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Gilt die SS als verbrecherische Organisation?
01.02.2018, 11:26
Beitrag: #21
RE: Gilt die SS als verbrecherische Organisation?
(01.02.2018 00:06)Triton schrieb:  
(29.01.2018 12:46)Arkona schrieb:  Die Waffen-SS galt als Elitetruppe. Viele meldeten sich freiwillig, und man nahm zumindest am Anfang des Krieges beileibe nicht jeden. Interessant ist, dass die Waffen-SS eigentlich ein multinationaler Haufen war, es gab sogar Einheiten bosnischer Muslime.
Also grundsätzlich gelangten Deutsche nur freiwillig in die Waffen-SS. Zum Ende hin, wurde dann "freiwillig" sehr großzügig ausgelegt.

Elitetruppe vielleicht, was Versorgung und Ausstattung anbetraf. Aber die Wehrmacht hielt wenig von dieser "Elite". Oft wurde fehlende Erfahrung durch Draufgängertum ausgeglichen, was sinnlos Mensch und Material kostete.
Hier zum Beispiel ein Experte über den SS-Superstar Michael Wittmann, ab min 1.30:
https://www.youtube.com/watch?v=XXH02YX7gxY

Man kann mir zur SS Relativierungen und Ausreden erfinden, wie man will, die großen Sauereien waren alle in der Hand der SS. Einsatztruppen im Osten, KZs, die Geheimdienste usw.


Alle Sauereien in der Hand der SS?
Woher denn, doch nicht beim großen Diktator.
Die Einsatzgruppen zB unterstanden dem SD, die Truppler selbst waren Polizisten!

Bei den Nazis gab es Organisationen zu Hauf, von denen heute keine Sau so genau mehr weiß was die eigentlich hätten sollen.
Teile und Herrsche war des Adolfen Wahlspruch und Herrschaftsfilosofie.
Ganz typisch die Verhältnisse in Württemberg, Gauleiter und Ministerpräsident zwei Uraltnazis die sich leiden konnten wie das Zahnweh.
Das waren die Konstellationen die der Führer liebte Bat

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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01.02.2018, 17:47
Beitrag: #22
RE: Gilt die SS als verbrecherische Organisation?
Das Problem aus militärischer Sicht war, dass es keinerlei ernsthafte Stabs-Ausbildung der Offiziere bei der SS gab. Höhere Führer waren einfach war nur fanatische Dilettanten. Die Truppe war zwar beim Gegner gefürchtet, bekam aber nix gebacken, wenn es um höhere Weihen der Kriegskunst ging. Und dazu gehört auch, beizeiten zu türmen und sich dann neu zu formieren...

"Vorwärts Kameraden, wir müssen zurück. Die Welt ist rund, wir greifen von hinten an."

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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01.02.2018, 19:38
Beitrag: #23
RE: Gilt die SS als verbrecherische Organisation?
(01.02.2018 17:47)Arkona schrieb:  Das Problem aus militärischer Sicht war, dass es keinerlei ernsthafte Stabs-Ausbildung der Offiziere bei der SS gab. Höhere Führer waren einfach war nur fanatische Dilettanten. Die Truppe war zwar beim Gegner gefürchtet, bekam aber nix gebacken, wenn es um höhere Weihen der Kriegskunst ging. Und dazu gehört auch, beizeiten zu türmen und sich dann neu zu formieren...

"Vorwärts Kameraden, wir müssen zurück. Die Welt ist rund, wir greifen von hinten an."

Das kann zum Teil zutreffen.
Eicke (KZ-Kommandant und Röhm-Mörder) soll sich, schon im Kessel von Demjansk, die nötigen "Stabs-Kenntnisse" selbst beigebracht haben. Jedenfalls hat er es versucht.
Wobei auch Rommel keine Stabsausbildung hatte. Also ganz unverzichtbar war die wohl auch wieder nicht.

