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		<title><![CDATA[Forum für Geschichte - 	Das antike Griechenland und der Hellenismus]]></title>
		<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/</link>
		<description><![CDATA[Forum für Geschichte - http://www.forum-geschichte.at/Forum]]></description>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2026 01:34:42 +0000</pubDate>
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			<title><![CDATA[5.200 Jahre alt Umweltbelastung durch Blei entdeckt]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=15443</link>
			<pubDate>Mon, 10 Feb 2025 10:11:13 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=15443</guid>
			<description><![CDATA[Der Mensch scheint ein "altes" Umweltferkel zu sein...<br />
<br />
<br />
<a href="https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/bleiverschmutzung-im-antiken-griechenland-gibt-auskunft-ueber-gesellschaftlichen-wandel-6183/" target="_blank">https://www.archaeologie-online.de/nachr...ndel-6183/</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Mensch scheint ein "altes" Umweltferkel zu sein...<br />
<br />
<br />
<a href="https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/bleiverschmutzung-im-antiken-griechenland-gibt-auskunft-ueber-gesellschaftlichen-wandel-6183/" target="_blank">https://www.archaeologie-online.de/nachr...ndel-6183/</a>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Einzigartige Statue]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=15327</link>
			<pubDate>Wed, 20 Jul 2022 18:14:58 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=15327</guid>
			<description><![CDATA[<a href="https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/einzigartige-statuette-stellt-wissenschaft-vor-raetsel-5354/" target="_blank">https://www.archaeologie-online.de/nachr...tsel-5354/</a><br />
<br />
eine Hallstattzeitliche Statuette]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/einzigartige-statuette-stellt-wissenschaft-vor-raetsel-5354/" target="_blank">https://www.archaeologie-online.de/nachr...tsel-5354/</a><br />
<br />
eine Hallstattzeitliche Statuette]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Vulkanausbruch 1627 v Chr.]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=14073</link>
			<pubDate>Fri, 27 May 2022 18:12:53 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=14073</guid>
			<description><![CDATA[Es war nicht der Ausbruch auf Thera der für die Klimakatastrophe in der Bronzezeit verantwortlich ist,<br />
es war ein Vulkan auf den Aleuten.<br />
<br />
<a href="https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/neue-erkenntnisse-zur-globalen-abkuehlung-von-1627-v-chr-5305/" target="_blank">https://www.archaeologie-online.de/nachr...-chr-5305/</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es war nicht der Ausbruch auf Thera der für die Klimakatastrophe in der Bronzezeit verantwortlich ist,<br />
es war ein Vulkan auf den Aleuten.<br />
<br />
<a href="https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/neue-erkenntnisse-zur-globalen-abkuehlung-von-1627-v-chr-5305/" target="_blank">https://www.archaeologie-online.de/nachr...-chr-5305/</a>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Das erste Judenpogrom der Geschichte]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13140</link>
			<pubDate>Fri, 18 Jun 2021 14:17:01 +0000</pubDate>
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			<description><![CDATA[SPON<br />
<a href="https://www.grin.com/document/518348" target="_blank">https://www.grin.com/document/518348</a><br />
<br />
in Alexandria zu Zeiten Kaiser Caligulas]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[SPON<br />
<a href="https://www.grin.com/document/518348" target="_blank">https://www.grin.com/document/518348</a><br />
<br />
in Alexandria zu Zeiten Kaiser Caligulas]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Kontroverse um Hmmelsscheibe von Nebra]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=12824</link>
			<pubDate>Mon, 07 Sep 2020 17:41:42 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=12824</guid>
			<description><![CDATA[Die Himmelscheibe von Nebra soll ein Jahrtausend jünger sein, wie bisher angenommen,<br />
und in die Eisenzeit gehören.<br />
<br />
Archäologie online<br />
<a href="https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/neue-kontroverse-um-die-himmelsscheibe-von-nebra-4745/" target="_blank">https://www.archaeologie-online.de/nachr...ebra-4745/</a><br />
<br />
die "Beifunde", die wesentlich zur Datierung waren, sollen lt. dem Link nach nicht mit der Scheibe zusammen gefunden worden sein.<br />
Man wird sich erinnern, gefunden wurde die Himmelsscheibe von Raubgräbern die versuchten sie zu Geld zu machen, und einer dieser "Räuber soll ausgesagt haben, dass die anderen Fundstücke nicht dazugehört hätten. <br />
Dieser Aussage soll bisher wenig Gewicht beigemessen worden sein.<br />
<br />
Auf alle Fälle ein anschauliches Beispiel, warum die Archäologen die Raubgräber "gefressen" haben,<br />
<br />
hier die aktuelle Entgegnung vom Landesdenkmalamt Sachsen-Anhalt<br />
<a href="https://www.lda-lsa.de/aktuelles/meldung/datum/2020/09/03/himmelsscheibe_von_nebra_eisenzeitlich_eine_richtigstellung/" target="_blank">https://www.lda-lsa.de/aktuelles/meldung...gstellung/</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Himmelscheibe von Nebra soll ein Jahrtausend jünger sein, wie bisher angenommen,<br />
und in die Eisenzeit gehören.<br />
<br />
Archäologie online<br />
<a href="https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/neue-kontroverse-um-die-himmelsscheibe-von-nebra-4745/" target="_blank">https://www.archaeologie-online.de/nachr...ebra-4745/</a><br />
<br />
die "Beifunde", die wesentlich zur Datierung waren, sollen lt. dem Link nach nicht mit der Scheibe zusammen gefunden worden sein.<br />
Man wird sich erinnern, gefunden wurde die Himmelsscheibe von Raubgräbern die versuchten sie zu Geld zu machen, und einer dieser "Räuber soll ausgesagt haben, dass die anderen Fundstücke nicht dazugehört hätten. <br />
Dieser Aussage soll bisher wenig Gewicht beigemessen worden sein.<br />
<br />
Auf alle Fälle ein anschauliches Beispiel, warum die Archäologen die Raubgräber "gefressen" haben,<br />
<br />
hier die aktuelle Entgegnung vom Landesdenkmalamt Sachsen-Anhalt<br />
<a href="https://www.lda-lsa.de/aktuelles/meldung/datum/2020/09/03/himmelsscheibe_von_nebra_eisenzeitlich_eine_richtigstellung/" target="_blank">https://www.lda-lsa.de/aktuelles/meldung...gstellung/</a>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Antikes Glas]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=8404</link>
			<pubDate>Sat, 06 Oct 2018 09:18:42 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=8404</guid>
			<description><![CDATA[Gestern sah ich im Fernsehen leider nur ausschnittsweise einen Bericht über Glasfunde auf den Liparischen Inseln. Dabei viel mein Auge auf ein rekonstruiertes Glasperlencollier im Archäologiemuseum von Lipari. Dabei enthielt das Collier neben einer größeren Zahl von einfarbig kobaltblauen Perlen sogenannte Pfahlbautönnchen. M.W. sind das längliche, sich an den Enden verjüngende Glasperlen, welche meist eine weiße oder andersfarbige fadenförmig eingeschmolzene Umwindung zeigen. Diese weisen in die Bronzezeit. Kann jemand etwas mehr zu diesen auch nördlich der Alpen gefundenen Pfahlbautönnchen sagen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Gestern sah ich im Fernsehen leider nur ausschnittsweise einen Bericht über Glasfunde auf den Liparischen Inseln. Dabei viel mein Auge auf ein rekonstruiertes Glasperlencollier im Archäologiemuseum von Lipari. Dabei enthielt das Collier neben einer größeren Zahl von einfarbig kobaltblauen Perlen sogenannte Pfahlbautönnchen. M.W. sind das längliche, sich an den Enden verjüngende Glasperlen, welche meist eine weiße oder andersfarbige fadenförmig eingeschmolzene Umwindung zeigen. Diese weisen in die Bronzezeit. Kann jemand etwas mehr zu diesen auch nördlich der Alpen gefundenen Pfahlbautönnchen sagen?]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Das goldene Vließ]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=8186</link>
			<pubDate>Wed, 20 Jun 2018 17:27:49 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=8186</guid>
			<description><![CDATA[Zur Einstimmung der Wiki-Artikel<br />
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Goldenes_Vlies" target="_blank">https://de.wikipedia.org/wiki/Goldenes_Vlies</a><br />
<br />
Die Sage von Jason und dem Zug der Argonauten<br />
<br />
es dürfte sich hier um eine Sage der ausgehenden Bronzezeit handeln. <br />
Der Hintergrund der Sage ist aber inzwischen von der Archäologie im großen und ganzen bestätigt.<br />
<br />
Ich kenne die Sage aus Gustav Schwabs Werk "Die schönsten Sagen des klassischen Altertums" das zu meiner Zeit noch in der Penne als Teil des Humanistischen Erbes im Deutschunterricht durchgenommen wurde. <br />
(Wow, war richtig toll)<br />
<br />
Eingefallen ist mir das Thema unter dem Aspekt, dass Bunbury, zu Recht wie ich meine, auf eine mögliche Entstehung eines Teils der Artus-Sage in der Bronzezeit hinwies.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Zur Einstimmung der Wiki-Artikel<br />
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Goldenes_Vlies" target="_blank">https://de.wikipedia.org/wiki/Goldenes_Vlies</a><br />
<br />
Die Sage von Jason und dem Zug der Argonauten<br />
<br />
es dürfte sich hier um eine Sage der ausgehenden Bronzezeit handeln. <br />
Der Hintergrund der Sage ist aber inzwischen von der Archäologie im großen und ganzen bestätigt.<br />
<br />
Ich kenne die Sage aus Gustav Schwabs Werk "Die schönsten Sagen des klassischen Altertums" das zu meiner Zeit noch in der Penne als Teil des Humanistischen Erbes im Deutschunterricht durchgenommen wurde. <br />
(Wow, war richtig toll)<br />
<br />
Eingefallen ist mir das Thema unter dem Aspekt, dass Bunbury, zu Recht wie ich meine, auf eine mögliche Entstehung eines Teils der Artus-Sage in der Bronzezeit hinwies.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Schlacht der Götter]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7348</link>
			<pubDate>Fri, 24 Feb 2017 15:52:18 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7348</guid>
			<description><![CDATA[Hiermit möchte ich eine griechische Sage vorstellen, die mich ebenfalls beeindruckt.<br />
Hoffe, diese Sage gefällt euch:<br />
<br />
<span style="text-decoration: underline;"><span style="font-weight: bold;">Schlacht der Götter</span></span><br />
<br />
Den anderen Göttern tobte dafür das Herz in ungestümer Feindschaft, und im Sturme prallten sie aneinander, dass der Erdkreis dröhnte und die Luft rings wie von Posaunen erscholl. Zeus, auf der Spitze des Olymp gelagert, vernahm es, und sein Herz erbebte vor Wonne, als er die Unsterblichen zum riesenhaften Kampf aufeinander losrennen sah. Zuerst drang Ares, der Kriegsgott, vor und stürmte mit seinem ehernen Speer auf Pallas Athene ein, indem er ihr schmähende Worte entgegen rief: "Du schamloseste Fliege, was treibst du voll stürmischer Dreistigkeit die Götter zum Kampf? Weißt du noch, wie du den Tydiden gereizt, dass er mich mit der Lanze verwundete, ja wie du selbst mit dem strahlenden Speer mir den unsterblichen Leib verletzt? Jetzt wollen wir die Rechnung miteinander abschließen, du Unbändige!"<br />
 <br />
So sprach er, schlug an seinen schrecklichen Aigisschild und stieß mit dem Speer nach der Göttin. Diese wich aus, griff nach einem großen rauen Markstein, der dort im Gefilde lag, und traf damit den Wüterich an den Hals, dass er klirrend in seinen ehernen Waffen zu Boden sank, sieben Hufen Landes im Fall bedeckend, und sein göttliches Haar vom Staube besudelt ward. <br />
<br />
Da lächelte Athene und sprach jubelnd: "Törichter, du hast wohl nie bedacht, wie viel ich dich an Kraft übertreffe, da du es gewagt hast, dich mit mir zu messen! Büße jetzt ganz deiner Mutter Hera Verwünschungen, die voll Zornes über dich ist, dass du dich den Griechen entzogen hast, und die übermütigen Troianer verteidigen magst." So redete sie, und wandte ihre strahlenden Götteraugen ab. <br />
<br />
Den schwer aufstöhnenden Kriegsgott, dem erst allmählich der Atem wiederkehrte, führte des Zeus Tochter, Aphrodite, aus der Schlacht; als aber Hera die beiden gewahr wurde, begann sie zu Athene: "Wehe mir, Pallas, siehst du nicht, wie dreist dort die weibliche Liebesgöttin den wilden Mörder mitten aus dem entscheidenden Kampf durchs Getümmel hinwegführt? Wirst du sie nicht schnell verfolgen?" Nun stürmte Pallas Athene nach und versetzte der zarten Göttin mit mächtiger Hand einen Schlag auf die Brust, dass sie zu Boden sank, und der verwundete Kriegsgott mit ihr. "Mögen alle so stürzen", rief Athene, "die es wagen, den Troianern beizustehen! Wäre es jedem der Unseren gelungen, wie mir, so hätten wir längst Ruhe, und Troia wäre zum Schutthaufen unter unseren Händen geworden." <br />
<br />
Ein Lächeln flog über Heras Gesicht, als sie dieses hörte. Darauf sprach der Erderschütterer Poseidon, zu Apollon gewendet: "Phoibos, warum stehen wir so entfernt, da doch andere den Kampf schon begonnen haben? Es wäre doch eine Schmach für uns, wenn wir beide zum Olymp zurückkehren wollten, ohne unsere Kraft aneinander versucht zu haben. So hebe denn du an, bist du doch der Jüngere! Was haderst du? Hat dein Herz ganz vergessen, wie viel wir beide vor allen Göttern bereits Böses um Troia geduldet haben, seit wir dem stolzen Laomedon bei dem Bau der Stadtmauer frönten und er unsere Dienste so schnöde vergalt? Du denkst wohl nicht mehr daran, sonst würdest du mit uns anderen auf die Vernichtung der Troianer bedacht sein, und nicht dem Volke des trügerischen Laomedon willfahren!"<br />
<br />
"Beherrscher des Meeres", antwortete ihm Phoibos, "ich selbst würde dir nicht bei Besinnung dünken, wenn ich, der Sterblichen wegen, die hinfällig sind wie das Laub im Walde, mit dir, dem ehrfurchtgebietenden Gotte, kämpfen wollte." So sprach Apollon, und wandte sich, voll Scheu, wider den Bruder seines Vaters gewaltsam den Arm aufzuheben. Da spottete seiner die Schwester Artemis und rief höhnend: "Fliehest du schon vor der Schlacht und räumst dem prahlerischen Poseidon den Sieg ein? Du Tor, was trägst du alsdann auf der Schulter den Bogen, das nichtige Kinderspiel?" Aber Hera verdross die Spottrede: "Gedenkst du etwa, weil du dein Geschoss auf dem Rücken trägst, dich mit mir an Stärke zu messen, du Schamlose?" sprach sie, "wahrlich, dir wäre besser, du gingst in die Wälder, einen Eber oder Hirsch zu erlegen, als frech gegen höhere Götter anzukämpfen! Und doch, weil du so trotzig bist, so magst du meine Hand fühlen." So schalt sie, ergriff mit der Linken beide Hände der Göttin am Knöchel, mit der Rechten zog sie ihr den Köcher samt den Pfeilen von der Schulter, und versetzte damit der Zurückgewendeten schimpfliche Streiche um die Ohren, dass die Pfeile klirrend aus dem Köcher sanken. Wie eine schüchterne Taube, vom Habicht verfolgt, ließ Artemis Köcher und Pfeile liegen und floh unter Tränen davon. Ihre Mutter Leto wäre ihr zu Hilfe geeilt, wenn nicht Hermes in der Nähe auf der Lauer gestanden hätte. Als dieser das bemerkte, sprach er zu ihr: "Ferne sei von mir, dass ich mit dir streiten wollte, Leto; gefahrvoll ist der Kampf mit den Frauen, die der Donnerer seiner Liebe gewürdigt hat. Deswegen magst du dich immerhin im Kreise der Unsterblichen rühmen, mir obgesiegt zu haben." So sprach er freundlich; da eilte Leto herbei, hob den Bogen, den Köcher und die Pfeile, wie sie wirbelnd da und dorthin in den Staub gefallen waren, sie sammelnd auf und eilte der Tochter nach, zum Olymp hinan. Dort hatte sich Artemis weinend auf die Knie des Vaters gesetzt, und ihr feines, von Ambrosia duftendes Gewand bebte ihr noch vom Zittern der Glieder. <br />
Zeus schloss sie liebkosend in die Arme und sprach unter freundlichem Lächeln zu ihr: "Welcher von den Göttern hat es gewagt, dich zu misshandeln, mein zartes Töchterchen?" - "Vater", antwortete sie, "dein Weib hat mir ein Leid angetan, die zornige Hera, die alle Götter zu Streit und Hader empört." Da lachte Zeus, streichelte sie und sprach ihr Trost zu.<br />
<br />
Drunten aber ging Phoibos Apollon hinein in die Stadt der Troianer, denn ihm war ernstlich bange, die Danaer möchten dem Schicksal zum Trotz noch heute die Mauer der schönsten Feste niederreißen. Die übrigen Götter eilten, die einen voll Siegeslust, die anderen voll Zorn und Gram in den Olymp zurück, und setzten sich um den Vater, den Donnergott, im Kreise.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hiermit möchte ich eine griechische Sage vorstellen, die mich ebenfalls beeindruckt.<br />
Hoffe, diese Sage gefällt euch:<br />
<br />
<span style="text-decoration: underline;"><span style="font-weight: bold;">Schlacht der Götter</span></span><br />
<br />
Den anderen Göttern tobte dafür das Herz in ungestümer Feindschaft, und im Sturme prallten sie aneinander, dass der Erdkreis dröhnte und die Luft rings wie von Posaunen erscholl. Zeus, auf der Spitze des Olymp gelagert, vernahm es, und sein Herz erbebte vor Wonne, als er die Unsterblichen zum riesenhaften Kampf aufeinander losrennen sah. Zuerst drang Ares, der Kriegsgott, vor und stürmte mit seinem ehernen Speer auf Pallas Athene ein, indem er ihr schmähende Worte entgegen rief: "Du schamloseste Fliege, was treibst du voll stürmischer Dreistigkeit die Götter zum Kampf? Weißt du noch, wie du den Tydiden gereizt, dass er mich mit der Lanze verwundete, ja wie du selbst mit dem strahlenden Speer mir den unsterblichen Leib verletzt? Jetzt wollen wir die Rechnung miteinander abschließen, du Unbändige!"<br />
 <br />
So sprach er, schlug an seinen schrecklichen Aigisschild und stieß mit dem Speer nach der Göttin. Diese wich aus, griff nach einem großen rauen Markstein, der dort im Gefilde lag, und traf damit den Wüterich an den Hals, dass er klirrend in seinen ehernen Waffen zu Boden sank, sieben Hufen Landes im Fall bedeckend, und sein göttliches Haar vom Staube besudelt ward. <br />
<br />
Da lächelte Athene und sprach jubelnd: "Törichter, du hast wohl nie bedacht, wie viel ich dich an Kraft übertreffe, da du es gewagt hast, dich mit mir zu messen! Büße jetzt ganz deiner Mutter Hera Verwünschungen, die voll Zornes über dich ist, dass du dich den Griechen entzogen hast, und die übermütigen Troianer verteidigen magst." So redete sie, und wandte ihre strahlenden Götteraugen ab. <br />
<br />
Den schwer aufstöhnenden Kriegsgott, dem erst allmählich der Atem wiederkehrte, führte des Zeus Tochter, Aphrodite, aus der Schlacht; als aber Hera die beiden gewahr wurde, begann sie zu Athene: "Wehe mir, Pallas, siehst du nicht, wie dreist dort die weibliche Liebesgöttin den wilden Mörder mitten aus dem entscheidenden Kampf durchs Getümmel hinwegführt? Wirst du sie nicht schnell verfolgen?" Nun stürmte Pallas Athene nach und versetzte der zarten Göttin mit mächtiger Hand einen Schlag auf die Brust, dass sie zu Boden sank, und der verwundete Kriegsgott mit ihr. "Mögen alle so stürzen", rief Athene, "die es wagen, den Troianern beizustehen! Wäre es jedem der Unseren gelungen, wie mir, so hätten wir längst Ruhe, und Troia wäre zum Schutthaufen unter unseren Händen geworden." <br />
