Antwort schreiben 
 
Themabewertung:
  • 0 Bewertungen - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Heuneburg
18.09.2016, 21:12
Beitrag: #1
Heuneburg
Ich war heute, 18.9.2016 auf der Heuneburg.
Von mir nur eine Dreiviertel Stunde Landstraße entfernt, so komme ich eigentlich jedes Jahr mal hin.

Auf was ich hinweisen wollte, es ist immens, was dort die letzten Jahre alles gegangen ist.
Die Donau wurde in dem Bereich renaturiert, früher war sie zB von der Lehmziegelmauer aus überhaupt nicht zu sehen, verlief viel zu nahe an der Böschung. Jetzt mäanderiert sie, wie sie es hier wohl immer tat.
Der Bewuchs und die Bewaldund der Böschungen und Terrassen wurden kpl. entfernt. Man kann sich nun einen viel zutreffenderen indruch verschaffen. Die Terrassierungen waren im Gelände eigentlich gar nicht zu erkennen. Auch die ganzen Abböschungen und Geländenivellierungen werden auch dem unbeleckten Betrachter deutlich.
Im Außenbezirk wurde ein gewaltiges Steintor entdeckt und in den Grundmauern rekonstruiert, mit einem stählernen "Lehrgerüst" die Höhendimension angedeutet.

maW: wer vor Jahren schon mal dort war, kann den Besuch wiederholen, er wird vieles Neue und Wichtige sehen.


Perönlich hat sich heute bei mir der Eindruck verfestigt, dass die Meinung, der Mensch würde sich erst seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert einen Blick für die Schönheiten der Natur angeschafft6 haben, falsch ist.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
18.09.2016, 21:58
Beitrag: #2
RE: Heuneburg
(18.09.2016 21:12)Suebe schrieb:  Perönlich hat sich heute bei mir der Eindruck verfestigt, dass die Meinung, der Mensch würde sich erst seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert einen Blick für die Schönheiten der Natur angeschafft6 haben, falsch ist.

Die Heuneburg kenne ich zwar nicht, aber das Gefühl kenne ich von den Orkneys....

Auf dem Grabstein dess Kapitalismus wird stehen: "Zuviel war nicht genug"
Volker Pispers
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
18.09.2016, 23:24
Beitrag: #3
RE: Heuneburg
Für den Sueben nur ein heimatliches Beispiel: Schon im 16.Jahrhundert nannten seine Vorfahren ein Waldgebiet Schönbuch und zwar schön weil schön.

"Es gibt nur eine Sache die größer ist als die Liebe zur Freiheit: Der Hass auf die Person, die sie dir weg nimmt."(Che Guevara)
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
19.09.2016, 17:06
Beitrag: #4
RE: Heuneburg
(18.09.2016 21:12)Suebe schrieb:  Ich war heute, 18.9.2016 auf der Heuneburg.

Wie ich bei der alten Tante Wiki las, wird vom Prähistoriker Manfred Eggert der Begriff "Fürstensitz" kritisiert.

Warum?
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
19.09.2016, 19:13
Beitrag: #5
RE: Heuneburg
(19.09.2016 17:06)Dietrich schrieb:  
(18.09.2016 21:12)Suebe schrieb:  Ich war heute, 18.9.2016 auf der Heuneburg.

Wie ich bei der alten Tante Wiki las, wird vom Prähistoriker Manfred Eggert der Begriff "Fürstensitz" kritisiert.

Warum?

Kein Schimmer warum. Aber was soll das auch heißen "Fürstensitz" das ist ein Wort, sonst nichts.
Da mögen die Fachgelehrten trefflich darüber streiten. Erkenntnisgewinn sehe ich da keinen weiter.
Die Heuneburg war ziemlich sicher Pirene. Der erste namentlich bekannte Ort Mitteleuropas.