Zu der Freiwilligkeit der Waffen-SS. Mein Vater war bis Ende 1942 bei der 10. Panzer-Division worauf er verhalten stolz war. Die Division ist im Mai 1943 in Tunesien "untergegangen", die noch in Frankreich und in Deutschland verbliebenen "Rückwärtigen-Dienste" wurden auf die zdZ neu aufgestellten 10. SS Panzer-Divsion Frundsberg und 16. SS-Panzer-Grenadierdivision Götz von Berlichingen aufgeteilt. Gefragt wurde von diesen Neu-SSlern keiner.
(Papa war als "nichttropentauglich" da längst wieder in Russland, wo er sich am Wolchow die Malaria holte)

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01.02.2018, 23:35
Beitrag: #24
RE: Gilt die SS als verbrecherische Organisation?
(01.02.2018 19:38)Suebe schrieb:  Gefragt wurde von diesen Neu-SSlern keiner.
Er hätte wahrscheinlich "Nö, Feldgrau betont meine Figur besser" sagen können und wäre dann halt wieder zur Wehrmacht gekommen. Es wurde halt angenommen, dass die SS bevorzugt wird, weil besser versorgt.

SS, SD, Einsatzgruppen usw. alles in der Hand Himmlers und Heydrichs.

Die Waffen-SS war u.a. auch deshalb gefürchtet, weil sie sich kaum ergaben. Schlicht weil sie annahmen, danach ziemlich schnell im besten Fall erschossen zu werden. Es waren politische Truppen wie auf der anderen Seite die politischen Kommissare. Selbst US-Truppen machten zeitweise keine Gefangenen, wenn sie SS-Verbänden gegenüberstanden. Weil diese immer wieder gefangene US-Soldaten beseitigten, so was sprach sich natürlich rum.

"Es gibt nur eine Sache die größer ist als die Liebe zur Freiheit: Der Hass auf die Person, die sie dir weg nimmt."(Che Guevara)
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02.02.2018, 06:14
Beitrag: #25
RE: Gilt die SS als verbrecherische Organisation?
Ich habe sehr lange darüber nachgedacht, wie ich mich 1945 verhalten hätte. Fazit: Ich hätte im Osten mit der Familie im Rücken bis zuletzt gekämpft, auch bei Selbstaufgabe und dem Wissen auf der falschen Seite zu stehen. Gottseidank gab es höhere Führer, die sowas weitgehend verhinderten.
Im Westen war das einfacher, da hing man nur ein weißes Tuch aus dem Fenster. Die Russen verstanden das aber vielfach nicht, vor lauter Siegesfreude schossen sie erstmal die Störche vom Horst und nahmen sich alles noch zu greifende Weibliche von 7 bis 70.

Die Rote Armee schritt gegen solche Exesse zum Teil drastisch ein, aber oft verspätet.

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02.02.2018, 23:19
Beitrag: #26
RE: Gilt die SS als verbrecherische Organisation?
(02.02.2018 06:14)Arkona schrieb:  Ich habe sehr lange darüber nachgedacht, wie ich mich 1945 verhalten hätte. Fazit: Ich hätte im Osten mit der Familie im Rücken bis zuletzt gekämpft, auch bei Selbstaufgabe und dem Wissen auf der falschen Seite zu stehen. Gottseidank gab es höhere Führer, die sowas weitgehend verhinderten.
Im Westen war das einfacher, da hing man nur ein weißes Tuch aus dem Fenster. Die Russen verstanden das aber vielfach nicht, vor lauter Siegesfreude schossen sie erstmal die Störche vom Horst und nahmen sich alles noch zu greifende Weibliche von 7 bis 70.

Die Rote Armee schritt gegen solche Exesse zum Teil drastisch ein, aber oft verspätet.

Arkona, bist du dir wirklich sicher, auf so eine Frage, der Reaktion in einer Zeit ohne bestimmen zu können, was passiert, nicht mal am Tag, noch weniger auf eine Stunde gemessen?

Alles andere halte ich für extrem vermessen!

