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Karl May in seiner Zeit und heute
06.09.2014, 19:40
Beitrag: #1
Karl May in seiner Zeit und heute
Wohl kaum ein deutscher Schriftsteller wurde (und wird) so verbreitet gelesen. Habe mir kürzlich für wenig Geld die Gesamtausgabe aufs Kindle gezogen und damit lange dienstfreie Zeiten ohne Internet auf See überbrückt. Ich bin erstaunt: Karl May war ja bekanntlich im echten Leben alles andere als ein "Old Shatterhand" oder "Kara Ben Nemsi", Amerika und den Orient besuchte er als Pauschaltourist im Alter.
Das endlose religiöse Geschwafel geht mir auf den Keks, ebenso immer das immer gleiche Strickmuster ( -zigmal gefangengenommen und selbst befreit, die bösen Buben später meist unblutig eingesackt, nachdem er sie vorher schon ein paarmal laufen ließ).

Der Islam ist für ihn eine üble Irrlehre, gegen gewisse Völker (Juden und mehr noch Armenier) hegt er deutliche Antipathien. Manches dazu ist heutzutage nicht mehr zitierfähig und in modernen Editionen längst bereinigt.

Andererseits hat er sich offenbar erstaunliche Kenntnisse angelesen, was er über die Jesiden im heutigen Nordirak schrieb, erlebt tagespolitisch gerade eine Neuauflage, bis hin zu den geographischen Details.

Ich möchte hier einfach nur mal versuchen, eine Diskussion anzustoßen. Wie soll man Karl May heute werten? Ein idealistischer Spinner? Oder der Lieblingsautor der Generation Auschwitz in deren Jugend (Hitler mochte ihn angeblich sehr)? Oder vielleicht doch nur ein überschätzter Trivialschreiberling, der trotzdem das deutsche Bild vom Orient und von Amerika lange prägte?

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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06.09.2014, 19:53
Beitrag: #2
RE: Karl May in seiner Zeit und heute
Sehr interessantes Thema, mal was anderes.

Ich bin das sicher kein Experte, aber wie schon Suebe mal geschrieben hat: Manchmal weiss man nicht, warum etwas funktioniert und warum was anderes nicht.

Dass er erfolgreich war - naja, seine Bücher wurden gekauft. Erst mal banal, aber sie erreichten Berühmtheit und da ist die Frage warum. Da kann ich natürlich nur spekulieren.

Ich denke Du sprichst das Strickmuster der Handlung an: das ist halt das, was Menschen gerne lesen. Der Gute, der durch tausend Unbill schliesslich doch noch gewinnt. Und dann halt die Exotik fremder Länder und Kulturen, das war wohl das Erfolgsrezept. Es gab in Deutschland ja einen Autor Konsalik, dessen Werke von Intellektuellen verhöhnt wurden, aber halt doch Bestseller waren.

So würde ich einfach sagen, ja Trivialliteratur, aber das Bedürfnis der Leute ansprechend und deshalb erfolgreich, entstand irgendwann ein Markenname, der sich bis heute hält.

Was ich mich allerdings noch frage, ob es nicht einzelne Werke waren -Winnetou, Old Surehand - die bekannt wurden. Aber da kann meine Wahrnehmung etwas verzerrt sein.
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07.09.2014, 01:45
Beitrag: #3
RE: Karl May in seiner Zeit und heute
Als bekennender aber keineswegs unkritischer Karl May-Fan eine kurze Replik.


(06.09.2014 19:40)Arkona schrieb:  [...]
Das endlose religiöse Geschwafel geht mir auf den Keks, ebenso immer das immer gleiche Strickmuster ( -zigmal gefangengenommen und selbst befreit, die bösen Buben später meist unblutig eingesackt, nachdem er sie vorher schon ein paarmal laufen ließ).

Kommt auf den Band an, ist oft, aber keineswegs immer so. Sein bestes Werk ist m.E. gemeinsam mit dem legendären Winnetou I die wenig bekannte Romanreihe "Schloss Rodriganda".

Was das christliche "Geschwafel" betrifft, bin ich etwas anderer Meinung, da er als bekennender Christ seine Romanfiguren das Christentum leben lässt und so sehr greifbar macht. Ich kenne kein anderes Beispiel in der Literatur (ist aber zugegebenermaßen nicht meine stärkste Seite) in der das so anschaulich dargestellt wird.

