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Die Großreiche Afrikas:
06.08.2017, 10:06
Beitrag: #41
RE: Die Großreiche Afrikas:
(05.08.2017 16:41)Suebe schrieb:  Der "Khedive" Karl Mays.
Doch, ich denke schon, bis zum Mahdi-Aufstand spielte Ägypten unter deren Herrschaft im östlichen Mittelmeer schon eine Großmachtrolle

Auch ich würde sagen, man konnte sich durchaus in die vorher präsentierte Reihe einreihen. Für das Ende der Großmachtsstellung würde ich allerdings nicht unbedingt den Mahdi-Aufstand verantwortlich machen, sondern den kurz davor liegenden Staatsbankrott. Der den Kolonialmächten bestimmenden Einfluss verschaffte.
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07.08.2017, 12:14
Beitrag: #42
RE: Die Großreiche Afrikas:
Ich würde Ägypten unter Mehmed Ali auch eine Großmachtrolle zugestehen. Die osmanische Herrschaft war nur noch nominell. Mehmed Ali unterstützte zwar Mahmud II. gegen die Wahhabiten, aber in Ägypten bestimmte nur er die Politik.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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16.08.2017, 15:04
Beitrag: #43
RE: Die Großreiche Afrikas:
Für alle Leser der Serie: Es sind noch weitere Beiträge über Afrikanische Großreiche geplant - leider brauche ich aber noch etwas.
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16.08.2017, 23:10
Beitrag: #44
RE: Die Großreiche Afrikas:
Lass Dir Zeit, Qualität ist wichtiger.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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17.08.2017, 20:53
Beitrag: #45
Das Großreich - Kanem-Bornu:
(05.08.2017 11:45)WDPG schrieb:  Bevor ich in der Serie wieder Großreiche südlich des Mittelmeerraums behandeln werde, ......

Fortsetzung folgt........


Wann das Großreich von Kanem gegründet wurde, ist nicht ganz klar, vermutet wird das, die Herrscherdynastie einst zugewandert ist - eventuell vom Nahen Osten gekommen ist. Schon um 600 existiere das Reich von Kanem. In dieser Zeit gelang es das Gebiet einzunehmen das ursprünglich den Garamanten gehört hatte, schon zuvor hatte Kanem seinen Ursprung am Tschadsee.

Einige Jahre nach der Mitte des 11. Jahrhunderts wechselte die Herrscherdynastie von den Duguwa zu den Sefuwa. Die neue Dynastie herrschte auch über Bornu. Das neue Doppelreich Kanem-Bornu verfügte über gewaltigen Einfluss auf den Transsaharahandel, es beherrschte, kann man sagen, große Teile der Handelsstraßen die sich zwischen dem heutigen Sudan und dem bereits beschriebenen Gebiet in dem Großreiche wie jenes von Mali befanden.

Im Jahr 1381 gelang es den Bulala im Zuge eines Bürgerkriegs die Sefuwa nach Bornu abzudrängen. Nun herrschte die Bulala bis 1577 über Kanem. Bornu existierte schon lange (die Anfänge dürften auch hier im Dunkeln liegen), immer wieder war es verbunden mit Kanem. Nun gelang es den Sefuwa von Bornu aus, Kanem zurück zu erobern. Doch sie beschlossen es nicht direkt zu verwalten, sondern zum Vasallen zu machen, Bornu war nun das stärkere Reich.

Dieser Zustand hielt bis Anfang des 19. Jahrhunderts an, dann machten verschiedene äußere Entwicklungen dem Reich zu schaffen. Es wurde zunehmend bedroht und setzte auf Hilfe von außen, diese kam vom Lybier Al-Kanemi, dessen Nachfolger nun die Herrschaft der Sefuwa beendeten. Gegen Ende des Jahrhunderts fiel das Gebiet von Bornu zuerst einem "Sklavenjägerreich" zu, dann wurde es zur französischen Kolonie, auch das von Bornu immer wieder abhängige Kanem wurde zur Kolonie.

Kanem-Bornu war nicht nur ein extrem langlebiger Staat in der Gegend des Tschadsees, es war auch eine bedeutende Handelsmacht, die immer wieder vom Saharahandel profitierte.


