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Maurische Slawen-Slawische Mauren ?
28.07.2014, 23:13
Beitrag: #1
Maurische Slawen-Slawische Mauren ?
n einem Buch über die Araber in Spanien habe ich ,leider nur in einem Nebensatz ohne nähere Ausführungen erwähnt , gelesen, daß die ostspanischen Taifa-Reiche ,die nach dem Zerfall des Kalifats von Cordoba entstanden teilweise von Slawen beherrscht worden sein sollen-
Nun weiß ich zwar,daß im 7. Jhdt. eine von Neboulos geführte,slawische Armee in byzantinischen Diensten in Kleinasien zu den Arabern übergelaufen ist aber für Spanien ist mir das nicht bekannt.

Könnte es sich schlich um eine felerhafte Übersetzung des arabischen Begriffs der "Saqaliba" handeln - was ja jenach Kontext Soldaten, Palastwachen ,Eunuchen oder Sklaven bedeuten kann oder gab es tatsächlich maurisch-slawische Beziehungen in Spanien und wie sahen die dann aus ?.
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28.07.2014, 23:19
Beitrag: #2
RE: Maurische Slawen-Slawische Mauren ?
Naja, jetzt rein gefühlsmässig gesagt - die Slawen hatten es bis Spanien ja sehr weit. Ja, in der Region des Schwarzen Meeres mag es sowas gegeben haben, aber da unten? Würde mich sehr überraschen.
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28.07.2014, 23:56
Beitrag: #3
RE: Maurische Slawen-Slawische Mauren ?
Diesen Artikel http://de.wikipedia.org/wiki/Saqaliba#Etymologie kennst du ja sicher. Ich finde, dort ist der etymologisch/ethnologische Zusammenhang relativ plausibel erklärt. Für mich heißt das in Bezug auf die Taifa-(König-)Reiche, dass diese z.T. von Gruppierungen von Saqāliba besiedelt/beherrscht wurden, welche in "ethnologischer" Hinsicht mit großer Wahrscheinlichkeit slawische Wurzeln hatten, die über die Jahrhunderte allerdings völlig verwaschen waren - es von daher keine direkten Einflüsse von "waschechten" Slawen in al-Andalus gegeben hat. Vor allem sprachlich gesehen, was die Slawen ja eigentlich definiert, ist so weit westlich sicher nichts mehr angekommen.

Letztlich geht das ja auch gar nicht - Slawen waren schließlich keine Sueben.Big Grin


Frühling läßt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte.
Süße, wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon, wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's! Dich hab ich vernommen!

Eduard F. Mörike (1804-1875)
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29.07.2014, 17:19
Beitrag: #4
RE: Maurische Slawen-Slawische Mauren ?
Ein Übersetzungs/Übertragungsfehler ist natürlich immer möglich.

Aber, warum sollen nicht einzelne Slawen in führende Stellen in jenen Reichen gelangt sein?

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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29.07.2014, 19:50
Beitrag: #5
RE: Maurische Slawen-Slawische Mauren ?
(28.07.2014 23:19)Marek1964 schrieb:  Naja, jetzt rein gefühlsmässig gesagt - die Slawen hatten es bis Spanien ja sehr weit. Ja, in der Region des Schwarzen Meeres mag es sowas gegeben haben, aber da unten? Würde mich sehr überraschen.

Es gab sehr viele Sklaven aus dem Schwarzmeergebiet im maurischen Spanien.

Ein berühmter spanischer Schriftsteller hat ein Buch geschrieben über einen russischen Jungen der als Sklave nach Spanien kam und dort es zum Freien und berühmten Gelehrten brachte.
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29.07.2014, 20:14
Beitrag: #6
RE: Maurische Slawen-Slawische Mauren ?
(29.07.2014 19:50)Isleifson schrieb:  Es gab sehr viele Sklaven aus dem Schwarzmeergebiet im maurischen Spanien.

Vielleicht, aber das Thema des Threads heisst, dass die Slawen die Herrschaft übernahmen. Sklaven, die zu herrschen beginnen? Hat ja nicht mal bei Spartakus geklappt, zumindest nicht nachhaltig.
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29.07.2014, 21:31
Beitrag: #7
RE: Maurische Slawen-Slawische Mauren ?
Daß Sklaven ,insbesondere wenn es sich um Militärsklaven handelt,prinzipiell die Herrschaft übernehmen konnten zeigt sich am Beispiel der ägyptischen Mameluken
Das Problem ist,daß mir über die Existenz größerer slawischer Heeresverbände in Spanien nichts bekannt ist und dass die Herrschernamen der ostiberischen Taifa-Reiche ja überliefert sind und die sind allesamt arabisch- oder .nur arabisiert ?
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02.08.2014, 22:35
Beitrag: #8
RE: Maurische Slawen-Slawische Mauren ?
Sklavenhandel war im Frühmittelalter auch in Westeuropa gang und gäbe. Verdun im Frankenreich war so ein Umschlagplatz. Da es nicht zulässig war, Christen dort zu verhökern, betraf das in erster Linie gefangene (heidnische) Slawen, seltener Skandinavier. Und der beste Abnehmer waren die islamischen Gebiete, zumal sie dafür begehrte Luxusgüter lieferten. Fremdstämmige Eliteverbände und Leibwachen waren im alten Rom schon üblich, waren sie doch entwurzelt und deshalb meist loyal gegenüber ihrem Brötchengeber. Dazu genossen sie erhebliche Privilegien.
Interessanter Link dazu: http://www.kriegsreisende.de/mittelalter/saqaliba.htm

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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