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Schwabenkrieg 1499
02.06.2012, 10:01
Beitrag: #1
Schwabenkrieg 1499
Einleitung, Problemfälle

Kaum bekannt ist der Schweizer - oder Schwabenkrieg. In der Schweiz ist die Auseinandersetzung eine zentrale Begebenheit in der Nationalgeschichte, da vor allem im 19. Jahrhundert der Krieg für ein Integrationsprozess missbraucht und fehl gedeutet worden ist.

Die Eidgenossenschaft war integraler Bestandteil des Heilligen Römischen Reiches, dass ja unter dem Kaisertum der Habsburger stand. Die Eidgenossenschaft, praktisch ein Städteverband von 10 Orten (dies waren Zürich, Bern, Luzern, Schwyz, Uri, Unterwalten, Zug, Solothurn und Fribourg [Uechtland]) entwickelten eine Art Eigenleben innerhalb des Reiches, dies lässt sich ablesen, alsdann die Eidgenossen eine Art eigenes Gesandtenkongress (Tagsatzung) hatten. Diese Tagsatzung bestand aus Gesandten der jeweiligen Herrschaft der einzelnen Städten. Sie warten nicht sonderlich effektiv, es wurde oft mehr debattiert als beschlossen, oft erschienen auch Orte nicht, weil sie die angesetzten Themen nicht für sie relevant fanden. Somit ist z. B. Fribourg zu einer Tagsatzung nicht erschienen, zu der sie aber selbst geladen hatten.

Für die Eidgenossenschaft wurde die Luft jedoch zum Ende 15. Jahrhundert immer dünner. Sie strebten nach Selbstverwaltung gegenüber der Hausmacht der Habsburger und erweiterten in kleinen Scharmützeln (letztlich auch die Burgunderkriege [1447 - 1477]) immer mehr Land und zogen damit auch die Wut des schwäbischen Hochadels auf sich, da der nun eine Bedrohung durch die Eidgenossenschaft sah. Somit wurde auf schwäbischer Seite gegen die Eidgenossen gehetzt und sie immer wieder geschmäht. Durch Quellen auf Eidgenössischer Seite sind Sehimpfworte belegt, die die Eidgenossen als „Kälblimacher“ oder auch „Kugkyer“ bezeichneten – in Anspielung auf die Kuhzucht innerhalb der Eidgenossenschaft, die unterstellt, dass die Eidgenossen mit ihren Kühen Hochzeit machen und sie mit ihnen schlafen.
Besonders markant sind die immer wieder auftauchende Beschreibungen von Kühen die die Schwaben entlang des Rheines aufgestellt haben, die Eidgenossen zu Vermählung mit ihnen aufgefordert haben. Dies ging soweit, dass man sogar Hochzeitskleider verwendete und die Kühe damit schmückte. Darüber hinaus, waren Schmähungen wie Zuordnungen der Eidgenossenschaft zum dritten Stand üblich. Weiter bezeichnete man sie als Türken (Zeitfenster beachten!!!), als Wilde, als Barbaren. Auch die Bezeichnung der „Schweizer“ war eine der Beleidigungen, welche die Eidgenossen im Stolz danach für sich selbst verwendeten. Im Gegenzug waren aber die Eidgenossen auch nicht zimperlich: „Sauschwaben“ war die Antwort auf die Schmähungen sowie „feige Memmen“. Weitere Beleidigungen jedoch sind nur spärlich in Quellen zu finden.
1458 eskalierten gegenseitige Schmähungen zum ersten Mal: Im sog. Plappertkrieg (plappern = reden, quasseln) zogen einige freie Landsknechte und Bauernhaufen nach Konstanz und plünderten und beschädigten Häuser. Die Eidgenossen formten sich immer wieder zu Rachezügen, da ein Ignorieren der Schmähungen als Ausschluss aus der Christenheit galten. Diese Züge brachten den Eidgenossen noch mehr Schmähungen ein: sie seinen geldgierig, beutesüchtig wären Betrüger, fieß und hinterlistig. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts gipfelten die Schmähungen immer mehr.

