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Das Horn von Afrika:
01.07.2015, 09:50
Beitrag: #1
Das Horn von Afrika:
Bei diesem Tread soll es um das sogenannte Horn von Afrika gehen. Also die Länder Äthiopien, Somalia, Eritrea.

Es soll sowohl Platz sein für die akutelle politische in diesem Teil von Afrika, als auch für die Geschichte der Gegend.

Freue mich auf interessante Beiträge und Berichte zum Thema.
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01.07.2015, 09:54
Beitrag: #2
Serie über Äthiopiens Geschichte:
Möchte damit beginnen eine kleine Serie über die Geschichte Äthiopiens zu schreiben. Das ganze wird nicht immer ganz ins Detail gehen, Ergänzungen, Komentare usw. sind natürlich erwünscht.

Hoffe ich kann euch die sehr interessante Geschichte dieses Gebiets etwas näher bringen.
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01.07.2015, 10:30
Beitrag: #3
RE: Das Horn von Afrika:
Gehört Dschibuti nicht auch zu den Staaten am Horn von Afrika?

"Es gibt nur eine Sache die größer ist als die Liebe zur Freiheit: Der Hass auf die Person, die sie dir weg nimmt."(Che Guevara)
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01.07.2015, 11:22
Beitrag: #4
RE: Das Horn von Afrika:
(01.07.2015 10:30)Triton schrieb:  Gehört Dschibuti nicht auch zu den Staaten am Horn von Afrika?

Ups, ich wusste ja das ich etwas vergessen habe. Danke für die Ergänzung.
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05.07.2015, 14:43
Beitrag: #5
RE: Das Horn von Afrika:
Das Horn von Afrika war nie eine Sackgasse, sondern immer eher eine Brücke zwischen Afrika und Arabien.
Schon die Anfänge Äthiopiens zeigen das: Ich kann mich dunkel erinnern, dass die Jemeniten in der Antike eine quasi-monotheistische Mondgottheitsreligion hatten, die nach Äthiopien exportierten und so ein Reich schufen, dass beiderseits des Roten Meeres mächtig war und aus dem dann das - mittlerweile über Ägypten christlich missionierte - äthiopische Kaiserreich hervorging. Auch zu Mohammeds Zeiten griffen Äthiopier auf Betreiben von Byzanz Mekka an, wurden jedoch zurückgeschlagen.

VG
Christian
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06.07.2015, 13:11
Beitrag: #6
RE: Das Horn von Afrika:
(05.07.2015 14:43)913Chris schrieb:  Das Horn von Afrika war nie eine Sackgasse, sondern immer eher eine Brücke zwischen Afrika und Arabien.......

Ja wird auch bei meiner Serie vorkommen. Es gab nicht nur beträchtlichen Einfluss von Seiten der Araber auf Äthiopien und seine Vorgängerreiche, sondern auch umgekehrt.

Habe die Serie natürlich nicht vergessen. Wie gesagt wird eher ein kleiner Überblick. Denke heute oder morgen geht sie los.
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06.07.2015, 13:17
Beitrag: #7
Einige wichtige Ereignisse der Frühzeit:
Äthiopien gehörte vermutlich zu den Ursprungsgebieten der Menschheit. Hier wurden die ältesten Spuren der Menschheit gefunden. Etwas Lucy, vermutlich 3,2 Millionen Jahre alt.
Auch in der Zeit der Ägypter war Äthiopien besiedelt, Nordäthiopien stand unter dem Einfluss von Ägypten und Numidien. Das Horn von Afrika, hier vor allem die Gegend Puntland (das sich ja auf Punt bezieht) und Eritrea stehen im Verdacht das Goldland von Punt zu sein, in dem etliche damalige Luxustwaren und natürlich auch Gold gehandelt wurde. Ganz gesichert ist das aber bis heute nicht.

Zwischen dem 10 und 8 Jahrhundert v.Chr. wurde im Süden der arabischen Halbinsel das Reich von Saba gegründet. Dieses betrieb später auch Seehandel mit der Gegenüberliegenden Afrikanischen Küste, also mit der Gegend am sogenannten Horn von Afrika. Siedler aus Saaba und die Kultur der ansässigen Afrikaner vermischten sich. Diese Mischkultur herrschte im Reich von Da amot. Für dieses ist die Quellenlage schlecht, es erscheint realistisch, dass Da amot unter starken politischen Einfluss von Saaba stand, kulturell war es auf jedem Fall so.

Ein Reich über das etwas mehr bekannt ist, war jenes von Aksum über das ich im nächsten Posting mehr schreiben werde.

Fortsetzung folgt………..
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06.07.2015, 13:19
Beitrag: #8
RE: Einige wichtige Ereignisse der Frühzeit:
(06.07.2015 13:17)WDPG schrieb:  Ein Reich über das etwas mehr bekannt ist, war jenes von Aksum über das ich im nächsten Posting mehr schreiben werde.

