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Germanisch/deutsche Dialekte
11.05.2013, 17:18
Beitrag: #161
RE: Germanisch/deutsche Dialekte
(11.05.2013 14:58)Suebe schrieb:  Es bringt die Menschheit sowieso keinen Millimeter in irgend eine Richtung weiter, dass ein Dialekt um den anderen zur "bedrohten Minderheiten- oder Regionalsprache" erklärt wird.
Und das sage ich als bekennender und überzeugter Dialektsprecher.

Na, a bissl bringt´s scho.
Z.B. kann man nun einem ignoranten Lehrer, der die Kinder vom Dialekt weg erziehen will und auf Hochdeutsch als Unterrichtssprache besteht, was entgegenhalten.

Selbst wenn er sich der Argumentation, Bairisch sei immerhin die Sprache, in der das Nibelungenlied geschrieben wurde, von den Liedern von Walther von der Vogelweide ganz zu schweigen, verweigert...Wink
Oder der Argumentation, dass Dialektsprecher quasi zweisprachig aufwüchsen. Smile

VG
Christian
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11.05.2013, 20:38
Beitrag: #162
RE: Germanisch/deutsche Dialekte
(11.05.2013 17:18)913Chris schrieb:  Selbst wenn er sich der Argumentation, Bairisch sei immerhin die Sprache, in der das Nibelungenlied geschrieben wurde, von den Liedern von Walther von der Vogelweide ganz zu schweigen, verweigert...Wink

Hmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm

ich will dem Germanisten da nicht widersprechen.
ABER ich hielt das Mittelhochdeutsche als zum erheblichen Teil aus dem damaligen Schwäbisch abgeleitete Sprache.

"es ist in alten mären wunders viel gesait..."
liest der Schwabe von heute flüssig ohne jede Überlegung vom Blatt.

Schwerpunkt des Reiches im Hoch- und Spätmittelalter waren die Gefilde die der Schwabe bewohnt.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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11.05.2013, 21:12
Beitrag: #163
RE: Germanisch/deutsche Dialekte
Ihr Schwaben magt intelligente Tüftler sein, aber Hochdeutsch ist von Luther und damit (leider) Sächsisch.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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11.05.2013, 21:29
Beitrag: #164
RE: Germanisch/deutsche Dialekte
(11.05.2013 21:12)Arkona schrieb:  Ihr Schwaben magt intelligente Tüftler sein, aber Hochdeutsch ist von Luther und damit (leider) Sächsisch.


Du Namenspadron eines Kaps in Nordöstlichen Meeren.
Die Rede ist hier von Mittelhochdeutsch.
Der Sprache des Nibelungenliedes, des Krimhildliedes
Zitat: "Es ist in alden Mären wunders viel gesait"
die Sprache des Hochmittelalters, als die Staufer gen Italien zogen.

Bei euch gab es als Sprache der Hanse zur gleichen Zeit das Mittelniederdeutsche. Der andere Weg den die deutsche Sprache nicht gegangen ist, wie schon Tucholsky bedauert.
Die aber die Skandinavischen Sprachen stark beeinflusst hat.

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11.05.2013, 21:31
Beitrag: #165
Nibelungenlied
(11.05.2013 20:38)Suebe schrieb:  
(11.05.2013 17:18)913Chris schrieb:  Selbst wenn er sich der Argumentation, Bairisch sei immerhin die Sprache, in der das Nibelungenlied geschrieben wurde, von den Liedern von Walther von der Vogelweide ganz zu schweigen, verweigert...Wink

Hmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm

ich will dem Germanisten da nicht widersprechen.
ABER ich hielt das Mittelhochdeutsche als zum erheblichen Teil aus dem damaligen Schwäbisch abgeleitete Sprache.

"es ist in alten mären wunders viel gesait..."
liest der Schwabe von heute flüssig ohne jede Überlegung vom Blatt.

Schwerpunkt des Reiches im Hoch- und Spätmittelalter waren die Gefilde die der Schwabe bewohnt.


Servus Suebe .

Ohne Deine schwäbische Seele kränken zu wollen ,
aber das Nibelungenlied ist im bayrisch - , österreichischen
Donauraum angesiedelt .

Die erste Seite der Originalschrift ( C ) ; aus Wikipedia .
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:N...-c_f1r.jpg

Uns ist in alten mæren ,
wund`s vil geseit .
von heleden lobebæren ,
vȏ grozer arebeit , .....