Doch das ist nicht das ganze Konfliktpotenzial: Mit der Bildung des Schwäbischen Bundes als Koalition zur Verteidigung des Königs Maximilian in Vorderösterreich (damals die schwäbisch/badische und Eidgenössische geographische Lage) engten die Schwaben die Eidgenossen noch mehr ein, bzw. sie widerstrebten den Bündnissen, den eidgenössische Orte eingingen. Zugewandte Orte der Eidgenossen (bis heute noch die Stadt Rottweil) waren vertraglich gebunden Kriegshilfe zu leisten, falls der jeweilige eidgenössische Ort in einen Krieg verwickelt worden wäre. Während des Krieges ergriff auch Frankreich die Zugewandtheit, nicht ganz uneigennützig, wie später erwähnt.) Der Schwäbische Bund hat durchaus versucht eidgenössische Landsknechte anzuwerben. Auch König Maximilian hätte in Innsbruck einmal betont, die „Eidgenossen sind ungebärdige Mitglieder des Reiches“ und damit zum Kriegsdienst verpflichtet. Doch Maximilians Kassen waren leer, die freien Städte der Eidgenossenschaft und später Frankreich zahlten mehr, somit wurde ein Engagement für König Maximilian völlig uninteressant. Jedoch waren in manchen Orten der Eidgenossenschaft jedoch Tendenzen zu erkennen, die in Richtung des Reiches gingen.

Die territorialen Problemfälle sind von weitaus weniger Bedeutungen, diese werden erst durch das Reichskammergericht kompliziert. Der Konflikt ist hauptsächlich im Thurgau zu sehen. Dieses gehört nur bis 1460 zum Reich, das Hoch- und Blutgericht ist aber in Konstanz, also einem Mitglied des Schwäbischen Bunds. Damit wäre das Thurgauer Landgericht also vollständig in Hand des Reiches, ein Umstand, der der Eidgenossen die Gerichtsbarkeit nahm. Basel und Solothurn streiten sich hingegen um die Hoheitsrechte im Juragebirge. Basel bleibt bis zum Schluss des Krieges neutral und wird zum Vermittler. Ein weiterer Konflikt war Graubünden, das schon als traditioneller Konflikt zwischen Eidgenossen und Reich galt. Dieser Umstand wird zum entscheidenden Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringen soll.

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03.06.2012, 09:40
Beitrag: #2
RE: Schwabenkrieg 1499
Der Schwabenkrieg – Calven- und Dornachschlacht entscheiden den Krieg

Am 12. Februar 1499 kommt es zum Krieg. Die Besetzung des kleinen Klosters Münstair im Etschtal, das in Graubünden liegt, war der Stein des Anstoßes für den Krieg. Letztlich war es die Eskalation zwischen der österreichischen Verwaltung Innsbruck und einiger eidgenössischer Landsknechte. Die Eidgenossen werden das als Provokation von König Maximilian werten, die Tagsatzung wird die Landsknechte versuchen zurück zu ziehen, jedoch ohne Erfolg. Ein vereinbarter Waffenstillstand nach diesem Gefecht bliebt ohne Wirkung. Erst nach den ersten Plünderungszügen der Eidgenossen wurde der Tagsatzung klar, dass der Krieg womöglich eine endgültige Lösung zwischen den Habsburgern und den Eidgenossen beitragen wird.
Die Eidgenossenschaft kämpft gegen König Maximillian, also ein Krieg gegen das Herrscherhaus, Maximilian wird bis zum Friede in Basel davon sprechen, dass das Reich angegriffen worden ist. Evident ist jedoch nur eine Auseinandersetzung einiger Eidgenössischen Landsknechten und Reisläufer gegen selbige aus dem Schwäbischen Bund. In fünf großen Zügen erbeuten die Eidgenossen Waffen, Flaggen und Banner, die sie bis heute auch stolz präsentieren. Circa 15000 Menschen lassen ihr Leben im Krieg. Die Schlachtfelder sorgten im Sommer 1499 in der gesamten Eidgenossenschaft Abschreckung, da die Leichen durchweg zu riechen waren. Die Eidgenossen waren durchaus siegreich, merkten aber, (auch durch die komplizierte Organisation im Krieg) Quintessenz des Krieges war, dass sich die Knechte nur noch auf Schmähungen einließen und darauf blutige Rache und Plünderungszüge folgten.
Eine Denkwürdige Schlacht fand in der Frühphase des Kriegs statt. Die Truppen des schwäbischen Bundes drangen ins Etschtal ein und plünderten die Städte dort aus. Benedikt Fontana, ein Bünder drängte darauf, mit einer eigenen Truppe in den Krieg einzugreifen und stellte sich mit seinem Heer den vorrückenden schwäbischen Truppen entgegen. Während der Schlacht entstand der Mythos des Fontanaheldentums. Während Fontana fiel soll er angeblich gerufen haben: „Achtet meiner nicht! Ich bin nur ein Mann, ein Bündner im Herzen und in der Seele“. Dieser Ausspruch wurde später in einer Literaturverarbeitung der Schlacht aufgegriffen. Fontanas Geist habe den Eidgenossen trotz Unterzahl die Schlacht für die Eidgenossen entschieden. Fontana wurde regional bis weit in das 21. Jarhundert als Vatergestalt der „Schweizer“ regelrecht verehrt.
Doch das Heer Maximilians wird im Juli bei Dornach endgültig besiegt und Maximilian soll den Quellen zu Folge einen Nervenzusammenbruch erlitten haben. Bei Dornach meinte der König die Eidgenossen besiegen zu können. Das Heer des Schwäbischen Bundes war stark dezimiert, somit war es faktisch nicht mehr bei der Sammlung im Hegau dabei. Mit den letzten Kräften griff das Heer das Schloss Dorneck an, die Festung der Eidgenossen. Auf eine erfolgreiche Verteidigung folgte ein Sturmlauf und die Eidgenossen rannten ohne Rücksicht auf eigene Verluste auf das Heer Maximilians ein. Es entstand eine Schlacht, die im Mittelalter ihres Gleichen sucht. Beiderseits ein regelrechtes Gemetzel. Man geht 3500 Toten aus, die wenigsten allerdings sind vor ihrem Tod nicht schon schwer verletzt worden.
Kriegsende: Verhandlungen und schwammiger Frieden
Schließlich lenkt der schwäbische Bund ein, das Vertrauen in König Maximilians militärisch Führung sank und somit zog der schwäbische Bund immer mehr ab. Am 22 Juli 1944 haben österreichische Truppen bei Dornach endgültig verloren. Ein regionaler Waffenstillstand folgt, später ein allgemeiner.

