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		<title><![CDATA[Forum für Geschichte - Hoch- und Spätmittelalter]]></title>
		<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/</link>
		<description><![CDATA[Forum für Geschichte - http://www.forum-geschichte.at/Forum]]></description>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 10:56:07 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Wie der Storch nach Norddeutschland kam]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=15434</link>
			<pubDate>Sun, 03 Nov 2024 11:14:29 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=15434</guid>
			<description><![CDATA[Er, der Storch, kam erst im Mittelalter.<br />
<br />
<a href="https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/der-storch-kam-erst-im-mittelalter-nach-norddeutschland-6055/" target="_blank">https://www.archaeologie-online.de/nachr...land-6055/</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Er, der Storch, kam erst im Mittelalter.<br />
<br />
<a href="https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/der-storch-kam-erst-im-mittelalter-nach-norddeutschland-6055/" target="_blank">https://www.archaeologie-online.de/nachr...land-6055/</a>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Quedlinburg, Archäologie Online]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=15414</link>
			<pubDate>Sat, 23 Mar 2024 09:01:42 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=15414</guid>
			<description><![CDATA[Herr Heinrich saß am Vogelherd, recht froh und wohlgemut …<br />
<br />
<a href="https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/taufe-der-ottonen-5859/" target="_blank">https://www.archaeologie-online.de/nachr...onen-5859/</a><br />
<br />
Aktuelle Ergebnisse der Spatenforschung in Quedlinburg<br />
<br />
Die Cracks vor Ort können uns da bestimmt noch mehr dazu schreiben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Herr Heinrich saß am Vogelherd, recht froh und wohlgemut …<br />
<br />
<a href="https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/taufe-der-ottonen-5859/" target="_blank">https://www.archaeologie-online.de/nachr...onen-5859/</a><br />
<br />
Aktuelle Ergebnisse der Spatenforschung in Quedlinburg<br />
<br />
Die Cracks vor Ort können uns da bestimmt noch mehr dazu schreiben.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die Reichsinsignien]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=15410</link>
			<pubDate>Fri, 08 Mar 2024 15:54:09 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=15410</guid>
			<description><![CDATA[Sie befinden sich bekannterweise in Wien<br />
<br />
<a href="https://www.derstandard.de/story/2000143088938/maenade-auf-dem-kaiserkopf-reichskrone-wird-eingehend-untersucht" target="_blank">https://www.derstandard.de/story/2000143...untersucht</a><br />
<br />
Hier berichtet der "Standard" über die derzeit laufenden wissenschaftlichen Untersuchungen insbesondere der Reichskrone.<br />
<br />
Neulich war ich auf dem Zollern, dort ist in der Schatzkammer die preußische Königskrone mit der Wilhelm I. in Königsberg gekrönt wurde.<br />
Eine andere, insbesondere eine Kaiserkrone des 2. Deutschen Reiches gibt es nicht.<br />
Abbildungen auf Briefmarken und Münzen sind reine Fantasieprodukte.<br />
<br />
Den Status, den die Krone des HRR, die Stephanskrone und die Eiserne Krone der Langobarden haben,<br />
hat keine andere der vielerlei Kronen auf der Welt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Sie befinden sich bekannterweise in Wien<br />
<br />
<a href="https://www.derstandard.de/story/2000143088938/maenade-auf-dem-kaiserkopf-reichskrone-wird-eingehend-untersucht" target="_blank">https://www.derstandard.de/story/2000143...untersucht</a><br />
<br />
Hier berichtet der "Standard" über die derzeit laufenden wissenschaftlichen Untersuchungen insbesondere der Reichskrone.<br />
<br />
Neulich war ich auf dem Zollern, dort ist in der Schatzkammer die preußische Königskrone mit der Wilhelm I. in Königsberg gekrönt wurde.<br />
Eine andere, insbesondere eine Kaiserkrone des 2. Deutschen Reiches gibt es nicht.<br />
Abbildungen auf Briefmarken und Münzen sind reine Fantasieprodukte.<br />
<br />
Den Status, den die Krone des HRR, die Stephanskrone und die Eiserne Krone der Langobarden haben,<br />
hat keine andere der vielerlei Kronen auf der Welt.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Kloster Memleben in Achrchäologie online]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=15402</link>
			<pubDate>Sat, 14 Oct 2023 07:58:17 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=15402</guid>
			<description><![CDATA[<a href="https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/auf-den-spuren-des-sterbeorts-ottos-des-grossen-5723/" target="_blank">https://www.archaeologie-online.de/nachr...ssen-5723/</a><br />
<br />
aus dem link<br />
<blockquote><cite>Zitat:</cite>Die diesjährigen Untersuchungen erbrachten neue Erkenntnisse von außerordentlicher Bedeutung. So konnte in Gestalt eines steinernen Vorgängergebäudes der Klosterkirche Ottos II. erstmals ein belastbarer archäologischer Hinweis auf die Pfalz Memleben, den bislang noch nicht lokalisierten Sterbeort Kaiser Ottos des Großen und seines Vaters Heinrich I. identifiziert werden</blockquote>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/auf-den-spuren-des-sterbeorts-ottos-des-grossen-5723/" target="_blank">https://www.archaeologie-online.de/nachr...ssen-5723/</a><br />
<br />
aus dem link<br />
<blockquote><cite>Zitat:</cite>Die diesjährigen Untersuchungen erbrachten neue Erkenntnisse von außerordentlicher Bedeutung. So konnte in Gestalt eines steinernen Vorgängergebäudes der Klosterkirche Ottos II. erstmals ein belastbarer archäologischer Hinweis auf die Pfalz Memleben, den bislang noch nicht lokalisierten Sterbeort Kaiser Ottos des Großen und seines Vaters Heinrich I. identifiziert werden</blockquote>
]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Isabella / Elisabeth von Aragon, Herzogin von Österreich und Steier, römische Königin]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=15383</link>
			<pubDate>Fri, 09 Jun 2023 09:25:14 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=15383</guid>
			<description><![CDATA[Nachdem Sansavoir wieder ein Rätsel gelöst hat, noch eine kurze Information zu der  Gesuchten:<br />
<br />
Isabel von Aragon wird in der deutschen Geschichtsforschung heute gewöhnlich als Isabella von Aragon bezeichnet. Bis ins 20. Jahrhundert wurde sie im deutschsprachigen Sprachraum meistens als Isabella bezeichnet, während sie bei österreichischen Historikerinnen und Historikern gewöhnlich als Elisabeth bezeichnet wurde. Sie wurde um 1300 geboren, ihr genaues Geburtsdatum ist bisher unbekannt, und starb im Juli 1330. (Sie lebte also in der ersten Drittel des 14. Jahrhunderts.)<br />
<br />
Sie war eine jüngere Tochter von König Jaume / Jakob II. von Aragon ("Jakob dem Gerechten") (gest. 1327). Das Königreich Aragon befand sich unter den Königreichen der iberischen Halbinsel zur Zeit ihres Vaters und Bruders (Alfons IV., gest. 1336) im Aufwand, hatte seinen Zenit aber noch nicht erreicht. Kontakt zu ihrer Herkunftsfamilie dürfte Isabella, zumindest deutet sich das in ihrer Korrespondenz an, bis zu ihrem Tod gehalten haben. Isabellas Großmutter väterlicherseits war Konstanze von Sizilien (gest. 1302), eine Enkelin von Kaiser Friedrich II. (gest. 1250). Isabella war also über die weibliche Linie eine Nachfahrin der Staufer, die 1268, also ca. 30 Jahre vor ihrer Geburt, in männlicher Linie ausgestorben waren.<br />
<br />
Herzog Friedrich (I.) von Österreich (Habsburg), Herzog von Österreich und Steier, 1314-1330 auch "römischer" König, mit dem sie verheiratet war, ist in erster Linie als Friedrich der Schöne bekannt, wenn gleich sein Beiname nicht als historisch belegt gilt. Obgleich es im 20. Jahrhundert in der österreichischen Geschichtsforschung Versuche gegeben hat, auf eine solceh Benennung zu verzichten und die aktuelle Geschichtsschreibung Beinamen grundsätzlich ablehnt, hat sich die Bezeichnung Friedrich der Schöne vor allem deshalb gehalten, um eine Verwechslung mit seinem gleichnamigen Urenkel, Kaiser Friedrich III., zu vermeiden.<br />
<br />
Die Heirat kam erst nach langen Verhandlungen zustande, wobei erbrechtliche Differenzen ein wesentliches Hindernis waren. Friedrich "der Schöne", der etwa 10 Jahre älter als Isabella war, war als Sohn eines "römischen" Königs und Enkel eines "römischen" Königs zum Zeitpunkt, als die Verhandlungen um eine Ehe am Laufen waren, eine durchaus angemessene Partie für die jüngere Tochter eines Königs, aber keine "1A-Partie". Das dürfte sich allerdings nach dem plötzlichen Tod von Kaiser Heinrich VII. geändert haben. Letztlich verlor Friedrich der Schöne den Kampf um die Krone des Heiligen Römischen Reiches gegen Ludwig den Bayern, wenn gleich dieser Kampf für Friedrich den Schönen und besonders für seine Familie letztlich relativ gut ausging. Die Stellung als Reichsfürsten und die tatsächliche Machtposition im Reich konnten weitgehend gehalten werden. <br />
<br />
Die Hochzeit fand um 1413/1414 statt, die Brautfahrt führte von Barcelona, damals der Herrschaftssitz der Könige von Aragon, aus heutiger Sicht eher überraschend, nach Judenburg, wo sich das Ehepaar zum ersten Mal persönlich traf. Die heute relativ unbekannte, im österreichischen Bundesland Steiermark gelegene Stadt galt als das "Tor zur Steiermark" und  war damals eine der bedeutendsten Städte des Herzogtums Steier. Bevor Isabella zu ihrem Ehemann aufbrach, heiratete sie ihn am 14. Oktober 1313 in Barcelona "per procurationem". Die für die Heirat entscheidende Zeremonie fand dann am 31. Jänner 1414 in Judenburg statt. 1415 wurde ihre Hochzeit aus politischen Gründen nochmals in Basel abgehalten und Isabella bei dieser Veranstaltung durch den Erzbischof von Köln zur "römischen Königin" gekrönt. Eine Stellvertreterhochzeit bzw. das Hochzeit mehrfach inszeniert wurde, dürfte mit Blick auf andere Hochzeiten damals durchaus üblich gewesen sein.<br />
<br />
Belegt sind drei Kinder. Im Juni 1316 wurde der Sohn Friedrich geboren, der bis heute mit unterschiedlichen Angaben zu seiner Lebensdauer durch die Habsburgerstammbäume geistert, und da er nicht immer mitgezählt wird, bei der Nummerierung für Schwierigkeiten sorgt. Aus einem Brief von Isabella, der zu Dokumenten zählt, die erst seit Kurzem erfasst und über die Regesten öffentlich zugänglich ist, geht jedenfalls hervor, dass er nur wenige Tage gelebt hat.<br />
<br />
Nach einem weiteren Brief wurde 1317 eine Tochter: Elisabeth (gest. 1336). Eine weitere Tochter Anna (geb. 1343) ist ebenfalls belegt, doch ist bei ihr nicht einmal ihr genaues Geburtsjahr bekannt. Mit Blick auf die Überlieferung wäre und die Dauer der Ehe wäre vorstellbar, dass es noch weitere Kinder gegeben hat, vielleicht sehr jung verstorbene Töchter. Außerdem können Fehl- und Todgeburten auch nicht ausgeschlossen werden.<br />
<br />
