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Hat die (Mutter)Sprache Einfluß auf das menschliche Denken und Handeln?
01.10.2016, 12:14
Beitrag: #121
RE: Hat die (Mutter)Sprache Einfluß auf das menschliche Denken und Handeln?
(21.10.2013 19:13)Uta schrieb:  
(21.10.2013 16:29)Bunbury schrieb:  Und da wäre dann eifnach die Fragen, welchen Einfluss die Sprache auf die herausbildung eben des Typischen hat. Es ist eine Frage davon, wie man Dinge wahrnimmt, wie man an sie herantritt, wie man damit umgeht...
Ich fürchte, mir ist nicht wirklich klar, worauf du hinaus willst. (Was vermutlich weniger an Dir als an meiner Rechtshirnlastigkeit liegt Wink )

Ich kann es mir kaum vorstellen, dass ich anders wäre, wenn ich beispielsweise Englisch als erste Muttersprache gelernt hätte, vorausgesetzt, meine Sozialisierung und meine persönlichen Prägungen und Erfahrungen wären identisch geblieben - denn das wäre, so wie ich es verstanden habe, die Voraussetzung, um überhaupt solche Betrachtungen anzustellen - wobei ich mir hier auch nicht sicher bin, dich richtig verstanden zu haben.

Zitat:Wo siehst du denn die Unterschiede bzw die Gemeinsamkeiten zwischen der ungarischen und der deutschen Sprache? Das wäre vielleicht mal interessant...

Ich vermute mal, du meinst jetzt nicht die grammatikalen Unterschiede, oder? Denn das würde vermutlich das ganze Forum füllen....

Wesentlichster Unterschied zu allen Romanischen und Indogermanischen Sprachen ist vermutlich der, dass das Ungarische eine agglutinierende Sprache ist, das heißt, sämtliche Präpositionen des Ortes, der Zeit sowie tempi, numeri, possesiva etc. werden in kurzen Endungen an einen Wortstamm angehängt.
Beispiel: Ich gehe in mein Haus = hásamban megyek
wobei hás = Haus,
hásam = mein Haus
hásamban = in mein Haus
und medyek = ich gehe
(alle Ungaren mögen mir verzeihen, falls ich was falsch geschrieben habe Blush)

Schon allein aus diesem Grund ist es relativ schwer von der Grundstruktur her Gemeinsamkeiten zwischen Deutsch und Ungarisch zu finden außer der einen - beide Sprachen sind s**schwer zu lernen.
Edit: Sorry für den Satzbau - ist wohl gerade Schachtelsatzwoche...Blush

Hier kann man ja eine Verwandtschaft zwischen ungarisch und deutsch erkennen. Haus und Häs haben bestimmt denselben Ursprung aus der gemeinsamen Zeit, bevor sich indogermanisch und uralisch trennten.

Wie wurde Ungarisch zu einer agglunierenden Sprache, wenn indogermanisch/deutsch es so nicht ist. Natürlich hängen wir auch Silben an und fügen Worte zusammen um neue Worte zu kreieren.

viele Grüße

Paul

aus dem hessischen Tal der Loganaha (Lahn)
in der Nähe von Wetflaria (Wetzlar) und der ehemaligen Dünsbergstadt
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01.10.2016, 12:39
Beitrag: #122
RE: Hat die (Mutter)Sprache Einfluß auf das menschliche Denken und Handeln?
(30.09.2016 22:30)Aguyar schrieb:  
(30.09.2016 17:11)Bunbury schrieb:  Aber momentan frage ich mich, ob eine Sprache, die in sich fließender ist als das Deutsche, nicht erst die Grundlage gelegt hat für eine immer schneller funktionierende Welt... Kann man sich die Digitalisierung ohne Englisch vorstellen? Eine Digitialsisierung auf Deutsch?

Irgendwie nicht....

Aber sicher. Ein Freund von mir, ein Grieche, der sechs Sprachen perfekt beherrscht, behauptet steif und fest, dass Deutsch die wissenschaftlichste Sprache wäre, weil sie die Sprache wäre, in der sich Abstraktes am treffendesten ausdrucken lässt (er ist Philosoph). Wenn etwas kompelexes zu beschreiben ist, so meint er, bietet Deutsch die beste Möglichkeit, einen treffenden, aussagekräftigen Begriff dafür zu finden.

Genau darum geht es ja. Und ich finde es schön, dass du mir zustimmst, obwohl des es nicht willst. Nur Deutsch konnte einen Kant hervorbringen, das Englische hätte das nicht vermocht. Eine Sache gründlich zu durchdenken, ist auf Deutsch sicherlich besser möglich. Habe ich ja schon früher geschrieben, wenn es um meine politischen Diskussionen auf Deutsch und auf Englisch denke.

Die Digitalisierung geht mit einer immer größeren Oberflächlichkeit daher. Wenn alles ständig im Verändern und Fließen ist, kann man nichts richtig fassen.

(30.09.2016 22:30)Aguyar schrieb:  Ganz abgesehen davon, dass ich Englisch für primitv halte. -Smile (und hässlich sowieso)
Im Großen und ganzen ist das auch. Aber es gibt so ein paar Vorteile, die das Deutsche nicht hat. Beispielsweise die Sprachnuancierung. Wir haben Groß. Wenn jemand sagt, ein anderer sei Groß- dann wissen wir nicht unbedingt, was damit gemeint ist. Das Englische sagt "great" oder "Tall" und da ist es eindeutig.
Aber genau das ist es ja, was auf Deutsch zu weiterer, genauerer Umschreibung zwingt und zur Tiefgründigkeit....

Selbst denken ist nicht selbstsüchtig. Wer nicht selbst denkt, denkt überhaupt nicht
Oscar Wilde
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01.10.2016, 18:02
Beitrag: #123
RE: Hat die (Mutter)Sprache Einfluß auf das menschliche Denken und Handeln?
Dafür können wir Deutsche neue Worte bilden, wie wir lustig sind, einfach indem wir vorhandene Worte kombinieren....diesen "Neusprech" nennt man, wenn er in der Gesellschaft der Deutschsprecher "angekommen" ist, dann "neue Wortschöpfung" Big Grin Oder, wenn er nur von einem in spezieller Weise gebildeten Kreis von Deutschsprechern genutzt wird, "Fachsprache"...Big GrinBig Grin
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01.10.2016, 22:04
Beitrag: #124
RE: Hat die (Mutter)Sprache Einfluß auf das menschliche Denken und Handeln?
Oh, ich möchte das gar nicht wirklich bewerten. (Das versuche ich nämlich gerade mir abzugewöhnen.)
Ist es von Vorteil, wenn eine Sprache nuancierter ist oder nicht? Nun, wenn es um eine Beschreibung geht, dann sicherlich. Wenn es um Konsum geht, dann auch. Aber um etwas gründlich zu durchdenken? Die Nuancierung ist bereits vorgegeben, man braucht es also nicht mehr richtig zu durchdenken und selbst zu differenzieren.

Und "Butterfliege" und "Geleefisch" sind auch nette Bezeichnungen...

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