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Gewerbegebiet Coswig.
13.04.2019, 23:51
Beitrag: #1
Gewerbegebiet Coswig.
Bei Coswig im heutigen Sachsen wird ein Gewerbegebiet ausgegraben, in welchem bisher Funde aus 450 vor Chr. bis 900 nach Chr. gefunden wurden. Normalerweise haben dort Hermunduren der Eisenzeit ihren Unterhalt mit Eisenverarbeitung und Kalk brennen verdient. Es reicht in die Zeit hinein, in der angeblich die Germanen abgewandert sein sollen. Die Häuser sind abgebrannt.

https://www.mz-web.de/wittenberg/sensati...Xp9SbiDhe0

viele Grüße

Paul

aus dem hessischen Tal der Loganaha (Lahn)
in der Nähe von Wetflaria (Wetzlar) und der ehemaligen Dünsbergstadt
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14.04.2019, 12:46
Beitrag: #2
RE: Gewerbegebiet Coswig.
Sehr interessant, trotzdem nicht verwechseln. Es handelt sich um Coswig (Anhalt) im heutigen Sachsen-Anhalt, nicht um Coswig (Sachsen). Diese Stadt liegt zwischen Dresden und Meißen.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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15.04.2019, 11:12
Beitrag: #3
RE: Gewerbegebiet Coswig.
Kurze Zeit später 928... hat Heinrich der 1. einen Feldzug in Richtung Osten geführt. Es heist, er wollte seine Besitzungen im Raum Merseburg absichern. Früher hatte ich mal gelesen, er wollte auch die germanischen Siedlungen östlich der Elbe sichern und baute hierzu dann östlich der Elbe Burgen. Seine Kriegszüge führte er dann aber weit in die Gebiete der Heveller, Daleminzer und dann auch Böhmen. Er kämpfte gegen die Ungarn und auch um Lothringen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_I...nkenreich)

viele Grüße

Paul

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15.04.2019, 14:22
Beitrag: #4
RE: Gewerbegebiet Coswig.
Ein wichtiges Ereignis während der Herrschaft Heinrichs war der 924 auf 9 Jahre geschlossene Frieden mit den Ungarn. Heinrich bereitete sich in den 9 Jahren auf eine kommende Auseinandersetzung mit den Ungarn vor. Hierzu zählen z.B. der Ausbau vorhandener Burgen bzw. der Neubau von Burgen und die Expansion in die Gebiete der späteren Mark Meißen bzw. Mark Lausitz. (Den Begriff Sächsische Ostmark möchte ich eigentlich nicht verwenden, da es strittig ist, inwieweit Markgraf Gero sie tatsächlich verwaltete oder ob er nur die slawischen Bewohner mit seinen Kriegszügen unterdrückte.)

Heinrich musste vor allem seine Besitzgüter im Raum Merseburg absichern. Diese Güter waren die Mitgift seiner ersten Frau Hatheburg, Erbtochter des Erwin von Merseburg. Um die Güter Erwins zu bekommen, heiratete Heinrich um 905 Hatheburg. Erwin starb 906 und seitdem war Heinrich Eigentümer dieser Güter. 909 verstieß Heinrich Hatheburg, sie wurde in ein Kloster abgeschoben. Der Grund dafür war, dass sich für Heinrich die politisch vorteilhaftere Ehe mit Mathilde, die von Widukind abstammen soll, als Option bestand. 928 musste sich Heinrich mit den Forderungen Thankmars, seines einzigen Sohnes aus der Ehe mit Hatheburg, auseinandersetzen.

Strittig ist, inwieweit der böhmische Machtkampf zwischen Wenzel den Heiligen und seinem Bruder Boleslav den Grausamen Heinrichs Entscheidung beeinflusst hat. Ihre Beinamen sind sicher ihrer Politik geschuldet. Boleslav gelang es immerhin sich gegen die Expansionen Heinrichs, aber auch des polnischen Herrschers Mieszko zu behaupten.

Die Ereignisse in Lothringen sind zeitlicher etwas früher einzuordnen. Der Lothringer Adel schwankte zwischen dem Ost- und dem Westfrankenreich. Nach der Wahl Konrads I. zum ostfränkischen wechselten die Lothringer ins Lager des westfränkischen Königs Karl III. (den Einfältigen). Allerdings gab es Spannungen zwischen den Reginaren und den Wigerichen, erstere waren Grafen im Maasgau und sogenannte Markgrafen von Lothringen, letztere waren Pfalzgrafen von Lothringen. Diese Konkurrenz sicherte Karl III. die Kontrolle, allerdings kam es 922 wegen der Ernennung des Bischofs von Lüttich zum Bruch zwischen Karl III. und Giselbert von Lothringen (aus der Familie der Reginare). Nach dem Sturz Karls III. wandte sich der Lothringer Adel an Heinrich I., der das Land ab 924 besetzen ließ. Die Lothringer erhofften sich stärkeren Schutz gegen Ungarn- und Wikingereinfälle. Erster Herzog von Lothringen wurde Eberhard von Franken - ironischerweise ein Bruder Konrads I., dem man sich 911 nicht unterstellen wollte. 928 wurde Giselbert von Lothringen Herzog von Lothringen. Heinrich verheiratete ihn mit seiner Tochter Gerberga. Damit sicherte er seinen Einfluss in Lothringen.

Nach dem Tod Heinrichs rebellierten Eberhard von Franken und Giselbert von Lothringen gegen Otto I., sie fanden 939 in der Schlacht von Andernach (nicht zu verwechseln mit der von 876) den Tod. Heinrichs Tochter bzw. Giselberts Witwe Gerberga wurde Ehefrau des westfränkischen König Ludwig IV.