Die Tochter Elisabeth, die zunächst bei ihrem Vater in der Kartause Mauerbach beigesetzt war (bis zu deren Aufhebung als Kartause unter der Herrschaft von Kaiser Joseph II. (1741-1790) hat zumindest in einer Chronik Beachtung gefunden. Sie soll sich nach Johann von Viktring zu Tode gehungert haben, weil sie eine Ehe mit dem Herrscher von Serbien als gute Christin nicht eingehen wollte. Inwieweit das wirklich zutrifft, ist bisher nicht überprüft. Die neue Forschung geht davon aus, dass sie aufgrund einer unheilbaren Krankheit nach zwei Verlobungen nicht mehr für den Heiratsmarkt in Frage kam. Über ihre Verlobung und deren Scheitern mit König Johann von Böhmen wird in Chroniken einiges berichtet. Aus der Ehe dürfte allerdings nichts geworden sein, weil der Papst für die zu nahe Verwandtschaft keinen Dispens erteilte. <br />
<br />
Die Tochter Anna heiratete zunächst einen Herzog von Niederbayern und dann einen Grafen von Görz. Keinem der beiden Ehemänner, die beide noch sehr jung waren, war ein langes Leben beschieden. Aus keiner der beiden Ehen sind Kinder belegt. Anna, die nach dem Tod ihres zweiten Ehemannes in das Clarakloster zu Wien eintrat, starb bald darauf.<br />
<br />
Die Schicksale ihrer Töchter und das "völlige" Aussterben "ihres" Familienzweiges hat Isabella nicht mehr erlebt. Dass Friedrich den Kampf um die "römische" Krone letztlich nicht für sich entscheiden konnte und dass Isabella und ihm zwar Kinder, aber keine "erfolgreiche" Nachkommenschaft beschieden war, dürfte mit Blick auf die Wertung der damaligen Zeit eher gegen eine "erfolgreiche" Ehe sprechen. Andererseits ist nichts wirklich Negatives überliefert. Und wie die Eheleute das alles selbst gesehen haben, dazu gibt es, für das Mittelalter üblich, keine Belege. <br />
Ob aus Loyalität, Pflichtbewusstsein oder Liebe Isabella hat jedenfalls die Aktivitäten ihres Ehemannes, soweit es sich beurteilen lässt, innerhalb der ihr zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützt. Dass sich die Eheleute als Vollstrecker ihrer Testamente eingesetzt haben, lässt zumindest auf gegenseitige Achtung schließen.<br />
<br />
Isabella, die Friedrich nur wenige Monate überlebte, litt in den letzten Jahren ihres Lebens an schweren Sehstörungen, sie soll zuletzt nur mehr Schemen wahrgenommen haben. Die neuere Geschichtsforschung mutmaßt, dass sie an einem Gehirntumor litt. <br />
<br />
In ihrem Testament bedachte Isabella eine ganze Reihe von religiösen Einrichtungen. Außerdem realisierte sie der Ludwigskapelle, den bereits ihre verstorbene Schwägerin und Vorgängerin Blanche von Frankreich geplant hatte. Während Blanche diese Kapelle allerdings dem Heiligen Ludwig von Frankreich, ihrem Großvater, weihen wollte, ließ Isabella die Ludwigskapelle dem Heiligen Ludwig von Toulouse, einem Bruder ihrer Mutter, weihen. Der Heilige Ludwig von Toulouse (gest. 1297), übrigens ein Verwandter von König Ludwig dem Heiligen, hatte dem Orden der  Franziskaner angehört und war Erzbischof von Toulouse gewesen. Seine Heiligsprechung war im April 1317 erfolgt. Die Weihe von Isabellas Ludwigskapelle fand also wenige Monate nach seiner Heiligsprechung statt. Diese Kapelle bestimmte die Königin auch zu ihrer Grabstätte.<br />
<br />
Quelle: <a href="https://regiowiki.at/wiki/Elisabeth_von_Arag%C3%B3n" target="_blank">https://regiowiki.at/wiki/Elisabeth_von_Arag%C3%B3n</a> (Artikel auf RegioWiki.AT)<br />
Dort ist auch mit den Aufsätzen von Amalie Fößel und Stefanie Dick die zurzeit wichtigste und aktuellste Literatur aufgelistet.<br />
-----------------<br />
<br />
Abschließend noch ein Tipp, falls es jemand hier einmal nach Wien verschlagen sollte:<br />
Vom Grabmal von Margarethe Maultasch haben sich nur Rudimente erhalten, die Grabmäler von Isabella und ihrer Schwägerin Blanche sind nicht erhalten. Die von Isabella gestiftete Ludwigskapelle ist heute Teil der Wiener Minoritenkirche und kann immerhin besichtigt werden.<br />
Die Ludwigskapelle ist heute Teil]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Nachdem Sansavoir wieder ein Rätsel gelöst hat, noch eine kurze Information zu der  Gesuchten:<br />
<br />
Isabel von Aragon wird in der deutschen Geschichtsforschung heute gewöhnlich als Isabella von Aragon bezeichnet. Bis ins 20. Jahrhundert wurde sie im deutschsprachigen Sprachraum meistens als Isabella bezeichnet, während sie bei österreichischen Historikerinnen und Historikern gewöhnlich als Elisabeth bezeichnet wurde. Sie wurde um 1300 geboren, ihr genaues Geburtsdatum ist bisher unbekannt, und starb im Juli 1330. (Sie lebte also in der ersten Drittel des 14. Jahrhunderts.)<br />
<br />
Sie war eine jüngere Tochter von König Jaume / Jakob II. von Aragon ("Jakob dem Gerechten") (gest. 1327). Das Königreich Aragon befand sich unter den Königreichen der iberischen Halbinsel zur Zeit ihres Vaters und Bruders (Alfons IV., gest. 1336) im Aufwand, hatte seinen Zenit aber noch nicht erreicht. Kontakt zu ihrer Herkunftsfamilie dürfte Isabella, zumindest deutet sich das in ihrer Korrespondenz an, bis zu ihrem Tod gehalten haben. Isabellas Großmutter väterlicherseits war Konstanze von Sizilien (gest. 1302), eine Enkelin von Kaiser Friedrich II. (gest. 1250). Isabella war also über die weibliche Linie eine Nachfahrin der Staufer, die 1268, also ca. 30 Jahre vor ihrer Geburt, in männlicher Linie ausgestorben waren.<br />
<br />
Herzog Friedrich (I.) von Österreich (Habsburg), Herzog von Österreich und Steier, 1314-1330 auch "römischer" König, mit dem sie verheiratet war, ist in erster Linie als Friedrich der Schöne bekannt, wenn gleich sein Beiname nicht als historisch belegt gilt. Obgleich es im 20. Jahrhundert in der österreichischen Geschichtsforschung Versuche gegeben hat, auf eine solceh Benennung zu verzichten und die aktuelle Geschichtsschreibung Beinamen grundsätzlich ablehnt, hat sich die Bezeichnung Friedrich der Schöne vor allem deshalb gehalten, um eine Verwechslung mit seinem gleichnamigen Urenkel, Kaiser Friedrich III., zu vermeiden.<br />
<br />
Die Heirat kam erst nach langen Verhandlungen zustande, wobei erbrechtliche Differenzen ein wesentliches Hindernis waren. Friedrich "der Schöne", der etwa 10 Jahre älter als Isabella war, war als Sohn eines "römischen" Königs und Enkel eines "römischen" Königs zum Zeitpunkt, als die Verhandlungen um eine Ehe am Laufen waren, eine durchaus angemessene Partie für die jüngere Tochter eines Königs, aber keine "1A-Partie". Das dürfte sich allerdings nach dem plötzlichen Tod von Kaiser Heinrich VII. geändert haben. Letztlich verlor Friedrich der Schöne den Kampf um die Krone des Heiligen Römischen Reiches gegen Ludwig den Bayern, wenn gleich dieser Kampf für Friedrich den Schönen und besonders für seine Familie letztlich relativ gut ausging. Die Stellung als Reichsfürsten und die tatsächliche Machtposition im Reich konnten weitgehend gehalten werden. <br />
<br />
Die Hochzeit fand um 1413/1414 statt, die Brautfahrt führte von Barcelona, damals der Herrschaftssitz der Könige von Aragon, aus heutiger Sicht eher überraschend, nach Judenburg, wo sich das Ehepaar zum ersten Mal persönlich traf. Die heute relativ unbekannte, im österreichischen Bundesland Steiermark gelegene Stadt galt als das "Tor zur Steiermark" und  war damals eine der bedeutendsten Städte des Herzogtums Steier. Bevor Isabella zu ihrem Ehemann aufbrach, heiratete sie ihn am 14. Oktober 1313 in Barcelona "per procurationem". Die für die Heirat entscheidende Zeremonie fand dann am 31. Jänner 1414 in Judenburg statt. 1415 wurde ihre Hochzeit aus politischen Gründen nochmals in Basel abgehalten und Isabella bei dieser Veranstaltung durch den Erzbischof von Köln zur "römischen Königin" gekrönt. Eine Stellvertreterhochzeit bzw. das Hochzeit mehrfach inszeniert wurde, dürfte mit Blick auf andere Hochzeiten damals durchaus üblich gewesen sein.<br />
<br />
Belegt sind drei Kinder. Im Juni 1316 wurde der Sohn Friedrich geboren, der bis heute mit unterschiedlichen Angaben zu seiner Lebensdauer durch die Habsburgerstammbäume geistert, und da er nicht immer mitgezählt wird, bei der Nummerierung für Schwierigkeiten sorgt. Aus einem Brief von Isabella, der zu Dokumenten zählt, die erst seit Kurzem erfasst und über die Regesten öffentlich zugänglich ist, geht jedenfalls hervor, dass er nur wenige Tage gelebt hat.<br />
<br />
Nach einem weiteren Brief wurde 1317 eine Tochter: Elisabeth (gest. 1336). Eine weitere Tochter Anna (geb. 1343) ist ebenfalls belegt, doch ist bei ihr nicht einmal ihr genaues Geburtsjahr bekannt. Mit Blick auf die Überlieferung wäre und die Dauer der Ehe wäre vorstellbar, dass es noch weitere Kinder gegeben hat, vielleicht sehr jung verstorbene Töchter. Außerdem können Fehl- und Todgeburten auch nicht ausgeschlossen werden.<br />
<br />
Die Tochter Elisabeth, die zunächst bei ihrem Vater in der Kartause Mauerbach beigesetzt war (bis zu deren Aufhebung als Kartause unter der Herrschaft von Kaiser Joseph II. (1741-1790) hat zumindest in einer Chronik Beachtung gefunden. Sie soll sich nach Johann von Viktring zu Tode gehungert haben, weil sie eine Ehe mit dem Herrscher von Serbien als gute Christin nicht eingehen wollte. Inwieweit das wirklich zutrifft, ist bisher nicht überprüft. Die neue Forschung geht davon aus, dass sie aufgrund einer unheilbaren Krankheit nach zwei Verlobungen nicht mehr für den Heiratsmarkt in Frage kam. Über ihre Verlobung und deren Scheitern mit König Johann von Böhmen wird in Chroniken einiges berichtet. Aus der Ehe dürfte allerdings nichts geworden sein, weil der Papst für die zu nahe Verwandtschaft keinen Dispens erteilte. <br />
<br />
Die Tochter Anna heiratete zunächst einen Herzog von Niederbayern und dann einen Grafen von Görz. Keinem der beiden Ehemänner, die beide noch sehr jung waren, war ein langes Leben beschieden. Aus keiner der beiden Ehen sind Kinder belegt. Anna, die nach dem Tod ihres zweiten Ehemannes in das Clarakloster zu Wien eintrat, starb bald darauf.<br />
<br />
Die Schicksale ihrer Töchter und das "völlige" Aussterben "ihres" Familienzweiges hat Isabella nicht mehr erlebt. Dass Friedrich den Kampf um die "römische" Krone letztlich nicht für sich entscheiden konnte und dass Isabella und ihm zwar Kinder, aber keine "erfolgreiche" Nachkommenschaft beschieden war, dürfte mit Blick auf die Wertung der damaligen Zeit eher gegen eine "erfolgreiche" Ehe sprechen. Andererseits ist nichts wirklich Negatives überliefert. Und wie die Eheleute das alles selbst gesehen haben, dazu gibt es, für das Mittelalter üblich, keine Belege. <br />
Ob aus Loyalität, Pflichtbewusstsein oder Liebe Isabella hat jedenfalls die Aktivitäten ihres Ehemannes, soweit es sich beurteilen lässt, innerhalb der ihr zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützt. Dass sich die Eheleute als Vollstrecker ihrer Testamente eingesetzt haben, lässt zumindest auf gegenseitige Achtung schließen.<br />
<br />
Isabella, die Friedrich nur wenige Monate überlebte, litt in den letzten Jahren ihres Lebens an schweren Sehstörungen, sie soll zuletzt nur mehr Schemen wahrgenommen haben. Die neuere Geschichtsforschung mutmaßt, dass sie an einem Gehirntumor litt. <br />
<br />
In ihrem Testament bedachte Isabella eine ganze Reihe von religiösen Einrichtungen. Außerdem realisierte sie der Ludwigskapelle, den bereits ihre verstorbene Schwägerin und Vorgängerin Blanche von Frankreich geplant hatte. Während Blanche diese Kapelle allerdings dem Heiligen Ludwig von Frankreich, ihrem Großvater, weihen wollte, ließ Isabella die Ludwigskapelle dem Heiligen Ludwig von Toulouse, einem Bruder ihrer Mutter, weihen. Der Heilige Ludwig von Toulouse (gest. 1297), übrigens ein Verwandter von König Ludwig dem Heiligen, hatte dem Orden der  Franziskaner angehört und war Erzbischof von Toulouse gewesen. Seine Heiligsprechung war im April 1317 erfolgt. Die Weihe von Isabellas Ludwigskapelle fand also wenige Monate nach seiner Heiligsprechung statt. Diese Kapelle bestimmte die Königin auch zu ihrer Grabstätte.<br />