Fortsetzung folgt......
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18.08.2017, 14:02
Beitrag: #46
Kalifat von Sokoto:
(17.08.2017 20:53)WDPG schrieb:  .....Dieser Zustand hielt bis Anfang des 19. Jahrhunderts an, dann machten verschiedene äußere Entwicklungen dem Reich zu schaffen. Es wurde zunehmend bedroht und setzte auf Hilfe von außen, diese kam vom Lybier Al-Kanemi, dessen Nachfolger nun die Herrschaft der Sefuwa beendeten. Gegen Ende des Jahrhunderts fiel das Gebiet von Bornu zuerst einem "Sklavenjägerreich" zu, dann wurde es zur französischen Kolonie, auch das von Bornu immer wieder abhängige Kanem wurde zur Kolonie.

Kanem-Bornu war nicht nur ein extrem langlebiger Staat in der Gegend des Tschadsees, es war auch eine bedeutende Handelsmacht, die immer wieder vom Saharahandel profitierte.


Fortsetzung folgt......


Ein Reich das erst im 19. Jahrhundert entstand war das Kalifat von Sokoto. Dieses mit der Hauptstadt Sokoto, wirbelte die politische Landschaft im Umfeld, gewaltig durcheinander.

In einm religiös motivierten jahrelangen Kampf besiegte Usman dan Fodio den Hausafürst der seine Tätigkeit unterbinden wollte. Doch damit nicht genug, er eroberte auch die restlichen Hausastaaten. Doch das Reich expandierte weiter. Diese Expansion wirkte sich auch auf Kanem-Bornus Geschichte aus. Man konnte Sokoto zwar zurückschlagen, aber das hatte (wie bereits in der Serie erwähnt) einen hohen Preis und führte zum Sturz der Herrscherdynastie in Bornu.

Einerseits gab es unter diesem Reich große Kulturleistungen, andererseits zerstörte man auch etliches von der Hausa-Kultur. Allzu lange bestand das Großreich nicht, denn es wurde nach nicht einmal 100 Jahren vom Britisch-Empire besiegt. Auch heute existiert noch ein Kalif von Sokoto. Sokoto gehört aber zu Nigeria.

Fortsetzung folgt........
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21.08.2018, 10:42
Beitrag: #47
RE: Großreiche im Raum von Tunisen/mit Zentrum in Tunesien:
(19.07.2017 12:44)Aguyar schrieb:  Siehst Du einen Zusammenhang zwischen dem Untergang des Aghlabidenreichs und den im 10. Jahrhundert aufkommenden Plünderungszüge der sarazenischen Piraten ?

Ob der Untetgang der Aghlabiden damit was zu tun hat, da bin ich mir nicht sicher. Vermute die Hauptrolle spielte die politische Großwetterlage in Europa, das Königreich Italien hatte keinen starken Machthaber. Der Süden war zwischen mehreren Mächten umkämpft, die Ost- und Westfranken waren keine Seemacht. Byzanz hatte zwar eine starke Flotte, musste aber immer wieder, auch an anderen Fronten kämpfen.

Alles in allem, also sehr gute Bedingugen für Piraterie und diese wurden eben von den Arabern ausgenutzt. Kann die Rolle des Niedergangs der Aghlabiden hier schwer einschätzen, aber Piaterie hätte es ohne diesen wohl auch verstärkt gegeben.
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28.12.2019, 22:45
Beitrag: #48
Große Reiche im südlichen Afrika:
(18.08.2017 14:02)WDPG schrieb:  …...

Einerseits gab es unter diesem Reich große Kulturleistungen, andererseits zerstörte man auch etliches von der Hausa-Kultur. Allzu lange bestand das Großreich nicht, denn es wurde nach nicht einmal 100 Jahren vom Britisch-Empire besiegt. Auch heute existiert noch ein Kalif von Sokoto. Sokoto gehört aber zu Nigeria.

Fortsetzung folgt........[/color]

Nun möchte ich kurz einige Großreiche Afrikas, deren Zentrum südlich des Äquators liegen behandeln.


