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Moden im Wohnungsbau, Wohnblocks/Stadtvillen
29.09.2012, 15:23
Beitrag: #61
RE: Moden im Wohnungsbau, Wohnblocks/Stadtvillen
Sind Gewölbekeller denn kälter oder brauchte man nur mehr Platz nach oben?
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29.09.2012, 15:35
Beitrag: #62
RE: Moden im Wohnungsbau, Wohnblocks/Stadtvillen
(29.09.2012 15:23)Renegat schrieb:  Sind Gewölbekeller denn kälter oder brauchte man nur mehr Platz nach oben?

Temperaturneutraler, da herrscht mehr oder weniger das ganze Jahr das selbe Klima. Nicht viel wärmer als im Kühlschrank.
Bei uns vor Ort, war der gestampfte Lehmfussboden im Gewölbekeller üblich, und mein Vater hat des öfteren darauf hingewiesen, dass "bei ihm" auch der Fussboden aus Ziegeln wäre, was wohl den Keller nochmals "verbesserte".

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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29.09.2012, 15:41
Beitrag: #63
RE: Moden im Wohnungsbau, Wohnblocks/Stadtvillen
(29.09.2012 15:23)Renegat schrieb:  Sind Gewölbekeller denn kälter oder brauchte man nur mehr Platz nach oben?
Ein guter Gewölbekeller hat eine nahezu konstante Temperatur zwischen 8 und 10 °C, bei relativ hoher Luftfeuchtigkeit. Unser Keller ist 1,5 m unter dem Niveau des restlichen Kellers und vollständig aus großen Natursteinquadern gemauert. Das Tonnengewölbe erlaubt dann eben auch eine gemauerte Decke. Dadurch sind es ein hervorragender Vorratskeller.
Die großen Wein-/Bierlagerkeller liegen häufig tiefer in der Erde oder aber sind in einen Hang eingelassen.

Ich denke auch, dass der relativ aufwändige Bau eines Gewölbekellers durch die Verbreitung der Kühlschränke und Vorbehandlung von Lebensmitteln beim Produzenten abgelöst wurde. Sehr schade eigentlich, denn ein solcher Keller hat einige unschlagbare Vorteile den Kühlschränken gegenüber - und sei es nur wenn man einen größeren Vorrat an guten Württemberger Weinen optimal lagern möchte Wink

nicht ärgern, nur wundern...
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29.09.2012, 16:39
Beitrag: #64
RE: Moden im Wohnungsbau, Wohnblocks/Stadtvillen
(29.09.2012 15:41)Uta schrieb:  Ein guter Gewölbekeller hat eine nahezu konstante Temperatur zwischen 8 und 10 °C, bei relativ hoher Luftfeuchtigkeit. Unser Keller ist 1,5 m unter dem Niveau des restlichen Kellers und vollständig aus großen Natursteinquadern gemauert. Das Tonnengewölbe erlaubt dann eben auch eine gemauerte Decke. Dadurch sind es ein hervorragender Vorratskeller.
Die großen Wein-/Bierlagerkeller liegen häufig tiefer in der Erde oder aber sind in einen Hang eingelassen.

Ich denke auch, dass der relativ aufwändige Bau eines Gewölbekellers durch die Verbreitung der Kühlschränke und Vorbehandlung von Lebensmitteln beim Produzenten abgelöst wurde. Sehr schade eigentlich, denn ein solcher Keller hat einige unschlagbare Vorteile den Kühlschränken gegenüber - und sei es nur wenn man einen größeren Vorrat an guten Württemberger Weinen optimal lagern möchte Wink


Wenn ich mal demnächst bei meinem Bruder vorbeikomme, muss ich mal runterschauen. Seit dem Tod meiner Mutter war ich mindestens nicht mehr unten.