Fortsetzung folgt………..[/color]

Das Reich von Aksum ist übrigens auch jenes Reich das Chris wohl gemeint hat.
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08.07.2015, 08:00
Beitrag: #9
RE: Das Horn von Afrika:
Interessant auch, dass im alten Südarabien eine Religion herrschte, die Tendenzen zum Monotheismus aufwies (in manchen Reichen war der den Planeten Venus repräsentierende Gott die Basis für diese Tendenzen, in anderen der Mondgott). Insofern legten die Sabäer die Basis sowohl für die Entstehung des Islam in Arabien als auch für das christliche Äthiopien: Als dort christliche Missionare entrafen, war der Gedanke des Monotheismus den Äthiopiern nicht mehr fremd...und zwar seit Jahrhunderten. Es kann sein, dass das Reich Da´amot schon 1000 v.Chr. existierte!
In Südarabien kam noch der Einfluss der Juden hinzu, der seit 571 (n.Chr.) sogar dazu geführt hat, dass jüdische Könige den heutigen Jemen regierten.
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08.07.2015, 10:06
Beitrag: #10
RE: Das Horn von Afrika:
Es ist ziemlich sicher, dass Homo sapiens die Welt über das Horn von Afrika in Richtung Jemen und nicht etwa über den Sinai erschloss.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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08.07.2015, 17:20
Beitrag: #11
RE: Das Horn von Afrika:
Jein. Die Jemen-Route hat den Vorteil, dass es bei niedrigem Meeresspiegel quasi nur ein "Hüpfer" nach Arabien rüber ist, während über die Sinai-Route in jedem Fall wüstenähnliche Gebiete zu durchqueren sind - und von Ostafrika aus auch der Weg weiter ist.
Dennoch sind Menschen auch über eine grüne Sahara nach Nordostafrika gekommen und von da aus die Levante-Küste entlang weiter nach Asien.
Der südlichere Weg führt via Indien direkt nach Südostasien und Australien, der nördlichere endete bei einer ersten Auswanderungswelle vor ca. 100.000 Jahren wahrscheinlich in einer Sackgasse, denn die Funde von primitiveren Homo sapiens bleiben dort ohne Nachfolger. Dagegen haben diese frühen Sapiens in Südostasien und Australien weiter existiert und sind wahrscheinlich zu den Vorfahren der Australier, Melanesier und Papua geworden.
Bei der zweiten Auswanderungswelle vor etwa 70-50.000 Jahren waren beide Routen erfolgversprechend, denn der nördliche Auswandererstamm schaffte es bis nach Europa, Ostasien und Südostasien. In Europa vermischte er sich mit den Neandertalern, im Osten mit den früheren Sapiens-Auswanderern und evtl. auch mit noch überlebenden Erectus (??).
Das Horn von Afrika war also das vielversprechendere Ausfalltor aus Afrika.
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08.07.2015, 22:51
Beitrag: #12
RE: Das Horn von Afrika:
Bei der ersten Welle war letztendlich im Jordantal Schluss. Die Papuas und Australier sind auch Nachfahren der 2. Welle, nur haben sie die ursprünglichen Merkmale der Auswanderer am besten bewahrt. Was sich von den Stränden Südasiens ins Inland wegbewegte, waren zunächst sicher nur kleine Gründerpopulationen, in denen sich schnell neue Eigenschaften (Aufhellung) und Technologien etablieren konnten.

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09.07.2015, 07:29
Beitrag: #13
RE: Das Horn von Afrika:
Die Homo sapiens zugeordneten Menschenfunde aus China, die zwischen 100.000 und 50.000 Jahre alt sind, sind aber wohl Nachkommen der ersten Welle?
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09.07.2015, 11:36
Beitrag: #14
RE: Das Horn von Afrika:
(09.07.2015 07:29)913Chris schrieb:  Die Homo sapiens zugeordneten Menschenfunde aus China, die zwischen 100.000 und 50.000 Jahre alt sind, sind aber wohl Nachkommen der ersten Welle?

Die sind sowohl in Zuordnung als auch Datierung ziemlich umstritten. In China ist es bis heute ideologisches Dogma, Out-of-Africa zu verwerfen und eine gerade Linie vom erectus (Pekingmensch) bis zum heutigen Han-Chinesen zu ziehen. Und was nicht passt, wird passend gemacht...

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09.07.2015, 12:13
Beitrag: #15
RE: Das Horn von Afrika:
Pääbo war in China uns suchte die Zusammenarbeit mit chinesischen Paläoanthropologen, insbesondere auch im Hinblick auf Denisowa. Die Chinesen waren sehr interessiert und freundlich, aber von irgendwelchen greifbaren Ergebnissen habe ich nichts gehört. Vielleicht paßt das alles nicht in das Dogma.
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09.07.2015, 12:17
Beitrag: #16
RE: Das Horn von Afrika:
Es kann aber auch sein, dass die dortigen Funde kein verwertbares DNA-Material mehr enthielten. Das klappt keineswegs immer, aus alten Knochen noch etwas zu extrahieren.

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09.07.2015, 12:56
Beitrag: #17
RE: Das Horn von Afrika:
(09.07.2015 11:36)Arkona schrieb:  
(09.07.2015 07:29)913Chris schrieb:  Die Homo sapiens zugeordneten Menschenfunde aus China, die zwischen 100.000 und 50.000 Jahre alt sind, sind aber wohl Nachkommen der ersten Welle?