<br />
Ein Lächeln flog über Heras Gesicht, als sie dieses hörte. Darauf sprach der Erderschütterer Poseidon, zu Apollon gewendet: "Phoibos, warum stehen wir so entfernt, da doch andere den Kampf schon begonnen haben? Es wäre doch eine Schmach für uns, wenn wir beide zum Olymp zurückkehren wollten, ohne unsere Kraft aneinander versucht zu haben. So hebe denn du an, bist du doch der Jüngere! Was haderst du? Hat dein Herz ganz vergessen, wie viel wir beide vor allen Göttern bereits Böses um Troia geduldet haben, seit wir dem stolzen Laomedon bei dem Bau der Stadtmauer frönten und er unsere Dienste so schnöde vergalt? Du denkst wohl nicht mehr daran, sonst würdest du mit uns anderen auf die Vernichtung der Troianer bedacht sein, und nicht dem Volke des trügerischen Laomedon willfahren!"<br />
<br />
"Beherrscher des Meeres", antwortete ihm Phoibos, "ich selbst würde dir nicht bei Besinnung dünken, wenn ich, der Sterblichen wegen, die hinfällig sind wie das Laub im Walde, mit dir, dem ehrfurchtgebietenden Gotte, kämpfen wollte." So sprach Apollon, und wandte sich, voll Scheu, wider den Bruder seines Vaters gewaltsam den Arm aufzuheben. Da spottete seiner die Schwester Artemis und rief höhnend: "Fliehest du schon vor der Schlacht und räumst dem prahlerischen Poseidon den Sieg ein? Du Tor, was trägst du alsdann auf der Schulter den Bogen, das nichtige Kinderspiel?" Aber Hera verdross die Spottrede: "Gedenkst du etwa, weil du dein Geschoss auf dem Rücken trägst, dich mit mir an Stärke zu messen, du Schamlose?" sprach sie, "wahrlich, dir wäre besser, du gingst in die Wälder, einen Eber oder Hirsch zu erlegen, als frech gegen höhere Götter anzukämpfen! Und doch, weil du so trotzig bist, so magst du meine Hand fühlen." So schalt sie, ergriff mit der Linken beide Hände der Göttin am Knöchel, mit der Rechten zog sie ihr den Köcher samt den Pfeilen von der Schulter, und versetzte damit der Zurückgewendeten schimpfliche Streiche um die Ohren, dass die Pfeile klirrend aus dem Köcher sanken. Wie eine schüchterne Taube, vom Habicht verfolgt, ließ Artemis Köcher und Pfeile liegen und floh unter Tränen davon. Ihre Mutter Leto wäre ihr zu Hilfe geeilt, wenn nicht Hermes in der Nähe auf der Lauer gestanden hätte. Als dieser das bemerkte, sprach er zu ihr: "Ferne sei von mir, dass ich mit dir streiten wollte, Leto; gefahrvoll ist der Kampf mit den Frauen, die der Donnerer seiner Liebe gewürdigt hat. Deswegen magst du dich immerhin im Kreise der Unsterblichen rühmen, mir obgesiegt zu haben." So sprach er freundlich; da eilte Leto herbei, hob den Bogen, den Köcher und die Pfeile, wie sie wirbelnd da und dorthin in den Staub gefallen waren, sie sammelnd auf und eilte der Tochter nach, zum Olymp hinan. Dort hatte sich Artemis weinend auf die Knie des Vaters gesetzt, und ihr feines, von Ambrosia duftendes Gewand bebte ihr noch vom Zittern der Glieder. <br />
Zeus schloss sie liebkosend in die Arme und sprach unter freundlichem Lächeln zu ihr: "Welcher von den Göttern hat es gewagt, dich zu misshandeln, mein zartes Töchterchen?" - "Vater", antwortete sie, "dein Weib hat mir ein Leid angetan, die zornige Hera, die alle Götter zu Streit und Hader empört." Da lachte Zeus, streichelte sie und sprach ihr Trost zu.<br />
<br />
Drunten aber ging Phoibos Apollon hinein in die Stadt der Troianer, denn ihm war ernstlich bange, die Danaer möchten dem Schicksal zum Trotz noch heute die Mauer der schönsten Feste niederreißen. Die übrigen Götter eilten, die einen voll Siegeslust, die anderen voll Zorn und Gram in den Olymp zurück, und setzten sich um den Vater, den Donnergott, im Kreise.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hellenismus im Osten: das Gräco-Baktrische Königreich]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7330</link>
			<pubDate>Wed, 01 Feb 2017 16:57:01 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7330</guid>
			<description><![CDATA[Das im Raum des heutigen Afghanistans gelegene Baktrien ist ein gutes Beispiel für das Ausgreifen des Hellenismus in entlegenste Regionen.<br />
<br />
Das Griechisch-Baktrische Königreich existierte überhaupt nur rund 200 Jahre, bis es Mitte des 2. Jh. v. Chr. vom nomadische Reitervolk der Yuezhi vernichtet wurde. Einige indo-baktrische Kleinstaaten existierten etwas länger. Anders als in Ägypten war die Schicht der griechischen Siedler äußerst dünn. Deshalb waren große Gebiete Baktriens nicht hellenisiertt, da die Kraft des Griechentums nicht ausreichte, alle indigenen Bewohner zu erfassen. Zudem war das Gräco-Baktrische Königreich häufig in Kriege verwickelt, sodass keine stabile Basis für eine kulturelle Blüte vorhanden war. Dennoch kann man von einer erfolgreichen Staatsgründung sprechen, die leider keinen langen Bestand hatte.<br />
<br />
Für hellenistischen Einfluss spricht die berühmte Stele des Sophytus (vermutlich ein gräzisierter indischer Name) aus dem antiken Kandahar. Sie stammt aus dem 2. Jh. v. Chr. und beschreibt in griechischer Schrift wichtige Ereignisse aus dem Leben des Sophytus. <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kandah...os_Inscription" target="_blank">https://en.wikipedia.org/wiki/Kandah...os_Inscription</a><br />
<br />
Ein schönes Beispiel für eine hellenistische Polis im weit entfernten Baktrien ist die Ruinenstätte von <span style="font-weight: bold;">Ai Khanum</span> am oberen Amu-darja (Oxus) in NO-Afghanistan. Die freigelegten Bauwerke aus dem 2. Jh. v. Chr. umfassen einen Palast der baktrischen Könige, Theater, Gymnasion, Bibliothek und Zeughaus. Die Agora war von breiten Säulenhallen umgeben. Charakteristisch für den griechisch-orientalischen Mischstil ist die Kombination korinthischer Kapitelle mit ionisch-attischen oder achaimenidischen (glockenförmigen) Basen. Außerdem gibt es Münzfunde und Reste von griechischen Papyri. Schriftfunde beweisen einen Kontakt mit dem weit entfernten Mutterland. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ai_Khanoum" target="_blank">https://de.wikipedia.org/wiki/Ai_Khanoum</a><br />
<br />
Die Archäologen gehen dacon aus, dass in dieser Stadt, deren Namen unbekannt ist, Makedonen, Griechen und einheimische iranische Baktrer zusammen lebten. Zugleich kann man davon ausgehen, dass zumindest die griechisch-makedonische Oberschicht bis zum Ende des Griechisch-Baktrischen Reichs an ihren angestammten Lebensgewohnheiten und ihrer Kultur festhielt.<br />
<br />
"Im östlichen Iran, fern von Hellas und auf sich gestellt, haben diese baktrischen Griechen an ihrer Art mit Beharrlichkeit festgehalten. Nichts verrät, dass man inmitten eines fremden Volkstums lebte ... Bewahrung eigener Art zeigt sich auch in der Tracht der Herrscher..."<br />
<span style="font-style: italic;">(Franz Altheim, Geschichte Mittelalsiens im Altertum: Die Griechen in Ostiran und Nordwest-Indien, S. 391 f.)<br />
</span><br />
Die Chronologie und Bewertung des Gräco-Baktrischen Königreichs ist aufgrund der dürftigen Quellenlage (oft stehen nur Münzfunde zur Verfügung) unsicher und umstritten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Das im Raum des heutigen Afghanistans gelegene Baktrien ist ein gutes Beispiel für das Ausgreifen des Hellenismus in entlegenste Regionen.<br />
<br />
Das Griechisch-Baktrische Königreich existierte überhaupt nur rund 200 Jahre, bis es Mitte des 2. Jh. v. Chr. vom nomadische Reitervolk der Yuezhi vernichtet wurde. Einige indo-baktrische Kleinstaaten existierten etwas länger. Anders als in Ägypten war die Schicht der griechischen Siedler äußerst dünn. Deshalb waren große Gebiete Baktriens nicht hellenisiertt, da die Kraft des Griechentums nicht ausreichte, alle indigenen Bewohner zu erfassen. Zudem war das Gräco-Baktrische Königreich häufig in Kriege verwickelt, sodass keine stabile Basis für eine kulturelle Blüte vorhanden war. Dennoch kann man von einer erfolgreichen Staatsgründung sprechen, die leider keinen langen Bestand hatte.<br />
<br />
Für hellenistischen Einfluss spricht die berühmte Stele des Sophytus (vermutlich ein gräzisierter indischer Name) aus dem antiken Kandahar. Sie stammt aus dem 2. Jh. v. Chr. und beschreibt in griechischer Schrift wichtige Ereignisse aus dem Leben des Sophytus. <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Kandah...os_Inscription" target="_blank">https://en.wikipedia.org/wiki/Kandah...os_Inscription</a><br />
<br />
Ein schönes Beispiel für eine hellenistische Polis im weit entfernten Baktrien ist die Ruinenstätte von <span style="font-weight: bold;">Ai Khanum</span> am oberen Amu-darja (Oxus) in NO-Afghanistan. Die freigelegten Bauwerke aus dem 2. Jh. v. Chr. umfassen einen Palast der baktrischen Könige, Theater, Gymnasion, Bibliothek und Zeughaus. Die Agora war von breiten Säulenhallen umgeben. Charakteristisch für den griechisch-orientalischen Mischstil ist die Kombination korinthischer Kapitelle mit ionisch-attischen oder achaimenidischen (glockenförmigen) Basen. Außerdem gibt es Münzfunde und Reste von griechischen Papyri. Schriftfunde beweisen einen Kontakt mit dem weit entfernten Mutterland. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ai_Khanoum" target="_blank">https://de.wikipedia.org/wiki/Ai_Khanoum</a><br />
<br />
Die Archäologen gehen dacon aus, dass in dieser Stadt, deren Namen unbekannt ist, Makedonen, Griechen und einheimische iranische Baktrer zusammen lebten. Zugleich kann man davon ausgehen, dass zumindest die griechisch-makedonische Oberschicht bis zum Ende des Griechisch-Baktrischen Reichs an ihren angestammten Lebensgewohnheiten und ihrer Kultur festhielt.<br />
<br />
"Im östlichen Iran, fern von Hellas und auf sich gestellt, haben diese baktrischen Griechen an ihrer Art mit Beharrlichkeit festgehalten. Nichts verrät, dass man inmitten eines fremden Volkstums lebte ... Bewahrung eigener Art zeigt sich auch in der Tracht der Herrscher..."<br />
<span style="font-style: italic;">(Franz Altheim, Geschichte Mittelalsiens im Altertum: Die Griechen in Ostiran und Nordwest-Indien, S. 391 f.)<br />
</span><br />
Die Chronologie und Bewertung des Gräco-Baktrischen Königreichs ist aufgrund der dürftigen Quellenlage (oft stehen nur Münzfunde zur Verfügung) unsicher und umstritten.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Geschichte der griechischen Sprache]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7274</link>
			<pubDate>Thu, 08 Dec 2016 10:57:04 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7274</guid>
			<description><![CDATA[Ich habe kürzlich eine Doku gesehen, bei die ich einige Zweifel hegte. So habe ich mich erstmal belesen und möchte mit euch gern darüber sprechen bzw. schreiben.<br />
Sollte ich etwas nicht richtig verstanden haben, korrigiert mich.<br />
<br />
Es wird die Sprache zu den indogermanischen Sprachen einbezogen. Die Schrifttradition erstreckte sich über eine Zeit von 3400 Jahren und stellt einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie dar.<br />
Es könnte auch eine nähere Verwandtschaft mit der makedonischen Sprache bestanden haben, ist aber aus mangelnder Überlieferung umstritten.<br />
<br />
Immerhin ist die griechische Sprache eine der Hauptzweige der indogermanischen Sprachfamilie, aber auch möglicherweise mit Zwischenstufen von der balkanindogermanischen Sprache. Der Zeitraum der Entstehung des Griechischen fällt auch wahrscheinlich mit der Einwanderung von Indoeuropäern auf die Balkanhalbisel während der frühen Bronzezeit zusammen. Darüber gibt es zahlreiche Hypothesen, die von 3600 v. Chr. (Gimbutas) bis 2000 v. Chr. (Schuler) hinreichen. Als die Indoeuropäer einwanderten, trafen sie auf eine kulturell hochstehende Urbevölkerung. Doch die Sprache dieser Urbevölkerung ist nicht überliefert, sondern nur als Substrat im Griechischen erschlossen.<br />
<br />
Das Urgriechische wird als ein hypothetischer Sprachstand des Griechischen bezeichnet und als Vorgänger des Mykenischen in der späteren griechischen Dialekte Dorisch, Öolisch und Attisch angesehen. Es wird auch vermutet, dass im 3. Jahrtausend v. Chr. die Sprache von Indogermanischen Gruppen auf dem Balkan gesprochen wurde. <br />
<br />
Die ältesten schriftlichen Zeugnisse der Sprache in der Mykenischen Zeit beinhalten die Linearschrift B, die ab dem 14. Jh. v. Chr. als sehr kurze Texte erschienen, z. B. auf Transportamphoren, die den Inhalt bezeichnet haben. <br />
In den Archiven von mykenischen Palästen wurden auch längere Texte auf eine Vielzahl von Tontäfelchen gefunden, die aus dem Beginn des 12. Jh. v. Chr. stammen. Die meisten Täfelchen aus Ton wurden auf Kreta gefunden. Forscher gehen davon aus das es sich hierbei um die vorindogermanische Sprache der Minoer handelte. Doch wie irrten sie sich; denn Michael Ventris und John Chadwick entzifferten die Linearschrift B. Somit zeigte sich das es sich um eine frühere Form des Griechischen handelte.<br />
Bedauerlich aber ist, das nach der Zerstörung zahlreicher mykenische Paläste im 12. Jh. die Kenntnisse der Linearschrift teils verloren gingen. Aber die ähnliche Kybrische Silbenschrift auf Zypern blieb bis ins 3. Jh. v. Chr. gebräuchlich.<br />
<br />
In der klassischen Zeit (auch die dunklen Jahrhunderte genannt), vermutlich um 800 v. Chr. wurde von den Griechen das phönizische Schriftsystem übernommen, die durch Einführung von Vokalzeichen umgewandelt wurde. Als Beispiel nenne ich hier den sogenannten Nestor-Becher (s. Ilias Odyssee).<br />
In der hellenischen Zeit gewann Athen im 5. Jh. v. Chr. die Vormachtstellung in Hinsicht politischer, wirtschaftlicher und kultureller Art. Das nun dort attische Dialekt diente als Grundlage einer überregionalen Gemeinsprache (Koine, eine Gemeinsprache in hellenistischer Zeit), die durch die Eroberung Alexanders des Großen zur Weltsprache aufstieg.<br />
<br />
Die mittelgriechische Sprache wird als eine Sprachstufe um 600 bezeichnet und mit der Eroberung der Stadt Konstantinopel durch die Osmanen um 1453 in Verbindung gebracht. Ab dem 7. Jahrhundert war sie die alleinige Verwaltungs- und Staatssprache des Byzantinische Reiches und wurde als byzantinisch-griechisch bezeichnet.<br />
<br />
Die neugriechische Sprache hatte sich aus der Koine des altgriechischen und dem antiken attischen Dialekt entwickelt. Den Beginn der neugriechischen Epoche setzt die Forschung wechselweise im 11. Jahrhundert (indem die ersten Epen in neugriechischer Sprache erschienen), um das Jahr 1453 (Fall Konstantinopel) oder in der Mitte des 17. Jahrhunderts (kretische Renaissance) an.<br />
Dazu muss erwähnt werden, dass die neugriechische Sprache keinen offiziellen Status besaß. Doch wurde sie in den besetzten Gebieten Griechenlands und im gesamten Osmanischen Reich verstreut gesprochen. Erst nach der griechischen Revolution im Jahr 1830 wurde sie zur alleinigen Staatssprache erklärt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ich habe kürzlich eine Doku gesehen, bei die ich einige Zweifel hegte. So habe ich mich erstmal belesen und möchte mit euch gern darüber sprechen bzw. schreiben.<br />
Sollte ich etwas nicht richtig verstanden haben, korrigiert mich.<br />
<br />
Es wird die Sprache zu den indogermanischen Sprachen einbezogen. Die Schrifttradition erstreckte sich über eine Zeit von 3400 Jahren und stellt einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie dar.<br />
Es könnte auch eine nähere Verwandtschaft mit der makedonischen Sprache bestanden haben, ist aber aus mangelnder Überlieferung umstritten.<br />
<br />
Immerhin ist die griechische Sprache eine der Hauptzweige der indogermanischen Sprachfamilie, aber auch möglicherweise mit Zwischenstufen von der balkanindogermanischen Sprache. Der Zeitraum der Entstehung des Griechischen fällt auch wahrscheinlich mit der Einwanderung von Indoeuropäern auf die Balkanhalbisel während der frühen Bronzezeit zusammen. Darüber gibt es zahlreiche Hypothesen, die von 3600 v. Chr. (Gimbutas) bis 2000 v. Chr. (Schuler) hinreichen. Als die Indoeuropäer einwanderten, trafen sie auf eine kulturell hochstehende Urbevölkerung. Doch die Sprache dieser Urbevölkerung ist nicht überliefert, sondern nur als Substrat im Griechischen erschlossen.<br />
<br />
Das Urgriechische wird als ein hypothetischer Sprachstand des Griechischen bezeichnet und als Vorgänger des Mykenischen in der späteren griechischen Dialekte Dorisch, Öolisch und Attisch angesehen. Es wird auch vermutet, dass im 3. Jahrtausend v. Chr. die Sprache von Indogermanischen Gruppen auf dem Balkan gesprochen wurde. <br />
<br />
Die ältesten schriftlichen Zeugnisse der Sprache in der Mykenischen Zeit beinhalten die Linearschrift B, die ab dem 14. Jh. v. Chr. als sehr kurze Texte erschienen, z. B. auf Transportamphoren, die den Inhalt bezeichnet haben. <br />
In den Archiven von mykenischen Palästen wurden auch längere Texte auf eine Vielzahl von Tontäfelchen gefunden, die aus dem Beginn des 12. Jh. v. Chr. stammen. Die meisten Täfelchen aus Ton wurden auf Kreta gefunden. Forscher gehen davon aus das es sich hierbei um die vorindogermanische Sprache der Minoer handelte. Doch wie irrten sie sich; denn Michael Ventris und John Chadwick entzifferten die Linearschrift B. Somit zeigte sich das es sich um eine frühere Form des Griechischen handelte.<br />
Bedauerlich aber ist, das nach der Zerstörung zahlreicher mykenische Paläste im 12. Jh. die Kenntnisse der Linearschrift teils verloren gingen. Aber die ähnliche Kybrische Silbenschrift auf Zypern blieb bis ins 3. Jh. v. Chr. gebräuchlich.<br />
<br />
In der klassischen Zeit (auch die dunklen Jahrhunderte genannt), vermutlich um 800 v. Chr. wurde von den Griechen das phönizische Schriftsystem übernommen, die durch Einführung von Vokalzeichen umgewandelt wurde. Als Beispiel nenne ich hier den sogenannten Nestor-Becher (s. Ilias Odyssee).<br />
In der hellenischen Zeit gewann Athen im 5. Jh. v. Chr. die Vormachtstellung in Hinsicht politischer, wirtschaftlicher und kultureller Art. Das nun dort attische Dialekt diente als Grundlage einer überregionalen Gemeinsprache (Koine, eine Gemeinsprache in hellenistischer Zeit), die durch die Eroberung Alexanders des Großen zur Weltsprache aufstieg.<br />
<br />
Die mittelgriechische Sprache wird als eine Sprachstufe um 600 bezeichnet und mit der Eroberung der Stadt Konstantinopel durch die Osmanen um 1453 in Verbindung gebracht. Ab dem 7. Jahrhundert war sie die alleinige Verwaltungs- und Staatssprache des Byzantinische Reiches und wurde als byzantinisch-griechisch bezeichnet.<br />
<br />
Die neugriechische Sprache hatte sich aus der Koine des altgriechischen und dem antiken attischen Dialekt entwickelt. Den Beginn der neugriechischen Epoche setzt die Forschung wechselweise im 11. Jahrhundert (indem die ersten Epen in neugriechischer Sprache erschienen), um das Jahr 1453 (Fall Konstantinopel) oder in der Mitte des 17. Jahrhunderts (kretische Renaissance) an.<br />
