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Reichstagsbrand
27.02.2019, 18:59
Beitrag: #1
Reichstagsbrand
Am 27. Februar 1933 brannte der Reichstag.

Der seit 28 Tagen im Amt befindliche Reichskanzler Hitler nutzte die Gunst der Stunde.
"Verordnung zum Schutz von Volk und Staat"

Aber man weiß eigentlich bis heute nicht, wer dahinter steckte.
Beim NfH war das vor Jahrzehnten ausführlich Thema. Der damalige Moderator Wigbert Benz hat noch mit Fritz Tobias (damals hoch in den 90ern) telefoniert.
Von Tobias stammt die "Alleintäterthese" van der Lubbe, die er im Spiegel publiziert hatte.

Auf alle Fälle hat der Brand den Nazis sehr in die Finger gespielt.

Gibt es neue Erkenntnisse dazu?

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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27.02.2019, 21:31
Beitrag: #2
Reichstagsbrand
Habe kürzlich einen Beitrag gesehen , der sich diesem Vorgang widmete Auch hier konnte nichts Genaues ermittelt werden .
Das Thema ist sehr interessant !
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27.02.2019, 23:06
Beitrag: #3
RE: Reichstagsbrand
Wie soll man da nach sovielen Jahren ohne lebende Beteiligte noch viel Neues herausfinden?

Dass die Nazis früher und später fingierte oder verdreht dargestellte Vorfälle als Rechtfertigung dazu benutzten, das zu tun, was sie ohnehin tun wollten, war ja nun unzweifelhaft so. Da kommt es eigentlich nicht drauf an, ob es auch echte Angriffe gab.

Beispiele? Der Überfall auf den Sender Gleiwitz. Der Röhm-Putsch. Der angeblich kurz bevorstehende sowjetische Angriff. usw.

Wer zig mal lügt, dem glaubt man eben nichts mehr.

Witzig ist ja, dass die Nazis ausgerechnet die echte Verschwörung gegen ihr Regime 1944 nicht aufdecken konnten.

"Es gibt nur eine Sache die größer ist als die Liebe zur Freiheit: Der Hass auf die Person, die sie dir weg nimmt."(Che Guevara)
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28.02.2019, 09:38
Beitrag: #4
RE: Reichstagsbrand
(27.02.2019 23:06)Triton schrieb:  Wie soll man da nach sovielen Jahren ohne lebende Beteiligte noch viel Neues herausfinden?

Dass die Nazis früher und später fingierte oder verdreht dargestellte Vorfälle als Rechtfertigung dazu benutzten, das zu tun, was sie ohnehin tun wollten, war ja nun unzweifelhaft so. Da kommt es eigentlich nicht drauf an, ob es auch echte Angriffe gab.

Beispiele? Der Überfall auf den Sender Gleiwitz. Der Röhm-Putsch. Der angeblich kurz bevorstehende sowjetische Angriff. usw.

Wer zig mal lügt, dem glaubt man eben nichts mehr.

Witzig ist ja, dass die Nazis ausgerechnet die echte Verschwörung gegen ihr Regime 1944 nicht aufdecken konnten.


Es ist halt so, dass es da teuflisch viele Verwirrungen gibt.
Bis zu den Vorkommnissen beim Ifz in München 1964
Schneider, Tobias, Mommsen usw.
was zu einer "Gegendarstellung" der Ifz zur eigenen früheren Position am Beginn des neuen Jahrtausends führte.

Es muss ca. 1960 hochpolitisch gewesen sein, KPD-Verbot!

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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28.02.2019, 13:31
Beitrag: #5
RE: Reichstagsbrand
So sehr es den Nazis auch ins Programm gepasst hat, der geistig minderbemittelte Lubbe war offenbar Einzeltäter. Der große Prozess mit Kommunisten auf der Anklagebank (Georgi Dimitroff) platzte dann ja auch, noch war die Justiz nicht gleichgeschaltet.

Schon damals wurde gern an Nero und das brennende Rom erinnert...

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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28.02.2019, 17:59
Beitrag: #6
RE: Reichstagsbrand
(28.02.2019 13:31)Arkona schrieb:  So sehr es den Nazis auch ins Programm gepasst hat, der geistig minderbemittelte Lubbe war offenbar Einzeltäter. Der große Prozess mit Kommunisten auf der Anklagebank (Georgi Dimitroff) platzte dann ja auch, noch war die Justiz nicht gleichgeschaltet.

Schon damals wurde gern an Nero und das brennende Rom erinnert...

Es gab in London den "Gegenprozess" der "Gerichtshof" besetzt mit internationalen Juristen.
Willi Münzenberg war einer der Hauptinitiatoren.
Unmittelbar vor Prozessbeginn in Leipzig wurden in London die "Urteile" verkündet. Die Angeklagten außer van der Lubbe (der als Auftragstäter angesehen wird) werden freigesprochen.
Starke Hinweise auf eine Täterschaft der Nazis werden gesehen.

Der Londoner Gegenprozess erregte international so großes Aufsehen, dass sich die Leipziger Richter mit dessen Ergebnissen im Prozess öffentlich auseinandersetzen mussten.

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01.03.2019, 00:46
Beitrag: #7
RE: Reichstagsbrand
Die schnelle Beseitigung van der Lubbes via neu geschaffenem Gesetz hat doch ein Gschmäckle.
Todesstrafe für eine Brandstiftung!

Die freigesprochenen Angeklagten durften übrigens zum Schutz ins KZ.

