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Das Ergebnis der 100 Tage
28.07.2016, 18:06
Beitrag: #1
Das Ergebnis der 100 Tage
Ich bin mal vor Jahren völlig zufällig auf die Folgen für Frankreich der 100 Tage Herrschaft gestoßen.
Und habe hierzu "woanders" eine Artikelserie geschrieben.
Die werde ich die nächsten Tage hier reinkopieren.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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28.07.2016, 18:43
Beitrag: #2
RE: Das Ergebnis der 100 Tage
Hier die angedrohten Beiträge

Entschhädigung für erlittene Kriegsschäden
________________________________________
Bei einer Suche in anderer Sache ist mir folgendes untergekommen:

Die Preußen haben für den Rheinübergang 1.1.1814 etliches an Frachtkähnen zum Bau der Schiffsbrücke beschlagnahmt.
Einige dieser Kähne gehörten Stinnes. Beschädigt und abgesoffen. Aber niemals eine Entschädigung erhalten.
Noch 1822 beklagt er sich, was für große Opfer er fürs Vaterland erbracht hätte.

Wie wurde so etwas in diesen Zeiten geregelt, gehandhabt?

Aus "Kaufleute aus Mühlheim" von der Stinnes AG herausgegeben.
Steht explizit drin.

Ich bin davon ausgegangen, dass die den Stinnes dann kräftig Heeresbedarf transportieren liessen. Sorgen musste man für den bestimmt nicht.
Aber trotzdem, wer hat zB den Wiederaufbau von Leipzig bezahlt?
Oder der Dörfer ringsum?

Hmmm...
Habe ich jetzt Probleme.
Genauer, es will mir nicht runter, dass da einfach gar nix gegangen sein soll.
Steuerbefreiung über ein paar Jahre? Andere Subventionen?

Also, vergessen wir doch mal den Stinnes.

Witwe Bolte, wohnhaft in Gohlis bei Leipzig, der Ort hat während der Kampfhandlungen mehrfach die Seiten gewechselt. Ihr Haus ist abgefackelt, die Hühner haben Max und Moritz gefressen (an die Uniform der beiden kann sich die Witwe leider nicht erinnern) der Hund ist mit den Kosaken gezogen, war ihm eh zu langweilig bei der Witwe.
Also, die Witwe hat erhebliche Schäden, und weiter?

Armenhaus?
Mit den Zigeunern ziehen?
Räuberbande gründen?
Entschädigung von wem auch immer einstreichen?

Gut, das kann im Einzelfall so gelaufen sein.

Aber die Region um Leipzig, die Kampfzonen waren doch flächig zerstört, denke ich zumindest.
Insgesamt kann sich die jeweilige Herrschaft/Regierung doch kaum zurücklehnen,
"ja die in Gohlis haben halt jetzt den Schwarzen Peter gezogen, Pech gehabt".
Da würde doch die ganze Region zusammenbrechen.

Dass die Staatsgewalt, die Obrigkeit als solche überhaupt akzeptiert wird, liegt doch darin begründet, dass in solchen Fällen Hilfe kommt.
Wenn nicht - wird der Staat binnen kurzem zusammenbrechen.

Ich weiß es nicht.
Unterstelle jedoch, dass es die sehr wohl gibt. Aber sicher an recht versteckter Stelle zu finden. Denn leider interessiert dies wenig.

Wenn ich hier jetzt die Frage gestellt hätte, von welchem Baum Prinz Heinrich der Fröhliche den Angriff der Leibhusaren beobachtet hätte...
20 Antworten in kürzester Zeit wären mir sicher gewesen.

Und genau deshalb finde ich, sollte man dieses Thema doch auch mal ausleuchten.
Teile unserer UrUrgroßeltern sind doch garantiert unter den Betroffenen.

Das Zitat steht definitiv in og Unternehmensgeschichte. Allerdings als Ausriss, weder Adressat noch weiterer Text ist angeführt.
Ich unterstelle mal, dass der Stinnes, die Heereslieferungen werden ja inzwischen beendet gewesen sein, auf größere öffentliche Aufträge spekulierte. Und deshalb das Thema zur Sprache brachte.