Die Friedensverhandlungen waren beiderseits schwierig. Kaiser Maximilian zeigte auf die Eidgenossen, die sein Reich zerstören wollten, die Eidgenossen beleidigt, da sie einsahen, dass ihr Vorgehen im Krieg war nicht Zielgerichtet war. Maximilian erwartete Huldigung seiner Person und dem Reich, sowie die komplette Unterwerfung aller eidgenössischer Gebiete, ganz im Sinne des schwäbischen Adels. Vermittler wird Gian Gealazzo „der Geleatz“ Visconti*, ein Mailänder, nicht ganz unwichtig. Viscont ist indirekt befangen, da er für den Mailändischen Herzog Ludovico Sforza handelt, der Mailland illegitim beherrscht. Frankreich hatte diese Situation bemerkt und konkurriert um die Oberitalienische Herrschaft mit dem HHR. Sforza selbst stand dem Reich nahe, denn seine Schwester war die Braut Maximilians. Visconti sollte schnell eine Einigkeit erzwingen, damit man zusammen mit den Eidgenossen und dem geschwächten Reich gegen Frankreich kämpfen können. Die Eidgenossen zeigten sich eher gespalten und akzeptierten Visconti zum Schluss. Der Friede der in Basel geschlossen wird, verbietet die Schmähungen unter Androhung von Leibesstrafe, der Bischof von Augsburg wird zum Gerichtsträger bei Streitigkeiten. Viscont billigte das Zehnbündegericht – siehe erster Beitrag (Thurgauer Landesgericht ) – zu das ohne Wissen von König Maximilian. Die Schuldfrage wurde im Frieden von Basel nicht geklärt. Maximilian gab die Schuld deutlich den Eidgenossen, das sie den „Ewigen Landfrieden“ gebrochen hätten. Die Eidgenossen fühlten sich in den Krieg hineingezogen mit Verweis auf die Innsbrucker Landvogtei und der Attacke im Etschtal. Visconti erreichte einen für beide Seiten genehmen Status: Keiner wird zur Verantwortung gezogen, niemand wird als Landfriedensbrecher vor dem Reichskammergericht appelliert. Alle eroberten Gebiete und Schlösser werden im Gegenzug frei gegeben. Niemand darf in Zukunft mehr die Gebiete der Gegenpartei unter seinen Schutz stellen. Das ist faktisch das Ende der habsburgischen Hausherrschaft in der alten Eidgenossenschaft, jedoch bleibt die Eidgenossenschaft Mitglied des Reiches um als Reichstand Kriegs- und Vermittlerdienste wahr zu nehmen. Dieser Punkt wurde später nicht streng ausgelegt.

