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Die Faszination der Nazi-Technik-Projekte
08.08.2013, 19:49
Beitrag: #1
Die Faszination der Nazi-Technik-Projekte
(08.07.2013 11:23)Suebe schrieb:  Vielleicht sollte man diesen Thread erweitern.

Die Faszination der Nazi-Technik-Projekte

Trippel ist da allerdings ein Musterbeispiel. Insbesondere wie er sich diese Faszination zu Nutze machte.

Die Liste der dieser Faszination Erliegenden ist allerdings sehr lang, wird täglich noch länger.
Wer in ein Computerspiel zum 2. WK schaut, begegnet allen möglichen solchen "Projekten" die ausgebreitet werden, als hätte es sie in Wirklichkeit gegeben.
Die Reichsflugscheiben und der gesamte Neuschwabenlandkomplex gehört hier rein.
Auch Jonastal und Co. wo immer neue Entdeckungen angekündigt werden, die dann doch nicht gemacht werden.

Aber so mancher Seriöse ist auch reingefallen. Noch nicht lange her, hat sich der angesehene Technik-Historiker Karlsch mit "Hitlers Bombe" geoutet und sich damit böse in die braunen Kuhfladen gesetzt.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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08.08.2013, 20:37
Beitrag: #2
RE: Die Faszination der Nazi-Technik-Projekte
Man sollte betonen, dass das "Faszinosum Nazi-Technik" nicht auf braunem oder deutschem Mist gewachsen ist. Das Ganze kommt von anglo-amerikanischer Seite, über die Motive kann man debattieren.

Vielleicht so: Um die unglaublichen Erfolge der Nazis (Blitzkrieg ist als Fremdwort ins Englische übernommen) zu erklären, wird deren militärisch-technisches Potenzial nachträglich maßlos überhöht. Umso süßer schmeckt der Sieg, besonders wenn man die Ostfront und die Rolle der Sowjetunion dabei auch noch bagatellisiert oder sogar ignoriert.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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09.08.2013, 08:12
Beitrag: #3
RE: Die Faszination der Nazi-Technik-Projekte
(08.08.2013 20:37)Arkona schrieb:  Man sollte betonen, dass das "Faszinosum Nazi-Technik" nicht auf braunem oder deutschem Mist gewachsen ist. Das Ganze kommt von anglo-amerikanischer Seite, über die Motive kann man debattieren.

Vielleicht so: Um die unglaublichen Erfolge der Nazis (Blitzkrieg ist als Fremdwort ins Englische übernommen) zu erklären, wird deren militärisch-technisches Potenzial nachträglich maßlos überhöht. Umso süßer schmeckt der Sieg, besonders wenn man die Ostfront und die Rolle der Sowjetunion dabei auch noch bagatellisiert oder sogar ignoriert.


Das ist mit Sicherheit ein Grund.
Ich besitze ein Buch "Heinkel und seine Flugzeuge" von Novarra aus 1975, da lässt sich der Autor darüber aus, dass es bisher keine deutschsprachigen Veröffentlichungen über die ganzen Flugzeugprojekte und Entwicklungen bei Kriegsende gäbe. Eine Lücke die Novarra mit dem Buch teilweise schließen wollte.
Einen weiteren Grund nennt ein Luftfahrttechnisch sehr kompetentes Mitglied im Nirwana, die haarsträubenden "Bären", die deutsche Versuchspiloten und Techniker den Westalliierten 1945 aufgebunden hätten.

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09.08.2013, 09:08
Beitrag: #4
RE: Die Faszination der Nazi-Technik-Projekte
Problem an den Entwicklungen im 3. Reich, besonders in der späteren zeit, sie waren zum teil übertrieben und zum anderen teil nicht an den Bedürfnissen Angepasst.

So finde ich es witzig, dass man die so genannte Maus entwickelte, obwohl man sicher wusste, sie konnte die meisten Brücken nicht überqueren und war zu schwer für die Eisenbahn. Was machte man? Man gab das Projekt nicht auf, sondern verschwendete mit diesem Projekt kostbare Ressourcen, zu allem Überfluss entwickelte man noch schwerere Panzer so genante "Landkreuzer". Dazu sollte bedacht werden Tiger I und Tiger II waren schon zu schwer und wenigstens der Tiger II brachte seine Kosten nicht mehr rein.

