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Märzrevolution
06.09.2014, 15:51
Beitrag: #1
Märzrevolution
Hallo,

kennst ihr euch mit der Märzrevolution aus?
Was sind die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Märzforderungen verschiedener Trägergruppen der Revolution?


Gruß
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08.09.2014, 01:48
Beitrag: #2
RE: Märzrevolution
Als Märzrevolution werden alle revolutionäre Ereignisse zwischen März 1848 und Spätsommer/Herbst 1849 im Deutschen Bund, Polen, Ungarn und Oberitalien bezeichnet. Vorläufer der Märzrevolution waren die Februarrrevolution von 1848 in Frankreich und der Sonderbundkrieg in der Schweiz von 1847. Neben dem politischen Stillstand waren auch das Kartoffelsterben von 1846 und die darauffolgenden Hungerwinter eine Ursache für den Ausbruch der Revolution.

Die Gemeinsamkeit aller Märzrevolutionäre war die Beendigung der Restauration einschließlich Abschaffung der Privilegien des Adels. Die Unterschiede lagen in den Vorstellung, was danach kommen soll. Das lag daran, dass die Revolutionäre aus unterschiedlichen Klassen und Nationen stammten. Während der Revolution standen unterschiedliche Ideen / Ideologien auf der Tagesordnung, wie z.B. Nationalstaat mit bürgerlich-demokratische Republik oder konstitutionelle Monarchie, aber es gab daneben auch anarchistische, radikaldemokratische oder sozialistische Strömungen. Mazzinis "Europa der Völker" hatte nur wenige Anhänger, meist verfochten die Revolutionäre nationale Ideen.

Die Niederschlagung der Revolution führte zu einer erheblichen Emigration Revolutionärer, die so den rigiden Maßnahmen entkamen. Die politische Ära nach 1849 bis etwa 1860 wird als Neo-Absolutismus bezeichnet. Bedeutende Neoabsolutisten waren Felix von Schwarzenberg (österreichischer Staatskanzler), Friedrich Ferdinand von Beust (sächsischer Außenminister und Ministerpräsident, später österreichisch-ungarischer Gemeinsamer Außenminister) oder Otto Theodor von Manteuffel (preußischer Ministerpräsident)

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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08.09.2014, 18:47
Beitrag: #3
RE: Märzrevolution
Man kann grob von 3 Gruppen sprechen die es während der 48er Revolution auf Seiten der Revolutionäre gab.

a) das Bürgertum, liberale, Demokraten
b) die Landbevölkerung
c) das Proletariat aber zdZ noch weniger das Industrielle

Vereint waren die Gruppen in der Forderung der Menschenrechte, der Ablehnung der sg. "Vielregiererei", in den Ländern des Bundes mit einer Verfassung der Inkraftsetzung dieser Verfassungen, die in den entscheidenden Punkten durch Bundesbeschlüsse außer Kraft gesetzt waren.

Zu den Unterschieden in den Forderungen später mehr

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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08.09.2014, 20:29
Beitrag: #4
RE: Märzrevolution
Gruppe b, die Landbevölkerung hatte als ihr Problem, das sie überaus gewaltbereit machte, (Quer durch Deutschland haben Rentämter gebrannt)
war die Ablösung/Abschaffung der Feudallasten. Damit hatte die Landbevölkerung umfassenden Erfolg. Die Feudallasten wurden umgehend und auf Dauer abgelöst.
Für die Landbevölkerung war die 48er Revolution überaus erfolgreich.
Aber mit dem Erfolg, ist die Landbevölkerung aus der Revolution ausgeschieden.

Die Gruppe a, das Bürgertum hatte als drängendste Forderung den Nationalstaat, das Deutsche Parlament.
Und bekam es ab Mai 1848!

Die Gruppe c, das Stadt- Land- Industrieproletariat erwartete, erhoffte eine Verbesserung der Lebensverhältnisse, gerechte Löhne die die Lebenshaltungskosten deckten usw. . Gewerbefreiheit usw.
Diese Forderungen fürchtete die Gruppe a sehr, und opferte die Gruppe c ohne das geringste Entgegenkommen dafür zu erhalten.

Als die Gruppe b ausgeschieden, die Gruppe c im Sept. Oktober 48 (Wien, Frankfurt) besiegt war,
wurde alles der Gruppe a zugestandene hinter die Ausgangslinie zurückgerollt.


Von einer generell mißlungenen Revolution kann man aber, wie geschrieben, nicht sprechen, die Landbevölkerung hatte mit ihren Forderungen dauerhaften Erfolg.



Das war jetzt der Versuch alles sehr komprimiert darzustellen.
Ich hoffe es nützt dir.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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