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Schnellschüsse und Flops in der Wissenschaft
05.07.2017, 08:32
Beitrag: #1
Schnellschüsse und Flops in der Wissenschaft
In der Forschung herrscht ein Riesendruck. Es geht darum, Ergebnisse zu publizieren und Gelder abzugreifen. Dadurch bedingt, neigen viele Wissenschaftler zum Ejaculatio praecox und kommt es immer wieder vor, dass sich vermeintliche Sensationsbefunde nicht bestätigen.

Hier wollen wir solche Beispiele mal sammeln.

In guter Erinnerung ist mir dabei der internationale Rummel, den 1989 die scheinbare Lösung aller Energieprobleme auslöste.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kalte_Fusi...n_und_Pons

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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05.07.2017, 09:01
Beitrag: #2
RE: Schnellschüsse und Flops in der Wissenschaft
Klasse Thema, Arkona.

Dazu fällt mir der Kohlenstaubmotor ein.
wiki:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kohlenstaubmotor

aus dem Link
Zitat:Ein nach dem Dieselprinzip arbeitender Viertaktmotor erzeugt über den Kolben im ersten Takt einen Unterdruck im Verbrennungsraum. Eine Hilfspumpe erzeugt gleichzeitig einen Unterdruck in einer Vorkammer mit Kohlenstaub. Im zweiten Takt drückt die Hilfspumpe den Kohlenstaub über das Zulaufventil aus der Vorkammer in den Verbrennungsraum.[6]

Der Verbrennungsvorgang im Kohlenstaubmotor war stets problematisch. Der Kohlenstaub musste eine gleichbleibende Feinheit aufweisen, durfte nicht verklumpen und musste sich zum richtigen Zeitpunkt selbst entzünden. Entscheidend für den Misserfolg des Kohlenstaubmotors war der systembedingte Laufbuchsenverschleiß durch die abrasive Wirkung des Kohlenstaubs im Zylinder, der dem 500-fachen eines Dieselmotors entsprach. „Nach 150 Betriebsstunden erreichte eine Gusseisenbuchse von 420 mm Durchmesser eine Abnutzung am oberen Totpunkt des Kolbens von 7 mm.“[7] Ebenso wurde die Menge der anfallenden Asche und Schlacke, selbst bei optimaler Verbrennung, mit 5–10 Prozent des Verbrennungsmaterials berechnet. Wie man diese aus dem Zylinder entfernen könnte, war der Gegenstand verschiedener Patentschriften.[8]

„Der Kohlenstaubmotor kann als ein Lehrbeispiel dienen, dass […] ein ungeeignetes Konzept auch mit noch so viel intellektuellem und materiellem Aufwand nicht erfolgreich […] umgesetzt werden kann. Für diese von Anfang an vorhersehbare Fehlentwicklung wurden große Geldbeträge im wahrsten Sinne des Wortes verpulvert.“

und
Zitat:1978 entwickelte General Motors den Prototyp einer mit Kohlenstaub befeuerten Gasturbine, die das Modell Cadillac Eldorado antrieb.[9] Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie beantragte daraufhin beim Bundesministerium für Forschung und Technologie Forschungsgelder für die Entwicklung eines Kohlenstaubmotors, die der Bundesminister jedoch nicht bewilligte
womit er gut beraten war.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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05.07.2017, 18:16
Beitrag: #3
RE: Schnellschüsse und Flops in der Wissenschaft
Es wäre längst nicht so schlimm, gäbe es nicht die Geier (Wissenschaftsjournalisten), die den Befund dann oft verfälscht in die Welt streuen, ohne Ahnung von der Sache zu haben.

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05.07.2017, 18:23
Beitrag: #4
RE: Schnellschüsse und Flops in der Wissenschaft
(05.07.2017 18:16)Arkona schrieb:  Es wäre längst nicht so schlimm, gäbe es nicht die Geier (Wissenschaftsjournalisten), die den Befund dann oft verfälscht in die Welt streuen, ohne Ahnung von der Sache zu haben.

Wer legt fest, wenn es verfälscht wird?
Der der denkt, es sei verfälscht ohne einen Nachweis zu bringen, daß die Verfälschung gefälscht wurde um falsche Ergebnisse zu verfälschen?