Dazu muss erwähnt werden, dass die neugriechische Sprache keinen offiziellen Status besaß. Doch wurde sie in den besetzten Gebieten Griechenlands und im gesamten Osmanischen Reich verstreut gesprochen. Erst nach der griechischen Revolution im Jahr 1830 wurde sie zur alleinigen Staatssprache erklärt.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[War Alexander wirklich "Groß"?]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7262</link>
			<pubDate>Mon, 21 Nov 2016 17:46:45 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7262</guid>
			<description><![CDATA[Es gibt Stimmen die sagen, Alexander der Große habe auf seinen Feldzügen bedenkenlos Zehntausende geopfert, er sei ein reiner Machtpolitiker, und daher verdiene er keinesfalls das Prädikat "Groß".<br />
Dazu ist zu sagen:<br />
<br />
Es ist ein ehernes Gesetz der historischen Zunft, dass man die Leistung und das Wirken von Menschen aus ihrer Zeit heraus beurteilen muss und dabei keine heutigen Maßstäbe anlegen darf. Das gilt auch für so genannte "Blutbäder" und ähnliches, die in der Antike nicht verwerflich waren, vor allem wenn sie im Rahmen militärischer Unternehmungen erfolgten. Die Haager Landkriegsordnung ist erst ein Produkt unserer aufgeklärten Zeit!<br />
<br />
Für den antikem Menschen war von Bedeutung: Hat ein König, Politiker oder Feldherr seine Ziele erreicht - auch trotz großer Widerstände - und hat er etwas Außergewöhnliches geleistet? Beides muss man bei Alexander mit "ja" beantworten. Dass uns Heutigen einige seiner Maßnahmen, Ziele und Charakterzüge nicht schmecken, steht auf einem völlig anderen Blatt!<br />
<br />
Die Bedeutung Alexanders liegt vor allem darin begründet, dass er der Weltkultur des Hellenismus den Weg bahnte, die sich über den ganzen - vor allem östlichen - Mittelmeerraum erstreckte und bis weit in den Nahen und Mittleren Osten ausstrahlte. Viele Jahrhunderte blieb der Hellenismus dort die bestimmende Kultur und letztlich ist sogar die byzantinische Kultur nicht unwesentlich davon beeinflusst worden. Das sind die Dinge, die von Alexander blieben, auch wenn sich sein Traum eines alle Nationen überwölbenden Großreichs nicht erfüllt hat.<br />
<span style="font-weight: bold;"><br />
Dennoch bleibt die Frage: War Alexander tatsächlich "Groß"?</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es gibt Stimmen die sagen, Alexander der Große habe auf seinen Feldzügen bedenkenlos Zehntausende geopfert, er sei ein reiner Machtpolitiker, und daher verdiene er keinesfalls das Prädikat "Groß".<br />
Dazu ist zu sagen:<br />
<br />
Es ist ein ehernes Gesetz der historischen Zunft, dass man die Leistung und das Wirken von Menschen aus ihrer Zeit heraus beurteilen muss und dabei keine heutigen Maßstäbe anlegen darf. Das gilt auch für so genannte "Blutbäder" und ähnliches, die in der Antike nicht verwerflich waren, vor allem wenn sie im Rahmen militärischer Unternehmungen erfolgten. Die Haager Landkriegsordnung ist erst ein Produkt unserer aufgeklärten Zeit!<br />
<br />
Für den antikem Menschen war von Bedeutung: Hat ein König, Politiker oder Feldherr seine Ziele erreicht - auch trotz großer Widerstände - und hat er etwas Außergewöhnliches geleistet? Beides muss man bei Alexander mit "ja" beantworten. Dass uns Heutigen einige seiner Maßnahmen, Ziele und Charakterzüge nicht schmecken, steht auf einem völlig anderen Blatt!<br />
<br />
Die Bedeutung Alexanders liegt vor allem darin begründet, dass er der Weltkultur des Hellenismus den Weg bahnte, die sich über den ganzen - vor allem östlichen - Mittelmeerraum erstreckte und bis weit in den Nahen und Mittleren Osten ausstrahlte. Viele Jahrhunderte blieb der Hellenismus dort die bestimmende Kultur und letztlich ist sogar die byzantinische Kultur nicht unwesentlich davon beeinflusst worden. Das sind die Dinge, die von Alexander blieben, auch wenn sich sein Traum eines alle Nationen überwölbenden Großreichs nicht erfüllt hat.<br />
<span style="font-weight: bold;"><br />
Dennoch bleibt die Frage: War Alexander tatsächlich "Groß"?</span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die Sage vom Konig Midas]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7261</link>
			<pubDate>Sun, 20 Nov 2016 13:25:44 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7261</guid>
			<description><![CDATA[Hier mal noch eine schöne griechische Sage, die ich einst und noch heute bemerkenswert finde:<br />
<br />
Dieser sagenhafte König soll lt. einem Mythos der Sohn des Gordius und der Kybele gewesen sein. Während das Kind schlief, sollen in seinem Munde Ameisen Weizenkörner im Mund getragen haben. Somit wurde geweissagt, dass er eines Tages mit Reichtum überschüttet werden würde.<br />
<br />
Da regte sich sobald seine Gier, vermischt mit Dummheit, und somit entstanden etliche antike mystische Anekdoten.<br />
<br />
Um die Klug-, und Weisheit wie Silenus zu erreichen glaubte Midas, es würde ihm genügen, ihn zu fangen und stellte ihm eine Falle. In einer Waldquelle mischte er Wein bei, aus der Silenus trank und berauscht einschlummerte.<br />
<br />
Dionysos, der seinen Lehrer vermisste, musste dem König für die Freigabe  einen Wunsch erfüllen. Midas wünschte sich, was er berührte, zu Gold werden soll. Und alles wurde zu Gold:<br />
Brach er einen Zweig vom Baum oder hob einen Stein auf, wurden diese Dinge zu Gold.<br />
<br />
Doch dann kam das böse Erwachen: Wenn er hungrig und durstig war und er sich am gedeckten Tisch setzte und die Speisen berührte und Wein trinken wollte, verwandelte sich alles zu diesem Edelmetall. So drohte ihm bald der Hungertod. Doch kam es noch viel schlimmer: Midas verwandelte seine Tochter versehentlich in Gold, als er sie berührte.<br />
<br />
Nach einer weiteren Erzählung erkannte Midas bei einem musikalischen Wettstreit zwischen dem hässlichen Pan und dem schönen Apollon. Doch wurde der Preis dem Pan zugesprochen, wofür ihn Apollon die Ohren zu zwei Eselsohren lang zog. So gut er konnte, verbarg Midas seine missgestalteten Ohren mit einer phryginischen Mütze. Nur sein Barbier kannte sein Geheimnis, der es aber nicht wagte es preiszugeben. Doch mit der Zeit drängte es diesen Barbier es heraus zu posaunen. So grub er am Flussufer ein Loch und rief dreimal hinein: Der König habe Eselsohren!<br />
Danach warf er das Loch wieder zu, aber das Schilfrohr hatte es mit gehört und flüsterte es in der Natur weiter. Der Wind trug es bis ans Ende der Welt, so dass es kein Geheimnis mehr war (so entstand wohl das Sprichwort … mit der Binsenweisheit)<br />
<br />
Dionysos konnte sich das Elend nicht mehr mit ansehen und riet ihm zum Fluss Paktolos zu gehen, um sich seinen Zauber abzuwaschen. Und es half! Nach dem Bade konnte Midas wieder essen und trinken. Es wird erzählt, das im Fluss Gold zu finden ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hier mal noch eine schöne griechische Sage, die ich einst und noch heute bemerkenswert finde:<br />
<br />
Dieser sagenhafte König soll lt. einem Mythos der Sohn des Gordius und der Kybele gewesen sein. Während das Kind schlief, sollen in seinem Munde Ameisen Weizenkörner im Mund getragen haben. Somit wurde geweissagt, dass er eines Tages mit Reichtum überschüttet werden würde.<br />
<br />
Da regte sich sobald seine Gier, vermischt mit Dummheit, und somit entstanden etliche antike mystische Anekdoten.<br />
<br />
Um die Klug-, und Weisheit wie Silenus zu erreichen glaubte Midas, es würde ihm genügen, ihn zu fangen und stellte ihm eine Falle. In einer Waldquelle mischte er Wein bei, aus der Silenus trank und berauscht einschlummerte.<br />
<br />
Dionysos, der seinen Lehrer vermisste, musste dem König für die Freigabe  einen Wunsch erfüllen. Midas wünschte sich, was er berührte, zu Gold werden soll. Und alles wurde zu Gold:<br />
Brach er einen Zweig vom Baum oder hob einen Stein auf, wurden diese Dinge zu Gold.<br />
<br />
Doch dann kam das böse Erwachen: Wenn er hungrig und durstig war und er sich am gedeckten Tisch setzte und die Speisen berührte und Wein trinken wollte, verwandelte sich alles zu diesem Edelmetall. So drohte ihm bald der Hungertod. Doch kam es noch viel schlimmer: Midas verwandelte seine Tochter versehentlich in Gold, als er sie berührte.<br />
<br />
Nach einer weiteren Erzählung erkannte Midas bei einem musikalischen Wettstreit zwischen dem hässlichen Pan und dem schönen Apollon. Doch wurde der Preis dem Pan zugesprochen, wofür ihn Apollon die Ohren zu zwei Eselsohren lang zog. So gut er konnte, verbarg Midas seine missgestalteten Ohren mit einer phryginischen Mütze. Nur sein Barbier kannte sein Geheimnis, der es aber nicht wagte es preiszugeben. Doch mit der Zeit drängte es diesen Barbier es heraus zu posaunen. So grub er am Flussufer ein Loch und rief dreimal hinein: Der König habe Eselsohren!<br />
Danach warf er das Loch wieder zu, aber das Schilfrohr hatte es mit gehört und flüsterte es in der Natur weiter. Der Wind trug es bis ans Ende der Welt, so dass es kein Geheimnis mehr war (so entstand wohl das Sprichwort … mit der Binsenweisheit)<br />
<br />
Dionysos konnte sich das Elend nicht mehr mit ansehen und riet ihm zum Fluss Paktolos zu gehen, um sich seinen Zauber abzuwaschen. Und es half! Nach dem Bade konnte Midas wieder essen und trinken. Es wird erzählt, das im Fluss Gold zu finden ist.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Kadmos (Mythos)]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7210</link>
			<pubDate>Fri, 16 Sep 2016 15:15:26 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7210</guid>
			<description><![CDATA[mal zur Entspannung ein schöner Mythos über Kadmos:<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;"><span style="text-decoration: underline;">Kadmos</span></span><br />
<br />
Kadmos war ein Sohn des phönizischen Königs Agenor, ein Bruder der Europa. Als Zeus, in einen Stier verwandelt, diese entführt hatte, sandte Agenor den Kadmos und dessen Brüder aus, sie zu suchen, und ohne sie erlaubte er ihnen nicht wieder zurückzukommen. Lange hatte Kadmos vergebens die Welt durchirrt, ohne die Schliche des Zeus entdecken zu können. Als er die Hoffnung verloren hatte, seine Schwester wieder aufzufinden, scheute er seines Vaters Zorn, wandte sich an das Orakel des Phoibos-Apollon und forschte, welches Land er inskünftig bewohnen sollte. Apollon gab ihm die Weisung: "Du wirst ein Rind auf einsamen Auen treffen, das noch kein Joch geduldet hat. Von diesem sollst du dich leiten lassen, und an dem Platze, wo es im Grase ruhen wird, erbaue Mauern und nenne die Stadt Theben."<br />
<br />
Kaum hatte Kadmos die kastalische Höhle verlassen, wo das Orakel des Gottes war, als er schon auf der grünen Weide eine Kuh sich bedächtig ergehen sah, die noch kein Zeichen der Dienstbarkeit um den Nacken trug. Lautlos zu Phoibos betend folgte er mit langsamen Schritten den Spuren des Tieres. Schon hatte er die Furt des Kephissos durchwatet und war über eine gute Strecke Landes gekommen, als auf einmal das Rind still stand, sein Gehör gen Himmel streckte und die Luft mit Brüllen erfüllte; dann schaute es rückwärts nach der Schar der Männer, die ihm folgte, kauerte sich endlich im schwellenden Grase nieder.<br />
<br />
Voll Dankes warf sich Kadmos auf der fremden Erde nieder und küßte sie. Hierauf wollte er dem Zeus opfern und hieß die Diener sich aufmachen, um ihm Wasser aus lebendigem Quell zum Trankopfer zu holen. Dort war ein altes Gehölz, das noch von keiner Axt jemals ausgehauen worden war, mitten darin bildete durch zusammengefügtes Felsgestein, mit Gestrüpp und Strauchwerk verwachsen, eine Kluft, reich an Quellwasser, ein niedriges Gewölbe. In dieser Höhle versteckt ruhte ein grausamer Drache. Weithin sah man seinen roten Kamm schimmern, aus den Augen sprühte Feuer, sein Leib schwoll von Gift, mit drei Zungen zischte er, und mit drei Reihen Zähnen war sein Rachen bewaffnet. Wie nun die Phönizier den Hain betreten hatten, und der Krug, niedergelassen, in den Wellen plätscherte, streckte der bläuliche Drache plötzlich sein Haupt weit aus der Höhle und erhob ein entsetzliches Zischen. Die Schöpfungen entglitten der Hand der Diener, und vor Schrecken stockte ihnen das Blut im Leibe. Der Drache aber verwickelte seine schuppigen Ringe zum schlüpfrigen Knäuel, dann krümmte er sich im Bogensprung, und über die Hälfte aufgerichtet, schaute er auf den Wald herab. Dann reckte er sich gegen die Phönizier aus, tötete die einen durch seinen Biss, die anderen erdrückte er mit seiner Umschlingung, noch andere erstickte sein bloßer Anhauch, und wieder andere brachte sein giftiger Geifer um.<br />
<br />
Kadmos wusste nicht, warum seine Diener so lange zauderten. Zuletzt machte er sich auf, selbst nach ihnen zu schauen. Er deckte sich mit dem Felle, das er einem Löwen abgezogen hatte, nahm Lanze und Wurfspieß mit sich, dazu ein Herz, das besser war als jede Waffe. Das erste, was ihm beim Eintritt in den Hain aufstieß, waren die Leichen seiner getöteten Diener, und über ihnen sah er den Feind mit geschwollenem Leibe triumphieren und mit der blutigen Zunge die Leichname belecken. "Ihr armen Genossen"-, rief Kadmos voll Jammer aus, "entweder bin ich euer Rächer, oder der Gefährte eures Todes!" Mit diesen Worten ergriff er ein Felsstück und sandte es gegen den Drachen. Mauern und Türme hätte wohl der Stein erschüttert, so groß war er. Aber der Drache blieb unverwundet, sein harter schwarzer Balg und die Schuppenhaut schirmten ihn wie ein eherner Panzer. Nun versuchte es der Held mit dem Wurfspieß. Diesem hielt der Leib des Ungeheuers nicht stand, die stählerne Spitze stieg tief in sein Eingeweide nieder. Wütend vor Schmerz drehte der Drache den Kopf gegen den Rücken und zermalmte dadurch die Stange des Wurfspießes, aber das Eisen blieb im Leibe stecken. Ein Streich vom Schwerte steigerte noch seine Wut, der Schlund schwoll ihm auf, und weißer Schaum floss aus dem giftigen Rachen. Aufrechter als ein Baumstamm schoss der Drache hinaus, dann rannte er mit der Brust wieder gegen die Waldbäume. Agenors Sohn wich dem Anfalle aus, deckte sich mit der Haut des Löwen und ließ die Drachenzähne an der Lanzenspitze sich abmüden. Endlich fing das Blut dem Untier aus dem Halse zu fließen an und rötete die grünen Kräuter umher; aber die Wunde war nur leicht, denn es wich jedem Stoß und Stich aus und verstattete ihnen nicht fest zu sitzen. Zuletzt jedoch stieß ihm Kadmos das Schwert in die Gurgel, so tief, dass es rücklings in einen Eichbaum fuhr und mit dem Nacken des Ungeheuers zugleich der Stamm durchbohrt wurde. Der Baum wurde von dem Gewichte des Drachen krumm gebogen und seufzte, weil er sich den Stamm von der Spitze des Schweifes gepeitscht fühlte. Nun war der Feind überwältigt.<br />
<br />
Kadmos betrachtete den erlegten Drachen lange; als er sich wieder umsah, stand Pallas Athene, die vom Himmel hernieder gefahren war, zu seiner Seite und befahl ihm, sofort die Zähne des Drachen als Nachwuchs künftigen Volkes in aufgelockertes Erdreich zu säen. Er gehorchte der Göttin, öffnete mit dem Pflug eine breite Furche auf dem Boden und fing an, die Drachenzähne, wie ihm befohlen war, die Öffnung entlang auszustreuen. Auf einmal begann die Scholle sich zu rühren, und aus den Furchen hervor blickte zuerst nur die Spitze einer Lanze, dann kam ein Helm hervor, auf welchem ein farbiger Busch sich schwenkte, bald ragten Schulter und Brust und bewaffnete Arme aus dem Boden, und endlich stand ein gerüsteter Krieger, vom Kopf bis zum Fuße der Erde entwachsen, da. Dies geschah an vielen Orten zugleich, und eine ganze Saat bewaffneter Männer wuchs vor den Augen des Phöniziers empor.<br />
<br />
Agenors Sohn erschrak und war gefasst darauf, einen neuen Feind bekämpfen zu müssen. Aber einer von dem erd-entsprossenen Volke rief ihm zu: "Nimm die Waffen nicht, menge dich nicht in innere Kriege!" Sofort holte dieser auf einen der ihm zunächst aus der Furche hervorgekommenen Brüder mit einem Schwertstreich aus; ihn selbst streckte zu gleicher Zeit ein Wurfspieß nieder, der aus der Ferne geflogen kam. Auch der, welcher ihm den Tod gegeben, verhauchte unter einer Wunde den kaum empfangenen Lebensatem bald wieder. Der ganze Männerschwarm tobte in fürchterlichem Wechselkampf; fast alle lagen mit zuckender Brust auf dem Boden, und die Mutter Erde trank das Blut ihrer eben erst geborenen Söhne. Nur fünf waren übrig geblieben. Einer davon - er ward später Echion genannt - warf zuerst auf Athenes Geheiß die Waffen zur Erde und erbot sich zum Frieden; ihm folgten die anderen.<br />
<br />
Mit dieser fünf Erd-entsprossenen Krieger Hilfe baute der phönizische Fremdling Kadmos die neue Stadt, dem Orakel des Phoibos gehorsam, und nannte sie, wie ihm befohlen war, Theben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[mal zur Entspannung ein schöner Mythos über Kadmos:<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;"><span style="text-decoration: underline;">Kadmos</span></span><br />
<br />
Kadmos war ein Sohn des phönizischen Königs Agenor, ein Bruder der Europa. Als Zeus, in einen Stier verwandelt, diese entführt hatte, sandte Agenor den Kadmos und dessen Brüder aus, sie zu suchen, und ohne sie erlaubte er ihnen nicht wieder zurückzukommen. Lange hatte Kadmos vergebens die Welt durchirrt, ohne die Schliche des Zeus entdecken zu können. Als er die Hoffnung verloren hatte, seine Schwester wieder aufzufinden, scheute er seines Vaters Zorn, wandte sich an das Orakel des Phoibos-Apollon und forschte, welches Land er inskünftig bewohnen sollte. Apollon gab ihm die Weisung: "Du wirst ein Rind auf einsamen Auen treffen, das noch kein Joch geduldet hat. Von diesem sollst du dich leiten lassen, und an dem Platze, wo es im Grase ruhen wird, erbaue Mauern und nenne die Stadt Theben."<br />
<br />
Kaum hatte Kadmos die kastalische Höhle verlassen, wo das Orakel des Gottes war, als er schon auf der grünen Weide eine Kuh sich bedächtig ergehen sah, die noch kein Zeichen der Dienstbarkeit um den Nacken trug. Lautlos zu Phoibos betend folgte er mit langsamen Schritten den Spuren des Tieres. Schon hatte er die Furt des Kephissos durchwatet und war über eine gute Strecke Landes gekommen, als auf einmal das Rind still stand, sein Gehör gen Himmel streckte und die Luft mit Brüllen erfüllte; dann schaute es rückwärts nach der Schar der Männer, die ihm folgte, kauerte sich endlich im schwellenden Grase nieder.<br />
<br />
Voll Dankes warf sich Kadmos auf der fremden Erde nieder und küßte sie. Hierauf wollte er dem Zeus opfern und hieß die Diener sich aufmachen, um ihm Wasser aus lebendigem Quell zum Trankopfer zu holen. Dort war ein altes Gehölz, das noch von keiner Axt jemals ausgehauen worden war, mitten darin bildete durch zusammengefügtes Felsgestein, mit Gestrüpp und Strauchwerk verwachsen, eine Kluft, reich an Quellwasser, ein niedriges Gewölbe. In dieser Höhle versteckt ruhte ein grausamer Drache. Weithin sah man seinen roten Kamm schimmern, aus den Augen sprühte Feuer, sein Leib schwoll von Gift, mit drei Zungen zischte er, und mit drei Reihen Zähnen war sein Rachen bewaffnet. Wie nun die Phönizier den Hain betreten hatten, und der Krug, niedergelassen, in den Wellen plätscherte, streckte der bläuliche Drache plötzlich sein Haupt weit aus der Höhle und erhob ein entsetzliches Zischen. Die Schöpfungen entglitten der Hand der Diener, und vor Schrecken stockte ihnen das Blut im Leibe. Der Drache aber verwickelte seine schuppigen Ringe zum schlüpfrigen Knäuel, dann krümmte er sich im Bogensprung, und über die Hälfte aufgerichtet, schaute er auf den Wald herab. Dann reckte er sich gegen die Phönizier aus, tötete die einen durch seinen Biss, die anderen erdrückte er mit seiner Umschlingung, noch andere erstickte sein bloßer Anhauch, und wieder andere brachte sein giftiger Geifer um.<br />