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken....
Erich Kästner
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12.02.2018, 01:49
Beitrag: #27
RE: Gilt die SS als verbrecherische Organisation?
Zuletzt verweist der Autor auf den Zeitzeugenbericht eines Häftlings, der sieben Jahre von der SS misshandelt wurde – der intellektuelle Vater der Bundesrepublik, Eugen Kogon (1903-1987). Sein Eindruck war – dessen konnte man sich während der Lektüre der Monographie nur selten erwehren: Bei den Angehörigen des „Schwarzen Ordens“ handelte es sich vorwiegend um „Tiefunzufriedene, Nichterfolgreiche, durch irgendwelche Umstände Zurückgesetzte, um Minderbegabte aller Art und häufig genug um sozial gescheiterte Existenzen“ (S.116).

http://www.academia.edu/11690122/Bastian...chen_2015_

Auf jeden Fall war es wohl eine versoffene und faule Organisation:
1938 musste sich die schwäbische SS vom Waiblinger Ortsgruppenleiter anhören lassen, sie "könne ja doch nichts anderes als saufen". Auf Reichsparteitagen verweigerten sie die gewöhnliche Küchenarbeit.

Da wundern einen die Verbrechen auch nicht mehr, was soll schon rauskommen, wenn sowas uneingeschränkt agieren darf?

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13.02.2018, 20:15
Beitrag: #28
RE: Gilt die SS als verbrecherische Organisation?
(12.02.2018 01:49)Triton schrieb:  Zuletzt verweist der Autor auf den Zeitzeugenbericht eines Häftlings, der sieben Jahre von der SS misshandelt wurde – der intellektuelle Vater der Bundesrepublik, Eugen Kogon (1903-1987). Sein Eindruck war – dessen konnte man sich während der Lektüre der Monographie nur selten erwehren: Bei den Angehörigen des „Schwarzen Ordens“ handelte es sich vorwiegend um „Tiefunzufriedene, Nichterfolgreiche, durch irgendwelche Umstände Zurückgesetzte, um Minderbegabte aller Art und häufig genug um sozial gescheiterte Existenzen“ (S.116).

http://www.academia.edu/11690122/Bastian...chen_2015_

Auf jeden Fall war es wohl eine versoffene und faule Organisation:
1938 musste sich die schwäbische SS vom Waiblinger Ortsgruppenleiter anhören lassen, sie "könne ja doch nichts anderes als saufen". Auf Reichsparteitagen verweigerten sie die gewöhnliche Küchenarbeit.

Da wundern einen die Verbrechen auch nicht mehr, was soll schon rauskommen, wenn sowas uneingeschränkt agieren darf?

Ich bezweifle, dass diese Analyse repräsentativ ist. Warum?

Sie widerspricht jeder Logik. Deutschland war vor dem WK2 die zweitstärkste Volkswirtschaft der Welt und in der Wissenschaft mit Abstand führend.

Deutschland hat trotz widrigster Umstände jahrelang de facto allein mehrere an Ressourcen weit überlegene Kriegsgegner an mehreren Fronten in Schach gehalten. (Die Verbündeten in Europa waren mehr Klotz am Bein als Hilfe, und die Japaner waren weit weg)

Und ausgrechnet die Elitetruppe dieses hochentwickelten Industriestaates soll aus lauter Dilettanten bestanden haben? Diese Analyse ist nicht schlüssig.

MfG, Titus Feuerfuchs
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13.02.2018, 21:00
Beitrag: #29
RE: Gilt die SS als verbrecherische Organisation?
Die Elite-Truppe... naja dazu später mehr

Aber die genannte Einschätzung kenne ich so wie von Triton geschrieben für die SA. Nicht die SS.
Wobei der Röhmputsch mit allem drum und dran, diese Ungeheuerlichkeiten, hat dem Hitler im Bürgertum eigentlich erst zur Reputation verholfen.Da gab es Szenen-Applaus mit etlichen Vorhängen.
Die SA war mindestens so verhasst wie Rotfront, mit dem Unterschied dass sich die SA auch noch als "Polizei" aufgeführt hat.

