Antwort schreiben 
 
Themabewertung:
  • 0 Bewertungen - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Wie wurde man Adliger
05.01.2017, 01:56
Beitrag: #1
Wie wurde man Adliger
Wer gehörte zum Adel und wie wurde man zum Adligen?
An der Spitze ist es klar, wer irgendwie ein Territorium beherrschen konnte und niemandem Untertan war, konnte sich König nennen z.B. die allemannischen und fränkischen Kleinkönige. Sie haben als Anführer von Kriegern o. als gewählter Herzog angefangen. Über Adel in der Eisenzeit wissen wir wenig.
Kleinkönige wurden wohl zu Grafen, wenn sie sich einem mächtigeren Herrscher ohne Krieg unterordneten. Sippenführer vererbten die Anführerschaft an den ältesten Sohn und schon hatten wir wieder eine Dynastie. Freie Krieger kämpften im Mittelalterlichen Heeren und wurden dann irgendwie Ritter. Daszu brauchten sie aber eigentlich ein größeres Vermögen, als nur ihren Hof o. ihre reiche Schmiede. War das zum Ritter schlagen wörtlich zu nehmen?
Wie verloren viele Dörfer ihre Selbständigkeit?
Stellten die freien Reichsstädte auch Krieger, die zu Ritter werden konnten? Eigendlich waren die Männer ja wehrpflichtig, aber dann hätten die Reichsheere ja Millionen Teilnehmer gehabt, wenn jeder Freie Mann eingerückt wäre.

viele Grüße

Paul

aus dem hessischen Tal der Loganaha (Lahn)
in der Nähe von Wetflaria (Wetzlar) und der ehemaligen Dünsbergstadt
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
05.01.2017, 12:15
Beitrag: #2
RE: Wie wurde man Adliger
Um einen Adelsstand zu erreichen waren folgende Voraussetzungen erforderlich: Ein Herrschaftsanspruch des Adels gründete sich vorwiegend auf Leistung, Erziehung, Abstammung. Auch spielte eine göttliche Absicht eine Rolle. Der Adel war im rechtlich-sozialem Sinn ab dem 11. bzw. 12 Jh.? organisiert.
Nicht Adlige hatten Möglichkeiten im Mittelalter als Ritter durch eine Standeserhebung geadelt werden.
Deutsche Adlige z. B. wie auch in anderen europäischen Ländern sind sehr uneinheitlich intern gegliedert; demnach ist eine nationale Adelsgeschichte nicht möglich.
Am 11. August 1919 wurden mit der Weimarer Reichsverfassung die „öffentlich-rechtliche(n) Vorrechte oder Nachteile der Geburt oder des Standes“ aufgehoben. (In Österreich dagegen wurde der österreichische Adel durch das Adelsaufhebungsgesetz komplett aufgehoben und die Verwendung von Adelsprädikaten und Titeln in den Namen verboten) Bis heute stellt der Adel in Deutschland dennoch mitunter eine relativ geschlossene Gesellschaftsschicht mit eigenen Lebensformen, Umgangsweisen und differenziertem Standesethos dar.

Näheres sagt auch Tante Wiki:

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Adel

Einem Haus eine Bibliothek hinzuzufügen heißt, dem Haus eine Seele zu geben.

Marcus Tullius Cicero
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
05.01.2017, 13:26
Beitrag: #3
RE: Wie wurde man Adliger
Zitat: Bis heute stellt der Adel in Deutschland dennoch mitunter eine relativ geschlossene Gesellschaftsschicht mit eigenen Lebensformen, Umgangsweisen und differenziertem Standesethos dar.

Meine Worte.
Man hat Anno 18 viel zu früh aufgehört, und war doch Anfangs so schön am Zug....
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!Thumbs_up

Müsst mal in die Nähe dieser Hochwohlgeborenen Herrschaften kommen, die ganze große und kleine Umgebung buckelt und kriecht. Seit Jahrhunderten haben sich ihre Vorfahren in den Hintern treten lassen müssen .... und heute "Hoheit" jubilieren.
Eckelhaft sowas.
Gouillotine oder Scheiben-Schießen Idea

