Antwort schreiben 
 
Themabewertung:
  • 0 Bewertungen - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Wie stark war Poincare´an der Entfesselung des Ersten Weltkrieges beteiligt?
31.01.2017, 18:47
Beitrag: #21
RE: Wie stark war Poincare´an der Entfesselung des Ersten Weltkrieges beteiligt?
(31.01.2017 18:17)Arkona schrieb:  
(31.01.2017 17:58)Adolina schrieb:  Hier setzt Schmidt an. In Beitrag Nr. 6 führte ich bereits an, daß die französische politische Führungsspitze mit Poincare´ entgegen den Bedenken der Militärs, insbes. Joffre, gegen Lothringen vorgehen wollte, um die Mittelmächte im Zweifrontenkrieg schnell zu besiegen.

Das entsprach doch voll der damaligen Militärdoktrin aller Armeen. Generäle sind bekanntlich konservativ, sie wollten 1914 den Krieg wie im 19. Jahrhundert führen, ganz nach dem Motto: "Immer feste druff...". Daraus resultierten die blutigen Begegnungsschlachten im August/September 1914, die zur allgemeinen Erschöpfung beider Seiten führten. Die Armeen waren ausgeblutet, die Munition verschossen - die Produktion kam nicht nach. Eigentlich hätte man da Frieden beim Status quo machen müssen...

Schmidt berichtet auch anderes: "..Die erfahrensten Generale Joffres wurden vorstellig und begehrten gegen seinen Kriegsplan auf...der Kommandeur der 3. Armee, Gereral Pierre Ruffey, der Joffre beschwor, die belgische Achillesferse nicht ungeschützt zu lassen; sowie, zuletzt, das beste Pferd im Stall, der Kommandeur der 5. Armee, General Charles Lanrezac. Er konnte nicht verstehen, warum der Hauptteil der Armee an der deutschen Grenze stand, um eine Offensive in Lothringen zu beginnen, während die belgische Grenze ungeschützt gegen eine deutsche Invasion blieb (Schmidt, S. 393 f.)

Daß noch 1914, spätestens 1915, Frieden hätte geschlossen werden müssen, ist wohl richtig, Arkona. Aber wie sollte das gehen, da Milliarden an Kriegsanleihen gezeichnet worden waren, die man nicht verlieren wollte?
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
31.01.2017, 20:02
Beitrag: #22
RE: Wie stark war Poincare´an der Entfesselung des Ersten Weltkrieges beteiligt?
Um nochmals auf die Eingangsfrage zurückzukommen:
Was man nicht übersehen darf,
Frankreich war eine sehr instabile Demokratie, nicht von der Staatsform her, jedoch von den Regierungskoalitionen her.
Poincare hat vermutlich so ziemlich jeden Job in der Regierung mal gehabt, viele mehrfach und war auch öfter in der Opposition, hat zeitweilig der Politik überhaupt entsagt usw. usf.
Es ist von dem her eigentlich eher unwahrscheinlich, dass da über viele Jahre hinweg eine zielstrebige Politik in der Richtung durchgezogen werden kann.

Vielleicht mal zum Vergleich.
Im Deutschen Reich musste 1914 weder Reichstag noch Bundesrat (Die Vertretung der deutschen Fürsten) zur
Entscheidung Krieg oder Frieden auch nur gehört werden! Und wurden auch nicht gehört!
In Großbritannien war das anders, womit die Verletzung der belgischen Neutralität eine erhebliche Relevanz bekommt!

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
31.01.2017, 20:08
Beitrag: #23
RE: Wie stark war Poincare´an der Entfesselung des Ersten Weltkrieges beteiligt?
(31.01.2017 20:02)Suebe schrieb:  Es ist von dem her eigentlich eher unwahrscheinlich, dass da über viele Jahre hinweg eine zielstrebige Politik in der Richtung durchgezogen werden kann.

