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Landesausstellungen-Allgemein:
06.04.2016, 11:18
Beitrag: #41
Schloss Pöggstall wird Saniert:
(28.10.2014 02:48)WDPG schrieb:  -2017 findet im Schloss Pöggstall die Ausstellung „Alles was Recht ist“ statt. Hier geht es um die Organisation von menschlichen zusammenleben....

Oft wäre es interessant zu wissen, welche Landesausstellungen einen echten Nachhaltigkeitswert für die Region haben und welche unter den (oft sehr hohen) Erwartungen liegen.

Die Ausstellung in Schloss Pöggstall hat zumindest einen gewissen Nachhaltigkeitswert gesichert - denn das Schloss wird für die Ausstellung Saniert. Außerdem wird es Arbeiten am Vorplatz des Schlosses geben. Das Schloss hat eine recht interessante Geschichte und gehörte einige Zeit lang den Habsburgern. Bin gespannt.

Auch 2016 gibt es 3 interessante Landesausstellungen die ich mir anschauen möchte, Berichte von den Landesausstellungen in Oberösterreich, Salzburg und Bayern folgen, nach Besichtigung.
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09.04.2016, 18:43
Beitrag: #42
RE: Schloss Pöggstall wird Saniert:
(06.04.2016 11:18)WDPG schrieb:  Oft wäre es interessant zu wissen, welche Landesausstellungen einen echten Nachhaltigkeitswert für die Region haben und welche unter den (oft sehr hohen) Erwartungen liegen.

Ich befürchte, diese Frage lässt sich erst einige Jahre später beantworten. Zumindest sind Landesausstellungen für die Renovierung von Schlössern und Gebäuden ganz nützlich. Ob diese freilich dann eine weitere Verwendung finden, ist eine andere Frage.

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Nur die Geschichtenschreiber erzählen uns, was die Leute dachten.
Wissenschaftliche Forscher halten sich streng an das, was sie taten.

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09.04.2016, 21:00
Beitrag: #43
RE: Schloss Pöggstall wird Saniert:
(09.04.2016 18:43)Teresa C. schrieb:  
(06.04.2016 11:18)WDPG schrieb:  Oft wäre es interessant zu wissen, welche Landesausstellungen einen echten Nachhaltigkeitswert für die Region haben und welche unter den (oft sehr hohen) Erwartungen liegen.

Ich befürchte, diese Frage lässt sich erst einige Jahre später beantworten. Zumindest sind Landesausstellungen für die Renovierung von Schlössern und Gebäuden ganz nützlich. Ob diese freilich dann eine weitere Verwendung finden, ist eine andere Frage.

Absolut und sie sind auch für interessierte (wie mich) ein echter Höhepunkt. Bin also vollkommen für diese Veranstaltungen. Nur oft finde ich erwarten sich Bürgermeister usw. fast etwas zu viel.

Wenn ich mich nicht täusche war es auch bei der Schallaburg so das die interessanten Ausstellungen dort mit einer Landesausstellung begonnen haben.
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15.04.2016, 20:57
Beitrag: #44
RE: Landesausstellungen-Allgemein:
Schloss Waldreichs wäre ohne die Landesausstellung (zusammen mit Ottenstein) seinerzeit heute auch kein Ort für Falknerei, sondern weiterhin total vergessen.

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19.04.2016, 19:36
Beitrag: #45
Große Landesausstellung 2016 Pfahlbauten
Am Sonntag 17. April war ich in Bad Buchau, Federseemuseum.
Grosse Landesausstellung 4.000 Jahre Pfahlbauten

http://www.swr.de/swr2/kultur-info/weltk...id=9597116

Am Sonntag war Wetter zum abgewöhnen, was ich in dem Fall für besonders gut hielt, denn die Ausstellung wurde erst am Samstag eröffnet, und bei "normalem" Wetter hätte es vermutlich einen gehörigen "Auftrieb" gegeben, und das ist nicht so mein Ding.
Was soweit dann auch eintraf, das Außengelände war faktisch verwaist, aber auch uns, Frau + Suebe, war es schlicht zu scheußlich da lange rum zu schauen.
Auch im Museum wenig los,
aber auch da ein aber,
vom Personal auch niemand da, und genau das ist mir an und für sich wichtig, die haben da wirklich gute Leute, und das Gespräch mit denen ist immer sehr informativ.
Die hatten natürlich bei der Eröffnung am Tag zuvor alle Großeinsatz, und da war der Sonntag "Ruhetag", hätte ich mir auch denken können.

Ansonsten, wirklich sehr gut gemacht, eine Reise wert.
Entrittspreise 14 € pro Nase, na ja, aber etwas "gescheites" kostet halt. Cool
Aber die Karte gilt auch für das Kloster Schussenried, den anderen Teil der
Pfahlbauten-Ausstellung und da muss ich die nächsten Monate auch noch mal hin.