<br />
Quelle: <a href="https://regiowiki.at/wiki/Elisabeth_von_Arag%C3%B3n" target="_blank">https://regiowiki.at/wiki/Elisabeth_von_Arag%C3%B3n</a> (Artikel auf RegioWiki.AT)<br />
Dort ist auch mit den Aufsätzen von Amalie Fößel und Stefanie Dick die zurzeit wichtigste und aktuellste Literatur aufgelistet.<br />
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<br />
Abschließend noch ein Tipp, falls es jemand hier einmal nach Wien verschlagen sollte:<br />
Vom Grabmal von Margarethe Maultasch haben sich nur Rudimente erhalten, die Grabmäler von Isabella und ihrer Schwägerin Blanche sind nicht erhalten. Die von Isabella gestiftete Ludwigskapelle ist heute Teil der Wiener Minoritenkirche und kann immerhin besichtigt werden.<br />
Die Ludwigskapelle ist heute Teil]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Grönland Wikinger]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=15382</link>
			<pubDate>Sun, 30 Apr 2023 19:41:16 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=15382</guid>
			<description><![CDATA[Der Standard mit einer neuen ergä nzenden Theorie zur Aufgabe der "Grönland-Wikinger"<br />
<br />
<a href="https://www.derstandard.de/story/2000145579672/neue-erklaerung-warum-die-wikinger-groenland-aufgaben?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE" target="_blank">https://www.derstandard.de/story/2000145...obal-de-DE</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Standard mit einer neuen ergä nzenden Theorie zur Aufgabe der "Grönland-Wikinger"<br />
<br />
<a href="https://www.derstandard.de/story/2000145579672/neue-erklaerung-warum-die-wikinger-groenland-aufgaben?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE" target="_blank">https://www.derstandard.de/story/2000145...obal-de-DE</a>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Auswandern um 1420 - wohin?]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=15373</link>
			<pubDate>Tue, 07 Mar 2023 19:58:37 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=15373</guid>
			<description><![CDATA[Ich habe einmal wieder eine Frage zu einem Romanprojekt, an dem ich seit Jahren arbeite. Diesmal geht es darum, dass ich zwei Figuren aus einem Handlungsstrang endgültig wegbekommen möchte, wobei ich aus dramaturgischen Gründen keinen zweiten Todesfall einbauen will. <br />
<br />
Meine Idee daher - das junge Paar, um das es geht, beschließt, seine Vergangenheit bzw. die seiner Eltern hinter sich zu lassen und einen Neuanfang in der Fremde zu wagen. Er hat mit seiner Familie gebrochen, ihre Familie wurde aus politischen Gründen aus ihrer Heimatstadt vertrieben und hat es bisher nicht geschafft, woanders wenigstens wieder sesshaft zu werden. <br />
<br />
Eine Auswanderung nach Amerika war damals noch nicht möglich. Ob Auswandern nach Jerusalem damals noch möglich, weiß ich nicht. <br />
<br />
Meine Frage ist daher? Hat hier irgendjemand eine Idee, wohin jemand aus der Reichslandschaft Schwaben (bisher zwischen Pfalz, Schwarzwald und Bodensee unterwegs) um 1420 eine Auswanderung gewagt hätte? Ich suche eine Lösung, die nicht gänzlich unglaubwürdig ist, die aber der Auswanderung in ein fernes Land entspricht.<br />
<br />
<br />
Würde mich über Ideen sehr freuen.<br />
Teresa]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ich habe einmal wieder eine Frage zu einem Romanprojekt, an dem ich seit Jahren arbeite. Diesmal geht es darum, dass ich zwei Figuren aus einem Handlungsstrang endgültig wegbekommen möchte, wobei ich aus dramaturgischen Gründen keinen zweiten Todesfall einbauen will. <br />
<br />
Meine Idee daher - das junge Paar, um das es geht, beschließt, seine Vergangenheit bzw. die seiner Eltern hinter sich zu lassen und einen Neuanfang in der Fremde zu wagen. Er hat mit seiner Familie gebrochen, ihre Familie wurde aus politischen Gründen aus ihrer Heimatstadt vertrieben und hat es bisher nicht geschafft, woanders wenigstens wieder sesshaft zu werden. <br />
<br />
Eine Auswanderung nach Amerika war damals noch nicht möglich. Ob Auswandern nach Jerusalem damals noch möglich, weiß ich nicht. <br />
<br />
Meine Frage ist daher? Hat hier irgendjemand eine Idee, wohin jemand aus der Reichslandschaft Schwaben (bisher zwischen Pfalz, Schwarzwald und Bodensee unterwegs) um 1420 eine Auswanderung gewagt hätte? Ich suche eine Lösung, die nicht gänzlich unglaubwürdig ist, die aber der Auswanderung in ein fernes Land entspricht.<br />
<br />
<br />
Würde mich über Ideen sehr freuen.<br />
Teresa]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Welfen, Zähringer, Hohenzollern]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=15364</link>
			<pubDate>Wed, 14 Dec 2022 14:42:00 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=15364</guid>
			<description><![CDATA[Im Jahresband des Hohenz. Geschichtsvereins ist eine ausführliche Abhandlung über verwandschaftliche Beziehungen der Eginonen, Welfen, Zähringer und Hohenzollern enthalten.<br />
<br />
Bei Interesse könnte ich was dazu schreiben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Im Jahresband des Hohenz. Geschichtsvereins ist eine ausführliche Abhandlung über verwandschaftliche Beziehungen der Eginonen, Welfen, Zähringer und Hohenzollern enthalten.<br />
<br />
Bei Interesse könnte ich was dazu schreiben.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Fünfmaliger Kirchenbann - Herzog Meinhard von Kärnten, ein erfolgreicher Po]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13550</link>
			<pubDate>Mon, 21 Feb 2022 09:51:42 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13550</guid>
			<description><![CDATA[Falls Diskussionsbedarf besteht, eröffne ich für die Lösung meines letzten Rätsels, einen eigene Thread. Zu diesem siehe den folgenden Link: <a href="http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13128&amp;pid=73285#pid73285" target="_blank">http://www.forum-geschichte.at/Forum/sho...5#pid73285</a><br />
<br />
Der Gesuchte war Graf Meinhard II./IV. (oder auch ohne Nummer), je nachdem, ob er als Graf von Tirol, Graf von Görz oder Herzog von Kärnten gezählt wird, der insgesamt fünfmal mit dem (päpstlichen) Kirchenbann belegt war, aus dem er sich immerhin ganze vier Mal wieder lösen konnte. Während des fünften Kirchenbanns starb er und wurde erst postum wieder aus diesem gelöst. Die Auseinandersetzungen (mit gewissen Bischöfen), weswegen er mehrmals gebannt wurde, hat er im Wesentlichen allerdings für sich und letztlich auf Dauer entscheiden können. Die Grafen von Tirol sollten als Vögte der Bischöfe von Brixen und Trient und zeitweise von Chur weiterhin dort eine entscheidende Machtposition ausüben und der im Wesentlichen unter seiner Herrschaft entstandene Staat, die Grafschaft Tirol, sollte sich trotz aller Bedrohungen, mit welchem seine Nachfolgerinnen und Nachfolger zu kämpfen hatte, als "Staatengebilde" bis 1918 halten. <br />
 <br />
Dass er ein gutes Verhältnis zu König Rudolf I. hatte, in der Überlieferung gelten sie sogar als enge Freunde, sollte sich für ihn ebenfalls auszahlen, wobei er sicher davon profitierte, dass der Habsburger als Politiker bei seinen reichspolitischen Aktivitäten nicht nur in die eigenen Dynastie wirtschaftete, was viele vor und nach ihm auch getan haben, sondern dabei auch ein gewisses Augenmaß zeigte, dass nicht nur vielen seiner Nachfahren (und nicht nur diesen) fehlen  sollte, sondern den heutigen Politikern vollkommen abhanden gekommen ist.<br />
<br />
Nachdem König Rudolf I. in Absprache mit den anderen Reichsfürsten die Erhebung des Grafen von Görz und Tirol zum Herzog von Kärnten (und somit in den Stand der Reichfürsten) durchgesetzt hatte, machte Rudolf I. zunächst seinen Sohn Albrecht (zu diesem Zeitpunkt bereits der Schwiegersohn Meinhards) zum Verweser des Herzogtums Kärntens, da sich Meinhard zu diesem Zeitpunkt wieder einmal im Kirchenbann befand. Die Belehnung erfolgte erst, nachdem sich Meinhard für dieses Mal wieder aus dem Kirchenbann hatte lösen können. <br />
<br />
Aus dem fünften Bann konnte sich Meinhard nicht mehr lösen, dieser wurde erst nach seinem Tod wieder aufgehoben. Inwieweit Meinhards Einstellung zur Kirche und zur päpstlichen Kurie durch seine wohl leidvolle Jugend als Gefangener beziehungsweise Geisel des Fürsterzbischofs von Salzburg geprägt war, lässt sich nicht wirklich klären, wäre aber ein interessanter Interpretationsansatz für Historiker-Psychologen. Daneben mag er auch das Beispiel der Staufer vor Augen gehabt haben, er war mit der Witwe von König Konrad (IV.) verheiratet und der Stiefvater von Konradin, von dessen Tod er wie auch der sein Schwiegervater, Herzog Ludwig (II.) von Bayern, Pfalzgraf bei Rhein, besser bekannt als "Ludwig der Strenge", profitieren sollte. Meinhards Großvater, Graf Albert von Tirol, auf dessen kluger und weitsichtiger Politik und dessen Erbverträgen Meinhard im Wesentlichen aufbauen konnte, starb ebenfalls im Kirchenbann, in den er wegen einer Auseinandersetzung mit dem Bischof von Bamberg um dessen Besitzungen in Tirol, verdankte. Dass Graf Albert trotzdem in "geweihter Erde" beigesetzt wurde, brachte seiner Witwe und seinen Töchtern eine Kirchenbanndrohung ein, als sie sich weigerten, seine Leiche zu exhumieren. Über Meinhards Mutter Adelheid (nicht Elisabeth, das war die Schwester), die nach dem Tod von Meinhards Vater, vorübergehend die Herrschaft übernahm (da Meinhard zu dieser Zeit noch in Gefangenschaft war), wurde ebenfalls der Kirchenbann verhängt. Drei von Meinhards direkten Nachfolgern und Nachfahren (in linearer Linie) gerieten ebenfalls in den Kirchenbann: so seine Enkelin Margarete, sein Ururenkel Friedrich und sein Urururenkel Siegmund. (Margaretes Ehemann Ludwig, besser bekannt als Ludwig "der Brandenburger", war übrigens in vertikaler Linie ebenfalls ein Nachfahre von Meinhard, nämlich dessen Großneffe). <br />
<br />
Es stellt sich allerdings die Frage, inwieweit Meinhards Kirchenbann-Rekord, zusammen mit dem seiner Mutter und seines Großvaters, zur Folge hatte, dass kirchliche Strafmaßnahmen (Kirchenbann, Interdikt etc.) bei der Bevölkerung der Grafschaft nicht mehr allzu viel Bedeutung hatte,, weil so etwas bereits Gewohnheit war. Wie bereits angemerkt, gilt Meinhard, der fünfmal im Kirchenbann war, als ein sehr erfolgreicher Herrscher (im Unterschied zu seinen in dieser Hinsicht sehr "braven" Söhnen). Die Grafschaft Tirol und das Herzogtum Kärnten, aber auch die Grafschaften Görz, welche Meinhard bei einer Teilung seinem jüngeren Bruder Albert überließ, verblieben im Wesentlichen dennoch bis 1918 unter der Herrschaft von Meinhards Nachfahren.<br />
<br />
Meinhards Geburtsdatum ist, wie bei vielen Herrschern des Mittelalters unbekannt und lässt sich nur aus den überlieferten Urkunden ungefährt erschließen. In der Forschung wird ein Geburtszeitpunkt um 1238/40 angenommen. Gestorben ist er 1295 in Greifenburg, er erreichte also ein für seine Zeit recht hohes Alter. Nach der Überlieferung befand sich Meinhard auf einer Reise, als er auf der Burg von Greifenburg im heutigen Bundesland Kärnten eines offensichtlich natürlichen Todes starb. Sein Sterbeort ist insofern interessant, als der Konflikt seines gleichnamigen Vaters mit dem damaligen Herzog von Kärnten und dessen Bruder, dem Erzbischof von Salzburg war, bei Greifenburg jene verhängnisvolle Wende nahm, wegen der dieser und Meinhards Großvater den Friedensvertrag von Lieserhofen zustimmen mussten, wegen dessen Bestimmungen Meinhard mehrere Jahre im Gewahrsam des Erzbischofs von Salzburg zu verbringen hatten. Sachlich ausgedruckt, Herzog Meinhard von Kärnten starb dort, wo in seiner Jugend vermutlich die entscheidenden Weichen für sein weiteres Leben gestellt wurden. <br />
