390-1370 ) der laut Überlieferung seit 1335.
ihr neuer Tlatoani ( Sprecher – Fürst ) war .
Aus Tetl -Fels und Nochtli- Feigenkaktus .

Aus Wikipedia .

[Bild: 507px-CodexMendoza01.jpg]

Das ist die Glyphe von Tlatelolco .

[Bild: 135px-Tlatelolco_glyph.svg.png]

Das Zeichen steht für die Stadt Tenochtitlan .
Der Adler mit der Schlange auf dem Kaktus .
Unterhalb der Federschild mit Pfeilen steht für die Wehrhaftigkeit .
Das blaue Kreuz versinnbildlicht die vier Stadtteile geteilt durch Kanäle .
Im oberen Viertel ist der Haupttempel abgebildet .
Im Rechten ist das Schädelgerüst ( Tzompantli ) abgebildet .
Die Einwohner versinnbildlichen die 10. Adeligen .

Als die Kundschafter zum Stamm zurückkamen ,
schilderten sie ihre Begegnung .
Worauf die geistliche Führung freudig das als daß von Huitzilopochtli
gesannte Ohmen deuteten .
Freudig übersiedelte daraufhin das Volk zum gelobten Platz .

Das Dumme ist nur daß auch diese kahlen Inseln nicht unbewohnt waren .
Zumindestens Fischer bewohnten sie .

Die Nachbarsiedlung Tlatelolco solle schon um 1300.
von Mexica besiedelt worden sein .
Tenochtitlan wurde frühestens unter Tenoch 1335. gegründet .
Andere Angaben vermuten sogar erst 1370 ?
Aber gesichert ist , Tlatelolco wurde von den Mexica früher
als Tenochtitlan besiedelt .
So ärmlich begannen die später so stolzen Mexica .

Aber taktisch war es sehr geschickt .
Da sie nach der Vertreibung sicher , als Volk noch geschwächt waren ,
boten die Inseln im See doch einen gewissen Schutz .

Andererseits waren diese zum Teil sumpfigen aber auch steinigen Inseln
aber bisher für die Uferbewohner wenig erstrebenswert .
Also konnten sie damit rechnen die nächsten Jahre auf diesem Platz
fast ungestört leben
und wachsen zu können .

luki

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03.07.2012, 19:07
Beitrag: #84
Mexica V. Tenochtitlan , der Beginn .
.

Mexica V.

Tenochtitlan , der Beginn :

Als sie nach ihrem Frefel vom Festland vertrieben wurden wurde ihre Geschichte
von Chimalpahin , in der Niederschrift von Coyoacan , etwas anders geschildert .
Das läßt vermuten daß die Erzählung der Mexica , bezüglich der ohmenhaften
Auffindung des Adlers auf dem Kaktus eine nachträgliche Beschönigung
ihrer damaligen Situation war .

Zur Zeit der Sesshaftwerdung und der Gründung von Tenochtitlan waren
die Tepaneken erst am Beginn ihrer Expansion .

Der Stadtstaat , der für die Mexica damals wichtig war , war Culhuacan .
Diese aber war Jene federführende , die Mexica verjagt hatten .
Aber da Culhuacan ihre Abstammung ihrer Herrscher auf die Tolteken zurückführten ,
stellten sie im Süden das angesehenste Herrscherhaus .

Also baten die Mexica aus Tenochtitlan den Herrscher von Culhuacan
um Quartier zum Siedeln , worauf er ihnen ihre Insel zuwies .
Acamapichtli d. Ältere übernahm 1324. die Herrschaft
von seinem Vater Coxcoxtli in Culhuacan .
Seine Schwester Atotoztli war mit einem Mexicaadeligen namens
Opochtli Izquitecatl verheiratet .

Da Acamapichli mit seiner Frau Ilancueitl keine Kinder hatte wurde der Sohn
seiner Schwester nach ihm benannt .
Vermutlich starben die Eltern von Acamapichtli d. Jüngeren bald da er
bei seiner Tante Ilancueitl in Culhuacan aufwuchs .

Als aber Acamapichtli d. Ältere ermordet wurde und seine Mörder in Culhuacan herrschten ,
floh Ilancueitl mit ihrem kleinen Neffen in ihre Geburtsstadt Coatlichan .

Aus Wikipedia ; Gemeinfrei.


[Bild: Acamapichtli.gif]

Namensglyphe ; Acamapichtli d.J. ( Regierungszeit . 1376-1395.)

Als Acamapichtli d. Jüngere erwachsen wurde suchten die Mexica nach ihm ( ca 1376. ? )
und holten ihn als Herrscher nach Tenochtitlan , da er ja zur Hälfte Mexica war .
Aber noch wichtiger war vermutlich , daß er über seine Mutter aus Culhuacan eine
ehrwürdige Ahnenreihe bis zu den Tolteken vorweisen konnte .

Zu jener Zeit war aber Tenochtitlan schon der aufstrebenden neuen Macht ,
den Tepaneken untertan .

In der Schwesterstadt Tlatelolco ( Xaltelolco ? ) , die etwas nördlicher
auf einer Nachbarinsel stand , verhielt es sich etwas anders .
Sie erklärten sich ca. 1337. ? als unabhängig von Tenochtitlan
und wählten einen eigenen Tlatoani .
Auch sie waren Untertanen der Tepaneken , aber sie lehnten sich stärker
an deren regierendes Herrscherhaus an .

Als Tlatoani von Tlatelolco erwählten sie 1376 -1417. ( 1372-1407. ? ) Cuacuauhpitzahuac ,
einen Sohn des mächtigen tepanekenherrscher Tezozomoc .
Der mittels Verehelichungen seiner Söhne und Töchter gerne
seine Vasallen enger an sich band .
Daher war Tlatelolco am Tepanekenhof gegenüber Tenochtitlan etwas bevorzugt .

Weiter geht’s mit den Acolhuas und den Tepaneken .

luki

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03.07.2012, 20:33
Beitrag: #85
Mecica VI. - Tenochtitlan II.
.

Mexica VI :
( Tenochtitlan ) :

Da sie schon unter ihrem ersten Tlatoani Acamapichtli erpicht waren ,
den jenseitigen Uferbereich zu erobern , wuchsen die Mexica durch
die Einverleibung der Unterworfenen .

Da sich ihr Fürst mit den Frauen der Neubürger und den Töchtern
der Mexica-Häuptlingen verband entstand aus seinen Nachkommen
der spätere Mexica Hochadel .

Ein Grund für den wachsenden Bevölkerungszuwachs war auch daß sie
die Technik der Chiampas ( Hochbeete ) übernahmen und weiterentwickelten .

[Bild: 111foto.jpg]

Auf ihrer kargen und sumpfigen Insel hatten sie auch keine
andere Möglichkeit Landwirtschaft zu betreiben .
Die eroberten Ufergebiete waren schilfbewachsen und feucht und eigneten
sich bestens zum Anbau per Chiampas .
Was ihnen bis zu drei Ernten pro Jahr ermöglichte .
Rings um die Chiampas waren schmale , befahrbare Kanäle .
An den Rändern der einzelnen Chiapas wurden Bäume gesetzt , die mit ihren
Wurzeln das Ausschwemmen des aufgeschütteten Erdreiches verhinderten .

Aus Wikipedia ; Urheber : Rbraunwa .

[Bild: Huitzil%C3%ADhuitl.gif]
Namensglyphe Huitzilihuitlis .

Sein Sohn Huitzilihuitli wurde 1377. ? Tlatoani .
Er war mit mehreren Frauen verheiratet ( Kokubinen nicht gerechnet ) .
Aber trotzdem war er , lt. Sage , in eine Prinzessin aus Quauhnahuac
unsterblich verliebt .

In Kurzform besagt die Erzählung daß Huitzilihuitli , aus Gründen
der Bündnispolitik , Kundschafter aussannte um geeignete
Heiratskandidatinnen auszuspähen .
Nach deren Berichten sagte ihm nur eine zu und zwar
die Prinzessin Miyahuaxihuitl aus Quauahnuac .
Daher schickte Huitzilihuitli Brautwerber zu ihrem Vater Ozomahtzineuctli .
Der aber pfiff den Mexica was und lehnte den Brautwerber ab .

Aus Berthold Riese : Das Reich der Azteken .


Cronica Mexicayotl 141 a-c :

„ Er aber , der Ozomahtzineuctli , so sagt man , war ein Zauberer .
Alle rief er ; Die Spinne , den großen Hundertfüßler , die Schlange ,
die Fledermaus und den Skorpion .
Um ihnen zu befehlen , daß sie seineTochter Miyahuaxhuitl hüten sollten ,
weil sie sehr schön war .
Damit niemand zu ihr eintrete und kein Bösewicht ihr Schande zufüge ,
war das Mädchen dort eingesperrt und wurde gut bewacht .
Überall auf dem Vorplatz des Palastes bewachten all die wilden Tiere . „

Der Vater war nur ein Realist der seine Tochter bewachen ließ ,
da er ihre Entführung befürchtete .
Denn die Mexica hatten ein Auge auf ihr entferntes Land geworfen .