(06.09.2014 19:40)Arkona schrieb:  Der Islam ist für ihn eine üble Irrlehre,

Seine Skepsis gegenüber dem Islam ist ja nicht gänzlich unbegründet, da er ein sehr fruchtbarer Boden für Gewalt und Unterdrückung zu sein scheint. Man schaue nur, was sich zz so alles abspielt...

(06.09.2014 19:40)Arkona schrieb:  gegen gewisse Völker (Juden und mehr noch Armenier) hegt er deutliche Antipathien.

Ja, ein latenter Antisemitismus zieht sich wie ein roter Faden durch seine Werke. Dieser entsprach im Deutschland des späten 19. Jh. wohl dem Mainstream.

Andererseits schreibt er massiv gegen den Rassismus gegenüber Afroamerikanern an, was man z.B. in den beiden Bänden Old Surehand und im Band "Unter Geiern" nachlesen kann.

Desgleichen gilt für die Ausrottungspolitk, welche die USA gegenüber den Indianern betrieben hatten.

(06.09.2014 19:40)Arkona schrieb:  Manches dazu ist heutzutage nicht mehr zitierfähig und in modernen Editionen längst bereinigt.

Ja, die übliche PC-Geißel, das kennen wir ja. Für seine Zeit hatte er bzgl. Rassismus sehr moderne Ansichten.


(06.09.2014 19:40)Arkona schrieb:  Andererseits hat er sich offenbar erstaunliche Kenntnisse angelesen, was er über die Jesiden im heutigen Nordirak schrieb, erlebt tagespolitisch gerade eine Neuauflage, bis hin zu den geographischen Details.

Auch betreffend anderer Bereiche gilt das, auch wenn er bei manchem danebenlag.


(06.09.2014 19:40)Arkona schrieb:  Ich möchte hier einfach nur mal versuchen, eine Diskussion anzustoßen. Wie soll man Karl May heute werten? Ein idealistischer Spinner?

Ich glaub', eine fuktionierende Gesellschaft braucht ein paar solche "idealistischen Spinner"....

(06.09.2014 19:40)Arkona schrieb:  Oder der Lieblingsautor der Generation Auschwitz in deren Jugend (Hitler mochte ihn angeblich sehr)?


Hitler mochte auch Schäferhunde. Sagt das etwas über die heutigen Halter dieser Hunderasse aus?

(06.09.2014 19:40)Arkona schrieb:  Oder vielleicht doch nur ein überschätzter Trivialschreiberling, der trotzdem das deutsche Bild vom Orient und von Amerika lange prägte?

Es gibt gute und schlechte Trivialliteratur; Mays zählt für mich definitiv zur zweiteren Kategorie.

MfG, Titus Feuerfuchs
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07.09.2014, 01:56
Beitrag: #4
RE: Karl May in seiner Zeit und heute
(06.09.2014 19:53)Marek1964 schrieb:  Sehr interessantes Thema, mal was anderes.

Ich bin das sicher kein Experte, aber wie schon Suebe mal geschrieben hat: Manchmal weiss man nicht, warum etwas funktioniert und warum was anderes nicht.

Dass er erfolgreich war - naja, seine Bücher wurden gekauft. Erst mal banal, aber sie erreichten Berühmtheit und da ist die Frage warum. Da kann ich natürlich nur spekulieren.[...]


Eine Kurzanalyse:

- Er verwendet in seinen Werken sehr gut gestylte und beschriebene Charaktäre (z.B. Sam Hawkens oder Hadschi Halef Omar), mit denen sich der Leser indentifizieren kann. Gute, böse, lustige und auch solche, die weder eindeutig gut oder böse sind.

- Er bindet den Leser sehr gut ein, in dem er ihn teilweise persönlich anpricht, in durch sehr anschauliche und genaue Beschreibungen die Handlungen miterleben lässt.

- Er verwendet einen gut verständlichen Sprachstil

- Seine Werke gehen oft gut aus aber nicht immer und nicht vollständig. (z.B. der Tod Winnetous)

- ...

MfG, Titus Feuerfuchs
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07.09.2014, 09:10
Beitrag: #5
RE: Karl May in seiner Zeit und heute
Rassistisch war Karl May bestimmt nicht. Er lässt in seinen Büchern sogar die Ehe zwischen einem südafrikanischem Buren und einer Schwarzen zu, ebenso die eines Mulatten mit einer deutschstämmigen Siedlerstochter im Wilden Westen. Andererseits pflegt er altbekannte Stereotype.