<br />
-------------<br />
Infos zu diesem Herrn im Internet finden sich im Regiowiki.AT unter folgendem <a href="https://regiowiki.at/index.php?title=Meinhard_II.&amp;mobileaction=toggle_view_desktop." target="_blank">https://regiowiki.at/index.php?title=Mei...w_desktop.</a> Dort gibt es auch einige Artikel über dessen Mutter und zwei weitere Verwandte von ihm. Weiter finden sich hier eine Reihe Artikel zu Meinhards Bruder und dessen Verwandten, die ich persönlich denen auf der Wikipedia vorziehe. (Man merkt halt, dass die neueren Datums sind.) Abgesehen davon gibt es auf der Regiowiki.AT einen Link auf den Artikel zu Meinhard auf der Wikipedia. (Wikipedia selbst erlaubt Verweise auf andere Wikis nur in Ausnahmefällen, so nach dem Motto - es kann nur einen geben!) Letztlich aber dienen Wikipedia und weitere Wikis allerdings ohnehin nur zur Erstinformation und zur Suche nach Literatur zu einem Thema.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Falls Diskussionsbedarf besteht, eröffne ich für die Lösung meines letzten Rätsels, einen eigene Thread. Zu diesem siehe den folgenden Link: <a href="http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13128&amp;pid=73285#pid73285" target="_blank">http://www.forum-geschichte.at/Forum/sho...5#pid73285</a><br />
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Der Gesuchte war Graf Meinhard II./IV. (oder auch ohne Nummer), je nachdem, ob er als Graf von Tirol, Graf von Görz oder Herzog von Kärnten gezählt wird, der insgesamt fünfmal mit dem (päpstlichen) Kirchenbann belegt war, aus dem er sich immerhin ganze vier Mal wieder lösen konnte. Während des fünften Kirchenbanns starb er und wurde erst postum wieder aus diesem gelöst. Die Auseinandersetzungen (mit gewissen Bischöfen), weswegen er mehrmals gebannt wurde, hat er im Wesentlichen allerdings für sich und letztlich auf Dauer entscheiden können. Die Grafen von Tirol sollten als Vögte der Bischöfe von Brixen und Trient und zeitweise von Chur weiterhin dort eine entscheidende Machtposition ausüben und der im Wesentlichen unter seiner Herrschaft entstandene Staat, die Grafschaft Tirol, sollte sich trotz aller Bedrohungen, mit welchem seine Nachfolgerinnen und Nachfolger zu kämpfen hatte, als "Staatengebilde" bis 1918 halten. <br />
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Dass er ein gutes Verhältnis zu König Rudolf I. hatte, in der Überlieferung gelten sie sogar als enge Freunde, sollte sich für ihn ebenfalls auszahlen, wobei er sicher davon profitierte, dass der Habsburger als Politiker bei seinen reichspolitischen Aktivitäten nicht nur in die eigenen Dynastie wirtschaftete, was viele vor und nach ihm auch getan haben, sondern dabei auch ein gewisses Augenmaß zeigte, dass nicht nur vielen seiner Nachfahren (und nicht nur diesen) fehlen  sollte, sondern den heutigen Politikern vollkommen abhanden gekommen ist.<br />
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Nachdem König Rudolf I. in Absprache mit den anderen Reichsfürsten die Erhebung des Grafen von Görz und Tirol zum Herzog von Kärnten (und somit in den Stand der Reichfürsten) durchgesetzt hatte, machte Rudolf I. zunächst seinen Sohn Albrecht (zu diesem Zeitpunkt bereits der Schwiegersohn Meinhards) zum Verweser des Herzogtums Kärntens, da sich Meinhard zu diesem Zeitpunkt wieder einmal im Kirchenbann befand. Die Belehnung erfolgte erst, nachdem sich Meinhard für dieses Mal wieder aus dem Kirchenbann hatte lösen können. <br />
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Aus dem fünften Bann konnte sich Meinhard nicht mehr lösen, dieser wurde erst nach seinem Tod wieder aufgehoben. Inwieweit Meinhards Einstellung zur Kirche und zur päpstlichen Kurie durch seine wohl leidvolle Jugend als Gefangener beziehungsweise Geisel des Fürsterzbischofs von Salzburg geprägt war, lässt sich nicht wirklich klären, wäre aber ein interessanter Interpretationsansatz für Historiker-Psychologen. Daneben mag er auch das Beispiel der Staufer vor Augen gehabt haben, er war mit der Witwe von König Konrad (IV.) verheiratet und der Stiefvater von Konradin, von dessen Tod er wie auch der sein Schwiegervater, Herzog Ludwig (II.) von Bayern, Pfalzgraf bei Rhein, besser bekannt als "Ludwig der Strenge", profitieren sollte. Meinhards Großvater, Graf Albert von Tirol, auf dessen kluger und weitsichtiger Politik und dessen Erbverträgen Meinhard im Wesentlichen aufbauen konnte, starb ebenfalls im Kirchenbann, in den er wegen einer Auseinandersetzung mit dem Bischof von Bamberg um dessen Besitzungen in Tirol, verdankte. Dass Graf Albert trotzdem in "geweihter Erde" beigesetzt wurde, brachte seiner Witwe und seinen Töchtern eine Kirchenbanndrohung ein, als sie sich weigerten, seine Leiche zu exhumieren. Über Meinhards Mutter Adelheid (nicht Elisabeth, das war die Schwester), die nach dem Tod von Meinhards Vater, vorübergehend die Herrschaft übernahm (da Meinhard zu dieser Zeit noch in Gefangenschaft war), wurde ebenfalls der Kirchenbann verhängt. Drei von Meinhards direkten Nachfolgern und Nachfahren (in linearer Linie) gerieten ebenfalls in den Kirchenbann: so seine Enkelin Margarete, sein Ururenkel Friedrich und sein Urururenkel Siegmund. (Margaretes Ehemann Ludwig, besser bekannt als Ludwig "der Brandenburger", war übrigens in vertikaler Linie ebenfalls ein Nachfahre von Meinhard, nämlich dessen Großneffe). <br />
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Es stellt sich allerdings die Frage, inwieweit Meinhards Kirchenbann-Rekord, zusammen mit dem seiner Mutter und seines Großvaters, zur Folge hatte, dass kirchliche Strafmaßnahmen (Kirchenbann, Interdikt etc.) bei der Bevölkerung der Grafschaft nicht mehr allzu viel Bedeutung hatte,, weil so etwas bereits Gewohnheit war. Wie bereits angemerkt, gilt Meinhard, der fünfmal im Kirchenbann war, als ein sehr erfolgreicher Herrscher (im Unterschied zu seinen in dieser Hinsicht sehr "braven" Söhnen). Die Grafschaft Tirol und das Herzogtum Kärnten, aber auch die Grafschaften Görz, welche Meinhard bei einer Teilung seinem jüngeren Bruder Albert überließ, verblieben im Wesentlichen dennoch bis 1918 unter der Herrschaft von Meinhards Nachfahren.<br />
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Meinhards Geburtsdatum ist, wie bei vielen Herrschern des Mittelalters unbekannt und lässt sich nur aus den überlieferten Urkunden ungefährt erschließen. In der Forschung wird ein Geburtszeitpunkt um 1238/40 angenommen. Gestorben ist er 1295 in Greifenburg, er erreichte also ein für seine Zeit recht hohes Alter. Nach der Überlieferung befand sich Meinhard auf einer Reise, als er auf der Burg von Greifenburg im heutigen Bundesland Kärnten eines offensichtlich natürlichen Todes starb. Sein Sterbeort ist insofern interessant, als der Konflikt seines gleichnamigen Vaters mit dem damaligen Herzog von Kärnten und dessen Bruder, dem Erzbischof von Salzburg war, bei Greifenburg jene verhängnisvolle Wende nahm, wegen der dieser und Meinhards Großvater den Friedensvertrag von Lieserhofen zustimmen mussten, wegen dessen Bestimmungen Meinhard mehrere Jahre im Gewahrsam des Erzbischofs von Salzburg zu verbringen hatten. Sachlich ausgedruckt, Herzog Meinhard von Kärnten starb dort, wo in seiner Jugend vermutlich die entscheidenden Weichen für sein weiteres Leben gestellt wurden. <br />
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Infos zu diesem Herrn im Internet finden sich im Regiowiki.AT unter folgendem <a href="https://regiowiki.at/index.php?title=Meinhard_II.&amp;mobileaction=toggle_view_desktop." target="_blank">https://regiowiki.at/index.php?title=Mei...w_desktop.</a> Dort gibt es auch einige Artikel über dessen Mutter und zwei weitere Verwandte von ihm. Weiter finden sich hier eine Reihe Artikel zu Meinhards Bruder und dessen Verwandten, die ich persönlich denen auf der Wikipedia vorziehe. (Man merkt halt, dass die neueren Datums sind.) Abgesehen davon gibt es auf der Regiowiki.AT einen Link auf den Artikel zu Meinhard auf der Wikipedia. (Wikipedia selbst erlaubt Verweise auf andere Wikis nur in Ausnahmefällen, so nach dem Motto - es kann nur einen geben!) Letztlich aber dienen Wikipedia und weitere Wikis allerdings ohnehin nur zur Erstinformation und zur Suche nach Literatur zu einem Thema.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[War es vielleicht doch ein Mord?]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13521</link>
			<pubDate>Wed, 02 Feb 2022 21:57:45 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13521</guid>
			<description><![CDATA[Lieben wir nicht alle Krimis und haben daher durchaus Interesse, wenn es gilt, sich mit einem historischen Krimi zu befassen?<br />
<br />
Am 23. November 1457 starb in Prag Herzog Ladislaus von Österreich, böhmischer und ungarischer König, besser bekannt als Ladislaus Postumus, etwa zwei gute Monate vor seinem 18. Geburtstag. Ladislaus war der einzige Sohn von Herzog Albrecht (V. ) von Österreich (als römischer König Albrecht II.) aus dessen Ehe mit der "ungarischen Königin" Elisabeth. Er war der einzige Enkel von Kaiser Karl IV. und sowohl über die mütterlichen als auch über die väterliche Linie ein Nachfahre von König Rudolf I. Mit ihm endete der Albrechtinische Familienzweig der Habsburger in männlicher Linie, aber auch der Versuch zur "Bildung" einer neuen "habsburgisch-luxemburgischen" beziehungsweise "böhmisch-österreichischen" Linie. Ladislaus war zum Zeitpunkt sienes Todes mit Madeleine von Frankreich, einer Tochter von König Karl VII. verlobt und stand im Begriff diese zu heiraten. Es gab genug Zeitgenossen, die von seinem Tod profitieren sollten.<br />
<br />
Eigentlich überrascht es nicht, dass sich schon relativ bald die Vorstellung durchzusetzten, dass Ladislaus vermutlich ermordet worden war. Dabei entwickelten sich auch durchwegs einige abenteuerliche Mordgeschichten, so zum Beispiel, dass Ladislaus von einer Geliebten, die von seiner Absicht Madeleine zu heiraten, nicht begeistert war, getötet wurde, in dem sie ihm eine Haarnadel in die Schläfe stieß, während sie seinen Kopf streichelte. In einer anderen Version wurde dieser Haarnadelmord der Ehefrau von Georg Podiebrad unterstellt. Zeitgenössische Gedichte schildern, wie der unschuldige Jüngling Ladislaus von Georg Podiebrad unbarmherzig erdolcht oder anderswie getötet wird. Etc.<br />
<br />
Die Behauptung, dass Ladislaus an der Pest starb, schien dagegen wenig wahrscheinlich, vermutlich, weil nichts von weiteren Pesttoten bekannt ist. (Die rumänisch-deutsche Romanschriftstellerin Liliana LeHingrat hat dieses Motiv in ihrem historischen Roman "Die Blutchronik" (um Vlad Tepes) verwendet. Hier ist es Georg Podiebrad, der dem Arzt persönlich befiehlt, als Todesursache die Pest anzugeben. Dem Hinweis des Arztes, dass das nicht stimmt und nicht glaubwürdig ist, begegnet er damit, dass er so hofft, etwas gegen das Entstehen weiterer Gerüchte, die er für unsinnig hält, tun zu können. (Und vor allem will er seine unschuldige Ehefrau schützen, die bereits - im Roman nebenbei - grundlos verdächtigt wird.)<br />