Eine zielstrebige Politik gab es nach 1871 durchaus in Frankreich quer durch fast alle Lager - die "Heimholung" Elsass-Lothringens oder, noch besser, die Rheingrenze in voller Länge.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
31.01.2017, 20:13
Beitrag: #24
RE: Wie stark war Poincare´an der Entfesselung des Ersten Weltkrieges beteiligt?
(31.01.2017 17:24)Adolina schrieb:  Soll ich Dir jetzt eine Vorlesung halten, Aguyar? Im Nirwana ist doch schon hinreichend über die termini technici der beiden Wissenschaften diskutiert worden. So, jetzt mal tacheles:

Was genau ist dagegen einzuwenden, wenn ich für die Zeit vor Einführung des Völkerstrafgesetzbuchs abgrenzend definiere:

I. Juristisch: Schuld ist persönliche Vorwerfbarkeit der Einzelperson oder einer strafbewehrten Gruppe von Einzelnen - Bande, kriminelle Vereinigung -hinsichtlich einer gesetzlich kodifizierten strafbaren Handlung?

II: geschichtswissenschaftlich: verantwortliche Verursachung bzw. Mitverursachung eines bestimmten historischen Ereignisses oder Ereignisgeflechtes? Eine sanktionsbewehrte persönliche Vorwerfbarkeit gab es damals ja nicht.

Auch eine Juristin hat nicht die Deutungshoheit über allgemein anerkannte Begriffe wie "Schuld" und "Verantwortung". Davon überzeugt mich auch eine Vorlesung nicht.

(31.01.2017 17:24)Adolina schrieb:  In einer "direkten" Demokratie übernimmt der souveräne Bürger sehr wohl die Verantwortung für sein Anstimmungsverhalten alleine schon dadurch, daß er abgestimmt hat und mit späterer erneuter Abstimmung rechnen muß.

Da ich mein ganzes Leben als Bürger einer direkten Demokratie verbracht habe, masse ich mir an, die Befindlichkeiten meiner Mitbürger hinsichtlich Verwantwortung ihres Abstimmverhaltens besser beurteilen zu können als die Bürgerin einer repräsentativen Demokratie, für welche "Schuld" lediglich ein Begriff juristischer Dimension ist.

(31.01.2017 17:24)Adolina schrieb:  Im übrigen habe ich ein wenig schon jetzt das Gefühl.....na, Du weißt schon...

Ich bin empathisch nicht ganz auf der Höhe und im Moment zu faul, über Andeutungen deiner Gefühlslage zu spekulieren. Aber ich kann Dir andeuten, dass ich ein wenig schon jetzt das Gefühl habe ... na, dass das Ganze Richtung Reichsbürgerschaft abdriftet.

Und mein diesbezügliches Gefühl hat jetzt nichts mit den Diskussionen im Nirwana bez. Justiz/Historie zu tun (es ist kein Geheimnis, dass ich dort als "Armer Konrad" unterwegs bin) sondern mit der dortigen Diskussion, dass das "Dritte Reich" nie kapuliert hat (sondern nur die Armee) und infolgedessen auch noch weiterhin existiert.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
31.01.2017, 20:44
Beitrag: #25
RE: Wie stark war Poincare´an der Entfesselung des Ersten Weltkrieges beteiligt?
(31.01.2017 20:08)Arkona schrieb:  
(31.01.2017 20:02)Suebe schrieb:  Es ist von dem her eigentlich eher unwahrscheinlich, dass da über viele Jahre hinweg eine zielstrebige Politik in der Richtung durchgezogen werden kann.

Eine zielstrebige Politik gab es nach 1871 durchaus in Frankreich quer durch fast alle Lager - die "Heimholung" Elsass-Lothringens oder, noch besser, die Rheingrenze in voller Länge.


Das war zweifellos das einzige Kontinuum der französischen Politik 1871 bis 1914

nur,
da quer durch alle Parteien über Jahre hinweg, auch wenn des Ziel von "allen" gewollt ist, über den Weg dorthin gibt es gemeinhin "immer" Differenzen,
nööö
unwahrscheinlich.