Da das Hochtal von Mexico eine durchschnittliche Seehöhe von 2500 m
aufweist ( Mexico Stadt 2310. m ) sind ihre beschränkten Anbaufächen
nicht für alle Feldfrüchte geeignet .
Quauahnuac lag in einem Tal südlicher ( nur durch einen Paß erreichbar )
und auf nor ca. 1600. m Seehöhe .
Daher lag der Stadtstaat klimatisch begünstigter .

Aus der URL .
Mit Angabe den beherrschten Altepetl Quauahnuacs .

http://oldweb.geog.berkeley.edu/Projects...nce22.html

[Bild: Location22.jpeg]

Huitzilihuitli blitzte also ab .
Da half ihm ein Gott im Traum und verriet ihm eine List .
Er suchte einen schönen Pfeil , schlitzte ihn etwas auf und versteckte darin
einen kleinen Edelstein ( vermutlich Opal ) .
Dann schmückte er noch den Pfeil und schoß ihn über die Palastmauer .

Die Prinzessin fand den Pfeil und neugierig wie sie war entdeckte
sie den Edelstein .
Sie biss auf ihn um zu prüfen ob er echt sei und dabei verschluckte sie ihn .
Daraufhin wurde Sie , mit dem nachmaligen Herrscher von Tenochtitlan
Ilhuicamina Moctezum I., schwanger .
Und schon wieder eine unbefleckte Empfängnis !!!!
Oder die mexicanische Art des Fensterln ??
Das Ergebniss war , sie mußten heiraten .

Aber weniger prosaisch .
Die Mexica begannen einen Kriegszug , mit Duldung der Tepaneken ,
gegen den Stadtstaat Quauahnuac .
Wahrscheinlich war es nur ein Raubzug , denn erst ca . 40. Jahre später
wurde das Gebiet von den Mexica endgültig erobert .
Aber um später dynastische Ansprüche stellen zu können mußte
eine Prinzessin herhalten .

Das Gleiche versuchte er auch 1399. mit dem Stadtstaat Chalco .
Brautwerbung , Abweisung , Kriegszug .
Aber da holten sich die Mexica eine blutige Nase .
Vermutlich gewannen die Chalcer , denn Huitzilihuitli verlor dabei sogar
seinen Bruder Quauhtlecoatzin , der Tlacateccatl ( der kommandierender
General ) war .
Huitzilihuitli verstarb 1415 .

Sein Sohn Chimalpopoca der von einer tepanekischen Prinzessin Geborene
wurde 1415. als neuer Tlatoani inthronisiert .
Sein Vater stöhnte noch über die immer mehr gesteigerten Tributabgaben
an die Tepaneken .
Andererseits hatten sie auch große Gebietserweiterungen erfahren
und bezogen selbst größere Tributleistungen .
Auch durch ihre Heiraten gewannen sie an Ansehen .

Aber wichtiger war noch ihre militärische Schlagkraft .
Die Tepaneken schickten sie selbstständig los um
in ihrem Namen Kriege zu führen .
So z.B. führten Tlatelolco und Tenochtitlan die ersten Eroberungen
acolhuanischer Städte alleine durch .

Der Tepanekische Herrscher Tezozomoc behandelte sie daher
mit der Zeit schon eher wie Juniorpartner .
Was sich auch darin ausdrückte daß er ihnen die Tribute erließ .

Dieses gestiegene Ansehen wurde nicht von allen Tepaneken geteilt .
Einigen tepanekischen Adeligen gefiel die relative Unabhängigkeit
der Mexica nicht .
Aber nochmehr machte ihnen die militärische Stärke
der Inselbewohner Kopfzerbrechen .

Und anschließend überstürzten sich die Ereignisse .

luki.

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03.07.2012, 20:53
Beitrag: #86
Tepaneken .- Eroberungen und Expansion .
.
Die Tepaneken II.

Eroberungen :

Aus Wikipedia ; Urheber : Akapochtli .

[Bild: 350px-Tepanecapan_I.JPG]

Nach dem Tode Acolnahuacatls ( 1343/ 1353 ?) folgte ihm
sein Sohn Tezozomoc Yacateltetl ( 1320-1426.? ) .
Er war ein militärisches und politisches Genie und er brachte
das Tepanekenreich zum Höhepunkt .

Tlatelolco und Tenochtitlan waren mitlerweile in den Kriegen
der Tepaneken die Jagdhunde .
Sie eroberten mit den Tepaneken , aber auch schon alleine
Altepetl und Städte für sie .
Zum Beispiel eroberte Tenochtitlan den Stadtstaat der Otomis Xaltochan
und übergab sie demutsvoll den Tepaneken .

Sehr eindrucksvolle Karte der Kriegszüge :
http://www.satrapa1.com/articulos/media/...ecas-2.htm

Sie durften aber kleinere Gebiete am Ufer und im Süden selbst verwalten .

Da die Tepaneken nach Norden ausgriffen und auch abhängige Städte
der Acholhuas zum Abfall bewegten wehrten sich die Acolhuas
und griffen nördlich ober dem See die Tepaneken an .

Karte der Kriegszüge :
http://www.satrapa1.com/articulos/media/...ecas-3.htm

Die Acolhuas griffen sogar die Hauptstadt der Tepaneken ,
Azcapotzalco an .
Was ihnen außer einem Rückzug nichts einbrachte .
Da mitlerweile die Tepaneken mit Hilfe der Mexica eine Marineaktion
quer über den See starteten .
Nach einer Seeschlacht eroberten sie auch die Hauptstadt der Acolhuas ,
Tetzcuhco .
Das Reich der Acolhua wurde geteilt und sie wurden
zu Abhängigen der Tepaneken .

Aus Wikipedia ; Urheber : Akapochtli .

[Bild: 400px-Tepanecapan_II.JPEG]

luki

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03.07.2012, 21:18
Beitrag: #87
Die Tepaneken III. - Die Hegemonie .
.
Die Tepaneken III.

Die Hegemonie :

Tezozomoc betrieb eine aktive Heiratspolitik .
Drei seiner Söhne setzte er je in Atlacuihuajan , Tilhucan und Tlacopan als Herrscher ein .
Cuacuauhpitzahuac wurde von den Mexica in Tlatelolco als Tlatoani eingesetzt .
Sein Lieblingssohn Quetzalayatl ( Tayauh ? ) war als sein Nachfolger vorgesehen .
Der ehrgeizige Sohn Maxtla wurde als Herrscher in Coyoacan eingesetzt .

Der Tlatoani Huitzilihuitli von Tenochtitlan bekam seine Tochter Ayauhcihuatl zur Frau .

[Bild: Tezozomoc.jpg]

Namensglyphe Tezozomocs .

Als Tezozomoc die Acolhua unter Techotla schlug wurden sie Tributpflichtig .
Techotlas Sohn Ixtlilxochitl Ome Tochtli ( R.Z. ca. 1409 -1418.) übernahm die Regierung in Texcoco .
Er war den Tepaneken tributpflichtig .
Als ihm Tezozomoc eine seiner Töchter als Gattin anbot , lehnte er ab und heiratete
Matlalcihuatzin , die Tochter von Huitzilihuitl dem Tlatoani von Tenochtitlan .

Aus Wikipedia ; Urheber : Phantom Blofeld .

[Bild: Ixtlilxochitl_I.jpg]

Ixtlilxochitl im Codex Ixtlilxochitl .

Er versuchte Verbündete zu finden und stellte die Tributzahlungen
an die Tepaneken ein .
Aber als er den prestigeträchtigen Titel Chichimecatecutli
( Herr der Chichimecen ) annahm , war das Faß voll .
1414 . schlug er erstmals die Tepaneken zurück und zog im Bogen
um den See Richtung ihrer Hauptstadt Azcapotzalco .

Aber sein Gegner ging auf seine Hauptstadt Texcoco zu .
Die Tepaneken mit den Mexica eroberten die noch unabhängigen Gebiete
der Acolhuas .
Ixtlilxochitl wurde auf der Flucht erschlagen .
Die Tepaneken übernahmen das Land der Acolhuas .
Bis auf die Städte Huexotla das die Tlatelolcaer und Tetxcuhco das die Tenocha als Belohnung bekamen .

Der Sohn Ixtlilxochitls , Nezahualcoyotl mußte ins Exil fliehen .
Die Huexotzingos ( Tlaxcaltekischer Stadtstaat ) nahmen ihn auf .
Aber über diesen bis heute berühmten Mann später mehr .

Die Tepaneken waren die Herren weit übers Tal von Mexico hinaus .

Karte des Hegemoniebereiches der Tepaneken unter Tezozomoc :
http://www.satrapa1.com/articulos/media/...ecas-4.htm

luki

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03.07.2012, 21:34
Beitrag: #88
Acolhua - Tepaneken - Mexica .
.
Der Umbruch :

Acolhua :

Nezahualcoyotl ( Hungriger Kojote ) floh 1418.
( als er ca. 15/16 Jahre alt war ) von den Acolhuas nach Huexotzingos
und von da nach Tlaxcalla .
Er hielt immer Verbindung zu seiner Heimat .
Daher wollte er ihr näher sein und übersiedelte nach Chalco .
In jener Zeit wurde er im ganzen Land auf Befehl des Tepanekenherrschers
Tezozomocs gesucht .
In Chalca ließ ihn der Herrscher in einen Holzkäfig einsperren .
Er sollte darinnen verhungern .
Aber es gelang ihm die Flucht .