Selbstzitat:
Zitat:Die Donau wurde in dem Bereich renaturiert, früher war sie zB von der Lehmziegelmauer aus überhaupt nicht zu sehen, verlief viel zu nahe an der Böschung. Jetzt mäanderiert sie, wie sie es hier wohl immer tat.
Las ich erst heute Nacht.
Der Donau wurde auf ca. 3 Kilometer ein neues Bett gebaggert. Wobei eigentlich nur eine 2-3 Meter dicke Kieslage entfernt wurde, die in der frühen Neuzeit entstand. Man ist deshalb davon ausgegangen, dass nicht viel an Funden anfallen kann.
Wobei natürlich trotzdem untersucht wurde. Und man fand Latenezeitliche Funde in einer Häufung, dass es kein Zufall sein kann.
MaW es muss ein Stück weit Flussaufwärts eine Latenezeitliche Siedlung zu finden sein.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
19.09.2016, 19:28
Beitrag: #6
RE: Heuneburg
(19.09.2016 19:13)Suebe schrieb:  MaW es muss ein Stück weit Flussaufwärts eine Latenezeitliche Siedlung zu finden sein.

Hat man die in Bezgu auf die Heuneburg nicht eh schon lang gesucht? spannend...Smile
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
19.09.2016, 19:57
Beitrag: #7
RE: Heuneburg
(19.09.2016 19:28)913Chris schrieb:  
(19.09.2016 19:13)Suebe schrieb:  MaW es muss ein Stück weit Flussaufwärts eine Latenezeitliche Siedlung zu finden sein.

Hat man die in Bezgu auf die Heuneburg nicht eh schon lang gesucht? spannend...Smile


Das ist wohl so.
Man kann sich auch die "Nordverschiebung" des keltischen Schwerpunkts Asperg, Glauberg nicht so richtig erklären.
Auf der Heuneburg war da nur noch wenig bis nichts.
Jetzt wurde aber die "Alte Burg" bei Langenenslingen ins Spiel gebracht. Mal sehen was dort an Funden gemacht wird und an Erkenntnissen gewonnen wird.
Es ist auf alle Fälle frappierend, was möglich ist, wenn richtig Geld in den Hand genommen wird.
Als ich erstmal auf der Heuneburg war, ca. 1975 war dort eine Schafweide, man war voll und ganz auf die eigene Fantasie angewiesen.
Obwohl schon sensationelle Funde gemacht worden waren.

Später gab es dann ein paar Hinweistafeln.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
20.09.2016, 13:56
Beitrag: #8
RE: Heuneburg
Nun ja, das mit der Würdigung der Natur kommt wohl daher,dass erst ab der Romantik die Schönheit der Natur ein Thema der Literatur war.Vorher erfolgte die literarische Würdigung eher unter praktischen Gesichtspunkten wie Fruchtbarkeit oder Passierbarkeit .

was meinst du mit der "Nordverschiebung" des keltischen Schwerpunkts zum Glauberg ?
Der liegt zwar nordöstlich von Frankfurt ist aber m.E. eher im Zusammenhang mit der Eifel-Hunsrück-Taunuskultur als mit dem voralpinen Hallstatt-Kreis zu sehen. und datiert wohl zeitgleich mit der Heuneburg im 6. Jahrhundert v. Chr.
M.E. muss man von mehreren Schwerpunkten unterschiedlicher lokaler Gruppen ausgehen,die sich zeitgleich herausbildeten.

Weil wir gerade bei keltischen Höhensiedlungen sind- war schon mal jemand von Euch beim Hunnenring in Otzenhausen ?Habe jetzt auf der Urlaubsrückfahrt dort Station gemacht-der Wall ist gigantisch .
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
20.09.2016, 19:49
Beitrag: #9
RE: Heuneburg
./.
was meinst du mit der "Nordverschiebung" des keltischen Schwerpunkts zum Glauberg ?
Der liegt zwar nordöstlich von Frankfurt ist aber m.E. eher im Zusammenhang mit der Eifel-Hunsrück-Taunuskultur als mit dem voralpinen Hallstatt-Kreis zu sehen. und datiert wohl zeitgleich mit der Heuneburg im 6. Jahrhundert v. Chr.
M.E. muss man von mehreren Schwerpunkten unterschiedlicher lokaler Gruppen ausgehen,die sich zeitgleich herausbildeten.

[/quote]

Der Glauberg wird gleichzeitig mit dem Hohenasperg zu einem Schwerpunkt der Kelten, cirka zu der Zeit, als auf der Heuneburg "der Ofen aus" war.
etwa 400 v Chr.
Und woher und warum ist unbekannt.

Zitat:Weil wir gerade bei keltischen Höhensiedlungen sind- war schon mal jemand von Euch beim Hunnenring in Otzenhausen ?Habe jetzt auf der Urlaubsrückfahrt dort Station gemacht-der Wall ist gigantisch .