Dagegen im Juli 1914,

.... jetzt haben wir den Boche endlich wo wir wollen,....
jetzt aber...
bloß keinen Fehler machen, damit die Briten auch mitmachen...

das ist durchaus vorstellbar.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
31.01.2017, 21:05
Beitrag: #26
RE: Wie stark war Poincare´an der Entfesselung des Ersten Weltkrieges beteiligt?
(31.01.2017 20:13)Aguyar schrieb:  [...]
Und mein diesbezügliches Gefühl hat jetzt nichts mit den Diskussionen im Nirwana bez. Justiz/Historie zu tun (es ist kein Geheimnis, dass ich dort als "Armer Konrad" unterwegs bin) sondern mit der dortigen Diskussion, dass das "Dritte Reich" nie kapuliert hat (sondern nur die Armee) und infolgedessen auch noch weiterhin existiert.

So eindeutig und umumstritten, wie viele gerne tun, ist die Sache aber nicht. Es sind keineswegs nur abgedrehte "Reichsbürger" bzw Rechtsextremisten, die diese These vertreten, sondern auch namhafte und anerkannte Experten wie Blumenwitz:

Zitat:[...] Bei der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Streitkräfte am 7. und 8. Mai 1945, welche nach Auffassung von Dieter Blumenwitz „auch nur ein militärischer Akt [war] und deshalb die rechtliche Substanz der deutschen Staatsgewalt nicht entscheidend treffen [konnte]“, wurde Deutschland faktisch dennoch jeglicher exekutiver Gewalt enthoben, existierte als völkerrechtliches Subjekt jedoch weiter. [...]

https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtslage..._nach_1945



(Suebe wird sich jetzt gleich wieder in ein Rumpelstilzchen verwandeln, aber damit kann ich leben. Cool )

MfG, Titus Feuerfuchs
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
31.01.2017, 21:20
Beitrag: #27
RE: Wie stark war Poincare´an der Entfesselung des Ersten Weltkrieges beteiligt?
(31.01.2017 21:05)Titus Feuerfuchs schrieb:  
(31.01.2017 20:13)Aguyar schrieb:  [...]
Und mein diesbezügliches Gefühl hat jetzt nichts mit den Diskussionen im Nirwana bez. Justiz/Historie zu tun (es ist kein Geheimnis, dass ich dort als "Armer Konrad" unterwegs bin) sondern mit der dortigen Diskussion, dass das "Dritte Reich" nie kapuliert hat (sondern nur die Armee) und infolgedessen auch noch weiterhin existiert.

So eindeutig und umumstritten, wie viele gerne tun, ist die Sache aber nicht. Es sind keineswegs nur abgedrehte "Reichsbürger" bzw Rechtsextremisten, die diese These vertreten, sondern auch namhafte und anerkannte Experten wie Blumenwitz:

Zitat:[...] Bei der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Streitkräfte am 7. und 8. Mai 1945, welche nach Auffassung von Dieter Blumenwitz „auch nur ein militärischer Akt [war] und deshalb die rechtliche Substanz der deutschen Staatsgewalt nicht entscheidend treffen [konnte]“, wurde Deutschland faktisch dennoch jeglicher exekutiver Gewalt enthoben, existierte als völkerrechtliches Subjekt jedoch weiter. [...]

https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtslage..._nach_1945



(Suebe wird sich jetzt gleich wieder in ein Rumpelstilzchen verwandeln, aber damit kann ich leben. Cool )

Ganz und gar nicht.
Wie ist denn der völkerrechtliche Status Österreichs?
Kein Friedensvertrag?
Nur die Kapitulation der Großdeutschen Wehrmacht!
Demnach völlig undurchsichtig.
Die letzte Präsidentenwahl könnt ihr auch gleich mit schwarzer Tinte in den Kamin schreiben.
Gibts ja nicht als völkerrechtliches Subjekt?
Was gilt jetzt?
Die Volksabstimmung von Anno 38?
AngelAngelAngelAngelAngelAngelAngel:

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
31.01.2017, 23:55
Beitrag: #28
RE: Wie stark war Poincare´an der Entfesselung des Ersten Weltkrieges beteiligt?
(31.01.2017 15:27)Adolina schrieb:  [...] Ein ganzes Volk kann danach garnicht schuldig sein. Mehr sagte ich nicht, Aguyar. Wir wollen schon exakt arbeiten, nicht auf dem Niveau des Geschichts - Forums. Ob wir die früheren Kriegsverursacher - auch des I.WK - nicht als Schuldige, sondern als verantwortliche Verursacher bezeichnen, das macht qualitativ keinerlei Unterschied, ist aber genauer definiert.