Ach war das eine Freude, als Gott der Herr mich schuf, ein Kerl wie Samt und Seide .....
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
05.01.2017, 13:47
Beitrag: #4
RE: Wie wurde man Adliger
Einige adlige Familien verdanken ihren gesellschaftlichen Stand den Nepotismus von Päpsten, Kardinälen oder Bischöfen. Andere sind Nachkommen von Piraten, Söldnern oder Konquistadoren. Eine dritte Gruppe verdankt ihren Stand hübschen und freizügigen Frauen und einige Adlige sind Nachkommen von Bankiers. Hin und wieder soll es sogar einen getreuen oder verdienstvollen Gefolgsmann geben, der in den Stand des Adels erhoben wurde. Politischer Oppurtunismus schadete sicher auch nicht.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
05.01.2017, 14:41
Beitrag: #5
RE: Wie wurde man Adliger
Im 14. und 15. Jahrhundert und vermutlich auch danach habe ich den Eindruck, dass es vor allem zwei Möglichkeiten zum Aufstieg in den Adel gab: den Klerus und das Militär.

Auffallend ist jedenfalls, dass ziemlich viele Kleriker und Bischöfe gar nicht so selten aus Bürgerfamilien kamen. Ad hoc fallen mir da gleich eine ganze Reihe Bischöfe von Brixen ein, ein Fürsterzbischof von Salzburg und wenn wir das Mittelalter hinter uns lassen, kommt mir noch ein Herr aus Wiener Neustadt in den Sinn, den ich bei Grillparzer als fragwürdige Dramenfigur ursprünglich begegnet bin und nach dem in Wien ein Platz benannt ist: Kardinal Melchior Khlesl (15. / 16. Jahrhundert).

Francesco Sforza mag vielleicht der erfolgreichste Aufsteiger unter den erfolgreichen Condottieres und Söldnerführern gewesen sein, aber wenn es nicht gerade um Herzogtum geht, sind auch dort sehr viele erfolgreiche Aufsteiger zu finden.
Wenn Janos Hunyady vielleicht doch ein unehelicher Sohn von irgendeinem König war (es soll diesbezüglich zumindest Legenden geben), dürfte der Aufstieg seiner Familie ebenfalls auf dieser Basis erfolgt sein.

---------------------------
Nur die Geschichtenschreiber erzählen uns, was die Leute dachten.
Wissenschaftliche Forscher halten sich streng an das, was sie taten.

Josephine Tey, Alibi für einen König
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
05.01.2017, 16:13
Beitrag: #6
RE: Wie wurde man Adliger
Im Heiligen Römischen Reich war das Recht auf Adelsverleihung ein Reservatrecht des Kaisers; abgeleitet davon durften die Reichsverweser im Falle der Sedisvakanz und die vom Kaiser dazu Ermächtigten den Adel verleihen. Seit alters her nahmen auch die Könige von Böhmen und die Pfalzgrafen bei Rhein dieses Privileg in Anspruch, später zunehmend die bedeutenden Reichsfürsten wie in Bayern und Brandenburg/Preußen sowie etliche geistliche Reichsfürsten.

Einen Aufstieg in den Adel erlebten im Hohen Mittelalter die Ministerialen, also nichtadlige Dienstleute, die von geistlichen oder weltlichen Herren mit Hof- und Kriegsdienst oder mit der Verwaltung ihrer Besitzungen beauftragt wurden. Im 13. Jahrhundert bildete sich aus Teilen dieser ursprünglich unfreien Schicht der Stand des niederen oder ritterbürtigen Adels heraus, andere Teile wanderten in die Führungsschichten der Städte ab (Patriziat). Ihre soziale und ökonomische Stellung war sehr unterschiedlich.

Die Erhebung in den Fürstenstand war ausschlielich dem Kaiser vorbehalten. Sofern es sich dabei um Reichsfürsten mit Sitz und Stimme im Reichstag handeln sollte, war die Zustimmung der im Reichstag vertretenen Reichsfürsten erforderlich.

Die Erhebung von Bürgerlichen in den Adelsstand stand nach dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches im Jahr 1806 allen Landesfürsten zu. Das sorgte für erheblichen Unmut innerhalb des Adels, wo sich ein stiller Widerstand der Adelsfamilien gegen die Emporkömmlinge bildete. Daran hat sich bis Heute nichts geändert.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
05.01.2017, 18:24
Beitrag: #7
RE: Wie wurde man Adliger
Wenn ich mich recht entsinne, verkam die Ausstellung von Adelsbriefen an Bürgerliche zu einer netten Geldquelle für die chronisch klammen Monarchen.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
05.01.2017, 19:14
Beitrag: #8
RE: Wie wurde man Adliger
Wenn ich da mal wieder ein Beispiel aus meiner unmittelbaren Nähe bringen darf.
Die Grafen Stauffenberg in Lautlingen waren "Reichsunmittelbar", starben aus ca. 1835, wurden beerbt von der "Freiherrlichen"-Linie der Stauffenberg, die ein paar Jahrzehnte später zu baierischen Grafen ernannt wurden. Womit sie schon Grafen waren, aber eben solche "2. Wahl".