OT: Ernst Thälmann soll sich von Gestapo-Vernehmern verabschiedet haben "Grüßen sie meine SA"
wenns nicht stimmt, ists gut erfunden.

Der Nazi-Staat war ja zu einem guten Teil eine "Jugendbewegung" junge Leute konnten unheimlich schnell Karriere machen, wenn sie was drauf hatten. Bekamen verantwortliche Stellen die sie sonst erst nach Jahrzehnten bekommen hätten.
Und diese jungen Karrieremacher kamen an einer SS-Mitgliedschaft selten
vorbei. Schleyer fällt mir im Moment ein, das waren aber zehntausende.

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14.02.2018, 17:45
Beitrag: #30
RE: Gilt die SS als verbrecherische Organisation?
(13.02.2018 20:15)Titus Feuerfuchs schrieb:  Deutschland hat trotz widrigster Umstände jahrelang de facto allein mehrere an Ressourcen weit überlegene Kriegsgegner an mehreren Fronten in Schach gehalten. (Die Verbündeten in Europa waren mehr Klotz am Bein als Hilfe, und die Japaner waren weit weg)

Und ausgrechnet die Elitetruppe dieses hochentwickelten Industriestaates soll aus lauter Dilettanten bestanden haben? Diese Analyse ist nicht schlüssig.
Der Nazistaat war schon nach mehreren Jahren komplett pleite und musste sich über Eroberungen/Ausbeutungen finanzieren. Die Reichsmark war nach dem Krieg Spielgeld und schon lange vorher international völlig wertlos.

Das Rüstungswunder wurde auch durch kostenlose Zwangsarbeit ermöglicht.

Die SS war eine selbsternannte Elite, sonst nichts.

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14.02.2018, 20:17
Beitrag: #31
RE: Gilt die SS als verbrecherische Organisation?
(13.02.2018 20:15)Titus Feuerfuchs schrieb:  Sie widerspricht jeder Logik. Deutschland war vor dem WK2 die zweitstärkste Volkswirtschaft der Welt und in der Wissenschaft mit Abstand führend.

Deutschland hat trotz widrigster Umstände jahrelang de facto allein mehrere an Ressourcen weit überlegene Kriegsgegner an mehreren Fronten in Schach gehalten. (Die Verbündeten in Europa waren mehr Klotz am Bein als Hilfe, und die Japaner waren weit weg)

Das sind so die Mythen die die Altvorderen verbreitet haben.
Und auch ich bin dem lange aufgesessen.
ABER: die Nachschau vertragen diese Mythen nicht.

Der Großdeutsche Machtbereich von 1940 bis 1943 umfasst mehr als die heutige EU (nach dem Brexit) daraus muss man mehr machen!
Soviel weniger wie das Industriepotential US+UK+UdssR war das nicht.
Geschlagen unter Wert. Definitiv.

In der Wissenschaft mit Abstand führend....
Atombombe?
Enigma = EDV?
um nur mal die allerdrastischsten Beispiele anzuführen
auch da, ist nicht.

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14.02.2018, 22:14
Beitrag: #32
RE: Gilt die SS als verbrecherische Organisation?
(14.02.2018 20:17)Suebe schrieb:  Der Großdeutsche Machtbereich von 1940 bis 1943 umfasst mehr als die heutige EU (nach dem Brexit) daraus muss man mehr machen!
Soviel weniger wie das Industriepotential US+UK+UdssR war das nicht.
Geschlagen unter Wert. Definitiv.
So richtig gerne machte Rest-Europa aber nicht mit.
Viel der wahnsiinig fortschrittlichen Entwicklungen waren verzweifelte Versuche, das Blatt noch mal zu wenden. Mehr nicht.