Tepaneken :

Tezozomoc erlaubte später dem Acolhuaflüchtling Nezahualcoyotl
nach Texcoco zurückzukehren .
Da er der ein Enkel Huitzlihuitli von Tenochtitlan und dieser
wiederum eine Tochter von Tezozomoc heiratete , verwendete sich
dessen Sohn Chimalpopoca , der wiederum
ein Enkel Tezozomocs war , für den Acolhua .

Tezozomoc bestimmte noch zu Lebzeit seinen Sohn Quetzalayatl
( Tayauh ? ) als seinen Nachfolger in Azcapoltzaco vor .
Geboren wurde er ca. 1320. und er regierte von ( 1353 od. 1367. od 1370.)
als Herrscher der Tepaneken .
Er war mit allen Wassern gewaschen und starb erst 1426. ,
eine ungewöhnlich lange Zeit der Kontinuität .

Der Herrscher von Tlatelolko Tlacateotl ( Quauhtlatoa ? ) , ein Urenkel Tezozomocs , und der Tlatoani Chimalpopoca Tenochtitlan , unterstützten
den Nachfolger .
Da die Mexica die mexicafeindliche Fraktion , innerhalb der Tepaneken ,
kannten , empfahl Chimalpopoca dem Quetzalayatl er solle am Besten
seinen Bruder Maxtla , den Herrscher von Coyoahuacan , töten .

Aus Wikipedia ; Urheber : Brantz Mayer .

[Bild: 146px-Unknown-_bas-relief-02_-_Pg183.jpg]

Glyphe von Quetzalayatl ( Taytzin ? )

Aber Maxtla hatte schon Gefolgsleute um sich gescharrt und übernahm , handstreichartig Azcapoltzacos und tötete seinen Bruder .
Aber nicht nur ihn . Es mußten viele Fürsten im Tepanekenreich ,
die Quetzalayatl unterstützt hatten sterben
( überliefert unter dem Titel - Königssterben ) .

[size=x-small]Aus Wikipedia ; Urheber : Akapochtli .[/size]

[Bild: 170px-Maxtlatl.JPG]
Namensglyphe von Maxtla .

Maxtla wollte Tenochtitlan erobern , scheiterte aber und lud
Chimalpopoca , mit seinem Sohn , nach Azcapoltzacos vor.
Dort wurde er in einem Holzgefängnis öffentlich ausgestellt .
Er sollte verhungern oder geopfert werden .

Da dieser Maxtla diesen Triumph nicht gönnen wollte
erhängten sich Beide .
Was ihnen aber die Mexica nicht verziehen ,
denn Selbsttötung ist unehrenhaft .
Da schon lieber schön opfern lassen .

Durch ihren Selbstmord hatten Beide Schande über alle Mexica gebracht ,
worauf diese einen Beschluss faßten . alle Nachkommen des Fürsten
Chimalpopocas wurden aus dem Adelstand ausgeschlossen
und für alle Zeit durfte kein Nachkomme ein Amt übertragen bekommen .
Seine Kinder und Enkel wurden in den Stand der gemeinen Bevölkerung dekradiert .

Die Tötungen durch Maxtla und die Schikanen der Tepaneken
brachte Unfrieden im Land der Tepaneken und führten letztendlich
zu ihrem Untergang .

Aber davon ein andermal mehr.
Luki.

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04.07.2012, 15:39
Beitrag: #89
Die Tepaneken . - Der Aufstand .
.
Der Aufstand :

Aufgrund der unehrenhaften Selbsttötung ihres Herrschers Chimalpopoca
in der tepanekischen Hauptstadt Azcapoltzacos
brauchten die Mexica in Tenochtitlan ein neues Oberhaupt .

Da die Mexica ahnten daß von Seiten der bisherigen Hegomonialmacht ,
den Tepaneken unter ihrem neuen Herrscher dem Ursupator Maxtla ,
nichts Gutes zu erwarten war , suchte man einen erfahrenen Krieger .

Karte des tepanekischen Machtbereiches :
Eine sehr aufschlußreiche Karte des Gebietes .

http://www.satrapa1.com/articulos/media/...xicas2.htm

Die Wahl fiel auf Itzcoatl , der schon unter den Herrschern Huitzilihhuitl und Chimalpopoca Tlacateccatl ( Oberster Heerführer ) war .
Da er schon mehrere Schlachten für die Tepaneken geschlagen hatte ,
war er mit ihrer Kriegführung vertraut .

Er wurde 1380. als Sohn des ersten Mexica-Tlahtoani , Acamapichtli und einer tepanekischen Sklavin geboren .
Er wurde 1427 als Tlahtoani in Tenochtitlan eingesetzt .

Aus Wikipedia .

Namensglyphe Itzcoatls aus dem Codex Mendoza .

[Bild: Itzcoatl.jpg]

Da der Tepanekenherrscher Maxtla unter seinen untergebenen
Herrschern gnadenlos aufgeräumt hatte , herrschte im Norden und Osten
des Reiches großer Unmut .

Diesen nutzte der vertriebene Acolhuaherrscher Nezahualcoyotl aus ,
indem er versuchte geheim Allianzen gegen die Tepaneken zu schmieden .

In seine Heimat konnte er nicht mehr zurückkehren denn Maxtla versuchte
ihn zu ermorden und setzte in den Tetzcuhco- Städten tepanekengenehme
Herrscher ein .
Als er bemerkte daß die Mexica , als bisher wichtigste Untergebene
und Verbündete der Tepaneken , von diesen nicht mehr so gute Karten hatten ,
wandte er sich , auf seiner Flucht , nach Tenochtitlan und bat um Asyl ,
das ihm von Izcoatl gewährt wurde .
Eigentlich gehörte er ja zur nahen Verwandtschaft , denn seine Mutter
Matlalcihuatzin war eine Tochter des zweiten Tlahtoani der Mexica , Huitzilihhuitls .

Damit waren die Fronten abgesteckt .
Ihre Nachbarstadt Tlatilolco auf der westlichen Nachbarinsel hielt noch länger
zu den Tepaneken , obwohl Maxtla auch ihren Herrscher töten ließ .
Obwohl sie sich im Laufe des Krieges auf die Seite ihrer Vettern stellte ,
war sicher schon da der Keim für die spätere Auseinandersetzung
zwischen den beiden Bruderstädten gelegt .

Nezahualcoyotls Unterhändler brachten mit der Unterstützung der Mexica
eine Allianz gegen die Tepaneken zustande .
Er stellte , in der Emigration , ein Acolhuaheer auf .
Und so eroberten sie mit tatkräftiger Unterstützung der Tlaxcalteken und Huexotzincas
ab 1427 . die Länder und Städte der Alcolhuas im Osten des Tetzcuhcosees .
Maxtla verlor eine Stadt nach der Anderen .
Nezahualcoyotl vertrieb oder tötete aus dem ganzen Acolhualand die tepanekenfreundlichen Herrscher und Adeligen .

Da er sich schon im Tenochtitlaner Exil als Herrscher von Tetzcuhco ausrufen
ließ zog er jetzt wieder in seine Residenz ein .

Da auch die Chalcas an der Vertreibung der Tepaneken beteiligt waren bekamen sie als Dank dafür die Gebiete um die Stadt Coatlichan .

Karte der Städte :
http://www.satrapa1.com/articulos/media/...xicas3.htm

Sie versuchten sich mit den Tepaneken unter Maxtla , auf der neuen Basis
vertraglich zu einigen .
Was aber mißlang .
Da vermehrt die Mexica auf den Krieg drängten .

Diese hatten aber schon einige Zeit Konflikte mit Chalca , daher beteiligte
sich dieser Staatenbund nicht mehr am Krieg gegen die Tepaneken .

Mit der Unterstützung ehemaliger tepanekenabhängiger Städten und
der kampferprobten Tenochtitlanmexica schlugen sie 1430. erstmals die Tepaneken .
Sie nahmen zuerst die Tepanekenstadt Tlacopan ein .
Dieser Beginn war sicher mit dessen Herrscher Totoquihuaztli abgesprochen ,
denn diese Stadt wurde später in den Dreibund aufgenommen .

Die Verbündeten rückten in drei Heersäulen vor :

Die Erste kommandierte Nezahualcoyotl mit dem Herrscher von Huexotzinca
mit ihren Kriegern .
Itzoatl führte die Zweite mit den Mexica aus Tenochtitlan ,
verstärkt durch Kontingente aus Huexotzinco .
Cuauhtla`toa aus Tlatelolco führte mit Motecuzoma aus Tenochtitlan die Dritte .


Die Hauptstadt der Tepaneken Azcapoltzacos wurde von den Acolhua
und Mexica erobert
und die Einwohner massakriert .
Der Legende nach soll Maxtla geflohen sein .
Er wurde erst 1431. in seinem Versteck aufgestöbert und Nezahulcoyotl selbst
soll ihm das Herz herausgerissen haben .

Der Krieg war aber erst 1433. zu Ende .
Die alte Hauptstadt Azcapoltzacos wurde von Mexicas besiedelt und später
wurde als Zeichen der Schande der Sklavenmarkt der Azteken dorthin verlegt .

