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BMW - EMW - Wartburg
26.03.2017, 21:44
Beitrag: #1
BMW - EMW - Wartburg
Was ich mich schon lange frage:

Warum hat man in der DDR eigentlich die BMW-Technologie bei Autos sowohl als auch bei Motorrädern nicht weiterverfolgt?

Mit den beiden PKW-Typen EMW 340 und 327 hatte man zwei ganz formidable Automobile in Produktion, die man zugunsten des DKW F9 einschlafen ließ/vom Band schmiß.

dito mit der BMW R35 die ma nebenfalls aus der Produktion nahm, um sie durch die völlig neu konstruierte Simson AWO 425 zu ersetzen.
Vor knapp 20 Jahren durfte ich Ewald Dähn kennenlernen, den Konstrukteur der AWO, leider kam es mir damals nicht in den Sinn, nachzufragen.
Die AWO wurde dann 1961 zugunsten der MZ eingestellt. Auch da erheben sich Fragen.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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26.03.2017, 23:25
Beitrag: #2
RE: BMW - EMW - Wartburg
(26.03.2017 21:44)Suebe schrieb:  Warum hat man in der DDR eigentlich die BMW-Technologie bei Autos sowohl als auch bei Motorrädern nicht weiterverfolgt?
Vielleicht hatte man damals mit Tatra und Wolga schon genug Dienstfahrzeuge für Politkader?
Die DDR durfte wohl grundsätzlich keine Prestigeobjekte der WP-Staaten entwickeln. Bei Rüstungsprojekten könnte man das noch irgendwie historisch begründen, schon Stalin musste Fabriken in einem großem Konflikt nach Osten verlegen.

Im Zusammenhang mit dem DDR-Düsenjet wurde hier behauptet, dass Iljushin keine Konkurrenz wollte. Bei den PKWs war es irgendwann eine Dummheit, die Volvo-fahrende SED war kein Nachweis für irgendwas Positives. Es wurden ja nicht einmal die Produkte der Bruderstaaten angeschafft.

"Es gibt nur eine Sache die größer ist als die Liebe zur Freiheit: Der Hass auf die Person, die sie dir weg nimmt."(Che Guevara)
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27.03.2017, 08:07
Beitrag: #3
RE: BMW - EMW - Wartburg
(26.03.2017 23:25)Triton schrieb:  
(26.03.2017 21:44)Suebe schrieb:  Warum hat man in der DDR eigentlich die BMW-Technologie bei Autos sowohl als auch bei Motorrädern nicht weiterverfolgt?
Vielleicht hatte man damals mit Tatra und Wolga schon genug Dienstfahrzeuge für Politkader?
Die DDR durfte wohl grundsätzlich keine Prestigeobjekte der WP-Staaten entwickeln. Bei Rüstungsprojekten könnte man das noch irgendwie historisch begründen, schon Stalin musste Fabriken in einem großem Konflikt nach Osten verlegen.

Im Zusammenhang mit dem DDR-Düsenjet wurde hier behauptet, dass Iljushin keine Konkurrenz wollte. Bei den PKWs war es irgendwann eine Dummheit, die Volvo-fahrende SED war kein Nachweis für irgendwas Positives. Es wurden ja nicht einmal die Produkte der Bruderstaaten angeschafft.

Den Horch-Sachsenring haben sie als Repräsentationsobjekt noch eine ganze Zeit weitergebaut. Aber im Prinzip keine Produktion, handwerkliche Kleinserie.
Während in Eisenach alles da war.
Exportieren ließ sich der EMW auch, Sporterfolge hatte er.

Das Eisenacher Dixi-BMW-Werk war wie ganz Thüringen 45 von den Amis besetzt worden. Ergo von den Sowjetischen Eroberungs-Zerstörungen verschont geblieben, und rasch wieder in Betrieb zu nehmen. Ganz im Gegensatz zu den ganzen Sächsischen Automobilwerken.

Die Mär will wissen, dass Schukow BMW-Fan war, Motorräder wie PKWs und es auf seine Intention zurückging, dass BMW-Eisenenach nicht demontiert wurde.
Es wurden sogar die Karosserie-Presswerkzeuge für die BMW-Karosserien aus der sonst vollständigen Ambi-Budd-Demontage ausgenommen. Die kamen nach Eisenach.
BMW wurde Sowjet-AG. Und als das Werk wieder an die Deutschen zurückging, war die erste Entscheidung F9 nix EMW....