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15.04.2019, 19:10
Beitrag: #5
RE: Gewerbegebiet Coswig.
Herr Heinrich saß am Vogelherd, recht froh und wohlgemut....
Ein oft und gerne gesungenes Lied.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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02.06.2019, 17:08
Beitrag: #6
RE: Gewerbegebiet Coswig.
Interessant, bisher hatte ich keine Kenntnis einer Siedlungsdauer von 1500 Jahren ab der Latenezeit bis ins Hochmittelalter im Mittelelbe-Saalegebiet. Klimakatastrophen um 530 haben dieser Siedlung nichts anhaben können?! Für andere Bereich im Mittelelbe-Saalegebiet fehlt eine Besiedlung bisher mit solch langer Dauer.
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02.06.2019, 21:25
Beitrag: #7
RE: Gewerbegebiet Coswig.
(02.06.2019 17:08)Rainer schrieb:  Interessant, bisher hatte ich keine Kenntnis einer Siedlungsdauer von 1500 Jahren ab der Latenezeit bis ins Hochmittelalter im Mittelelbe-Saalegebiet. Klimakatastrophen um 530 haben dieser Siedlung nichts anhaben können?! Für andere Bereich im Mittelelbe-Saalegebiet fehlt eine Besiedlung bisher mit solch langer Dauer.

Es muß ja vieles noch ausgegraben werden. Viele Siedlungen blieben besiedelt. Die Funde müßten in besiedeltem Gebiet ausgegraben werden. Bevölkerungen mit Latenekultur geben ihre Siedlungen nicht freiwillig auf. Ihre Böden bleiben durch Düngung fruchtbar. Der hohe Geburtenüberschuß und die gute Bewaffnung sorgen dafür, das ihr Gebiet in der Regel nicht erobert wird.
In Hessen ist die kontinuierliche Besiedlung auch die Regel. Warum die Vandalen mit ihrer Latene ähnlichen Pscheworsk Kultur assimiliert wurden, ist ein Rätzel, auch wenn viele mit den Goten nach Süden wanderten.

viele Grüße

Paul

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Gestern, 14:37
Beitrag: #8
RE: Gewerbegebiet Coswig.
(15.04.2019 19:10)Suebe schrieb:  Herr Heinrich saß am Vogelherd, recht froh und wohlgemut....
Ein oft und gerne gesungenes Lied.
Der Begriff "Vogelherd" auch Finkenherd wird z.B. im Mittelalterlexikon mit der Vogeljagd in Verbindung gebracht. Tatsächlich haben diese Flurnamen aber eine andere Bedeutung. Sie liegen alle an Flurgrenzen oder an "Fernwegen". Die Verschleifung von Fakelherd zu Vogelherd bzw. Funkenherd zu Finkenherd geschah wohl nach dem Vergessen der Plätze als nicht mehr genutzte Signalstationen. Dass die Wachmannschaften bei ihrem überwiegend "stinklangweiligen" Job vielleich auch Vögel gefangen haben, um ihre schmale Kost aufzubessern ist sicher möglich. Der Teilbegriff "Herd" weist eindeutig auf den Gebrauch von Feuer hin.
Der Gebrauch des Feuers als Nachrichtenübermittlung hat sich bis heute im Begriff "Funker" erhalten.
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Gestern, 14:48
Beitrag: #9
RE: Gewerbegebiet Coswig.
Interessant ist die sich verstätigente Tatsache, dass in Mitteldeutschland eine Reihe von Kirchen ihre steinernen Grundmauern direkt auf Schichten mit kaiserzeitlichen Funden haben. Als Beispiele seinen nur genannt
Erfurt, Ohrdruf, Quedlinburg
In Erfurt ist im gesamten Stadtgebiet kein Fund zwischen Kaiserzeit und Hochmittelalter zu verzeichnen, von Aktivitäten eines Bonifatius ganz zu schweigen. Diese Tendenz scheint sich in einer Reihe von europäischen Städten zu zeigen. Das sollten wir ernst nehmen und nicht feststellen, "es wurde nur bisher nichts gefunden".
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Gestern, 17:10
Beitrag: #10
RE: Gewerbegebiet Coswig.
(Gestern 14:48)Rainer schrieb:  Interessant ist die sich verstätigente Tatsache, dass in Mitteldeutschland eine Reihe von Kirchen ihre steinernen Grundmauern direkt auf Schichten mit kaiserzeitlichen Funden haben. Als Beispiele seinen nur genannt
Erfurt, Ohrdruf, Quedlinburg
In Erfurt ist im gesamten Stadtgebiet kein Fund zwischen Kaiserzeit und Hochmittelalter zu verzeichnen, von Aktivitäten eines Bonifatius ganz zu schweigen. Diese Tendenz scheint sich in einer Reihe von europäischen Städten zu zeigen. Das sollten wir ernst nehmen und nicht feststellen, "es wurde nur bisher nichts gefunden".

Ich weiß jetzt nicht so recht, auf was du hinaus willst.
zB
Die einstige "Fundleere" nachdem das Christentum sich bei den Germanen durchgesetzt hatte, entstanden durch die fehlenden Grabbeigaben, die Illing meinte mit Verschwörungstheorien zu füllen,
ist doch in den letzten Jahrzehnten geschlossen worden. Und Illing ist auf dem Müllhaufen gelandetShadeShade
nur mal so zum Beispiel.

Ständig werden neue Funde gemacht.
schau doch mal da
https://www.denkmalpflege-bw.de/service/...3e59d81d7f
oder da
https://www.archaeologie-online.de/magazin/

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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