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Die Legende vom "zähen Tanaka"
05.08.2019, 14:12
Beitrag: #1
Die Legende vom "zähen Tanaka"
Wahrscheinlich hier in Europa kaum bekannt: Raizo Tanaka.
Von der amerikanischen Kriegsberichterstattung gefeiert und mit dem Adelstitel „der Zähe“ versehen. Eine Person also, die es verdient hat, dass man einen genaueren Blick auf sie wirft.

Tanaka war Admiral, aber keiner der große Verbände befehligte. Eher ein Rädchen im Getriebe. Es gibt wohl nur 2 Fotos von ihm als Admiral! Woher also die Lorbeeren?
Seinen Ruhm verdankt er der Führung des „Tokyo-Express“, einer normalerweise eher drögen Versorgungseinheit, ausgestattet mit wenig aufregendem Gerät, vor allem schon etwas verschlissenen Zerstörern. Seine Aufgabe bestand darin, die japanischen Truppen auf Guadalcanal zu versorgen. Wegen der amerikanischen Lufthoheit ging das nur nachts und behelfsmäßig mit Metalltonnen, die einfach über Bord gekippt und von der Flut an Land gespült wurden.

Spannend war, dass die US-Marine etwas dagegen hatte und so gut wie alles wusste. Und über Radar verfügte, Tanaka nicht. Die Nacht des 30.11.1942 sollte Tanakas Ende sein, ein Verband aus 5 Kreuzern und 4 Zerstörern wurde zusammengestellt, der sich auf die Lauer legte und nur darauf wartete, dass sein Opfer zur Schlachtung erschien. Tanaka war mit 8 Zerstörern unterwegs, davon nur 2 voll gefechtsbereit.
Wie ging die Sache aus? Tanaka verlor einen Zerstörer, die US Navy einen schweren Kreuzer und drei weitere waren im Grunde Totalschäden, die aber wieder aufgebaut wurden. Um die Blamage komplett zu machen, erledigten die Japaner auch noch ihre Versorgungsmission.

Wie konnte das passieren? War das nicht das sonst so erfolgreiche Muster der Navy? Nachrichten abfangen, eine Falle aufbauen und dann auch mit Hightech den Gegner vernichten? Midway oder die Tötung Yamamotos sind nur zwei von vielen Beispielen. Die Legende vom „zähen Tanaka“ war geboren.
In Wirklichkeit handelte Tanaka völlig normal, als er die Falle entdeckt hatte. Legendär war nur die Dummheit der Amis, die in Torpedoreichweite stur geradeaus fuhren und so ideale Ziele boten. Sie konnten sich wohl nicht vorstellen, dass die Japaner im Angesicht ihrer Überlegenheit die Nerven behielten. Aber ist wohl psychologisch einfacher, dem Gegner magische Kräfte anzudichten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Tassafaronga

"Es gibt nur eine Sache die größer ist als die Liebe zur Freiheit: Der Hass auf die Person, die sie dir weg nimmt."(Che Guevara)
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06.08.2019, 18:25
Beitrag: #2
RE: Die Legende vom "zähen Tanaka"
Die Literatur will von hocheffizienten Torpedos der Japaner wissen.
Was die US-Amerikanischen wohl nicht waren.
Vielleicht dachten die US-Sailors, dass die "gelben Torpedos" so gut wie die US-Amerikanischen wären Devil

Edit:
Die Nazi-Deutschen waren wohl auch Kackedreck, von Prien ist überliefert, dass er gesagt haben soll, "man würde ihn mit einem Holzgewehr in die Schlacht schicken".

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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07.08.2019, 21:53
Beitrag: #3
RE: Die Legende vom "zähen Tanaka"
Natürlich, die zweite Ausrede. Tanaka war zäh wie eine Kakerlake, aber wenn wir wenigstens gute Torpedos gehabt hätten...
Manövrierende Zerstörer trifft man nicht auf 8 Kilometer Entfernung. Die Japaner schossen über 50 Torpedos ab und davon trafen 5, jeder 10 Schuss ein Treffer auf einen Gegner, der stur Kurs hielt. Die Japaner trafen wie die Amis keinen einzigen gegnerischen Zerstörer.

Die japanischen Torpedos waren so gut, weil Japan angeblich die Hälfte seiner Staatsausgaben 1940 für die Marine aufwendete. Also nicht die Hälfte der Militärausgaben sondern der gesamten Ausgaben. Deshalb konnten sie bei Kriegsausbruch auch nicht zulegen. Ihre Torpedos und Schiffe sahen sie als so wertvoll an, dass sie für den Handelskrieg zu schade waren.

Tanaka war einer der wenigen hellsichtigen, der wusste, dass ein reiner Defensivkrieg nach Midway blanker Quark war.

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08.08.2019, 15:32
Beitrag: #4
RE: Die Legende vom "zähen Tanaka"
Ich dachte jetzt, dass das die grundlegende Strategie der Japaner war.
Noch Midway und dann "einigeln"

Aber der Fehler lag doch an der völlig unkoordinierten Kriegführung der Achsenmächte.
Japan schließt im April ein Nichtangriffsabkommen mit der Sowjetunion, und Nazi-Deutschland greift im Juni die Sowjetunion an.....
Der Duce, Hitler und die japanische Führung haben gewetteifert die "Partner" mit grundlegenden Kriegsabenteuer zu überraschen.
So verliert man Weltkriege

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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08.08.2019, 22:00
Beitrag: #5
RE: Die Legende vom "zähen Tanaka"
Die Achsenmächte waren eine Gemeinschaft von einzelgängerischen Jagdtieren. Sie kamen nur miteienander aus, weil sie jeweils auf andere Beute aus waren.

Eigentlich hätte Japan nach der Niederlage Frankreichs England den Krieg erklären müssen, weil die alle verfügbaren Kräfte in Europa brauchten. Japan wäre zu Land zu schwach gewesen, um die Sowjetunion effektiv angreifen zu können. Aber England wollten sie ja eh angreifen, warum also nicht zum besten Zeitpunkt?

Die japanische Strategie sah eine Niederlage in einer Entscheidungsschlacht (Midway) nicht vor, danach suchten sie ihr Heil in einer Zermürbungsstrategie, einer passiven Kriegsführung (Einigeln). Und das war deshalb falsch, weil die US Navy so warten konnte, bis sie drückend überlegen war. Tanaka und ein paar andere Querdenker wollten die Amis nach Midway nicht in Ruhe lassen, sondern sie zum Beispiel um Guadalcanal so lange wie möglich beschäftigen. Dort waren die Bedingungen auf See vorteilhaft für die Japaner.

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