Kenne ich nicht.
Diese vielen Befestigungen allüberall wo Kelten lebten. Waren halt wilde Zeiten.
Ich habe hier schon öfter auf die Befestigungen fast auf jedem Buckel
der Schwäbischen Alb hingewiesen.

Da ist noch manche "Heuneburg" auszugraben.
OT: Den Gräbelesberg wollte ich mir im beginnenden Ruhestand selbst mal vornehmen. Da hat bis heute keiner Pinsel und Spaten angesetzt. Aber dazu braucht man halt auch Kenntnisse,
die ich nicht habe, und will ich mir die erwerben?

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
20.09.2016, 19:59
Beitrag: #10
RE: Heuneburg
(20.09.2016 19:49)Suebe schrieb:  Der Glauberg wird gleichzeitig mit dem Hohenasperg zu einem Schwerpunkt der Kelten, cirka zu der Zeit, als auf der Heuneburg "der Ofen aus" war.
etwa 400 v Chr.
Und woher und warum ist unbekannt.

Hm. Das fällt dann zeitlich mit der Besiedlungszeit des Altkönig zusammen, und das ist so weit zum Glauberg auch nicht.
Die Ringwälle des Altkönigs sind heute noch zu sehen, aber auch hier hat man bisher vergeblich nach dem Fürstengrab gesucht. Man ist nur sicher, dass es irgendwo sein muss...

(20.09.2016 19:49)Suebe schrieb:  OT: Den Gräbelesberg wollte ich mir im beginnenden Ruhestand selbst mal vornehmen. Da hat bis heute keiner Pinsel und Spaten angesetzt. Aber dazu braucht man halt auch Kenntnisse,
die ich nicht habe, und will ich mir die erwerben?

Ich wollte mich mal für die Grabungen am Ness of Brodgar bewerben. Gegen eine Spende von 250 BP durfte man eine Woche mitgraben. Leider habe ich zu lange gewartet- die Grabungskampagne ist jedes Jahr nur sechs Wochen lang und auf Jahre hinweg ausgebucht....

Auf dem Grabstein dess Kapitalismus wird stehen: "Zuviel war nicht genug"
Volker Pispers
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
20.09.2016, 20:14
Beitrag: #11
RE: Heuneburg
(20.09.2016 19:59)Bunbury schrieb:  
(20.09.2016 19:49)Suebe schrieb:  Der Glauberg wird gleichzeitig mit dem Hohenasperg zu einem Schwerpunkt der Kelten, cirka zu der Zeit, als auf der Heuneburg "der Ofen aus" war.
etwa 400 v Chr.
Und woher und warum ist unbekannt.

Hm. Das fällt dann zeitlich mit der Besiedlungszeit des Altkönig zusammen, und das ist so weit zum Glauberg auch nicht.
Die Ringwälle des Altkönigs sind heute noch zu sehen, aber auch hier hat man bisher vergeblich nach dem Fürstengrab gesucht. Man ist nur sicher, dass es irgendwo sein muss...

(20.09.2016 19:49)Suebe schrieb:  OT: Den Gräbelesberg wollte ich mir im beginnenden Ruhestand selbst mal vornehmen. Da hat bis heute keiner Pinsel und Spaten angesetzt. Aber dazu braucht man halt auch Kenntnisse,
die ich nicht habe, und will ich mir die erwerben?

Ich wollte mich mal für die Grabungen am Ness of Brodgar bewerben. Gegen eine Spende von 250 BP durfte man eine Woche mitgraben. Leider habe ich zu lange gewartet- die Grabungskampagne ist jedes Jahr nur sechs Wochen lang und auf Jahre hinweg ausgebucht....


Im Donautal, genauer dem Durchbruchstal durch die Alb zwischen tuttlingen und Sigmaringen, sind in den letzten Jahren die Archäologen mit den Höhlenforschern "ins Gespräch" gekommen.
Mit, für die Archäologen erstaunlichen Ergebnissen. Den Höhlenfroschern ist in der Peripherie ihres Hobbies mancher Fund "au passant" gelungen von dem die Archäologen jetzt profitieren.
Der Blick über den Zaun war schon immer lohnend.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Antwort schreiben 


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Kontakt    |     Startseite    |     Nach oben    |     Zum Inhalt    |     SiteMap    |     RSS-Feeds