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Kindheit und Jugend im Wandel:
15.11.2012, 12:57
Beitrag: #7
RE: Rückgang der Spielflächen:
(15.11.2012 12:49)WDPG schrieb:  Ich schließe mich der Meinung von Renegat und Sansavoir an, das die Kindheit heute sehr stark an Lockerheit verloren hat. Eigentlich schade denn gerade in der Kindheit sollte diese noch da sein.

Auch mein Eindruck geht in diese Richtung und ich möchte ein kurzes Beispiel bringen: Meinen Eindruck von der Veränderung der Spielflächen.

Ich bin 27 Jahre alt. Von Erzählungen der Generation meiner Ältern und auch den Generationen davor, habe ich den Eindruck als wäre vor allem die Umliegende Natur und das was sie jeweils so bietet die Gegend gewesen in der man sich mit altersgenossen getroffen hat und miteinander gespielt hat. Damals, so mein Eindruck, war noch nicht dafür gesorgt das da ja alles sicher war und ja niemand einen blauen fleck beim Spiel abbekam.

Das die Natur bzw. freigehaltenen Flächen in den letzten Jahren weniger geworden sind kann ich stark nachvollziehen, wenn ich an den Ort in dem ich aufgewachsen bin beobachte, bzw. ich mich zurückerinnere. Früher hatten wir noch 2 Schlittenberge, auf einem steht mittlerweile ein Wohnhaus, das andere wird kaum noch zum Schlittenfahren verwendet (was man so hört ist auch der Besitzer des Grundes dort nicht so begeistert von Schlittenfahrenden Kindern). Schon zu meiner Zeit als Kind konnte ich beobachten wie die Spielfläche zurückging, als Ersatz so mein Eindruck dienten damals extrem große Spielplätze mit allem drum und dran, denn diese schossen in den 90ern nur so heraus, nicht nur in meinem damaligen Heimatort sondern überall in Österreich.

Ich wuchs in einer Wohnsiedlung mit einem sehr großen Hof auf, mit einem Fußballplatz in der Mitte und mit einem der besagten gigantischen Spielplätzen. Damals weiß ich noch war mir der unsrige nicht mal groß genug, da gabs spektakuläreres. Wir nutzen dennoch vieles als Spielfläche, oft war es gar nicht so recht, wenn wir in den vorhandenen Büchschen und Bäumen eine Lager bauten usw. das bekamen wir schon damals zu spühren.

Heute hat sich die Entwicklung noch viel weiter verstärkt, so mein Eindruck. Irgendwann kamen bei den Spielplätzen die Sicherheitsbedenken, sie wurden sicherer, kleiner und wohl auch kostengünstiger. Die Kinder die in den Höfen spielen wurden gleichzeitig weniger. Angst es könnte sich jemand was tun, Ganztagseinrichtungen die oft vorhanden sein müssen und auch die Verbauung der Gegend sind nur ein paar Faktoren die dafür sorgten das die Spielflächen kleiner wurden und werden. Der Trend, so habe ich das Gefühl geht in Richtung „Weniger Natur, mehr Sicherheit – weg vom Spielplatz, hinein in Kinderbetreuungseinrichtungen und betreute Aktivitäten.

Ich vermute der Trend wird leider auch in Zukunft weitergehen, fürchte auch er ist nicht das Beste für die Entwicklung der betroffenen Kinder.

Das ist er auf jeden fall nicht- und man darf sich auch gerne fragen, inwieweit das die steigende Anzahl von ADHS- Fällen begründet. Ich sehe da einen Zusammenhang, ebenso wie in der Zunahme der Gewalt unter Jugendlichen.

Es gibt einen Pädagogen, der als Ursache der zunehmenen Aggrssivität und Unruhe von Kindern und Jugendlichen vor allem nicht ausgelebte Bewegungsenergie sieht, und nach allem, was ich so die letzten Jahre erlebt habe, neige ich dazu, ihm zuzustimmen.

Es fehlen die unbeobachteten Frei- und Bewegungsräume für Kinder, sowohl, das den Raum als auch was die Zeit angeht.

Wir haben wohl viel zu sehr Angst, daß Kinder sich falsch entwickeln können oder ihnen etwas zustößt, wenn wir nicht alles haargenau überwachen können...

Auf dem Grabstein dess Kapitalismus wird stehen: "Zuviel war nicht genug"
Volker Pispers
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Kindheit und Jugend im Wandel: - WDPG - 12.11.2012, 21:23
Rückgang der Spielflächen: - WDPG - 15.11.2012, 12:49
RE: Rückgang der Spielflächen: - Bunbury - 15.11.2012 12:57
Gehirnreifung - Bunbury - 13.12.2012, 23:07
RE: Gehirnreifung - Suebe - 14.12.2012, 10:14
RE: Gehirnreifung - Bunbury - 14.12.2012, 12:11

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