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04.06.2012, 09:57
Beitrag: #3
RE: Schwabenkrieg 1499
Europäische Dimension des Schwabenkrieges – Auswirkungen auf Italien und Frankreich

Der Schwabenkrieg war eine Auseinandersetzung zwischen dem Heilligen Römischen Reich (HRR) und der alten Eidgenossenschaft. Jedoch war der Schwabenkrieg recht bedeutsam für Europa: aus Sicht Frankreichs und dem Herzogtum Mailand.

Die Landsknechte der waren Eidgenossen sehr beliebt um sich ein Söldnerheer aufzubauen. Das hat das französische Interesse geweckt. Frankreich konkurriert in der Zeit um 1499 mit dem HRR um die Herrschaft in Oberitalien, vor allem das Herzogtum Mailand. Ludovico „il Moro“ (der Schwarze) Sforza wurde aus Sicht der Zeitgenossen, wie auch in der Rezeption als illegitimer Herrscher angesehen. Bianca Sforza, die Nichte, Ludovicos, war formell die Braut Maximilians. Somit wollte Sforza über Familienbande einen Frieden erreichen, der die Eidgenossen und das HHR dazu bewegt, ihn und sein Herzogtum zu schützen.

Als der Schwabenkrieg ausbricht, ahnt keiner, dass der schwäbische Bund dermaßen Probleme bekommt, sich gegen eidgenössische Landsknechte durchzusetzen. 1499, im Krieg also noch, wurde Frankreich zum Gegner des HRR: Die Franzosen erklären sich als Zugewandte und schließen ein Abkommen mit den Eidgenossen: Büchsen und Geld. Kaspar Frey beschrieb in seiner Chronik, dass selbst tapfere Männer die Angebote der Franzosen nicht ablehnen hätten können. Das kuriose: Frankreich unterzeichnet ein Abkommen mitten im Schwabenkrieg, im Kriegsfall kräftig zu zahlen, ansonsten um einiges weniger in Friedenszeiten.

Das Motiv des Engagements der Franzosen war klar: Die Eidgenossen sollen das HHR schwächen, der Krieg soll so lange wie möglich dauern um Mailand einzunehmen können. Sforza hingegen braucht gegen Frankreich das HHR und den Schwäbischen Bund um sich zu verteidigen, womöglich hoffte er die Eidgenossen zu besänftigen um sich auf seine Seite schlagen um Frankreich zu besiegen, Seite an Seite mit dem HHR, oder sie zumindest zur Neutralität zu bewegen.

Nach der Dornachschlacht und des Waffenstillstandes wurde der Schwager Sforzas, Gian Galezzo Visconti* „Der Gealetz“ als Vermittler in den Friedensverhandlungen eingesetzt, welcher weder deutsch noch französisch sprach. Aber er wurde arglistig von Sforza instruiert, war von seinen Übersetzen abhängig. Visconti sollte versuchen Maximilian nicht zu schaden und die Eidgenossen zu besänftigen.

Doch der französische Einfluss war zu groß: noch 1499 kurz nach dem Schluß des Frieden von Basels, ist es kein geringer als der französische König Ludwig XII, der Mailland mit eidgenössischer Hilfe überfällt. Ludovico Sforza gelang es nach Wien zu fliehen, König Maximilian nahm ihn auf. Sforza macht Pläne, Mailand zurück zu erobern. Jedoch: König Maximilian weigerte sich seinem Schwager Hilfe geben zu wollen. Er riet Sforza von eine Gegenoffensive ab, doch Sforza startete mit einigen zerschlagenen Kräften die Gegenoffensive, scheiterte und wurde inhaftiert.

Die Übernahme von Mailand durch Frankreich wird sehr genau vom Chronisten Nikolaus Schradin erwähnt. Er schreibt seine Chronik sehr frankophil und lobt den französischen König als Befreier der Mailänder und als Held der Einwohner Mailands. Allerdings wird klar: Mailand in der Hand Frankreichs aus Gnaden der Eidgenossenschaft. Der nächste Konflikt schwillt...

Wer sich für das Thema über meinen Bericht interessiert, der kann folgende Literatur lesen:

Caviezel, Mario: Erinnerungen an die Calvenschlacht 1499 und an Benedikt Fontanas Heldentat. Der „Fontana-Mythos“ im Spannungsfeld soziokultureller Tradition und politischer Modernisierung, in: Berner Historischen Mitteilungen. 25, hrsg. von Histrischem Institut der Universität Bern, Bern, 2008, S. 24 + 25.