Die Haltbarmachung von Eiern ist mir durch diesen 3nd wieder präsent geworden.
Ich habe mal in Wiki nach "Wasserglas" geschaut, vielleicht interessiert es ja jemanden:
Zitat:Eine vor der Verbreitung von Kühlschränken gebräuchliche Konservierungsmethode, z. B. zum Einlegen von Eiern, beruht ebenfalls auf Wasserglas: Man rührt eine gewisse Menge der Alkalisilicatlösung in Wasser (meist 1 Teil Wasserglas auf 9 Teile Wasser) und schlägt die Mischung mit einem Schneebesen auf. Nach einer Weile wird die Lösung dann gallertartig/halbfest. In diese Lösung werden die gereinigten Eier eingelegt. Die Wirkung dieser Konservierungsmethode basiert darauf, dass die Poren der Eierschale aufgefüllt werden und die Schale dadurch vor dem Eindringen von Keimen und Wasser oder Luft geschützt ist.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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29.09.2012, 16:45
Beitrag: #65
RE: Moden im Wohnungsbau, Wohnblocks/Stadtvillen
(29.09.2012 15:41)Uta schrieb:  Ein guter Gewölbekeller hat eine nahezu konstante Temperatur zwischen 8 und 10 °C, bei relativ hoher Luftfeuchtigkeit.

Also fast die Bedingungen, die die modernen Biofresh-Kühlschränke bieten, wobei die etwas kühler im Gemüseteil sind.

(29.09.2012 15:41)Uta schrieb:  Ich denke auch, dass der relativ aufwändige Bau eines Gewölbekellers durch die Verbreitung der Kühlschränke und Vorbehandlung von Lebensmitteln beim Produzenten abgelöst wurde. Sehr schade eigentlich, denn ein solcher Keller hat einige unschlagbare Vorteile den Kühlschränken gegenüber - und sei es nur wenn man einen größeren Vorrat an guten Württemberger Weinen optimal lagern möchte Wink
Ja, sehr schade, da wird viel Alltagswissen verlorengehen in den nächsten Jahrzehnten. Wenn man sich überlegt, dass diese Lagerung früher nur durch bauliche Maßnahmen möglich war und natürlich richtige Konservierungsmethoden. Und heute geht das mit Industrietechnik und Strom.

Wo wir gerade bei der Lebensmittellagerung sind, kennt ihr noch diese Mauerschränke als Speisekammer, meist in der Küche mit Lüftungsschlitzen nach draußen?

Ich habe noch so einen in Gebrauch, leider wurden seine Lüftungsschlitze schon vor Jahren durch die Wärmeschutzfassade verschlossen. So ist es ein unpraktischer Schrank mit dicken Wänden geworden. In ein paar Wochen kommt er raus.
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30.09.2012, 14:17
Beitrag: #66
RE: Moden im Wohnungsbau, Wohnblocks/Stadtvillen
Zitat: Renegat schrieb: Also fast die Bedingungen, die die modernen Biofresh-Kühlschränke bieten, wobei die etwas kühler im Gemüseteil sind.

Ja, sehr schade, da wird viel Alltagswissen verlorengehen in den nächsten Jahrzehnten. Wenn man sich überlegt, dass diese Lagerung früher nur durch bauliche Maßnahmen möglich war und natürlich richtige Konservierungsmethoden. Und heute geht das mit Industrietechnik und Strom.


Was man halt auch sehen muss:
Die Gewölbekeller waren natürlich ein gewisses Sicherheitsrisiko.
Meine Tante, Haus mitten in der Stadt,
das Haus hat eine Bombe "weggeblasen" die aber dem Gewölbekeller nichts getan hat.
Der deshlab natürlich in den Neubau integriert wurde.
Treppe natürlich "Spätmittelalter-Frühe Neuzeit" irgendwann ist sie runtergefallen, Schädelbasisbruch.
Kein Geschmackssinn mehr! Als Bäckersfrau.

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04.10.2012, 10:50
Beitrag: #67
RE: Moden im Wohnungsbau, Wohnblocks/Stadtvillen
(26.09.2012 15:51)Renegat schrieb:  Können wir festhalten, dass in den 50ern überwiegend Kombibäder in den einzelnen Wohnungen gebaut wurden?

./.

Wahrscheinlich kann man die Jahrzehntezuordnung der Moden nur für die jüngere Vergangenheit vornehmen. Vorher kamen die Veränderungen mit größeren Zeitabständen, wie man aus diesem Link ableiten kann. http://www.baunetzwissen.de/standardarti...48204.html

./.
Aus Baugeschichte kann man also einiges neues erfahren, wenn man offen und sachlich damit umgeht. Smile

In den Hirnwindungen des Sueben hat es geknistert und geknastert,
"da war doch noch was, da war doch noch was"
Richtig, jetzt ist es mit wieder eingefallen.