Aus den Annalen von Quauhtitlan ,
übersetzt von Hr. Berthold Riese :

Und es war gesagt worden , daß man das
Jahr drei Kaninchen zählte ( 1430 ) ,
als die Tepaneken besiegt wurden .
Damals wurden auch die Quauahnahucaner
und die Xaltocamecaner besiegt .
Nezahualcoyotl besiegte sie und Itzcoatzin
und Tecocohuatzin aus Quauhtitlan .

Aus Wikipedia .

[Bild: ImgNezahualcoyotll.jpg]

Nezahualcoyotl aus dem Codex Ixtlilxochitl .

Die Gründung des Dreibundes im nächsten Teil.

luki

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04.07.2012, 17:16
Beitrag: #90
Nezahualcoyotl - ( Hungriger Koyote )
.
Seine Eltern waren Ixtlilxochitlo ( Blüte der Pita )
der Tlatoani der Acolhua und die Tochter
des Mexica Tlatoani Huizilihuitli , Matlalcihuatzin .

Nach seiner Geburt ( 28.4.1402. ) wurde er Acolmiztli ( starker Puma ) genannt.
Aufgrund seiner Erfahrungen und Erlebnissen in seinen Fluchtjahren aber
nannte er sich selbst :

Nezahualcoyotl ( Hungriger Koyote) 1402-1472.

Kriegsherr , Herrscher , Architekt , Rechtsgelehrter , Philosoph und Poet .

[Bild: ImgNezahualcoyotll.jpg]

Er entstammte dem Volk der Acolhua ( ein Chichimekenvolk ).
Seine Hauptstadt Tetzcuhco wurde von den Tepaneken Überfallen
und Seine Eltern ermordet.
Und so begann im Alter von 15. Jahren seine Odyssee .

Erstes Asyl fand er in Huexotzingo und von da weiter nach Tlaxcalla .
Die Schergen des Tepaneken – Herrschers Tezozomoc auf den Fersen .

Mit seiner Heimat hielt er immer Kontakt und daher wollte er
Ihr etwas näher sein .
Daher zog er nach Chalco .
Deren Herrscher sperrte ihn aberin einen Holzkäfig .
Dieser wartete nur mehr auf die Befehle des Tepanekenherrschers wie er
mit seinem Gefangenen verfahren solle .
Ob verhungern lassen oder doch ehrenhafter opfern .

Auf noch ungeklärter weise konnter aber entfliehen .
Daraufhin flüchtete nach Tenochtitlan zu seinem Großcousin dem Tlatoani Chimalpopoca .
Diesr verwendete sich für Nezahualcoyotl und da Chimalpopoca
beim Tepanekenherrscher sehr angesehen war , erlaubte er dem
hungrigen Koyoten nach Tetzcuhco zurückzukehren .

Als der alte Tepanekenherrscher starb übergang
der Usurpator Maxtla dessen Nachfolgewunsch
und übernahm die Regierung in Azcapoltzaco .
Er ließ daraufhin in seinem Reiche ein Strafgericht folgen .
Viele Herrscher wurden einen Kopf kürzer gemacht und in den Städten
setzte er als Herrscher Vertrauensleute ein .

Nezahualcoyotl mußte auch vor den gesannten Mördern aus Tetzcuhco
nach Tenochtitlan fliehen .
Da die tepanekischen Säuberungen unter den Adeligen der Völker
großen Unmut hinterlassen hatte , gelang es ihm Gleichgesinte zu finden .

Zuerst konnte Er mit Hilfe der Mexica ein Acolhuaheer aufstellen
und Texcoco zurückerobern .
In den nächsten Jahren konnten sie , unter Seiner Führung ,
eine Allianz schmieden und die Tepanekenherrschaft
abschütteln und besiegen .

http://pueblosoriginarios.com/biografias/itzcoatl.html

Er war Mitbegründer des Dreibunds .
Tenochtitlan ( Mexica ) ,
Texcoco ( Acolhua ) und
Tlacopan ( Tepaneken ) .

Obwohl die Mexica später unangefochten die kriegerischte Macht ware ,
drückt sich die Wertschätzung seiner Person im Aufteilungsschlüßel
der Tribute aus ( aus den eroberten Gebieten) .

Sein Rat war in Tenochtitlan sehr geschätzt .

ZB.:
Als ohne seine Mithilfe eine neue Wasserleitung nach Tenochtitlan
gebaut wurde ,war das eine Fehlplanung , die ganze Stadt war überschwemmt .
Man holte Nezahualcoyotl , der den Wasserverlauf umbauen ließ
und es funktionierte.

Oder ;

Die Wasserqualität des Sees war sehr unterschiedlich .
Im Norden und Osten herrschte Brackwasser vor .
Nur im Westen und Süden war es trinkbar .
Da aber die jährlichen Wassermassen ( Schneeschmelze ) den See durchmischten ,
litt desswegen auch im Süden , die Wasserqualität .
Auf seinen Rat und nach seinen Pänen wurde ein Damm , mit Schläusen ,
im See gebaut und das Problem war gebannt .

[Bild: 300px-Lake_Texcoco_c_1519.png]

Er soll auch über 100 Kinder gezeugt haben.

Bekannt ist er aber bis Heute als Dichter und Poet .

Einige seiner Gedichte haben sich bis heute erhalten.

Einige Texte von Ihm:

„Kostbar wie Jade sprießen deine Blüten ,
du,
durch den alles lebt!
Wie duftende Blüten sich vollenden
und ihre Kelche öffnen,
gleich wie der bläuliche Makao –
Nur einen flüchtigen Augenblick
ist der Mensch bei dir, an deiner Seite.“


Oder :

„Bist du wahrhaftig,
hast du Wurzeln?
Nur der,
der über alle Dinge herrscht,
ist der Lebensspender.
Ist das wahr?
Ist es vielleicht nicht so,
wie man sagt?“


Noch einige Links :

http://www.lateinamerikanachrichten.de/?...l/860.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Nezahualc%C...3%B6nig%29

http://www.menschenrechte-in-der-schule....uge_24.PDF

luki

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04.07.2012, 22:01
Beitrag: #91
Die Gründung des Dreibundes :
.
Die Gründung des Dreibundes :

Die Form des Dreibundes hatte in Zentralmexico einige Vorbilder .
Von den Tolteken war einer überliefert .
Die Acolhua bildeten Einen zu Beginn ihrer Sesshaftwerdung .
Die , in späteren Beiträgen erwähnten , Tarasken ( Purepecha )
begründeten ihr Reich auf Einem .

Mittels einer dreier Allianz konnten die Kräfte gebündelt werden
und man hielt sich gegenseitig den Rücken frei ..
Sie konnte auch Staaten verschiedener Sprache auf ein Ziel vereinen .

Als nach dem Brechen des letzten Wiederstandes um 1433.
das ehemalige Tepanekenreich neu geordnet werden mußte ,
war das eine gewaltige Aufgabe .

Die Tepaneken lebten im Westen und Nordwesten des Sees .
Im Nordosten die Otomis .
Die Acolhuas im Nordosten und Osten .
Im Südosten die Tlaxcaltekischen Staaten .
Im Süden die Colhuas unter Chalca .
Und im und am südlichen Seeufer die Mexica .

Da weder die Acolhua oder die Mexica alleine stark genug waren
das alte Reich zu regieren , bot sich ein Bundan .
Denn weder hatten die Mexica damals die Bevölkerungsgröße
und die Acolhuas regierten ein Reich daß aus verschiedenen
Völkern bestand und hatten gerade , durch die Vertreibung
der Tepanekenfraktion , genug Probleme im eigenen Herrschaftsbereich
um sich diese Aufgabe aufzuhalsen .

Der Mexicaherrscher Itzcoatl bevorzugte einen Bund
nur aus Mexica und Acolhua .
Aber der Tlahtoani der Acolhua Nezahualcojotl konnte ihn aber überzeugen ,
daß ein Dreibund mit einer Tepanekenstadt vorteilhaft währe um
die eroberten Tepanekenstädte besser integrieren zu können .

Und eine rigorose Aufteilung des Tepanekenreiches hätte schon
den Keim neuerer Auseinandersetzungen und Kriege
gegeneinander in sich getragen .
Er wollte unbedingt die Fehler des Tepanekenherrschers Maxtla vermeiden .

Bezweifelt darf auch werden ob die anderen Staaten
und Staatenbünde tatenlos zugesehen hätten , wenn sich
Ein Volk alleine zur neuen Macht aufgeschwungen hätte .

Denn geeint hatte sie nur der Hass
auf die Tepaneken unter Maxtla .
Nach dem Sieg 1430. verabschiedeten sich sofort einige Verbündete ,
denn die alten Animositäten und Befürchtungen waren nicht vergessen .

Die Chalcoer ahnten schon , daß sie auf der Wunschliste
der Tenochtitlaner standen und rüsteten für den Krieg .
Die Tlaxcaltecen und Huextozincas standen wechselseitig als Partner
des Dreibundes , auf der Wunschliste ganz oben .
Sie zogen es aber vor unter sich zu bleiben und bereiteten
noch später den Azteken großes Kopfzerbrechen .
Ja sie waren vermutlich der größte Sargnagel beim
späteren Untergang des Aztekenimperiums .