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28.03.2017, 19:37
Beitrag: #4
RE: BMW - EMW - Wartburg
(26.03.2017 21:44)Suebe schrieb:  Was ich mich schon lange frage:

Warum hat man in der DDR eigentlich die BMW-Technologie bei Autos sowohl als auch bei Motorrädern nicht weiterverfolgt?

Weil das technisch zu aufwendig war.

Man brauchte angesichts der desolaten Industrie primitive Technik mit einfachsten Ersatzteilen.
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28.03.2017, 20:23
Beitrag: #5
RE: BMW - EMW - Wartburg
(28.03.2017 19:37)Dietrich schrieb:  
(26.03.2017 21:44)Suebe schrieb:  Was ich mich schon lange frage:

Warum hat man in der DDR eigentlich die BMW-Technologie bei Autos sowohl als auch bei Motorrädern nicht weiterverfolgt?

Weil das technisch zu aufwendig war.

Man brauchte angesichts der desolaten Industrie primitive Technik mit einfachsten Ersatzteilen.
kann nicht sein.

Der DKW F9 war zu der Zeit hightech pur, ein Zweitakter ist auch nur vordergründig "einfacher" als ein Viertakter. 3=6 hieß der Werbespruch für den DKW im Westen, sollte heißen bei DKW reichen 3 Zylinder wofür andere 6 brauchen.

Dito bei den Motorrädern. Man stellt die BMW R35 ein, und entwickelt die AWO, die obgleich etwas moderner aber das selbe Konzept wie die BMW darstellt.

Ich kann mir nur vorstellen, dass die Eroberungs- und Vandalismus-Zerstörungen außerhalb Thüringens ganz erheblich waren.
Es damit vorranig darum ging die erhalten gebliebenen Kapazitäten in Thüringen effektiver zu nutzen.
Simson war ja eigentlich ausschließlich ein Rüstungswerk, was nach 45 wegfiel.
Und die freien Kapazitäten so nutzbar gemacht werden sollten.

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28.03.2017, 22:12
Beitrag: #6
RE: BMW - EMW - Wartburg
Wartburg hatte Einzelradaufhängung und Frontantrieb, wenn man das mit den westdeutschen Marktführern in der Mittelklasse verglich, dann würde ich hier die Begriffe "einfach" und "primitiv" eher einem VW 1500 oder Opel Rekord zuordnen.

Bewusst einfach ist doch etwas Positives. In den 50er/60er Jahren experimentierten die großen amerikanischen Hersteller mit Frontantrieb, hemisphärischen Brennräumen, Kunststoffkarosserien und so weiter. Und dann kam Lee Iacocca und sagte: Weg mit diesem Kram, interessiert den Kunden nicht. Das Auto muss gut aussehen, macht Räder dran, einen Motor rein und fertig. Ford machte das und verkaufte drölfzig Zillionen Mustangs am ersten Tag.

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29.03.2017, 09:24
Beitrag: #7
RE: BMW - EMW - Wartburg
OK,
aber der Erfolg enes Ford Mustang oder azf Deutschland heruntergerechnet, ist doch nur denkbar in einem gesättigten Markt.
Nur da ist der Erfolg eines Autos, das außer Emotionen gar nichts hat, so denkbar.
Der Automarkt der DDR war aber gleich gar nie gesättigt.

Wie geschrieben, der DKW F9, nichts anderes ist der IFA F9 oder der Wartburg, war 1950 absolute Hightech.
Ich könnte mir vorstellen, dass das Karosserieproblem mit relevant für die Entscheidung den F9 in Eisenach zu bauen war.
In Eisenach hatte man inzwischen Erfahrungen mit Ganzstahlkarosserien. In Zwickau bis 1990 nicht.
Ich schrieb es oben, die Presswerkzeuge für den BMWs waren aus der Demontage von Ambi-Budd in Johannisthal ausgenommen und nach zu BMW/EMW gekommen.
Sehr viele deutsche Autohersteller hatten vor 45 keinen Karosseriebau.
Noch die Karosserien für die ersten Ost-F9 kamen aus Stuttgart von Baur. Die Karosserien für den projektierten Nachkriegs-Adler aus Reutlingen von Wendler

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