Das gleiche sieht man an den V Waffen, dass mehr Menschen beim Bau der V II starben, als bei ihrer Verwendung ist schon bezeichnend.

Die Artillerie, so z.B. die Geschütze der Reihe Karl waren an Gigantismus kaum noch zu beschreiben, irgendwo habe ich mal gelesen mit den gleichen Ressourcen hätte man 2 Stuka Staffeln anschaffen können.

Klar in der Luftwaffe gab es zu der zeit einen deutlichen Entwicklungssprung, aber die Düsenjäger unbedingt Sturzfähig zu machen, war eine Schnapsidee.

Fazit: Technologisch war die Deutsche Rüstung wirklich beeindruckend, aber die Gigantismus und das Unvermögen der Führung, neutralisierten den Vorteil.
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09.08.2013, 10:14
Beitrag: #5
RE: Die Faszination der Nazi-Technik-Projekte
(09.08.2013 08:12)Suebe schrieb:  Einen weiteren Grund nennt ein Luftfahrttechnisch sehr kompetentes Mitglied im Nirwana, die haarsträubenden "Bären", die deutsche Versuchspiloten und Techniker den Westalliierten 1945 aufgebunden hätten.

Was wären denn das für Bären?

Denn zweifelsohne haben die Techniker und Wissenschaftler, die von Hitler in Sachen "Wunderwaffen" großzügig finanziert wurden, faszinierende Dinger geschaffen, die zwar häufig nicht über das Skizzenstdium hinausgekommen sind - das sind dann wohl die "Bären", die du meinst - die aber teilweise bis ins Prototypenstadium gediehen sind.
In diversen Dokus (history channel, national geographic, spiegel tv...) konnte man darüber auch schon im Fernsehen was sehen, z.T. recht überzeugend.
Stichwort Horten IX Nurflügler, "Amerikabomber", Raketentechnik, Walter-U-Boote, Superkanonen, Riesenpanzer (ineffektiv, aber irgendwie schon auch beeindruckend) usw.usf.
In den Bereich "Bären aufgebunden" bzw. "Mythos"/"moderne Legende" gehören wohl die "Reichsflugscheiben", die Stealth-Eigenschaften der Horten (obwohl in der National-Geographic-Doku "bewiesen"), die deutsche Atombombe ("Uranprojekt"), die Antarktis-Festung ("Neuschwabenland"), Flugabwehrraketen und andere.

Im Übrigen sind aber gerade im Bereich U-Boot- und Flugzeugentwicklung nachweislich wegweisende Durchbrüche gefunden worden, die dann von den Alliierten in die Realität umgesetzt wurden, z.B. die Walter-U-Boote, die u.a. von GB gebaut wurden, oder die Focke-Wulf Ta 183, die quasi als Blaupause sowohl für die sowjetische MiG 15 wie auch für die amerikanische Sabre diente.

Gehören denn die "Bären", die du meinst, samt und sonders in den Bereich "NS-Mythos" (und wären dann späte - alliierte! - Triebe der NS-Wunderwaffen-Propaganda), sind damit nie vollendete oder praxistaugliche Projekte wie den P1000 ("Ratte" oder P 1500 ("Monster") oder betreffen diese "Bären" eher spezielle Eigenschaften oder den Entwicklungsstand einzelner Geräte (denn oben angesprochene Riesenpanzer wurden ja tatsächlich zur Entwicklung in Auftrag gegeben, aber wieder "abgesagt")?

VG
Christian
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09.08.2013, 12:42
Beitrag: #6
RE: Die Faszination der Nazi-Technik-Projekte
(09.08.2013 10:14)913Chris schrieb:  
(09.08.2013 08:12)Suebe schrieb:  Einen weiteren Grund nennt ein Luftfahrttechnisch sehr kompetentes Mitglied im Nirwana, die haarsträubenden "Bären", die deutsche Versuchspiloten und Techniker den Westalliierten 1945 aufgebunden hätten.

Was wären denn das für Bären?

"Amerikabomber",

zb die angeblichen Flüge der Ju 290 bis kurz vor New York.