Im Original liest es sich nicht mehr so flüssig ?

G.v.Luki

Und übrigens , Morgen ist auch noch ein Tag Cool
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11.05.2013, 21:57
Beitrag: #166
RE: Germanisch/deutsche Dialekte
aus Deinem Link:
Zitat:Nibelungenlied Manuscript C, Folio 1r, about 1220-1250. Owned by Landesbank Baden-Württemberg and Bundesrepublik Deutschland. Permanent loan to the Badische Landesbibliothek, Karlsruhe (Codex Donaueschingen 63).
Angel

ich habe eine Abschrift der in Schloss Prunn an der Altmühl gefundenen Fassung an der Wand hängen.

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11.05.2013, 22:24
Beitrag: #167
Nibelungenlied
(11.05.2013 21:57)Suebe schrieb:  aus Deinem Link:
Zitat:Nibelungenlied Manuscript C, Folio 1r, about 1220-1250. Owned by Landesbank Baden-Württemberg and Bundesrepublik Deutschland. Permanent loan to the Badische Landesbibliothek, Karlsruhe (Codex Donaueschingen 63).
Angel

ich habe eine Abschrift der in Schloss Prunn an der Altmühl gefundenen Fassung an der Wand hängen.


Servus Suebe .

Mittelhochdeutsches Pin Up Faximille ...

Na ja , wenn Du sie im Original schon auswendig kannst ,
dann geht es natürlich leicht von den Lippen . Blush

Mir gefiel der Walther immer schon , eine klitzikleine Minderheit
hat Teile vom Nibelungenlied sogar ihm zugesprochen .???

http://www.forum-geschichte.at/Forum/sho...hp?tid=105

G.v.Luki

Und übrigens , Morgen ist auch noch ein Tag Cool
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12.05.2013, 10:50
Beitrag: #168
RE: Nibelungenlied
(11.05.2013 22:24)Luki schrieb:  
(11.05.2013 21:57)Suebe schrieb:  aus Deinem Link:
Angel

ich habe eine Abschrift der in Schloss Prunn an der Altmühl gefundenen Fassung an der Wand hängen.


Servus Suebe .

Mittelhochdeutsches Pin Up Faximille ...

Na ja , wenn Du sie im Original schon auswendig kannst ,
dann geht es natürlich leicht von den Lippen .

Mir gefiel der Walther immer schon , eine klitzikleine Minderheit
hat Teile vom Nibelungenlied sogar ihm zugesprochen .???

http://www.forum-geschichte.at/Forum/sho...hp?tid=105

G.v.Luki





Grüß Gott Luki,

sorry, stimmt gar nicht, es ist ein Faksimile, die Abschrift war mir zu teuer Blush (Schwabe eben)

Der Walther
Zitat:
ich saz ûf eime steine,
und dahte bein mit beine;
dar ûf satzt ich den ellenbogen;
ich hete in mîne hant gesmogen
daz kinne und ein mîn wange.
dô dâhte ich mir vil ange,

war doch ziemlich sicher ein Südtiroler?
Wunderschön.


Adje
der Suebe

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12.05.2013, 11:02
Beitrag: #169
RE: Germanisch/deutsche Dialekte
Die Elsässer Gottfried und Reinmar, der Franke Wolfram, der ziemlich wahrscheinlich Südtiroler Walther und der bayerisch-österreichische Nibelungendichter sprachen (bzw. schrieben) ausweislich ihrer literarischen Hinterlassenschaften ein ziemlich ähnliches Mittelhochdeutsch. Sie wurden bis hinauf nach Thüringen (Landgraf Hermann und sein "Sängerkrieg") offensichtlich problemlos verstanden.

Heute haben die Alpenalemannen (Schweizer) und die Südtiroler noch das "Rachen-ch", das im Mittelhochdeutschen als "h" geschrieben wurde, die Bayern haben noch die Diphthonge (z.B. Ei = "Oar"), die Franken die Gleichbehandlung von harten und weichen Konsonanten. In den mittelhochdeutschen Schriften lassen sich alle drei Phänomene nebeneinander feststellen.