Die Nazis waren wirtschaftliche Blindgänger, nicht zuletzt weil sie von ihren Eliten verlangten, politisch kommod zu sein. Querdenker und Juden/Ausländer waren außen vor. Und nicht zuletzt die waren es, die ihren Gegnern dann halfen, den braunen Sumpf trocken zu legen.

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15.02.2018, 02:08
Beitrag: #33
RE: Gilt die SS als verbrecherische Organisation?
(14.02.2018 22:14)Triton schrieb:  So richtig gerne machte Rest-Europa aber nicht mit.
Viel der wahnsiinig fortschrittlichen Entwicklungen waren verzweifelte Versuche, das Blatt noch mal zu wenden. Mehr nicht.

Die Nazis waren wirtschaftliche Blindgänger, nicht zuletzt weil sie von ihren Eliten verlangten, politisch kommod zu sein. Querdenker und Juden/Ausländer waren außen vor. Und nicht zuletzt die waren es, die ihren Gegnern dann halfen, den braunen Sumpf trocken zu legen.

Der erste Punkt ist so nicht korrekt. Vom ersten Entwurf eines Tarnkappenbombers bis zur ersten Interkontinentalrakete, die als erstes vom Menschen gemachten Objekt das All erreichte.
Wenn das Know how (Nazi)Deutschlands sich auf verzeifelte Versuche reduziert hätte, hätten sich die Amis Paperclip sparen können.

Der zweite Punkt stimmt natürlich. Wobei ich mich immer gefragt habe, wie es die Nazis in den 30ern schafften, die Wirtschaftskrise zu drehen. Kredite, ok. Aber woher? Warum haben die demokratischen Parteien nicht dasselbe Mittel gewählt?
Eroberungen und Ausbeutungen im großen Stil kamen erst später.

MfG, Titus Feuerfuchs
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15.02.2018, 02:15
Beitrag: #34
RE: Gilt die SS als verbrecherische Organisation?
(14.02.2018 17:45)Triton schrieb:  Das Rüstungswunder wurde auch durch kostenlose Zwangsarbeit ermöglicht.

Die SS war eine selbsternannte Elite, sonst nichts.

1) In den 30ern?

2) Man sollte nicht den Fehler machen, von der eth(n)ischen Gesinnung auf die Fähigkeiten der SS zu schließen.
Ein mittelgroßer, hochentwickelter Industriestaat, der es schafft, einen erheblichen Teil der Welt sechs jahrelang in Atem zu halten, sucht sich faule, dilettantische, alkoholaffine Versager für seine Eliteeinheit? Das glaubst du doch selbst nicht.

Wäre dem so, wären die Nazis (militärisch) ähnlich "erfolgreich" wie die Italiener gewesen - waren sie aber nicht...

MfG, Titus Feuerfuchs
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15.02.2018, 04:11
Beitrag: #35
RE: Gilt die SS als verbrecherische Organisation?
Ja wo soll man da anfangen?

1.) Das Rüstungswunder der 30er Jahre wurde auch schon durch Eroberungen/Plünderungen vollbracht. Es waren, glaubt man Militärhistorikern, vor allem die tschechischen Pz 38(t) und das leichte MG ZB 26, die für die Erfolge in den Jahren 39 und 40 sorgten. Dazu kamen noch tschechische und österreichische Paks.
Das deutsche Rüstungswunder (nicht zuletzt durch MeFos finanziert) gab es auch, betraf aber vor allem die Luftwaffe.
2.) Die militärischen Erfolge verdankte das 3.Reich der Wehrmacht, nicht der SS. Das war eine Dilettantentruppe, die das beste Material abzog. Gegen eine Übermacht kämpfte das 3.Reich ab 1942 und nicht mehr lange mit Erfolg, danach zehrte man vor allem von den Erfolgen der Jahre bis Ende 1941.
Die SS band Unmengen Ressourcen durch den Holocaust. In den KZs trieb sich der Mob der Gesellschaft herum, der sich selbst auch noch Elite nennen durfte.
3.) Keiner der Düsenjäger war Mitte 45 wirklich zuverlässig frontreif. Die Briten hatten damals auch schon ihre Gloster Meteor. Die Horten-Nurflügler waren noch Jahre von der Frontreife weg und für das damalige Radar sichtbar. Auch heutige Tarnkappenbomber sind für Langwellenradar sichtbar, das berichten Militärexperten (der Entwickler der A-10 und F-16 Pierre Sprey zum Beispiel). Die US-Flugzeugindustrie war um ein Vielfaches leistungsfähiger als die deutsche.
Bei den ballistischen Raketen gab es wirklich einen Vorsprung, aber das waren ohne Atomsprengköpfe reine Terrorwaffen.
Wäre der Krieg nicht im Sommer 45 zu Ende gewesen, hätte die Atombombe ihn beendet und Aus die Maus.

