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Wandel durch Annäherung - Presseschau
26.03.2017, 00:59
Beitrag: #1
Wandel durch Annäherung - Presseschau
Es scheint in den Grenzregionen, zumindest in Pannonien zwischen Römern und Hunnen durchaus einen "Wandel durch Annäherung" gegeben haben.
Anders als dies uns die Schriftquellen glauben machen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensc...40404.html

aus dem Link
Zitat:Auf sämtlichen Friedhöfen fanden die Forscher Beispiele für eine bäuerliche wie auch für eine nomadische Lebensweise. Vor allem aber fanden sie Hinweise darauf, dass Menschen ihre Ernährung plötzlich umstellten - und zwar in beide Richtungen. "Der Wandel der Wirtschaft zeigt eine Lebensweise, die wir für diese Zeit nirgendwo sonst in Europa finden", so Hakenbeck. Die Hunnen brachten demnach eine neue Lebensweise in die Region, die von manchen Menschen - zumindest teilweise - übernommen wurde. Umgekehrt fanden demnach manche Hirten Gefallen am bäuerlichen Leben.

Weitere Resultate stützen diese Interpretation: Die auf den Friedhöfen gefundenen Menschen hatten eine sehr unterschiedliche Herkunft - und zwar unabhängig davon, ob die Gräber noch auf dem Gebiet des Römischen Reiches lagen oder außerhalb davon. Die Strontium-Analysen zeigen, dass 30 bis 50 Prozent der Menschen nicht aus jener Gegend stammten, in der sie beigesetzt waren.

Ach war das eine Freude, als Gott der Herr mich schuf, ein Kerl wie Samt und Seide .....
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17.04.2017, 16:52
Beitrag: #2
RE: Wandel durch Annäherung - Presseschau
Wer weiß, wie durchlässig der Limes bei uns schon war, der kann isch gut vorstellen, wie intensiv der Kontakt in der Pannonischen Tiefebene erst gewesen sein muss, wo ja zwar die Donau als "nasser Limes" herhalten musste, aber der Fluss ist trotz seiner Breite ja durchaus zu überqueren, per boot z.B. Wink
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21.04.2017, 15:41
Beitrag: #3
RE: Wandel durch Annäherung - Presseschau
(26.03.2017 00:59)Suebe schrieb:  Es scheint in den Grenzregionen, zumindest in Pannonien zwischen Römern und Hunnen durchaus einen "Wandel durch Annäherung" gegeben haben.
Anders als dies uns die Schriftquellen glauben machen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensc...40404.html

Schon immer haben neue Herren die Bauern ungestört auf ihren Feldern arbeiten lassen, da sie auf den Ertrag der bäuerlichen Wirtschaft angewiesen waren. Er bildete schließlich die Lebensgrundlage sowohl alter als auch neuer Herren, sodass sich für die bäuerliche Bevölkerung wenig änderte. Sie war schon immer unfrei oder leibeigen und tauschte lediglich einen alten gegen einen neuen Herren aus.

Das gilt natürlich auch dann, wenn nomadische Steppenreiter wie die Hunnen und später im gleichen Raum die Awaren als Eroberer vom Land Besitz ergriffen. Es kann daher nicht verwundern, wenn in Pannonien Hunnen und alteingesessene Bauern friedlich zusammenlebten: Die Hunnen befahlen, die Bauern hatten zu gehorchen. Das kannten sie ohnehin seit jeher.

Neu ist mir, dass Bauern angeblich zu Nomaden und Nomaden zu Bauern wurden. Die im Artikel angeführten archäologischen Befunde können diese Hypothese nur wenig stützen.
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21.04.2017, 21:46
Beitrag: #4
RE: Wandel durch Annäherung - Presseschau
(21.04.2017 15:41)Dietrich schrieb:  Schon immer haben neue Herren die Bauern ungestört auf ihren Feldern arbeiten lassen, da sie auf den Ertrag der bäuerlichen Wirtschaft angewiesen waren. Er bildete schließlich die Lebensgrundlage sowohl alter als auch neuer Herren, sodass sich für die bäuerliche Bevölkerung wenig änderte. Sie war schon immer unfrei oder leibeigen und tauschte lediglich einen alten gegen einen neuen Herren aus.

Das kann man aber so nicht sagen. Die germanischen Bauern waren die Herren des Landes und Krieger. Es gabe allerdings auch Leibeigene. Das Verhältnis von Freien und Leibeigenen konnte schwanken. Die Leibeigenschaft nahm im Mittelalter zu. Die Aussage trifft für Leibeigene zu.
Leibeigene waren teilweise Landarbeiter u.a. Knechte u. teilweise bewirtschafteten sie relativ selbständig Höfe.

viele Grüße

Paul

aus dem hessischen Tal der Loganaha (Lahn)
in der Nähe von Wetflaria (Wetzlar) und der ehemaligen Dünsbergstadt
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22.04.2017, 09:38
Beitrag: #5
RE: Wandel durch Annäherung - Presseschau
(21.04.2017 21:46)Paul schrieb:  
(21.04.2017 15:41)Dietrich schrieb:  Schon immer haben neue Herren die Bauern ungestört auf ihren Feldern arbeiten lassen, da sie auf den Ertrag der bäuerlichen Wirtschaft angewiesen waren. Er bildete schließlich die Lebensgrundlage sowohl alter als auch neuer Herren, sodass sich für die bäuerliche Bevölkerung wenig änderte. Sie war schon immer unfrei oder leibeigen und tauschte lediglich einen alten gegen einen neuen Herren aus.

Das kann man aber so nicht sagen. Die germanischen Bauern waren die Herren des Landes und Krieger. Es gabe allerdings auch Leibeigene. Das Verhältnis von Freien und Leibeigenen konnte schwanken. Die Leibeigenschaft nahm im Mittelalter zu. Die Aussage trifft für Leibeigene zu.
Leibeigene waren teilweise Landarbeiter u.a. Knechte u. teilweise bewirtschafteten sie relativ selbständig Höfe.


Der freie Germane bearbeitet pflügend sein Land.
Das stimmt so schon.
Der leibeigene Germane aber ebenfalls.
Man darf die Leibeigenschaft nicht mit der Sklaverei (die es bei den Germanen natürlich auch gab) gleichsetzen.

Der freie Germane war, wie du schreibst Krieger. also wehrpflichtig.
Und diese Wehrpflicht war mit erheblichen Kosten verbunden, Waffen, evtl. ein Kriegsross, und dann natürlich die Zeit der Abwesenheit von seiner freien Scholle, musste den Pflug etceterapp ein anderer bedienen....

Wollte sich der freie Germane dieser Kosten, also der Wehrpflicht entledigen konnte er diese einem anderen übergeben. Der dies natürlich nicht für lau machte. So wurde der freie Germane zum Leibigenen.

maW Leibeigenschaft war Steuer, nichts anderes.

Ach war das eine Freude, als Gott der Herr mich schuf, ein Kerl wie Samt und Seide .....
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23.04.2017, 17:20
Beitrag: #6
RE: Wandel durch Annäherung - Presseschau
Die äußersten westlichen slawischen Vorposten im Frühmittelalter wanderten in bestehende Strukturen ein und bildeten nie selbstständige politische Einheiten. Gut belegt ist das z.B. für die Mainwenden, aber auch in Thüringen und in der Steiermark. Dem Feudalherrn war das nur recht, so bekam er doch ein paar neue Bauern zum Schröpfen dazu.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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