<br />
Inzwischen hat sich nach einer Obduktion, wobei interdisziplinäre Methoden angewandt wurden, zweifelsfrei herausgestellt, dass Ladislaus an einer Form der Leukämie starb, also eines natürlichen Todes und somit eindeutig nicht ermordet wurde. Damit hat sich die "Mordgeschichte" um Ladislaus zumindest für die seriöse Forschung erledigt.<br />
<br />
Vor einiger Zeit habe ich das wissenschaftliche Buch "Die Tode der römisch-deutschen Könige und Kaiser (1150-1349)" von Manuel Kamenzin gelesen habe (eine durchaus lohnenden Lektüre). Dort findet sich nicht nur auch eine kritische Hinterfragung der zeitgenössischen Berichte zu den beiden tatsächlichen Morden an den Königen Philipp und Albrecht I. sowie den gewaltsamen Tötungen der Könige Wilhelm und Adolf. <br />
<br />
Aber er setzt sich auch kritisch mit Chronistenberichten auseinander, die bei einigen weiteren Königen einen (Gift-)Mord vermuten oder dies sogar so berichten, als wäre es tatsächlich geschehen. (Nach Kamenzin dürfte kein einziger dieser angeblichen Giftmorde tatsächlich ein Mord gewesen sein.) Aber er beschäftigt sich auch ein wenig mit der Frage, warum solche Mordgeschichten überhaupt erfunden beziehungsweise überliefert wurden.<br />
<br />
Habt ihr Euch einmal mit einem angeblichen historischen Mordfall aus dem Mittelalter beschäftigt oder ist euch diese Idee in einem Roman oder anderswie untergekommen und wie habt ihr das wahrgenommen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Lieben wir nicht alle Krimis und haben daher durchaus Interesse, wenn es gilt, sich mit einem historischen Krimi zu befassen?<br />
<br />
Am 23. November 1457 starb in Prag Herzog Ladislaus von Österreich, böhmischer und ungarischer König, besser bekannt als Ladislaus Postumus, etwa zwei gute Monate vor seinem 18. Geburtstag. Ladislaus war der einzige Sohn von Herzog Albrecht (V. ) von Österreich (als römischer König Albrecht II.) aus dessen Ehe mit der "ungarischen Königin" Elisabeth. Er war der einzige Enkel von Kaiser Karl IV. und sowohl über die mütterlichen als auch über die väterliche Linie ein Nachfahre von König Rudolf I. Mit ihm endete der Albrechtinische Familienzweig der Habsburger in männlicher Linie, aber auch der Versuch zur "Bildung" einer neuen "habsburgisch-luxemburgischen" beziehungsweise "böhmisch-österreichischen" Linie. Ladislaus war zum Zeitpunkt sienes Todes mit Madeleine von Frankreich, einer Tochter von König Karl VII. verlobt und stand im Begriff diese zu heiraten. Es gab genug Zeitgenossen, die von seinem Tod profitieren sollten.<br />
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Eigentlich überrascht es nicht, dass sich schon relativ bald die Vorstellung durchzusetzten, dass Ladislaus vermutlich ermordet worden war. Dabei entwickelten sich auch durchwegs einige abenteuerliche Mordgeschichten, so zum Beispiel, dass Ladislaus von einer Geliebten, die von seiner Absicht Madeleine zu heiraten, nicht begeistert war, getötet wurde, in dem sie ihm eine Haarnadel in die Schläfe stieß, während sie seinen Kopf streichelte. In einer anderen Version wurde dieser Haarnadelmord der Ehefrau von Georg Podiebrad unterstellt. Zeitgenössische Gedichte schildern, wie der unschuldige Jüngling Ladislaus von Georg Podiebrad unbarmherzig erdolcht oder anderswie getötet wird. Etc.<br />
<br />
Die Behauptung, dass Ladislaus an der Pest starb, schien dagegen wenig wahrscheinlich, vermutlich, weil nichts von weiteren Pesttoten bekannt ist. (Die rumänisch-deutsche Romanschriftstellerin Liliana LeHingrat hat dieses Motiv in ihrem historischen Roman "Die Blutchronik" (um Vlad Tepes) verwendet. Hier ist es Georg Podiebrad, der dem Arzt persönlich befiehlt, als Todesursache die Pest anzugeben. Dem Hinweis des Arztes, dass das nicht stimmt und nicht glaubwürdig ist, begegnet er damit, dass er so hofft, etwas gegen das Entstehen weiterer Gerüchte, die er für unsinnig hält, tun zu können. (Und vor allem will er seine unschuldige Ehefrau schützen, die bereits - im Roman nebenbei - grundlos verdächtigt wird.)<br />
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Inzwischen hat sich nach einer Obduktion, wobei interdisziplinäre Methoden angewandt wurden, zweifelsfrei herausgestellt, dass Ladislaus an einer Form der Leukämie starb, also eines natürlichen Todes und somit eindeutig nicht ermordet wurde. Damit hat sich die "Mordgeschichte" um Ladislaus zumindest für die seriöse Forschung erledigt.<br />
<br />
Vor einiger Zeit habe ich das wissenschaftliche Buch "Die Tode der römisch-deutschen Könige und Kaiser (1150-1349)" von Manuel Kamenzin gelesen habe (eine durchaus lohnenden Lektüre). Dort findet sich nicht nur auch eine kritische Hinterfragung der zeitgenössischen Berichte zu den beiden tatsächlichen Morden an den Königen Philipp und Albrecht I. sowie den gewaltsamen Tötungen der Könige Wilhelm und Adolf. <br />
<br />
Aber er setzt sich auch kritisch mit Chronistenberichten auseinander, die bei einigen weiteren Königen einen (Gift-)Mord vermuten oder dies sogar so berichten, als wäre es tatsächlich geschehen. (Nach Kamenzin dürfte kein einziger dieser angeblichen Giftmorde tatsächlich ein Mord gewesen sein.) Aber er beschäftigt sich auch ein wenig mit der Frage, warum solche Mordgeschichten überhaupt erfunden beziehungsweise überliefert wurden.<br />
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Habt ihr Euch einmal mit einem angeblichen historischen Mordfall aus dem Mittelalter beschäftigt oder ist euch diese Idee in einem Roman oder anderswie untergekommen und wie habt ihr das wahrgenommen?]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Jörg von Stain - erfolgloser Karrierist und Politiker im Spätmittelalter?]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13520</link>
			<pubDate>Wed, 02 Feb 2022 21:11:45 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13520</guid>
			<description><![CDATA[Ich halte den Herren, der vor kurzem in einem Rätsel gesucht war, für eine recht interessante Persönlichkeit, über den wir vielleicht ein wenig diskutieren könnten. Deswegen übertrage ich die dortige Beschreibung als Einleitung in einen eigenen Thread. <br />
<br />
Quellen sind im Wesentlichen der Artikel auf der deutschsprachigen Wikipedia und der Artikel auf Regiowiki.AT (beide als Georg von Stein betitelt.) und dazu einige eigenen Entdeckungen.<br />
<br />
Ich selbst habe diesen Georg von Stein unter dem Namen Jörg von Stain im Zusammenhang mit der "Puchheimer Fehde" kennen gelernt. Diese Fehde ist nach Wilhelm von Puchheim, einem Adligen des Herzogtums Österreich, benannt und fand in den 1460er-Jahren statt. Unter den vielen Fehden, die Adelige des Herzogtums Österreich gegen Kaiser Friedrich III. führten, hat es die Puchheimer Fehde in die populärwissenschaftlichen Bücher geschafft, weil sich  Wilhelm von Puchheim einen besonders dreisten Coup erlaubte, der vor allem für reißerische Darstellungen und Habsburger-Bashing einiges hergibt. Wilhelm von Puchheim ließ die Gepäckwagen der Kaiserin rauben. Die <br />
<br />
seinen Hauptgelernt und zwar las  der auf Wikipedia als Georg von Stein zu finden ist. (Zumindest im "österreichischen" Raum ist Jörg von Stain geläufiger.) Das Interessante an dem Wikipedia-Artikel ist, dass erst vor wenigen Jahren jemand Jörgs Tätigkeit für Erzherzog Albrecht VI. von Österreich in den Wikipedia-Artikel eingebaut hat, dort geht es nämlich vor allem um seine Funktionen unter Matthias Corvinus). Der Artikel auf der Regiowiki.AT gibt zwar eine knappe Zusammenfassung der wesentlichen Stationen des Lebens von Jörg von Stain, ist aber nur ausführlich für seine Zeit im heutigen Österreich (inklusive seine Rolle als Sagenfigur, eine Folger der "Puchheimer Fehde") eingeht. (Eine sachliche Zusammenfassung zu diesem Wilhelm von Puchheim findet sich unter folgendem Link: <a href="https://www.regiowiki.at/wiki/Wilhelm_von_Puchheim)." target="_blank">https://www.regiowiki.at/wiki/Wilhelm_von_Puchheim).</a><br />
<br />
Als der eigentlich Drahtzieher dieser Fehde gilt allerdings Jörg von Stain, dem die Feste und Herrschaft Steyr verpfändet war. (Aus der Feste Steyr wurde später das bei der Stadt Steyr gelegene Schloss Lamberg.) Kaiser Friedrich III. hatte offensichtlich vor, die Feste wieder an sich zu bringen. Jörg von Stain dürfte zunächst mit der Lösung der Pfandschaft einverstanden gewesen sein und sogar eine Reduktion der ursprünglichen Pfandsumme akzeptiert haben. Ob er dann damit doch nicht einverstanden war und dem Kaiser deswegen die Fehde ansagte oder ob dieser dann doch die Möglichkeit fand, die Feste ohne Zahlungen wieder zurückzubekommen, lässt sich aus der aktuellen Forschungslage nicht eindeutig klären.<br />
<br />
Fakt ist jedenfalls, dass Jörg von Stain schließlich die Feste Steyr verlor und seine Zelte, wie man so schön sagt, im heutigen Oberösterreich abbrach. Übrigens verkaufte er seine Pfandrechte wenig später an einen böhmischen Adeligen und überließ es diesem, sich mit Kaiser Friedrich auseinanderzusetzen.<br />
<br />
Allerdings war Jörg von Stain nicht einfach ein "Raubritter", als den ich ihn kennen gelernt habe.<br />
<br />
Sein Geburtsdatum ist unbekannt. Mit Blick auf seine ersten urkundlichen Nennung wird in der Geschichtsforschung davon ausgegangen, dass er um oder vor 1430 geboren wurde. Jörg von Stain stammte aus der Reichslandschaft Schwaben und hatte ein eher bewegtes Leben, dass er 1497 im im "Grauen Kloster" in Berlin beschloss. Obwohl er recht viel erreichte, sollte er letztlich nichts von Dauer schaffen. Seine Karriere im Dienst eines Fürsten endete gewöhnlich mit dessen Tod, was jedes Mal zur Folge hatte, dass er wieder von Neuen beginnen musste. Inwieweit dabei seine Familienverhältnisse, über die kaum etwas bekannt ist, eine Rolle gespielt haben, wäre vielleicht noch näher zu erforschen.<br />
<br />
Jörg von Stain wurde vermutlich im Südwesten des heutigen Deutschland geboren und starb viele Jahre später im Nordosten des heutigen Deutschland. Sein bewegter Lebensweg führte ihn nach einer Romreise, wobei er mehrere Jahre im heutigen Italien verblieb, von Schwaben ins Herzogtum Österreich und von dort in das böhmische Königreich und seine Nebenländer. Zuletzt findet er sich in der Mark Brandenburg.<br />
<br />
Jörg von Stain dürfte über Familienmitglieder bereits früh Kontakt mit den Habsburgern gehabt haben. Vielleicht bereits während des Romzugs, aber spätestens nach seiner Rückkehr aus Italien war er im Dienst von Herzog Albrecht VI. von Österreich, dem jüngeren Bruder von Kaiser Friedrich III. (Im Forum vermutlich besser bekannt als zweiter Ehemann der Pfalzgräfin Mechthild bei Rhein.) Er brachte es dort bis zu dessen Kanzler und folgte dem Erzherzog, der zunächst in den "Vorderen Landen" wirkte, nach dem Tod von König Ladislaus Postumus ins Herzogtum Österreich, zunächst an dessen Hof in Linz und später nach Wien. In Wien war er an der Niederschlagung des sogenannten "Holzer-Aufstandes" beteiligt und wurde von Erzherzog Albrecht VI. zum Ritter geschlagen. Dieser verpfändete ihm die Burg und Herrschaft Steyr und später auch die heute als Raubritterburg berüchtige Feste Aggstein.<br />
<br />