Das Nazi-Regime setzte schon früh auf billige Arbeitskraft wie den RAD und veröffentlichte nie Haushalte, weil die reine Katastrophen waren.

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15.02.2018, 05:34
Beitrag: #36
RE: Gilt die SS als verbrecherische Organisation?
(15.02.2018 04:11)Triton schrieb:  Ja wo soll man da anfangen?

1.) Das Rüstungswunder der 30er Jahre wurde auch schon durch Eroberungen/Plünderungen vollbracht. [...]

Auch das ist nicht korrekt. Die erste echte Eroberung fand erst im März 1939 durch die BEsetzung der sog "Resttschechei" statt.
Das Sudetenland und Österreich wurden ja mit Einverständnis der jeweiligen Bevölkerung kassiert. Österreich war total verarmt. In diesem Fall war es sogar umgegkehrt, Deutschland kurbelte die österreichische Wirtschaft an.
Davor musste alles finanziert werden! Nicht nur Rüstung, sondern auch die staatlichen Beschäftigungsprogramme bzw die Schaffung von Infrastruktur.

Die Tatsache, dass es Hitler schaffte, Deutschland aus der wirtschaftlichen Not zu holen und Millionen Massenarbeitlose auf einmal wieder in Lohn und Brot zu stellen, sicherte ihm Zustimmung und Rückhalt weiter Teile der BEvölkerung.

Der Reichsarbeitsdienst (immer noch besser als hungrig und arbeitslos) und sog Mefo-Wechsel ermöglichten das.
Warum machte das vor ihm keine andere Partei, reduziert auf Infrastruktur?
Hitler schaffte quasi aus dem Nichts Geld und stellte die Wirtschaftskrise ab. Wieso konnte er das und alle anderen nicht??
Warum entstand durch diese verdeckte staatliche Gelddruckaktion keine Hyperinflation?




.
(15.02.2018 04:11)Triton schrieb:  2.) Die militärischen Erfolge verdankte das 3.Reich der Wehrmacht, nicht der SS. Das war eine Dilettantentruppe, die das beste Material abzog.

Hast du für diese Analyse ein Quelle?

(15.02.2018 04:11)Triton schrieb:  Gegen eine Übermacht kämpfte das 3.Reich ab 1942 und nicht mehr lange mit Erfolg, danach zehrte man vor allem von den Erfolgen der Jahre bis Ende 1941.

Nein, die Übermacht bestand de facto seit 1941. Rein quantitativ war die SU dem Reich jederzeit überlegen.
Schau dir die Kräfteverhältnisse bei den meisten Schlachten an. Meist war es an der Ostfront so, dass die Deutschen trotz starker Unterlegenheit bedeutend mehr Ressourcen der Roten Arme vernichteten als umgekehrt.

Nur mal so als Gedankenexperiment: Wie weit wären die Italiener oder Franzosen gekommen, wenn sie der ganzen Welt den Krieg erklärt hätten? Die hätten spätestens nach 6 Monaten kapitulieren müssen und nicht erst nach 6 Jahren.




(15.02.2018 04:11)Triton schrieb:  Die SS band Unmengen Ressourcen durch den Holocaust. In den KZs trieb sich der Mob der Gesellschaft herum, der sich selbst auch noch Elite nennen durfte.