All in all: Zwischen Rhein, Etsch, Donau/Altmühl und March wurden sehr ähnliche Dialekte gesprochen, so ähnlich, dass sie zu einem Dialekt zusammengefasst werden können, der in diesem Fall eine komplette Sprachstufe umfasst, eben das Mittelhochdeutsche.

Und das alles ist ja auch kein Wunder, waren doch die frühen Bajuwaren nach neuesten Erkenntnissen eine Mischung aus Alemannen, Keltoromanen und ursprünglich aus Böhmen "Zugezogenen", die seit mehreren Generationen an der bayerisch-norischen Donau ansässig waren. Alemannen siedelten laut Archäologie in ganz Rätien, also bis zum Inn, die "eigentlichen" Bajuwaren sind von Neuburg an der Donau bis nach Noricum nachweisbar, die Keltoromanen im ganzen Voralpenland (und sie haben wohl zuerst Alemannen, dann auch Bajuwaren gründlich beeinflusst, siehe Gräbersitten) - wen wundert´s da noch, dass dieses ganze Sammelsurium eine mow einheitliche Sprache entwickelte?
Wink

VG
Christian
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12.05.2013, 11:11
Beitrag: #170
RE: Nibelungenlied
(11.05.2013 22:24)Luki schrieb:  Mir gefiel der Walther immer schon , eine klitzikleine Minderheit
hat Teile vom Nibelungenlied sogar ihm zugesprochen .???

Hab gerade "Das Spiel der Nachtigall" gelesen, ein Roman, der das Leben Walthers zum Thema hat, sich allerdings auch ziemliche historische Freiheiten nimmt. In diesem Roman wird Bischof Wolfger von Passau als Dichter des Nibelungenlieds geschildert, der Walther "korrekturlesen" lässt...

Am wahrscheinlichsten ist es, dass ein Dichter in Wolfgers Diensten das Ganze im Auftrag Wolfgers verfasst hat. Der Raum, den das Nibelungenheer auf dem Weg zu Attila durchquert, ist ziemlich detailliert beschrieben, allerdings erst da, wo es für Passauer Hörer nachvollziehbar ist, Attilas Residenz lag im Missionsbereich Passaus.

Dass der Name des Dichters nicht bekannt ist, mag daran liegen, dass mittelalterliche Dichter gern anonym blieben, v.a. wenn sie Geistliche waren (und noch dazu, wenn ein Stoff wie das Nibelungenlied bearbeitet wurde!). Walther, Wolfram und Gottfried stechen aus der Menge der damaligen Dichter heraus, weil sie nicht nur thematisch völlig neue Wege gingen, sondern auch, weil sie entgegen den Gepflogenheiten es nicht lassen konnten, ihre Namen in ihren Werken unterzubringen...
Der Purist Reinmar etwa taucht in seinen eigenen Liedern nie auf. Er wird aber von anderen Sängern namentlich erwähnt, besonders vom Nonkonformisten Walther...

VG
Christian
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12.05.2013, 11:32
Beitrag: #171
RE: Germanisch/deutsche Dialekte
(12.05.2013 11:02)913Chris schrieb:  Die Elsässer Gottfried und Reinmar, der Franke Wolfram, der ziemlich wahrscheinlich Südtiroler Walther und der bayerisch-österreichische Nibelungendichter sprachen (bzw. schrieben) ausweislich ihrer literarischen Hinterlassenschaften ein ziemlich ähnliches Mittelhochdeutsch. Sie wurden bis hinauf nach Thüringen (Landgraf Hermann und sein "Sängerkrieg") offensichtlich problemlos verstanden.

Heute haben die Alpenalemannen (Schweizer) und die Südtiroler noch das "Rachen-ch", das im Mittelhochdeutschen als "h" geschrieben wurde, die Bayern haben noch die Diphthonge (z.B. Ei = "Oar"), die Franken die Gleichbehandlung von harten und weichen Konsonanten. In den mittelhochdeutschen Schriften lassen sich alle drei Phänomene nebeneinander feststellen.

All in all: Zwischen Rhein, Etsch, Donau/Altmühl und March wurden sehr ähnliche Dialekte gesprochen, so ähnlich, dass sie zu einem Dialekt zusammengefasst werden können, der in diesem Fall eine komplette Sprachstufe umfasst, eben das Mittelhochdeutsche.