Zitat:Allerdings gehen diese Berichte auf Aussagen deutscher Kriegsgefangener zurück, die ihre Vernehmer häufig mit Phantasie-Erzählungen leimten (siehe die Berichte über Flug de Ju 390 V2 bis vor New York).
von dort
http://www.Nirwana.de/f328/von-jagdflugz...ndex5.html
Beitrag Nr. 82


später mehr.

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09.08.2013, 13:03
Beitrag: #7
RE: Die Faszination der Nazi-Technik-Projekte
Was soll das Problem sein bis nach New York zu kommen? Das schafte schon Lindbergh (zugegeben mit einer kleineren Maschiene).
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09.08.2013, 14:48
Beitrag: #8
RE: Die Faszination der Nazi-Technik-Projekte
(09.08.2013 13:03)kugelschreiber schrieb:  Was soll das Problem sein bis nach New York zu kommen? Das schafte schon Lindbergh (zugegeben mit einer kleineren Maschiene).

Nö, der flog umgekehrt, bis Paris. Big Grin

Die Luftwaffenpiloten wollen aber mit der Ju 290 bis kurz vor New York geflogen sein, und dann zurück.

Es waren aber Märchen, eben "Bären".

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09.08.2013, 15:18
Beitrag: #9
RE: Die Faszination der Nazi-Technik-Projekte
War die JU 290 wirklich dazu konzeptiert um wieder zurück zu kommen?
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09.08.2013, 16:29
Beitrag: #10
RE: Die Faszination der Nazi-Technik-Projekte
(09.08.2013 10:14)913Chris schrieb:  Denn zweifelsohne haben die Techniker und Wissenschaftler, die von Hitler in Sachen "Wunderwaffen" großzügig finanziert wurden, faszinierende Dinger geschaffen, die zwar häufig nicht über das Skizzenstdium hinausgekommen sind - das sind dann wohl die "Bären", die du meinst - die aber teilweise bis ins Prototypenstadium gediehen sind.
In diversen Dokus (history channel, national geographic, spiegel tv...) konnte man darüber auch schon im Fernsehen was sehen, z.T. recht überzeugend.
Stichwort Horten IX Nurflügler, "Amerikabomber", Raketentechnik, Walter-U-Boote, Superkanonen, Riesenpanzer (ineffektiv, aber irgendwie schon auch beeindruckend) usw.usf.
In den Bereich "Bären aufgebunden" bzw. "Mythos"/"moderne Legende" gehören wohl die "Reichsflugscheiben", die Stealth-Eigenschaften der Horten (obwohl in der National-Geographic-Doku "bewiesen"), die deutsche Atombombe ("Uranprojekt"), die Antarktis-Festung ("Neuschwabenland"), Flugabwehrraketen und andere.

Im Übrigen sind aber gerade im Bereich U-Boot- und Flugzeugentwicklung nachweislich wegweisende Durchbrüche gefunden worden, die dann von den Alliierten in die Realität umgesetzt wurden, z.B. die Walter-U-Boote, die u.a. von GB gebaut wurden, oder die Focke-Wulf Ta 183, die quasi als Blaupause sowohl für die sowjetische MiG 15 wie auch für die amerikanische Sabre diente.


Das sind erstaunlicherweise die Punkte über die breit berichtet wird:

Zitat:Stichwort Horten IX Nurflügler, "Amerikabomber", Raketentechnik, Walter-U-Boote, Superkanonen, Riesenpanzer

Aber, der "Horten Nurflügler" ist ja offensichtlich ein technischer Irrweg, bis heute im Flug nicht so richtig beherrschbar, aus dem Amerikabomber, technisch damals möglich, wurde auch nichts, was hätte es auch gebracht?.
Die Raketentechnik, da war das 3. Reich allerdings weltweit führend. Wobei da auch Abstriche zu machen wären, die V2 (A4) die da immer sehr bewundert wird, eine recht ineffiziente Art und Weise, eine Tonne Sprengstoff ins Ziel zu bringen. Wenn das Ding allerdings einen Atomsprengkopf gehabt hätte...
Die Flugbombe V1 war da effizienter. Von den USA auch postwendend nachgebaut. (im Juli 45 wurde ein mit Flugbomben vollgepackter Flugzeugträger in Marsch gesetzt, der die jap. Inseln hätte damit beschießen sollen)

Der Walter-U-Boot-Antrieb. Der entwickelt halt leider einen Geräuschpegel wie eine Mig 29 beim Start, was für ein Unterwasserkriegsfahrzeug völlig indiskutabel ist. Auch dies ein technischer Irrweg.

