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Döntjes von Opa
01.12.2018, 21:57
Beitrag: #1
Döntjes von Opa
Langsam sterben die Teilnehmer ja weg. Ich kannte persönlich einen alten U-Bootfahrer, der immerhin 2 Feindfahrten überlebte und jemanden, der auf der "Prinz Eugen" gedient hatte und allerhand marineinternes zu erzählen wusste. Der erzählte, es wurde ein Modul entnommen, der Turm als nicht gefechtsbereit gemeldet. Es wurde stundenlang Skat gekloppt und irgendwann das Teil wieder eingesetzt. Repariert - zu Befehl.

Wir sollten solche Stories hier bewahren.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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02.12.2018, 01:29
Beitrag: #2
RE: Döntjes von Opa
(01.12.2018 21:57)Arkona schrieb:  Langsam sterben die Teilnehmer ja weg. Ich kannte persönlich einen alten U-Bootfahrer, der immerhin 2 Feindfahrten überlebte und jemanden, der auf der "Prinz Eugen" gedient hatte und allerhand marineinternes zu erzählen wusste. Der erzählte, es wurde ein Modul entnommen, der Turm als nicht gefechtsbereit gemeldet. Es wurde stundenlang Skat gekloppt und irgendwann das Teil wieder eingesetzt. Repariert - zu Befehl.

Wir sollten solche Stories hier bewahren.

In der Tat.
Ich habe über den Großvaters meines Cousin Geschichten aus der Kriegsmarine erfahren. Der Großvater ist gleich zweimal mit einem UBoot abgesoffen und zweimal raus gekommen, nach dem letzten mal hat er sich mit einem kleinen Boot über den Atlantik in Nordafrika bis Frankreich durchgekämpft und dann quer durch Frankreich, praktisch parallel zu dem Amis nach Deutschland ...

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken....
Erich Kästner
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03.12.2018, 20:30
Beitrag: #3
RE: Döntjes von Opa
(02.12.2018 01:29)Flora_Sommerfeld schrieb:  
(01.12.2018 21:57)Arkona schrieb:  Langsam sterben die Teilnehmer ja weg. Ich kannte persönlich einen alten U-Bootfahrer, der immerhin 2 Feindfahrten überlebte und jemanden, der auf der "Prinz Eugen" gedient hatte und allerhand marineinternes zu erzählen wusste. Der erzählte, es wurde ein Modul entnommen, der Turm als nicht gefechtsbereit gemeldet. Es wurde stundenlang Skat gekloppt und irgendwann das Teil wieder eingesetzt. Repariert - zu Befehl.

Wir sollten solche Stories hier bewahren.

In der Tat.
Ich habe über den Großvaters meines Cousin Geschichten aus der Kriegsmarine erfahren. Der Großvater ist gleich zweimal mit einem UBoot abgesoffen und zweimal raus gekommen, nach dem letzten mal hat er sich mit einem kleinen Boot über den Atlantik in Nordafrika bis Frankreich durchgekämpft und dann quer durch Frankreich, praktisch parallel zu dem Amis nach Deutschland ...


Ich kannte einen, den Harry, der war Zerstörer-Matrose.
Und als solcher auf einem der 15cm-Zerstörer die zusammen mit der Scharnhorst Weihnachten 1943 einen Geleitzug abfangen sollten.
Man kennt die Geschichte, die deutschen Zerstörer wurden mangels Seefestigkeit heimgeschickt, und die britischen Zerstörer schossen daraufhin die Scharnhorst lahm.
Worauf die "eigentlich" deutlich langsameren schweren Einehiten der Royal Navy herkommen konnten.
Das hat den Harry das ganze Leben hindurch verfolgt.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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07.12.2018, 21:14
Beitrag: #4
RE: Döntjes von Opa
Fragte ich als kleiner Junge meinen Großvater, "hast du im Krieg mal einen erschossen?" Kam die Antwort "Warum denn, mich hat ja auch keiner erschossen"
Logisch und erschöpfend erklärt. Was den kleinen Jungen aber keineswegs befriedigte.
Lustige Schwänke aus der Kaserne konnte man schon manchmal von ihm hören, (die ich aber leider nicht mehr so zusammenbringen) aber vom Krieg so gut wie nix.
Einmal waren wir eingekehrt, in einem der Bergwirtshäuser rings um die Stadt,
es muss so 1957 oder 58 gewesen sein. Als wir gingen, haben sie am Stammtisch angefangen zu singen "Argonnerwald um Mitternacht..." ist Großvater stehen geblieben und hat sämtliche Verse mitgesungen. Die haben den "Argonnerwald" aber anders gesungen, wie er auf Youtube zu hören ist, getragen wie einen Choral.
Ein Verschen hat er mit beigebracht,
"Die Soldaten kommen die Straße herab, mit Säbel und Panier, der Hauptmann hat in die Hose geschissen, Quartier, Quartier, Quartier."
(auf Schwäbisch reimt es sich)
Irgendwie war das Militärische nicht seine Sache.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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07.12.2018, 21:57
Beitrag: #5
RE: Döntjes von Opa
(07.12.2018 21:14)Suebe schrieb:  Irgendwie war das Militärische nicht seine Sache.