Ein weltgeschichtlich wichtigerer Fall, die Frau des österreichischen Thronfolgers Franz-Ferdinand (beide in Sarajewo ermordet) war eine böhmische Gräfin, halt auch eine "Gräfin 2. Wahl" damit für einen Habsburger "unebenbürtig".
Wäre ihre Familie 1805 "reichsunmittelbar" gewesen, hätte dies ganz anders ausgesehen.

Ach war das eine Freude, als Gott der Herr mich schuf, ein Kerl wie Samt und Seide .....
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
05.01.2017, 19:39
Beitrag: #9
RE: Wie wurde man Adliger
Es ist schon eine kpl. Ewigkeit her, als Claus von Amsberg die damalige niederländische Thronfolgerin ehelichte,
ging folgende Geschichte durch die Medien
Zitat:Sein Urenkel Johann David Theodor August (1747–1820), evangelischer Pfarrer in Kavelstorf bei Rostock, erscheint seit 1795 regelmäßig als „von Amsberg“ und stieg somit ohne nachweisliche Adelserhebung vom Bürgertum in den niederen Adel auf. Die Namensführung Augusts und seiner Nachkommen wurde zumindest nicht beanstandet. Am 22. Oktober 1891 erging dann die Mecklenburg-Schwerin'sche Berechtigung zur Fortführung des Adelsprädikats.
Adel durch "Selbstproklamation":devil:

Ähnlicher Fall, der 1. Mann der Prinzessin Caroline von Monaco, Junot,
da gab es einen Napoleonischen General Junot, Herzog von Abrantes, und jener zeitweilige Prinzgemahl reiste eine ganze Zeit unter dem Anschein zu diesen Junots zu gehören.
Bis sich die "richtigen" meldeten und klarstellten, dass nicht.

Ach war das eine Freude, als Gott der Herr mich schuf, ein Kerl wie Samt und Seide .....
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
05.01.2017, 19:42
Beitrag: #10
RE: Wie wurde man Adliger
Der Ursprung des Adels - um den es hier wohl geht - geht auf die Grundbesitzer zwischen Spätantike und Frühmittelalter zurück. In den frühen Quellen wurden sie als "nobiles" bezeichnet. Ihre Macht stütze sich auf Grossgrundbesitz und auf die Verfügungsgewalt über unfreie Bauern und Bürger.
Im Althochdeutschen wurde die Bedeutung des Wortes "Adel" auch mit Abstammung und Geschlecht assoziiert. Woher der Begriff Adel kommt, ist dennoch nicht ganz eindeutig erklärt. Ein Erklärungsversuch leitet den Begriff von einem alten Wort für "Erbe" ab. Vermutlich stammt der Begriff jedoch vom germanischen Wort "Odal". Odal war der Haupthof germanischer Siedlungen, in dem nach dem Glauben der Germanen die Seelen der Ahnen lebten. Der Besitzer des Odals war der Odaling. Die ersten adligen Familien der Frühzeit gingen aus diesen Odalingen hervor - also auch hier hatte Adel mit Abstammung zu tun. Und zwar möglichst von einem Gott, Halbgott oder zum Mindesten von einem "Superahn". Im weiteren scheint das Wort "Adel" eng mit dem Adjektiv "edel" verwandt zu sein.