Richtig erschrocken habe ich mich über folgendes Zitat, dass er widerspruchslos einem in istanbul ansässigen Deutschen in den Mund legt: "ich bin Christ und halte die Nächstenliebe für das erste Gebot, und ich sage, die Türken haben recht gethan, als sie die Armenier totschlugen. Anders kann sich der Türke nicht vor dem Armenier schützen, von dem seine Noblesse, Trägheit und Oberflächlichkeit auf das unverantwortlichste ausgenutzt wird. Der Armenier ist der schlechteste Kerl der Welt. Er verkauft seine Frau, seine noch unreife Tochter, er bestiehlt seinen Bruder. Ganz Konstantinopel wird von den Armeniern moralisch verpestet...." (Karl May: Im Reich des silbernen Löwen; Band 2).
Das stammt aus dem Jahr 1898, May starb 1912. Er bezieht sich also auf frühere, heute vergessene Pogrome, nicht auf den großen Völkermord 1915.

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07.09.2014, 13:33
Beitrag: #6
RE: Karl May in seiner Zeit und heute
(07.09.2014 09:10)Arkona schrieb:  Rassistisch war Karl May bestimmt nicht. Er lässt in seinen Büchern sogar die Ehe zwischen einem südafrikanischem Buren und einer Schwarzen zu, ebenso die eines Mulatten mit einer deutschstämmigen Siedlerstochter im Wilden Westen. Andererseits pflegt er altbekannte Stereotype.

Naja, mich hat schon etwas geärgert, wie einfach er sich der Problematik der Mischehe in Winnetou I entzogen hat- läßt Old Shatterhand die große Liebe mit N-Tscho-Tschi erleben, deutet auch den Konflikt an, den das mit sich bringt- und entzieht sich diesem Konflikt, in dem er das Mädel sterben läßt.

Ein mutiger Schriftsteller, der unbequeme Lösungen anzubieten hat, war er also nicht. Und genau das ist es auch, weswegen ich die Bücher zur Seite gelegt habe, als ich dem Jugendalter entwachsen war...

Es ist halt auffällig, wie sehr er diesem Gedanken an den "edlen Wilden" anhängt. Von daher ist er kein Rassist. Er hält Menschen anderer Rassen für durchaus fähig, edel und anständig im herzen zu sein.
Für seine Zeit ist er erstaunlich tolerant- er läßt Old Shatterhand auch von Winnetou lernen. Natürlich ist er insoweit ein Kind seiner zeit, daß Old Shatterhand Winnetou letztendlich mehr beibringen kann- Winnetou hat "nur" das edlere Herz, in allem anderen ist ihm Old Shatterhand überlegen.

Eingetlich, so betrachtet, läßt sich über den guten Karl May doch noch heute viel diskutieren. Schade, daß er so schlecht zu lesen ist. (Ich hasse es, seitenlang Landschaftsbeschreibungen zu lesen...)

Die arabischen Bücher kenne ich aber nicht.

Auf dem Grabstein dess Kapitalismus wird stehen: "Zuviel war nicht genug"
Volker Pispers
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07.09.2014, 14:03
Beitrag: #7
RE: Karl May in seiner Zeit und heute
(07.09.2014 13:33)Bunbury schrieb:  Die arabischen Bücher kenne ich aber nicht.

Gerade die sind m.E. interessanter. Besonders im "Lande des Mahdi", wo es um Sklavenhandel geht.

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07.09.2014, 18:58
Beitrag: #8
RE: Karl May in seiner Zeit und heute
Ich habe die karl May Bücher nie gehabt, nur Verwandte von uns in Duisburg. Und da habe ich in den Ferien halt immer gelesen... zu den arabischen bin ich leider nie gekommen- mir ist irgendwann Mark Brandis in die Hände gefallen, und der sagte mir mehr zu...

Aber der "edle Wilde" war ja nur die eine Hälfte des Indianerbildes. Die andere war zum Beispiel der Häuptling der Kiowas (dessen Namen ich immer vergesse), dem Old Shatterhand die beiden Kniescheiben zerstrümmerte. Der war natürlich genau das Gegenteil des edlen Winnetou. (Der darüber hinaus, wie mir jetzt wieder einfällt, ja auch von einem Weißen erzogen worden war...). Barbarisch, wild, grausam.

Das paßt aber durchaus in sein Zeitalter. Viele zeitgenossen sahen den Fortschritt als gefährlich und korrumpierend an und idealisierten lange vor den Grünen (Wink) naturvölker , während sie annahmen, daß viele Mitgleider der Industrienationen bereits korrumpiert waren. (Der Ölprinz, Santer und dergleichen. Im Gegensatz zu heutigen Schurken ging es ihnen immer nur um Reichtum, nie um Macht.)