Anschließend noch ein kleiner Spaziergang durch Buchau (für den Federseesteg war es echt zu scheußlich) in Buchau gab es im HRR zwei Reichsstände, einmal das Frauenstift, und dann noch die Freie Reichsstadt, ein Bürgermeister soll mal barfuss zu einem Reichstag gekommen sein.
An einem Haus war ein altes Geschäftsschild angebracht, "Frau Eugen Dreifuss, Manufakturwaren"
Buchau hatte eine recht große jüdische Gemeinde, Einstein stammt von dort.

"Nichts ist befriedigender, als sich an Schwierigkeiten zu erinnern, die man gemeistert hat." (N. Stoffel)
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23.04.2016, 18:17
Beitrag: #46
RE: Große Landesausstellung 2016 Pfahlbauten
(19.04.2016 19:36)Suebe schrieb:  Am Sonntag 17. April war ich in Bad Buchau, Federseemuseum.
Grosse Landesausstellung 4.000 Jahre Pfahlbauten

.....

Am Sonntag war Wetter zum abgewöhnen, ...

Im Sommer bin ich in Meersburg am Bodensee auf Urlaub, wer weiß vielleicht mache ich einen Abstecher nach Bad Buchau und schaue mir das ganze auch mal an. Müsste ja in Reichweite liegen. Danke für den Tipp.
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24.04.2016, 13:41
Beitrag: #47
RE: Landesausstellungen-Allgemein:
Das ist in Reichweite. Musst du hin.
Basta Devil

Ist echt nur ein Katzensprung. Dort ist die Bachritterburg auch nur noch 5 Kilometer weg, und der nicht unbedeutende Rest der Landesausstellung in Bad Schussenried ebenfalls.

weitere Tipps bei Bedarf gerne

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25.04.2016, 23:01
Beitrag: #48
RE: Landesausstellungen-Allgemein:
Letzten Sonnabend war in Leipzig und Halle die 8. Museumsnacht, eine Aktion, die von beiden Städten gemeinsam veranstaltet wird. Für ein Ticket von 10 Euro kann man zwischen 16.00 Uhr bis 24.00 Uhr, mit Ausnahme bis 3.00 Uhr eine große Anzahl der Museen in beiden Städten besuchen. Im Preis enthalten sind die Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, einschließlich der S-Bahn Leipzig-Halle.

Die vergangenen Jahre blieb ich immer Leipzig, diesmal fuhr ich nach Halle ins Landesmuseum für Vorgeschichte. Dort schaute ich mir die ständige Ausstellung zur Frühgeschichte an, die aufgrund vieler Funde aus den letzten Jahren (u.a. Scheibe von Nebra) sehr sehenswert geworden ist. Zusätzlich gab es eine Ausstellung, die sich mit der Schlacht von Lützen 1632 beschäftigte. Obwohl ich mich mit dieser Schlacht schon intensiv beschäftigt habe, lernte ich doch einiges dazu. Das lag vor allem daran, dass vor ein paar Jahren bei einem Bauvorhaben in Lützen zufällig ein Massengrab entdeckt wurde, in dem die Gebeine von 47 Soldaten lagen. Die Knochenfunde ermöglichten Rückschlüsse auf Herkunft und Kindheit, aber auch auf Krankheiten, verheilte Wunden und Todesursache der Soldaten. Die Soldaten waren Infanteristen, zwischen 15 und 45 Jahre alt, aus Skandinavien oder dem Gebiet des HRR stammend. Sie wurden von Reitern getötet. Ich fand das alles sehr interessant, weil die Ausstellung sich mehr mit dem Schicksal der einfachen Soldaten beschäftigte und nicht Gustav II. Adolf und Wallenstein als Hauptthema behandelte.

Danach bin ich wieder nach Leipzig zurück und habe im Bildermuseum die Abteilung für Malerei der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts angeschaut. Diesmal habe ich mich auf Max Klinger konzentriert, den ich vor allem als Bildhauer schätze.

Abschließend war ich im sogenannten Panometer, einem früheren Gasometer aus dem Jahr 1909, das seit einigen Jahren von Yadegar Asisi als Ausstellungsgelände für seine Panoramabilder genutzt wird. Momentan zeigt er ein Bild, das die Unterwasserwelt am Great-Barrier-Riff darstellt. Asisi zeigt in seinen Bildern entweder politische Ereignisse oder Natur. In Leipzig zeigte er u.a. "Rom 312" oder "Leipzig 1813" bzw. "Mount Everest 8848" oder "Amazonas" - alle sehr beeindruckend.