Der Ritterschlag ist erst seit dem 14. Jahrhundert gebräuchlich und löste die bis dahin gültige Schwertleite ab. Nachgewiesen ist der erste Ritterschlag in Frankreich für das 13. Jahrhundert. Die Schwertleite, der Vorläufer der Ritterschlagszeremonie ist in den schriftlichen Quellen ab dem 12. Jahrhundert nachweisbar. Bildlich vielleicht schon etwas früher: Der Teppich von Bayeux enthält eine Szene die an eine zeremonielle Waffenübergabe erinnert - vielleicht bereits eine Schwertleite.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
17.01.2017, 19:21
Beitrag: #11
RE: Wie wurde man Adliger
In einem Aufsatz, wo es um das Thema uneheliche Nachkommen gegangen ist, wurde auch der Aspekt berücksichtigt, dass es offensichtlich auch sehr viele Fälle gab, die nicht publik wurden. Der Autor mutmasste, dass z. B. das plötzliche Auftauchen eines Adeligen an einem Hof, der offensichtlich aus einer Adelsfamilie kam, die es zuvor keineswegs aktenkundig war, durchaus ein Indiz dafür sein könnte, dass es sich um einen unehelichen Sohn des dortigen Fürsten handeln könnte, der so durch die Schaffung eines neuen "Adelshauses" sozusagen versorgt wurde.

Über August dem Starken (und auch andere Fürsten) findet sich, dass sie ihre Maitressen durch den Kaiser zu Reichsgräfinnen erheben ließen, weil sonst die Damen offiziell gar nicht an ihren Höfen hätten verkehren können.

Interessant wäre auch der Fall einer Bürgerlichen im 17. Jahrhundert. Salome Alt war die Lebensgefährtin des Salzburger Domherren und späteren Erzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau und die Mutter seiner Kinder. Sie wurde von ihm als seine Untertanin selbst als Landesfürst von Salzburg in den Adel erhoben: Salome Alt von Altenau, und der Folge wurde sozusagen mit Schloss Altenau (heute bekannt als Schloss Mirabell) dann sozusagen das Haus für diesen neugeschaffenen Adel errichtet. Offensichtlich war diese Erhebung für den Erzbischof allerdings keineswegs ausreichend oder hatte Bedenken in Bezug auf die Anerkennung. Jedenfalls kümmerte er sich in der Folge noch darum, dass sie und ihren Kinder vom Kaiser der Reichsadel verliehen wurde. Dass er daneben auch von der Kurie offensichtlich einen Dispens beschaffte, um sie heiraten zu können, lässt ebenfalls gewisse Rückschlüsse zu.
--------------------------

---------------------------
Nur die Geschichtenschreiber erzählen uns, was die Leute dachten.
Wissenschaftliche Forscher halten sich streng an das, was sie taten.

Josephine Tey, Alibi für einen König
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
17.01.2017, 21:07
Beitrag: #12
RE: Wie wurde man Adliger
(17.01.2017 19:21)Teresa C. schrieb:  In einem Aufsatz, wo es um das Thema uneheliche Nachkommen gegangen ist, wurde auch der Aspekt berücksichtigt, dass es offensichtlich auch sehr viele Fälle gab, die nicht publik wurden. Der Autor mutmasste, dass z. B. das plötzliche Auftauchen eines Adeligen an einem Hof, der offensichtlich aus einer Adelsfamilie kam, die es zuvor keineswegs aktenkundig war, durchaus ein Indiz dafür sein könnte, dass es sich um einen unehelichen Sohn des dortigen Fürsten handeln könnte, der so durch die Schaffung eines neuen "Adelshauses" sozusagen versorgt wurde.

Über August dem Starken (und auch andere Fürsten) findet sich, dass sie ihre Maitressen durch den Kaiser zu Reichsgräfinnen erheben ließen, weil sonst die Damen offiziell gar nicht an ihren Höfen hätten verkehren können.

Interessant wäre auch der Fall einer Bürgerlichen im 17. Jahrhundert. Salome Alt war die Lebensgefährtin des Salzburger Domherren und späteren Erzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau und die Mutter seiner Kinder. Sie wurde von ihm als seine Untertanin selbst als Landesfürst von Salzburg in den Adel erhoben: Salome Alt von Altenau, und der Folge wurde sozusagen mit Schloss Altenau (heute bekannt als Schloss Mirabell) dann sozusagen das Haus für diesen neugeschaffenen Adel errichtet. Offensichtlich war diese Erhebung für den Erzbischof allerdings keineswegs ausreichend oder hatte Bedenken in Bezug auf die Anerkennung. Jedenfalls kümmerte er sich in der Folge noch darum, dass sie und ihren Kinder vom Kaiser der Reichsadel verliehen wurde. Dass er daneben auch von der Kurie offensichtlich einen Dispens beschaffte, um sie heiraten zu können, lässt ebenfalls gewisse Rückschlüsse zu.
--------------------------

Schloss Mirabell ist allerdings ein highligth mitten in Salzburg.
Der Garten einfach wunderschön
Und diesen Hintergrund kannte ich gar nicht.
Das ist allerdings eine Liebeserklärung gewesen.