Imho ein bißchen eine Diskussion um des Kaisers Bart. Wenn man im historischen Diskurs den WK1 betreffend von Schuld spricht, ist klar, was gemeint ist. Logisch, dass es sich hier um den Verursacher handelt. Schließlich diskutieren wir den Begriff geschichtswissenschaftlich und nicht juristisch.

Kriegsführung als Straftatbestand? Totes Recht? Wer zieht z.B. die USA für ihren Angriffskrieg auf den Irak zur Rechenschaft? Niemand.

Dass ein Volk keine Kollektivschuld tragen kann, ist evident, auch wenn's gar nicht so wenige Leute gibt, die das anders sehen.

MfG, Titus Feuerfuchs
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
01.02.2017, 00:01
Beitrag: #29
RE: Wie stark war Poincare´an der Entfesselung des Ersten Weltkrieges beteiligt?
(31.01.2017 21:05)Titus Feuerfuchs schrieb:  So eindeutig und umumstritten, wie viele gerne tun, ist die Sache aber nicht. Es sind keineswegs nur abgedrehte "Reichsbürger" bzw Rechtsextremisten, die diese These vertreten, sondern auch namhafte und anerkannte Experten wie Blumenwitz:

[quote][...] Bei der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Streitkräfte am 7. und 8. Mai 1945, welche nach Auffassung von Dieter Blumenwitz „auch nur ein militärischer Akt [war] und deshalb die rechtliche Substanz der deutschen Staatsgewalt nicht entscheidend treffen [konnte]“, wurde Deutschland faktisch dennoch jeglicher exekutiver Gewalt enthoben, existierte als völkerrechtliches Subjekt jedoch weiter. [...]

https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtslage..._nach_1945

Wenn ein Rechtsextremer unter den Juristen, namhaft oder nicht, dieser Ansicht ist, heisst das noch lange nicht, dass die Gesamtheit der Völkerrechtler diese Rechtsauffassung teilt (bis jetzt haben wir mit Blumenwitz und Adolina immerhin zwei).
Auch die abgedrehten Rechtsextremen und vielleicht sogar die Reichsbürger haben ihre Juristen und ich würde nie behaupten, dass die blöd sind.

Dass Blumenwitz ein Rechtsextremer übelster Sorte (meine Einschätzung) war und mir ein Begriff ist, ist ein Zufall. Ich verdanke diese Kenntnis lediglich meinen persönlichen Bindungen zu Chile. Der Saukerl hat die Colonia Dignidad (ich nehme an, Du bist in etwa über Schäfers Sekte im Bilde) rechtlich (völkerrechtlich ?) gegen Amnesty vetreten. Zudem hat er an der Vefassung von Pinochet (der Diktator hatte ein Verfassung !) mitgewurstelt - das ist in etwa so, als würde ein Völkerrechtler (das war Blumenwitz) das nordkoreanische Regime legitimieren. Wenn man Blumenwitz' Interpretationen zum Massstab machen will, kann man gleich über die völkerrechtliche Anerkennung von Folter diskutieren.

Ansonsten weiss Marek (ich bin jetzt politisch sicher nicht auf derselben Seite wie er) vielleicht mehr über den Kerl. Ich meine mich zu erinnern, dass er sich mal als Vertreter der Sudetendeutschen mit Tschechien angelegt hat.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
01.02.2017, 02:07
Beitrag: #30
RE: Wie stark war Poincare´an der Entfesselung des Ersten Weltkrieges beteiligt?
Mag sein, dass deine Ausführung über Blumenwitz korrekt ist, das entzieht sich zz meiner Kenntnis. Aber Blumenwitz ist nicht der Punkt.

Der Punkt ist, dass die Rechtslage Deutschlands nach 1945 keineswegs so eindeutig ist, wie allgemein angenommen und auch nicht so unumstritten.