Ich denke, es ist gut, daß wir i.d.R. ein unabhängige kritische Prüfung auf allen Instanzen haben. Das dies auch negativ genutzt wird, bleibt dabei leider nicht aus, aber alles und jeden dem Verdacht ohne Begründung zu unterstellen, hier eine Kritik als Machtinstrument zu nutzen, ist sehr abstrus.

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken....
Erich Kästner
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05.07.2017, 18:54
Beitrag: #5
RE: Schnellschüsse und Flops in der Wissenschaft
Deinen Artikel liebste Flora habe ich leider nicht verstanden.

Arkona habe ich so verstanden, dass auch in Fachblättern vielfach Leute über Dinge schreiben, von denen sie keinen Schimmer haben, dementsprechend höchstens zur Verwirrung beitragen können, und insbesondere die Ankündigungen, "der Durchbruch ist geschafft, Rollout in wenigen Wochen..." nur die Jahre werden übersehen...

Auf genau so eine Aktion bin ich Ende der 70er reingefallen.
Die Autoreifenproduktion ist auch heute noch recht Arbeitsintensiv.
Und da kam in der Fachpresse damals ein Bericht, dass Phoenix Gummi in Hamburg, damals ein renommierter Reifenhersteller, ein Verfahren entwickelt hätte, das die Reifenherstellung weitgehend automatisieren würde.
Ich war zu der Zeit überzeugter Aktienzocker, und habe mir sofort Phoenix Gummi ins Depot gelegt....zum Höchstkurs den diese Aktie jemals erreicht hatte.

Der Hintergrund, die haben kurz darauf ihre kpl. Reifenproduktions-Einrichtung nach Ostasien verkauft, weder war das ein bahnbrechendes Verfahren noch sonst was,
Kurspflege nennen die Börsen Gurus sowas
eine Nachricht die lediglich lanciert wurde, um jene Produktionsanlagen teurer zu verkaufen....
und einem Sueben so knapp 2.000 Märker Verlust zu verpassen....AngryAngryBlush

OT: seither gebe ich auf son Gewäsche gar nix mehr und halte mich bei Aktien streng an Kostolany.

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05.07.2017, 18:59
Beitrag: #6
RE: Schnellschüsse und Flops in der Wissenschaft
Der Stirling Motor ist auch so ein Ding.
200 Jahre alt ist die Erfindung schon.

Und kann bis heute allen anderen Wärmekraftmaschinen das Wasser nicht reichen. Devil

Wenn ihr im I-net recherchiert werdet ihr auf Dutzende von Seiten kommen, die "jetzt gerade" den Durchbruch mit dem Stirling motor geschafft haben, und kurzfristig gehts los.....

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05.07.2017, 19:08
Beitrag: #7
RE: Schnellschüsse und Flops in der Wissenschaft
(05.07.2017 18:54)Suebe schrieb:  Arkona habe ich so verstanden, dass auch in Fachblättern vielfach Leute über Dinge schreiben, von denen sie keinen Schimmer haben, dementsprechend höchstens zur Verwirrung beitragen können, und insbesondere die Ankündigungen, "der Durchbruch ist geschafft, Rollout in wenigen Wochen..." nur die Jahre werden übersehen...

Anders habe ich das auch nicht verstanden. Die Frage dabei bleibt, woher wir als Leihen wissen sollen, wenn einer auf dicke Hose macht oder wirklich berechtige Kritik geübt wird oder gar etwas angepriesen wird, was auch sinnvoll erscheint.
Das bekommst, wie du bemerkt hast im schlimmsten Fall durch Selbsterkenntis mit.

Ich finde nur, dieses ewige Pushing auf Journalisten in jeder erdenklichen Richtung als Programm. Deshalb mein Beitrag zur Arkonas Antwort.

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05.07.2017, 21:49
Beitrag: #8
RE: Schnellschüsse und Flops in der Wissenschaft
Zitat:Ich finde nur, dieses ewige Pushing auf Journalisten in jeder erdenklichen Richtung als Programm. Deshalb mein Beitrag zur Arkonas Antwort.