Soweit es sich nach der aktuellen Forschung beurteilen lässt, dürfte Jörg von Stain nach dem plötzlichen Tod des Erzherzogs (1463) zunächst Herzog Siegmund von Österreich, Graf von Tirol, besser bekannt als "Siegmund der Münzreiche" unterstützt haben. Dieser war der Cousin von Kaiser Friedrich III. und Erzherzog Albrecht VI., und der Erzherzog hatte ihn in seinem letzten Testament zu seinem Erben eingesetzt. Allerdings kam es zwischen diesem und Kaiser Friedrich III. zu einer raschen Einigung, wodurch das gesamte Herzogtum Österreich (das umfasste damals nur die Stadt Wien sowie das Bundesland Niederösterreich und große Teile des heutigen Bundeslandes Oberösterreich) an den Kaiser kam. Wegen der Herrschaft Steyr musste sich Jörg von Stain also mit Kaiser Friedrich III. einigen. Offensichtlich konnte oder wollte sich Jörg von Stain mit dem Kaiser nicht arrangieren. Wenig später findet er sich im Dienst von König Georg von Böhmen. Pfänder und Pfandschaften im Herzogtum Österreich, welche er vom Erzherzog Albrecht erhalten hatte, musste er aufgeben, wobei sich die Übergabe der Herrschaft Steyr als besonders schwierig gestaltete. D<br />
<br />
Jörg von Stain war dann im Dienst von König Georg und nach dessen Tod für König Matthias Corvinus tätig, wobei ihn dieser in jenen Teilen des böhmischen Königreiches und dessen Nebenländern einsetzte, welche Matthias an sich gebracht hatte. (Das Kernland Böhmen war nach dem Tod von König Georg an den polnischen König Wladyslaw gefallen, der ein Neffe von König Ladislaus Postumus war. Es spricht einiges dafür, dass Matthias und er sich wegen der böhmischen Kurstimme darauf geeinigt hatten, dass Wladyslaw über diese verfügte. Bei der Wahl von Maximilian I. zum römischen König war der Umstand, dass es zwei böhmische König gab, aber neben einem angeblichen Prävedenzfall das Hauptargument für Kaiser Friedrich III. die böhmische Kurstimme Kraft seiner Position als Kaiser für diese Wahl "auszuschließen".)<br />
<br />
Unter König Matthias Corvinus war Jörg von Stain Landeshauptmann des böhmischen Erbfürstentums Schweidnitz-Jauer, Hauptmann der niederschlesischen Herzogtümer und Landvogt der Oberlausitz sowie der Verwalter mehrerer im böhmischen Königreich gelegenen Herrschaften. Nach dessen Tod konnte er sich jedoch in keiner Position halten.<br />
<br />
Insgesamt dürfte Jörg von Stain eine beachtliche Karriere gemacht haben, die ihm allerdings letztlich nichts einbrachte, was von Dauer gewesen wäre. Ob er tatsächlich ein so übler Zeitgenosse war, wie ADB und die bisher einzige wissenschaftliche Arbeit (eine Dissertation von der Jahrhundertwende, die auf einer Website mit Bezug zur Stadt Steyr abgerufen werden kann) behaupten, wäre allerdings kritisch zu hinterfragen. Soweit es sich beurteilen lässt, war Jörg von Stain offensichtlich ein sehr energischer und durchaus rücksichtsloser Zeitgenosse, der allerdings für seine Arbeitgeber recht erfolgreich agierte. Ob seine Rücksichtslosigkeit und Brutalität allerdings wirklich schlimmer waren als bei seinen Zeitgenossen, wäre kritisch zu hinterfragen.<br />
<br />
Eine gewisse Berühmtheit hat Jörg von Stain, da er beim recht plötzlichen Tod von Erzherzog Albrecht persönlich anwesend war.  Dass er tatsächlich etwas damit zu tun hatte oder gar in eine Verschwörung gegen diesen verwickelt gewesen war, was im 19. Jahrhundert als Fakt gesehen wurde, wird in der neueren, halbwegs seriösen Forschung eher verneint. Zumindest nach den zurzeit gesicherten Fakten entsteht der Eindruck, dass der Tod von Erzherzog Albrecht für Jörg von Stain nur Nachteile brachte. Auch dass er zunächst die Nachfolge von dessen Cousin unterstützt haben dürfte (zumindest nach dem bisherigen Forschungsstand), spricht dagegen. <br />
<br />
Angebliche Verdachtsmomente, so verließ Jörg von Stain die Stadt Wien sofort nach dem Tod des Erzherzog und er soll während dessen Krankheit ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt auf Latein geführt haben, auch anders erklären. <br />
(Mehr zum Bericht von Hanns Hierszmann unter folgendem Link: <a href="https://regiowiki.at/wiki/Hans_Hierszmann%E2%80%99s,_Th%C3%BCrh%C3%BCthers_Herzog_Albrecht%E2%80%99s_VI._v&#8203;on_Oesterreich,_Bericht_%C3%BCber_Krankheit_und_Tod_seines_Herrn_1463_und_1464" target="_blank">https://regiowiki.at/wiki/Hans_Hierszman...3_und_1464</a>)<br />
<br />
Habt ihr eigentlich schon einmal etwas von diesem Jörg von Stain gehört? Oder kennt ihr vielleicht ähnliche historische Persönlichkeiten, deren Leben zum Vergleich einladen dürfte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ich halte den Herren, der vor kurzem in einem Rätsel gesucht war, für eine recht interessante Persönlichkeit, über den wir vielleicht ein wenig diskutieren könnten. Deswegen übertrage ich die dortige Beschreibung als Einleitung in einen eigenen Thread. <br />
<br />
Quellen sind im Wesentlichen der Artikel auf der deutschsprachigen Wikipedia und der Artikel auf Regiowiki.AT (beide als Georg von Stein betitelt.) und dazu einige eigenen Entdeckungen.<br />
<br />
Ich selbst habe diesen Georg von Stein unter dem Namen Jörg von Stain im Zusammenhang mit der "Puchheimer Fehde" kennen gelernt. Diese Fehde ist nach Wilhelm von Puchheim, einem Adligen des Herzogtums Österreich, benannt und fand in den 1460er-Jahren statt. Unter den vielen Fehden, die Adelige des Herzogtums Österreich gegen Kaiser Friedrich III. führten, hat es die Puchheimer Fehde in die populärwissenschaftlichen Bücher geschafft, weil sich  Wilhelm von Puchheim einen besonders dreisten Coup erlaubte, der vor allem für reißerische Darstellungen und Habsburger-Bashing einiges hergibt. Wilhelm von Puchheim ließ die Gepäckwagen der Kaiserin rauben. Die <br />
<br />
seinen Hauptgelernt und zwar las  der auf Wikipedia als Georg von Stein zu finden ist. (Zumindest im "österreichischen" Raum ist Jörg von Stain geläufiger.) Das Interessante an dem Wikipedia-Artikel ist, dass erst vor wenigen Jahren jemand Jörgs Tätigkeit für Erzherzog Albrecht VI. von Österreich in den Wikipedia-Artikel eingebaut hat, dort geht es nämlich vor allem um seine Funktionen unter Matthias Corvinus). Der Artikel auf der Regiowiki.AT gibt zwar eine knappe Zusammenfassung der wesentlichen Stationen des Lebens von Jörg von Stain, ist aber nur ausführlich für seine Zeit im heutigen Österreich (inklusive seine Rolle als Sagenfigur, eine Folger der "Puchheimer Fehde") eingeht. (Eine sachliche Zusammenfassung zu diesem Wilhelm von Puchheim findet sich unter folgendem Link: <a href="https://www.regiowiki.at/wiki/Wilhelm_von_Puchheim)." target="_blank">https://www.regiowiki.at/wiki/Wilhelm_von_Puchheim).</a><br />
<br />
Als der eigentlich Drahtzieher dieser Fehde gilt allerdings Jörg von Stain, dem die Feste und Herrschaft Steyr verpfändet war. (Aus der Feste Steyr wurde später das bei der Stadt Steyr gelegene Schloss Lamberg.) Kaiser Friedrich III. hatte offensichtlich vor, die Feste wieder an sich zu bringen. Jörg von Stain dürfte zunächst mit der Lösung der Pfandschaft einverstanden gewesen sein und sogar eine Reduktion der ursprünglichen Pfandsumme akzeptiert haben. Ob er dann damit doch nicht einverstanden war und dem Kaiser deswegen die Fehde ansagte oder ob dieser dann doch die Möglichkeit fand, die Feste ohne Zahlungen wieder zurückzubekommen, lässt sich aus der aktuellen Forschungslage nicht eindeutig klären.<br />
<br />
Fakt ist jedenfalls, dass Jörg von Stain schließlich die Feste Steyr verlor und seine Zelte, wie man so schön sagt, im heutigen Oberösterreich abbrach. Übrigens verkaufte er seine Pfandrechte wenig später an einen böhmischen Adeligen und überließ es diesem, sich mit Kaiser Friedrich auseinanderzusetzen.<br />
<br />
Allerdings war Jörg von Stain nicht einfach ein "Raubritter", als den ich ihn kennen gelernt habe.<br />
<br />
Sein Geburtsdatum ist unbekannt. Mit Blick auf seine ersten urkundlichen Nennung wird in der Geschichtsforschung davon ausgegangen, dass er um oder vor 1430 geboren wurde. Jörg von Stain stammte aus der Reichslandschaft Schwaben und hatte ein eher bewegtes Leben, dass er 1497 im im "Grauen Kloster" in Berlin beschloss. Obwohl er recht viel erreichte, sollte er letztlich nichts von Dauer schaffen. Seine Karriere im Dienst eines Fürsten endete gewöhnlich mit dessen Tod, was jedes Mal zur Folge hatte, dass er wieder von Neuen beginnen musste. Inwieweit dabei seine Familienverhältnisse, über die kaum etwas bekannt ist, eine Rolle gespielt haben, wäre vielleicht noch näher zu erforschen.<br />
<br />
Jörg von Stain wurde vermutlich im Südwesten des heutigen Deutschland geboren und starb viele Jahre später im Nordosten des heutigen Deutschland. Sein bewegter Lebensweg führte ihn nach einer Romreise, wobei er mehrere Jahre im heutigen Italien verblieb, von Schwaben ins Herzogtum Österreich und von dort in das böhmische Königreich und seine Nebenländer. Zuletzt findet er sich in der Mark Brandenburg.<br />
<br />
Jörg von Stain dürfte über Familienmitglieder bereits früh Kontakt mit den Habsburgern gehabt haben. Vielleicht bereits während des Romzugs, aber spätestens nach seiner Rückkehr aus Italien war er im Dienst von Herzog Albrecht VI. von Österreich, dem jüngeren Bruder von Kaiser Friedrich III. (Im Forum vermutlich besser bekannt als zweiter Ehemann der Pfalzgräfin Mechthild bei Rhein.) Er brachte es dort bis zu dessen Kanzler und folgte dem Erzherzog, der zunächst in den "Vorderen Landen" wirkte, nach dem Tod von König Ladislaus Postumus ins Herzogtum Österreich, zunächst an dessen Hof in Linz und später nach Wien. In Wien war er an der Niederschlagung des sogenannten "Holzer-Aufstandes" beteiligt und wurde von Erzherzog Albrecht VI. zum Ritter geschlagen. Dieser verpfändete ihm die Burg und Herrschaft Steyr und später auch die heute als Raubritterburg berüchtige Feste Aggstein.<br />
<br />
Soweit es sich nach der aktuellen Forschung beurteilen lässt, dürfte Jörg von Stain nach dem plötzlichen Tod des Erzherzogs (1463) zunächst Herzog Siegmund von Österreich, Graf von Tirol, besser bekannt als "Siegmund der Münzreiche" unterstützt haben. Dieser war der Cousin von Kaiser Friedrich III. und Erzherzog Albrecht VI., und der Erzherzog hatte ihn in seinem letzten Testament zu seinem Erben eingesetzt. Allerdings kam es zwischen diesem und Kaiser Friedrich III. zu einer raschen Einigung, wodurch das gesamte Herzogtum Österreich (das umfasste damals nur die Stadt Wien sowie das Bundesland Niederösterreich und große Teile des heutigen Bundeslandes Oberösterreich) an den Kaiser kam. Wegen der Herrschaft Steyr musste sich Jörg von Stain also mit Kaiser Friedrich III. einigen. Offensichtlich konnte oder wollte sich Jörg von Stain mit dem Kaiser nicht arrangieren. Wenig später findet er sich im Dienst von König Georg von Böhmen. Pfänder und Pfandschaften im Herzogtum Österreich, welche er vom Erzherzog Albrecht erhalten hatte, musste er aufgeben, wobei sich die Übergabe der Herrschaft Steyr als besonders schwierig gestaltete. D<br />
<br />
Jörg von Stain war dann im Dienst von König Georg und nach dessen Tod für König Matthias Corvinus tätig, wobei ihn dieser in jenen Teilen des böhmischen Königreiches und dessen Nebenländern einsetzte, welche Matthias an sich gebracht hatte. (Das Kernland Böhmen war nach dem Tod von König Georg an den polnischen König Wladyslaw gefallen, der ein Neffe von König Ladislaus Postumus war. Es spricht einiges dafür, dass Matthias und er sich wegen der böhmischen Kurstimme darauf geeinigt hatten, dass Wladyslaw über diese verfügte. Bei der Wahl von Maximilian I. zum römischen König war der Umstand, dass es zwei böhmische König gab, aber neben einem angeblichen Prävedenzfall das Hauptargument für Kaiser Friedrich III. die böhmische Kurstimme Kraft seiner Position als Kaiser für diese Wahl "auszuschließen".)<br />