Karl May schrieb "Winnetou", Karl Marx "Das Kapital" Hm. Wäre vielleicht mal interessant zu sehen, inwieweit die Menschenbilder übereinstimmten...

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Volker Pispers
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07.09.2014, 20:14
Beitrag: #9
RE: Karl May in seiner Zeit und heute
(07.09.2014 18:58)Bunbury schrieb:  Die andere war zum Beispiel der Häuptling der Kiowas (dessen Namen ich immer vergesse), dem Old Shatterhand die beiden Kniescheiben zerstrümmerte. Der war natürlich genau das Gegenteil des edlen Winnetou. (Der darüber hinaus, wie mir jetzt wieder einfällt, ja auch von einem Weißen erzogen worden war...). Barbarisch, wild, grausam.

Das war Tangua. Old Shatterhand alias Kara Ben Nemsi macht es öfter so, dass er Pferde erlegt oder Hand bzw. Bein zerschiesst, weil er das Leben des bösen Buben schonen will.

Im Orient wird bei Karl May auch öfter mal geprügelt. Sein Gefährte Hadschi Halef Omar hat schnell die Nilpferdpeitsche bei der Hand, um sich Respekt zu verschaffen oder das Gedächtnis eines Verhörten etwas aufzufrischen. Es liest sich sogar richtig lustig. Seitdem weiß ich auch, was die Bastonade ist.

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07.09.2014, 21:31
Beitrag: #10
RE: Karl May in seiner Zeit und heute
Ich habe von ihm, bereits als Erwachsener "Am Jenseits" gelesen....
fürchterlich.

Im übrigen, ich habe ihn natürlich verschlungen.
In der Stadtbücherei bei uns bekam man immer pro Woche nur einen Band Karl May, fand ich gemein und ungerecht.... .

Es gab in den 70ern mal eine Sonderedition von Werken, die in den "Gesammelten" nur rudimentär enthalten sind "Deutsche Herzen, deutsche Helden" nannte sie May wohl, noch vor seinen großen Erfolgen.
da begegneten einem ein anderer May.
Ich zieh mir die Wälzer mal wieder "Quer" rein, vielleicht kann ich dann mehr dazu schreiben.

Der"Jagdhieb" hat mir immer besonders imponiert, mönsch wenn ich den draufgehabt hätte..... Rolleyes

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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07.09.2014, 22:03
Beitrag: #11
RE: Karl May in seiner Zeit und heute
(07.09.2014 13:33)Bunbury schrieb:  
(07.09.2014 09:10)Arkona schrieb:  Rassistisch war Karl May bestimmt nicht. Er lässt in seinen Büchern sogar die Ehe zwischen einem südafrikanischem Buren und einer Schwarzen zu, ebenso die eines Mulatten mit einer deutschstämmigen Siedlerstochter im Wilden Westen. Andererseits pflegt er altbekannte Stereotype.

Naja, mich hat schon etwas geärgert, wie einfach er sich der Problematik der Mischehe in Winnetou I entzogen hat- läßt Old Shatterhand die große Liebe mit N-Tscho-Tschi erleben, deutet auch den Konflikt an, den das mit sich bringt- und entzieht sich diesem Konflikt, in dem er das Mädel sterben läßt.

Ein mutiger Schriftsteller, der unbequeme Lösungen anzubieten hat, war er also nicht. Und genau das ist es auch, weswegen ich die Bücher zur Seite gelegt habe, als ich dem Jugendalter entwachsen war...
[...]
Diese Analyse ist unvollständig bis unrichtig, denn in anderen Bänden kreiert er en masse binationale Liebesbeziehungen bzw. Beziehungen mit Menschen unterschiedlicher Ethnie.

Old Firehand hatte zb. eine Liebesbeziehung mit einer Indianerin namens Ribanna, die er Winnetou vor der Nase weggeschnappt hatte...

MfG, Titus Feuerfuchs
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07.09.2014, 22:49
Beitrag: #12
RE: Karl May in seiner Zeit und heute
(07.09.2014 18:58)Bunbury schrieb:  [...]

Karl May schrieb "Winnetou", Karl Marx "Das Kapital" Hm. Wäre vielleicht mal interessant zu sehen, inwieweit die Menschenbilder übereinstimmten...

Überhaupt nicht.
Diese Assoziation ist doch reichlich bizarr.