<br />
Kadmos wusste nicht, warum seine Diener so lange zauderten. Zuletzt machte er sich auf, selbst nach ihnen zu schauen. Er deckte sich mit dem Felle, das er einem Löwen abgezogen hatte, nahm Lanze und Wurfspieß mit sich, dazu ein Herz, das besser war als jede Waffe. Das erste, was ihm beim Eintritt in den Hain aufstieß, waren die Leichen seiner getöteten Diener, und über ihnen sah er den Feind mit geschwollenem Leibe triumphieren und mit der blutigen Zunge die Leichname belecken. "Ihr armen Genossen"-, rief Kadmos voll Jammer aus, "entweder bin ich euer Rächer, oder der Gefährte eures Todes!" Mit diesen Worten ergriff er ein Felsstück und sandte es gegen den Drachen. Mauern und Türme hätte wohl der Stein erschüttert, so groß war er. Aber der Drache blieb unverwundet, sein harter schwarzer Balg und die Schuppenhaut schirmten ihn wie ein eherner Panzer. Nun versuchte es der Held mit dem Wurfspieß. Diesem hielt der Leib des Ungeheuers nicht stand, die stählerne Spitze stieg tief in sein Eingeweide nieder. Wütend vor Schmerz drehte der Drache den Kopf gegen den Rücken und zermalmte dadurch die Stange des Wurfspießes, aber das Eisen blieb im Leibe stecken. Ein Streich vom Schwerte steigerte noch seine Wut, der Schlund schwoll ihm auf, und weißer Schaum floss aus dem giftigen Rachen. Aufrechter als ein Baumstamm schoss der Drache hinaus, dann rannte er mit der Brust wieder gegen die Waldbäume. Agenors Sohn wich dem Anfalle aus, deckte sich mit der Haut des Löwen und ließ die Drachenzähne an der Lanzenspitze sich abmüden. Endlich fing das Blut dem Untier aus dem Halse zu fließen an und rötete die grünen Kräuter umher; aber die Wunde war nur leicht, denn es wich jedem Stoß und Stich aus und verstattete ihnen nicht fest zu sitzen. Zuletzt jedoch stieß ihm Kadmos das Schwert in die Gurgel, so tief, dass es rücklings in einen Eichbaum fuhr und mit dem Nacken des Ungeheuers zugleich der Stamm durchbohrt wurde. Der Baum wurde von dem Gewichte des Drachen krumm gebogen und seufzte, weil er sich den Stamm von der Spitze des Schweifes gepeitscht fühlte. Nun war der Feind überwältigt.<br />
<br />
Kadmos betrachtete den erlegten Drachen lange; als er sich wieder umsah, stand Pallas Athene, die vom Himmel hernieder gefahren war, zu seiner Seite und befahl ihm, sofort die Zähne des Drachen als Nachwuchs künftigen Volkes in aufgelockertes Erdreich zu säen. Er gehorchte der Göttin, öffnete mit dem Pflug eine breite Furche auf dem Boden und fing an, die Drachenzähne, wie ihm befohlen war, die Öffnung entlang auszustreuen. Auf einmal begann die Scholle sich zu rühren, und aus den Furchen hervor blickte zuerst nur die Spitze einer Lanze, dann kam ein Helm hervor, auf welchem ein farbiger Busch sich schwenkte, bald ragten Schulter und Brust und bewaffnete Arme aus dem Boden, und endlich stand ein gerüsteter Krieger, vom Kopf bis zum Fuße der Erde entwachsen, da. Dies geschah an vielen Orten zugleich, und eine ganze Saat bewaffneter Männer wuchs vor den Augen des Phöniziers empor.<br />
<br />
Agenors Sohn erschrak und war gefasst darauf, einen neuen Feind bekämpfen zu müssen. Aber einer von dem erd-entsprossenen Volke rief ihm zu: "Nimm die Waffen nicht, menge dich nicht in innere Kriege!" Sofort holte dieser auf einen der ihm zunächst aus der Furche hervorgekommenen Brüder mit einem Schwertstreich aus; ihn selbst streckte zu gleicher Zeit ein Wurfspieß nieder, der aus der Ferne geflogen kam. Auch der, welcher ihm den Tod gegeben, verhauchte unter einer Wunde den kaum empfangenen Lebensatem bald wieder. Der ganze Männerschwarm tobte in fürchterlichem Wechselkampf; fast alle lagen mit zuckender Brust auf dem Boden, und die Mutter Erde trank das Blut ihrer eben erst geborenen Söhne. Nur fünf waren übrig geblieben. Einer davon - er ward später Echion genannt - warf zuerst auf Athenes Geheiß die Waffen zur Erde und erbot sich zum Frieden; ihm folgten die anderen.<br />
<br />
Mit dieser fünf Erd-entsprossenen Krieger Hilfe baute der phönizische Fremdling Kadmos die neue Stadt, dem Orakel des Phoibos gehorsam, und nannte sie, wie ihm befohlen war, Theben.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hera facht Krieg an]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7198</link>
			<pubDate>Mon, 29 Aug 2016 09:58:12 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7198</guid>
			<description><![CDATA[Hier mal noch eine schöne Sage bevor ich abreise:<br />
<br />
	<br />
<span style="text-decoration: underline;"><span style="font-weight: bold;">Hera facht Krieg an<br />
</span></span><br />
<span style="text-decoration: underline;"><span style="font-weight: bold;">Amata - Turnus - Die Jagd der Troianer<br />
</span></span><br />
Dieses Glück des Aineias konnte seine Feindin Hera nicht mit gleichgültigen Augen betrachten. Sie rief die Erinnye Alekto aus der Unterwelt herauf, um die Eintracht im Keime zu zerstören. Diese schwebte zuerst nach Latium und nahm Besitz von dem stillen Gemache der Amata; sie warf der Königin, der ohnedem schon peinliche Sorgen über das Herannahen der Troianer und die ersehnte Vermählung ihrer Tochter Lavinia mit dem Rutulerfürsten Turnus das Herz zernagten, heimlich aus ihrem Schlangenhaare, eine der Nattern auf die Brust, damit sie, von diesem Scheusal angefressen, das ganze Haus in Verwirrung bringe. Die Schlange verwandelte sich sofort in Amatas goldenen Halsring, in ihren langen Schleier, ihr Lockengeschmeide und durchschlüpfte und umirrte ihr so alle Glieder. Zu gleicher Zeit träufelte sie unvermerkt ihr Gift auf die Haut, und dieses fing an, den Leib zu durchrieseln. So lange es noch nicht bis ins Mark der Gebeine durchgedrungen war, zeigte sich noch nicht seine volle Wirkung; es äußerte sich nicht anders, als wie natürliche Gemütsbewegungen sich zu offenbaren pflegen. Amata fing an zu weinen und über die Vermählung ihrer Tochter zu klagen: "Grausamer Gatte", sagte sie zu sich selbst, "du hast weder mit mir, noch mit deiner Tochter Mitleid! Wo ist deine frühere Sorge um die Deinigen, wo das heilige Wort, das du so oft deinem Blutsverwandten Turnus gegeben hast! An heimatlose Flüchtlinge verschenkst du unser Kind!"<br />
<br />
Solche Klagen richtete sie auch an ihren Gemahl selbst. Aber als sie ihn fest und unwiderruflich auf seinem Beschlüsse beharren sah, da erst durchströmte sie das Schlangengift der Erinnye ganz, und sie tobte wie wahnsinnig durch die Stadt. Nun war Alekto zufrieden und hatte hier das Werk, das ihr Hera aufgetragen, vollbracht. Sofort schwang sie sich in die Hauptstadt der Rutuler, welche die Geliebte des Zeus, Danae, gegründet haben soll und die von altersher den Namen Ardea führte. Hier fand sie im Innersten des Königspalastes den Fürsten Turnus in tiefem Schlaf. Da legte Alekto ihre Erinnyenkleider ab und nahm die Gestalt eines alten Weibes an, mit hässlichen Runzeln auf der Stirn und unter dem Schleier hervorquellenden grauen Haaren, um welche sich ein Olivenzweig schlang, so dass sie ganz und gar der greisen Kalybe, der Tempelpriesterin Heras, glich. In dieser Gestalt trat sie vor den schlummernden Jüngling und sprach: "Ist es auch möglich, Turnus, kannst du ohne Zorn es mit ansehen, wie alle deine Hoffnung vereitelt und das Szepter, das dich erwartete, an troianische Landfahrer verschenkt wird? Mich sendet Zeus selbst zu dir: du sollst dein Volk waffnen, sollst zum freudigen Kampf aus den Toren ziehen, am Strande den Phrygiern ihre bunten Schiffe verbrennen und sie selbst vertilgen!" Lachend erwiderte im Traum der Jüngling: "Alte! dass die Troianerflotte in den Tiber eingelaufen ist und Hera meiner gedenkt, wusste ich schon längst; das andere sind Schreckbilder, mit denen dich dein Alter quält. Warte du der Götterbilder und des Tempels, Krieg und Frieden laß den Mann betreiben!"<br />
<br />
Die Erinnye durchbebte ein Zorn bei diesen Worten, und der Jüngling empfand ihren Schauder auf der Stelle. Er hörte das Zischen ihrer Schlangen, sein Blick erstarrte, und er wollte noch mehreres erwidern, als die nächtliche Gestalt, plötzlich übermenschlich groß geworden, den Aufgerichteten mit einem Stoß aufs Lager zurückwarf, aus dem Haar zwei Schlangen hervor zog, mit ihnen, wie mit einer Peitsche, zu klatschen anfing und dazu mit schäumendem Munde sprach: "Meinst du noch, ich sei ein verschimmeltes altes Weib und verstehe mich nicht auf den Zwist der Könige? Erkenne die Rachegöttin in mir, die Krieg und Tod in ihrer Hand trägt!" In diesem Augenblick warf sie ihre Fackel, die der Jüngling in ihrer Erinnyenhand geschwungen sah, ihm auf die offenliegende Brust, so daß der schwarze, qualmende Brand sich fest in sein Fleisch heftete. Seine Glieder und Gebeine überströmte ein Schweiß. "Waffen!" schnaubte er noch in der Besinnungslosigkeit des Schlafes; Waffen suchte er erwacht in seinem Bett, in seinem Hause; rasende Kriegswut tobte in seiner Brust, wie die Welle in einem siedenden Kessel über Reisigfeuer aufhüpft. Sobald der Morgen angebrochen war, beschickte er die Häuptlinge seines Volkes und hieß sie zu den Waffen gegen den treulosen König Latinus greifen und sich zum Kampf gegen beide, Latiner und Troianer, rüsten.<br />
<br />
Während so Turnus den Mut seiner Landsleute anstachelte, flog die Erinnye zuletzt auch noch an den Tiberstrand, wo Iulos mit seinen Begleitern in den dichten Uferwäldern eben dem Wild auf der Jagd nachging. Hier beseelte Alekto die Spürhunde mit plötzlicher Wut, berührte ihre Nasen mit dem bekannten Geruch und jagte sie ganz hitzig einem Hirsch nach. Dieses Wild war besonders herrlich und von Geweihen hoch; die Knaben des Tyrrhus, welcher der Oberhirt über die Herden des Königs Latinus war, hüteten sein; denn er war vom Euter seiner Mutter weggenommen und in den Wäldern des Königs aufgefüttert worden. Die Tochter des Tyrrhus, Silvia, hatte das Tier ganz an ihre Befehle gewöhnt, sie kämmte es, wusch es in lauterer Waldquelle und schmückte sein Geweih mit weichen Blumenkränzen; es ließ sich willig von ihr streicheln, war an den Tisch seines Herrn gewöhnt, irrte frei in den Wäldern umher und stellte sich jeden Abend freiwillig in der Wohnung des königlichen Hüters.<br />
<br />
Auf die Spur dieses schönen zahmen Hirsches führte die Erinnye die Rüden des Askanios, während das Tier eben den heißen Ufersand, nach Kühlung begehrend, verlassen hatte und den Tiberstrom hinabschwamm. Askanios faßte das herrliche Wild ins Auge, drückte den Pfeil vom Bogen ab und sandte ihn tief in das Gedärme seines Opfers. Der verwundete Hirsch fuhr aus dem Wasser, kam blutig zum wohlbekannten Hause seines Herrn, schleppte sich ächzend in den Stall und erfüllte, wie ein um Mitleid Flehender, das ganze Haus mit Gewinsel. Jammernd entdeckte zuerst Silvia ihren Liebling und rief mit lautem Geschrei die Bauern der Umgegend zu Hilfe. Diese kamen mit angebrannten Pfählen und Keulen bewaffnet: Tyrrhus selbst rief seinen Gesellen herbei, der just eine stämmige Eiche mit dem Beil spaltete; und als Alekto den rechten Zeitpunkt ersehen, stellte sie sich auf den Giebel des Hofgebäudes und ließ durch das gewundene Horn den lauten Hirtenruf in die Gegend hinaustönen. Von allen Seiten strömte jetzt tobendes Bauernvolk herbei, aber auch dem Askanios kam die troianische Mannschaft zu Hilfe. Bald waren es auf der anderen Seite auch nicht mehr bloß mit Prügeln bewaffnete Haufen; es hatten sich zwei ordentliche Schlachtreihen gebildet: Schwerter wurden gezogen, Bogen gespannt.<br />
<br />
Der erste Pfeilschuß von selten der jagenden Troianer, die sich gegen die anstürmenden Feinde zur Wehr setzten, traf den ältesten Sohn des Tyrrhus, Almo, in die Kehle, dass ihm Stimme und Leben zugleich schwand. Nun begann ein allgemeines Gemetzel unter den Hirten. Der ehrlichste und begütertste Bauer in ganz Latium, der alte Galaesus, der fünf Rinder- und fünf Schafherden besaß und hundert Pflüge über seine Äcker gehen hatte, war aus den Scharen des Bauernvolkes hervorgetreten, um den Frieden zu vermitteln; aber er wurde nicht angehört, und ein Pfeilregen bedeckte ihn, unter dem er sterbend erlag. Jetzt stürzten die überwältigten Hirten aus dem Kampf in die Stadt und trugen ihre Erschlagenen, den Almo, den Galaesus und viele andere, wehklagend durch die Tore. Sie riefen die Götter laut um Hilfe an, eilten auf den Königspalast zu und versammelten sich um Latinus, ihren Herrn. Auch Turnus fand sich schreiend und tobend ein, mit der lauten Anklage, dass die Herrschaft des Landes an die Troianer verraten werde. So umringten sie alle, in Klagen und Lärm wetteifernd, die Königsburg des Alten. Dieser aber stand unbeweglich wie ein Fels im Meere. Dennoch vermochte er dem blinden Toben in die Länge nicht Widerstand zu leisten. "Wehe mir", rief er endlich, "ich fühl' es wohl, uns reißt der Sturm fort. Armes Volk, du wirst, gegen den Willen der Götter kämpfend, diesen Frevel mit deinem eigenen Blut büßen. Auch du, Turnus, wirst dem Strafgericht des Himmels nicht entgehen! Ich aber glaubte schon im Hafen zu sein und hoffte in Ruhe zu enden; nun gönnt ihr mir nicht einmal einen friedlichen Tod!"<br />
<br />
Der Götterkönigin Hera, der Feindin Troias, dauerte der Verzug zu lange. In der Latinerstadt stand ein Tempel des Krieges mit zweifachen Pfosten, von hundert ehernen Riegeln verschlossen; sein Hüter ist Ianus, der uralte Städtegott der Latiner. Wenn die Häupter des Volkes blutigen Kampf auf Leben und Tod beschließen, so öffnet der König selbst im feierlichen Kriegsgewand die knarrenden Pfosten. Dieses zu tun, ermahnte das Volk jetzt auch seinen König Latinus, er aber weigerte sich dieses grässlichen Dienstes und verbarg sich in die tiefste Einsamkeit seines Palastes. Da schwang sich Hera selbst vom Himmel hernieder, stieß mit eigener Götterhand an die widerstrebenden Pfosten, drehte die Angeln, und donnernd fuhren die ehernen Pforten des Kriegstempels auseinander.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hier mal noch eine schöne Sage bevor ich abreise:<br />
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<span style="text-decoration: underline;"><span style="font-weight: bold;">Hera facht Krieg an<br />
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<span style="text-decoration: underline;"><span style="font-weight: bold;">Amata - Turnus - Die Jagd der Troianer<br />
</span></span><br />
Dieses Glück des Aineias konnte seine Feindin Hera nicht mit gleichgültigen Augen betrachten. Sie rief die Erinnye Alekto aus der Unterwelt herauf, um die Eintracht im Keime zu zerstören. Diese schwebte zuerst nach Latium und nahm Besitz von dem stillen Gemache der Amata; sie warf der Königin, der ohnedem schon peinliche Sorgen über das Herannahen der Troianer und die ersehnte Vermählung ihrer Tochter Lavinia mit dem Rutulerfürsten Turnus das Herz zernagten, heimlich aus ihrem Schlangenhaare, eine der Nattern auf die Brust, damit sie, von diesem Scheusal angefressen, das ganze Haus in Verwirrung bringe. Die Schlange verwandelte sich sofort in Amatas goldenen Halsring, in ihren langen Schleier, ihr Lockengeschmeide und durchschlüpfte und umirrte ihr so alle Glieder. Zu gleicher Zeit träufelte sie unvermerkt ihr Gift auf die Haut, und dieses fing an, den Leib zu durchrieseln. So lange es noch nicht bis ins Mark der Gebeine durchgedrungen war, zeigte sich noch nicht seine volle Wirkung; es äußerte sich nicht anders, als wie natürliche Gemütsbewegungen sich zu offenbaren pflegen. Amata fing an zu weinen und über die Vermählung ihrer Tochter zu klagen: "Grausamer Gatte", sagte sie zu sich selbst, "du hast weder mit mir, noch mit deiner Tochter Mitleid! Wo ist deine frühere Sorge um die Deinigen, wo das heilige Wort, das du so oft deinem Blutsverwandten Turnus gegeben hast! An heimatlose Flüchtlinge verschenkst du unser Kind!"<br />
<br />
Solche Klagen richtete sie auch an ihren Gemahl selbst. Aber als sie ihn fest und unwiderruflich auf seinem Beschlüsse beharren sah, da erst durchströmte sie das Schlangengift der Erinnye ganz, und sie tobte wie wahnsinnig durch die Stadt. Nun war Alekto zufrieden und hatte hier das Werk, das ihr Hera aufgetragen, vollbracht. Sofort schwang sie sich in die Hauptstadt der Rutuler, welche die Geliebte des Zeus, Danae, gegründet haben soll und die von altersher den Namen Ardea führte. Hier fand sie im Innersten des Königspalastes den Fürsten Turnus in tiefem Schlaf. Da legte Alekto ihre Erinnyenkleider ab und nahm die Gestalt eines alten Weibes an, mit hässlichen Runzeln auf der Stirn und unter dem Schleier hervorquellenden grauen Haaren, um welche sich ein Olivenzweig schlang, so dass sie ganz und gar der greisen Kalybe, der Tempelpriesterin Heras, glich. In dieser Gestalt trat sie vor den schlummernden Jüngling und sprach: "Ist es auch möglich, Turnus, kannst du ohne Zorn es mit ansehen, wie alle deine Hoffnung vereitelt und das Szepter, das dich erwartete, an troianische Landfahrer verschenkt wird? Mich sendet Zeus selbst zu dir: du sollst dein Volk waffnen, sollst zum freudigen Kampf aus den Toren ziehen, am Strande den Phrygiern ihre bunten Schiffe verbrennen und sie selbst vertilgen!" Lachend erwiderte im Traum der Jüngling: "Alte! dass die Troianerflotte in den Tiber eingelaufen ist und Hera meiner gedenkt, wusste ich schon längst; das andere sind Schreckbilder, mit denen dich dein Alter quält. Warte du der Götterbilder und des Tempels, Krieg und Frieden laß den Mann betreiben!"<br />
<br />
Die Erinnye durchbebte ein Zorn bei diesen Worten, und der Jüngling empfand ihren Schauder auf der Stelle. Er hörte das Zischen ihrer Schlangen, sein Blick erstarrte, und er wollte noch mehreres erwidern, als die nächtliche Gestalt, plötzlich übermenschlich groß geworden, den Aufgerichteten mit einem Stoß aufs Lager zurückwarf, aus dem Haar zwei Schlangen hervor zog, mit ihnen, wie mit einer Peitsche, zu klatschen anfing und dazu mit schäumendem Munde sprach: "Meinst du noch, ich sei ein verschimmeltes altes Weib und verstehe mich nicht auf den Zwist der Könige? Erkenne die Rachegöttin in mir, die Krieg und Tod in ihrer Hand trägt!" In diesem Augenblick warf sie ihre Fackel, die der Jüngling in ihrer Erinnyenhand geschwungen sah, ihm auf die offenliegende Brust, so daß der schwarze, qualmende Brand sich fest in sein Fleisch heftete. Seine Glieder und Gebeine überströmte ein Schweiß. "Waffen!" schnaubte er noch in der Besinnungslosigkeit des Schlafes; Waffen suchte er erwacht in seinem Bett, in seinem Hause; rasende Kriegswut tobte in seiner Brust, wie die Welle in einem siedenden Kessel über Reisigfeuer aufhüpft. Sobald der Morgen angebrochen war, beschickte er die Häuptlinge seines Volkes und hieß sie zu den Waffen gegen den treulosen König Latinus greifen und sich zum Kampf gegen beide, Latiner und Troianer, rüsten.<br />
<br />