Auch Journalisten stehen unter enormen Erfolgsdruck, müssen etwas abliefern. Also, so war das gar nicht gemeint. Dass dann oft unqualifizierter Quark herauskommt, ist eine andere Sache. Und nein, Journalisten publizieren Gottseidank bis dato nicht in "Nature" oder "Science".

"Irgendwelche" Leute, die in Fachblättern schreiben, gibt es nicht. Dazu gibt es Peer-review und Selbstzensur, sprich man fühlt sich als elitärer Klub. Man kennt sich normalerweise untereinander...
Wenn ein Neo-Doktor, oder gar Diplomant da einbricht...

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05.07.2017, 22:08
Beitrag: #9
RE: Schnellschüsse und Flops in der Wissenschaft
(05.07.2017 21:49)Arkona schrieb:  Irgendwelche Leute, die in Fachblättern schreiben, gibt es nicht. Dazu gibt es Peer-review und Selbstzensur, sprich man fühlt sich als elitärer Klub. Man kennt sich normalerweise untereinander...
Wenn ein Neo-Doktor, oder gar Diplomant da einbricht...

Ich habe eine Doktorandin im Freundeskreis und ich erinnere mich über die Problematik von Publikationen. Da ich aber diesbezüglich jetzt hier nicht falsches wiedergeben möchte, werde ich mich dazu nochmals erkundigen.
Aber ja, es ist nicht einfach, etwas korrektes an wissenschaftlicher Publikation vor allem in Fachblättern immer einwandfrei als solches zu erkennen, vor allem dann, wenn man nicht oder nur wenig, vom Fach kommt.

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05.07.2017, 22:28
Beitrag: #10
RE: Schnellschüsse und Flops in der Wissenschaft
(05.07.2017 22:08)Flora_Sommerfeld schrieb:  Aber ja, es ist nicht einfach, etwas korrektes an wissenschaftlicher Publikation vor allem in Fachblättern immer einwandfrei als solches zu erkennen, vor allem dann, wenn man nicht oder nur wenig, vom Fach kommt.

Irgendwie verstehe ich nicht, was du damit eigentlich sagen willst. Geht es einfacher für alle in deutschen Sätzen?

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05.07.2017, 22:46
Beitrag: #11
RE: Schnellschüsse und Flops in der Wissenschaft
(05.07.2017 22:28)Arkona schrieb:  
(05.07.2017 22:08)Flora_Sommerfeld schrieb:  Aber ja, es ist nicht einfach, etwas korrektes an wissenschaftlicher Publikation vor allem in Fachblättern immer einwandfrei als solches zu erkennen, vor allem dann, wenn man nicht oder nur wenig, vom Fach kommt.

Irgendwie verstehe ich nicht, was du damit eigentlich sagen willst. Geht es einfacher für alle in deutschen Sätzen?

Hmm, wie soll ich das vereinfachen, damit du es verstehst?
Ich kann meinen Text leider nicht Vereinfachen ohne dich lächerlich zu machen oder den Inhalt zu verzerren ...

Tut mir Leid, damit gehöre ich wohl zum unverständlichen Establishment und nicht mehr zur proletarischen Linken ... Lol

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06.07.2017, 08:51
Beitrag: #12
RE: Schnellschüsse und Flops in der Wissenschaft
Eigentlich schade um das schöne Thema.....

Noch ein Beispiel:
Das Fahrrad wird 200, dessen Erfinder Drais deshalb in allen möglichen Titeln in langen Berichten ausführlich "gewürdigt".
Aber noch überhaupt nirgens habe ich dieses Jahr gelesen, was Drais tatsächlich entdeckt hat, wodurch Zweiradfahren überhaupt erst möglich wird.
Neulich erst in einem Blatt mit hohem wissenschaftlichen Anspruch jede Menge Tabellen und Schaubilder, Reibung, Rollwiderstand.... alles nicht unwichtig.
Aber kein Wort vom Kreiseleffekt, aber genau den hat Drais entdeckt, und nur damit ist Zweiradfahren möglich.
Man muss nämlich gar nicht 'Fahrradfahren "lernen" man muss lediglich begreifen, dass das Fahrrad es alleine kann wenn man es nicht hindert, und dies muss ins Unterbewusstsein eingehen.