Anfangs der 90er gab es in Neuhausen ob Eck, Freilichtmuseum, eine Ausstellung "Hygiene und Gesundheit auf dem Land".
Das zugehörige Druckstück befindet sich, fast würde ich natürlich sagen, in meinem Besitz. Nur hatte ich es, auch da könnte man sagen, natürlich, vergessen. Außer hinten drüben, im Langzeitbereich, da waren noch Spuren.

OK, zur Sache.
Das Wissen über die Zusammenhänge von Hygiene und Gesundheit hat sich im Gefolge der Aufklärung seit Ende des 18. Jahrhunderts entwickelt.
Während diese Entwicklung um ca. 1900/10 eigentlich abgeschlossen war, ging die Umsetzung dieses Wissens noch deutlich länger. Und war erst in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts beendet, als Bad und WC in der Breite auf dem Land eingebaut wurden.
Der Autor schreibt von einer erheblichen Beharrlichkeit und einem "Festhalten an alten Bräuchen" die die Umsetzung des Wissens verhinderten.

Hier gehört auch der oft beschriebene Satz her, ob er so gefallen ist, halte ich für fraglich, der Autor hält ihn aber für authentisch:
"Für uns würde es schon noch gehen, aber das Vieh saufts halt nicht mehr". Wobei die "Trink"-Wasserqualität Ende des 19. Jahrhunderts gemeint war.

Seit den 1820er Jahren gab es auch Ortsvisitationen durch den Kreis-Mediziner, dessen Beanstandungen. genauer die Behebung, sabotierte die Dorfbevölkerung mit Unterstützung der örtlichen Obrigkeit. Und ich denke mal hier haben wir den Kern des Problems. Die Kosten.
Da gehe ich mit den Ausstellungsmachern und dem Autor nicht einig.
Die Bevölkerung hat den Zusammenhang durchaus gesehen, aber wer hat schon Geld?
und insbesondere "jetzt gerade" ist schier gar keins da....
Vielleicht nächstes Jahr....
Da war dann evt. schon wieder Krieg, und man hatte andere Sorgen,

Das würde ich als Haupthindernis für die Umsetzung sehen. Wer gibt schon gerne Geld aus, wenn er nicht sofort und gleich einen handfesten Vorteil hat?
Dagegen rangiert das "Festhalten an alten Bräuchen" mMn sehr viel weiter hinten.

Noch zur Ergänzung: Im Jahr 1930 haben 50% der Beamten, 30% der Angestellten und 10% der Arbeiterhaushalte ein eigenes Bad gehabt. Quelle: Die o.g. Publikation

Edit: Dieses Jahr ist die Sonderausstellung einem sehr ähnlichen Thema gewidmet. Den Hebammen.

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04.10.2012, 12:14
Beitrag: #68
RE: Moden im Wohnungsbau, Wohnblocks/Stadtvillen
Gut, Suebe, damit können wir die Entwicklung der Bäder wohl abschließen.
Küchen hatten wir auch erledigt, mit einem kurzen Streifzug zu guten Stuben und Wohnzimmern. Kann man zusammenfassend sagen, je kleiner die Küche, desto größer das Wohnzimmer? Um dann aktuell wieder mit Küche, Eßecke und Wohnbereich zum offenen Wohnen zusammengefaßt zu werden.
Gibt es zu Schlafzimmern interessante Entwicklungen aufzuzeigen?