Ich könnte dir von meinem Urgroßvater, Großvater und Vater etliche Anekdoten aus dem Krieg erzählen. Ich habe immer nur ein Problem damit, wenn es so auf "Kumpel Ebene" weiter erzählt wird, weil es dann den Krieg letztlich verherrlicht. Leider gibt es da nichts, was toll wäre.

Beispiel:
Mein Vater war so um 66 bei der NVA, Sandlatscher (Infanterie) mit Granatwerfer ... in einem Manöver mit Panzerkräften hatten die für die Gefechtsbeleuchtung zu sorgen und waren nur so am Mumpeln werfen, da hat die Kompanie von weiten gesehen, wie einer der Panzer aus der Dwarslinie ausscherte und mit seiner 100er (T55?) volle Kanne in dem vor ihm Fahrenden schoss, der sich sofort in seine Einzelteile auflöste und durch das Chaos in der Line wurden noch zwei weitere Panzer vernichtet.

Das war kein Krieg!

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken....
Erich Kästner
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08.12.2018, 17:00
Beitrag: #6
RE: Döntjes von Opa
Mein anderer Großvater hat mal erzählt, wie die franz. Vogesenjäger 1915 eingeschlossn auf dem Hartmannsweilerkopf, sich mit den franz. Truppen außerhalb der Einschließung per Hornsignale verständigt hätten.
Was mir in Erinnerung blieb, allüberall wo in den 50ern, 60ern franz. Garnisonen waren, wird man den Klang der franz. Militärmusik und ihrer Hörner kennen.
Funk war 1915 demnach noch Zukunftsmusik.

Dann hat mein Großvater noch von der "Jägertanne" erzählt, und von der Seilbahn die Pioniere auf den Hartmannsweilerkopf gebaut hatten, zur Versorgung der Truppen dort oben.
Was ich aber alles lang vergessen hatte.

in den 90ern war ich dann mal auf dem Hartmannsweilerkopf. Muss man sich echt mal anschauen, die gegnerischen Stellungen waren da an etlichen Stellen vielleicht 20 Meter voneinander entfernt.
Gleich hinter dem Museum auf abfallendem Gelände, der franz. Friedhof mit den weißen Kreuzen, den deutschen Gefallenen mit den schwarzen Kreuzen, hat man die Gräber unten im Tal angelegt.

Nach dem Friedhof gehts wieder aufwärts, zum eigentlichen Hartmannsweilerkopf, ein paar Meter weiter, ein Hinweisschild, "Zur Jägertanne" "hat da nicht Großvater davon erzählt?" ein paar Schritte seitlich, ein mickriges Bäumchen "Jägertanne" es ist aber wohl tatsächlich der historische Fleck.
Was Großvater erzählte, ist mir leider nicht mehr eingefallen. Ich habe aber dann weiter vorne herumgesucht zwischen Stellungen, Kreuzen und Denkmälern, meist französischen, und habe dann noch tatsächlich die Bergstation jener Seilbahn entdeckt.

Die Geschichte zur Jägertanne habe ich viel später in der Regimentsgeschichte nachgelesen, an jener Stelle haben sich die württ. Truppen getroffen, als sie die Franzosen einschlossen.
NS: Das blieb aber nicht von Dauer, keine Seite konnte den Hartmannsweilerkopf auf Dauer behaupten, nach etlichen "Besitzwechseln" haben sich dann beide mit der "Hälfte" begnügt.

Dann gibt es noch die verbürgte Aussage von Großvater aus dem Spätsommer 1940 an meinen Vater, soeben aus dem siegreichen Frankreichfeldzug zurück.
"den Krieg gewinnt ihr, wie wir unseren gewonnen haben"

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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09.12.2018, 13:08
Beitrag: #7
RE: Döntjes von Opa
Ich besitze ein Buch, das einst meinem Vater gehörte.
"Die außenpolitische Lage Deutschlands von Bismarck bis Hitler"
Auf der Versatzseite ist folgende Widmung
"Zur Erinnerung an das Unteroffiziersschießen der 3./396. Infanterieregiment am 22. Nov. 1941 2. Preis"

Nun war der Alte ja auf seine Schießkünste immer stolz, - aber 22.11.41 - ich dachte da wollten die Moskau erobern Huh
Na ja, man ist ja historisch nicht unbeschlagen "war halt noch die Schlammperiode - und da war es den Kriegern langweilig":idea:
Jahre später habe ich es dann mal nachgeschlagen, von wegen Schlammperiode, am 22.11.41 rollte bei leichtem Frost der Großangriff.

Ergo: Man stellt das als Zivilist des 21. Jahrhunderts vermutlich falsch vor. Auch die haben nicht rund um die Uhr siegreich gekämpft. Idea

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