Carl, Horst: Eidgenossen und Schwäbischer Bund – feindliche Nachbarn?, in: Die Eidgenossen und ihre Nachbarn, Peter Rück unter Mitwirkung von Heinrich Koller, Marburg a. d. Lahn, 1991. S. 215 – 237.

Gutmann, Andre: Die Schwabenkriegschronik des Kaspar Frey und ihre Stellung in der eidgenössischen Histographie des 16. Jahrhunderts (Veröffentlichung der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Bd. 176, Teil 1). Stuttgart 2010.

Ders: Artikel „Schwabenkrieg“ in: Historischen Lexikon der Schweiz (2011) URL: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D8888.php [Zugriff 06.03.2012].


Mommsen, Karl: Eidgenossen, Kaiser und Reich. Studien zur Stellung der Eidgenossenschaft innerhalb des heilligen römischen Reiches, Basel / Stuttgart, 1958 (Basler Beiträge zur Geschichtswissenschaft 72).

Reinhardt, Volker: Geschichte der Schweiz. 4. Auflage, München 2010.
Schurdel, Harry: Sauschwaben gegen Kuhschweizer. 1499: Der schwäbische Krieg, in G-Geschichte 3/12 (2012), Seiten 34 – 37.
Zschokke, Heinrich: Des Schweizerlands Geschichte für das Schweizervolk. Zweite verbesserte Orginal-Auflage, Aarau, 1824.

Auf dieser habe ich auch den Bericht aufgebaut.


Es sei die Diskussion eröffnet!

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04.06.2012, 16:37
Beitrag: #4
RE: Schwabenkrieg 1499
Sehr guter Beitrag, danke, dass du ihn auch im neuen Forum gepostet hast.

Auch die Ergänzung zu deiner Signatur finde ich sehr gut. Auf eine Reimform verzichte ich diesmal. Wink
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04.06.2012, 17:23
Beitrag: #5
RE: Schwabenkrieg 1499
Lieber Maxdorfer, der Beitrag ist anders als der im G-Nirwana. Leider aber auch nicht fehlerfrei... :/

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04.06.2012, 17:59
Beitrag: #6
RE: Schwabenkrieg 1499
(04.06.2012 17:23)WernerS schrieb:  Lieber Maxdorfer, der Beitrag ist anders als der im G-Nirwana. Leider aber auch nicht fehlerfrei... :/

Er ist trotzdem sehr interessant Cool
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04.06.2012, 18:02
Beitrag: #7
RE: Schwabenkrieg 1499
Danke.


Zitat: Auch die Ergänzung zu deiner Signatur finde ich sehr gut. Auf eine Reimform verzichte ich diesmal. Wink

Schade. Hab schon gedacht, ich könne deine Reimform für meine Sig nehmen, habe mich dann dagegen entschieden. Der Spruch mit dem Sinn der Geschichte habe ich übrigends von einem Herren der Geschichtswissenschaft. Mir ist nur der Name entfallen...

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09.06.2012, 13:57
Beitrag: #8
RE: Schwabenkrieg 1499
Der Sieg der Eidgenossen in der Schlacht bei Dornach (22. Juli 1499) führte zum am 22. September 1499 geschlossenen Frieden von Basel.

Im Frieden von Basel bekamen die Eidgenossen die Landvogtei über das Thurgau zugesprochen, sie mussten aber die österreichische Oberhoheit in den acht Gerichten in Rätien anerkennen. Das Reichsgeicht und die Reichssteuern wurden für die Eidgenossenschaft für unverbindlich erklärt. Dadurch wurde die Loslösung der Eidgenossen vom Reichsverband eingeleitet, de facto war die Eidgenossenschaft unabhängig.

Nachdem im September/Oktober 1499 das französische Herr unter Ludwig XII. mit Hilfe Schweizer Söldner das italienische Herzogtum Mailand besetzte, eroberte Ludovico Sfoza im Februar 1500, ebenfalls mit Hilfe Schweizer Söldner, sein Herzogtum zurück. Schließlich standen im April 1500 bei Novara Schweizer gegen Schweizer in der Schlacht. Nach der Kapitulation des Herzogs von Mailand wechseln die unterlegenen Schweizer in das siegreiche Lager der Franzosen über und Ludovico "il Moro" wurde entgegen dem ursprünglichen Versprechen der Söldner an Ludwig XII. ausgeliefert. Er verbrachte seine letzten Lebensjahre in französischer Gefangenschaft.