-Munhumutapa-Reich: Dieses Reich existierte auf dem Boden der heutigen Staaten Simbabwe und Mosambik. Ein bedeutendes Zentrum war die Stadt Groß-Simbabwe. Wann und wie es genau entstanden ist liegt im Dunkeln, es dürfte um das Jahr 1000 aber schon existent gewesen sein. Das Reich verfügte über Handelsbeziehungen nach Asien und in den arabischen Raum. Ab dem 16. Jahrhundert auch nach Portugal. Das Reich dürfte nicht immer eine Einheit gebildet haben und ab dem 16. Jahrhundert hatten neben Händlern aus dem arabischen Raum, vor allem die Portugiesen immer wieder hohen Einfluss. Völkerbewegungen im 19. Jahrhundert sorgten dafür, dass das mittlerweile in Einzelstaaten zerfallene Munhumutapa-Reich endgültig unterging.

-Sultanat von Sansibar: Vom Ursprung her war Sansibar eigentlich kein afrikanisches Reich, sondern ein arabisches. Die Herrscherdynastie kam aus dem Oman, ihr gelang es im 17. Jahrhundert gegen Portugal mehrere Erfolge zu verbuchen und damit bedeutende Handelsrouten zwischen Afrika, Asien, Europa und dem arabischen Raum zu übernehmen. Außerdem gewann man neben der Herrschaft über den Oman, die Gebiete von Sansibar und Stützpunkte an der Ostküste Afrikas. Eine zunehmend höhere Bedeutung erhielt der unmenschliche Handel mit Sklaven und jener mit Gewürznelken. Erst unter der nachfolgenden Dynastie wurde Sansibar selbst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Zentrum des Reiches, ca. 20 Jahre später spaltete man sich in Oman und Sultanat von Sansibar.
Die Kolonialmächte waren es, durch die, die Gebiete des Sultanats von Sansibar immer mehr zusammenschrumpften. Das Deutsche Kaiserreich, Italien und das Britische Empire bekamen Gebiete ab. Schlussendlich gelang es dem Britisch Empire im kürzesten Krieg der Weltgeschichte die Kontrolle über Sansibar zu erlangen. Der Sklavenhandel wurde nun endgültig unterbunden. Sansibar war nun Teil des British Empire.

-Zulu: Eine kurzlebige Großmacht im Süden Afrikas im 19. Jahrhundert war das Reich der Zulu. Die Zulu waren ursprünglich ein relativ kleines Volk im südlichen Afrika. Unter König Shaka wurde eine Militärreform durchgeführt und eine aggressive Ausdehnungspolitik betrieben was dazu führte das sich das Reich massiv ausdehnte und in die Gegend der Kolonialmächte und auch der Buren vorstieß.
Shakas Nachfolger war sein Halbbruder Dingane. Er wurde von den Buren besiegt. Der Zulustaat der weiter existierte wurde schlussendlich vom waffentechnisch weit überlegenen British Empire besiegt und zerschlagen. 1887 wurde das Zululand zum Britischen Protektorat.

Fortsetzung folgt......
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03.01.2020, 22:32
Beitrag: #49
„Händler- bzw. Sklavenjägerreiche“:'
(28.12.2019 22:45)WDPG schrieb:  …...
-Zulu: Eine kurzlebige Großmacht im Süden Afrikas im 19. Jahrhundert war das Reich der Zulu. Die Zulu waren ursprünglich ein relativ kleines Volk im südlichen Afrika. Unter König Shaka wurde eine Militärreform durchgeführt und eine aggressive Ausdehnungspolitik betrieben was dazu führte das sich das Reich massiv ausdehnte und in die Gegend der Kolonialmächte und auch der Buren vorstieß.
Shakas Nachfolger war sein Halbbruder Dingane. Er wurde von den Buren besiegt. Der Zulustaat der weiter existierte wurde schlussendlich vom waffentechnisch weit überlegenen British Empire besiegt und zerschlagen. 1887 wurde das Zululand zum Britischen Protektorat.

Fortsetzung folgt......



Bei diesen „Reichen“ wenn man sie überhaupt so nennen kann, kann man schon fragen „Großreiche?“. Man könnte auch berechtigt sagen, nein waren sie nicht. Der Grund warum ich sie dennoch anführe ist folgender. Diese Reiche hatten meist eine relativ große Ausdehnung, sie beeinflussten die Geschichte etlicher Großreiche und auch jener großer Bevölkerungsanteile Afrikas.