Die Superkanone. Da meinst du die Hochdruckpumpe, V3? Mehrkammergeschütz. Die erwarteten Leistungen hat das Ding ja auch nicht gebracht.

Die Riesen-Panzer. Die E-Typen blieben Papier..
eine Maus soll östlich Berlin im April 45 noch eingesetzt worden sein.
OT: Die schweren deutschen Panzer hatten übrigens einen Vorgänger. Unter dem Decknamen "Großtraktor" Anfangs der 30er entwickelt, aber nur 3 Versuchsfahrzeuge gebaut, 1938 auf der Automobilausstellung ausgestellt, 1940 nach Norwegen transportiert, es gibt Bilder wie einer im Osloer Hafen vor den Lagerhäusern steht.
TT: aber die Maus war halt auch eine Totgeburt.
Vielleicht sollte man hier mal innehalten:
die US-Panzer hatten ab dem M3 eine stabilisierte Kanone, mit der man während der Fahrt gezielt schießen konnte. Was die hochgelobten deutschen und russischen Panzer alle nicht hatten.
Es ist zweifellos OT, aber ein Punkt den man sich halt auch verdeutlichen muss. Nicht nur die Russen und Deutschen haben Panzer entwickelt, die Angloamerikaner haben auch da gravierende Dinge auf den Weg gebracht.

Zitat:Gehören denn die "Bären", die du meinst, samt und sonders in den Bereich "NS-Mythos" (und wären dann späte - alliierte! - Triebe der NS-Wunderwaffen-Propaganda), sind damit nie vollendete oder praxistaugliche Projekte wie den P1000 ("Ratte" oder P 1500 ("Monster") oder betreffen diese "Bären" eher spezielle Eigenschaften oder den Entwicklungsstand einzelner Geräte (denn oben angesprochene Riesenpanzer wurden ja tatsächlich zur Entwicklung in Auftrag gegeben, aber wieder "abgesagt")?

Was mich da wundert, immer wieder aufs neue,
die Irrwege, siehe oben,
bekommen bis heute eine riesige Publizität.

Was funktioniert hat,
der Versuchsreaktor in Haigerloch, war der Großvater des
1. Westdeutschen Forschungsreaktor in Karlsruhe zum Beispiel.
Oder etwas so Profanes wie der Unimog.
Davon redet kein Mensch.

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09.08.2013, 16:47
Beitrag: #11
RE: Die Faszination der Nazi-Technik-Projekte
(09.08.2013 15:18)kugelschreiber schrieb:  War die JU 290 wirklich dazu konzeptiert um wieder zurück zu kommen?

Das ist ein anderes Thema, müssen wir mal extra diskutieren. Die Ju 290 war jedenfalls nicht der New York- oder Amerika-Bomber.

Es gab während des Krieges mehrere Projekte einer Flugverbindung zwischen Deutschland - Italien und Japan.
Die deutschen Projekte blieben Papier, die japanischen scheiterten tragisch, aber die Italiener haben es geschafft.
Die sind nach Tokio geflogen! Nur einmal, aber immerhin.

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09.08.2013, 17:20
Beitrag: #12
RE: Die Faszination der Nazi-Technik-Projekte
OT: 1942 besuchte Churchill in Moskau Stalin. Wie ist der denn dahin gelangt?

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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09.08.2013, 18:36
Beitrag: #13
RE: Die Faszination der Nazi-Technik-Projekte
(09.08.2013 17:20)Arkona schrieb:  OT: 1942 besuchte Churchill in Moskau Stalin. Wie ist der denn dahin gelangt?

Airplane
first Gibraltar than Cairo and third Moscow
see here
http://www.airspacemag.com/history-of-fl...chill.html

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10.08.2013, 09:11
Beitrag: #14
RE: Die Faszination der Nazi-Technik-Projekte
(09.08.2013 14:48)Suebe schrieb:  Nö, der flog umgekehrt, bis Paris.

Bloss zur Erklärung: Er hatte damit Rückenwind. Wer in umgekehrter Richtung flog, hatte Gegenwind. Außerdem sollte der Amerikabomber ja auch noch 1000kg Bomben mitnehmen können...