Dutzende haben sich berufen gefühlt über Drais viele schöne, natürlich auch ein paar kritische Worte (sonst wär es ja nicht auf hohem Nivea) zu schreiben.
(irgendwo abzuschreiben...) den Punkt hat keiner genannt.
Davon hat ja auch kein anderer geschrieben, kann also auch keine Relevanz haben...DevilDevilDevilDevilDevilDevil

in der hoffnung mich nicht so sehr balbiert zu haben und alle intelurren anforderungen erfüllt haben zu kennen

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06.07.2017, 10:12
Beitrag: #13
RE: Schnellschüsse und Flops in der Wissenschaft
(06.07.2017 08:51)Suebe schrieb:  Eigentlich schade um das schöne Thema.....

Schade, daß auch Kritik grundsätzlich als negativ gewertet wird, aber ich habe verstanden.

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06.07.2017, 12:22
Beitrag: #14
RE: Schnellschüsse und Flops in der Wissenschaft
(06.07.2017 10:12)Flora_Sommerfeld schrieb:  
(06.07.2017 08:51)Suebe schrieb:  Eigentlich schade um das schöne Thema.....

Schade, daß auch Kritik grundsätzlich als negativ gewertet wird, aber ich habe verstanden.


ich wieder nicht.

Aber was solls, zu Brille und Hörgerät sollte ich halt noch einen "Durchblicker-Apparat" haben... Wilted_rose

das wäre doch mal eine InnovationIdea

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06.07.2017, 12:39
Beitrag: #15
RE: Schnellschüsse und Flops in der Wissenschaft
Noch ein Beispiel:
Das Fahrrad wird 200, dessen Erfinder Drais deshalb in allen möglichen Titeln in langen Berichten ausführlich "gewürdigt".
Aber noch überhaupt nirgens habe ich dieses Jahr gelesen, was Drais tatsächlich entdeckt hat, wodurch Zweiradfahren überhaupt erst möglich wird.
Neulich erst in einem Blatt mit hohem wissenschaftlichen Anspruch jede Menge Tabellen und Schaubilder, Reibung, Rollwiderstand.... alles nicht unwichtig.
Aber kein Wort vom Kreiseleffekt, aber genau den hat Drais entdeckt, und nur damit ist Zweiradfahren möglich.
Man muss nämlich gar nicht 'Fahrradfahren "lernen" man muss lediglich begreifen, dass das Fahrrad es alleine kann wenn man es nicht hindert, und dies muss ins Unterbewusstsein eingehen.

Dutzende haben sich berufen gefühlt über Drais viele schöne, natürlich auch ein paar kritische Worte (sonst wär es ja nicht auf hohem Nivea) zu schreiben.
(irgendwo abzuschreiben...) den Punkt hat keiner genannt.
Davon hat ja auch kein anderer geschrieben, kann also auch keine Relevanz haben...DevilDevilDevilDevilDevilDevil
./.
[/quote]


nochmal zum Kreiseleffekt.

Versuchsaufbau:
Hol mal einer eines der Winterräder seines Autos aus der Garage, stell es auf die Lauffläche und schubs es an. Das Teil rollt "ewig" bis es zu langsam wird, dann erst kippt es.
Sodann gehts zum Nachbarn, die entstandene Delle in seinem Auto bezahlen, den Vorgarten des anderen Nachbarn, und das Kellerfenster des Dritten,Lol
1. Stunde zum Kreiseleffekt

Dann holt man ein Fahrrad her, einen größeren Holzblock und einen zweiten Lernbegierigen. Man stellt den Drahtesel mit dem Tretlager auf den Holzblock, der Zweite nimmt den Lenker mittig, eine Faust links eine rechts.
Dann setzt man das Vorderrad in Bewegung und kippt das Fahrrad in Seitenlage mal links, mal rechts.
Der "Lenkstangenhalter" wird bestätigen, dass eine durchaus nennenwerte Kraft das Vorderrad in die jeweils andere Richtung "drückt" den Lenker dreht.
2. Stunde zum Kreiseleffekt, diesmal zur Selbststabilisierung.