Während so Turnus den Mut seiner Landsleute anstachelte, flog die Erinnye zuletzt auch noch an den Tiberstrand, wo Iulos mit seinen Begleitern in den dichten Uferwäldern eben dem Wild auf der Jagd nachging. Hier beseelte Alekto die Spürhunde mit plötzlicher Wut, berührte ihre Nasen mit dem bekannten Geruch und jagte sie ganz hitzig einem Hirsch nach. Dieses Wild war besonders herrlich und von Geweihen hoch; die Knaben des Tyrrhus, welcher der Oberhirt über die Herden des Königs Latinus war, hüteten sein; denn er war vom Euter seiner Mutter weggenommen und in den Wäldern des Königs aufgefüttert worden. Die Tochter des Tyrrhus, Silvia, hatte das Tier ganz an ihre Befehle gewöhnt, sie kämmte es, wusch es in lauterer Waldquelle und schmückte sein Geweih mit weichen Blumenkränzen; es ließ sich willig von ihr streicheln, war an den Tisch seines Herrn gewöhnt, irrte frei in den Wäldern umher und stellte sich jeden Abend freiwillig in der Wohnung des königlichen Hüters.<br />
<br />
Auf die Spur dieses schönen zahmen Hirsches führte die Erinnye die Rüden des Askanios, während das Tier eben den heißen Ufersand, nach Kühlung begehrend, verlassen hatte und den Tiberstrom hinabschwamm. Askanios faßte das herrliche Wild ins Auge, drückte den Pfeil vom Bogen ab und sandte ihn tief in das Gedärme seines Opfers. Der verwundete Hirsch fuhr aus dem Wasser, kam blutig zum wohlbekannten Hause seines Herrn, schleppte sich ächzend in den Stall und erfüllte, wie ein um Mitleid Flehender, das ganze Haus mit Gewinsel. Jammernd entdeckte zuerst Silvia ihren Liebling und rief mit lautem Geschrei die Bauern der Umgegend zu Hilfe. Diese kamen mit angebrannten Pfählen und Keulen bewaffnet: Tyrrhus selbst rief seinen Gesellen herbei, der just eine stämmige Eiche mit dem Beil spaltete; und als Alekto den rechten Zeitpunkt ersehen, stellte sie sich auf den Giebel des Hofgebäudes und ließ durch das gewundene Horn den lauten Hirtenruf in die Gegend hinaustönen. Von allen Seiten strömte jetzt tobendes Bauernvolk herbei, aber auch dem Askanios kam die troianische Mannschaft zu Hilfe. Bald waren es auf der anderen Seite auch nicht mehr bloß mit Prügeln bewaffnete Haufen; es hatten sich zwei ordentliche Schlachtreihen gebildet: Schwerter wurden gezogen, Bogen gespannt.<br />
<br />
Der erste Pfeilschuß von selten der jagenden Troianer, die sich gegen die anstürmenden Feinde zur Wehr setzten, traf den ältesten Sohn des Tyrrhus, Almo, in die Kehle, dass ihm Stimme und Leben zugleich schwand. Nun begann ein allgemeines Gemetzel unter den Hirten. Der ehrlichste und begütertste Bauer in ganz Latium, der alte Galaesus, der fünf Rinder- und fünf Schafherden besaß und hundert Pflüge über seine Äcker gehen hatte, war aus den Scharen des Bauernvolkes hervorgetreten, um den Frieden zu vermitteln; aber er wurde nicht angehört, und ein Pfeilregen bedeckte ihn, unter dem er sterbend erlag. Jetzt stürzten die überwältigten Hirten aus dem Kampf in die Stadt und trugen ihre Erschlagenen, den Almo, den Galaesus und viele andere, wehklagend durch die Tore. Sie riefen die Götter laut um Hilfe an, eilten auf den Königspalast zu und versammelten sich um Latinus, ihren Herrn. Auch Turnus fand sich schreiend und tobend ein, mit der lauten Anklage, dass die Herrschaft des Landes an die Troianer verraten werde. So umringten sie alle, in Klagen und Lärm wetteifernd, die Königsburg des Alten. Dieser aber stand unbeweglich wie ein Fels im Meere. Dennoch vermochte er dem blinden Toben in die Länge nicht Widerstand zu leisten. "Wehe mir", rief er endlich, "ich fühl' es wohl, uns reißt der Sturm fort. Armes Volk, du wirst, gegen den Willen der Götter kämpfend, diesen Frevel mit deinem eigenen Blut büßen. Auch du, Turnus, wirst dem Strafgericht des Himmels nicht entgehen! Ich aber glaubte schon im Hafen zu sein und hoffte in Ruhe zu enden; nun gönnt ihr mir nicht einmal einen friedlichen Tod!"<br />
<br />
Der Götterkönigin Hera, der Feindin Troias, dauerte der Verzug zu lange. In der Latinerstadt stand ein Tempel des Krieges mit zweifachen Pfosten, von hundert ehernen Riegeln verschlossen; sein Hüter ist Ianus, der uralte Städtegott der Latiner. Wenn die Häupter des Volkes blutigen Kampf auf Leben und Tod beschließen, so öffnet der König selbst im feierlichen Kriegsgewand die knarrenden Pfosten. Dieses zu tun, ermahnte das Volk jetzt auch seinen König Latinus, er aber weigerte sich dieses grässlichen Dienstes und verbarg sich in die tiefste Einsamkeit seines Palastes. Da schwang sich Hera selbst vom Himmel hernieder, stieß mit eigener Götterhand an die widerstrebenden Pfosten, drehte die Angeln, und donnernd fuhren die ehernen Pforten des Kriegstempels auseinander.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Antiochos VII. und der Untergang des Seleukidenreiches]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7197</link>
			<pubDate>Fri, 26 Aug 2016 14:50:57 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7197</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-style: italic;">Vorbemerkung: Zu dieser Beitragsreihe, die zugegebenermaßen kein übermäßiges Diskussionspotenzial bietet, siehe hier: <a href="http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=36&amp;pid=50931#pid50931" target="_blank">http://www.forum-geschichte.at/Forum/sho...1#pid50931</a></span><br />
<br />
Antiochos VII., obwohl in der Öffentlichkeit völlig unbekannt, wird immer wieder als letzter fähiger König eines Reiches bezeichnet, das in seiner Blütezeit einen Großteil des ehemaligen Alexander-Imperiums einnahm. Die Rede ist vom Seleukidenreich, das im Jahr 312 v. Chr. begründet wurde und nach einer reichlich wechselhaften Geschichte 63 v. Chr. dem römischen Reich einverleibt wurde – zu dieser Zeit längst zu einem Kleinstaat herabgesunken. Wie es dazu kam, und welche Rolle Antiochos VII. (reg. 138-129 v. Chr.) dabei spielte, versuche ich in nächster Zeit zu beantworten. Folgende Beiträge sind für die kommenden Wochen geplant:<br />
1.) Überblick über das Seleukidenreich und seine Problematik<br />
2.) Antiochos VII. und der Thronkonflikt im Seleukidenreich<br />
3.) Die Israelpolitik Antiochos’ VII. im historischen Kontext<br />
4.) Der Feldzug Antiochos’ VII. gegen die Parther<br />
5.) Ausblick auf die letzten Jahrzehnte des Seleukidenreiches<br />
6.) Abschließende Beurteilung<br />
<br />
Literaturhinweise zum Seleukidenreich zu geben, ist nicht einfach, aktuelle deutschsprachige Literatur kaum vorhanden. Einen guten (wissenschaftlichen) englischsprachigen Überblick bieten Susan Sherwin-White und Amélie Kuhrt in ihrem Werk „From Samarkhand to Sardis. A new approach to the Seleucid empire“ (1993, nicht mehr für einen vertretbaren Preis im Handel). Für die Geschichte des späten Seleukidenreiches hat Kay Ehling mit seinen „Untersuchungen zur Geschichte der späten Seleukiden (164-63 v. Chr.)“ (2008) wichtige Arbeit geleistet. Und was Antiochos VII. selbst angeht, werde ich mich neben den antiken Quellen besonders auf Thomas Fischer stützen, der neben einer Dissertation zu dessen Partherfeldzug (1970) mehrere Aufsätze zur Münzprägung und Israel-Politik dieses Herrschers publiziert hat.<br />
Der ausgewiesene Experte John D. Grainger, dessen „Seleukid Prosopography and Gazetteer“ (1997) mir als Nachschlagewerk gute Dienste leistet, hat jüngst eine Trilogie zur Geschichte des Seleukidenreiches veröffentlicht, die sich aus den Bänden „The Rise of the Seleukid Empire“ (2014), „The Seleukid Empire of Antiochus III“ (2015) und „The Fall of the Seleukid Empire“ (2015) zusammensetzt. Dabei scheint es sich aber um populärwissenschaftliche Bücher zu handeln, die einer Fachrezension zufolge nicht einmal den aktuellen Forschungsstand widerspiegeln.<br />
<br />
Liebe Grüße, <br />
der Maxdorfer]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-style: italic;">Vorbemerkung: Zu dieser Beitragsreihe, die zugegebenermaßen kein übermäßiges Diskussionspotenzial bietet, siehe hier: <a href="http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=36&amp;pid=50931#pid50931" target="_blank">http://www.forum-geschichte.at/Forum/sho...1#pid50931</a></span><br />
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Antiochos VII., obwohl in der Öffentlichkeit völlig unbekannt, wird immer wieder als letzter fähiger König eines Reiches bezeichnet, das in seiner Blütezeit einen Großteil des ehemaligen Alexander-Imperiums einnahm. Die Rede ist vom Seleukidenreich, das im Jahr 312 v. Chr. begründet wurde und nach einer reichlich wechselhaften Geschichte 63 v. Chr. dem römischen Reich einverleibt wurde – zu dieser Zeit längst zu einem Kleinstaat herabgesunken. Wie es dazu kam, und welche Rolle Antiochos VII. (reg. 138-129 v. Chr.) dabei spielte, versuche ich in nächster Zeit zu beantworten. Folgende Beiträge sind für die kommenden Wochen geplant:<br />
1.) Überblick über das Seleukidenreich und seine Problematik<br />
2.) Antiochos VII. und der Thronkonflikt im Seleukidenreich<br />
3.) Die Israelpolitik Antiochos’ VII. im historischen Kontext<br />
4.) Der Feldzug Antiochos’ VII. gegen die Parther<br />
5.) Ausblick auf die letzten Jahrzehnte des Seleukidenreiches<br />
6.) Abschließende Beurteilung<br />
<br />
Literaturhinweise zum Seleukidenreich zu geben, ist nicht einfach, aktuelle deutschsprachige Literatur kaum vorhanden. Einen guten (wissenschaftlichen) englischsprachigen Überblick bieten Susan Sherwin-White und Amélie Kuhrt in ihrem Werk „From Samarkhand to Sardis. A new approach to the Seleucid empire“ (1993, nicht mehr für einen vertretbaren Preis im Handel). Für die Geschichte des späten Seleukidenreiches hat Kay Ehling mit seinen „Untersuchungen zur Geschichte der späten Seleukiden (164-63 v. Chr.)“ (2008) wichtige Arbeit geleistet. Und was Antiochos VII. selbst angeht, werde ich mich neben den antiken Quellen besonders auf Thomas Fischer stützen, der neben einer Dissertation zu dessen Partherfeldzug (1970) mehrere Aufsätze zur Münzprägung und Israel-Politik dieses Herrschers publiziert hat.<br />
Der ausgewiesene Experte John D. Grainger, dessen „Seleukid Prosopography and Gazetteer“ (1997) mir als Nachschlagewerk gute Dienste leistet, hat jüngst eine Trilogie zur Geschichte des Seleukidenreiches veröffentlicht, die sich aus den Bänden „The Rise of the Seleukid Empire“ (2014), „The Seleukid Empire of Antiochus III“ (2015) und „The Fall of the Seleukid Empire“ (2015) zusammensetzt. Dabei scheint es sich aber um populärwissenschaftliche Bücher zu handeln, die einer Fachrezension zufolge nicht einmal den aktuellen Forschungsstand widerspiegeln.<br />
<br />
Liebe Grüße, <br />
der Maxdorfer]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Prometheus]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7193</link>
			<pubDate>Mon, 22 Aug 2016 15:09:13 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7193</guid>
			<description><![CDATA[Hier mal noch eine schöne Sage aus dem griechischen Mythos, die ich sehr mag:<br />
<br />
<span style="text-decoration: underline;"><span style="font-weight: bold;">Prometheus</span></span><br />
<br />
Himmel und Erde waren geschaffen: das Meer wogte in seinen Ufern und die Fische spielten darin; in den Lüften sangen beflügelt die Vögel; der Erdboden wimmelte von Tieren. Aber noch fehlte es an dem Geschöpfe, dessen Leib so beschaffen war, dass der Geist in ihm Wohnung bezog und von ihm aus die Erdenwelt beherrschen konnte. Da betrat Prometheus die Erde, ein Sprössling des alten Göttergeschlechts, das Zeus entthront hatte, ein Sohn des erdgeborenen Uranossohnes Iapetos, kluger Erfindung voll. Dieser wusste wohl, dass im Erdboden der Same des Himmels schlummere; darum nahm er vom Tone, befeuchtete denselben mit dem Wasser des Flusses, knetete ihn und formte daraus ein Gebilde, nach dem Ebenbilde der Götter, der Herren der Welt. Diesen seinen Erdenkloß zu beleben, entlehnte er allenthalben von den Tierseelen gute und böse Eigenschaften und schloss sie in die Brust des Menschen ein. Unter den Himmlischen hatte er eine Freundin, Athene, die Göttin der Weisheit. Diese bewunderte die Schöpfung des Sohnes des Titanen und blies dem halb beseelten Bilde den Geist, den göttlichen Atem ein.<br />
<br />
So entstanden die ersten Menschen und füllten bald vervielfältigt die Erde. Lange aber wussten diese nicht, wie sie sich ihrer edlen Glieder und des empfangenen Götterfunkens bedienen sollten. Sehend sahen sie umsonst, hörten hörend nicht; wie Traumgestalten liefen sie umher und wussten sich der Schöpfung nicht zu bedienen. Unbekannt war ihnen die Kunst, Steine aus zu graben und zu bebauen, aus Lehm Ziegel zu brennen, Balken aus dem gefällten Holze des Waldes zu zimmern, und mit allem diesem sich Häuser zu erbauen. <br />
Unter der Erde, in sonnenlosen Höhlen, wimmelte es von ihnen wie von beweglichen Ameisen; nicht den Winter, nicht den blütevollen Frühling, nicht den früchtereichen Sommer kannten sie an sicheren Zeichen; planlos war alles, was sie verrichteten. Da nahm sich Prometheus seiner Geschöpfe an; er lehrte sie den Auf- und Niedergang der Gestirne zu beobachten, erfand ihnen die Kunst zu zählen, die Buchstabenschrift; lehrte sie Tiere ans Joch spannen und zu Genossen ihrer Arbeit brauchen, gewöhnte die Rosse an Zügel und Wagen; erfand Nachen und Segel für die Schifffahrt. Auch fürs übrige Leben sorgte er für den Menschen. <br />
Früher, wenn einer krank wurde, wusste er kein Mittel, nicht was von Speise und Trank ihm zuträglich sei, kannte kein Salböl zur Linderung seiner Schäden; sondern aus Mangel an Arzneien starben sie elendig dahin. Darum zeigte ihnen Prometheus die Mischung milder Heilmittel, lehrte sie allerlei Krankheiten damit zu vertreiben. Dann lehrte er sie die Wahrsagekunst, deutete ihnen Vorzeichen und Träume, Vogelflug und Opferschau. Ferner führte er ihren Blick unter die Erde und ließ sie hier das Erz, das Eisen, das Silber und das Gold entdecken; kurz in alle Bequemlichkeiten und Künste des Lebens leitete er sie ein.<br />
<br />
Im Himmel herrschte mit seinen Kindern seit kurzem Zeus, der seinen Vater Kronos entthront, und das alte Göttergeschlecht, von welchem auch Prometheus abstammte, gestürzt hatte.<br />
<br />
Jetzt wurden die neuen Götter aufmerksam auf das eben entstandene Menschenvolk. Sie verlangten Verehrung von ihm für den Schutz, welchen sie demselben angedeihen zu lassen bereitwillig waren. Zu Mekone in Griechenland ward ein Tag gehalten zwischen Sterblichen und Unsterblichen, und Rechte und Pflichten der Menschen bestimmt. Bei dieser Versammlung erschien Prometheus als Anwalt seiner Menschen, dafür zu sorgen, dass die Götter für die übernommenen Schutzämter den Sterblichen nicht allzu lästige Gebühren auferlegen möchten. Da verführte den Prometheus seine Klugheit, die Götter zu betrügen. Er schlachtete im Namen seiner Geschöpfe einen großen Stier, davon sollten die Himmlischen wählen, was sie für sich davon verlangten. Er hatte aber nach Zerstückelung des Opfertieres zwei Haufen gemacht; auf die eine Seite legte er das Fleisch, das Eingeweide und den Speck, in die Haut des Stieres zusammen gefasst, auf die andere die kahlen Knochen, künstlich in das Unschlitt des Schlachtopfers eingehüllt. Und dieser Haufen war der größere. Zeus, der Göttervater, der allwissende, durchschaute seinen Betrug und sprach: "Sohn des Iapetos, erlauchter König, guter Freund, wie ungleich hast du die Teile geteilt!" Prometheus glaubte jetzt erst recht, dass er ihn betrogen, lächelte bei sich selbst und sprach: "Erlauchter Zeus, größter der ewigen Götter, wähle den Teil, den dir dein Herz im Busen anrät zu wählen." <br />
Zeus ergrimmte im Herzen, aber geflissentlich fasste er mit beiden Händen das weiße Unschlitt. Als er es nun auseinander gedrückt und die bloßen Knochen gewahrte, stellte er sich an, als entdeckte er jetzt eben erst den Betrug und zornig sprach er: "Ich sehe wohl, Freund Iapetionide, dass du die Kunst des Truges noch nicht verlernt hast!"<br />
<br />
Zeus beschloss, sich an Prometheus für seinen Betrug zu rächen, und versagte den Sterblichen die letzte Gabe, der sie zur vollendeteren Gesittung bedurften, das Feuer. Doch auch dafür wusste der schlaue Sohn des Iapetos Rat. Er nahm den langen Stengel des markigen Riesenfenchels, näherte sich mit ihm dem vorüber fahrenden Sonnenwagen, und setzte so den Stengel in gleißenden Brand. Mit diesem Feuerzunder kam er hernieder auf die Erde, und bald loderte der erste Holzstoß gen Himmel. In innerster Seele schmerzte es den Donnerer, als er den fernhin leuchtenden Glanz des Feuers unter den Menschen emporsteigen sah. Sofort formte er, zum Ersatz für des Feuers Gebrauch, das den Sterblichen nicht mehr zu nehmen war, ein neues Übel für sie. Der seiner Kunst wegen berühmte Feuergott Hephaistos musste ihm das Scheinbild einer schönen Jungfrau fertigen; Athene selbst, die, auf Prometheus eifersüchtig, ihm abhold geworden war, warf dem Bild ein weißes, schimmerndes Gewand über, ließ ihr einen Schleier über das Gesicht wallen, den das Mädchen mit den Händen geteilt hielt, bekränzte ihr Haupt mit frischen Blumen und umschlang es mit einer goldenen Binde, die gleichfalls Hephaistos seinem Vater zuliebe kunstreich verfertigt und mit bunten Tiergestalten herrlich verziert hatte. Hermes, der Götterbote, musste dem holden Gebilde Sprache verleihen, und Aphrodite allen Liebreiz. Also hatte Zeus unter der Gestalt eines Gutes ein blendendes Übel geschaffen und nannte sie Pandora, das heißt die Allbeschenkte, denn jeder der Unsterblichen hatte dem Mägdelein irgendein unheilbringendes Geschenk für die Menschen mitgegeben. Darauf führte er die Jungfrau hernieder auf die Erde, wo Sterbliche vermischt mit den Göttern lustwandelten. Alle miteinander bewunderten die unvergleichliche Gestalt. Sie aber schritt zu Epimetheus, dem argloseren Bruder des Prometheus, ihm das Geschenk des Zeus zu bringen. Vergebens hatte diesen der Bruder gewarnt, niemals ein Geschenk vom olympischen Zeus anzunehmen, damit dem Menschen kein Leid dadurch widerfahren darf, sondern es sofort zurückzusenden. Epimetheus, dieses Wortes uneingedenk, nahm die schöne Jungfrau mit Freuden auf und empfand das Übel erst, als er es hatte. Denn bisher lebten die Geschlechter der Menschen, von seinem Bruder beraten, frei von Übel, ohne beschwerliche Arbeit, ohne quälende Krankheit. Das Weib aber trug in den Händen ihr Geschenk, ein großes Gefäß mit einem Deckel versehen. Kaum bei Epimetheus angekommen, schlug sie den Deckel zurück, und alsbald entflog dem Gefäße eine Schar von Übeln und verbreitete sich mit Blitzesschnelle über die Erde. Ein einziges Gut war zuunterst in dem Fasse verborgen, die Hoffnung; aber auf den Rat des Göttervaters warf Pandora den Deckel wieder zu, ehe sie herausflattern konnte, und verschloss sie für immer in dem Gefäß. Das Elend füllte inzwischen in allen Gestalten Erde, Luft und Meer. Die Krankheiten irrten bei Tage und bei Nacht unter den Menschen umher, heimlich und schweigend, denn Zeus hatte ihnen keine Stimme gegeben; eine Schar von Fiebern hielt die Erde belagert, und der Tod, früher nur langsam die Sterblichen beschleichend, beflügelte seinen Schritt.<br />
<br />