Es geht mir nicht um fahrlässig oder absichtlich von Soldaten angerichtete Zerstörungen oder Plünderungen (die Hühner der Witwe Bolte sind eher Anekdotisch zu verstehen), sondern um bei Kampfhandlungen entstandene Verwüstungen. Das Haus der Witwe Bolte, um beim Beispiel zu bleiben.

Das mit der "Verrechtlichung" ist mir soweit schon klar.

Andererseits, mal weg vom Einzelfall den ich ja auch nur anekdotisch gebracht habe.
Die Zerstörungen waren ja sicher punktuell recht groß. Zu groß, als dass eine Gemeinde, Stadt oder Dorf, den Wiederaufbau alleine hätte schaffen können.
Deswegen hoffte ich, dass einer der Cracks hier, doch Hinweise hätte geben können.

Als Laie und Hobbyist, mit wenig/keinem Zugang zu Primärquellen, versuche ich in so einem aus anderen Bereichen, wo ich aus diesem oder anderem Grund Kenntnisse habe, abzuleiten. Und probiere es auch mit Logik.

Zuerst mal die Logik: Der sofortige vollständige Wiederaufbau einer Stadt wie Leipzig muss im allergrößten Interesse aller gelegen haben. Etwas anderes hätte die negativsten Auswirkungen auf die Region, Deutschland, selbst auf Europa gehabt. Ähnliches gilt aber, natürlich abgestuft für jede Stadt für jedes Dorf. Auch damals lebte man vom Handel und Wandel und dem rauchenden Schornstein.
Ergo: Das Interesse am Wiederaufbau war sehr groß und allgemein.

Aus anderen Bereichen:
Irgendwo würde ich die Kriegsschäden mal als höhere Gewalt, unabwendbare Ereignisse ansehen, wie eine allgemeine Feuersbrunst in einer Stadt.
Brandgeschädigten halfen seit altersher die Nachbarn, die Gemeinde, es gab Steuererlass für etliche Jahre. Von der Obrigkeit gab es "Gestattungs-Schreiben" mit denen durch Beauftragte "Brandsteuern" (hat nichts zu tun mit dem heutigen Steuerbegriff!) im Land eingesammelt werden durften.
Mitte des 18. Jahrhunderts wurden dann Feuerversicherungen von den Landesherren initiiert.

Ich bin mir sicher, dass es da allgemein angewendete Regeln gab. Und ich vermute stark, dass man zur Finanzierung die Franzosen heranzog.

Preußen 1810 konnte sich da, mMn tatsächlich nur akademische Gedanken machen.
1814/15 hatte man gewonnen, gibt es ganz andere Optionen. Denke ich mal.
Zitat:
Deine Fragestellung ist hochinteressant, Alltagsgeschichte bleibt historisch oft ein wenig "unterbeleuchtet".
M.
Wolfram Wette bedauert in seiner "Militärgeschichte von unten" schon die schlechte Quellenlage.

Da fällt mir gerade ein, ich habe eine "Chronik", eigentlich ein Tagebuch, eines Handwerkers von 1780 bis 1825, abgefackelt haben sie dem die Hütte glaube nicht, aber vielleicht sind da irgendwelche Hinweise zu finden. Denn geplündert usw. wurde er mehrfach.
Wenn die Schwarte nur leichter zu lesen wäre.

Mein Handwerker schreibt, die Franzosen hätten 800 Millionen Kriegsentschädigung zahlen müssen.
Nur die Währung erwähnt er leider nicht.

Wenn dies zutrifft, das wäre ja (je nach Währung) eine immense Summe gewesen, hätte dies aber schon gewisse Spielräume ergeben.


Man hat es, soweit möglich, von den Franzosen geholt.
Die Ansprüche wurden geprüft, teilweise auch abgelehnt.

Siehe hier:
Zitat:
Wirtschafts- und Technikgeschichte ... - Google Bücher


Die genannten 800 Millionen Francs erhielt der Staat, die privatrechtlichen Ansprüche wurden separat erledigt.


Das ist der sogenannte "teutonische Tiefdrunk" von dem Ernst Jünger berichtet.
Selbst Tucholsky: "Der Mann im Feld muss trinken"

Ohne Spass, mein Vater hat vom Mai 1940 aus dieser Gegend ähnliche Geschichten erzählt. Von Sedan bis zum Kanal muss demnach eine gigantische Sufforgie gewesen sein.