Das betrifft die unteren Chargen. Aber das ist banal und auch nicht der Punkt. Die Organisation des Mordens war sehr professionell wie man heute weiß. Das schaffen keine Vollversager.

Die SS bestand mitnichten nur aus den Wachmannschaften sondern va. auch aus den Kampfverbänden. Und für diese Truppe wurden laut dir die Unfähigsten ausgesucht, während diejenigen, die eine gute militärische Tauglichkeit aufwiesen, einfache Wehrmachtssoldaten wurden?Sceptical Nein sorry, das entbehrt doch jeder Grundlage.

Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren, wenn du eine gute Quelle hast...?


(15.02.2018 04:11)Triton schrieb:  3.) Keiner der Düsenjäger war Mitte 45 wirklich zuverlässig frontreif. Die Briten hatten damals auch schon ihre Gloster Meteor. Die Horten-Nurflügler waren noch Jahre von der Frontreife weg und für das damalige Radar sichtbar. Auch heutige Tarnkappenbomber sind für Langwellenradar sichtbar, das berichten Militärexperten (der Entwickler der A-10 und F-16 Pierre Sprey zum Beispiel). Die US-Flugzeugindustrie war um ein Vielfaches leistungsfähiger als die deutsche.

Quantitativ, ja. Ist aber in Anbetracht der (Größen-)Verhältnisse keine Leistung. Qualitativ auch? Möchte ich hinterfragen.


(15.02.2018 04:11)Triton schrieb:  Bei den ballistischen Raketen gab es wirklich einen Vorsprung, aber das waren ohne Atomsprengköpfe reine Terrorwaffen.
Wäre der Krieg nicht im Sommer 45 zu Ende gewesen, hätte die Atombombe ihn beendet und Aus die Maus.
[...]


Das ist ja alles bekannt und nicht das Thema. Hitler hielt nichts von Nuklearforschung, weil er sie nicht verstand und weil sie stark jüdisch dominiert war.

Mein Punkt ist: Die Amerikaner haben eine Menge Aufwand betrieben, sich know how und tausende Deutsche Wissenschaftler zu sichern. Wissenschaftssprache war bis zum Wk 2 Deutsch und nicht englisch.
Bei Nobelpreisträgern war das Deutsche Reich bzw die WR weit überrepräsentiert.
Daher ist deine Argumentation, die Deutsche hätten (im Krieg) quasi nur Murks produziert, keineswegs schlüssig.

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15.02.2018, 10:29
Beitrag: #37
RE: Gilt die SS als verbrecherische Organisation?
Man sollte bedenken, dass die große Weltwirtschaftskrise 1933 schon weitgehend überwunden war. Allerdings war klar, dass sich die Nazis das als eigenen Erfolg ans Revers hefteten und damit sogar im Volk ankamen.

Was die Technologie betraf: Nazi-Deutschland bekam es nicht gebacken, einen brauchbaren viermotorigen Bomber in Stückzahl zu bauen.
USA zum Vergleich: Über 30000 B17 und B24.
England über 15000 (Avro Lancaster und andere Modelle).

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15.02.2018, 11:50
Beitrag: #38
RE: Gilt die SS als verbrecherische Organisation?
(15.02.2018 10:29)Arkona schrieb:  Man sollte bedenken, dass die große Weltwirtschaftskrise 1933 schon weitgehend überwunden war. Allerdings war klar, dass sich die Nazis das als eigenen Erfolg ans Revers hefteten und damit sogar im Volk ankamen.

Was die Technologie betraf: Nazi-Deutschland bekam es nicht gebacken, einen brauchbaren viermotorigen Bomber in Stückzahl zu bauen.
USA zum Vergleich: Über 30000 B17 und B24.
England über 15000 (Avro Lancaster und andere Modelle).

den hätte man schon bauen können. Es gab ja schon zu Wevers Zeiten Prototypen.
Nur hätte man dann weniger 2motorige gehabt, und die brauchte man an den Fronten als weitreichende Artillerie.