Außerdem eroberte im Frühjahr 1500 eine Söldnerschar aus Uri und Schwyz die französische Grafschaft Bellinzona, nachdem Ludwig XII. nicht gewillt war, den Schweizern als Lohn für ihre Dienste bei der Eroberung Mailands Bellinzona, Locarno und Lugano zu überlassen.

Im Juli 1501 trat die Stadt Basel und im August 1501 die Stadt Schaffhausen der Eidgenossenschaft bei.

Ich denke, diese Ereignisse sind eine Folge des Sieges der Eidgenossen im Schwabenkrieg.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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09.06.2012, 14:09
Beitrag: #9
RE: Schwabenkrieg 1499
Zitat:Dadurch wurde die Loslösung der Eidgenossen vom Reichsverband eingeleitet, de facto war die Eidgenossenschaft unabhängig.

Das ist die Position Wilhelms Oechsli ist aber richtig, vor allem dann nicht, weil Karl Mommsen spätestens Oechsli Wiederlegt hat und vor ihm Hans Sirgist. Auch nach dem Schwabenkrieg bleibt die Eidgenossenschaft faktisches Glied des Reiches, auch mit Privilegien. Regesta Imperii zeigt, dass es durchaus Verwaltungskorrespondenz aus der Eidgenossenschaft gab mit dem habsburgerischen Kaiserreich. Darüber hinaus gab es nach dem Krieg mehrere Vermittlertätigkeiten einiger Kantonen innerhalb des Reiches, wie es sie auch vor dem Krieg gab.

Zudem ist der Vertrag besonders hervorgehoben, dass es sich um ein Vertrag mit dem König Maximilian handelt und das Reich als Vertragspartner - sogar auf Wunsch der Eidgenossen - gestrichen worden ist. Somit kann auch keine Abtrennung vollzogen werden (also ich habe meine Arbeit darüber geschrieben, deswegen kann ich das sogar im Detail sagen.)

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14.06.2012, 16:26
Beitrag: #10
RE: Schwabenkrieg 1499
Lieber Werner S: Gehe ich Recht in der Annahme, dass es sich bei dem von dir so oft genannten Koenig Maximilian um Kaiser Maximilian I. handelt?
Ich wüsste gar nicht, wo Maximilian Koenig gewesen sein sollte. Boehmen gehörte noch nicht zu der habsburgischen Ländern.
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14.06.2012, 21:18
Beitrag: #11
RE: Schwabenkrieg 1499
(14.06.2012 16:26)Harald schrieb:  Lieber Werner S: Gehe ich Recht in der Annahme, dass es sich bei dem von dir so oft genannten Koenig Maximilian um Kaiser Maximilian I. handelt?
Ich wüsste gar nicht, wo Maximilian Koenig gewesen sein sollte. Boehmen gehörte noch nicht zu der habsburgischen Ländern.

Maximilian I. war ab 1486 deutscher König und erst ab 1508 (Erwählter) Kaiser.

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15.06.2012, 16:18
Beitrag: #12
RE: Schwabenkrieg 1499
(14.06.2012 21:18)Sansavoir schrieb:  
(14.06.2012 16:26)Harald schrieb:  Lieber Werner S: Gehe ich Recht in der Annahme, dass es sich bei dem von dir so oft genannten Koenig Maximilian um Kaiser Maximilian I. handelt?

Maximilian I. war ab 1486 deutscher König und erst ab 1508 (Erwählter) Kaiser.

So verhält es sich. In dem Fall ist das sogar egal, es ging gegen Maximilian als Erzherzog Österreichs, der damit die Hausmacht über die alte Eidgenossenschaft hier hat.

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21.06.2012, 17:01
Beitrag: #13
RE: Schwabenkrieg 1499
Was steckt denn hinter dem Lied "Schwabenkrieg" von Hoffmann von Fallersleben?
Ist da "unser" Schwabenkrieg damit gemeint als Hochhalten des Humanismus oder heißt das nur zufällig so?
Die Geschichte des Liedes deckt sich mit keinerlei Begebenheit, die mir bekannt wäre und es ist auch unwahrscheinlich, dass das echt etwas mit dem Krieg zu tun hat. Wer kann helfen?#

http://www.youtube.com/watch?v=LhQqAPuLdLY

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