Das sieht ja auch - das hoffentlich politisch unverdächtige- Bundesverfassungsgericht so:

Zitat:Auch das Bundesverfassungsgericht war in zahlreichen Entscheidungen vom Fortbestand des Deutschen Reiches ausgegangen:

„In wissenschaftlichen Erörterungen ist die Tatsache, daß nur die Wehrmacht und nicht die Regierung bedingungslos kapituliert hat, lediglich als Beweis für die Kontinuität eines einheitlichen Deutschland gewertet worden. Die Alliierten haben danach die Staatsgewalt in Deutschland kraft eigenen Okkupationsrechtes, nicht kraft Übertragung durch eine deutsche Regierung ausgeübt; die Staatsgewalt der später neu gebildeten deutschen Regierungsorgane beruht nicht auf einer Rückübertragung durch die Alliierten, sondern stellt ursprüngliche deutsche Staatsgewalt dar, die mit dem Zurücktreten der Okkupationsgewalt wieder frei geworden ist.“


https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtslage...dstheorien

MfG, Titus Feuerfuchs
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
01.02.2017, 10:05
Beitrag: #31
RE: Wie stark war Poincare´an der Entfesselung des Ersten Weltkrieges beteiligt?
(01.02.2017 02:07)Titus Feuerfuchs schrieb:  ... die Staatsgewalt der später neu gebildeten deutschen Regierungsorgane beruht nicht auf einer Rückübertragung durch die Alliierten, sondern stellt ursprüngliche deutsche Staatsgewalt dar, die mit dem Zurücktreten der Okkupationsgewalt wieder frei geworden ist.“

Dann kann aber das dritte Reich nicht noch als "völkerrechtliches Subjekt" herumgeistern, wenn die neu gebildeten Regierungsorgane (BRD/DRR) die ursprüngliche Staatsgewalt ausübten. Das ist schliesslich der Streitpunkt, und nicht, ob lediglich die Armee oder ganze Staat kapituliert hat. Bei Japan zweifelt m.W. auch niemand an, dass die Staatsgewalt des Kaiserreichs auf die heutige Regierung Japans überging. Oder hat Japan nach Hiroshima als Land kapituliert und nicht "nur" die japanische Armee ? Wieso ist das dort kein Thema ? Wahrscheinlich weil die keine Reichsbürger haben.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
01.02.2017, 13:33
Beitrag: #32
RE: Wie stark war Poincare´an der Entfesselung des Ersten Weltkrieges beteiligt?
(31.01.2017 20:02)Suebe schrieb:  ..Es ist von dem her eigentlich eher unwahrscheinlich, dass da über viele Jahre hinweg eine zielstrebige Politik in der Richtung durchgezogen werden kann...

Lt. Schmidt geht es nur um den Zeitraum 2/1912 - Ende 7/1914, Suebe.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
01.02.2017, 13:38
Beitrag: #33
RE: Wie stark war Poincare´an der Entfesselung des Ersten Weltkrieges beteiligt?
(31.01.2017 20:08)Arkona schrieb:  
(31.01.2017 20:02)Suebe schrieb:  Es ist von dem her eigentlich eher unwahrscheinlich, dass da über viele Jahre hinweg eine zielstrebige Politik in der Richtung durchgezogen werden kann.

Eine zielstrebige Politik gab es nach 1871 durchaus in Frankreich quer durch fast alle Lager - die "Heimholung" Elsass-Lothringens oder, noch besser, die Rheingrenze in voller Länge.

Ja, Arkona, aber wie wir sicher später noch erörtern werden, gab es eine Mehrzahl weiterer Gesichtspunkte, z.B. daß Poincare´selber Lothringer war.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
01.02.2017, 13:44
Beitrag: #34
RE: Wie stark war Poincare´an der Entfesselung des Ersten Weltkrieges beteiligt?
(31.01.2017 23:55)Titus Feuerfuchs schrieb:  
(31.01.2017 15:27)Adolina schrieb:  [...] Ein ganzes Volk kann danach garnicht schuldig sein. Mehr sagte ich nicht, Aguyar. Wir wollen schon exakt arbeiten, nicht auf dem Niveau des Geschichts - Forums. Ob wir die früheren Kriegsverursacher - auch des I.WK - nicht als Schuldige, sondern als verantwortliche Verursacher bezeichnen, das macht qualitativ keinerlei Unterschied, ist aber genauer definiert.