Daher machte sich die Schwesterstat Tenochtitlans , Tlatilolco
Hoffnungen zur Mitgliedschaft im Dreibund aufgefordert zu werden .

Aber die Acolhua und Tenochtitlaner erinnerten sich daran ,
daß diese noch zögerlich beim Befreiungskampfes der Acolhuas waren
und erst später zur Fraktion der Befreier stießen .

Die ehemalige zum Großteil entvölkerte Hauptstadt der Tepaneken ,
Azcapoltzaco wurde zwar von den Mexica besiedelt
und den wichtigsten Tepanekenstädten wurden große
landwirtschaftliche Flächen weggenommen und verdienstvollen Kriegern ,
den Tempeln der Sieger und vorallem den Adeligen übereignet .

Die zum allergrößten Teil , noch lebenden Tepaneken wohnten aber noch
auf ihren Gebieten und mußten regiert werden .
Und da beging man nicht den Fehler , der Maxtla das Reich und Leben
kostete , die Herrscherfamilien und die Adeligen auszurotten .
Zwar unter Kontrolle , aber man beließ die ursprünglichen
Herrscherstrukturen den Tepanekenstädten .

Aus Wikipedia ; gemeinfrei.

[Bild: 400px-Codex_Osuna_Triple_Alliance.JPG]

Größere Ansicht :
http://de.wikipedia.org/w/index.php?titl...0510043314

Die drei Mitglieder des Dreibundes , aus dem Kodex Osuna .

Und um es ihnen etwas leichter zu machen und sich mit den neuen Herren
besser abfinden zu können , nahm man daher eine der Ihren in den Dreibund auf .
Und das war die Stadt Tlacopan .

Text aus der Historia Chichimeca , des Alva Ixtlilxochitl ,
von Berthold Riese :

Wir hinterlassen der ganzen Welt die Erinnerung an die ,
die dem Reich zu Ruhm verhalfen :
Netzahualcoyotzin , Motcuczumatzin ( Itzcoatl )
und Totoquihuatzin .
Eure Erinnerung wird festgehalten und verewigt ,
die ihr auf dem Thron
des Herren des Nah und Bei Recht sprecht und regiert .

Aber Daß Tlacopan der Juniorpartner war setzte man
schon mit der Tributaufteilung fest .
2/5. für Tetzcuhco , 2/5. für Tenochtitlan und 1/5. für Tlacopan .
Und da die Acolhua über ein großes eigenes Gebiet herrschten
und die Mexica Tenochtitlans im Süden des Sees
einige Stadte beherrschten und auch einige Tepanekenstädte
in den eigenen Herrschaftsbereich übernahmen ,
Tlacopan aber nur über ein kleines eigenes tributpflichtiges
Gebiet verfügte , war von Anfang an klar
wer in der Allianz die Richtung vorgab .

Da es aber schon zu Beginn zwischen den Acolhuas und den Mexicas
zu Gebietsstreitigkeiten kam .
Und sie auch für später eine Auseinandersetzung desswegen
verhindern wollten ,
wurde eine verbindliche Grenzziehung vereinbart .

Diese wurde auf Baumwollleintüchern und Agavenpapier verzeichnet
und wurden nie angezweifelt .
Diese hatten die ganze Reichsdauer bestand ,
so daß sie sogar von den Spaniern
als Verwaltungsbezirksgrenzen übernommen wurden .

luki

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04.07.2012, 22:31
Beitrag: #92
Der Dreibund der Acolhua , Mexica und Tepaneken .
.
Der Dreibund .

( Excan Tlahtoloyan , gegr. 1430. )

Konsolidierung der Staatsgebiete .

Nezahualcoyotl ordnete das Reich der Acolhua in 14. Provinzen .
Dabei nahm er nach Möglichkeit auf Sprachgrenzen
und Volkszugehörigkeit Rücksicht .
Diese konnten nach ihrer Wahl die eigenen Götter anbeten
und ihre eigene Regierung errichten ,
die aber der Bestätigung durch Tetzcuhco bedurften .

Ansonsten waren sie zur Heeresfolge und den festgelegten
Tributleistungen verpflichtet .
Einige treue Städte und Altepetl waren sogar von Tributen befreit .
Sie leisteten aber zu bestimmten Festtagen besondere Geschenke .
Aber einige ihrer Herrscher saßen auch im Staatsrat von Tetzcuhco .

Zeichnung einer Sitzung des Staatsrates , im Palast von Tetzcuhco .

[Bild: images?q=tbn:ANd9GcQA78xYoRaluKqnCilfXgo...juT7zHBDbb]

Größere Ansicht :
http://www.dsloan.com/Auctions/A23/image...es-1885-07

Nezahualcoyotl nahm auch nach ihrem Sieg über die Tepaneken
den prestigeträchtigen Titel Chichimecatecutli
( Herr aller Chichimecen ) sofort und unangefochten an .
Wegen dieses Titels wurde noch sein Vater ermordet .
Ihm machte aber niemand diesen Titel streitig , was auch auf seinen
großen Anteil am Sieg gegen die Tepaneken zurückzuführen ist .

Nezalhuacoyotl setze auch in den rückeroberten Städten seine Gefolgsleute ein .

Erklärende Karte :
http://www.satrapa1.com/articulos/media/...coco-1.htm

Eroberungszüge nach Nordosten und Südosten .

Sehr aufschlußreiche Karte :
http://www.satrapa1.com/articulos/media/...coco-2.htm

Zu Beginn der Dreierallianz waren die Acolhuas der Einflußreichere Partner .
Das war auch dem Ansehen und dem diplomatischen Geschicks ihres Herrschers
geschuldet .

Itzcoatl Der 1380/81. geboren wurde
und bis 1440. lebte wurde erst mit 47. Jahren
Tlahtoani der Tenochtitlan-Mexica .

Und er krempelte die Stammes – und Standeskultur
der Mexica um wie kein Anderer .

Konnte man vor Ihm noch leichter , aufgrund von Tapferkeit
in den Adelsstand gelangen , erschwerte es Itzcoatl .
Er schuf auch neue Gesetze für die Stände .
Von ihm wurde der Erbadel ( Pilli , Pipiltin ) eingeführt .
In dem die einzelnen Familien auch über Besitztümer und Ländereien
verfügten und diese über Generationen in den Familien verblieben ,
mit den darauf arbeiteten Arbeiterfamilien .

Aber sollten sich die Adeligen etwas zuschulden kommen lassen ,
war ihre Strafe wesentlich strenger ,
als bei einem normalen Bürger .

Aus Wikipedia


[Bild: Kodeks_florentine_kob.jpg]

Nur die Adeligen durften Umhänge aus der teuren , aus
dem Süden importierten , Baumwolle tragen .
Den gemeinen Untertanen war nur ein Lendenschurtz und Umhang
aus Agavenfasern erlaubt .

Ebenso gab es Unterschiede bei den Sandalen .
Sollte sich ein gewöhnlicher Mexica die Attribute der Adeligen anmaßen ,
wurde er getötet und sein Haus geschleift .
Da die Adeligen mehrere Frauen hatten nahm ihre Anzahl ,
in Prozenten der Bevölkerung zu .
Obwohl sie bei den vielen Kriegen einen hohen Blutzoll entrichteten .

Den nächsten Rang nahmen sehr verdienstvolle Bürger ein .
Sie bildeten so etwas wie einen nichtvererbbaren Dienstadel
( Quauhpilli ) und nur mehr sehr wenige herausragende Krieger
wurden auch mit Landzuweisungen bedacht .

Darunter waren noch die Bauern und Handwerker ( Macehualli ) .
Die Bauern bekamen , je nach Familiengröße , Parzellen des Calpulli
gehörenden bebaubaren Landes , dem sie angehörten .

[Bild: aztec025.jpg]

Für dieses war er verantwortlich .
Sollte er seine Aufgaben vernachlässigen wurde er in den nächsten
Stand oder gar in den Sklavenstand versetzt.

Darunter standen noch die auf den Ländereien der Adeligen ,
Tempel oder Stadtbezirken gehörenden ,
lebenden Landarbeiter ( Mayehqueh ) .
Sie gehörten meist besiegten Völkern an oder waren neu zugereiste
Chichimeken aus dem Norden ,
die so angesiedelt und integriert wurden .


Darunter waren nur noch die Sklaven ( Tlacotli ) .
Das waren z.B. Kriegsgefangene oder auch bestrafte Bürger .
Sollte ein Partner einen Sklaven heiraten wurde er automatisch
auch zum Sklaven .
Kinder von Sklaven waren aber Freigeborene .
Ebenso gab es auch Sklaverei auf Zeit oder bis eine gewisse
Arbeitsleistung erbracht wurde .
Die Besitzer waren verpflichtet für ausreichend Nahrung und Kleidung
sowie anständiger Unterkunft zu sorgen .

Sollte ein Besitzer seine Pflichten , dem Sklaven gegenüber
nicht einhalten , drohten ihm strenge Strafen .
Die Sklaverei in Zentralmexico war eher eine strenge Arbeits - und Gehorsamsverpflichtung .
Ein Sklave konnte auch nicht gegen seinen Willen verkauft werden .
Ausnahme waren die Opfersklaven .