Die vielen Nobelpreisträger relativieren sich sehr, rechnet man "nazistisch" und zieht die Juden ab, werden es sehr viel weniger.

Die Waffen-SS war ganz zweifellos eine sehr effektive Truppe, die Verbrecher in ihren Reihen sind da weniger prägend.

SS ist nicht gleich SS, man muss da sehr differenzieren, neben Allgemeiner-SS, Waffen-SS, Totenkopf-Verbänden (das waren die Verbrecher!) gab es noch diverse andere Gruppen, darunter solche die "Ehrenhalber-SSler" wurden. Fällt mir gerade ein, Ernst Sachs, der Vater von Gunther Sachs, Stoßdämpfer, Kupplungen, Freilaufnaben, Rücktrittbremsen und und und, in Nürnberg war so einer.
Der Himmler hat ab Kriegsmitte alles mögliche versucht in die SS zu ziehen.

Noch zu dem angeblichen technologischen Vorsprung, die US waren die einzigen die im Krieg Panzer mit stabilisierter Kanone einsetzten, davon war Nazideutschland weit entfernt.
Der 100Oktan Flugzeugsprit, gabs fast nur bei den Amis, die Isooktan-Raffinerie bei Auschwitz kam nie auf Touren. Bei den Deutschen wurde verbleit wie verrückt, nach US-Patenten!
Damit waren aber die Angloamerikanischen Flugzeugmotoren deutlich leistungsfähiger als die deutschen.
Bekamen die Deutschen einen Flugzeugträger gebacken? Ist nicht.
Radar = Funkmess waren die Angloamis weit vor den Deutschen. Siehe als die Scharnhorst ganz kommod per Radarsteuerung zusammengeschossen wurde. Ohne Möglichkeit einer Gegenwehr.
Der berühmte Panzerschreck? Eine 100% Kopie der US-Bazooka.

das sind nur ein paar Beispiele.
Nochmals, diese Mythen der Geschlagenen vertragen die Nachschau nicht!

Es ist definitiv festzuhalten, dass die Deutschen gegen die Westalliierten ab Anfang 1943 nichts, gar nichts mehr zusammenbekamen. Lediglich noch mit Anstand untergehen konnten.
Der Panzerangriff bei Avranche der im Kessel von Falaise endete.
Die Ardennenoffensive, die Brücke von Remagen, der vergebliche Versuch den Ruhrkessel zu öffnen.
Überall wo es galt ohne den geringsten Erfolg.
siehe oben unter Nachschau

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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15.02.2018, 12:21
Beitrag: #39
RE: Gilt die SS als verbrecherische Organisation?
Was, bitte schön, wollte Deutschland mit einem Flugzeugträger? Die spielten auf dem europäischen Kriegsschauplatz doch nie eine wichtige Rolle, sieht man von der Atlantiküberwachung im Zufuhrkrieg ab.
Im Pazifik sah das natürlich anders aus, aber das war ein ganz anderes Ding.

Dass man die "Graf Zeppelin" nicht fertigstellte, war strategisch eine richtige Entscheidung.

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15.02.2018, 13:04
Beitrag: #40
RE: Gilt die SS als verbrecherische Organisation?
(15.02.2018 12:21)Arkona schrieb:  Was, bitte schön, wollte Deutschland mit einem Flugzeugträger? Die spielten auf dem europäischen Kriegsschauplatz doch nie eine wichtige Rolle, sieht man von der Atlantiküberwachung im Zufuhrkrieg ab.

Na Mönsch, einen Weltkrieg führen
wie geschehen.


Zitat:Im Pazifik sah das natürlich anders aus, aber das war ein ganz anderes Ding.

Dass man die "Graf Zeppelin" nicht fertigstellte, war strategisch eine richtige Entscheidung.

Zustimmung.
Aber man versuchte es, und bekam es nicht hin.
halt auch Fakt.

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