Haben wir die Kellervarianten vollständig erfaßt? In vielen Mehrfamilienhäusern wurden die Kellerräume bis in die 60er so aufgeteilt, dass zu jeder Wohnung zwei kleine Kellerräume gehörten, damit die Kohlen getrennt von den Vorräten gelagert werden konnten.
Heute hat man hauptsächlich "Kruscht" im Keller, ich muß meinem dringend mal entrümpeln. Einfamilienhäuser werden aus Kostengründen häufig ohne Keller gebaut, man hat stattdessen Hauswirtschaftsräume, Gartenhäuschen und Doppelgaragen mit Werkstattecke, jedenfalls auf dem Land, wo die Grundstücke nicht so teuer sind.
Gibt es zur Balkon- und Loggiengeschichte noch interessantes beizutragen?
Ich weiß nur, dass heute niemand mehr auf die Idee käme, Wohnungen in Mehrfamilienhäusern ohne einen Draußenplatz zu bauen.
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04.10.2012, 12:58
Beitrag: #69
RE: Moden im Wohnungsbau, Wohnblocks/Stadtvillen
Interessiert in dem Zusammenhang eigentlich auch die Geschichte der Beleuchtung der Wohnräume?
Da habe ich mich mal mit befasst.

Also, bei Interesse.

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04.10.2012, 13:43
Beitrag: #70
RE: Moden im Wohnungsbau, Wohnblocks/Stadtvillen
(04.10.2012 12:58)Suebe schrieb:  Interessiert in dem Zusammenhang eigentlich auch die Geschichte der Beleuchtung der Wohnräume?
Da habe ich mich mal mit befasst.
Interessant ist das sicher, nur in diesem Thema ging es mehr um Mehrfamilienhäuser. Die werden ja erst seit gut 100 Jahren gebaut, soweit ich das übersehe.
Davor gab es in den Städten die Stadthäuser, wie in der Gründerzeit, in denen meist der Bauherr in der 1. Etage wohnte und das Personal drüber.
Mietshäuser wurden in D erst seit der Industriealisierung gebaut oder sehe ich das falsch?
Wenn ich es mir recht überlege, konnten die noch nicht alle an ein Stromnetz angeschlossen sein. Auf dem Land dauerte es noch länger. Also paßt es schon, denke ich. Außerdem kommen wir damit vielleicht auch auf die Geschichte der Haushaltsmaschinen.
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04.10.2012, 15:07
Beitrag: #71
RE: Moden im Wohnungsbau, Wohnblocks/Stadtvillen
(04.10.2012 13:43)Renegat schrieb:  Interessant ist das sicher, nur in diesem Thema ging es mehr um Mehrfamilienhäuser.
So wie ich das einschätze, ging es um die Moden bei Wohnraum jeglicher Art.
Aber gut - du hast das Thema erstellt.
(04.10.2012 13:43)Renegat schrieb:  Die werden ja erst seit gut 100 Jahren gebaut, soweit ich das übersehe.
Davor gab es in den Städten die Stadthäuser, wie in der Gründerzeit, in denen meist der Bauherr in der 1. Etage wohnte und das Personal drüber.
Mietshäuser wurden in D erst seit der Industriealisierung gebaut oder sehe ich das falsch?
Naja, im mehr oder weniger großen Stil eben schon seit Beginn der Gründerzeit, und das war die große Zeit der Industrialisierung. Also ab Mitte des 19. Jhd., besonders ab der deutschen Reichsgründung.
Der Zuzug aus den ländlichen Gebieten, um den Arbeitskräftebedarf für die neuen Industrien zu decken, die daraus folgende Wohnungsknappheit, machte das ganz einfach notwendig. Aber das ist ja klar.
(04.10.2012 13:43)Renegat schrieb:  Wenn ich es mir recht überlege, konnten die noch nicht alle an ein Stromnetz angeschlossen sein. Auf dem Land dauerte es noch länger. Also paßt es schon, denke ich.
Ich finde auch, dass das ein sehr interessantes Unterthema sein könnte.
Thomas Edison kennen wir alle, nur dauerte es noch geraume Zeit, bis alle an seiner Erfindung teilhaben konnten.
Zur Einführung dieser Link mit Zitat: http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_...ahrhundert
Zitat:Hohe Kosten für Stromproduktion und Stromversorgung verzögerten noch im 20. Jahrhundert die Ausbreitung des elektrischen Lichts. Berlin war Ende der 1920er Jahre erst zu 50 % an das Stromnetz angeschlossen. Elektrizität wurde anfangs als reiner Lichtspender betrachtet, noch gab es kaum andere elektrische Geräte. Die hohen Anschlusskosten an das Stromversorgungsnetz und die hohen Preise für nicht besonders langlebige Leuchtmittel machten “das Licht”, wie der Strom im Volksmunde genannt wurde, zu einem Luxusgut für reiche Bürger. Finanzielles Entgegenkommen der Elektroindustrie beim Leitungsanschluss und sogar bei der Versorgung mit Glühlampen waren nötig. Manche Gemeinden wurden initiativ und halfen bei der Finanzierung der Elektrifikation ihrer Bewohner. Trotzdem dauerte es bis in die 1940er Jahre, bis ganz Deutschland ans Stromnetz angeschlossen war.