Aber auch ich glaube nicht, dass da jemals ein Hauch Entschädigung geflossen wäre.

Andererseits, jeder der östlich des schwarz-rot-goldenen Grenzpfahls einen Champagner erwirbt, wird dafür immer wieder aufs neue bestraft.
Zumindest hat das Göttergetränk das man in Frankreich erstehen kann, nun auch so gar nichts mit dem Gebräu zu tun, dass sie für den doppelten Preis über den Rhein an den Boche liefern.
Dort staubt er auf der Zunge, hier ist er schlicht nur sauer...
Müssen wir büßen für die Sünden der Väter....bis ins dritte und vierte Glied


Für die preußischen Rheinlande anerkannte Preußen einen Betrag von ca. 56 Millionen Francs, bekam aber lediglich knapp 20 Millionen.

Und in den fehlenden 36 Mios werden wohl des Stinnes Schiffe stecken.

Der Chef der preußischen Liquidationskommission in Paris war übrigens Wilhelm von Humboldt.

Für mich persönlich sehr interessant, so etwas halte ich einfach für interessanter und wichtiger, als die Frage wie viele Briten bei Leipzig mitschossen. Und ob man alle in britischen Uniformen als Briten rechnen soll, oder lediglich die, die das th korrekt aussprechen konnten.

Aber ist natürlich Ansichtssache.

Wenn ich von den 800 Mio Kriegsentschädigung an Preußen lese, gefordert hatten sie 1.200 Mio, verstehe ich die Altwirtembergische Landschaft immer besser, die ihrem Herzog 200 Jahre lang ein "noi eta" entgegenbrüllte, sooft es ihn nach einem Heer gelüstete. Viel zu teuer, unnütz.
(ein bißchen mehr Demokratie nach wirtembergischen Muster und die Welt wäre schon lange besser im Lot)

Der Napoleon hat da den Preussen und Österreichern den größten Gefallen getan, als er die 100 Tage nochmals kam.
Zuvor hieß es, Wunsch des Zaren, dass es keine Kriegsentschädigungen für Staaten geben würde. Lediglich für Private.

Es ist wirklich bemerkenswert. Von dem Streifelchen Saarland den Frankreich nach den 100 Tagen zusätzlich verlor, kann man allüberall lesen.
Die gewaltige Rechnung die zusätzlich aufgemacht wurde, findet man dann erst im "Eingemachten".
"Leibdragoner-Geschichtsschreibung"

Die Fortsetzung 1871 ist ja noch relativ bekannt. Aber in die "Versailler-Vertrag" Diskussion gehört dies doch auch schon mit rein.


Sachsen war kein Siegerstaat nicht mal einer 2. Klasse wie einige andere aus dem früheren Rheinbund.
Die Übernahme der privaten Schäden hat aber Frankreich schon vor den 100 Tagen anerkannt. Auch zB für die preußische Rheinprovinz, die ja zur fraglichen Zeit noch franz. Territorium war.

In dem Link ist ja auch die Rede von anderen Staaten, deren Ablehnungspraxis nicht so "fair" wie die preußische gewesen wäre, die demzufolge mehr Entschädigung als die Preussen bekommen hätten.
Habe ich jetzt mal. soweit private! Entschädigung gemeint ist, auf Sachsen und die anderen Rheinbündler übersetzt.


Auch hier muss man den Zusammenhang sehen. Der Umgang mit Preußen 1807ff war natürlich auch unter aller Kanone.

Aber, makaber ausgedrückt, es sind schon welche wegen kleinerer Beträge erschossen worden, wie Michel Ney.


Das eine bedingt das andere.
Hätte er den Napoleon festgenommen, keine 100 Tage, keine Kriegsentschädigung.
(lediglich die private)

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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28.07.2016, 19:23
Beitrag: #3
RE: Das Ergebnis der 100 Tage
Die Champagner-Depots in Frankreich haben die Preussen bei der Kampagne 1814 leergesoffen, genau wie die Franzosen in zuvor Deutschland prassten. Wenn es halbwegs geordnet zuging, oft war das nicht so, bekamen die Eigner einen Wechsel oder eine Quittung. Die war meist das Papier nicht wert, daher noch die langen Rechtsstreitigkeiten nach Kriegsende. Plündern war eigentlich auch damals immer verboten und wurde schwer bestraft. Aber grau ist alle Theorie.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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28.07.2016, 19:47
Beitrag: #4
RE: Das Ergebnis der 100 Tage
Es ist durch die fehlenden, allerdings überwiegend wenig bis nicht hilfreichen "feedbacks" vielleicht etwas schwer zu lesen.
Aber man kann mich ja fragen.