Diesen Effekt hat Drais entdeckt, jedenfalls als erster genutzt.
Vor Drais haben über die Jahrhunderte viele einspurige Fahrzeuge entworfen und auch gebaut, aber keines war "fahrbar". Konnten nur geschoben werden.
Denn die hatten alle das Vorderrad fest "verflanscht".
Erst durch die Draissche Lenkbarkeit des Vorderrades wurde das möglich.

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06.07.2017, 12:49
Beitrag: #16
RE: Schnellschüsse und Flops in der Wissenschaft
Zitat:
Diesen Effekt hat Drais entdeckt, jedenfalls als erster genutzt.
Vor Drais haben über die Jahrhunderte viele einspurige Fahrzeuge entworfen und auch gebaut, aber keines war "fahrbar". Konnten nur geschoben werden.
Denn die hatten alle das Vorderrad fest "verflanscht".
Erst durch die Draissche Lenkbarkeit des Vorderrades wurde das möglich.

Wenn ihr die 5 Zeilen lest, könnt ihr euch alle Veröffentlichungen zu Drais im Jahr 2017 sparen.
Nur darum geht es. Das war Drais originäre Leistung, alles andere lediglich Beiwerk.

Das meine mMn Arkona,
fürchterlich viel Papier mit überaus klugen Worten, Tabellen und Schaubildern vollschmieren, und keine Ahnung vom Punkt auf den es allein ankommt.
Aber keine Ahnung auf überaus hohem Niveau..... Bat immerhin.


Sooo, und jetz geh ich kochen.... bin Strohwittwer .... mach also Dinge von denen ich keine Ahnung hab .............................

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10.07.2017, 20:13
Beitrag: #17
RE: Schnellschüsse und Flops in der Wissenschaft
Es ist so ca. 35 Jahre her, da hat eine Innovation auch mal direkt vor der Markteinführung gestanden.

Der Juhan Doppelreifen.
Vermarktet sollte er "ab Herbst" von Hans Hermann werden. (Hans Hermann - Rennfahrer noch In "echten" silberpfeilen, Le Mans Sieger usw.)

Damals war Aquaplanning ein riesiges Sicherheitsproblem, und mit mehr als 80 km/h konnte man bei Regen tatsächlich kaum fahren. Der Breitreifen hatte sich schon durchgesetzt. Es gab noch die berüchtigten "Spikes-Rillen" auf vielen straßen, die sich rasch und nachhaltig mit Regenwasser füllten.

Die Mär will wissen, dass Hans Hermann mal bei einem kräftigen Regenschauer in seinem Porsche unterwegs war, und von einem 2 CV überholt wurde.
Aquaplanning war bei den extrem schmalen Reifen der Ente kein Problem. Für den Breitreifen-Porsche dagegen sehr.
Und das soll zur Idee geführt haben.
Statt einem Breitreifen je Felge, zwei schmale Reifen auf jeder Felge, Zwillingsbereifung wie beim LKW aus ganz anderen Gründen.
Zwischen den beiden Reifen sollte das Wasser gut weggedrückt werden, außerdem ergaben sich Notlaufeigenschaften,
man benötigte kein Ersatzrad mehr. Was die Autohersteller natürlich gerne hörten.

Vorankündigungen gab es die Menge, "alle Fachleute" waren begeistert. Thumbs_up
Bei Conti nicht, die verdammten das Ding in Bausch und Bogen....Thumbs_down
klar, Konkurrenz-Neid. Shade

Nun, langer Rede kurzer Sinn, die Probleme waren sehr groß, Reibung der beiden Reifen aneinander, deutliche Erhöhung der ungefederten Massen usw. usf.
Lösungsansätze gab es einige, aber
die Probleme waren letztendlich nicht zu vertretbaren Kosten zu lösen,
trotz fortlaufender Ankündigungen über etliche Autoausstellungen hinweg, und wie gesagt, der Euphorie erheblicher Teile der Fachwelt.

Der ganz normale Breitreifen hat das Aquaplanning inzwischen längst im Griff, und die "Spikes-Rillen" sind längst vergessen.

Aber, vielleicht kommt der Juhann-Doppelreifen ja in diesem Herbst auf den Markt..... Big GrinWink

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