<br />
Unter König Matthias Corvinus war Jörg von Stain Landeshauptmann des böhmischen Erbfürstentums Schweidnitz-Jauer, Hauptmann der niederschlesischen Herzogtümer und Landvogt der Oberlausitz sowie der Verwalter mehrerer im böhmischen Königreich gelegenen Herrschaften. Nach dessen Tod konnte er sich jedoch in keiner Position halten.<br />
<br />
Insgesamt dürfte Jörg von Stain eine beachtliche Karriere gemacht haben, die ihm allerdings letztlich nichts einbrachte, was von Dauer gewesen wäre. Ob er tatsächlich ein so übler Zeitgenosse war, wie ADB und die bisher einzige wissenschaftliche Arbeit (eine Dissertation von der Jahrhundertwende, die auf einer Website mit Bezug zur Stadt Steyr abgerufen werden kann) behaupten, wäre allerdings kritisch zu hinterfragen. Soweit es sich beurteilen lässt, war Jörg von Stain offensichtlich ein sehr energischer und durchaus rücksichtsloser Zeitgenosse, der allerdings für seine Arbeitgeber recht erfolgreich agierte. Ob seine Rücksichtslosigkeit und Brutalität allerdings wirklich schlimmer waren als bei seinen Zeitgenossen, wäre kritisch zu hinterfragen.<br />
<br />
Eine gewisse Berühmtheit hat Jörg von Stain, da er beim recht plötzlichen Tod von Erzherzog Albrecht persönlich anwesend war.  Dass er tatsächlich etwas damit zu tun hatte oder gar in eine Verschwörung gegen diesen verwickelt gewesen war, was im 19. Jahrhundert als Fakt gesehen wurde, wird in der neueren, halbwegs seriösen Forschung eher verneint. Zumindest nach den zurzeit gesicherten Fakten entsteht der Eindruck, dass der Tod von Erzherzog Albrecht für Jörg von Stain nur Nachteile brachte. Auch dass er zunächst die Nachfolge von dessen Cousin unterstützt haben dürfte (zumindest nach dem bisherigen Forschungsstand), spricht dagegen. <br />
<br />
Angebliche Verdachtsmomente, so verließ Jörg von Stain die Stadt Wien sofort nach dem Tod des Erzherzog und er soll während dessen Krankheit ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt auf Latein geführt haben, auch anders erklären. <br />
(Mehr zum Bericht von Hanns Hierszmann unter folgendem Link: <a href="https://regiowiki.at/wiki/Hans_Hierszmann%E2%80%99s,_Th%C3%BCrh%C3%BCthers_Herzog_Albrecht%E2%80%99s_VI._v&#8203;on_Oesterreich,_Bericht_%C3%BCber_Krankheit_und_Tod_seines_Herrn_1463_und_1464" target="_blank">https://regiowiki.at/wiki/Hans_Hierszman...3_und_1464</a>)<br />
<br />
Habt ihr eigentlich schon einmal etwas von diesem Jörg von Stain gehört? Oder kennt ihr vielleicht ähnliche historische Persönlichkeiten, deren Leben zum Vergleich einladen dürfte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Schlachtrösser des Mittelalters]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13482</link>
			<pubDate>Mon, 17 Jan 2022 08:36:09 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13482</guid>
			<description><![CDATA[nationalgeographic zu den Schlachtrössern<br />
<br />
<br />
<a href="https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2022/01/kleine-kaempfer-mittelalterliche-pferde-waren-nur-so-gross-wie-ponys?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE" target="_blank">https://www.nationalgeographic.de/geschi...obal-de-DE</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[nationalgeographic zu den Schlachtrössern<br />
<br />
<br />
<a href="https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2022/01/kleine-kaempfer-mittelalterliche-pferde-waren-nur-so-gross-wie-ponys?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE" target="_blank">https://www.nationalgeographic.de/geschi...obal-de-DE</a>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Hohenberg Fehde]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13441</link>
			<pubDate>Mon, 20 Dec 2021 11:19:20 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13441</guid>
			<description><![CDATA[Die Hohenberg-Fehde<br />
<br />
Woanders im Reich hat sie andere Namen,<br />
2. Städtekrieg<br />
Markgrafenkrieg zB<br />
<br />
Im Ergebnis hat sich Rottweil und Schaffhausen von den Schwäbischen Städtbünden abgewandt, Rottweil relativ lose der Schweiz zugewandt und Schaffhausen für "immer" der Eidgenossenschaft angeschlossen.<br />
<br />
Ach ja, die Burg Oberhohenberg von Rottweil und die Burg Balm von Shaffhausen waren zerstört worden, daher der Name.<br />
<br />
Der Kaiser Friedrich III. hat sich massiv involviert und Reichsfürsten als Schiedsrichter benannt. Letztlich erfolgreich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Hohenberg-Fehde<br />
<br />
Woanders im Reich hat sie andere Namen,<br />
2. Städtekrieg<br />
Markgrafenkrieg zB<br />
<br />
Im Ergebnis hat sich Rottweil und Schaffhausen von den Schwäbischen Städtbünden abgewandt, Rottweil relativ lose der Schweiz zugewandt und Schaffhausen für "immer" der Eidgenossenschaft angeschlossen.<br />
<br />
Ach ja, die Burg Oberhohenberg von Rottweil und die Burg Balm von Shaffhausen waren zerstört worden, daher der Name.<br />
<br />
Der Kaiser Friedrich III. hat sich massiv involviert und Reichsfürsten als Schiedsrichter benannt. Letztlich erfolgreich.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Burg und Straße]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13200</link>
			<pubDate>Fri, 19 Nov 2021 18:27:19 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13200</guid>
			<description><![CDATA[ein interessanter Link<br />
<br />
file:///C:/Users/)/AppData/Local/Temp/Strasse_und_Burg_Anmerkungen_zu_einem_vie.pdf]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[ein interessanter Link<br />
<br />
file:///C:/Users/)/AppData/Local/Temp/Strasse_und_Burg_Anmerkungen_zu_einem_vie.pdf]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Im Schatten der Vorgänger - psychologisch betrachtet?]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13154</link>
			<pubDate>Mon, 19 Jul 2021 19:13:02 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13154</guid>
			<description><![CDATA[<blockquote><cite><span> (09.07.2021 20:05)</span>Sansavoir schrieb: <a href="http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?pid=72157#pid72157" class="quick_jump">&nbsp;</a></cite><blockquote><cite><span> (08.07.2021 21:32)</span>Teresa C. schrieb: <a href="http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?pid=72146#pid72146" class="quick_jump">&nbsp;</a></cite>Dass Karl um die Geburt seiner Kinder aus der dritten Ehe viel Trara gemacht hat, ist übrigens Fakt, In einem anderen Thread in diesem Forum hat die Userin Bunbury als Möglichkeit einer Annäherung von historischen Personen die Psychologie vorgestellt. Bei König Wenzel von Böhmen, der bis heute als Wenzel der Faule (wenn gleich Beinamen inzwischen wissenschaftlich verpönt sind), Mörder des Heiligen Johannes von Nepomuk und angeblich unfähigster oder zumindest schwächster König / Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gehandelt wird, könnte natürlich die Frage gestellt werden, ob nicht möglicherweise die Inszenierung des Vaters Karl letztlich wesentlich daran schuld war, dass der Betroffene später doch eher als "Versager" auffiel.</blockquote>
<br />
Das ist schwierig zu sagen. Es ist aber auffallend, dass zwischen 1377 und 1380 fähige Könige wie Eduard III. von England, Karl V. von Frankreich oder eben Kaiser Karl IV. starben, deren jeweiligen Nachfolger als unfähig und schwach gelten. Das kann Zufall sein, kann aber auch psychologische Ursachen haben oder eine Folge gesellschaftlicher Entwicklungen sein. Oder werden Richard II., Karl VI. und Wenzel IV. als unfähig betrachtet, weil es in ihrer Zeit fähigere Herrscher wie Wladislaw II. Jagiello von Polen, die Herzöge von Burgund oder Johann I. von Portugal gab?   <br />
<br />
Dass Karl IV., aber auch sein Bruder Johann Heinrich von Mähren ihre Söhne als etwas Besonderes inszenierten, hat sicher Einfluss auf deren Charakter genommen und ist sicher auch ein Grund, dass sich sowohl Brüder als auch Cousins ihre eigenen Interessen im Vordergrund stellten. Das Verhalten ihrer Väter ist nur erklärbar, weil sie lange auf männlichen Nachwuchs warteten. Johann Heinrich galt ja nach seiner gescheiterten Ehe mit Margarete Maultasch als impotent, Karl IV. war zum Zeitpunkt von Wenzels Geburt bereits 45 Jahre alt. Die Geburt des ältesten Sohn löste bei beiden Luxemburger ein großes Problem.</blockquote>
<br />
<blockquote><cite><span> (14.07.2021 21:36)</span>Teresa C. schrieb: <a href="http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?pid=72168#pid72168" class="quick_jump">&nbsp;</a></cite>Dass das daran liegt, dass es fähigere zeitgenössische Herrscher gab, bezweifle ich. Immerhin, egal wie Richard II., Karl VI. und Wenzel (IV.) letztlich beurteilt werden und ob sie tatsächlich schwache Herrscher waren, zumindest ist bei ihnen eindeutig nachvollziehbar, warum sie gewöhnlich als schwache Herrscher gelten oder für solche gehalten werden. <br />
...</blockquote>
<br />
<blockquote><cite><span> (15.07.2021 16:50)</span>Sansavoir schrieb: <a href="http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?pid=72170#pid72170" class="quick_jump">&nbsp;</a></cite>Das stimmt natürlich auch.</blockquote>
<br />
Auffällig ist übrigens, dass die Nachfolger dieser drei Herrscher alle noch sehr jung an die Macht gekommen sind. Bei Richard II. (der übrigens ein Schwiegersohn von Kaiser Karl IV. war) und Karl VI. ist außerdem deutlich zu erkennen, dass sie zunächst (aus eigener Initiative oder auf Rat ihrer Ratgeber?) versucht haben, ihre Herrscherrolle etwas anders als ihres Vorgängers zu inszenieren. Ob Wenzel, dessen Bild bis heute besonders verzerrt ist, das auch versucht hat, wäre  noch zu untersuchen. <br />
<br />
Ein weiterer Punkt, der mir auffällt, ist außerdem, dass Richard II. der Enkel von Edward III. war und ihn eigentlich nur der Umstand, dass sein Vater ein Jahr vor dem Großvater starb, zu dessen sofortigen Nachfolger gemacht hat. Er wurde also nicht gezielt als Nachfolger seines Großvaters aufgebaut, da dieser Nachfolgefall gar nicht zu erwarten war. <br />
<br />
Was die Geisteskrankheit von Karl VI. betrifft, so dürfte sie auch eher als "tragischer" Zufall zu sehen sein.<br />
<br />
Außerdem gibt es auch eine Reihe von Herrschern, die sehr jung an die Macht kamen, und offensichtlich dank ihrer Fähigkeiten (und Ratgeber) sich zumindest erstaunlich gut gehalten haben.<br />
<br />
--------------------------<br />