Beschäftigt man sich mit der Geschichte Afrikas merkt man eines, schon vor der Zeit in der die Kolonialmächte Afrika unter sich aufteilten entstand eine gewisse Dynamik. Alte Strukturen und Reiche wurden schon zuvor von anderen abgelöst. Ein Phänomen dieser Zeit waren die sogenannten "Händlerreiche". Einige davon werde ich hier kurz präsentieren:

-Rabih az Zubayr: Bei diesem „Sklavenjäger“ handelt es sich um den Mann der das Reich von Bornu (das ich bei einem früheren Bericht in dieser Serie bereits erwähnt habe) erobert hat. Zuvor war er bereits für einen anderen „Sklavenjäger“ im Sudan tätig und hatte auch schon andere Teile Afrikas unter seiner Kontrolle. Dikwa eine Stadt im heutigen Nigeria war sein Hauptsitz, seine Beamten kamen aus dem Sudan. Er machte sein Geld mit dem Verkauf von Sklaven wurde jedoch von der Kolonialmacht Frankreich geschlagen und fiel im Kampf gegen diese, sein Gebiet ging nun an Frankreich.

-Reich von Sansibar: Dieses Reich habe ich im vorherigen Posting schon beschrieben, möchte aber kurz erwähnen, das es durchaus auch in diese Kategorie gepasst hätte.

-Tippu Tipp: Der Mann der sich diesen eigenwilligen Namen gab (ursprünglich hieß er anders) herrschte über ein Reich mit gigantischer Fläche (Angeblich ca. halb so groß wie Westeuropa). Ursprünglich war er ein Händler Sansibars. Doch schon bald wurde aus dem Handel eher ein Beutezug, der vor allem auf Elfenbein und Sklaven aus war. Mit den aufstrebenden Kolonialmächten Deutschland und Belgien arbeitete er teilweise zusammen, schlussendlich wurde ihm aber ein Konflikt mit den Belgiern zum Verhängnis.


-Weitere: Neben den erwähnten gab es auch noch weitere Sklavenjäger, die ihre despotisch geführten Reiche aufbauen konnten, darunter Msiri im Süden Afrikas oder al-Zubayr Rahma in der Gegend des Sudan.

Die meisten dieser „Händlerreiche“ waren auf ihren Gründer und Herrscher zugeschnitten und machten diesen Reich und Mächtig. Oft mächtig genug um alte Strukturen zu beenden. Schließlich waren es meist die Kolonialmächte der Europäer die den „Händlerreichen“ ein Ende bereiteten und deren Gebiete dann übernahmen.

Für viele Afrikaner waren diese großen Reiche wohl nichts anderes als ein Schreckensregime, als dann die Kolonialmächte kamen, kam man wohl oft vom Regen in die Traufe, kaum ein Gebiet Afrikas wurde nicht kolonialisiert.

Fortsetzung folgt.....
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03.01.2020, 22:39
Beitrag: #50
RE: Die Großreiche Afrikas:
Muss sagen habe lange überlegt ob diese "Händlerreiche" bei denen der Profit eines Einzelnen oder zumindest von einigen wenigen im Mittelpunkt stand hier überhaupt reinpassen.

Aber denke viele Afrikanische Räume wurden von ihnen doch beeinflusst, deshalb habe ich dieses "despotischen Reiche" hier erwähnt.

-Ich möchte euch Leser gerne fragen ob ihr, außer dem Buch "Kongo - Eine Geschichte" andere Literatur zum Thema kennt?
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04.01.2020, 13:03
Beitrag: #51
RE: Die Großreiche Afrikas:
Zitat WDPG
Zitat:-Weitere: Neben den erwähnten gab es auch noch weitere Sklavenjäger, die ihre despotisch geführten Reiche aufbauen konnten, darunter Msiri im Süden Afrikas oder al-Zubayr Rahma in der Gegend des Sudan.

Die meisten dieser „Händlerreiche“ waren auf ihren Gründer und Herrscher zugeschnitten und machten diesen Reich und Mächtig. Oft mächtig genug um alte Strukturen zu beenden. Schließlich waren es meist die Kolonialmächte der Europäer die den „Händlerreichen“ ein Ende bereiteten und deren Gebiete dann übernahmen.