Und ein Salzburger Erzbischof war verheiratet?
Ganz offiziell.

Könnte man da weiteren Background erfahren?

Ach war das eine Freude, als Gott der Herr mich schuf, ein Kerl wie Samt und Seide .....
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
18.01.2017, 08:14
Beitrag: #13
RE: Wie wurde man Adliger
(17.01.2017 21:07)Suebe schrieb:  
(17.01.2017 19:21)Teresa C. schrieb:  In einem Aufsatz, wo es um das Thema uneheliche Nachkommen gegangen ist, wurde auch der Aspekt berücksichtigt, dass es offensichtlich auch sehr viele Fälle gab, die nicht publik wurden. Der Autor mutmasste, dass z. B. das plötzliche Auftauchen eines Adeligen an einem Hof, der offensichtlich aus einer Adelsfamilie kam, die es zuvor keineswegs aktenkundig war, durchaus ein Indiz dafür sein könnte, dass es sich um einen unehelichen Sohn des dortigen Fürsten handeln könnte, der so durch die Schaffung eines neuen "Adelshauses" sozusagen versorgt wurde.

Über August dem Starken (und auch andere Fürsten) findet sich, dass sie ihre Maitressen durch den Kaiser zu Reichsgräfinnen erheben ließen, weil sonst die Damen offiziell gar nicht an ihren Höfen hätten verkehren können.

Interessant wäre auch der Fall einer Bürgerlichen im 17. Jahrhundert. Salome Alt war die Lebensgefährtin des Salzburger Domherren und späteren Erzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau und die Mutter seiner Kinder. Sie wurde von ihm als seine Untertanin selbst als Landesfürst von Salzburg in den Adel erhoben: Salome Alt von Altenau, und der Folge wurde sozusagen mit Schloss Altenau (heute bekannt als Schloss Mirabell) dann sozusagen das Haus für diesen neugeschaffenen Adel errichtet. Offensichtlich war diese Erhebung für den Erzbischof allerdings keineswegs ausreichend oder hatte Bedenken in Bezug auf die Anerkennung. Jedenfalls kümmerte er sich in der Folge noch darum, dass sie und ihren Kinder vom Kaiser der Reichsadel verliehen wurde. Dass er daneben auch von der Kurie offensichtlich einen Dispens beschaffte, um sie heiraten zu können, lässt ebenfalls gewisse Rückschlüsse zu.
--------------------------

Schloss Mirabell ist allerdings ein highligth mitten in Salzburg.
Der Garten einfach wunderschön
Und diesen Hintergrund kannte ich gar nicht.
Das ist allerdings eine Liebeserklärung gewesen.

Und ein Salzburger Erzbischof war verheiratet?
Ganz offiziell.

Könnte man da weiteren Background erfahren?

Offiziell war die Ehe wohl nicht, allerdings dürfte er es sich mit der Kurie, so weit es möglich war, gerichtet haben.

So glückliche endete diese Beziehung übrigens nicht. Konflikte mit dem Herzogtum Bayern hatten seinen Sturz zur Folge, Salome Alt gelang die Flucht nach Wels (heutige Republik Österreich, Bundesland Oberösterreich, damals unter der Herrschaft der Habsburger, im Linzer Stadtmuseum ist der Kenotaph einer ihrer gemeinsamen Töchter mit dem Bischof zu bewundern), Wolf Dietrich von Raitenau (er war aus der Familie der Herren von (Hohen-)Ems) allerdings beendete sein Leben in Festungshaft unter seinem Nachfolger (und Cousins) (das hatte allerdings politische Gründe und nichts mit seinem "Privatleben" zu tun), unter dem übrigens die Umbenennung des Schlosses Altenau in Mirabell erfolgte.

---------------------------
Nur die Geschichtenschreiber erzählen uns, was die Leute dachten.
Wissenschaftliche Forscher halten sich streng an das, was sie taten.

Josephine Tey, Alibi für einen König
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Antwort schreiben 


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Kontakt    |     Startseite    |     Nach oben    |     Zum Inhalt    |     SiteMap    |     RSS-Feeds