Quelle / Anmerkung: Diese Diskussion hat im Rätsel-Thread (siehe Link: <a href="http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13128&amp;pid=72177#pid72177)" target="_blank">http://www.forum-geschichte.at/Forum/sho...#pid72177)</a> begonnen und wurde hier her "ausgelagert".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><cite><span> (09.07.2021 20:05)</span>Sansavoir schrieb: <a href="http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?pid=72157#pid72157" class="quick_jump">&nbsp;</a></cite><blockquote><cite><span> (08.07.2021 21:32)</span>Teresa C. schrieb: <a href="http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?pid=72146#pid72146" class="quick_jump">&nbsp;</a></cite>Dass Karl um die Geburt seiner Kinder aus der dritten Ehe viel Trara gemacht hat, ist übrigens Fakt, In einem anderen Thread in diesem Forum hat die Userin Bunbury als Möglichkeit einer Annäherung von historischen Personen die Psychologie vorgestellt. Bei König Wenzel von Böhmen, der bis heute als Wenzel der Faule (wenn gleich Beinamen inzwischen wissenschaftlich verpönt sind), Mörder des Heiligen Johannes von Nepomuk und angeblich unfähigster oder zumindest schwächster König / Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gehandelt wird, könnte natürlich die Frage gestellt werden, ob nicht möglicherweise die Inszenierung des Vaters Karl letztlich wesentlich daran schuld war, dass der Betroffene später doch eher als "Versager" auffiel.</blockquote>
<br />
Das ist schwierig zu sagen. Es ist aber auffallend, dass zwischen 1377 und 1380 fähige Könige wie Eduard III. von England, Karl V. von Frankreich oder eben Kaiser Karl IV. starben, deren jeweiligen Nachfolger als unfähig und schwach gelten. Das kann Zufall sein, kann aber auch psychologische Ursachen haben oder eine Folge gesellschaftlicher Entwicklungen sein. Oder werden Richard II., Karl VI. und Wenzel IV. als unfähig betrachtet, weil es in ihrer Zeit fähigere Herrscher wie Wladislaw II. Jagiello von Polen, die Herzöge von Burgund oder Johann I. von Portugal gab?   <br />
<br />
Dass Karl IV., aber auch sein Bruder Johann Heinrich von Mähren ihre Söhne als etwas Besonderes inszenierten, hat sicher Einfluss auf deren Charakter genommen und ist sicher auch ein Grund, dass sich sowohl Brüder als auch Cousins ihre eigenen Interessen im Vordergrund stellten. Das Verhalten ihrer Väter ist nur erklärbar, weil sie lange auf männlichen Nachwuchs warteten. Johann Heinrich galt ja nach seiner gescheiterten Ehe mit Margarete Maultasch als impotent, Karl IV. war zum Zeitpunkt von Wenzels Geburt bereits 45 Jahre alt. Die Geburt des ältesten Sohn löste bei beiden Luxemburger ein großes Problem.</blockquote>
<br />
<blockquote><cite><span> (14.07.2021 21:36)</span>Teresa C. schrieb: <a href="http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?pid=72168#pid72168" class="quick_jump">&nbsp;</a></cite>Dass das daran liegt, dass es fähigere zeitgenössische Herrscher gab, bezweifle ich. Immerhin, egal wie Richard II., Karl VI. und Wenzel (IV.) letztlich beurteilt werden und ob sie tatsächlich schwache Herrscher waren, zumindest ist bei ihnen eindeutig nachvollziehbar, warum sie gewöhnlich als schwache Herrscher gelten oder für solche gehalten werden. <br />
...</blockquote>
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<blockquote><cite><span> (15.07.2021 16:50)</span>Sansavoir schrieb: <a href="http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?pid=72170#pid72170" class="quick_jump">&nbsp;</a></cite>Das stimmt natürlich auch.</blockquote>
<br />
Auffällig ist übrigens, dass die Nachfolger dieser drei Herrscher alle noch sehr jung an die Macht gekommen sind. Bei Richard II. (der übrigens ein Schwiegersohn von Kaiser Karl IV. war) und Karl VI. ist außerdem deutlich zu erkennen, dass sie zunächst (aus eigener Initiative oder auf Rat ihrer Ratgeber?) versucht haben, ihre Herrscherrolle etwas anders als ihres Vorgängers zu inszenieren. Ob Wenzel, dessen Bild bis heute besonders verzerrt ist, das auch versucht hat, wäre  noch zu untersuchen. <br />
<br />
Ein weiterer Punkt, der mir auffällt, ist außerdem, dass Richard II. der Enkel von Edward III. war und ihn eigentlich nur der Umstand, dass sein Vater ein Jahr vor dem Großvater starb, zu dessen sofortigen Nachfolger gemacht hat. Er wurde also nicht gezielt als Nachfolger seines Großvaters aufgebaut, da dieser Nachfolgefall gar nicht zu erwarten war. <br />
<br />
Was die Geisteskrankheit von Karl VI. betrifft, so dürfte sie auch eher als "tragischer" Zufall zu sehen sein.<br />
<br />
Außerdem gibt es auch eine Reihe von Herrschern, die sehr jung an die Macht kamen, und offensichtlich dank ihrer Fähigkeiten (und Ratgeber) sich zumindest erstaunlich gut gehalten haben.<br />
<br />
--------------------------<br />
Quelle / Anmerkung: Diese Diskussion hat im Rätsel-Thread (siehe Link: <a href="http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13128&amp;pid=72177#pid72177)" target="_blank">http://www.forum-geschichte.at/Forum/sho...#pid72177)</a> begonnen und wurde hier her "ausgelagert".]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die Grafen von Tirol]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13152</link>
			<pubDate>Fri, 16 Jul 2021 14:32:19 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13152</guid>
			<description><![CDATA[Die Grafen von Tirol und die Baugeschchte von Schloss Tirol<br />
<br />
<a href="https://www.academia.edu/31826678/Die_Grafen_von_Tirol_Ein_historisch_familiengeschichtlicher_%C3%9Cberblick_10_14&#8203;_Jahrhundert_?email_work_card=view-paper" target="_blank">https://www.academia.edu/31826678/Die_Gr...view-paper</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Grafen von Tirol und die Baugeschchte von Schloss Tirol<br />
<br />
<a href="https://www.academia.edu/31826678/Die_Grafen_von_Tirol_Ein_historisch_familiengeschichtlicher_%C3%9Cberblick_10_14&#8203;_Jahrhundert_?email_work_card=view-paper" target="_blank">https://www.academia.edu/31826678/Die_Gr...view-paper</a>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Frühe Querverbindungen]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13151</link>
			<pubDate>Thu, 15 Jul 2021 13:20:57 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13151</guid>
			<description><![CDATA['Hier<br />
<br />
<a href="https://www.academia.edu/31262957/Graf_Rudolf_von_Pfullendorf_Mittler_zwischen_Staufern_und_Welfen?email_work_card&#8203;=view-paper" target="_blank">https://www.academia.edu/31262957/Graf_R...view-paper</a><br />
<br />
lassen sich Querverbindungen zwischen Staufer, Welfen und Habsburg finden.<br />
Seit den Karolingern.<br />
Immer wieder erstaunlich, welche Gewaltorgien damals "aufgeführt" wurden. <br />
<br />
265 Seiten Quellengesättigt, sowei im frühen Mittelalter überhaupt möglich]]></description>
			<content:encoded><![CDATA['Hier<br />
<br />
<a href="https://www.academia.edu/31262957/Graf_Rudolf_von_Pfullendorf_Mittler_zwischen_Staufern_und_Welfen?email_work_card&#8203;=view-paper" target="_blank">https://www.academia.edu/31262957/Graf_R...view-paper</a><br />
<br />
lassen sich Querverbindungen zwischen Staufer, Welfen und Habsburg finden.<br />
Seit den Karolingern.<br />
Immer wieder erstaunlich, welche Gewaltorgien damals "aufgeführt" wurden. <br />
<br />
265 Seiten Quellengesättigt, sowei im frühen Mittelalter überhaupt möglich]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[König Konrad III. (1138-1152) Politik]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13150</link>
			<pubDate>Wed, 14 Jul 2021 10:44:13 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13150</guid>
			<description><![CDATA[Hier gibt es vieles hintergründige, auch über sehr viele Adelsgeschlechter in Südwestdeutschland<br />
<br />
<a href="https://www.academia.edu/41132817/K%C3%B6nig_Konrad_III_1138_1152_Politik_Machtgrundlagen_und_Anhang_in_Schwaben_B&#8203;ayern_und_Franken?email_work_card=view-paper" target="_blank">https://www.academia.edu/41132817/K%C3%B...view-paper</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hier gibt es vieles hintergründige, auch über sehr viele Adelsgeschlechter in Südwestdeutschland<br />
<br />
<a href="https://www.academia.edu/41132817/K%C3%B6nig_Konrad_III_1138_1152_Politik_Machtgrundlagen_und_Anhang_in_Schwaben_B&#8203;ayern_und_Franken?email_work_card=view-paper" target="_blank">https://www.academia.edu/41132817/K%C3%B...view-paper</a>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die verschollene Königspfalz von Helfta]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13147</link>
			<pubDate>Wed, 30 Jun 2021 13:47:06 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13147</guid>
			<description><![CDATA[Seit Mai 2021 wird die "verschollene" 'Königspfalz von Helfta ausgegraben<br />
<br />
Archäologie Online<br />
<blockquote><cite>Zitat:</cite><a href="https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/koenigspfalz-helfta-verschwundene-kirche-kaiser-ottos-des-grossen-wiederentdeckt-5028/" target="_blank">https://www.archaeologie-online.de/nachr...eckt-5028/</a></blockquote>
<br />
aus dem Link<br />
<blockquote><cite>Zitat:</cite>Bereits in den ersten Wochen erbrachten die Untersuchungen außerordentlich spannende Befunde und Funde. Den Untersuchungsschwerpunkt bilden derzeit die Überreste einer großen Kirche, die nach der Schriftüberlieferung und dem archäologischen Befund mit der Radegundiskirche identifiziert werden kann – einer Gründung Kaiser Ottos des Großen aus der Zeit vor 968.</blockquote>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Seit Mai 2021 wird die "verschollene" 'Königspfalz von Helfta ausgegraben<br />
<br />
Archäologie Online<br />
<blockquote><cite>Zitat:</cite><a href="https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/koenigspfalz-helfta-verschwundene-kirche-kaiser-ottos-des-grossen-wiederentdeckt-5028/" target="_blank">https://www.archaeologie-online.de/nachr...eckt-5028/</a></blockquote>
<br />
aus dem Link<br />
<blockquote><cite>Zitat:</cite>Bereits in den ersten Wochen erbrachten die Untersuchungen außerordentlich spannende Befunde und Funde. Den Untersuchungsschwerpunkt bilden derzeit die Überreste einer großen Kirche, die nach der Schriftüberlieferung und dem archäologischen Befund mit der Radegundiskirche identifiziert werden kann – einer Gründung Kaiser Ottos des Großen aus der Zeit vor 968.</blockquote>
]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Reichsfürsten - Lesen und Schreiben]]></title>
			<link>http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13139</link>
			<pubDate>Wed, 16 Jun 2021 17:35:01 +0000</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=13139</guid>
			<description><![CDATA[Ich hätte ein Frage zu einer allgemein verbreiteten Vorstellung.<br />
<br />
In der Fachliteratur finde ich immer wieder die Behauptung, dass angeblich alle Kaiser und Könige seit dem Interregnum bis Karl IV. weder lesen noch schreiben konnten. (Wobei es offensichtlich eine Ausnahme gegeben haben dürfte, zumindest sind sich da die Forscher nicht einig.)<br />
<br />
Kennt jemand von Euch dazu  Literatur, die für diese Behauptung beziehungsweise ihre Bestätigung oder Widerlegung auch Belege bietet beziehungsweise darüber Differenzierteres bietet.<br />
<br />
Herzliche Grüße<br />
<br />
Teresa]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ich hätte ein Frage zu einer allgemein verbreiteten Vorstellung.<br />
<br />
In der Fachliteratur finde ich immer wieder die Behauptung, dass angeblich alle Kaiser und Könige seit dem Interregnum bis Karl IV. weder lesen noch schreiben konnten. (Wobei es offensichtlich eine Ausnahme gegeben haben dürfte, zumindest sind sich da die Forscher nicht einig.)<br />
<br />
Kennt jemand von Euch dazu  Literatur, die für diese Behauptung beziehungsweise ihre Bestätigung oder Widerlegung auch Belege bietet beziehungsweise darüber Differenzierteres bietet.<br />
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Herzliche Grüße<br />
<br />
Teresa]]></content:encoded>
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