Antwort schreiben 
 
Themabewertung:
  • 1 Bewertungen - 5 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Skara Brae und The Heart of Neolithic Orkney
11.03.2014, 21:42
Beitrag: #14
Maes Howe Teil 1
Maes Howe

Maes Howe liegt am südöstlichen Ende des Loch of Harray und ist eines der besterhaltenen Hügelgräber Nordwesteuropas. Der Ursprung des Namens „Mae“ ist unsicher, „Howe“ leitet sich von dem Altnorwegischen für „Hügel“ ab.

Errichtet wurde der Erdhügel vor etwa 5000 Jahren (ca. 3100 v. Chr.) auf einer großen, ebenen Plattform, umgeben von einem Graben und einem Wall.
Maes Howe gehört zum Typ der Ganggräber (Passage Tomb), was bedeutet, dass ein langer Gang durch den Erdhügel zu einer sorgfältig ausgearbeiteten Kammer führt.
Die Menschen, die Maes Howe errichteten,wollten ein Zeichen setzen – viele Hände waren nötig, die Steine und den Lehm herbeizuschaffen mit denen Grabhügel und Graben errichtet wurden - und alles ohne Metallwerkzeuge oder schweres Gerät. Die Errichtung von Maes Howe war ein Unternehmen von höchster Bedeutung und gewaltiger sozialer Verpflichtung.

Die Konstruktion von Maes Howe ist komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Die Kenntnisse über die Konstruktion stammen aus mehreren Ausgrabungen, die älteste schon aus viktorianischer Zeit. Weitere Ausgrabungen erfolgten in den 50ern, 70ern und 90 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.
Bei den Ausgrabungen in den 90 Jahren stellte sich heraus, daß bereits vor dem Grabhügel an dieser Stelle ein Bauwerk stand, allerdings ist es nicht möglich, hierzu nähere Angaben zu machen - etwaige Spuren sind unter Maes Howe verborgen..

Wahrscheinlich hoben die neolithischen Bauarbeiter zuerst den Graben aus, bevor sie den Erdhügel errichteten, aber das ist keineswegs gesichert. (wikipedia schreibt hier etwas anderes und beruft sich auf die Ausgrabungen der 70 er). Der Graben wurde sehr geschickt aus einem natürlichen, eiszeitlichen Hügel geformt, um das gesamte Bauwerk höher zu setzen. Die Ebene, auf der der Grabhügel sitzt, wurde aus dem Felsen geschnitten, um wirklich eine ebene, flache Gestalt zu erhalten. Der Graben war damals vermutlich noch um 0,7 m tiefer und enthielt möglicherweise Wasser.

Auf der runden Plattform befand sich zuvor ein einzelner großer Stein. In den 90 er Jahren fanden Archäologen das Loch des Steines, aber keinen Hinweis auf einen Steinkreis. Ein bißchen weiter entfernt, unter der heutigen Torfwand, finden sich Hinweise auf eine äußere Steinmauer, die gleichzeitig mit dem Graben entstand. Die ursprüngliche Höhe ist unbekannt, sie könnte allerdings beträchtlich gewesen sein.

Das Hügelgrab selbst hat einen Durchmesser von 35 m und eine Höhe von 7 m. Die zentrale Kammer ist von einer gut gebauten, abgestuften Mauer bis zum Dach umgeben. Dahinter befinden sich zwei niedrigere steinerne Mauern. Das ganze Bauwerk wurde mit einer dicken Schicht aus gelbem Lehm, der vermutlich in Körben aus dem See geholt wurde, und kleinen Steinen versiegelt und mit einer Lehmhaut überzogenb.

Das Resultat dieser Anstrengungen ist ein sorgfältig gebautes, robustes und wasserdichtes Bauwerk, zu der die Menschen den Zugang kontrollieren konnten. Die weiche, runde äußere Kontur bildet einen starken Kontrast zu seinem steinigen, geradlinigen Innern.
Als Maes Howe entstand, war dieser Kontrast angesichts der geschnittenen Steine, der Lehmkappe und der Steinmauer möglicherweise schwächer.