Noch zwei Anmerkungen:
Die Sklavenjäger-"Reiche" waren während der 3. Kolonialismuswelle das Argument für die Kolonialen-Bestrebungen.
Was man nicht so ganz von der Hand weisen kann. Die "Schutz"-mächte folgten da ja oft den Missionaren nach. Livingstone zB war ja Missionar.

Wissmann, der spätere Gouverneur von Deutschostafrika, konnte anscheinend mit Tibbu Tipp gut.
Wissmann soll Afrika durchquert haben, ohne einen Schuss auf Menschen abgegeben zu haben.
Was dann wieder gegen die These spricht. Andererseits musste der sich ja dann mit den örtlichen Mächten gut stellen.

Aber Sklavenjagden und Sklavenhandel ist schon etwas das man unterbinden muss.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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04.01.2020, 14:10
Beitrag: #52
RE: Die Großreiche Afrikas:
(04.01.2020 13:03)Suebe schrieb:  Zitat WDPG
Zitat:-Weitere: Neben den erwähnten gab es auch noch weitere Sklavenjäger, die ihre despotisch geführten Reiche aufbauen konnten, darunter Msiri im Süden Afrikas oder al-Zubayr Rahma in der Gegend des Sudan.

Die meisten dieser „Händlerreiche“ waren auf ihren Gründer und Herrscher zugeschnitten und machten diesen Reich und Mächtig. Oft mächtig genug um alte Strukturen zu beenden. Schließlich waren es meist die Kolonialmächte der Europäer die den „Händlerreichen“ ein Ende bereiteten und deren Gebiete dann übernahmen.

Noch zwei Anmerkungen:
Die Sklavenjäger-"Reiche" waren während der 3. Kolonialismuswelle das Argument für die Kolonialen-Bestrebungen.
Was man nicht so ganz von der Hand weisen kann. Die "Schutz"-mächte folgten da ja oft den Missionaren nach. Livingstone zB war ja Missionar.

Wissmann, der spätere Gouverneur von Deutschostafrika, konnte anscheinend mit Tibbu Tipp gut.
Wissmann soll Afrika durchquert

Aber Sklavenjagden und Sklavenhandel ist schon etwas das man unterbinden muss.

Da gebe ich dir absolut recht. Hoffe ich habe es auch deutlich genug hervorgehoben das diese Reiche aus meiner Sicht "Terorrregime" waren.

Gute Ergänzung, ja stimmt das Unterbinden von Sklavenhandel, war ein Grund den die Kolonialmächte häufig als Grund zur Eroberung angaben.
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04.01.2020, 19:32
Beitrag: #53
RE: Die Großreiche Afrikas:
Zitat WDPG:
Zitat:Für viele Afrikaner waren diese großen Reiche wohl nichts anderes als ein Schreckensregime, als dann die Kolonialmächte kamen, kam man wohl oft vom Regen in die Traufe, kaum ein Gebiet Afrikas wurde nicht kolonialisiert.

Das ist pauschal schwer zu sagen, trifft aber für den "Kongo-Staat" den Stanley für König Leopold von Belgien "erwarb" auf alle Fälle zu. Der Hammer was die dort abgezogen haben.

Meine "Afrika-Literatur" ist leider überwiegend "Kolonialliteratur".
Was mir bekannt ist, zB in Kamerun muss es einige "Reiche" gegeben haben mit nicht nur regionalem Charakter.
Mit dem Duala-Herrscher sind die deutschen Kolonialherren noch im August 14
"hintereinander" gekommen, was die Duala zu Feinden der Deutschen machte. Was im WK dann überaus hinterlich wurde.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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04.01.2020, 23:20
Beitrag: #54
RE: Die Großreiche Afrikas:
RE: Die Großreiche Afrikas:
Ein hochinteressantes Thema, Gerald, habe ich mit Interesse gelesen. Und ja, diese fürchterliche Sklaverei, denen faktische Massenmorde einhergingen, werden kaum thematisiert, schon gar nicht in der arabischen Welt, aber auch in Schwarzafrika nicht. Da müsste man nämlich zugeben, dass der Kolonialismus eine Befreiung war, genauso wie man heute zugeben müsste, dass zur Zeit des Kolonialismus es den meisten besser ging als heute.
Ich glaube Timothee Ndiaye hat das ein Standardwerk geschrieben, ich habe nur Rezensionen gelesen.