Imho ein bißchen eine Diskussion um des Kaisers Bart. Wenn man im historischen Diskurs den WK1 betreffend von Schuld spricht, ist klar, was gemeint ist. Logisch, dass es sich hier um den Verursacher handelt. Schließlich diskutieren wir den Begriff geschichtswissenschaftlich und nicht juristisch.

Kriegsführung als Straftatbestand? Totes Recht? Wer zieht z.B. die USA für ihren Angriffskrieg auf den Irak zur Rechenschaft? Niemand.

Dass ein Volk keine Kollektivschuld tragen kann, ist evident, auch wenn's gar nicht so wenige Leute gibt, die das anders sehen.

Es war nicht mein Bestreben, hier zwei Wissenschaften mit ihren termini durcheinanderzuwirbeln. Ohne Genauigkeit kommen wir aber in beiden Disziplinen nicht aus. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Rechtszustände wandeln sich nun einmal.

Und da Trumpp demnächst in Mexiko einmarschieren läßt, können wir ja schon mal einen Strafantrag formulierenWink
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
01.02.2017, 14:09
Beitrag: #35
RE: Wie stark war Poincare´an der Entfesselung des Ersten Weltkrieges beteiligt?
(31.01.2017 20:13)Aguyar schrieb:  Aber ich kann Dir andeuten, dass ich ein wenig schon jetzt das Gefühl habe ... na, dass das Ganze Richtung Reichsbürgerschaft abdriftet.
Und mein diesbezügliches Gefühl hat jetzt nichts mit den Diskussionen im Nirwana bez. Justiz/Historie zu tun (es ist kein Geheimnis, dass ich dort als "Armer Konrad" unterwegs bin) sondern mit der dortigen Diskussion, dass das "Dritte Reich" nie kapuliert hat (sondern nur die Armee) und infolgedessen auch noch weiterhin existiert.

Damit wir bald wieder zum Thema kommen: Was ich im Nirwana geäußert habe entspricht exakt der gefestigten Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und Du, Aguyar, willst doch nicht behaupten, das BverfG sei ein Reichsbürgernest?

Vor mehreren Jahren habe ich sog. Reichsbürgern schon entgegengehalten, daß sie demnächst wegen Verstoß gegen §§ 81, 82, 83, 86 a, 89, 90 a, 90 b, 111, 113, 114, 127, 129, 130, 132, 132 a, 185 ff. StGB zur Rechenschaft gezogen werden könnten und habe ihnen im Umgang mit unseren Gesetzen Dummheit, ja Borniertheit und Ignoranz entgegengehalten.

Liege ich richtig, daß Du mich hier unelegant ausmanövrieren willst? Es wird Dir nicht gelingen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
01.02.2017, 17:39
Beitrag: #36
RE: Wie stark war Poincare´an der Entfesselung des Ersten Weltkrieges beteiligt?
(01.02.2017 10:05)Aguyar schrieb:  
(01.02.2017 02:07)Titus Feuerfuchs schrieb:  ... die Staatsgewalt der später neu gebildeten deutschen Regierungsorgane beruht nicht auf einer Rückübertragung durch die Alliierten, sondern stellt ursprüngliche deutsche Staatsgewalt dar, die mit dem Zurücktreten der Okkupationsgewalt wieder frei geworden ist.“

Dann kann aber das dritte Reich nicht noch als "völkerrechtliches Subjekt" herumgeistern, wenn die neu gebildeten Regierungsorgane (BRD/DRR) die ursprüngliche Staatsgewalt ausübten. Das ist schliesslich der Streitpunkt, und nicht, ob lediglich die Armee oder ganze Staat kapituliert hat. Bei Japan zweifelt m.W. auch niemand an, dass die Staatsgewalt des Kaiserreichs auf die heutige Regierung Japans überging. Oder hat Japan nach Hiroshima als Land kapituliert und nicht "nur" die japanische Armee ? Wieso ist das dort kein Thema ? Wahrscheinlich weil die keine Reichsbürger haben.