MfG, Titus Feuerfuchs
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08.09.2014, 00:16
Beitrag: #13
RE: Karl May in seiner Zeit und heute
Karl May ist sicher der "Hauptverantwortliche" dafür, dass seit über 100 Jahren im deutschsprachigen Raum sowohl Interesse als auch Anteilnahme an der Geschichte und Kultur der nordamerikanischen Indianer besteht. Es gibt sicher genügend andere Schriftsteller, die fachlich fundierter über das Leben der Indianer geschrieben haben (z.B. Liselotte Welskopf-Henrich), aber Karl May ist wohl der Auflagenstärkste und Meistgelesene von ihnen. Sicher wurde auch Hans Stosch-Sarasani von ihm oder seinem Werk angeregt, Indianerschauen zu zeigen. Auch viele Indianistik-Vereine wären ohne Karl May nicht denkbar.

Bin jetzt nicht unbedingt der Kenner des Karl-May-Werkes und ich weiß auch nicht, inwiefern er von Cooper, Gerstäcker und Sealsfield oder von den Wild-West-Groschenheften beeinflusst wurde, aber er hat sicher sehr viel für das positive Image der Indianer geleistet. Während in US-Filmen die Indianer lange Zeit negativ dargestellt wurden, ist mir momentan kein Beispiel bekannt, dass in deutschen Filmen Indianer als Gruppe negativ gezeigt wurden. Ich weiß auch nicht, ob außerhalb Deutschlands populäre Indianerdarsteller wie Pierre Brice und Gojko Mitic gegeben hat bzw. gibt.

(07.09.2014 18:58)Bunbury schrieb:  Karl May schrieb "Winnetou", Karl Marx "Das Kapital" Hm. Wäre vielleicht mal interessant zu sehen, inwieweit die Menschenbilder übereinstimmten...

Du wirst enttäuscht sein. Ich habe mal vor Jahren ein Werk von Friedrich Engels gelesen, in dem er sich mot der Entstehung von Völkern (über die Stufen Stämme, Clans, Familien) beschäftigte. Seine Wortwahl entsprach dem 19. Jahrhundert, die Eingeborenen waren entweder primitiv oder naiv, er schrieb von Hottentotten, Rothäuten, Kulis usw., also von einer recht hochmütigen Position aus. Karl Marx wird ähnlich gedacht haben und wahrscheinlich die meisten Gelehrten ihrer Zeit auch. Marx und Engels beschäftigten sich nur mit dem Schicksal der europäischen und nordamerikanischen (weißen) Arbeiter, sie geißelten die Sklaverei, aber sie setzten sich nicht für die amerikanischen Ureinwohner ein.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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08.09.2014, 09:45
Beitrag: #14
RE: Karl May in seiner Zeit und heute
(08.09.2014 00:16)Sansavoir schrieb:  
(07.09.2014 18:58)Bunbury schrieb:  Karl May schrieb "Winnetou", Karl Marx "Das Kapital" Hm. Wäre vielleicht mal interessant zu sehen, inwieweit die Menschenbilder übereinstimmten...

Du wirst enttäuscht sein. Ich habe mal vor Jahren ein Werk von Friedrich Engels gelesen, in dem er sich mot der Entstehung von Völkern (über die Stufen Stämme, Clans, Familien) beschäftigte. Seine Wortwahl entsprach dem 19. Jahrhundert, die Eingeborenen waren entweder primitiv oder naiv, er schrieb von Hottentotten, Rothäuten, Kulis usw., also von einer recht hochmütigen Position aus. Karl Marx wird ähnlich gedacht haben und wahrscheinlich die meisten Gelehrten ihrer Zeit auch. Marx und Engels beschäftigten sich nur mit dem Schicksal der europäischen und nordamerikanischen (weißen) Arbeiter, sie geißelten die Sklaverei, aber sie setzten sich nicht für die amerikanischen Ureinwohner ein.

Ich habe auch nicht daran gedacht, was Marx über die Indianer im Speziellen gesagt hat.

Es geht um das Menschenbild dahinter. Diese Auffassung, daß der Mensch von Natur aus gut ist und durch materiellen Besitz korrumpiert wird.

Dies ist zentraler Gedanke des Kommunismus- und der findet sich auch ein Stück weit in der sehr unterschiedlichen Indianervorstellungen von Karl May- der edle Winnetou und der gierige Tangua (danke, Arkona.)
Auch in der Darstellung der Weißen finden sich Vorstellungen, die dem Menschenbild von Marx entsprechen- immer wieder gibt es die Gruppe hart arbeitender, armer Siedler, die sich ein neues, besseres Leben aufbauen will, während es den einen oder anderen gierigen Weißen gibt, der sie bestehlen will und dabei ihren Tod in Kauf nimmt oder ihn sogar einplant.