Eine Frage: Warum ist es den Afrikanern nicht in all den Jahrhunderten gelungen, einen wirksamen Widerstand gegen die Araber zu organisieren? Ja, bei uns kamen die Türken auch bis vor Wien, aber dann griff die europäische Solidarität und Jan Sobieski führte Truppen heran. Wird ja wohl bald wieder nötig sein. Ich meine, so in 20 Jahren.
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05.01.2020, 14:42
Beitrag: #55
RE: Die Großreiche Afrikas:
(04.01.2020 23:20)Marek1964 schrieb:  RE: Die Großreiche Afrikas:
Ein hochinteressantes Thema, Gerald, habe ich mit Interesse gelesen. Und ja, diese fürchterliche Sklaverei, denen faktische Massenmorde einhergingen, werden kaum thematisiert, schon gar nicht in der arabischen Welt, aber auch in Schwarzafrika nicht. Da müsste man nämlich zugeben, dass der Kolonialismus eine Befreiung war, genauso wie man heute zugeben müsste, dass zur Zeit des Kolonialismus es den meisten besser ging als heute.
Ich glaube Timothee Ndiaye hat das ein Standardwerk geschrieben, ich habe nur Rezensionen gelesen.

Eine Frage: Warum ist es den Afrikanern nicht in all den Jahrhunderten gelungen, einen wirksamen Widerstand gegen die Araber zu organisieren? Ja, bei uns kamen die Türken auch bis vor Wien, aber dann griff die europäische Solidarität und Jan Sobieski führte Truppen heran. Wird ja wohl bald wieder nötig sein. Ich meine, so in 20 Jahren.


Du bringst hier einige Sachen ein. Werde mal geordnet auf diese Eingehen:

-Bzgl: "Wird ja wohl bald wieder nötig sein": Diskussionen über mögliche verhandene oder nicht vorhandene Bedrohungen, darüber gibt es im Forum genug andere Treads - hier soll es mal um Afrika und seine Geschichte gehen.

-Bzgl: "Heute geht es den Leuten schlechter als zu Kolonialzeiten": Ist ein sehr interessantes, aber auch sehr komplexes Thema. Man muss sich nur mal die gigantische Dimension vom Kontinent Afrika ansehen, denke man kann da nicht alles gleich bewerten. Denke in diese Richtung wäre es mal interessant in einem anderen Tread zu Diskutieren.

-Wegen dem Vordringen der Araber: Ein "Wien" gab es nicht, das stimmt, aber dennoch ist es den Arabern nie gelungen ganz Afrika unter Kontrolle zu bekommen - ein bedeutendes Hindernis ist hier wohl ein geografisches, die Sahara.
Was den Norden betrifft konnte man die Araber nicht aufhalten. Dem von Konflikten mit den Sassaniden (und innenpolitischen Problemen) noch immer geschwächten Byzanz gelang es, trotz intensiver Bemühungen nicht die Eroberung Ägyptens zu verhindern. Das Exarchat von Karthago (auch eine Teil von Byzanz) konnte sich nur etwas länger halten, wurde dann auch erobert. Die Berbervölker leisteten teils lange Wiederstand, aber irgendwann kam dann doch kulturelle Beeinflussung usw. Etwas was dann auch noch ein Stück weiter südlich vordrang, im Laufe der Jahrhunderte - mit einem "Wien" hätte man das nicht verhindert, wieso auch.

-Was den Kolonialismus betrifft: Mir kommt dieser im Moment etwas zu gut davon. "Der Kolonialismus war dazu da um die Armen Afrikaner vor den Sklavenjägern zu schützen", das wäre wohl viel zu kurz gegriffen. Natürlich standen für die europäischen Mächte Wirtschaftliche Interessen und Prestige im Vordergrund und nicht nur die Bekämpfung der "Sklavenjäger". Außerdem breiteten sich diese nicht über ganz Afrika aus, die Kolonien aber mit 2 Ausnahmen (Liberia und Äthiopien) schon. Und man sollte auch so manche Gräultat in der Kolonialzeit nicht vergessen.
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