Darauf wandte sich Zeus mit seiner Rache gegen Prometheus. Er übergab den Verbrecher dem Hephaistos, und seinen Dienern, dem Kratos und der Bia (dem Zwang und der Gewalt). Diese mussten ihn in die skythischen Einöden schleppen und hier, über einem schauderhaften Abgrund, an eine Felswand des Berges Kaukasus mit unauflöslichen Ketten schmieden. Ungern vollzog Hephaistos den Auftrag seines Vaters, er liebte in dem Titanensohne den verwandten Abkömmling seines Urgroßvaters Uranos, den ebenbürtigen Göttersprößling. Unter mitleidsvollen Worten und von den roheren Knechten gescholten, ließ er diese das grausame Werk vollbringen. So musste nun Prometheus an der freudlosen Klippe hängen, aufrecht, schlaflos, niemals imstande, das müde Knie zu beugen. "Viele vergebliche Klagen und Seufzer wirst du versenden", sagte Hephaistos zu ihm, "denn des Zeus Sinn ist unerbittlich und alle, die erst seit kurzem die Herrschergewalt an sich gerissen*, sind hartherzig." <br />
Wirklich sollte auch die Qual des Gefangenen ewig oder doch dreißig tausend Jahre dauern. Obwohl laut aufseufzend und Winde, Ströme, Quellen und Meereswellen, die Allmutter Erde und den all anschauenden Sonnenkreis zu Zeugen seiner Pein aufrufend, blieb er doch ungebeugten Sinnes. "Was das Schicksal beschlossen hat", sprach er, "muss derjenige tragen, der die unbezwingliche Gewalt der Notwendigkeit einsehen gelernt hat." <br />
Auch ließ er sich durch keine Drohungen des Zeus bewegen, die dunkle Weissagung, dass dem Götterherrscher durch einen neuen Ehebund ** Verderben und Untergang bevorstehe, näher auszudeuten. <br />
Zeus hielt Wort: er sandte dem Gefesselten einen Adler, der als täglicher Gast an seiner Leber zehren durfte, die sich, abgeweidet, immer wieder erneuerte. Diese Qual sollte nicht eher aufhören, bis ein Ersatzmann erscheinen würde, der durch freiwillige Übernahme des Todes gewissermaßen sein Stellvertreter zu werden sich erbot.<br />
Jener Zeitpunkt erschien früher, als der Verurteilte nach des Zeus Spruch erwarten durfte. Als er dreißig Jahre an dem Felsen gehangen, kam Herakles (Herkules) des Weges, auf der Fahrt nach den Hesperiden und ihren Äpfeln begriffen. Wie er den Götterenkel am Kaukasus hängen sah und sich seines guten Rates zu erfreuen hoffte, erbarmte ihn sein Geschick, denn er sah zu, wie der Adler, auf den Knien des Prometheus sitzend, an der Leber des Unglückseligen fraß. Da legte er Keule und Löwenhaut hinter sich, spannte den Bogen, entsandte den Pfeil und schoss den grausamen Vogel von der Leber des Gequälten hinweg. Hierauf löste er seine Fesseln und führte den Befreiten mit sich davon. Damit aber die Bedingung des Zeus erfüllt würde, stellte er ihm als Ersatzmann den Kentauren Chiron, der erbötig war, an jenes Statt zu sterben; denn vorher war er unsterblich. Auf dass jedoch das Urteil des Zeus, der den Prometheus auf weit längere Zeit an den Felsen gesprochen hatte, auch so nicht un vollzogen bliebe, so musste Prometheus fortwährend einen eisernen Ring tragen, an welchem sich ein Steinchen von jenem Felsen des Kaukasus befand. So konnte sich Zeus rühmen, dass sein Feind noch immer an den Kaukasus angeschmiedet lebe.<br />
<br />
* Zeus hatte den Kronos (Saturn), seinen Vater, und mit ihm die alte Götterdynastie gestürzt und sich des Olymps mit Gewalt bemächtigt. lapetos und Kronos waren Brüder, Prometheus und Zeus Geschwisterkinder.<br />
** Mit der Thetis.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hier mal noch eine schöne Sage aus dem griechischen Mythos, die ich sehr mag:<br />
<br />
<span style="text-decoration: underline;"><span style="font-weight: bold;">Prometheus</span></span><br />
<br />
Himmel und Erde waren geschaffen: das Meer wogte in seinen Ufern und die Fische spielten darin; in den Lüften sangen beflügelt die Vögel; der Erdboden wimmelte von Tieren. Aber noch fehlte es an dem Geschöpfe, dessen Leib so beschaffen war, dass der Geist in ihm Wohnung bezog und von ihm aus die Erdenwelt beherrschen konnte. Da betrat Prometheus die Erde, ein Sprössling des alten Göttergeschlechts, das Zeus entthront hatte, ein Sohn des erdgeborenen Uranossohnes Iapetos, kluger Erfindung voll. Dieser wusste wohl, dass im Erdboden der Same des Himmels schlummere; darum nahm er vom Tone, befeuchtete denselben mit dem Wasser des Flusses, knetete ihn und formte daraus ein Gebilde, nach dem Ebenbilde der Götter, der Herren der Welt. Diesen seinen Erdenkloß zu beleben, entlehnte er allenthalben von den Tierseelen gute und böse Eigenschaften und schloss sie in die Brust des Menschen ein. Unter den Himmlischen hatte er eine Freundin, Athene, die Göttin der Weisheit. Diese bewunderte die Schöpfung des Sohnes des Titanen und blies dem halb beseelten Bilde den Geist, den göttlichen Atem ein.<br />
<br />
So entstanden die ersten Menschen und füllten bald vervielfältigt die Erde. Lange aber wussten diese nicht, wie sie sich ihrer edlen Glieder und des empfangenen Götterfunkens bedienen sollten. Sehend sahen sie umsonst, hörten hörend nicht; wie Traumgestalten liefen sie umher und wussten sich der Schöpfung nicht zu bedienen. Unbekannt war ihnen die Kunst, Steine aus zu graben und zu bebauen, aus Lehm Ziegel zu brennen, Balken aus dem gefällten Holze des Waldes zu zimmern, und mit allem diesem sich Häuser zu erbauen. <br />
Unter der Erde, in sonnenlosen Höhlen, wimmelte es von ihnen wie von beweglichen Ameisen; nicht den Winter, nicht den blütevollen Frühling, nicht den früchtereichen Sommer kannten sie an sicheren Zeichen; planlos war alles, was sie verrichteten. Da nahm sich Prometheus seiner Geschöpfe an; er lehrte sie den Auf- und Niedergang der Gestirne zu beobachten, erfand ihnen die Kunst zu zählen, die Buchstabenschrift; lehrte sie Tiere ans Joch spannen und zu Genossen ihrer Arbeit brauchen, gewöhnte die Rosse an Zügel und Wagen; erfand Nachen und Segel für die Schifffahrt. Auch fürs übrige Leben sorgte er für den Menschen. <br />
Früher, wenn einer krank wurde, wusste er kein Mittel, nicht was von Speise und Trank ihm zuträglich sei, kannte kein Salböl zur Linderung seiner Schäden; sondern aus Mangel an Arzneien starben sie elendig dahin. Darum zeigte ihnen Prometheus die Mischung milder Heilmittel, lehrte sie allerlei Krankheiten damit zu vertreiben. Dann lehrte er sie die Wahrsagekunst, deutete ihnen Vorzeichen und Träume, Vogelflug und Opferschau. Ferner führte er ihren Blick unter die Erde und ließ sie hier das Erz, das Eisen, das Silber und das Gold entdecken; kurz in alle Bequemlichkeiten und Künste des Lebens leitete er sie ein.<br />
<br />
Im Himmel herrschte mit seinen Kindern seit kurzem Zeus, der seinen Vater Kronos entthront, und das alte Göttergeschlecht, von welchem auch Prometheus abstammte, gestürzt hatte.<br />
<br />
Jetzt wurden die neuen Götter aufmerksam auf das eben entstandene Menschenvolk. Sie verlangten Verehrung von ihm für den Schutz, welchen sie demselben angedeihen zu lassen bereitwillig waren. Zu Mekone in Griechenland ward ein Tag gehalten zwischen Sterblichen und Unsterblichen, und Rechte und Pflichten der Menschen bestimmt. Bei dieser Versammlung erschien Prometheus als Anwalt seiner Menschen, dafür zu sorgen, dass die Götter für die übernommenen Schutzämter den Sterblichen nicht allzu lästige Gebühren auferlegen möchten. Da verführte den Prometheus seine Klugheit, die Götter zu betrügen. Er schlachtete im Namen seiner Geschöpfe einen großen Stier, davon sollten die Himmlischen wählen, was sie für sich davon verlangten. Er hatte aber nach Zerstückelung des Opfertieres zwei Haufen gemacht; auf die eine Seite legte er das Fleisch, das Eingeweide und den Speck, in die Haut des Stieres zusammen gefasst, auf die andere die kahlen Knochen, künstlich in das Unschlitt des Schlachtopfers eingehüllt. Und dieser Haufen war der größere. Zeus, der Göttervater, der allwissende, durchschaute seinen Betrug und sprach: "Sohn des Iapetos, erlauchter König, guter Freund, wie ungleich hast du die Teile geteilt!" Prometheus glaubte jetzt erst recht, dass er ihn betrogen, lächelte bei sich selbst und sprach: "Erlauchter Zeus, größter der ewigen Götter, wähle den Teil, den dir dein Herz im Busen anrät zu wählen." <br />
Zeus ergrimmte im Herzen, aber geflissentlich fasste er mit beiden Händen das weiße Unschlitt. Als er es nun auseinander gedrückt und die bloßen Knochen gewahrte, stellte er sich an, als entdeckte er jetzt eben erst den Betrug und zornig sprach er: "Ich sehe wohl, Freund Iapetionide, dass du die Kunst des Truges noch nicht verlernt hast!"<br />
<br />
Zeus beschloss, sich an Prometheus für seinen Betrug zu rächen, und versagte den Sterblichen die letzte Gabe, der sie zur vollendeteren Gesittung bedurften, das Feuer. Doch auch dafür wusste der schlaue Sohn des Iapetos Rat. Er nahm den langen Stengel des markigen Riesenfenchels, näherte sich mit ihm dem vorüber fahrenden Sonnenwagen, und setzte so den Stengel in gleißenden Brand. Mit diesem Feuerzunder kam er hernieder auf die Erde, und bald loderte der erste Holzstoß gen Himmel. In innerster Seele schmerzte es den Donnerer, als er den fernhin leuchtenden Glanz des Feuers unter den Menschen emporsteigen sah. Sofort formte er, zum Ersatz für des Feuers Gebrauch, das den Sterblichen nicht mehr zu nehmen war, ein neues Übel für sie. Der seiner Kunst wegen berühmte Feuergott Hephaistos musste ihm das Scheinbild einer schönen Jungfrau fertigen; Athene selbst, die, auf Prometheus eifersüchtig, ihm abhold geworden war, warf dem Bild ein weißes, schimmerndes Gewand über, ließ ihr einen Schleier über das Gesicht wallen, den das Mädchen mit den Händen geteilt hielt, bekränzte ihr Haupt mit frischen Blumen und umschlang es mit einer goldenen Binde, die gleichfalls Hephaistos seinem Vater zuliebe kunstreich verfertigt und mit bunten Tiergestalten herrlich verziert hatte. Hermes, der Götterbote, musste dem holden Gebilde Sprache verleihen, und Aphrodite allen Liebreiz. Also hatte Zeus unter der Gestalt eines Gutes ein blendendes Übel geschaffen und nannte sie Pandora, das heißt die Allbeschenkte, denn jeder der Unsterblichen hatte dem Mägdelein irgendein unheilbringendes Geschenk für die Menschen mitgegeben. Darauf führte er die Jungfrau hernieder auf die Erde, wo Sterbliche vermischt mit den Göttern lustwandelten. Alle miteinander bewunderten die unvergleichliche Gestalt. Sie aber schritt zu Epimetheus, dem argloseren Bruder des Prometheus, ihm das Geschenk des Zeus zu bringen. Vergebens hatte diesen der Bruder gewarnt, niemals ein Geschenk vom olympischen Zeus anzunehmen, damit dem Menschen kein Leid dadurch widerfahren darf, sondern es sofort zurückzusenden. Epimetheus, dieses Wortes uneingedenk, nahm die schöne Jungfrau mit Freuden auf und empfand das Übel erst, als er es hatte. Denn bisher lebten die Geschlechter der Menschen, von seinem Bruder beraten, frei von Übel, ohne beschwerliche Arbeit, ohne quälende Krankheit. Das Weib aber trug in den Händen ihr Geschenk, ein großes Gefäß mit einem Deckel versehen. Kaum bei Epimetheus angekommen, schlug sie den Deckel zurück, und alsbald entflog dem Gefäße eine Schar von Übeln und verbreitete sich mit Blitzesschnelle über die Erde. Ein einziges Gut war zuunterst in dem Fasse verborgen, die Hoffnung; aber auf den Rat des Göttervaters warf Pandora den Deckel wieder zu, ehe sie herausflattern konnte, und verschloss sie für immer in dem Gefäß. Das Elend füllte inzwischen in allen Gestalten Erde, Luft und Meer. Die Krankheiten irrten bei Tage und bei Nacht unter den Menschen umher, heimlich und schweigend, denn Zeus hatte ihnen keine Stimme gegeben; eine Schar von Fiebern hielt die Erde belagert, und der Tod, früher nur langsam die Sterblichen beschleichend, beflügelte seinen Schritt.<br />
<br />
Darauf wandte sich Zeus mit seiner Rache gegen Prometheus. Er übergab den Verbrecher dem Hephaistos, und seinen Dienern, dem Kratos und der Bia (dem Zwang und der Gewalt). Diese mussten ihn in die skythischen Einöden schleppen und hier, über einem schauderhaften Abgrund, an eine Felswand des Berges Kaukasus mit unauflöslichen Ketten schmieden. Ungern vollzog Hephaistos den Auftrag seines Vaters, er liebte in dem Titanensohne den verwandten Abkömmling seines Urgroßvaters Uranos, den ebenbürtigen Göttersprößling. Unter mitleidsvollen Worten und von den roheren Knechten gescholten, ließ er diese das grausame Werk vollbringen. So musste nun Prometheus an der freudlosen Klippe hängen, aufrecht, schlaflos, niemals imstande, das müde Knie zu beugen. "Viele vergebliche Klagen und Seufzer wirst du versenden", sagte Hephaistos zu ihm, "denn des Zeus Sinn ist unerbittlich und alle, die erst seit kurzem die Herrschergewalt an sich gerissen*, sind hartherzig." <br />
Wirklich sollte auch die Qual des Gefangenen ewig oder doch dreißig tausend Jahre dauern. Obwohl laut aufseufzend und Winde, Ströme, Quellen und Meereswellen, die Allmutter Erde und den all anschauenden Sonnenkreis zu Zeugen seiner Pein aufrufend, blieb er doch ungebeugten Sinnes. "Was das Schicksal beschlossen hat", sprach er, "muss derjenige tragen, der die unbezwingliche Gewalt der Notwendigkeit einsehen gelernt hat." <br />
Auch ließ er sich durch keine Drohungen des Zeus bewegen, die dunkle Weissagung, dass dem Götterherrscher durch einen neuen Ehebund ** Verderben und Untergang bevorstehe, näher auszudeuten. <br />
Zeus hielt Wort: er sandte dem Gefesselten einen Adler, der als täglicher Gast an seiner Leber zehren durfte, die sich, abgeweidet, immer wieder erneuerte. Diese Qual sollte nicht eher aufhören, bis ein Ersatzmann erscheinen würde, der durch freiwillige Übernahme des Todes gewissermaßen sein Stellvertreter zu werden sich erbot.<br />
Jener Zeitpunkt erschien früher, als der Verurteilte nach des Zeus Spruch erwarten durfte. Als er dreißig Jahre an dem Felsen gehangen, kam Herakles (Herkules) des Weges, auf der Fahrt nach den Hesperiden und ihren Äpfeln begriffen. Wie er den Götterenkel am Kaukasus hängen sah und sich seines guten Rates zu erfreuen hoffte, erbarmte ihn sein Geschick, denn er sah zu, wie der Adler, auf den Knien des Prometheus sitzend, an der Leber des Unglückseligen fraß. Da legte er Keule und Löwenhaut hinter sich, spannte den Bogen, entsandte den Pfeil und schoss den grausamen Vogel von der Leber des Gequälten hinweg. Hierauf löste er seine Fesseln und führte den Befreiten mit sich davon. Damit aber die Bedingung des Zeus erfüllt würde, stellte er ihm als Ersatzmann den Kentauren Chiron, der erbötig war, an jenes Statt zu sterben; denn vorher war er unsterblich. Auf dass jedoch das Urteil des Zeus, der den Prometheus auf weit längere Zeit an den Felsen gesprochen hatte, auch so nicht un vollzogen bliebe, so musste Prometheus fortwährend einen eisernen Ring tragen, an welchem sich ein Steinchen von jenem Felsen des Kaukasus befand. So konnte sich Zeus rühmen, dass sein Feind noch immer an den Kaukasus angeschmiedet lebe.<br />
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* Zeus hatte den Kronos (Saturn), seinen Vater, und mit ihm die alte Götterdynastie gestürzt und sich des Olymps mit Gewalt bemächtigt. lapetos und Kronos waren Brüder, Prometheus und Zeus Geschwisterkinder.<br />
** Mit der Thetis.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Daidalos und Ikaros]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7192</link>
			<pubDate>Sun, 21 Aug 2016 12:00:27 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7192</guid>
			<description><![CDATA[<span style="text-decoration: underline;"><span style="font-weight: bold;">Daidalos und Ikaros</span></span><br />
<br />
Hier noch eine schöne Sage aus der griechischen Antike:<br />
<br />
Auch Daidalos (Daedalus) aus Athen war ein Erechthide, ein Sohn des Metion, ein Urenkel des Erechtheus. Er war der kunstreichste Mann seiner Zeit, Baumeister, Bildhauer und Arbeiter in Stein. In den verschiedensten Gegenden der Welt wurden Werke seiner Kunst bewundert, und von seinen Bildsäulen sagte man, sie leben, gehen und sehen und seien für kein Bild, sondern für ein beseeltes Geschöpf zu halten. Denn während an den Bildsäulen der früheren Meister die Augen geschlossen waren, und die Hände, von den Seiten des Körpers nicht getrennt, schlaff herunter hingen, war er der erste, der seinen Bildern offene Augen gab, sie die Hände ausstrecken und auf schreitenden Füßen stehen ließ. Aber so kunstreich Daidalos war, so eitel und eifersüchtig war er auch auf seine Kunst, und diese Untugend verführte ihn zum Verbrechen und trieb ihn ins Elend. Er hatte einen Schwestersohn, namens Talos, den er in seinen eigenen Künsten unterrichtete, und der noch herrlichere Anlagen zeigte als sein Oheim und Meister. Noch als Knabe hatte Talos die Töpferscheibe erfunden; den Kinnbacken einer Schlange, auf den er irgendwo gestoßen, gebrauchte er als Säge und durchschnitt mit den gezackten Zähnen ein kleines Brettchen, dann ahmte er dieses Werkzeug in Eisen nach, in dessen Schärfe er eine Reihe fortlaufender Zähne einschnitt, und wurde so der gepriesene Erfinder der Säge. Ebenso erfand er das Drechseleisen, indem er zuerst zwei eiserne Arme verband, von welchen der eine stille stand, während der andere sich drehte. Auch andere künstliche Werkzeuge ersann er, alles ohne die Hilfe seines Lehrers, und erwarb sich damit hohen Ruhm. Daidalos fing an zu befürchten, der Name des Schülers möchte größer werden als der des Meisters, der Neid übermannte ihn, und er brachte den Knaben hinterlistig um, indem er ihn von Athenes Burg herabstürzte. Während Daidalos mit seinem Begräbnisse beschäftigt war, wurde er überrascht; er gab vor, eine Schlange zu verscharren. Dennoch wurde er vor dem Gerichte des Areopags wegen eines Mordes angeklagt und schuldig befunden. Er entwich nun und irrte anfangs flüchtig in Attika umher, bis er weiter nach der Insel Kreta floh. Hier fand er bei dem König Minos eine Freistätte, ward dessen Freund und als berühmter Künstler hoch angesehen. Er wurde von ihm ausgewählt, um dem Minotauros, einem Ungeheuer von abscheulicher Abkunft, der ein Doppelwesen war, das vom Kopfe bis an die Schultern die Gestalt eines Stieres hatte, im übrigen aber einem Menschen glich, einen Aufenthalt zu schaffen, wo das Ungetüm den Augen der Menschen ganz entrückt würde. Der erfindungsreiche Geist des Daidalos erbaute zu dem Ende das Labyrinth, ein Gebäude voll gewundener Krümmungen, welche Augen und Füße des Betretenden verwirrten. Die unzähligen Gänge schlangen sich ineinander wie der verworrene Lauf des geschlängelten phrygischen Flusses Mäander, der in zweifelndem Gange bald vorwärts, bald zurück fließt und oft seinen eigenen Wellen entgegenkommt. Als der Bau vollendet war und Daidalos ihn durchmusterte, fand sich der Erfinder selbst mit Mühe zur Schwelle zurück, ein so trügerisches Irrsal hatte er gegründet. Im Innersten dieses Labyrinthes wurde der Minotauros gehegt, und seine Speise waren sieben Jünglinge und sieben Jungfrauen, die, vermöge alter Zinsbarkeit, alle neun Jahre von Athen dem Könige Kretas zugesandt werden mußten.<br />
<br />