Weiters vereinbarten die Herrscher des Dreibundes
ein Mitspracherecht bei der jeweiligen Tlahtoaniernennung
und erschienen bei der Inthrohnisation .

Schwerwiegender war die Vernichtung der Büchereien
der Tepaneken .
Was Vieles Geschichtliches aus der Zeit vor dem Sieg
etwas ungesichert lässt .
Denn von den Tepaneken wurden so etwas
wie Grundbücher geführt .
Da aber viele Ländereien neuen Besitzern zugeführt wurden ,
wollte man spätere berechtigte Besitzansprüche unterbinden .
Indem man die Bücher und Aufzeichnungen verbrannte .

Aus Dem 10. Buch der Historia General von Sahagun ,
übersetzt von Hr. Berthold Riese :

Es fand eine Beratung der Mexicanischen Herrscher statt ,
sie sagten :

Es ist nicht nötig , daß Jedermann weiß ,
was Schwarz und Rot geschrieben steht .
Die Last , die Bürde ( der Herrschaft ) würde dadurch lächerlich gemacht .
Und dadurch würde dann nur Aberglauben im Lande verbreitet ,
denn
( die Bücher ) enthalten viel Falsches .

Dabei verbrannte man gleich Alle .
Mit dem von Itzcoatl erwünschten Effekt ,
die unrühmliche Vorgeschichte der Mexica ,
neu und beschönigt zu verfassen .

luki.

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05.07.2012, 09:07
Beitrag: #93
RE: Mittelamerikanische Kulturen ( Mesoamerica )
Meines Wissens gibt es heute noch keine Erklärung, allenfalls Hypothesen darüber, warum die großen Reiche in Mittelamerika untergingen, die soliden Städte verlassen wurden. .
Über Mexico und dem Reich der Inka gibt es Quellen, über Mittelamerika nicht.

Krankheiten, die Dezimierung einer ganzen Population können der Grund gewesen sein, auch eine Hungersnot.
Frage an Dich als Fachmann:
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05.07.2012, 11:46
Beitrag: #94
Erlöschen von Kulturen .
.

Servus Krasnaja .

Du hast Recht .
Zum Thema " Untergang der Kulturen " gibt es meist nur Hypothesen
oder Vermutungen .

Es wird auch erst in den letzten Jahrzehnten , bei Grabungen ,
auch nach Bodenfunden ( z.B.:Pollen ) gesucht .

Früher war der Zweck einer Grabung spektakuläre Artefakte zu entdecken .
Die Geldgeber der Grabungen mußten ja medial befriedigt werden .

Heute freut man sich mehr wenn man bei Grabungen in ca 6 ooo. Jahre
alten Gräbern einen kleinen angekohlten Maiskolben findet .
Denn Der erzählt viel mehr als eine neue Lehmpyramide .

Aber zurück zu Deiner Frage .

Eigentlich war es eine Meisterleistung der Völker Mesoamerikas
immer wieder so hochstehende Kulturen hervorzubringen .

Denn ausgenommen vom Ysthmus von Tehuantepec , dem Golf von Mexico
und der schmalen Pazifikküste Richtung Guatemala , waren die Sitze
ihrer Hochkulturen nicht gerade begünstigt .

[Bild: 300px-Isthmus_of_Tehuantepec-de.jpeg]

Zentralmexiko und das Hochland von Guatemala
sind übersäht von Vulkanen ,
die sich nicht nur regelmäßig melden sondern im Laufe
der letzten vier Jahrtausende einige Male mit großen Ausbrüchen
für immense Schäden sorgten .

Die Gründung von Teotihuacan führt man auf so ein Ereignis zurück .
Ebenso die Ausbreitung der Mayas .
Die ursprünglich aus dem südlichen guatemaltekischen Hochland kamen .
Ihre unter Lava verschütteten ursprünglichen Siedlungen konnte man finden .

Ebenso konnten Vulkaneruptionen , mittels ihrer ausgestoßenen Aschewolken ,
großflächig Gebiete , auf Jahre unbebaubar machen .
Große Eruptionen konnten auch eine regionale Klimaverschlechterung ,
auf einige Jahre , verursachen .

Zentralmexico und noch vermehrt der Yukatan waren immer
auf regelmäßige Regenfälle angewiesen .

Und da hatte das Auftreten des " El Nino " im Pazifik
verherende Auswirkungen .
Bei sehr starken Aufheizung des Ostpazifischen Meerwassers
verschoben sich auch die Jetströme und dadurch ,
über dem Kontinent , die Regenwolken .
Was Dürrezeiten nach sich zog .

Für die Palpa -Nacza Region ( Südabhang der Anden , Peru ) sind
für die Jahre 540. - 560. und 570. - 610. starke Dürren nachgewiesen .
Die auf fehlende Regenfälle , ausgelöst durch El Nino und El Nina ,
zurückgehen .
Diese Dürre verursachte das Auslöschen jener Kultur .

In der Mayaklassik ( Yukatan ) waren aber hauptsächlich , von Menschen
verursachte Auswirkungen , der Sargnagel zum Untergang .

Aufgrund verbesserter Anbautechniken wuchs die Bevölkerung rapide .
Was eine Vergrößerung der Anbauflächen nach sich zog .

Der lange Kampf von Tikal und Caracmul endete mit einer Dezentralisierung
der Macht und begünstigte das Entstehen von Kleinstkönigtümern .

Deren Herrscher , zwecks Nachweiß der Legitimation ,
wie wild zu Bauen begannen .

Zur Verkleidung der Tempel und Gebäuden brauchte man Stuck
( Kalkmörtel ) .
Zur Kalkerzeugung verwendete man Unmengen von Holz
( Befeuerung ) .
Wesswegen auch die weiter entfernten Wälder geschlägert wurden .
Was wiederum den Regenfall minderte .
Man muß sich einmal vorstellen , lt. Bodengrabungen war am Ende
der Mayaklassik ganz Yukatan fast unbewaldet .
Aus Unverstand Alles abgeholzt .

Dann brauchte nur mehr eine kleine Klimaschwankung eintreten
und die Hungersnöte waren vorprogrammiert .

Es war ein schleichender Prozess der sich von ca. 780. - 910. hinzog .
Die von der Lage weniger Begünstigten kamen zu erst dran .
Die Standortmäßig etwas mehr Begünstigteren zum Ende .

Einfallende Erroberer von der Golfküste wirkten
vielleicht noch verstärkend mit .
Aber auch deren Siedlungen erloschen .
Denn über Kurz oder Lang , es traf Alle .

In den folgenden Jahrhunderten holte sich der Urwald
diese Städte wieder zurück .
Denn abholzende Menschen lebten
ja nur mehr vereinzelt in jenen Gebieten .

Fazit :

Normalerweise erholten sich die Kulturen von klimatischen Veränderungen
, in einigen Jahrzehnten wieder .

Trafen aber mehrere negative Einflüsse zusammen .
Oder dauerte , das Ausbleiben von ausreichenden Regenfällen ,
einige Jahre an .
Dann brach es den Kulturen , buchstäblich das Rückgrad .
Es zerbrachen die religiösen und sozialen Gefüge .

Gänzlich gingen sie ja meist nicht unter .
Einige überlebende Aussiedler nahmen ja etwas von ihrer Kultur mit
und brachten es anderen Ortes , in die Dortige ein .
Was manchmal ein Aufblühen der neuen Heimat nach sich zog .

G.v.luki.

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05.07.2012, 12:10
Beitrag: #95
RE: Mittelamerikanische Kulturen ( Mesoamerica )
insgesamt eine Erklärung, die auch logisch ist, denn es müssen gravierende Einflüsse zusammen kommen, damit entweder ein Volk wegzieht, oder durch Seuchen derart dezimiert wird, sodaß ein soziales Miteinander/Abhängigkeiten/Produzent/Verbraucher nicht mehr möglich ist.
Die These von Heyerdahl einer Besiedlung von Westen ist fragwürdig, weil eine Pyramide statisch und bautechnisch das Sinnvollste ist, den Göttern nahe zu sein.
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05.07.2012, 12:44
Beitrag: #96
RE: Mittelamerikanische Kulturen ( Mesoamerica )
(05.07.2012 12:10)krasnaja schrieb:  insgesamt eine Erklärung, die auch logisch ist, denn es müssen gravierende Einflüsse zusammen kommen, damit entweder ein Volk wegzieht, oder durch Seuchen derart dezimiert wird, sodaß ein soziales Miteinander/Abhängigkeiten/Produzent/Verbraucher nicht mehr möglich ist.
Die These von Heyerdahl einer Besiedlung von Westen ist fragwürdig, weil eine Pyramide statisch und bautechnisch das Sinnvollste ist, den Göttern nahe zu sein.

Servus nochmals .

Die Idee des Pyramidenbaus durch eine Befruchtung
von Übersee anzunehmen , ist falsch .

Denn die Überreste des ältesten Pyramidenstumpfes
in Amerika ist ca. 5500 Jahre alt .
Sie liegt am Ostabhang der Anden in Peru ( Senchin Bajo ) .

In Ägypten begann man erst mit dem Pharao Djoser ( Stufenpyramide Sakkara )
um ca. 2700. v.Chr mit dem Pyramidenbau .