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01.03.2019, 00:59
Beitrag: #8
RE: Reichstagsbrand
Wenn ich Morgend Zeit habe gibts ne längere Ausführung, hab mich da nur kurz reingelesen soweit. Aber für mich hört sich das alles nach einer V-Mann Aktion an. Schon komisch das der Kerl kurz nach der Machtergreifung nach Deutschland eingeladen wird von angeblichen Genossen und dann kurz darauf die Bude anzündet. Ich würde glatt darauf wetten man hat ihn sich rausgesucht und aufgehetzt damit er es macht und das von staatlicher Seite. V-Männer aller politischer Coleur die den Aufwiegler spielen gabs doch so oft, warum wäre es in dem Fall nicht so.
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01.03.2019, 12:27
Beitrag: #9
RE: Reichstagsbrand
(01.03.2019 00:46)Triton schrieb:  Die schnelle Beseitigung van der Lubbes via neu geschaffenem Gesetz hat doch ein Gschmäckle.
Todesstrafe für eine Brandstiftung!

Gschmäckle ist da stark untertrieben.
Das stinkt/stank zum Himmel.

Zitat:Die freigesprochenen Angeklagten durften übrigens zum Schutz ins KZ.
Nur die Reichsdeutschen Kommunisten kamen ins KZ, die Bulgaren konnten ausreisen, was sie natürlich postwendend machten.

Zum Zeitkolorit:
gegen Münzenberg gab es 1938 ein Parteiverfahren, weil er sich weigerte nach Moskau zu gehen. Er bat dann Dimitroff um Hilfe "wie er sie ihm beim Leipziger Prozess mit so großem Erfolg auch geleistet hätte"
Es gibt viele Gründe sich über die "späte Geburt" zu freuen.

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01.03.2019, 23:03
Beitrag: #10
RE: Reichstagsbrand
(01.03.2019 12:27)Suebe schrieb:  Zum Zeitkolorit:
gegen Münzenberg gab es 1938 ein Parteiverfahren, weil er sich weigerte nach Moskau zu gehen. Er bat dann Dimitroff um Hilfe "wie er sie ihm beim Leipziger Prozess mit so großem Erfolg auch geleistet hätte"
Es gibt viele Gründe sich über die "späte Geburt" zu freuen.

Münzenberg leitete die nach dem Hugenberg-Konzern zweitgrößte Verlagsgruppe während der Weimarer Republik in Deutschland. Der sogenannte "Münzenberg-Konzern" wurde von der Kommunistischen Internationale finanziert. Münzenberg war ein Medienprofi, der sicher dazu beitrug, dass Dimitroff, Tanew und Popow freigesprochen wurden. Nach dem Schauprozess gegen Sinowjew und Kamenew im Jahr 1936 begann sich Münzenberg von der KPD zu lösen. Er verglich den Prozess gegen die beiden Politiker mit dem Reichstagsbrandprozess. Pieck, Ulbricht und andere deutsche Kommunisten verlangten vom EKKI bzw. von dessen Generalsekretär Dimitroff, Münzenberg nach Moskau zu bestellen, um gegen ihn ein Parteiausschussverfahren durchzuführen. Münzenberg befürchtete ein Opfer des stalinistischen Terrors zu werden. Deswegen weigerte er sich nach Moskau zu reisen. Die Umstände, die 1940 zu Münzenbergs Tod führten, liegen im Dunkeln. Er soll im nach dem 10. Mai 1940 von deutschen Truppen interniert worden und während eines Transports nach Südfrankreich geflüchtet sein. Später fand man seine Leiche, er soll erdrosselt worden sein.

Die drei Bulgaren Dimitroff, Tanew und Popow bekamen 1934 die sowjetische Staatsbürgerschaft. Tanew und Popow wurden 1937 ebenfalls Opfer des statlinistischen Terrors. Beide wurden zu Lagerhaft verurteilt, die sie in GULAGs am Nordpolarkreis verbrachten. Popow blieb 17 Jahre inhaftiert, er wurde danach Diplomat der Volksrepublik Bulgarien und war einige Jahre in der bulgarischen Botschaft in der DDR beschäftigt. Tanew kam 1941 frei. Er schloss sich Partisanen an und kam noch im Jahr 1941 bei einem Einsatz ums Leben.

Georgi Dimitroff amtierte von 1935 bis 1943 als Generalsekretär des EKKI - also bis zur Auflösung der Kommunistischen Internationale. Er gilt als einer der Hauptverantwortlichen des zwischen 1944 und 1947 ausgeübten Terrors gegen politisch Andersdenkende in Bulgarien, vor allem aus der Bauernpartei. (Literarisch verarbeitete Eric Ambler den kommunistischen Terror in Bulgarien und Rumänien in seinem Roman "Der Fall Deltschew".)

Ernst Torgler wurde von der KPD vorgeworfen, dass er sich von einem von den Nazis bereitgestellten Anwalt verteidigen ließ. Dies wurde ihm als Verrat ausgelegt. Torglers Sohn wurde 1936 in der Sowjetunion zu zehn Jahren Lagerhaft verurteilt und später an Deutschland ausgeliefert. Seit 1940 arbeitete Torgler im Dienste des NS-Propagandaministeriums. Nach dem 20. Juli 1944 wird er verhaftet, jedoch infolge der Intervention Goebbels freigelassen. Nach 1945 wurde Torgler SPD-Mitglied, einige Jahre war er Angestellter der Gewerkschaft ÖTV. In der DDR galt er als Verräter, seine Tätigkeit als langjähriger Vorsitzender der KPD-Reichstagsfraktion wurde verschwiegen.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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02.03.2019, 16:49
Beitrag: #11
RE: Reichstagsbrand
Hier
https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1...ommsen.pdf

ein Beitrag Mommsens von 1964 in den Vierteljahresheften für Zeitgeschichte, in dem noch auf die Aussagen sehr vieler Zeitzeugen Bezug genommen wird.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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