Und das alles ist ja auch kein Wunder, waren doch die frühen Bajuwaren nach neuesten Erkenntnissen eine Mischung aus Alemannen, Keltoromanen und ursprünglich aus Böhmen "Zugezogenen", die seit mehreren Generationen an der bayerisch-norischen Donau ansässig waren. Alemannen siedelten laut Archäologie in ganz Rätien, also bis zum Inn, die "eigentlichen" Bajuwaren sind von Neuburg an der Donau bis nach Noricum nachweisbar, die Keltoromanen im ganzen Voralpenland (und sie haben wohl zuerst Alemannen, dann auch Bajuwaren gründlich beeinflusst, siehe Gräbersitten) - wen wundert´s da noch, dass dieses ganze Sammelsurium eine mow einheitliche Sprache entwickelte?
Wink

VG
Christian


Sprache lebt.
Und der Dialekt ist Sprache an sich.

Das weiß Wiki zur Entstehung des nibelungenliedes:

Zitat:./.
In einer Art Anhang zum Nibelungenlied, der Nibelungenklage, wird auch von der Entstehung der Dichtung erzählt. Ihr ist daran gelegen, den Inhalt der Sage als „wirklich geschehen“ auszuweisen und die erste Aufzeichnung noch in die Lebenszeit der Protagonisten zu verlegen. Ein „Meister Konrad“ wird genannt, den der Bischof „Pilgrim“ von Passau mit der Niederschrift nach den Angaben eines Augenzeugen der Geschehnisse, des Spielmannes Swemmel, beauftragt habe. Man nimmt an, dass dies einen ehrenden Verweis auf einen Amtsvorgänger des mutmaßlichen Förderers Wolfger darstellt, den Bischof Pilgrim von Passau (971–991). Da sich die politische Situation der Ungarneinfälle des 10. Jahrhunderts und die wichtige Rolle Passaus bei der Christianisierung Ungarns unter Pilgrim im Nibelungenlied spiegelt, haben dem Dichter vermutlich schriftliche Aufzeichnungen aus der Zeit Pilgrims vorgelegen. Ob mit „Meister Konrad“ tatsächlich der Autor einer Quelle aus der Zeit Pilgrims gemeint ist oder ob der Autor des Nibelungenliedes oder der Autor der „Klage“ sich hinter dieser Nennung verbirgt, ist ungewiss. Der Name „Konrad“ kann außerdem nicht auf die Spur einer bestimmten Person führen, da es der zweithäufigste Name (nach Heinrich) im deutschen Mittelalter war. Versuche, einen irgendwo genannten „Konrad“ als Autor eines dieser Werke nachzuweisen, sind daher haltlos.
./.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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12.05.2013, 20:32
Beitrag: #172
Germanisch/deutsche Dialekte
.
Servus .

Um wieder in den Dialekt und in die Jetztzeit zurückzukommen ,
heute erinnerte ich mich an die Übersetzung von Textteilen des
Neuen Testamentes ins Wienerische .

Der Jesus und seine Hawara ; von Wolfgang Teuschl ( herausgegeben 1971. ).

Nach anfänglichen Anfeindungen wird es Heute gerne sogar in Kirchen gelesen .

Textauszüge :

Johannes 20. 24729.:
http://www.oasis.at/reli/hawara.htm#

Verwandlung von Wasser in Wein :

http://www.bildspur.at/wienerisch/sites/...usch1.html

Das war in der Zeit als die Dialektwelle in der Musik gerade brummte .

Heute ist es nicht mehr In .

Ob Songcontest oder anderer Stumpfsinn , überall wird nur mehr Denglish
gekreischt oder geträllert .

luki

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12.05.2013, 21:31
Beitrag: #173
RE: Germanisch/deutsche Dialekte
Immer wieder kommt der Dialekt in und aus der Mode.
Das ist wie mit der Rocklänge Wink

Allerdings ist es verwunderlich, wie lange es schon ausgewiesene Dialekt-Dichtung gibt.

So zB aus dem 18. Jahrhundert die Schöpfungsgeschichte auf schwäbisch des Obermarchtaler Mönchs Sebastian Sailer.

Zitat:Die schwäbische Schöpfung

Am 10. November 1743 führte er im Kloster Schussenried sein neues Singspiel Schöpfung der ersten Menschen, der Sündenfall und dessen Strafe (später bekannt als Die schwäbische Schöpfung) auf. Das Werk, das als das unübertroffene Meisterwerk Sailers gilt, versetzt auf liebevolle, wenn auch derbe Weise die biblische Schöpfungsgeschichte um Adam und Eva in die Welt oberschwäbischer Bauern. Gottvater, Adam und Eva sprechen und singen auf der Bühne in oberschwäbischem Dialekt.