Vorher bestattete man die Pharaonen in Mastabas .
Diese stockte man am Ende Deren Zeit auf .
Man stellte noch eine , etwas kleinere , Mastaba auf die Große .
Und so war , in Ägypten , die Idee der Stufenpyramide geboren .

Aus Wikipedia ; Urheber : Master Uegly ( talk ).

[Bild: 170px-Mastaba_schematics.svg.png]

G.v.luki

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05.07.2012, 23:24
Beitrag: #97
Azteken - Ihr soziales Leben I.
.
Azteken .
Einleitung zur Gesellschaft .

Servus .

Bevor ich weiter über die wichtigen Geschehnisse in Mesoamerika schreibe ,
möchte ich die Gesellschaft und ihre Struktur etwas vorstellen .
Von der Wiege bis zur Bahre .
Vielleicht begreifen wir dann ihre Kulturen etwas besser ?

Da der schon beschriebene Dreibund ( Azteken ) und davon
die Mexica am Besten überliefert sind bieten sie sich dazu geradezu an .

Wir dürfen aber nicht vergessen , daß sich diese Völker ,
ausgenommen später im Süden die Mayas und im Westen die Tarasken ,
noch nach unserer Klassifizierung , in der Steinzeit befanden .

Aber sie befanden sie sich landwirtschaftlich , technisch
und gesellschaftlich auf einem sehr hohen Niveau .

Aber sie verfügten über keine Lasttiere und kannten
nicht die wirtschaftliche Wirkungsweise des Rades .
Ebenso hatten sie noch nicht die Verhütung von Bronze
oder dem Eisen entdeckt .

Andererseits waren sie besser organisiert als
die Gesellschaften in Europa .
Auch ist aus den Jahrhunderten nichts über irgendeine aufgetretene
Epidemie überliefert , was vermutlich , für Europa damals noch
gänzlich ungewohnt , auf ihre faßt schon pedante Reinlichkeit
und die Sauberkeit ihrer Städte zurückzuführen ist .

Aus Wikipedia ; Urheber : Francisco Gualpuyogualcal

[Bild: 120px-Tortilleras_aztecas.jpg]

Vergrößerung :
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:T...ztecas.jpg

Für ihre großen Städte verlegten sie
zur allgemeinen Frischwasserversorgung Aquädukte .
Unter den Straßen waren Abwasserkanäle verlegt und auf
der Verunreinigung der Gewässer stand die Todesstrafe .

Sie waren nicht so idiotisch , wie in den europäischen Städten üblich ,
den Hausmüll und die körperlichen Ausscheidungen
auf die Strasse zu kippen .
Oder einige Meter neben dem Hausbrunnen eine Senkgrube anzulegen .

Es gab eine medizinische Versorgung für Alle .
Und aufgrund der gutgeschulten Hebammen
war die Kindersterblichkeit sehr niedrig .

Vorschrift , war auch eine allgemeine Grundschulpflicht .

[Bild: 120px-Aztec_shared_meal.jpg]

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/co...d_meal.jpg

Vergrößerung :
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:A...d_meal.jpg

Den Naturgewalten schutzlos und unverständlich ausgeliefert ,
daher abergläubisch in ihrer , uns unverständlichen Religion behaftet ,
war es ein sehr verpflichtetes Leben .

Da sich die Götter für den Erhalt der Welt geopfert hatten
oder dafür tätig waren , galt die oberste Verpflichtung die Sonne
für ihren Lauf und auch die Götter zu nähren .
Die Zweite galt dem eigenen Volke .

Sie führten ein , vom Schicksal , vorbestimmtes Leben .
Sie Alle waren ihren Zwängen verpflichtet .
Ob Thlatoani ( Herrscher ) oder Feldbebauer .

Von Individialismus keine Spur .
Der Einzelne war nur das Wert , was er für die Gesellschaft
und ihr Weiterbestehen , auch religiös , einbrachte .

Verfehlungen oder Unterlassungen führten beim Volk zum Ausschluß
aus der Gemeinschaft der freien Bürger , also in die Sklaverei .

Bei Adeligen aber , wegen ihrer besonderen Vorbildwirkung ,
zur Tötung .

In den nächsten Beiträgen will ich die einzelnen Stationen
ihrer Lebenszeit und ihre damit verbundenen Verpflichtungen
etwas beschreiben .

luki.

Und übrigens , Morgen ist auch noch ein Tag Cool
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07.07.2012, 13:33
Beitrag: #98
Azteken . Geburt und Taufe .
Ein Lebenszyklus im Tal von Mexico :
Von Verzicht und Pflichterfüllung .


Alter : vor der Geburt .

Die werdende Mutter wurde von den Frauen der Familie unterstützt .
Ca. 8. Wochen vor dem Geburtstermin bekommt die Schwangere
erstmalig Besuch von der Ticitl ( Frauenärtztin -Hebamme ) .
Diese gibt der Wöchnerin Ratschläge .
Vor der Geburt tastet sie die Gebärende ab um die Lage des Kindes
festzustellen und wenn notwendig versucht sie das Baby zu drehen .

Sollte das Kleinkind aber im Mutterleib abgestorben sein wird es noch
im Körper zerstückelt um wenigstens das Leben der Mutter zu retten .

Verzögert sich eine Geburt , kann sie durch Massagen oder einer Einnahme
einer Cihuapahtli ( Frauenmedizin ) beschleunigt werden .

( Lt. Berthold Riese )
Die Wöchnerin gebiert im Hocken .
Angelehnt an eine Mauer und gestützt von den Frauen .

Der Schrei des neugeborenen Babys verstehen die anwesenden
Erwachsenen als Kriegsruf .

Das Neugeborene wird hochgehoben und von der Ticitl
mit folgenden Worten begrüßt :

Du bist auf die Erde gekommen ,
dem Ort der Qual ,
den Ort des Durstes ,
den Ort des Hungers ,
den Ort des Weinens ,
den Ort der eigenen Schwäche .


Dann hält sie noch eine , dem Stand der Familie entsprechende
Ansprache an das Neugeborene .
Anschließend schneidet sie die Nabelschnur durch .
Diese wird mit der Nachgeburt getrocknet .

Bei einem Mädchen wird sie später unter der Feuerstelle vergraben
( Zukunft Hausfrau ) .
Bei einem Jungen wird sie aufbewahrt bis zum nächsten Kriegszug .
Dann wird sie einem Krieger mitgegeben ,
damit er sie am Schlachtfeld vergräbt . ( Zukunft Krieger ) .

Die Ticitl gibt der Mutter noch Ratschläge .
Und die nächsten 4. Tage werden für die junge Mutter sehr anstrengend .
Denn es kommen alle Verwandten und Bekannten vorbei
und geben wiederum der Mutter Ratschläge .
In dieser Zeit darf das Herdfeuer nicht erlöschen .
( Wichtiges Omen )

Alter : 0. bis ca.4. Jahre :

Die nächsten Jahre kümmerten sich Alle Erwachsenen des näheren
Strassenzuges um das Kleinkind und seine Erziehung .
In den ersten Tagen nach der Geburt wird nach
dem Tonalpouhqui ( Wahrsager ) geschickt .

Denn für das Neugeborene ist es sehr wichtig ob es unter
einem günstigen Tonalli ( Kalenderzeichen ) geboren wurde .
Der Wahrsager bestimmt den Geburtstag nach dem Tonalpohualli
( Wahrsagekalender ) und stellt fest ob das Neugeborene
an einem unglück- oder glückverheißenden Tage geboren war .

Unsere Horoskopgläubige könnten da noch etwas lernen ,
denn deren Geburtstag beeinflußte nicht nur das zukünftige Leben
( z.B. Aufstigsmöglichkeit , eventuell den Beruf aber auch den Stand
in der Gemeinschaft ) sondern auch den Status im Jenseits ,
nach dem Tode .

In den je zwanzigtägigen 18. Monaten des Sonnenkalenders wechselten
die guten und schlechten Tage .
Da konnte man dem Schicksal etwas nachhelfen wenn man die Kindstaufe
auf einen positiven Tag verlegte .

Dann gab es noch das 19. Monat mit den den restlichen 5. Einschubtagen .
An jenen Tagen ruhte nach Möglichkeit die Arbeit denn sie waren
als Unglückstage ( Nemotemi ) verschrien .

Wer an so einem Tage geboren war der hatte wirklich Pech .
Mädchen die an einem solchen Tage geboren waren bekamen automatisch
den Namen Nencihuatl ( Taugenichts ) .
Die Knaben wurden Nenoquich ( Mensch ohne Wert ) getauft .
Wenn ein Kind jahrelang so genannt wird , beeinträchtigt das sicher
die Zukunft des Kindes .
Da braucht man nicht Psychoanalyse studiert haben um das zu begreifen .

Der , an den Unglückstagen geborene , spätere Mensch konnte machen
was er wollte , es war umsonst .
Er kam nach dem Tode in die tiefste Unterwelt .

Jener Mensch hatte nur die Möglichkeit das Schicksal zu überlisten .

Er konnte ertrinken , als Frau im Kindbett sterben .
Auf einen Blitz warten und sich erschlagen lassen .
An Aussatz , Wassersucht oder Syphilis zu sterben .
Oder sich selbst zur Opferung anbieten .
Den diese Tode sind dem Tod am Schlachtfeld gleichwertig
und führen direkt zum erstrebenswerten Ort in der Überwelt .