Und du warst schön. In deinem Auge schien
sich Nacht und Sonne sieghaft zu versöhnen.
...
So kam dich meine Liebe krönen.
Und meine nächteblasse Sehnsucht stand,
weißbindig wie der Vesta Priesterin,
an deines Seelentempels Säulenrand
und streute lächelnd weiße Blüten hin.

(Rainer Maria Rilke)
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04.10.2012, 15:11
Beitrag: #72
RE: Moden im Wohnungsbau, Wohnblocks/Stadtvillen
(04.10.2012 13:43)Renegat schrieb:  Interessant ist das sicher, nur in diesem Thema ging es mehr um Mehrfamilienhäuser. Die werden ja erst seit gut 100 Jahren gebaut, soweit ich das übersehe.
Davor gab es in den Städten die Stadthäuser, wie in der Gründerzeit, in denen meist der Bauherr in der 1. Etage wohnte und das Personal drüber.
Mietshäuser wurden in D erst seit der Industriealisierung gebaut oder sehe ich das falsch?
Wenn ich es mir recht überlege, konnten die noch nicht alle an ein Stromnetz angeschlossen sein. Auf dem Land dauerte es noch länger. Also paßt es schon, denke ich. Außerdem kommen wir damit vielleicht auch auf die Geschichte der Haushaltsmaschinen.

Mal aus der Hand.
Hauseigentum oder "Hauszins" ist ein interessantes Thema. Vielleicht ist das regional unterschiedlich, bei uns im Städtchen gab es Häuser die 4-6 Eigentümer hatten. Realteilung!
Mietbau muss ich mal schauen.

Die Industrialisierung hat in Deutschland zeitverzögert eingesetzt, keine Frage, aber in den 1830er ging die schon los. Ob man da den Mietwohnungsbau direkt verknüpfen kann, weiß ich jetzt nicht.

Von der Talgkerze bis zum Halogenlicht heute ist ein weiter Weg.
Anlass, dass ich mich damit beschäftigt habe, war ein Ereignis im Jahre 1912, meine Urgroßmutter ist "verbrannt", gestorben an den Verletzungen durch einen Zimmerbrand, ausgelöst von einer Petroleumlampe die eine Cousine meiner Mutter "kreisen" ließ.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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09.10.2012, 12:11
Beitrag: #73
West-Berliner Wohnblocks Presseschau
mal der Versuch die Presseschau direkt mit einem vorhanden Thema zu verknüpfen

[Bild: 1.17670642.1349714465.jpg]

Zitat:In den sechziger und siebziger Jahren entstanden in Westberlin ambitionierte Grossbauten, die den Überlebenswillen der geteilten Stadt architektonisch zum Ausdruck brachten. Heute tut sich Berlin schwer mit Erhaltung und Sanierung dieses in die Jahre gekommenen Erbes.

Zitat:Wie ein gewaltiges Raumschiff liegt das silbrig schimmernde «Internationale Congress-Centrum» (ICC) zu Füssen des Funkturms am Rand des Messegeländes, ganz so als wäre es gerade aus den Weiten des Weltalls nach Berlin geflogen. Derweil braust vor dem 320 Meter langen Giganten der Verkehr in einem nie endenden Strom über die Stadtautobahn. Doch das ICC ist nicht nur ein Blickfang für Autofahrer, es ist eine Architekturikone des alten Westberlin. Das 1979 eröffnete Gebäude zeugt von einer Zeit, als in der wirtschaftsschwachen Mauerstadt die Subventionen aus Westdeutschland sprudelten. Und das aus gutem Grund: Besass in den Zeiten des Kalten Krieges doch jedes neue Haus — zumal ein Kongresszentrum — hohe Symbolkraft. Es dokumentierte den Überlebenswillen der Frontstadt Berlin. Doch seit Berlin wiedervereint ist, hat die Strahlkraft der einstigen Vorzeigebauten nachgelassen. Ein paar Jahre nach der Wiedervereinigung bewegte sich die Fassadenreinigungsanlage ein letztes Mal über die Aluminiumfassade des ICC. Nun schmuddelt die Hülle des futuristischen Hauses vor sich hin. Eine Ikone auf dem Abstellgleis."
./.
Westen im Abseits