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28.07.2016, 20:00
Beitrag: #5
RE: Das Ergebnis der 100 Tage
(28.07.2016 19:23)Arkona schrieb:  Die Champagner-Depots in Frankreich haben die Preussen bei der Kampagne 1814 leergesoffen, genau wie die Franzosen in zuvor Deutschland prassten. Wenn es halbwegs geordnet zuging, oft war das nicht so, bekamen die Eigner einen Wechsel oder eine Quittung. Die war meist das Papier nicht wert, daher noch die langen Rechtsstreitigkeiten nach Kriegsende. Plündern war eigentlich auch damals immer verboten und wurde schwer bestraft. Aber grau ist alle Theorie.

Ich schrieb irgendwo weiter oben, wie mein Vater vom Mai 1940 erzählte, als während des "Raids" von der Maas zum AtlantikTagelang nur Champagner gesoffen wurde. Auch bei Ernst Jünger ist zu lesen, wie in der Zeit jeder Rastplatz der Wehrmacht durch eine gigantische Zahl von geleerten Flaschen verziert war. Teutonischer Tiefdrunk nennt dies Jünger.
(darüber haben wir uns in dem genannten 3nd übrigens auch ausgetauschtThumbs_up)

Und im Kreisarchiv Balingen liegt ein Requisitionszettel vom 8. Mai 1945 über ein paar hundert Liter "Cidre" womit vermutlich schwäbischer Most gemeint ist, ich habe jetzt keine konkreten Kenntnisse, aber wenn der "Most-Geschädugte" etwas bekommen hat, dann ganz bestimmt nicht von der siegreichen franz. Armee.



Festzuhalten bleibt jedenfalls, dass Frankreich die "Hundert Tage" Napoleons 800.000 Goldfrancs gekostet haben.
Eine damals immense Summe.

Und, auch das bleibt festzuhalten, Preußen hat diese Zahlungen vor dem Staatsbankrott bewahrt.

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29.07.2016, 12:10
Beitrag: #6
RE: Das Ergebnis der 100 Tage
Zitat:Und, auch das bleibt festzuhalten, Preußen hat diese Zahlungen vor dem Staatsbankrott bewahrt

denn,
Krieg führen kostet Geld immense Summen.
Und Bonaparte hat sich darum bei den Besiegten und Abhängigen umfassend bedient.

zB die Kohle für den Ägypten-Feldzug, woher kam die?

Von den Eidgenossen!
die Beute von Bern hat Napoleon bei den Pyramiden vergraben Idea

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29.07.2016, 21:12
Beitrag: #7
RE: Das Ergebnis der 100 Tage
(29.07.2016 12:10)Suebe schrieb:  die Beute von Bern hat Napoleon bei den Pyramiden vergraben Idea

...bei den Pyramiden vergraben? Das höre ich zum ersten Mal...Blush

Einem Haus eine Bibliothek hinzuzufügen heißt, dem Haus eine Seele zu geben.

Marcus Tullius Cicero
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30.07.2016, 06:45
Beitrag: #8
RE: Das Ergebnis der 100 Tage
Zwei Drittel der Gelder, mit denen der Ägypten-Feldzug Napoleons finanziert wurde, stammten aus dem "Schatz", den sich Frankreich von der alten Eidgenossenschaft hatte auszahlen lassen, als mit Hilfe französischer Soldaten die Helvetische Republik gegründet wurde. Den Militäreinsatz Frankreichs mussten die Schweizer selber zahlen.
Ein Drittel der Ägypten-Finanzierung kam aus der Staatskasse, wofür Frankreich allerdings auch Kredite aufnahm. wikipedia erwähnt den Dey von Algier, der seine Kredite (es waren drei laut wiki) allerdings nie wieder sah....als er 26 Jahre später (!) protestierte (er ließ einem französischen Gesandten einen Fliegenwedel ins Gesicht schlagen), reagierte Frankreich mit der Eroberung Algeriens...
Es dürfte aber wohl auch noch andere Kredtigeber gegeben haben, die man aus den erwarteten Einkünften aus der Kolonie Ägypten befriedigen wollte. Daraus wurde nix, ich denke aber mal, dass nicht alle Kreditgeber so schnöde behandelt wurden wie der Dey von Algier. Wink