Innerhalb von Maes Howe fühlt man sich von der Außenwelt abgeschnitten. Im Gegensatz zum Grabhügel rundum mißt die innere Kammer nur 4,7 m in der Diagonale und 4,5 m in der Höhe, wobei die Originalhöhe auch 6 m betragen haben kann. Nur ein schwacher Schein Tageslicht fällt durch die 10 m lange Eingangspassage, einem sacht ansteigenden, gepflasterten Korridor. Innerhalb der Passage findet sich eine Art Unterbrechung, wo ein großer, keilförmiger Stein, balanciert auf einem Drehpunkt, vom Innern der Grabkammer aus bewegt werden konnte, um den Gang zu verschließen. Jede Wand wird zum Großteil durch nur einen riesigen Sandstein gebildet, der größte davon wiegt 3 t.

Die Kammer selbst wird durch die Mitte einer Mauer betreten. An den anderen drei Wänden befinden sich mittig erhöhte Seitenkammern oder Zellen. Zwei der Zellen enthalten eine niedrige Plattform, möglicherweise enthielt auch die dritte eine, die aber später wieder abgebaut wurde. Der Boden, die Rückwand und Decken dieser Zellen sind Einzelsteine.
Das Dach der Hauptkammer ist ein Korb- Gewölbe, die meisten Steine gehen über die gesamte Mauerbreite. Die Decke ist rekonstruiert, sie wurde zunächst von Wikingern, später in viktorianischer Zeit weiter zerstört.

In jeder Ecke der Hauptkamme steht ein großer, aufrechter Stein, eingerahmt von einem Erker aus kleinen Steinen. Diese stehenden Steine bestimmen zwar die Höhe der Grabkammer, haben aber keine tragende oder strukturierende Funktion.
Möglicherweise standen die Steine als erstes in der Anlage. Sie können den Elementen jedoch nicht sehr lange ausgesetzt gewesen sein, die Steine wirken neu und unverwittert. Vielleichte waren die Steine, die die Passage bilden, ursprünglich Stehende Steine, denn sie sind in der Größe mit den Stones of Stenness vergleichbar.

Maes Howe ist das einzige bekannte Grab vom Typ „Passage-Grab“ mit dem Einschluss Stehender Steine; die Idee dazu könnte von den früheren steinzeitlichen „Boxen- Gräber“ Unstan oder Midshowe stammen. Diese beinhalten eine Reihe paarweise angeordneter, aufrechter Steine, die stufenweise in den Körper der Grabkammer eingeschlossen waren

Archäologen glauben, daß Maes Howe für Bestattungen genutzt wurde, aber das ist nicht gesichert. Das Grab wurde so oft gestört und zerstört in der Vergangenheit und die Öffnung im 19. Jahrhundert erfolgte nicht-wissenschaftlich. Die einzigen beschriebenen Funde waren Fragmente menschlicher Schädel und einige Pferdeknochen.
Der Rückschluss, daß auch Maes Howe vermutlich ein Grab gewesen war, ergab sich aus dem Vergleich mit vergleichbaren Grabstätten. In Quaterness z.B. wurden die Überreste von 157 Individuen aller Alterstufen gefunden und Hinweise darauf, daß es bis zu 400 Individuen enthielt.

Fortsetzung folgt...

Auf dem Grabstein dess Kapitalismus wird stehen: "Zuviel war nicht genug"
Volker Pispers
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Antwort schreiben 


Nachrichten in diesem Thema
Geologie - Bunbury - 30.09.2012, 19:29
Die ersten Ackenbauern - Bunbury - 28.10.2012, 23:06
Barnhouse Village - Bunbury - 06.01.2013, 00:54
Maes Howe Teil 1 - Bunbury - 11.03.2014 21:42

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Kontakt    |     Startseite    |     Nach oben    |     Zum Inhalt    |     SiteMap    |     RSS-Feeds