Göttlich kann ich nur sagen, göttlich.
Der Dichter des Barock, wohnend und arbeitend in einer Landschaft die selbst Barock ist.
Man kann das ganze auch in gedruckter Form bekommen, was ich aber als völlig daneben betrachte. Dialekt kann man nicht lesen. mM, hören muss man ihn.

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12.05.2013, 22:21
Beitrag: #174
RE: Germanisch/deutsche Dialekte
(12.05.2013 21:31)Suebe schrieb:  Göttlich kann ich nur sagen, göttlich.
Der Dichter des Barock, wohnend und arbeitend in einer Landschaft die selbst Barock ist.
Man kann das ganze auch in gedruckter Form bekommen, was ich aber als völlig daneben betrachte. Dialekt kann man nicht lesen. mM, hören muss man ihn.

Servus Suebe .

Vom Jesus und seine Hawara gibt es mehrere Mitschnitte
( Resetarits Kabaretist und Co, ) auf Youtube .
Aber ihr könnt sie ja nicht ansehen ?


http://www.youtube.com/watch?v=Dqb1IXQfZhA

http://www.youtube.com/watch?v=SnMTkwmLllc

http://www.youtube.com/watch?v=QJ7ue2DNrC4

http://www.youtube.com/watch?v=RJZGyKSXXEw

luki

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13.05.2013, 11:44
Beitrag: #175
RE: Germanisch/deutsche Dialekte
Hatte ich gestern vergessen:

wer will:
http://www.hoerdat.in-berlin.de/select.p...n&b=Sailer

aus dem Klappentext:
Zitat:./.
Aber seine Schöpfung ist ein kleines Juwel: Herzhafter Ernst im Narrenkleid, Frömmigkeit in grobianischer Gestalt und ein wohl instinktives Bewusstsein der Aporie aller Versuche, Heiliges zu bedichten, machen sie zu einem erholsamen Gegenstück aller pathetischen Produkte der Sänger Edens, zu einem Unikum unserer Literatur überhaupt.

eine Stunde ist lang.
aber es ist unbeschreiblich, echt Klasse!

Hier noch der Prolog, er wurde von Sailer auf Latein verfasst und die Schriftdeutsche Übersetzung gleich mitgeliefert und ebenfalls vorgetragen.
Zitat:Hochansehnliche Zuhörer! Ehrwürdige Gäste! Euch läuft das Wasser im Mund zusammen, wie ich sehe. Die Neugier kitzelt euch, und ihr wartet atemlos drauf, was ich wohl auf meiner Leyer vorbringen werde.

Also: ich will euch in diesem Schauspiel noch einmal vor Augen führen, wie sich die Erbsünde, so bis dato über uns verhänget ist, in die Welt eingeschlichen hat.

Und hoffe denn, ihr möchtet Gefallen dran finden.

Das Eine bitt' ich euch: glaubet um alles nicht, ich wolle dem allerbesten, allerhöchsten Gott, den wir mit dienendem Knie anbeten, ein Unrecht zufügen; noch Adam und Evä, unsren Voreltern, die nach ernstlicher Bereuung ihres Fehltritts für alle Ewigkeit im Himmel weilen.

Um es kurz zu machen: ich erzähle den ganzen Handel in bäuerlicher Mundart, auf daß ihn die Einfältigen betrachten mögen, ohne Schaden zu nehmen, und er denen Weisen eine Erquickung sei.

Jedweder Kritikaster aber und voreilige Tadler bleibe vor der Türe und verziehe sich!

Wem die Stirn allzeit in Falten liegt, wer keinen Spaß versteht, wem ein ehrbares Lachen lästig und zuwider ist, dem ist auch die Seele verbogen.

Nicht immer taugt es, zu trauern; es ziemt sich, hinterher auch zu lachen. Drum will ich Etliches singen und mir, falls mich der kritische Zahn benagt, kein graues Haar darob wachsen lassen.

aus Gutenberg.de


Ich konnte es nicht lassen Dodgy
Die Strafe für Eva, und ihr Wehklagen. Angel
villeicht verstehts ja der eine oder andere

Zitat:Gott Vater
Brauch noits i,
bet nu' für di!
Wa't nu', da weascht as büassa
und in Schmeaza deine Kinder gebäara müassa;
und no darzua, gib di nu' drei',
deim Ma' ewig untergeaba sei'.