VG
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10.08.2013, 09:12
Beitrag: #15
RE: Die Faszination der Nazi-Technik-Projekte
(09.08.2013 12:42)Suebe schrieb:  
(09.08.2013 10:14)913Chris schrieb:  Was wären denn das für Bären?

"Amerikabomber",

zb die angeblichen Flüge der Ju 290 bis kurz vor New York.

Gibt´s noch weitere Beispiele? Find ich spannend...

VG
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10.08.2013, 09:22
Beitrag: #16
RE: Die Faszination der Nazi-Technik-Projekte
(09.08.2013 16:29)Suebe schrieb:  der "Horten Nurflügler" ist ja offensichtlich ein technischer Irrweg, bis heute im Flug nicht so richtig beherrschbar,

Das hat mich an den Berichten auch von Anfang an gewundert. So weit ich informiert bin, ist die B2 nur dank enormer Computerpower beherrschbar (und deshalb auch so spät erst entwickelt worden, nachdem ja nachweislich das Prinzip schon länger bekannt war, und zwar nicht erst seit der Horten IX...)
(09.08.2013 16:29)Suebe schrieb:  aus dem Amerikabomber, technisch damals möglich, wurde auch nichts, was hätte es auch gebracht?.

Hitler hoffte wohl - ähnlich wie bei den Briten - auf ein Erschrecken der USA, die sich daraufhin aus dem (europäischen) Kriegsgeschehen zurückziehen sollten - so zumindest die Theorie Hitlers, so weit ich informiert bin...

(09.08.2013 16:29)Suebe schrieb:  Die Raketentechnik, da war das 3. Reich allerdings weltweit führend. Wobei da auch Abstriche zu machen wären, die V2 (A4) die da immer sehr bewundert wird, eine recht ineffiziente Art und Weise, eine Tonne Sprengstoff ins Ziel zu bringen. Wenn das Ding allerdings einen Atomsprengkopf gehabt hätte...

Der war aber in weiter Ferne. Die Deutschen waren froh, dass sie in Haigerloch wenigstens ansatzweise eine Kettenreaktion zustande gebracht haben, und selbst das ist nicht 100% sicher...

(09.08.2013 16:29)Suebe schrieb:  Der Walter-U-Boot-Antrieb. Der entwickelt halt leider einen Geräuschpegel wie eine Mig 29 beim Start, was für ein Unterwasserkriegsfahrzeug völlig indiskutabel ist. Auch dies ein technischer Irrweg.

Daneben gab´s aber auch noch Schnorchel und die Möglichkeit, eine für damalige Verhältnisse unheimlich lange Zeit unter Wasser zu bleiben.

(09.08.2013 16:29)Suebe schrieb:  Die Superkanone. Da meinst du die Hochdruckpumpe, V3? Mehrkammergeschütz. Die erwarteten Leistungen hat das Ding ja auch nicht gebracht.

Weil´s von den Briten erfolgreich bombardiert wurde, bevor es zum Einsatz kam...

(09.08.2013 16:29)Suebe schrieb:  Die Riesen-Panzer. Die E-Typen blieben Papier..
(...)
TT: aber die Maus war halt auch eine Totgeburt.

Von den wirklichen Riesen ganz zu schweigen. Sowas überhaupt nur anzudenken, war schon Blödsinn - sieht man vielleicht mal vom Eisenbahngeschütz ab, denn dafür bestand immerhin die Wahrscheinlichkeit, das Ding überhaupt bewegen zu können.

(09.08.2013 16:29)Suebe schrieb:  Vielleicht sollte man hier mal innehalten:
die US-Panzer hatten ab dem M3 eine stabilisierte Kanone, mit der man während der Fahrt gezielt schießen konnte. Was die hochgelobten deutschen und russischen Panzer alle nicht hatten.
Es ist zweifellos OT, aber ein Punkt den man sich halt auch verdeutlichen muss. Nicht nur die Russen und Deutschen haben Panzer entwickelt, die Angloamerikaner haben auch da gravierende Dinge auf den Weg gebracht.

Unbenommen, aber wir wollten ja wissen, warum sich trotzdem alles auf die angeblichen deutschen Wunderwaffen und vor allem auf die dahinter stehenden deutschen "Wunderingenieure" stürzt!