Aus Wikipedia ; Urheber : Billycuts .

[Bild: 111px-Aztec5figure9.jpg]

Größere Auflösung :
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:A...igure9.jpg

Aus dem Codex Mendoza.

Die Taufe :

Bei an guten Tagen geborene wurde am vierten Tage getauft .
Bei weniger guten Geburtstagen wurde ein günstiger Tauftag innerhalb
der folgenden 20. Tagen ausgewählt.
Der Name des Neugeborenen konnte der eines Vorfahren ,
den zukünftigen Beruf betreffend ,
dem etwas Schönem (z.B.: Blume ) beschreibend
oder etwas kriegerisches ausdrückend, gewählt werden .
Oder es wurde Phantasielos : Der/ die Erste/Zweite... benannt .

Zur Taufe ( Weihe ) erschien die Ticitl und sie benetzte die Brust
und die Lippen des Kindes und sprach es mit seinem Namen an .
Für die erschienen Gäste wird aufgetischt und dann wurde gefeiert .

Weiter geht’s mit dem Alter von 4. bis 15. Jahren .

luki.

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07.07.2012, 17:17
Beitrag: #99
Azteken . Lebensabschnitt : von 0. - 15. Jahren
.
Alter ; 0-4. Jahre II. :

Jedes vierte Jahr wurde im Monat Izcali ein Kinderfest gefeiert .
Das betraf Alle in den vergangenen vier Jahren Geborenen .

Eigentlich war es ein Fest für die Erwachsenen .
Denn da durften sie sich mit Alkohol betrinken .
Sonst war es den unter 52. Jährigen strikt verboten privat
Alkohol oder Drogen zu konsumieren .

Zu diesem Fest wurden auch die Paten für das Kleinkind bestimmt .
Den Kindern wurden die Nasenscheidewand und die Ohrläppchen durchbohrt
für die späteren Schmuckgehänge .
Bis zu deren Einsetzung schob man einen roten Wollfaden durch die Löcher
um ein Zuwachsen zu verhindern .

Die Paten tragen das Kind um ein Feuer und ziehen ihm
den Kopf nach oben um es groß wachsen zu lassen .
Bis am Abend wird dann getanzt und gesungen .

Anschließend begeben sich alle Beteiligten zum Tempel der Nacht
zum Pulquetrinken .
Dort wird weiter gefeiert , getanzt umarmt , am Boden gewälzt
und vielleicht auch etwas mehr .
Es war ein Bacchanalisches Fest und die einzige Möglichkeit
für die sonst so prüden und mit Verboten begleiteten Azteken
einmal über die Stränge zu schlagen .

Abbildung :
http://www.latinamericanstudies.org/azte...school.jpg

Für die Kinder des Volkes ( Macchualli ) begann mit 4/5. Jahren
die Unterrichtspflicht in der Volksschule ( Telpuchtonli ) .
Die Kinder der Adeligen begannen vermutlich etwas später .
Diese wurden bis ca. 10. Jahre zuhause erzogen .
Dann traten sie in die Schule ( Calmecac ) für die Adeligen ( Pilli ) ein .

Bei den Acolhua , dem kulturell höher stehenden Teil der Trippelallianz ,
gab es geschlechtergetrennte Schulen .
Die Knaben wurden von höheren Priestern unterwiesen
und die Mädchen von älteren adeligen Damen .

Abbildung :
http://www.latinamericanstudies.org/azte...dren-4.jpg

Die Schulen waren immer einem Tempel angeschlossen .
Mit 10 Jahren begann der Vollunterricht .
Vormittags wurde ihnen die offizielle Geschichte ,
Rhetorik , Moral usw. gelehrt .

Aber Hauptgegenstand war Gehorsam und das Dienen
und Ertragen von Entbehrungen .
Im Dunkeln aufstehen und Holz sammeln
oder andere Tätigketen verrichten .

Anschließend kleines Frühstück , trockenes Fladenbrot mit Wasser .
Nachmittags wurden die Schüler nach dem Alter
und späterem Verwendungszweck getrennt .
Es gab gewerblichen Unterricht im Steinschneiden ,
Gold - und Federarbeiten .
Andere bekamen eine militärische Ausbildung .
Es gab aber auch eine musische Abteilung für Trommler u.ä. .

Mädchen wurden Haushaltsführung , Weben , Spinnen
und das Zubereiten von Nahrungsmitteln gelehrt .

Abbildung :
http://www.latinamericanstudies.org/azte...dren-2.jpg

[Bild: 415px-Codex_Mendoza_folio_60r.jpg]

Die Erziehungsmethoden waren sehr drakonisch .
Für kleine Unaufmerksamkeiten gab es Essensentzug .
Und für kleinere Vergehehen gab es je nach Schwere
eine Strafskala mit immer höherer Tortur .

Zwei Abbildungen mit Dornenbestrafungen :
http://www.latinamericanstudies.org/azte...nish-1.jpg

http://www.latinamericanstudies.org/azte...ools-2.jpg

Angefangen von normaler körperlicher Züchtigung über Prügeln .
Ab 9. Jahren auch mit einem Dornenstrauch .
Ordendentlich stechen mittels Agavendornen , Dornenanzahl variabel .

Und als Krönung , das gemaßregelte Kind wurde mit dem Kopf über
eine Feuerstelle gehalten das mit Chillischoten befeuert wurde .
Die danach stundenlang tränenden Augen dürften die holde Freude
für den Regengott Tlalok gewesen sein .


Einige Abbildungen sind aus Latinamerica Studies .
Danke .

Weiter geht’s im nächsten Beitrag mit dem Alter ab 15. Jahren .

luki

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07.07.2012, 17:50
Beitrag: #100
Azteken . Lebensabschnitt : Jugendliche .
.
Alter : 4 bis 15. Jahre II. :

Ihre Grundschule war eine Mischung von Klosterschule
mit starker Betonung auf religiösen Riten und Pflichten .
Aber sie hatte auch etwas von einer Landwirtschaftsschule wo
die Zöglinge den Feldbau , das Fischen und das Bootfahren erlernten .

Das war auch kein Wunder , denn der Staat war , bis auf den Handel
mit exotischen , wertvollen Waren , rein auf die Landwirtschaft aufgebaut .

Die Knaben mußten auch Dienste ( auskehren und säubern der Schule ,
Tempel , Räumlichkeiten ) verrichten .
Ebenso wurden sie schon zur Errichtung und Instandhaltung
der Capulli ( Mehrzahl : Capultin ) herangezogen .

Da Mangels Tragtieren und Karren jegliches Transportgut ,
im wahrsten Sinne des Wortes , geschultert wurde , lernten sie auch
das Lastentragen und ausdauernd Maschieren ..

Die Mädchen lernten , wie in einer Hauswirtschaftsschule ,
Alles was eine gute Hausfrau und Mutter können mußte .

[Bild: 01-07-2008486a64d7083fe.jpg]

Besonders talentierte Knaben konnten bis zur Regentschaft
Ilhuicamina Moteuczuma I. ( Moctezuma I.) in die Calmecac wechseln .

In der Calmecac ( Schule der Adeligen ) wurde viel Augenmerk
auf die militärische Ausbildung gelegt .
Es ging da auch noch strenger zu als in der Telpuchcalli .
Da die Adeligen die Verpflichtung hatten , aufgrund ihres Standes ,
besonders tugendhaft zu sein .

Von einer Sonderbehandlung der Kinder des Hochadels oder
der Herrscherfamilie ist mir nichts bekannt ,
außer daß Manche erst im Alter von 12. Jahren in die Calmecac eintraten .
Die Jahre vorher wurden sie am Hofe geschult .

Es gab für Sie keine Sonderbehandlung , im Gegenteil Sie mußten
bei Allem als Vorbilder wirken .
Und da es keine festgelegte Erbfolge gab , wußte man
bei der Ausbildung auch nicht ob ein Sohn des Herrschers
Thronfolger wird .
Daher gab es keinen Grund für die lehrenden Oberpriester ,
die ja auch aus den hochadeligen Familien stammten ,
einen Abkömmling der Herrscherfamilie etwas netter zu behandeln .

Besonders Musische gingen im Alter von ca. 15 Jahren
in eine seperate Schule die Cuicacalli .
Vermutlich gab es auch eigene Lehrgänge für die kunsthandwerklichen
Berufe wie Steinschneider , Bilderschriftmaler usw. .

Die Mädchen beendeten die Schule mit 15/16. Jahren ,
da sie dann meist heirateten .

[Bild: maestro.png]

Die Pochtecah Fernhändler ( Pochteca ) bekamen mit dem Wachsen
des Reiches eine Sonderstellung .
Sie waren aufgrund ihrer gefährlichen Tätigkeit vom Kriegsdienst befreit
( Dazu später mehr ) .
Ihe Lehrlinge mußten nicht in die Grundschule sondern die Fernhändler
führten eigene Internate , in denen sie die zukünftigen Gehilfen
speziell auf ihre Tätigkeit ausbildeten .

Mehr über den Lebensabschnitt ab 15. Jahren im nächsten Teil .

luki

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