"Rom 312" thematisiert den Moment nach der Schlacht an der Milvischen Brücke, in dem der Ausgang der Schlacht bekannt wird, man das Denkmal des Kaisers Maxentius stürzt und wohl auf den Einmarsch Konstantins wartet. "Leipzig 1813" thematisiert die Völkerschlacht. Dargestellt werden die Ereignisse am 19. Oktober, also kurz nach dem Ende. Die Entscheidung ist gefallen, die Napoleonischen Truppen ziehen ab, zurück bleiben die Toten und Verletzten und die Zerstörungen ... In "Mount Everest 8848" wird der Blick auf den Gipfel vom letzten Basislager dargestellt. "Amazonas" beeindruckte mich am meisten, neben den Panoramabild wurde noch umfangreiches Wissen über Menschen, Tiere und Pflanzen vermittelt.

Ähnlich wie In Leipzig gibt es ein Panometer in Dresden, das noch im historistischen Stil um 1885 gebaut wurde. Dort fand vor Jahren die Ausstellung "Dresden 1756" statt, dargestellt wurde der Beginn des Siebenjährigen Krieges bzw. der Moment, als bekannt wurde, dass die Preußen in Sachsen einmarschierten. Momentan läuft die Ausstellung "Dresden 1945". Asisi gelingt es, die Zerstörung Dresden als einen Teil des Luftkriegs darzustellen. Er hebt Dresden nicht hervor, er stellt eindeutig klar, dass die Ursache des Untergangs Dresden auf das Jahr 1933 zurück gehen. Er weist sowohl auf Zerstörungen durch die deutsche Luftwaffe (Coventry, Warschau, Rotterdam), als auch auf die Zerstörungen durch die Alliierten (Köln, Kassel, Leipzig u.v.a.) hin. Wenn man die Bilder einer zerstörten Stadt, begleitet von audio-visuellen Effekten, wie den Geräuschen der Bomber oder der Sirenen des Luftschutzes oder aufflackerndes rotoranges (feuerfarbenes) Licht - da wird es einem ganz anders. Ich habe jedenfalls der 85-jährigen Mutter eines Kumpels davon abgeraten, diese Ausstellung zu besuchen. Sie lebte damals in Radeberg und hat als 15-jährige de facto das Original erleben müssen.

Die letzten Tage las ich, dass Asisi anlässlich des 500. Jahrestags von Luthers Thesenanschlag für Wittenberg ein Panoramabild schaffen will. Die Stadt will ihm deswegen auch ein Rundbau/Turm bauen. Bin schon gespannt.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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05.06.2016, 13:03
Beitrag: #49
Landesausstellungen in Bayern:
Gestern habe ich zufällig gelesen das es in Bayern neben der Landesausstellung übers Bier in Aldersbach (die ich mir vielleicht anschauen werde), auch noch eine über Karl IV gibt, diese wird zuerst in Prag (15.5. 2016 bis 25.9.2016) und dann in Nürnberg (20.10.2016 bis 5.3.2017) stattfinden. Also eine Grenz und Jahresüberschreitende Ausstellung, die als Bayrisch-Tschechische Landesausstellung bezeichnet wird.

2017 gibt es in Coburg eine Landessusstellung zum Thema Ritter, Bauern, Lutheraner (ist von Mai bis November, laut Flyer).

2018 findet in Ettal, also nicht so weit weg von Tirol, eine Ausstellung zum Thema "Mythos Wald" statt.
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18.06.2016, 12:07
Beitrag: #50
Oberösterreichische Landesausstellung 2016 - Erfahrungsbericht:
Vor kurzem habe ich die Oberösterreichische Landesausstellung in Lambach und Stadl-Paura besucht, das Thema heißt "Pferd", hier möchte ich kurz meine Eindrücke schildern:

Beide Orte liegen im Bezirk Wels-Land und liegen relativ nahe beieinander. Ein Tipp für Leute die vorhaben sich die Ausstellung anzusehen: Es lohnt sich, finde ich absolut sich noch Zeit zu nehmen von Lambach aus ein Stück weit die Traun entlang zu gehen, denn die Uferpromade entlang des Flusses ist, finde ich, sehr schön. Nun aber zur Ausstellung.

-Lambach: Die Ausstellung thematisiert das Pferd in der Mythologie und Kunst. Sie ist nicht gerade klein, sehr aufwändig gestaltet und findet mit dem wunderschönen Ambiente des Stift Lambach einen extrem sehenswerten Rahmen. Was mir aber nicht so gefallen hat, ist das irgendwie die Struktur fehlt. Einmal dieses Thema, einmal jenes, dann wieder das was man eigentlich schon hatte. Sehenswert ja, aber irgendwie fiel es mir schwer mich ins das Thema wirklich rein zu fühlen und als mich später eine Bekannte fragte um was es in Lambach genau geht, musste ich sogar kurz nachdenken.