Was mich im Zusammenhang der "100 Tage" allerdings mehr interessieren würde: Wie finanzierte Napoleon die Armee, die dann bei Waterloo unterlag?!? Nutzte er den (noch) vorhandenen Staatsschatz, der ja wohl noch unter seiner Ägide aufgebaut worden sein müsste? Oder schaffte er es tatsächlich, Kredite aufzutun? Als abgesetzter und gerade erst aus dem Exil "wieder erstandener" Kaiser der Franzosen?!? DIE Kreditgeber würden mich tatsächlich interessieren, die nach so kurzer Zeit schon wieder auf "Sieg Napoleon" setzten...Wink
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30.07.2016, 09:34
Beitrag: #9
RE: Das Ergebnis der 100 Tage
(30.07.2016 06:45)913Chris schrieb:  Zwei Drittel der Gelder, mit denen der Ägypten-Feldzug Napoleons finanziert wurde, stammten aus dem "Schatz", den sich Frankreich von der alten Eidgenossenschaft hatte auszahlen lassen, als mit Hilfe französischer Soldaten die Helvetische Republik gegründet wurde. Den Militäreinsatz Frankreichs mussten die Schweizer selber zahlen.
Ein Drittel der Ägypten-Finanzierung kam aus der Staatskasse, wofür Frankreich allerdings auch Kredite aufnahm. wikipedia erwähnt den Dey von Algier, der seine Kredite (es waren drei laut wiki) allerdings nie wieder sah....als er 26 Jahre später (!) protestierte (er ließ einem französischen Gesandten einen Fliegenwedel ins Gesicht schlagen), reagierte Frankreich mit der Eroberung Algeriens...
Es dürfte aber wohl auch noch andere Kredtigeber gegeben haben, die man aus den erwarteten Einkünften aus der Kolonie Ägypten befriedigen wollte. Daraus wurde nix, ich denke aber mal, dass nicht alle Kreditgeber so schnöde behandelt wurden wie der Dey von Algier. Wink

Vielen Dank für die Vertiefung, dass der Herrscher von Algier (ich kANNTE in dem Zusammenhang nur Bey) da auch mit dem Löffel rasiert wurde, ist überaus interessant.

Zitat:Was mich im Zusammenhang der "100 Tage" allerdings mehr interessieren würde: Wie finanzierte Napoleon die Armee, die dann bei Waterloo unterlag?!? Nutzte er den (noch) vorhandenen Staatsschatz, der ja wohl noch unter seiner Ägide aufgebaut worden sein müsste? Oder schaffte er es tatsächlich, Kredite aufzutun? Als abgesetzter und gerade erst aus dem Exil "wieder erstandener" Kaiser der Franzosen?!? DIE Kreditgeber würden mich tatsächlich interessieren, die nach so kurzer Zeit schon wieder auf "Sieg Napoleon" setzten...Wink

Das ist tatsächlich eine überaus interessante Frage.
Mal nachsehen

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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30.07.2016, 10:13
Beitrag: #10
RE: Das Ergebnis der 100 Tage
Habe mal bei Treue nachgesehen.
https://books.google.de/books?id=dU-pBv1...te&f=false

leider nichts gefunden.
Die Printausgabe habe ich zu Hause, nachher mal sehen.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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30.07.2016, 13:18
Beitrag: #11
RE: Das Ergebnis der 100 Tage
Um die Rekruten und Veteranen 1815 zu mobilisieren, bedurfte es m.W. wenig. Die Waffen waren ja noch da. Man kann spekulieren, aber wenn Napoleon bei Waterloo gesiegt hätte, wäre seine Niederlage noch viel schlimmer geworden. Über eine Million Soldaten aus Russland, Österreich und Preussen waren auf dem Marsch nach Westen.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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