So prominent der Fall des ICC ist – er steht nicht allein. Die notorisch klamme deutsche Hauptstadt ist architektonisch und kulturell zwar ein Kind der Moderne, eine «Elektropolis» an der Spree und ein Motor der Avantgarde der 1920er Jahre. Doch nach 1990 fremdelte die Stadtplanung gegenüber dem Erbe der Moderne, das Augenmerk richtete sich hauptsächlich auf die Defizite und Brachen, die die DDR hinterlassen hatte. Inzwischen ist zumindest teilweise Besserung in Sicht.

Die berühmten Siedlungen von Bruno Taut, Martin Wagner und Hans Scharoun gehören zum Welterbe, und die Stadt bemüht sich auch um Teile ihrer Nachkriegsarchitektur. So sollen das Hansaviertel im Westen und die Stalinallee im Osten als Beispiele für unterschiedliche Konzepte des Wiederaufbaus nach 1945 gemeinsam auf die Welterbeliste. Doch noch immer tut man sich besonders mit dem Erbe der späten Moderne an der Spree schwer, besonders bei den Bauten des alten Westberlin.

Bis heute warten daher manche «Berliner Riesen» auf eine angemessene Würdigung, wie das Klinikum Benjamin Franklin in Berlin-Steglitz (Architekten Curtis, Davis, Mocken), das mit finanzieller Unterstützung der USA errichtet und 1968 eröffnet wurde. Sein filigraner Sonnenschutz aus geschweiften Betonelementen bedürfte dringend einer Instandsetzung.
Zitat:zum weiterlesen
http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/kun....17670256#
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09.10.2012, 12:39
Beitrag: #74
RE: Moden im Wohnungsbau, Wohnblocks/Stadtvillen
Die in dem Artikel genannten Bauten sind überwiegend Gewerbebauten. Gerade Bürogebäude, Einkaufszenter, Kliniken aus den späten 70er und 80er Jahren sind inzwischen schon Problembauten. Sie gehören oft zum Typ der Betonmonster, manche sind Asbestbelastet oder entsprechen vom Innenzuschnitt nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Einige wurden in meiner Stadt schon abgerissen bzw der Abriss steht an, obwohl sie ja erst 30-40 Jahre alt sind.

Ein ähnliches Schicksal kann man bei den Großwohnanlagen verzeichnen. Riesige, verschachtelte Betonhochhäuser entsprechen wegen ihrer Anonymität nicht den Bedürfnissen der Bewohner. Eine weltweit zu beobachtende Architekturverirrung, die man nur abreißen oder zurückbauen kann.

Was man unter Denkmalschutz stellen sollte, ist oft eine politische Frage, sowie Architektur eine Geschmacksfrage ist. Nach meiner Meinung hätte der Palast der Republik unter Denkmalschutz gehört, glücklicherweise hat man Asbest gefunden.
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09.10.2012, 12:53
Beitrag: #75
RE: Moden im Wohnungsbau, Wohnblocks/Stadtvillen
(09.10.2012 12:39)Renegat schrieb:  Die in dem Artikel genannten Bauten sind überwiegend Gewerbebauten.


nicht nur

Zitat:Die berühmten Siedlungen von Bruno Taut, Martin Wagner und Hans Scharoun gehören zum Welterbe, und die Stadt bemüht sich auch um Teile ihrer Nachkriegsarchitektur. So sollen das Hansaviertel im Westen und die Stalinallee im Osten als Beispiele für unterschiedliche Konzepte des Wiederaufbaus nach 1945 gemeinsam auf die Welterbeliste. Doch noch immer tut man sich besonders mit dem Erbe der späten Moderne an der Spree schwer, besonders bei den Bauten des alten Westberlin.
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09.10.2012, 15:42
Beitrag: #76
RE: Moden im Wohnungsbau, Wohnblocks/Stadtvillen
(09.10.2012 12:39)Renegat schrieb:  Ein ähnliches Schicksal kann man bei den Großwohnanlagen verzeichnen. Riesige, verschachtelte Betonhochhäuser entsprechen[/b]wegen ihrer Anonymität nicht den Bedürfnissen der Bewohner. Eine weltweit zu beobachtende Architekturverirrung, die man nur abreißen oder zurückbauen kann.