Das deutet schon darauf hin, daß das eine generelle geistige Grundhaltung in der entsprechenden Zeit war, die uns sowohl das eine als auch das andere beschert hat...

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08.09.2014, 12:56
Beitrag: #15
RE: Karl May in seiner Zeit und heute
(07.09.2014 22:03)Titus Feuerfuchs schrieb:  
(07.09.2014 13:33)Bunbury schrieb:  Naja, mich hat schon etwas geärgert, wie einfach er sich der Problematik der Mischehe in Winnetou I entzogen hat- läßt Old Shatterhand die große Liebe mit N-Tscho-Tschi erleben, deutet auch den Konflikt an, den das mit sich bringt- und entzieht sich diesem Konflikt, in dem er das Mädel sterben läßt.

Ein mutiger Schriftsteller, der unbequeme Lösungen anzubieten hat, war er also nicht. Und genau das ist es auch, weswegen ich die Bücher zur Seite gelegt habe, als ich dem Jugendalter entwachsen war...
[...]

Diese Analyse ist unvollständig bis unrichtig, denn in anderen Bänden kreiert er en masse binationale Liebesbeziehungen bzw. Beziehungen mit Menschen unterschiedlicher Ethnie.

Old Firehand hatte zb. eine Liebesbeziehung mit einer Indianerin namens Ribanna, die er Winnetou vor der Nase weggeschnappt hatte...

Unvollständig lass ich gelten, ich habe nicht jeden Karl May Band gelesen.

Da ich mich aber ausdrücklich auf die Romanze zwischen Old Shatterhand und N_Tscho-Tschi bezog ist "unrichtig" sachlich völlig daneben.
"Old Shatterhand" also Karl may als ich erzähler deutet die Schwieirgkeiten an, die ein Deutscher durch die Hochzeit mit einer Indianderin auf sich nehmen könnte. Und er läßt N-Tscho-Tschi sterben, was es ihm erspart, sich entweder als Feigling, der die öffentliche Meinung fürchtet, darzustellen oder eben die ANfeindungen und Probleme auf sich zu nehmen. Ein mutiger Schriftsteller hätte sich für eine der beiden Lösungen entschieden.

Daß es multinationale Beziehungen gegeben hat, ist kein Beleg Mut "Anderen" passieren schließlich ständig Dinge, mit dnene man sich nicht beschäftigen muss. Eine Hauptfigur, die nicht in der Ich-perspektive erzählt, kann man mit allem möglichen ausstatten, ohne sich wrklich mit der dazugehörogen Problematik zu stellen.
Ich bin allenfalls bereit, mein Urteil in dieser Hinsicht über Karl May zu revidieren, wenn er sich dieser Frage in einem Buch als Ich- Erzähler angenommen hat und die Konsequenzen seiner Handlung auch trägt.

Gibt es da ein Buch?

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08.09.2014, 13:57
Beitrag: #16
RE: Karl May in seiner Zeit und heute
Eine Grundvoraussetzung für die Ehe war bei Karl May die Annahme des christlichen Glaubens und der europäischen Lebensart. Das erwähnt er mehrfach und das schränkt in seinen Geschichten die Wahlmöglichkeiten schonmal gewaltig ein.

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08.09.2014, 16:21
Beitrag: #17
RE: Karl May in seiner Zeit und heute
Wenn man Karl May mit Zeitgenossen aus dem selben Genre vergleicht, schneidet er eigentlich relativ gut ab.
London, Gerstäcker, Verne haben da mindestens wenn nicht noch mehr verbrochen.
Eine "Deutsche Sultana" ist mir ansonsten nicht begegnet.

Das überaus positive Indianerbild in Deutschland ist zu einem ganz erheblichem Teil ihm geschuldet.
Wobei es wohl ewig ein Geheimnis bleiben wird, warum er ausgerechnet die Apatschen so überaus positiv schildert. Seine Schilderungen treffen eigentlich viel eher auf die von ihm "negativ" belegten Komantschen zu.

Es gibt wohl nirgends auf der Welt soviele Indianer-Reenacter Clubs wie in Deutschland, und hier speziell in den Neuen Ländern.
Meiner Meinnung nach zu 80% Karl May geschuldet.