Klaggesang der Eva

O Jeggerle! was fällt Ui ei',
was fangat ar no a',
daß i soll untergeaba sei'
und diena gar mei'm Ma'!
Suppa, Knöpfla, Spatza kocha,
schpüala, schaffa ganze Wocha,
und darnôh zum Lauh'
d'Moischterschaft itt hau'!

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13.05.2013, 15:55
Beitrag: #176
RE: Germanisch/deutsche Dialekte
(12.05.2013 21:31)Suebe schrieb:  So zB aus dem 18. Jahrhundert die Schöpfungsgeschichte auf schwäbisch des Obermarchtaler Mönchs Sebastian Sailer.

Gibt´s auch von uns: "Die bayerische Weltg´schicht" von Michl Ehbauer.

Der hat z.B. auch geschrieben:

"Da moana allerwei die Leut:
Wer Büacher schreibt, der is recht gscheit.
I hab scho' manchmal Büacher glesen,
Da is a schöner Schmarrn drin gwesen.
Was s' da drin oft alls zsamma lüagn,
Da kuntst ja glei an Wehdam kriagn.
I hab mir zwar dees meine denkt
Und solche Büacher weitergschenkt.
Oa Buach, dees hab i freili bhalten,
Oans mit so biblische Gestalten.
Aus Anstand rührt ma scho' net dro'
Scho' weil ma nix beweisen ko'."
(http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/561860)

Ehbauers Weltg´schicht beginnt so:

"Im Anfang, sagt die Schrift, war nix.
Und über a Weil, da war wieder nix.
Erst a paar Tag später dann,
da war erst recht nix, wo mir san.
Da hat si unser Herrgott denkt,
ja, Himmel, Herrschaft, Firmament,
zwoa Frauatürm und Hollerbüx,
des nix da umanand is nix.
Da muaß was her, des sieg i scho,
und is´ a Welt, liegt aa nix dro."

In dem Ton geht´s durch´s "Erste Trumm" = AT...

VG
Christian
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13.05.2013, 16:41
Beitrag: #177
RE: Germanisch/deutsche Dialekte
(13.05.2013 15:55)913Chris schrieb:  zwoa Frauatürm und Hollerbüx,
des nix da umanand is nix.
Da muaß was her, des sieg i scho,
und is´ a Welt, liegt aa nix dro."

scheeee.


ist übrigens oben das Wort "Gottvaters" verstanden worden?

Die Neben-Strafe für Eva
Zitat:und no darzua, gib di nu' drei',
deim Ma' ewig untergeaba sei'
außer der Vertreibung aus dem Paradies.

Angel Heart Idea

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21.05.2013, 10:25
Beitrag: #178
RE: Germanisch/deutsche Dialekte
(13.05.2013 16:41)Suebe schrieb:  ist übrigens oben das Wort "Gottvaters" verstanden worden?

Scho.
Aba dra halta tuat si koine!

VG
Christian
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21.05.2013, 16:49
Beitrag: #179
RE: Germanisch/deutsche Dialekte
(21.05.2013 10:25)913Chris schrieb:  
(13.05.2013 16:41)Suebe schrieb:  ist übrigens oben das Wort "Gottvaters" verstanden worden?

Scho.
Aba dra halta tuat si koine!

VG
Christian

Wer ist daran schuld, wenn ein Recht nicht einfordert wird?

Wo hast du in Tübingen gewohnt?
Haaggasse? Brunnenstr.?

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21.05.2013, 17:00
Beitrag: #180
RE: Germanisch/deutsche Dialekte
(21.05.2013 16:49)Suebe schrieb:  
(21.05.2013 10:25)913Chris schrieb:  Scho.
Aba dra halta tuat si koine!

VG
Christian

Wer ist daran schuld, wenn ein Recht nicht einfordert wird?

Wo hast du in Tübingen gewohnt?
Haaggasse? Brunnenstr.?
Wanne.

Und: War ja klar. Die Männer sind halt immer schuld... Wink

VG
Christian
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