Was man unter Denkmalschutz stellen sollte, ist oft eine politische Frage, sowie Architektur eine Geschmacksfrage ist. Nach meiner Meinung hätte der Palast der Republik unter Denkmalschutz gehört, glücklicherweise hat man Asbest gefunden.

Da fehlt das Wort heute . Denn zu der Zeit, waren es teilweise architektonische Highlights. Von Anonymisierung wußte man nichts zu der Zeit, wohl aber von Wohnungsnot ,die in beiden Teilen Berlins und in weiten Teilen Deutschlands herrschte. Denkmalsschutz ist keine politische Frage , sondern genauen Regeln unterworfen. Die maßgeblichste Regel ist die , das das Denkmal eine (möglichst) lange Geschichte hat, architektonische Besonderheiten von Baustilen aufweist , die (auch) Richtungsweisend waren, die besonders durch den Baustil schützendwert sind (auch Quartiersweise), die geschichtlich relevant sind, etc.pp.. Beim Palast d.R. kann man gerade konstatieren das da eine erste freie Volkskammersitzung stattgefunden hat, für Denkmalsschutz zu wenig. Architektonisch für mich ein beliebiger Allzweckbau des vorigen Jahrhunderts, nichts außergewöhnliches wie z.B. das "Haus des Lehrers" am Alexanderplatz oder das "Hochhaus an der Weberwiese" U-Bhf Schillingstraße in Berlin (Ost).
Architektur ist nur aus der Sicht der jeweiligen Zeit zu interpretieren.
Übrigens, Mietwohnungen gab es schon im Mittelalter. Denn da wurden auch Wohnungen angemietet und vermietet. Nur seit der Industrialisierung wurden Wohnungen gebaut zum alleinigen Zwecke der Vermietung, wodurch auch das Wort Mietzins (Miete) entstand.
solon
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12.10.2012, 20:02
Beitrag: #77
Htilers Teppichstangen Presseschau
Zitat:Teppichstangen, wie Hitler sie sich wünschte

Adolf Hitler hatte monumentale Pläne mit Linz, wo er seine Jugendjahre verbrachte. 11.000 Wohnungen ließ er vom Architekten Roderich Fick bauen, Trabantenstädte, in denen die Mieter heute gerne leben.

[Bild: Hitlerbauten-cover.jpg]

Zitat:Wie bauen Diktaturen? Die Frage ist aktuell, seit sich deutsche Architekten um Aufträge in China reißen. Und deshalb kommt eine Ausstellung gerade recht, die die heiß diskutierte Frage am Beispiel der "Hitlerbauten" in Linz reflektiert. Linz, die "Patenstadt des Führers", in der er Jugendjahre verbracht hat, die er zu einer der fünf "Führerstädte" erhob, neben der Reichshauptstadt Berlin, der "Hauptstadt der Bewegung" München, dem "Tor zur Welt" Hamburg und der "Stadt der Reichsparteitage" Nürnberg, was allein schon den ungeheuren Ehrgeiz zeigt, dieser bis dahin eher bescheidenen Provinzstadt eine ganz neue Bedeutung zu verleihen.

Eine Stadt, die zu einem zweiten Budapest ausgebaut werden sollte, das er bewunderte. Eine Stadt, die ihm so wichtig war, dass er ihre Ausbaupläne als einziger Stadt überhaupt bis in die letzten Kriegswochen weiterverfolgen und sich das Stadtmodell noch im Februar 1945 in den Bunker der Reichskanzlei bringen ließ.

Linz sollte auf 420.000 Einwohner anwachsen


Und die Leute wohnen allem nach gerne dort.

zum weiterlesen
http://www.welt.de/kultur/kunst-und-arch...schte.html
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