Mein Gott, warum alles so unbeleckt und künstlich verkompliziert, wo es doch so einfach, auch überwiegend auf gut deutsch auszudrücken ist:

Das Deutsche Reich in den Grenzen von zumindest 1937 ist bis heute rechtlich vorhanden, aber mangels Organen handlungsunfähig. Auf einem seiner Teilgebiete wurde unter der Schirmherrschaft der Alliierten das Konstrukt eigener Art - sui generis - BRD errichtet, welches sich seit 1949 durch Zeitablauf, Anerkennung und Vorhandensein von Staatsgebiet, Staatsvolk sowie hoheitlicher Gewaltausübung als Staat geriert und somit tatsächlich Staat ist - fait accompli -, aber ohne wirkliche Nationalverfassung aller seiner Teile. Basta!

Ich hoffe, daß wir jetzt wieder zu den unter Beitrag Nr. 5 genannten 3 Punkten Schmidts sowie zu Aguyars Beitrag Nr. 6 kommen können.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
01.02.2017, 17:55
Beitrag: #37
RE: Wie stark war Poincare´an der Entfesselung des Ersten Weltkrieges beteiligt?
(31.01.2017 20:44)Suebe schrieb:  Dagegen im Juli 1914,
.... jetzt haben wir den Boche endlich wo wir wollen,....
jetzt aber...
bloß keinen Fehler machen, damit die Briten auch mitmachen...

das ist durchaus vorstellbar.

Schmidt agumentiert dergestalt, Suebe, daß Frankreich und Britannien sich schon mindestens 2 Jahre früher, wenn auch ohne kodifizierte Abmachungen, der gegenseitigen Beistandspflicht versichert hatten. Aber dazu kommen wir noch.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
01.02.2017, 19:17
Beitrag: #38
RE: Wie stark war Poincare´an der Entfesselung des Ersten Weltkrieges beteiligt?
(01.02.2017 17:55)Adolina schrieb:  Schmidt agumentiert dergestalt, Suebe, daß Frankreich und Britannien sich schon mindestens 2 Jahre früher, wenn auch ohne kodifizierte Abmachungen, der gegenseitigen Beistandspflicht versichert hatten. Aber dazu kommen wir noch.

Da will ich dir gar nicht so ohne weiteres widersprechen, es gibt da durchaus ein paar Punkte die in die Richtung deuten.
Nicht zuletzt die britisch-russische Marinekonvention deren Bestehen von Grey glatt abgestritten wurde, die Deutschen aus Agentenmeldungen aber recht genau Bescheid wussten.

Was man nicht vergessen darf, bei den Briten musste das Parlament einem Krieg zustimmen, und es ist zumindest ungewiss, ob es ohne Bruch der belgischen Neutralität zugestimmt hätte.
Der Aufmarsch der Armee im Osten, wie ihn Wilhelm dann wollte, wäre die Lösung gewesen.
Moltke hat dies, vermutlich trotz besserem Wissen, als unmöglich dargestellt.

Es gab im Juli 1914 schon etliche die den Krieg genau so wollten wie er anfing.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
01.02.2017, 20:29
Beitrag: #39
RE: Wie stark war Poincare´an der Entfesselung des Ersten Weltkrieges beteiligt?
@Adolina & Aguyar

(01.02.2017 17:39)Adolina schrieb:  
(01.02.2017 10:05)Aguyar schrieb:  Dann kann aber das dritte Reich nicht noch als "völkerrechtliches Subjekt" herumgeistern, wenn die neu gebildeten Regierungsorgane (BRD/DRR) die ursprüngliche Staatsgewalt ausübten. Das ist schliesslich der Streitpunkt, und nicht, ob lediglich die Armee oder ganze Staat kapituliert hat. Bei Japan zweifelt m.W. auch niemand an, dass die Staatsgewalt des Kaiserreichs auf die heutige Regierung Japans überging. Oder hat Japan nach Hiroshima als Land kapituliert und nicht "nur" die japanische Armee ? Wieso ist das dort kein Thema ? Wahrscheinlich weil die keine Reichsbürger haben.