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08.09.2014, 17:18
Beitrag: #18
RE: Karl May in seiner Zeit und heute
Möglicherweise wäre Winnetou heute weitgehend vergessen, gäbe es nicht die Filme mit dem damaligen Frauenschwarm Pierre Brice. Der Osten konterte mit Gojko Mitic und einer Reihe meist ganz guter Indianerfilme. http://de.wikipedia.org/wiki/DEFA-Indianerfilm

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08.09.2014, 19:05
Beitrag: #19
RE: Karl May in seiner Zeit und heute
Karl May wollte vor allem eins: Seine Bücher verkaufen. Das sollte man nie vergessen, wenn man die Handlung analysiert.
Insofern völlig logisch, wenn er Stereotype seiner Zeit scheinbar widerspruchslos rezipiert (und, wie wir heute wissen, auch voller Überzeugung). In Mays Weltbild waren es die Europäer, die Zivilisation und Christentum - in seinen Augen zwei Seiten der gleichen Medaille - in alle Welt brachten, sei es nun in den Orient ("Der blaurote Methusalem", "Friede auf Erden", die Kara Ben Nemsi-Bücher), nach Afrika ("Mahdi I-III") oder zu den Indianern in Nord- und Südamerika ("Am Rio de la Plata", "In den Cordilleren", "Das Vermächtnis des Inka").
Dass es da auch immer Gute und Böse auf beiden Seiten gibt (Winnetou vs. Tangua, Ben Nil vs. Ibn Asl aus der "Mahdi-Trilogie", Old Shatterhand und Konsorten vs. Typen wie Santer, Parranoh...), gehört zu einem Roman, wie trivial auch immer, einfach dazu.
Dass es in Nordamerika von Deutschen nur so wimmelt (Tante Droll, Hobble Frank, Old Firehand, Old Shatterhand, Prinz Max von Schönberg-Wildauen/Max Parker/Kapitän Kaiman...), die alle durch die Bank ausnehmend gute Menschen sind, ist ebenfalls einerseits dem deutschen Publikum geschuldet, andererseits aber auch Ausdruck von Mays patriotischen Überzeugungen. So wird Kara Ben Nemsi einmal darüber aufgeklärt, warum die Araber auf seiner Seite und nicht auf Seite der Franzosen sind: Kaiser Wilhelm habe die Franzosen besiegt...

Insofern war Karl May ganz einfach auch ein Kind seiner Zeit (gilt auch für die Naturbeschreibungen: Das war damals normal nicht nur bei einem "Reiseroman", als die die May-Bücher ja auch verkauft wurden).

VG
Christian
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08.09.2014, 20:04
Beitrag: #20
RE: Karl May in seiner Zeit und heute
Melde mich mal artigst und vermutlich nur für begrenzte Zeit zurück.

Interessantes Thema @Arkona Thumbs_up

Karl May kenne ich, wenn ich ehrlich bin nur aus den gängigen Verfilmungen, die in meiner Kindheit im TV jeden Sonntagmittag (abwechselnd zu Pippi Langstrumpf und dem Michel von Lönneberga) auf halt nur 2 (ja, liebe Kinder, es waren tatsächlich nur zwei und man konnte es überleben...) Kanälen liefen....

Lesen mochte ich den May ehrlich gesagt nicht, kann aber nicht wirklich begründen, warum. Durch Arkonas Thread angeregt, hab ich mir doch mal ein wenig zu seiner Biographie angeschaut. Tante Wiki weiß z.B., dass sein Lebenslauf wohl nicht immer ganz so geradlinig verlaufen war, mehrere Zuchthausstrafen, Ausschluss aus der Liste der Lehramtskandidaten, Plagiatsvorwürfe, Nervenzusammenbrüche und dergleichen mehr.

May sah sich selbst wohl als eine Art gesellschaftlicher Underdog, einen verkannten Rebellen und schlug sich deshalb in seinen Büchern immer wieder auf die Seite des vermeintlich Schwächeren. (Der vermeintlich Schwächere - weil minderprivilegiert - , der aber im Herzen gut und edel ist und es daher verdient hat, geschützt und unterstützt zu werden, natürlich von dem, der stark und nicht minder edelmütig, eigentlich am längeren Hebel sitzen würde, das aber dank seines Heldengens nicht ausnutzt.)

Es ist das immer gleiche Strickmuster. Anscheinend war es wohl genau diese Mixtur aus edelmütigem Heldentum, verbunden mit einer tragisch endenden Liebesgeschichte, gewürzt mit etwas Abenteuerromantik und ein paar exotischen Schauplätzen und Reisebeschreibungen, die in den damaligen Mainstream der Leserschaft gepasst hat... und offensichtlich häufig auch heute noch passt.

