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deutsch-französische "Erbfeindschaft"?
17.07.2012, 22:53
Beitrag: #61
RE: deutsch-französische "Erbfeindschaft"?
das Problem bei der "Erbfeindschaft" ist,daß diese eigentlich ein Konstrukt des preußisch imperialen späten 19.Jahrhunderts ist und damals aus ideologischen Gründen eine ganz bestimmte,auch einigende Funktion erfüllte. Ohne dieses Konstrukt hätte es die Reichsgründung in stattgehabter Form m.E, nicht gegeben.
Entsprechend wurden vorangegangene historische Ereignisse in diesem Sinne auf Teufel komm raus uminterpretiert und z.T. schlicht verfälscht oder verkürzt dargestellt. .
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18.07.2012, 10:51
Beitrag: #62
RE: deutsch-französische "Erbfeindschaft"?
(17.07.2012 22:53)zaphodB. schrieb:  das Problem bei der "Erbfeindschaft" ist,daß diese eigentlich ein Konstrukt des preußisch imperialen späten 19.Jahrhunderts ist und damals aus ideologischen Gründen eine ganz bestimmte,auch einigende Funktion erfüllte. Ohne dieses Konstrukt hätte es die Reichsgründung in stattgehabter Form m.E, nicht gegeben.
Entsprechend wurden vorangegangene historische Ereignisse in diesem Sinne auf Teufel komm raus uminterpretiert und z.T. schlicht verfälscht oder verkürzt dargestellt. .


Ich weiß nicht zaphod,
wenn du den Beobachter des Herrn Mayer liest, das war schon echt.
Zitat:http://www.deutsche-biographie.de/sfz59529.html
aus dem Link
Zitat:Er war Mitglied des Ausschusses der Demokratischen Volkspartei (1863–66) und Vorsitzender des leitenden Ausschusses der Süd-Deutschen Volkspartei (1868–78), aber außerhalb Württembergs fehlte ihm das Ambiente, dessen er bedurfte, um erfolgreich zu sein. Mit Julius Haußmann, dem Organisator der Partei, inszenierte er Kampagnen gegen Allianzvertrag und Kriegsdienstgesetz, machte er die Zollparlaments- und Landtagswahlen von 1868 zu Plebisziten gegen die preuß. Politik. M. wurde Abgeordneter für Besigheim (bis 1870); in der Kammer war er informelles Haupt der demokratischen Fraktion.
Der Krieg gegen Frankreich und die ihm folgende Reichsgründung haben die Volkspartei auf Jahre ruiniert und M.s Karriere zum Stillstand gebracht. Als M. am 21.7.1870 in der Kammer empfahl, die Kriegskredite zu bewilligen, war er schon Gefangener eines Zeitgeistes, der selbst die eigene Partei ergriffen hatte. Erst spät hat er sich mit den Verhältnissen des Bismarckreiches abgefunden, für dessen demokratische Reform er publizistisch und politisch stritt. 1877-82 war er – diesmal für Esslingen – wieder im Landtag zu finden, 1881-87 war er Abgeordneter des Reichstags. Der Wahlsieg im Hohenloheschen, errungen gegen das rufschädigende Wort vom „Napoleonsöldner“ und gegen einen einheimischen „Fürsten“ als Mitbewerber, war späte, wenn auch schwache, Genugtuung für einen Unzeitgemäßen des Kaiserreichs.

Preußenfeindlich bis zum "Selbstmord"
als der Bonaparte aber über den Rhein schielte, wäre der Mayer freiwillig mit dem Bismarck in der selben Kompagnie gen Westen marschiert. Das Zündnadelgewehr geschultert.
Während der "Luxemburg-Krise" haben die württ. Militärs Instruktoren für die neuerworbenen Zündnadelgewehre von den "Badensern" ausgeliehen.
Das kam dann eher nach dem SelbstmordBig Grin



Edit: Was ist jetzt mit der Scheneral König Universität? Wann wird umbenannt?

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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29.07.2012, 12:46
Beitrag: #63
RE: deutsch-französische "Erbfeindschaft"?
(17.07.2012 22:53)zaphodB. schrieb:  das Problem bei der "Erbfeindschaft" ist,daß diese eigentlich ein Konstrukt des preußisch imperialen späten 19.Jahrhunderts ist und damals aus ideologischen Gründen eine ganz bestimmte,auch einigende Funktion erfüllte. Ohne dieses Konstrukt hätte es die Reichsgründung in stattgehabter Form m.E, nicht gegeben.
Entsprechend wurden vorangegangene historische Ereignisse in diesem Sinne auf Teufel komm raus uminterpretiert und z.T. schlicht verfälscht oder verkürzt dargestellt. .


Noch eine Fussnote, die aber dem "konstrukt" eher widerspricht.

Im 1. Weltkrieg wurde die Vogesenfront von deutscher Seite überwiegend mit Landwehreinheiten aus Baden und Württemberg gehalten. Lediglich bei franz. Einbrüchen wurden kampfstärkere Einheiten herangeholt um die Einbrüche zu "bereinigen". Die überwiegend älteren Soldaten dieser Einheiten sahen dies als direkte Verteidigung ihrer Heimat.

1944/45 kamen hier am Oberrhein im Rahmen der 19. Armee die mW einzigen größeren Volkssturmeinheiten der Westfront in den Einsatz. Einheiten die, insbesondere gegen Franzosen, tatsächlich nachhaltig kämpften. Ihr Widerstand hörte erst im April 45 auf, nach den Rheinübergängen der Alliierten am Oberrhein.

Wie gesagt, das Wort "Erbfeindschaft" sehe ich ebenfalls als Propagandakonstrukt.
Aber die Erbangst war durchaus vorhanden.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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30.07.2012, 11:01
Beitrag: #64
RE: deutsch-französische "Erbfeindschaft"?
(29.07.2012 12:46)Suebe schrieb:  
(17.07.2012 22:53)zaphodB. schrieb:  das Problem bei der "Erbfeindschaft" ist,daß diese eigentlich ein Konstrukt des preußisch imperialen späten 19.Jahrhunderts ist und damals aus ideologischen Gründen eine ganz bestimmte,auch einigende Funktion erfüllte. Ohne dieses Konstrukt hätte es die Reichsgründung in stattgehabter Form m.E, nicht gegeben.
Entsprechend wurden vorangegangene historische Ereignisse in diesem Sinne auf Teufel komm raus uminterpretiert und z.T. schlicht verfälscht oder verkürzt dargestellt. .
Noch eine Fussnote, die aber dem "konstrukt" eher widerspricht.
Im 1. Weltkrieg wurde die Vogesenfront von deutscher Seite überwiegend mit Landwehreinheiten aus Baden und Württemberg gehalten. Lediglich bei franz. Einbrüchen wurden kampfstärkere Einheiten herangeholt um die Einbrüche zu "bereinigen". Die überwiegend älteren Soldaten dieser Einheiten sahen dies als direkte Verteidigung ihrer Heimat.
1944/45 kamen hier am Oberrhein im Rahmen der 19. Armee die mW einzigen größeren Volkssturmeinheiten der Westfront in den Einsatz. Einheiten die, insbesondere gegen Franzosen, tatsächlich nachhaltig kämpften. Ihr Widerstand hörte erst im April 45 auf, nach den Rheinübergängen der Alliierten am Oberrhein.
Wie gesagt, das Wort "Erbfeindschaft" sehe ich ebenfalls als Propagandakonstrukt.
Aber die Erbangst war durchaus vorhanden.
Lieber Schwabe,
so isses.Shy

Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu
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