(09.08.2013 16:29)Suebe schrieb:  Was mich da wundert, immer wieder aufs neue,
die Irrwege, siehe oben,
bekommen bis heute eine riesige Publizität.

Vielleicht weil sie eben so "wunderlich" (ver-wunderlich=) waren? Ein Panzer von der Größe des P1000, das ist schon eine Hausnummer. Welcher kleine Junge steht da nicht mit großen Augen davor? (auch wenn er schon erwachsen sein sollte, wir kennen doch alle die Geschichten vom "kleinen Buben im Mann"... Wink )

(09.08.2013 16:29)Suebe schrieb:  Was funktioniert hat,
der Versuchsreaktor in Haigerloch, war der Großvater des
1. Westdeutschen Forschungsreaktor in Karlsruhe zum Beispiel.
Oder etwas so Profanes wie der Unimog.
Davon redet kein Mensch.
Oh doch, von Haigerloch sprechen eine ganze Menge Menschen.
Nur beim Unimog muss ich dich enttäuschen, der ist eine Nachkriegsentwicklung..

VG
Christian
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10.08.2013, 10:55
Beitrag: #17
RE: Die Faszination der Nazi-Technik-Projekte
(10.08.2013 09:22)913Chris schrieb:  
(09.08.2013 16:29)Suebe schrieb:  aus dem Amerikabomber, technisch damals möglich, wurde auch nichts, was hätte es auch gebracht?.

Hitler hoffte wohl - ähnlich wie bei den Briten - auf ein Erschrecken der USA, die sich daraufhin aus dem (europäischen) Kriegsgeschehen zurückziehen sollten - so zumindest die Theorie Hitlers, so weit ich informiert bin...



VG
Christian

Ich kannte einen "Afrikakorpskämpfer" Mai 43 in US-Gefangenschaft, der erzählte sein ganzes Leben, "ein Flugzeug über New York kreisen lassen und eine Ladung SS-Kappen abwerfen, die USA hätten sofort kapituliert"
Big Grin
aber Hitler hielt davon wohl nicht so viel.


Zitat:
(09.08.2013 16:29)Suebe schrieb:  Der Walter-U-Boot-Antrieb. Der entwickelt halt leider einen Geräuschpegel wie eine Mig 29 beim Start, was für ein Unterwasserkriegsfahrzeug völlig indiskutabel ist. Auch dies ein technischer Irrweg.

Daneben gab´s aber auch noch Schnorchel und die Möglichkeit, eine für damalige Verhältnisse unheimlich lange Zeit unter Wasser zu bleiben.


Alles richtig,
aber von was wird geredet und geschrieben, vom Walter-Antrieb und den Walter-U-Booten. Dem bis heute keiner den Krach abgewöhnt hat. Was die Spätbraunen-Spekulierer gar nicht schnallen.

Der Schnorchel war eine holländische Erfindung. 1940 erbeutet.


Zitat:
(09.08.2013 16:29)Suebe schrieb:  Die Superkanone. Da meinst du die Hochdruckpumpe, V3? Mehrkammergeschütz. Die erwarteten Leistungen hat das Ding ja auch nicht gebracht.

Weil´s von den Briten erfolgreich bombardiert wurde, bevor es zum Einsatz kam...

die Hälfte der Story.
Die andere Hälfte, die HDP kam während der Ardennenoffensive in den Einsatz.
Aber weder Wirkung noch Treffsicherheit entsprachen den Erwartungen.

Zitat:
(09.08.2013 16:29)Suebe schrieb:  Die Riesen-Panzer. Die E-Typen blieben Papier..
(...)
TT: aber die Maus war halt auch eine Totgeburt.

Von den wirklichen Riesen ganz zu schweigen. Sowas überhaupt nur anzudenken, war schon Blödsinn - sieht man vielleicht mal vom Eisenbahngeschütz ab, denn dafür bestand immerhin die Wahrscheinlichkeit, das Ding überhaupt bewegen zu können.

Das ist aber keine "Nazi-Technik" das ist ohne viel Veränderung aus dem 1. WK übernommen worden. Auf einem norddeutschen Truppenübungsplatz ist eines der WK1 Geschütze von den alliierten Kommissionen übersehen worden, Mangels weiterem Entwicklungspotential ist da nicht mehr viel gegangen.