Die sind sowohl in Zuordnung als auch Datierung ziemlich umstritten. In China ist es bis heute ideologisches Dogma, Out-of-Africa zu verwerfen und eine gerade Linie vom erectus (Pekingmensch) bis zum heutigen Han-Chinesen zu ziehen. Und was nicht passt, wird passend gemacht...

Dann müssten die Chinesen diese Funde aber Erectus zuordnen. So, wie ich das verstanden hab, werden sie aber Sapiens zugeordnet - und zwar von den Chinesen...während der Wiki-Artikel (wie bei allen ähnlich alten chinesischen Menschenfunden) darauf hinweist, dass das " jedoch in Widerspruch steht zu den heute bekannten, genetischen Analysen zur Ausbreitung des Menschen, aufgrund derer sie zu Homo erectus zu stellen sind."

??

VG
Christian
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09.07.2015, 13:10
Beitrag: #18
RE: Das Horn von Afrika:
Das ist ja gerade die Crux. Die Chinesen lehnen Out-of-Africa ab, sehen sich selbst als Wiege der Menschheit, deshalb haben sie nach ihrem Verständnis natürlich auch die ältesten Sapiens. Der Sinozentrismus hat eine lange Geschichte, es verwundert nicht, dass er auch in Wissenschaftskreisen verbreitet ist.

Sehr viele Ostasiaten sind ganz üble Rassisten. Europäer sind für sie langnasige behaarte Barbaren, aber Schwarze eigentlich nur Affen. Allein schon deshalb geht Out-of-Africa gar nicht. Fehler und Irrtümer einzugestehen, fällt einem Asiaten ohnehin schwer - die Angst, das Gesicht zu verlieren, ist dort sehr ausgeprägt.

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09.07.2015, 15:16
Beitrag: #19
RE: Das Horn von Afrika:
(09.07.2015 13:10)Arkona schrieb:  Das ist ja gerade die Crux. Die Chinesen lehnen Out-of-Africa ab, sehen sich selbst als Wiege der Menschheit, deshalb haben sie nach ihrem Verständnis natürlich auch die ältesten Sapiens. Der Sinozentrismus hat eine lange Geschichte, es verwundert nicht, dass er auch in Wissenschaftskreisen verbreitet ist.

Sehr viele Ostasiaten sind ganz üble Rassisten. Europäer sind für sie langnasige behaarte Barbaren, aber Schwarze eigentlich nur Affen. Allein schon deshalb geht Out-of-Africa gar nicht. Fehler und Irrtümer einzugestehen, fällt einem Asiaten ohnehin schwer - die Angst, das Gesicht zu verlieren, ist dort sehr ausgeprägt.

Im Moment bestätigen die genetischen Analysen doch die Theorie der multiregionalen Entwicklung des Modernen Menschen. Bisher konnten nur in China, Sibirien und Europa Menschen der Altsteinzeit genetisch analysiert werden. Diese haben alle eine sehr starke Übereinstimmung mit dem Modernen Menschen. Seine Wiege kann also in diesen 3 Regionen gestanden haben. Von Ostafrika fehlen solche Ergebnisse noch. Von der Logik her bin ich aber der Auffassung, das sich auch aus Afrika modernisierende Gene in andere Regionen der Welt ausgebreitet haben, nicht nur aus Europa, Sibirien und China. Es ist völlig falsch anhand der Ausbreitung von Mitochondrien eine Theorie der Ausbreitung des modernen Menschen aufzubauen.
Teile des X Chromosoms von Neandertalerinen haben sich stark ausgebreitet. Wäre das nicht ein besseres Merkmal, um die Ausbreitung des Modernen Menschen darzustellen?
Ein Immunrezeptor hat sich aus der Neandertalerbevölkerung heraus ausgebreitet. Das ist auch ein sehr modernes Merkmal, welches noch nicht jeder Mensch hat.

viele Grüße

Paul

aus dem hessischen Tal der Loganaha (Lahn)
in der Nähe von Wetflaria (Wetzlar) und der ehemaligen Dünsbergstadt
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09.07.2015, 15:55
Beitrag: #20
RE: Das Horn von Afrika:
Mit Bodo, Omo und Laetoli haben wir gleich drei Fundorte von frühen archaischen Homo sapiens in Ostafrika, mithin zumindest in der Nähe des Horns von Afrika (Uff, Kurve zurück zum Thema gekriegt...Smile ). Die Salzpfannen, die heute den Austritt des Rift Valleys in das Rote Meer darstellen, dürften auch in der Altsteinzeit schon vorhanden gewesen sein, also ein Anziehungspunkt für Tiere und Menschen.

Mit dem Blauen Nil, den Salzpfannen, dem dank Monsunregens (den es allerdings auch nicht immer während der Geschichte der Menschheit gab) fruchtbaren Boden in der Gegend des heutigen Äthiopien und den reichen Fischgründen vor den Küsten des heutigen Ex-Somalia und Kenia dürfte das Horn von Afrika auch für die frühen Sapiens ein Anziehungspunkt gewesen sein.
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