Indessen wurde dem Daidalos die lange Verbannung aus der geliebten Heimat doch allmählich zur Last, und es quälte ihn, bei einem tyrannischen und selbst gegen seinen Freund misstrauischen Könige sein ganzes Leben auf einem vom Meere rings umschlossenen Eilande zubringen zu sollen. Sein erfindender Geist sann auf Rettung. Nachdem er lange gebrütet, rief er endlich ganz freudig aus: "Die Rettung ist gefunden; mag mich Minos immerhin von Land und Wasser aussperren, die Luft bleibt mir doch offen; soviel Minos besitzt, über sie hat er keine Herrschergewalt. Durch die Luft will ich davongehen!" Gesagt, getan. Daidalos überwältigte mit seinem Erfindungsgeiste die Natur. Er fing an, Vogelfedern von verschiedener Größe so in Ordnung zu legen, dass er mit der kleinsten begann und zu der kürzeren Feder stets eine längere fügte, so dass man glauben konnte, sie seien von selbst ansteigend gewachsen. Diese Federn verknüpfte er in der Mitte mit Fäden aus Lein, unten mit Wachs. Die so vereinigten beugte er mit kaum merklicher Krümmung, so dass sie ganz das Ansehen von Flügeln bekamen. Daidalos hatte einen Knaben namens Ikaros. Dieser stand neben ihm und mischte seine kindischen Hände neugierig unter die künstliche Arbeit des Vaters; bald griff er nach dem Gefieder, dessen Flaum von dem Luftzug bewegt wurde, bald knetete er das gelbe Wachs, dessen der Künstler sich bediente, mit Daumen und Zeigefinger. Der Vater ließ es sorglos geschehen und lächelte zu den unbeholfenen Bemühungen seines Kindes. Nachdem er die letzte Hand an seine Arbeit gelegt hatte, passte sich Daidalos selbst die Flügel an den Leib, setzte sich mit ihnen ins Gleichgewicht und schwebte leicht wie ein Vogel empor in die Lüfte. Dann, nachdem er sich wieder zu Boden gesenkt, belehrte er auch seinen jungen Sohn Ikaros, für den ein kleineres Flügelpaar gefertigt und bereit lag. "Flieg immer, lieber Sohn", sprach er, "auf der Mittelstraße, damit nicht, wenn du den Flug zu sehr nach unten senktest, die Fittiche ans Meerwasser streifen und von Feuchtigkeit beschwert dich in die Tiefe der Wogen hinabziehen, oder, wenn du dich zu hoch in die Luftregion hinauf schwingst, dein Gefieder den Sonnenstrahlen zu nahe kommt und plötzlich Feuer fange. Zwischen Wasser und Sonne fliege dahin, immer nur meinem Pfade durch die Luft folgend".<br />
<br />
Unter solchen Ermahnungen knüpfte Daidalos auch dem Sohne das Flügelpaar an die Schultern, doch zitterte die Hand des Greises, während er es tat und eine bange Träne tropfte ihm auf die Hand. Dann umarmte er den Knaben und gab ihm einen Kuss, der auch sein letzter sein sollte.<br />
<br />
Jetzt erhoben sich beide mit ihren Flügeln. Der Vater flog voraus, sorgenvoll wie ein Vogel, der seine zarte Brut zum ersten mal aus dem Neste in die Luft führt. Doch schwang er besonnen und kunstvoll das Gefieder, damit der Sohn es ihm nachtun lernte, und blickte von Zeit zu Zeit rückwärts, um zu sehen, wie es diesem gelänge. Anfangs ging es ganz gut. Bald war ihnen die Insel Melos zur Linken, bald Paros und Delos, die Eilande, vorüber geflogen. Noch mehrere Küsten sahen sie schwinden, als der Knabe Ikaros, durch den glücklichen Flug zuversichtlich gemacht, seinen väterlichen Führer verließ und in verwegenem Übermute mit seinem Flügelpaar einer höheren Zone zusteuerte. Aber die gedrohte Strafe blieb nicht aus. Die Nachbarschaft der Sonne erweichte mit allzu kräftigen Strahlen das Wachs, das die Fittiche zusammenhielt, und ehe es Ikaros nur bemerkte, waren die Flügel aufgelöst und zu beiden Seiten den Schultern gesunken. Noch ruderte der unglückliche Jüngling und schwang seine nackten Arme; aber er bekam keine Luft zu fassen, und plötzlich stürzte er in die Tiefe. Er hatte den Namen seines Vaters als Hilferuf auf den Lippen; doch ehe er ihn aussprechen konnte, hatte ihn die blaue Meeresflut verschlungen. Das alles war so schnell geschehen, dass Daidalos, hinter sich nach seinem Sohne, wie er von Zeit zu Zeit zu tun gewohnt war, blickend, nichts mehr von ihm gewahr wurde. "Ikaros, Ikaros!" rief er trostlos durch den leeren Luftraum. "Wo, in welchem Bezirke der Luft soll ich dich suchen?" <br />
Endlich sandte er die ängstlich forschenden Blicke nach der Tiefe. Da sah er im Wasser die Federn schwimmen. Nun senkte er seinen Flug und ging, die Flügel abgelegt, ohne Trost am Ufer hin und her, wo bald die Meereswellen den Leichnam seines unglückseligen Kindes ans Gestade spülten. Jetzt war der ermordete Talos gerächt. Der verzweifelte Vater sorgte für das Begräbnis des Sohnes. Es war eine Insel, wo er sich niedergelassen, und wo der Leichnam ans Ufer geschwemmt worden war. Zum ewigen Gedächtnis an das jammervolle Ereignis erhielt das Eiland den Namen Ikaria.<br />
<br />
Als Daidalos seinen Sohn begraben hatte, fuhr er von dieser Insel weiter nach der großen Insel Sizilien. Hier herrschte der König Kokalos. Wie einst bei Minos auf Kreta fand er bei ihm gastliche Aufnahme, und seine Kunst setzte die Einwohner in Erstaunen. Noch lange zeigte man da einen künstlichen See, den er gegraben, und aus dem ein breiter Fluß sich in das benachbarte Meer ergoß; auf den steilsten Felsen, der nicht zu erstürmen war, und wo kaum ein paar Bäume Platz zu haben schienen, setzte er eine feste Stadt und führte zu ihr einen so engen und künstlich gewundenen Weg empor, daß drei oder vier Männer hinreichten, die Feste zu verteidigen. Diese unbezwingliche Burg wählte dann der König Kokalos zur Aufbewahrung seiner Schätze. Das dritte Werk des Daidalos auf der Insel Sizilien war eine tiefe Höhle. Hier fing er den Dampf unterirdischen Feuers so geschickt auf, dass der Aufenthalt in einer Grotte, die sonst feucht zu sein pflegte, so angenehm war wie in einem gelinde geheizten Zimmer und der Körper allmählich in einen wohltätigen Schweiß kam, ohne dabei von der Hitze belästigt zu werden. Auch den Aphroditetempel auf dem Vorgebirge Eryx erweiterte er und weihte der Göttin eine goldene Honigzelle, die mit der größten Kunst ausgearbeitet war und einer wirklichen Honigwabe täuschend ähnlich sah.<br />
<br />
Nun erfuhr aber König Minos, dessen Insel der Baumeister heimlich verlassen hatte, dass Daidalos nach Sizilien geflüchtet sei, und fasste den Entschluss, ihn mit einem gewaltigen Kriegsheere zu verfolgen. Er rüstete eine ansehnliche Flotte aus und fuhr damit von Kreta nach Agrigent. Hier schiffte er seine Landtruppen aus und schickte Botschafter an den König Kokalos, welche die Auslieferung des Flüchtlings verlangen sollten. <br />
Aber Kokalos war über den Einfall des fremden Tyrannen entrüstet und sann auf Mittel und Wege, ihn zu verderben. Er stellte sich an, als ginge er in die Absichten des Kreters ganz ein, versprach ihm, in allem zu willfahren und lud ihn zu dem Ende zu einer Zusammenkunft ein. Minos kam und wurde mit großer Gastfreundschaft von Kokalos aufgenommen. Ein warmes Bad sollte ihn von der Ermüdung des Weges heilen. Als er aber in der Wanne saß, ließ Kokalos diese so lange heizen, bis Minos in dem siedenden Wasser erstickte. Die Leiche überließ der König von Sizilien den Kretern, die mit ihm gekommen waren, unter dem Vorgeben, der König sei im Bade ausgeglitten und in das heiße Wasser gefallen. <br />
Hierauf wurde Minos von seinen Kriegern mit großer Pracht bei Agrigent bestattet und über seinem Grabmal ein offener Aphroditetempel erbaut. Daidalos blieb bei dem König Kokalos in ununterbrochener Gunst; er zog viele und berühmte Künstler heran und wurde der Gründer seiner Kunst auf Sizilien. Glücklich aber war er seit dem Sturze seines Sohnes Ikaros nicht mehr, und während er dem Lande, das ihm eine Zuflucht gewährt hatte, ein heiteres und lachendes Ansehen durch die Werke seiner Hand verlieh, durchlebte er selbst ein kummervolles und trübsinniges Alter. Er starb auf der Insel Sizilien und wurde dort begraben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="text-decoration: underline;"><span style="font-weight: bold;">Daidalos und Ikaros</span></span><br />
<br />
Hier noch eine schöne Sage aus der griechischen Antike:<br />
<br />
Auch Daidalos (Daedalus) aus Athen war ein Erechthide, ein Sohn des Metion, ein Urenkel des Erechtheus. Er war der kunstreichste Mann seiner Zeit, Baumeister, Bildhauer und Arbeiter in Stein. In den verschiedensten Gegenden der Welt wurden Werke seiner Kunst bewundert, und von seinen Bildsäulen sagte man, sie leben, gehen und sehen und seien für kein Bild, sondern für ein beseeltes Geschöpf zu halten. Denn während an den Bildsäulen der früheren Meister die Augen geschlossen waren, und die Hände, von den Seiten des Körpers nicht getrennt, schlaff herunter hingen, war er der erste, der seinen Bildern offene Augen gab, sie die Hände ausstrecken und auf schreitenden Füßen stehen ließ. Aber so kunstreich Daidalos war, so eitel und eifersüchtig war er auch auf seine Kunst, und diese Untugend verführte ihn zum Verbrechen und trieb ihn ins Elend. Er hatte einen Schwestersohn, namens Talos, den er in seinen eigenen Künsten unterrichtete, und der noch herrlichere Anlagen zeigte als sein Oheim und Meister. Noch als Knabe hatte Talos die Töpferscheibe erfunden; den Kinnbacken einer Schlange, auf den er irgendwo gestoßen, gebrauchte er als Säge und durchschnitt mit den gezackten Zähnen ein kleines Brettchen, dann ahmte er dieses Werkzeug in Eisen nach, in dessen Schärfe er eine Reihe fortlaufender Zähne einschnitt, und wurde so der gepriesene Erfinder der Säge. Ebenso erfand er das Drechseleisen, indem er zuerst zwei eiserne Arme verband, von welchen der eine stille stand, während der andere sich drehte. Auch andere künstliche Werkzeuge ersann er, alles ohne die Hilfe seines Lehrers, und erwarb sich damit hohen Ruhm. Daidalos fing an zu befürchten, der Name des Schülers möchte größer werden als der des Meisters, der Neid übermannte ihn, und er brachte den Knaben hinterlistig um, indem er ihn von Athenes Burg herabstürzte. Während Daidalos mit seinem Begräbnisse beschäftigt war, wurde er überrascht; er gab vor, eine Schlange zu verscharren. Dennoch wurde er vor dem Gerichte des Areopags wegen eines Mordes angeklagt und schuldig befunden. Er entwich nun und irrte anfangs flüchtig in Attika umher, bis er weiter nach der Insel Kreta floh. Hier fand er bei dem König Minos eine Freistätte, ward dessen Freund und als berühmter Künstler hoch angesehen. Er wurde von ihm ausgewählt, um dem Minotauros, einem Ungeheuer von abscheulicher Abkunft, der ein Doppelwesen war, das vom Kopfe bis an die Schultern die Gestalt eines Stieres hatte, im übrigen aber einem Menschen glich, einen Aufenthalt zu schaffen, wo das Ungetüm den Augen der Menschen ganz entrückt würde. Der erfindungsreiche Geist des Daidalos erbaute zu dem Ende das Labyrinth, ein Gebäude voll gewundener Krümmungen, welche Augen und Füße des Betretenden verwirrten. Die unzähligen Gänge schlangen sich ineinander wie der verworrene Lauf des geschlängelten phrygischen Flusses Mäander, der in zweifelndem Gange bald vorwärts, bald zurück fließt und oft seinen eigenen Wellen entgegenkommt. Als der Bau vollendet war und Daidalos ihn durchmusterte, fand sich der Erfinder selbst mit Mühe zur Schwelle zurück, ein so trügerisches Irrsal hatte er gegründet. Im Innersten dieses Labyrinthes wurde der Minotauros gehegt, und seine Speise waren sieben Jünglinge und sieben Jungfrauen, die, vermöge alter Zinsbarkeit, alle neun Jahre von Athen dem Könige Kretas zugesandt werden mußten.<br />
<br />
Indessen wurde dem Daidalos die lange Verbannung aus der geliebten Heimat doch allmählich zur Last, und es quälte ihn, bei einem tyrannischen und selbst gegen seinen Freund misstrauischen Könige sein ganzes Leben auf einem vom Meere rings umschlossenen Eilande zubringen zu sollen. Sein erfindender Geist sann auf Rettung. Nachdem er lange gebrütet, rief er endlich ganz freudig aus: "Die Rettung ist gefunden; mag mich Minos immerhin von Land und Wasser aussperren, die Luft bleibt mir doch offen; soviel Minos besitzt, über sie hat er keine Herrschergewalt. Durch die Luft will ich davongehen!" Gesagt, getan. Daidalos überwältigte mit seinem Erfindungsgeiste die Natur. Er fing an, Vogelfedern von verschiedener Größe so in Ordnung zu legen, dass er mit der kleinsten begann und zu der kürzeren Feder stets eine längere fügte, so dass man glauben konnte, sie seien von selbst ansteigend gewachsen. Diese Federn verknüpfte er in der Mitte mit Fäden aus Lein, unten mit Wachs. Die so vereinigten beugte er mit kaum merklicher Krümmung, so dass sie ganz das Ansehen von Flügeln bekamen. Daidalos hatte einen Knaben namens Ikaros. Dieser stand neben ihm und mischte seine kindischen Hände neugierig unter die künstliche Arbeit des Vaters; bald griff er nach dem Gefieder, dessen Flaum von dem Luftzug bewegt wurde, bald knetete er das gelbe Wachs, dessen der Künstler sich bediente, mit Daumen und Zeigefinger. Der Vater ließ es sorglos geschehen und lächelte zu den unbeholfenen Bemühungen seines Kindes. Nachdem er die letzte Hand an seine Arbeit gelegt hatte, passte sich Daidalos selbst die Flügel an den Leib, setzte sich mit ihnen ins Gleichgewicht und schwebte leicht wie ein Vogel empor in die Lüfte. Dann, nachdem er sich wieder zu Boden gesenkt, belehrte er auch seinen jungen Sohn Ikaros, für den ein kleineres Flügelpaar gefertigt und bereit lag. "Flieg immer, lieber Sohn", sprach er, "auf der Mittelstraße, damit nicht, wenn du den Flug zu sehr nach unten senktest, die Fittiche ans Meerwasser streifen und von Feuchtigkeit beschwert dich in die Tiefe der Wogen hinabziehen, oder, wenn du dich zu hoch in die Luftregion hinauf schwingst, dein Gefieder den Sonnenstrahlen zu nahe kommt und plötzlich Feuer fange. Zwischen Wasser und Sonne fliege dahin, immer nur meinem Pfade durch die Luft folgend".<br />
<br />
Unter solchen Ermahnungen knüpfte Daidalos auch dem Sohne das Flügelpaar an die Schultern, doch zitterte die Hand des Greises, während er es tat und eine bange Träne tropfte ihm auf die Hand. Dann umarmte er den Knaben und gab ihm einen Kuss, der auch sein letzter sein sollte.<br />
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Jetzt erhoben sich beide mit ihren Flügeln. Der Vater flog voraus, sorgenvoll wie ein Vogel, der seine zarte Brut zum ersten mal aus dem Neste in die Luft führt. Doch schwang er besonnen und kunstvoll das Gefieder, damit der Sohn es ihm nachtun lernte, und blickte von Zeit zu Zeit rückwärts, um zu sehen, wie es diesem gelänge. Anfangs ging es ganz gut. Bald war ihnen die Insel Melos zur Linken, bald Paros und Delos, die Eilande, vorüber geflogen. Noch mehrere Küsten sahen sie schwinden, als der Knabe Ikaros, durch den glücklichen Flug zuversichtlich gemacht, seinen väterlichen Führer verließ und in verwegenem Übermute mit seinem Flügelpaar einer höheren Zone zusteuerte. Aber die gedrohte Strafe blieb nicht aus. Die Nachbarschaft der Sonne erweichte mit allzu kräftigen Strahlen das Wachs, das die Fittiche zusammenhielt, und ehe es Ikaros nur bemerkte, waren die Flügel aufgelöst und zu beiden Seiten den Schultern gesunken. Noch ruderte der unglückliche Jüngling und schwang seine nackten Arme; aber er bekam keine Luft zu fassen, und plötzlich stürzte er in die Tiefe. Er hatte den Namen seines Vaters als Hilferuf auf den Lippen; doch ehe er ihn aussprechen konnte, hatte ihn die blaue Meeresflut verschlungen. Das alles war so schnell geschehen, dass Daidalos, hinter sich nach seinem Sohne, wie er von Zeit zu Zeit zu tun gewohnt war, blickend, nichts mehr von ihm gewahr wurde. "Ikaros, Ikaros!" rief er trostlos durch den leeren Luftraum. "Wo, in welchem Bezirke der Luft soll ich dich suchen?" <br />
Endlich sandte er die ängstlich forschenden Blicke nach der Tiefe. Da sah er im Wasser die Federn schwimmen. Nun senkte er seinen Flug und ging, die Flügel abgelegt, ohne Trost am Ufer hin und her, wo bald die Meereswellen den Leichnam seines unglückseligen Kindes ans Gestade spülten. Jetzt war der ermordete Talos gerächt. Der verzweifelte Vater sorgte für das Begräbnis des Sohnes. Es war eine Insel, wo er sich niedergelassen, und wo der Leichnam ans Ufer geschwemmt worden war. Zum ewigen Gedächtnis an das jammervolle Ereignis erhielt das Eiland den Namen Ikaria.<br />
<br />
Als Daidalos seinen Sohn begraben hatte, fuhr er von dieser Insel weiter nach der großen Insel Sizilien. Hier herrschte der König Kokalos. Wie einst bei Minos auf Kreta fand er bei ihm gastliche Aufnahme, und seine Kunst setzte die Einwohner in Erstaunen. Noch lange zeigte man da einen künstlichen See, den er gegraben, und aus dem ein breiter Fluß sich in das benachbarte Meer ergoß; auf den steilsten Felsen, der nicht zu erstürmen war, und wo kaum ein paar Bäume Platz zu haben schienen, setzte er eine feste Stadt und führte zu ihr einen so engen und künstlich gewundenen Weg empor, daß drei oder vier Männer hinreichten, die Feste zu verteidigen. Diese unbezwingliche Burg wählte dann der König Kokalos zur Aufbewahrung seiner Schätze. Das dritte Werk des Daidalos auf der Insel Sizilien war eine tiefe Höhle. Hier fing er den Dampf unterirdischen Feuers so geschickt auf, dass der Aufenthalt in einer Grotte, die sonst feucht zu sein pflegte, so angenehm war wie in einem gelinde geheizten Zimmer und der Körper allmählich in einen wohltätigen Schweiß kam, ohne dabei von der Hitze belästigt zu werden. Auch den Aphroditetempel auf dem Vorgebirge Eryx erweiterte er und weihte der Göttin eine goldene Honigzelle, die mit der größten Kunst ausgearbeitet war und einer wirklichen Honigwabe täuschend ähnlich sah.<br />
<br />
Nun erfuhr aber König Minos, dessen Insel der Baumeister heimlich verlassen hatte, dass Daidalos nach Sizilien geflüchtet sei, und fasste den Entschluss, ihn mit einem gewaltigen Kriegsheere zu verfolgen. Er rüstete eine ansehnliche Flotte aus und fuhr damit von Kreta nach Agrigent. Hier schiffte er seine Landtruppen aus und schickte Botschafter an den König Kokalos, welche die Auslieferung des Flüchtlings verlangen sollten. <br />
Aber Kokalos war über den Einfall des fremden Tyrannen entrüstet und sann auf Mittel und Wege, ihn zu verderben. Er stellte sich an, als ginge er in die Absichten des Kreters ganz ein, versprach ihm, in allem zu willfahren und lud ihn zu dem Ende zu einer Zusammenkunft ein. Minos kam und wurde mit großer Gastfreundschaft von Kokalos aufgenommen. Ein warmes Bad sollte ihn von der Ermüdung des Weges heilen. Als er aber in der Wanne saß, ließ Kokalos diese so lange heizen, bis Minos in dem siedenden Wasser erstickte. Die Leiche überließ der König von Sizilien den Kretern, die mit ihm gekommen waren, unter dem Vorgeben, der König sei im Bade ausgeglitten und in das heiße Wasser gefallen. <br />
Hierauf wurde Minos von seinen Kriegern mit großer Pracht bei Agrigent bestattet und über seinem Grabmal ein offener Aphroditetempel erbaut. Daidalos blieb bei dem König Kokalos in ununterbrochener Gunst; er zog viele und berühmte Künstler heran und wurde der Gründer seiner Kunst auf Sizilien. Glücklich aber war er seit dem Sturze seines Sohnes Ikaros nicht mehr, und während er dem Lande, das ihm eine Zuflucht gewährt hatte, ein heiteres und lachendes Ansehen durch die Werke seiner Hand verlieh, durchlebte er selbst ein kummervolles und trübsinniges Alter. Er starb auf der Insel Sizilien und wurde dort begraben.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Tantalos (griech. Mythos)]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7191</link>