Zitat:
(09.08.2013 16:29)Suebe schrieb:  Was mich da wundert, immer wieder aufs neue,
die Irrwege, siehe oben,
bekommen bis heute eine riesige Publizität.

Vielleicht weil sie eben so "wunderlich" (ver-wunderlich=) waren? Ein Panzer von der Größe des P1000, das ist schon eine Hausnummer. Welcher kleine Junge steht da nicht mit großen Augen davor? (auch wenn er schon erwachsen sein sollte, wir kennen doch alle die Geschichten vom "kleinen Buben im Mann"... Wink )

natürlich fasziniert das.
Vor ein paar Jahren sah ich einen Leo II bei einer Vorführung, der macht buchstäblich Sätze wie ein Raubtier, kaum zu glauben.

Zitat:Nur beim Unimog muss ich dich enttäuschen, der ist eine Nachkriegsentwicklung..

Nö, Daimler-Benz Entwicklung des "Kurz-LKWs".
Für den man nach dem Krieg keine Marktchancen sah.
Da haben die vorherigen Projektentwickler ihn unter eigener Regie fertigentwickelt.
Um dann wieder aufgekauft zu werden, von DB




Zitat:
(09.08.2013 16:29)Suebe schrieb:  Die Raketentechnik, da war das 3. Reich allerdings weltweit führend. Wobei da auch Abstriche zu machen wären, die V2 (A4) die da immer sehr bewundert wird, eine recht ineffiziente Art und Weise, eine Tonne Sprengstoff ins Ziel zu bringen. Wenn das Ding allerdings einen Atomsprengkopf gehabt hätte...

Der war aber in weiter Ferne. Die Deutschen waren froh, dass sie in Haigerloch wenigstens ansatzweise eine Kettenreaktion zustande gebracht haben, und selbst das ist nicht 100% sicher...

(09.08.2013 16:29)Suebe schrieb:  Was funktioniert hat,
der Versuchsreaktor in Haigerloch, war der Großvater des
1. Westdeutschen Forschungsreaktor in Karlsruhe zum Beispiel.
Oder etwas so Profanes wie der Unimog.
Davon redet kein Mensch.
Oh doch, von Haigerloch sprechen eine ganze Menge Menschen.

Das meine ich.
Der "Versuchsreaktor", von dem nimmt kein Mensch Notiz. Der Versuch eine Atombombe zu bauen, den es gar nicht gab, ist in aller Munde, siehe zuletzt Karlsch.

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19.08.2013, 17:07
Beitrag: #18
Hydrierwerke - Benzin aus Kohle
In den 20er Jahren wurden in Deutschland 2 Verfahren zur Herstellung von synthetischem Benzin entwickelt.

Damals insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Erdölvorkommen bald zu Ende gehen würden, während Kohle in Mengen vorhanden war.
Die Ölquelleneigentümer haben seit 1860 ständig verkünden lassen, dass, beim augenblicklichen Verbrauch, die Erdölvorräte lediglich noch ca. 10 Jahre reichen werden. Huh

In den 20ern kristallisierte sich rach heraus, dass die Herstellung von Benzin aus Kohle mittelfristig zu teuer kommen würde. Wesentlich teurer als Benzin aus Erdöl. So blieb es zunächst bei "halbtechnischen" Versuchsanlagen.

Mit der Machtübernahme der Nazis galten andere Voraussetzungen. Autarkie hieß ein Ziel. Man wurde sich rasch einig, mit dem "Benzin-Vertrag" bekam die Chemische Industrie eine entsprechende Planungssicherheit an die Hand, und der großtechnischen Umsetzung stand nichts mehr im Wege.
Allerdings konnte zu keinem Zeitpunkt genug Benzin aus Kohle hergestellt werden, insbesondere mit der Produktion von hochwertigem 100 Oktan Flugzeugtreibstoff tat man sich schwer.
Die Alliierten haben dann den Engpass "Treibstoff" auch mitbekommen, und haben die Hydrierwerke zerdeppert.
In Produktion nach dem Krieg gab es bis 1957 lediglich noch ein Werk in Bergkamen mit relativ geringem Ausstoss.