Mein Gott, warum alles so unbeleckt und künstlich verkompliziert, wo es doch so einfach, auch überwiegend auf gut deutsch auszudrücken ist:

Das Deutsche Reich in den Grenzen von zumindest 1937 ist bis heute rechtlich vorhanden, aber mangels Organen handlungsunfähig. Auf einem seiner Teilgebiete wurde unter der Schirmherrschaft der Alliierten das Konstrukt eigener Art - sui generis - BRD errichtet, welches sich seit 1949 durch Zeitablauf, Anerkennung und Vorhandensein von Staatsgebiet, Staatsvolk sowie hoheitlicher Gewaltausübung als Staat geriert und somit tatsächlich Staat ist - fait accompli -, aber ohne wirkliche Nationalverfassung aller seiner Teile. Basta!

So einfach scheint das aber nicht zu sein, da sich die Rechtswissenschaft darüber selbst nicht einig ist.
Ich denke insoweit kann es abseits kruder Verschwörungstheorien und radikalisierter Randgruppen einen Konsens geben?

Die Fortbestandstheorie scheint mir zumindest bis zum Inkrafttreten des 2+4-Vertrages plausibel zu sein.

MfG, Titus Feuerfuchs
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
02.02.2017, 12:24
Beitrag: #40
RE: Wie stark war Poincare´an der Entfesselung des Ersten Weltkrieges beteiligt?
(01.02.2017 20:29)Titus Feuerfuchs schrieb:  @Adolina & Aguyar

(01.02.2017 17:39)Adolina schrieb:  Mein Gott, warum alles so unbeleckt und künstlich verkompliziert, wo es doch so einfach, auch überwiegend auf gut deutsch auszudrücken ist:

Das Deutsche Reich in den Grenzen von zumindest 1937 ist bis heute rechtlich vorhanden, aber mangels Organen handlungsunfähig. Auf einem seiner Teilgebiete wurde unter der Schirmherrschaft der Alliierten das Konstrukt eigener Art - sui generis - BRD errichtet, welches sich seit 1949 durch Zeitablauf, Anerkennung und Vorhandensein von Staatsgebiet, Staatsvolk sowie hoheitlicher Gewaltausübung als Staat geriert und somit tatsächlich Staat ist - fait accompli -, aber ohne wirkliche Nationalverfassung aller seiner Teile. Basta!

So einfach scheint das aber nicht zu sein, da sich die Rechtswissenschaft darüber selbst nicht einig ist.
Ich denke insoweit kann es abseits kruder Verschwörungstheorien und radikalisierter Randgruppen einen Konsens geben?

Die Fortbestandstheorie scheint mir zumindest bis zum Inkrafttreten des 2+4-Vertrages plausibel zu sein.

Darf ich vorschlagen, Titus Feuerfuchs, daß wir dieses Faß jetzt zumachen, damit wir wieder zum I. WK kommen? Sonst hört diese Diskussion hier nie mehr auf. Was soll denn werden, wenn ich jetzt damit komme, daß der 2+4 - Vertrag obsolet ist, weil die rechtswidrig abgetrennten und annektierten deutschen Ostprovinzen an diesem "Verrtrag" garnicht beteiligt waren? Auch dort lebt - wenn auch als Minderheit - noch der deutsche Souverän, der nie gefragt wird, wenn es um deutsche Rechte geht.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Antwort schreiben 


Möglicherweise verwandte Themen...
Thema: Verfasser Antworten: Ansichten: Letzter Beitrag
  Dreckbreggl so graoß wia Wengerthäusla - Ein Schicksal im Ersten Weltkrieg Grossheppacher 0 446 10.11.2018 10:58
Letzter Beitrag: Grossheppacher
Brick Unbeachtetes und Vergessenes zu Vorgeschichte und Verlauf des Ersten Weltkrieges... Adolina 70 37.066 06.03.2017 01:23
Letzter Beitrag: Titus Feuerfuchs
Brick Geschichten den ersten Weltkrieg betreffend . Luki 70 54.062 15.01.2015 13:52
Letzter Beitrag: Suebe

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Kontakt    |     Startseite    |     Nach oben    |     Zum Inhalt    |     SiteMap    |     RSS-Feeds