			<pubDate>Sun, 21 Aug 2016 06:53:21 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7191</guid>
			<description><![CDATA[<span style="text-decoration: underline;"><span style="font-weight: bold;">TANTALOS</span></span><br />
<br />
Tantalos, ein Sohn des Zeus, herrschte zu Sipylos in Phrygien und war außerordentlich reich und berühmt. Wenn je einen sterblichen Mann die olympischen Götter geehrt haben, so war es dieser. Seiner hohen Abstammung wegen wurde er zu ihrer vertrauten Freundschaft erhoben, zuletzt durfte er an der Tafel des Zeus speisen und alles mit anhören, was die Unsterblichen unter sich besprachen. Aber sein eitler Menschengeist vermochte das überirdische Glück nicht zu ertragen, und er fing an, mannigfaltig gegen die Götter zu freveln. Er verriet den Sterblichen die Geheimnisse der Götter; er entwendete von ihrer Tafel Nektar und Ambrosia und verteilte den Raub unter seine irdischen Genossen; er barg den köstlichen goldenen Hund, den ein anderer aus dem Tempel des Zeus zu Kreta gestohlen hatte, und als dieser ihn zurückforderte, leugnete er mit einem Eide ab, ihn erhalten zu haben. Endlich lud er im Übermut die Götter wieder zu Gaste, und um ihre Allwissenheit auf die Probe zu setzen, ließ er ihnen seinen eigenen Sohn Pelops schlachten und zurichten. Nur Demeter verzehrte von dem gräßlichen Gericht ein Schulterblatt; die übrigen Götter aber merkten den Greuel, warfen die zerstückelten Glieder des Knaben in einen Kessel, und die Moire Klotho zog ihn mit erneuter Schönheit hervor. Anstatt der verzehrten Schulter wurde eine elfenbeinerne eingesetzt.<br />
<br />
Jetzt hatte Tantalos das Maß seiner Frevel erfüllt und wurde von den Göttern in die Hölle gestoßen. Hier wurde er von quälendem Leiden gepeinigt. Er stand mitten in einem Teiche, und die Wasser spielten ihm um das Kinn, dennoch litt er den brennendsten Durst und konnte den Trank, der ihm so nahe war, niemals erreichen. So oft er sich bückte und den Mund gierig ans Wasser bringen wollte, entschwand vor ihm die Flut versiegend, der dunkle Boden erschien zu seinen Füßen; ein Dämon schien den See ausgetrocknet zu haben. So litt er zugleich den peinigendsten Hunger. Hinter ihm strebten am Ufer des Teiches herrliche Fruchtbäume empor und wölbten ihre Äste über seinem Haupt. Wenn er sich emporrichtete, so lachten ihm saftige Birnen, rotwangige Äpfel, glühende Granaten, liebliche Feigen und grüne Olivenbeeren ins Auge; aber sobald er hinauflangte, sie mit seiner Hand zu fassen, so riß ein Sturmwind, der plötzlich angeflogen kam, die Zweige hoch hinauf zu den Wolken. Zu dieser Höllenpein gesellte sich beständige Todesangst, denn ein großes Felsenstück hing über seinem Haupte in der Luft und drohte unaufhörlich, auf ihn herabzustürzen. So ward dem Verächter der Götter, dem ruchlosen Tantalos, dreifache Qual, niemals endend, in der Unterwelt beschieden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="text-decoration: underline;"><span style="font-weight: bold;">TANTALOS</span></span><br />
<br />
Tantalos, ein Sohn des Zeus, herrschte zu Sipylos in Phrygien und war außerordentlich reich und berühmt. Wenn je einen sterblichen Mann die olympischen Götter geehrt haben, so war es dieser. Seiner hohen Abstammung wegen wurde er zu ihrer vertrauten Freundschaft erhoben, zuletzt durfte er an der Tafel des Zeus speisen und alles mit anhören, was die Unsterblichen unter sich besprachen. Aber sein eitler Menschengeist vermochte das überirdische Glück nicht zu ertragen, und er fing an, mannigfaltig gegen die Götter zu freveln. Er verriet den Sterblichen die Geheimnisse der Götter; er entwendete von ihrer Tafel Nektar und Ambrosia und verteilte den Raub unter seine irdischen Genossen; er barg den köstlichen goldenen Hund, den ein anderer aus dem Tempel des Zeus zu Kreta gestohlen hatte, und als dieser ihn zurückforderte, leugnete er mit einem Eide ab, ihn erhalten zu haben. Endlich lud er im Übermut die Götter wieder zu Gaste, und um ihre Allwissenheit auf die Probe zu setzen, ließ er ihnen seinen eigenen Sohn Pelops schlachten und zurichten. Nur Demeter verzehrte von dem gräßlichen Gericht ein Schulterblatt; die übrigen Götter aber merkten den Greuel, warfen die zerstückelten Glieder des Knaben in einen Kessel, und die Moire Klotho zog ihn mit erneuter Schönheit hervor. Anstatt der verzehrten Schulter wurde eine elfenbeinerne eingesetzt.<br />
<br />
Jetzt hatte Tantalos das Maß seiner Frevel erfüllt und wurde von den Göttern in die Hölle gestoßen. Hier wurde er von quälendem Leiden gepeinigt. Er stand mitten in einem Teiche, und die Wasser spielten ihm um das Kinn, dennoch litt er den brennendsten Durst und konnte den Trank, der ihm so nahe war, niemals erreichen. So oft er sich bückte und den Mund gierig ans Wasser bringen wollte, entschwand vor ihm die Flut versiegend, der dunkle Boden erschien zu seinen Füßen; ein Dämon schien den See ausgetrocknet zu haben. So litt er zugleich den peinigendsten Hunger. Hinter ihm strebten am Ufer des Teiches herrliche Fruchtbäume empor und wölbten ihre Äste über seinem Haupt. Wenn er sich emporrichtete, so lachten ihm saftige Birnen, rotwangige Äpfel, glühende Granaten, liebliche Feigen und grüne Olivenbeeren ins Auge; aber sobald er hinauflangte, sie mit seiner Hand zu fassen, so riß ein Sturmwind, der plötzlich angeflogen kam, die Zweige hoch hinauf zu den Wolken. Zu dieser Höllenpein gesellte sich beständige Todesangst, denn ein großes Felsenstück hing über seinem Haupte in der Luft und drohte unaufhörlich, auf ihn herabzustürzen. So ward dem Verächter der Götter, dem ruchlosen Tantalos, dreifache Qual, niemals endend, in der Unterwelt beschieden.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Das Griechisch Orthodoxe Christentum]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7140</link>
			<pubDate>Sat, 28 May 2016 21:30:23 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7140</guid>
			<description><![CDATA[Das Christentum war bis ins dritte Jahrhundert im Römischen Reich verboten und wurde konstant unterdrückt. Erst Konstantin der Große (285 bis 337), der als Christlicher Kaiser in die Geschichte einging, legalisierte es während seiner Regentschaft. Nachdem sich das Christentum durch den römischen Kaiser Konstantin durchgesetzt hatte, wurden zahlreiche Kirchen erbaut. Was ihn hierzu veranlasste, das Christentum zu legalisieren, war, dass er eine Vision erlebt haben soll, während er mit seinem Heer, ca. 40.000 Mann, gegen Rom zog.<br />
Er soll am Himmel (als sich der Tag schon neigte) ein Kreuz aus Licht gesehen haben – und auch sein Heer. Auch in der Nacht soll ihm Christus erschienen sein, der ihm aufgeforderte, das Zeichen des Kreuzes auf die Schilde seines Heeres malen zu lassen.<br />
Weshalb er überhaupt gegen Rom zog, war um seinen Thron zu beanspruchen, dem ihm der Usorpator Maxentius, dieser widerrechtliche Kaiser, streitig machte. <br />
<br />
Im Jahr 395 erfolgte auch die Teilung des Römischen Imperiums in einem west- und oströmischen Reichsteil, indem Konstantinopel zu deren Hauptstadt erklärt wurde. Diese Stadt bekam auch die kirchlichen Ehrenrechte übertragen.<br />
Unterschiedliche theologischer Meinungen zwischen West- und Ostkirche führten letztendlich im Jahr 1054 zwar zur Trennung der Kirchen, es fand auch zu dieser Zeit eine Exkommunikation des Papstes und des Patriarchen statt. Doch mit dem Tod der beiden hatte sich das erledigt, da nicht die kompletten Kirchen exkommuniziert wurden. Zu welcher Zeit aber genau die Orthodoxie herausgebildet und gefestigt hatte, ist nicht greifbar, sondern kam eher schleichend. Die Trennung Orthodoxie vom Christentum hat sich aber in allen Gesellschaftsschichten gezeigt. Das Entscheidende hierbei ist die Trennung des Römischen Reiches und die später vom Papst beanspruchte Vormachtstellung: West-Rom hat sich an Petrus gehalten, Ost-Rom eher an Paulus. Von Anfang an trennten sich zwar im Prinzip die Kirchen, aber erst ab dem 9. Jahrhundert richtig. Ab dann gab es mehrere Elemente, die sie weiter trennten, z. B. Auch die Ereignisse des 4. Kreuzzuges.<br />
So konnte sich überhaupt ab dem 9. Jahrhundert das griechisch orthodoxe Christentum vollkommen stabilisieren. Noch heute nehmen die Patriarchen der Ostkirche in Konstantinopel den ersten Rang ein. <br />
<br />
Was bedeutet überhaupt Orthodoxie? Um es kurz zu fassen: Hierunter ist zu verstehen, dass die Kirche eine „Kirche der Rechtsgläubigkeit“ zum einen „rechtes Lobpreisen“ - zum anderen „rechte Lehre“ ist. Die Menschen orthodoxen Glaubens  legen besonderen Wert darauf, die Lobpreisung Gottes und des rechten Glaubens an die Dreifaltigkeit: Gott Vater, Gott Sohn und Heiliger Geist. Die Dreifaltigkeit ist der zentrale Punkt der orthodoxen Theologie. Ein weiterer wichtiger Punkt ist: Gott wird als unfassbar und unerkennbar bezeichnet.<br />
<br />
Auch ein gravierender Unterschied besteht in Hinsicht des Glaubens  von Christengemeinden und Orthodoxen: Während die katholische Kirche  ihren Ursprung von der römischen Gemeinde  und vom Apostel Petrus ableitet, glauben die Orthodoxen direkt von der Urgemeinde in Jerusalem abzustammen.<br />
<br />
Das orthodoxe Christentum hebt sich auch hervor durch ihre vielseitige kultische Überlieferungen, ihre aus tiefsten Herzen kommende tiefgreifende Spiritualität und mystischer Tiefe. Auch hat das Griechisch Orthodoxe Christentum auf das Totenbrauchtum in Griechenland und den griechischen Inseln eingewirkt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Das Christentum war bis ins dritte Jahrhundert im Römischen Reich verboten und wurde konstant unterdrückt. Erst Konstantin der Große (285 bis 337), der als Christlicher Kaiser in die Geschichte einging, legalisierte es während seiner Regentschaft. Nachdem sich das Christentum durch den römischen Kaiser Konstantin durchgesetzt hatte, wurden zahlreiche Kirchen erbaut. Was ihn hierzu veranlasste, das Christentum zu legalisieren, war, dass er eine Vision erlebt haben soll, während er mit seinem Heer, ca. 40.000 Mann, gegen Rom zog.<br />
Er soll am Himmel (als sich der Tag schon neigte) ein Kreuz aus Licht gesehen haben – und auch sein Heer. Auch in der Nacht soll ihm Christus erschienen sein, der ihm aufgeforderte, das Zeichen des Kreuzes auf die Schilde seines Heeres malen zu lassen.<br />
Weshalb er überhaupt gegen Rom zog, war um seinen Thron zu beanspruchen, dem ihm der Usorpator Maxentius, dieser widerrechtliche Kaiser, streitig machte. <br />
<br />
Im Jahr 395 erfolgte auch die Teilung des Römischen Imperiums in einem west- und oströmischen Reichsteil, indem Konstantinopel zu deren Hauptstadt erklärt wurde. Diese Stadt bekam auch die kirchlichen Ehrenrechte übertragen.<br />
Unterschiedliche theologischer Meinungen zwischen West- und Ostkirche führten letztendlich im Jahr 1054 zwar zur Trennung der Kirchen, es fand auch zu dieser Zeit eine Exkommunikation des Papstes und des Patriarchen statt. Doch mit dem Tod der beiden hatte sich das erledigt, da nicht die kompletten Kirchen exkommuniziert wurden. Zu welcher Zeit aber genau die Orthodoxie herausgebildet und gefestigt hatte, ist nicht greifbar, sondern kam eher schleichend. Die Trennung Orthodoxie vom Christentum hat sich aber in allen Gesellschaftsschichten gezeigt. Das Entscheidende hierbei ist die Trennung des Römischen Reiches und die später vom Papst beanspruchte Vormachtstellung: West-Rom hat sich an Petrus gehalten, Ost-Rom eher an Paulus. Von Anfang an trennten sich zwar im Prinzip die Kirchen, aber erst ab dem 9. Jahrhundert richtig. Ab dann gab es mehrere Elemente, die sie weiter trennten, z. B. Auch die Ereignisse des 4. Kreuzzuges.<br />
So konnte sich überhaupt ab dem 9. Jahrhundert das griechisch orthodoxe Christentum vollkommen stabilisieren. Noch heute nehmen die Patriarchen der Ostkirche in Konstantinopel den ersten Rang ein. <br />
<br />
Was bedeutet überhaupt Orthodoxie? Um es kurz zu fassen: Hierunter ist zu verstehen, dass die Kirche eine „Kirche der Rechtsgläubigkeit“ zum einen „rechtes Lobpreisen“ - zum anderen „rechte Lehre“ ist. Die Menschen orthodoxen Glaubens  legen besonderen Wert darauf, die Lobpreisung Gottes und des rechten Glaubens an die Dreifaltigkeit: Gott Vater, Gott Sohn und Heiliger Geist. Die Dreifaltigkeit ist der zentrale Punkt der orthodoxen Theologie. Ein weiterer wichtiger Punkt ist: Gott wird als unfassbar und unerkennbar bezeichnet.<br />
<br />
Auch ein gravierender Unterschied besteht in Hinsicht des Glaubens  von Christengemeinden und Orthodoxen: Während die katholische Kirche  ihren Ursprung von der römischen Gemeinde  und vom Apostel Petrus ableitet, glauben die Orthodoxen direkt von der Urgemeinde in Jerusalem abzustammen.<br />
<br />
Das orthodoxe Christentum hebt sich auch hervor durch ihre vielseitige kultische Überlieferungen, ihre aus tiefsten Herzen kommende tiefgreifende Spiritualität und mystischer Tiefe. Auch hat das Griechisch Orthodoxe Christentum auf das Totenbrauchtum in Griechenland und den griechischen Inseln eingewirkt.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Das Problem der "Pelasger" in Griechenland]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7136</link>
			<pubDate>Wed, 25 May 2016 11:15:50 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7136</guid>
			<description><![CDATA[Das Problem der "Pelasger" und der "pelasgischen Sprache" wird bis heute sehr kontrovers diskutiert.<br />
<br />
Das Ethnikum "Pelasgoi" wurde in altgriechischen Quellen als eine Art Sammelbezeichnung für die vorgriechische Bevölkerung der Balkanhalbinsel verwendet. Erwähnung finden die Pelasger erstmals in Homers Ilias" (II 68 1, XVI 233), doch gibt es auch schemenhafte Hinweise in Werken anderer antiker Autoren. Nach den vagen Angaben siedelten die Pelasger nicht nur auf dem Balkan, sondern auch in Kleinasien. Spekulativ ist die Lokalisierung des pelasgischen Siedlungsgebiets im östlichen Thessalien, da sie sich weder archäologisch noch ethnografisch belegen lässt. Es schein gegenwärtig so zu sein, dass sich die Pelasger einer wissenschaftlichen Identifizieruzng entziehen.<br />
<br />
Abgesehen davon gibt es natürlich eine Fülle von Hypothesen und Spekulationen, die sich mit diesem Thema befassen. So haben z.B. Sprachwissenschaftler wie W. Georgiew, van Windekens und andere die These vertreten, die Pelasger seien Indoeuropäer gewesen und ihre Sprache sei eine archaische Variante des Indoeuropäischen. Als Beweis für diese Hypothese zog man angeblich vorgriechische Substratelemente des Griechischen heran. Ferner nannte man für diese spekulative Identifizierung der Pelasger als eines den Griechen entfernt verwandten Volks die Seevolker. In Quellen werden die ägäischen "Pelasts" als eines der Seevölker genannt und mit den "Philistern" gleichgesetzt, deren Name man von griech. "pelagos" = Meer herleitet. Allgemeine Anerkennung hat diese Hpothese nicht gefunden.<br />
<br />
Als sicher kann gelten, dass es im Griechischen einen vorgriechischen Wortschatz gibt, der aus verschiedenen Quellen stammt. Es gibt daher eine Mehrheit von Wissenschaftlern, die das Pelasgische als vorindoeuropäische Sprache ansehen und die Pelasger als vorindoeuropäisches Volk betrachten. Danach wären die Pelasger die jüngste bzw. letzte Schicht der vorindoeuropäischen Bevölkerung, mit der sich die um 2000 v. Chr. einwandernden indoeuropäischen Protogriechen mischten. Diese Hypothese ist deshalb besonders reizvoll, weil sie auch der Verbreitung vorindoeuropäischer Populationen in Kleinasien und im östlichen Mittelmeer (z.B. das minoische Kreta) entspricht..<br />
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Ich persönlich neige der letzten Hypothese zu, denn es scheint mir einsichtig zu sein, dass vor Einwanderung der Indoeuropäer in den Mittelmeerraum dort eine nicht-indoeuropäische altmediterrane Bevölkerung saß. Da es später zu einer Verschmelzung von autochthoner mittelmeerischer Bevölkerung mit den einwandernden Indoeuropäern kam, aus denen dann hstorisch fassbare Völker hervorgingen, müssen sich auch in der Sprache Reliktwörter oder geografische Namen erhalten haben - also ein Substrat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Das Problem der "Pelasger" und der "pelasgischen Sprache" wird bis heute sehr kontrovers diskutiert.<br />
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Das Ethnikum "Pelasgoi" wurde in altgriechischen Quellen als eine Art Sammelbezeichnung für die vorgriechische Bevölkerung der Balkanhalbinsel verwendet. Erwähnung finden die Pelasger erstmals in Homers Ilias" (II 68 1, XVI 233), doch gibt es auch schemenhafte Hinweise in Werken anderer antiker Autoren. Nach den vagen Angaben siedelten die Pelasger nicht nur auf dem Balkan, sondern auch in Kleinasien. Spekulativ ist die Lokalisierung des pelasgischen Siedlungsgebiets im östlichen Thessalien, da sie sich weder archäologisch noch ethnografisch belegen lässt. Es schein gegenwärtig so zu sein, dass sich die Pelasger einer wissenschaftlichen Identifizieruzng entziehen.<br />
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Abgesehen davon gibt es natürlich eine Fülle von Hypothesen und Spekulationen, die sich mit diesem Thema befassen. So haben z.B. Sprachwissenschaftler wie W. Georgiew, van Windekens und andere die These vertreten, die Pelasger seien Indoeuropäer gewesen und ihre Sprache sei eine archaische Variante des Indoeuropäischen. Als Beweis für diese Hypothese zog man angeblich vorgriechische Substratelemente des Griechischen heran. Ferner nannte man für diese spekulative Identifizierung der Pelasger als eines den Griechen entfernt verwandten Volks die Seevolker. In Quellen werden die ägäischen "Pelasts" als eines der Seevölker genannt und mit den "Philistern" gleichgesetzt, deren Name man von griech. "pelagos" = Meer herleitet. Allgemeine Anerkennung hat diese Hpothese nicht gefunden.<br />
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Als sicher kann gelten, dass es im Griechischen einen vorgriechischen Wortschatz gibt, der aus verschiedenen Quellen stammt. Es gibt daher eine Mehrheit von Wissenschaftlern, die das Pelasgische als vorindoeuropäische Sprache ansehen und die Pelasger als vorindoeuropäisches Volk betrachten. Danach wären die Pelasger die jüngste bzw. letzte Schicht der vorindoeuropäischen Bevölkerung, mit der sich die um 2000 v. Chr. einwandernden indoeuropäischen Protogriechen mischten. Diese Hypothese ist deshalb besonders reizvoll, weil sie auch der Verbreitung vorindoeuropäischer Populationen in Kleinasien und im östlichen Mittelmeer (z.B. das minoische Kreta) entspricht..<br />
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Ich persönlich neige der letzten Hypothese zu, denn es scheint mir einsichtig zu sein, dass vor Einwanderung der Indoeuropäer in den Mittelmeerraum dort eine nicht-indoeuropäische altmediterrane Bevölkerung saß. Da es später zu einer Verschmelzung von autochthoner mittelmeerischer Bevölkerung mit den einwandernden Indoeuropäern kam, aus denen dann hstorisch fassbare Völker hervorgingen, müssen sich auch in der Sprache Reliktwörter oder geografische Namen erhalten haben - also ein Substrat.]]></content:encoded>
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