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19.08.2013, 20:12
Beitrag: #19
Hydrierwerke - Benzin aus Kohle
Teil 2

Am "Stammtisch" konnte man lange hören, dass die Herstellung von synthetischem Benzin per Kontrollratsbeschluss den Deutschen verboten worden wäre.
Das ist aber wie gesagt, so nicht wahr. Bis 1957 wurde in Bergkamen Benzin aus Kohle produziert wobei etliche Mineralölkonzerne aufgrund alter Verträge dieses Synthese-Benzin abnehmen mussten. Bei BV-Aral waren damals ca. 7% des Treibstoffs aus dieser Quelle.

Sooft aus irgend einem Grund Erdöl teurer wurde, Embargos drohten, kam der Ruf nach Kohleverflüssigung. Diese erprobte Technologie!
In der 2. Hälfte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts war diese Situation sehr ausgeprägt, die Älteren werden sich erinnern, Sprit wurde an den Tankstellen nur 20Literweise abgegeben und im Herbst 73 war an etlichen Sonntagen das Autofahren schlicht verboten.
Kein Wunder, dass man sich wieder dieser Technologie erinnerte. Manche erhofften die "Rettung des Ruhrbergbaus" davon.
Es wurden wieder "halbtechnische" Versuchsanlagen gebaut, aber es rechnete sich halt einfach nicht,
damals, 1979 hätte der Rohölpreis bei 180 DM je Barrel liegen müssen.
Und die großtechnische Umsetzung blieb wieder aus.

Aber, wetten, auch in Zukunft, so oft irgend wo das Öl knapper sein soll,
wird der Ruf nach der Hydrierung erschallen.

Faszination der Nazi-Technik eben.

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22.08.2013, 13:12
Beitrag: #20
RE: Die Faszination der Nazi-Technik-Projekte
Die deutsche Rüstung zeichnete sich im 2. WK durch eine sehr große Sprunghaftigkeit aus.
Im Sommer 1940 hielt man den Krieg für gewonnen. Alles was nicht in ein paar Monaten "Frontreif" war, sollte nur noch mit sehr geringer Priorität weiter entwickelt werden.
Udet schrieb die Flugzeugindustrie an, dass die Entwicklungsabteilungen beim Personal um 50% zu reduzieren wären. Eine Anweisung die im NS-Staat durchaus ihren Gehalt hatte.
Das ist mit Sicherheit nicht "flächendeckend" umgesetzt worden, aber es ging ein Jahr, bis kurzfristig der Schwerpunkt wieder auf die Luftrüstung verlegt wurde.
Ein Grund, dass die Deutschen in der Mitte des Krieges eigentlich nichts "gebacken" bekamen, mit dem Altbekannten weiterwursteln mussten.

In der zweiten Kriegshälfte wurde dann in Nazi-Deutschland alles irgendwie denkbare und undenkbare ausprobiert und untersucht.
Und es entstand, neben vielem was funktioniert hat und Grundlage wichtiger Entwicklungen wurde, ein Konglomerat an Projekten aus denen die Neuschwabenland-Jünger bis heute schöpfen.
Tenor: Alles "geheimgehalten und unterdrückt".

Bei vielem kommt dem unvoreingenommen Betrachter allerdings der Verdacht, dass die mit dem Projekt befassten Wissenschaftler und Techniker längst geschnallt hatten, dass sie sich auf einem Irrweg befanden, und lediglich weitermachten um dem Stellungsbefehl zur Infanterie an die Ostfront zu entgehen.
z.B.:
Ich kann mir nicht vorstellen, dass der ganze Blödsinn den ein Trippel da 4 Jahre lang in Molsheim veranstaltet hat, bei seinen "Mitarbeitern" nicht so begriffen wurde. Wobei: Trippel sah es bestimmt anders.

Neulich ist mir eine Internetseite untergekommen, da hat im November 1944 einer Papst von Ohain (damals bei Heinkel für die Triebswerkentwicklung verantwortlich) wegen Wehrkraftzersetzung angezeigt, Ohain würde aus wissenschaftlichen und religiösen Gründen die Fertigstellung der Heinkel Düsentriebwerke sabotieren.
Der "Anzeiger" war zuvor ebenfalls in der Triebwerksentwicklung bei Heinkel beschäftigt, und wurde im Nov. 44 zur Wehrmacht gezogen, wo er dann auch wenig später gefallen ist.
hier:
http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&e...6542,d.ZG4

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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