Bei Tante Wiki gibt es gerade in Bezug zu seinen wohl erfolgreichsten Geschichten um Old Shatterhand Interessantes zu lesen:

Zitat:Selten hat ein Autor die von der Literaturtheorie postulierte Grenze zwischen Ich-Erzähler und realem Autoren-Ich ausdrücklicher zu verwischen versucht. Karl May wurde in diesem Zusammenhang Hochstapelei und Pseudologie (zwanghaftes Lügen) vorgeworfen. Der Biograf Helmut Schmiedt spricht in diesem Zusammenhang von einer der „aberwitzigsten Episoden in der Geschichte der deutschen Literatur: Es stellt sich die Frage, warum ihr Urheber sie erfunden und mit solch existenziellem Elan ausgelebt hat.“
und

Zitat:Allerdings wusste er bald nicht mehr zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden und verstieg sich mehr und mehr in die „Old-Shatterhand-Legende“. Er behauptete nicht nur, selbst Old Shatterhand zu sein und die Inhalte der Erzählungen tatsächlich erlebt zu haben, sondern ließ von einem Kötzschenbrodaer Büchsenmacher sogar die legendären Gewehre seiner Romanhelden für sich anfertigen: zunächst den „Bärentöter“ und die „Silberbüchse“, später auch den „Henrystutzen“.

Seine Nervenzusammenbrüche erlitt er angeblich, weil er eben zeitweilig völlig den Bezug zur Realität verloren hatte und dann wieder recht unsanft darin gelandet war....

Naja, ich werde wohl nie zum inner circle seines Fanclubs gehören.


Was das angeht:
(06.09.2014 19:40)Arkona schrieb:  Ich möchte hier einfach nur mal versuchen, eine Diskussion anzustoßen. Wie soll man Karl May heute werten? Ein idealistischer Spinner? Oder der Lieblingsautor der Generation Auschwitz in deren Jugend (Hitler mochte ihn angeblich sehr)? Oder vielleicht doch nur ein überschätzter Trivialschreiberling, der trotzdem das deutsche Bild vom Orient und von Amerika lange prägte?


argumentiert Tante Wiki folgendermaßen:
Zitat: Obwohl sich May sehr bewusst von den ethnologischen Vorurteilen seiner Zeit absetzen wollte und gegen die öffentliche Meinung anschrieb (Winnetou, Durchs wilde Kurdistan, Und Friede auf Erden!), treten in seinen Werken doch heute als „rassistisch“ angesehene Formulierungen auf, die den Paradigmen seiner Zeit unterlagen. Beispielsweise gibt es einige pauschal abwertende Aussagen über Iren, Juden, Armenier, Chinesen, Schwarze, Mestizen und Beduinen. Andererseits werden Chinesen oder Mestizen in seinen Romanen teilweise als positive Figuren dargestellt, die als Ausnahmecharaktere den gängigen Klischees widersprechen. Vom Nationalismus und auch Rassismus, die das wilhelminische Deutschland seiner Zeit prägten, blieb jedoch auch May nicht unbeeinflusst.
(Hervorhebung durch mich)

Liest sich geradewegs so, als wäre May ein "Opfer" seiner Zeit gewesen. War er das? Inwieweit hätten er und seine Geschichten noch Akzeptanz gefunden, wäre er konsistenter bei seiner Haltung gegen ethnologische Vorurteile geblieben?
Eigentlich, das was Bunbury treffend ansprach: Dem Konflikt, der sich aus einer gesellschaftlich nicht statthaften, also unmöglichen Liebe ergibt, geht er literarisch elegant aus dem Wege, indem er die tragische Heldin sterben lässt. (Machten die alten Meister auch schon so, ist also aus dramaturgischer Sicht nicht verwerflich.)
Aber interessant wäre es schon gewesen, wie sich Old Shatterhand alias Karl May wohl entschieden hätte... für Akzeptanz und gegen das Mädel? oder doch andersrum?

Nachdem ich nun fast zwei Stunden und insgesamt 5 Anläufe für dieses bissal Beitrag gebraucht habe (wurde ständig unterbrochen...Dodgy) rechnet also nicht mit zuviel Text von meiner Seite.

Liebe Grüße aus dem Schwarzen Wald, es gibt ihn noch... Wink

nicht ärgern, nur wundern...
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