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Vom Familienvater zum Mörder!?
28.04.2020, 20:51
Beitrag: #1
Vom Familienvater zum Mörder!?
Ich schaue gerade eine Doku ... Wir im Krieg.
Und ich frage mich, wie konnten unsere Opas und Omas zu solchen Monstern werden?
Was hat die damalige Gesellschaft dazu getrieben, sich so menschenverachtend und abgrundtief gegen jeder Norm des gesunden Menschenverstandes zu bewegen?
Warum sind so viele zu verrohten Mördern geworden?
Es kann doch damals nicht jeder ein Sadist gewesen sein, oder?

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken....
Erich Kästner
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29.04.2020, 16:26
Beitrag: #2
RE: Vom Familienvater zum Mörder!?
Als einst die Auschwitz-Prozesse in der BRD stattfanden, hat dies zu einem richtiggehenden Erdbeben in meiner Generation geführt.
Solche unbeschreiblichen Grausamkeiten und Schweinereien - und, es gab und gibt keinen Zweifel, sie haben es alle gewusst.

So irgendwann zwischen 1941 und 1946 hat "man" sich stillschweigend darauf geeinigt, dass "man" nichts davon gewusst hatte .....

Der verstorbene Bundespräsident Weizsäcker (den ich nebenbei bemerkt sehr schätzte) hat einmal bemerkt "dass er das Wort Auschwitz erstmals Ende 1944 gehört hätte"
Das kann ja sein, was aber Auschwitz bedeutet, hat der, Hauptmann an der Ostfront, Nordabschnitt und Staatssekretärssohn sehr gut gewusst.

Zu meinem Vater kam oft einer, 1940 zur Berliner Polizei kriegsdienst verpflichtet, dann Ostfront Einsatzgruppe. Ich habe den Herren als kleiner Junge immer mal wieder zugehört(bis man mich unter Vorwänden wegschickte) Der hat manchmal Dinge erzählt, .....
Meinen Vater hat dies alles aber nicht besonders "berührt" mit anderen Worten, er hat zuvor schon davon gewusst.

Als ich Jahrzehnte später "Browning Ganz normale Männer" las, kam mir manches seltsam bekannt vor, bis ich mich wieder erinnerte.

Später habe ich mich dann gefragt, wie ich als Junge mit den Geschichten umging.... Ich glaube, ich habe dies alles irgendwie als Analogien gesehen.
Wenn man einen ins Genick schießt, ist er doch tot, das macht man doch nicht....
Die Erwachsenen haben damals dauernd so krudes Zeugs geredet, vom Klapperstorch, vom Osterhasen, von totaler Abrüstung ..... lauter so Zeugs halt, das damals und heute kein Mensch glaubt, und die die davon reden am allerwenigsten...

OK, war jetzt eine OT-Abschweifung, Sorry.

Der Hinweis auf "Browning Ganz normale Männer" möchte ich aber nochmals wiederholen. In kurzer Zeit werden aus "Ganz normalen Männern" Massenmörder
nicht im Roman oder Horrorfilm sondern in der grausamen Wirklichkeit.

Und ist die Menschheit in den 75 Jahren seither reifer oder klüger geworden?
Zweifel sind angebracht.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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13.05.2020, 12:11
Beitrag: #3
RE: Vom Familienvater zum Mörder!?
In diesen Tagen sind die Regionalzeitungen voll mit Berichten über das Kriegsende 1945 wie das Regional ablief.

Da las ich, der Lautlinger Bürgermeister (in Lautlingen ist der Hitler-Attentäter Graf Stauffenberg aufgewachsen) ist zu einem franz. Offizier sich beschweren gegangen, die Angehörigen einer marokkanischen Einheit haben so ziemlich alle Frauen im Ort vergewaltigt. Einen Mann, der der Nachbarin zu Hilfe eilen wollte, erschossen.
Der Bürgermeister kam aber schlecht an.
"Was wollen sie, was wollen sie, das ist unsere SS" war die Antwort des Offiziers.

maW der Bürgermeister wusste da schon von den Schweinereien die die SS angerichtet hatte.
Zumindest wusste der Franzose, dass der Deutsche auch wusste.
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