-Stadl-Paura: Die Struktur die in Lambach fehlt findet man in Stadl-Paura schon. Insgesamt wird hier eine breite Themenpalette rund ums Pferd angesprochen, vom Western übers Pferd im Krieg, bis zum Schaukelpferd, hier findet man sehr vieles und manches ist auch sehr aufwändig inszeniert. Muss sagen gefiel mir deutlich besser, ist aber kürzer als die Ausstellung in Lambach.

Insgesamt: Für Pferdefans ein echter Höhepunkt, für die anderen durchaus sehenswert - auch wenn es schon Landesausstellungen gab die mich mehr faszinierten, finde ich es schön das man dazu bewegt wird, eine Region zu besuchen in die man sonst selten kommt.
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04.09.2016, 22:21
Beitrag: #51
Bayrische Landesausstellung 2016:
Heute war ich auf der Bayrischen Landesausstellung in Aldersbach zum Thema Bier. Aldersbach liegt in der Gegend von Passau und Vilshofen, also nicht so weit weg von der Österreichischen Grenze.

Muss sagen war von der Ausstellung echt begeistert. Finde das Kloster bietet einen sehr schönen Rahmen für die Ausstellung. Diese ist sehr liebevoll gestaltet. Mir gefällt es immer sehr gut, wenn eine Ausstellungsraum vom Design her gut zum jeweiligen Thema passt, was hier eindeutig der Fall war. Auch wenn ich schon relativ viel zum Thema weiß, da ich schon mehrere Brauereimuseen (Leoben, Salzburg) besichtigt habe, erfuhr man das eine oder andere neue oder manches rund ums Bier wurde einem zumindest bewusster gemacht.

Also insgesamt eine sehenswerte Ausstellung finde ich.
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26.09.2016, 15:06
Beitrag: #52
RE: Große Landesausstellung 2016 Pfahlbauten
(19.04.2016 19:36)Suebe schrieb:  Am Sonntag 17. April war ich in Bad Buchau, Federseemuseum.
Grosse Landesausstellung 4.000 Jahre Pfahlbauten

http://www.swr.de/swr2/kultur-info/weltk...id=9597116

Am Sonntag war Wetter zum abgewöhnen, was ich in dem Fall für besonders gut hielt, denn die Ausstellung wurde erst am Samstag eröffnet, und bei "normalem" Wetter hätte es vermutlich einen gehörigen "Auftrieb" gegeben, und das ist nicht so mein Ding.
Was soweit dann auch eintraf, das Außengelände war faktisch verwaist, aber auch uns, Frau + Suebe, war es schlicht zu scheußlich da lange rum zu schauen.
Auch im Museum wenig los,
aber auch da ein aber,
vom Personal auch niemand da, und genau das ist mir an und für sich wichtig, die haben da wirklich gute Leute, und das Gespräch mit denen ist immer sehr informativ.
Die hatten natürlich bei der Eröffnung am Tag zuvor alle Großeinsatz, und da war der Sonntag "Ruhetag", hätte ich mir auch denken können.

Ansonsten, wirklich sehr gut gemacht, eine Reise wert.
Entrittspreise 14 € pro Nase, na ja, aber etwas "gescheites" kostet halt. Cool
Aber die Karte gilt auch für das Kloster Schussenried, den anderen Teil der
Pfahlbauten-Ausstellung und da muss ich die nächsten Monate auch noch mal hin.

Anschließend noch ein kleiner Spaziergang durch Buchau (für den Federseesteg war es echt zu scheußlich) in Buchau gab es im HRR zwei Reichsstände, einmal das Frauenstift, und dann noch die Freie Reichsstadt, ein Bürgermeister soll mal barfuss zu einem Reichstag gekommen sein.
An einem Haus war ein altes Geschäftsschild angebracht, "Frau Eugen Dreifuss, Manufakturwaren"
Buchau hatte eine recht große jüdische Gemeinde, Einstein stammt von dort.


Gestern, 25. September 2016 war ich in Schussenried und habe den "Rest" der Landesausstellung "Pfahlbauten" besichtigt.

Eigentlich eine Sünde bei so einem Wetter ein paar Stunden in einer Ausstellung in verdunkelten Räumen hinter geschlossenen Fensterläden zuzubrigen. Aber was soll man machen, ob ich die nächsten 2 WE Zeit habe, ist ungewiss, und dann ist die Ausstellung zu.

Die Ausstellung natürlich sehr professionell, insbesondere die Präsentation der Radfunde lässt keine Wünsche offen.
Was mich einigermaßen enttäuscht hat, die Präsentation der "Busenwand" die nicht das erfüllt, was das Heft des Landesdenkmalamts versprach. Genauer, die Rekonstruktionen wie sie im Heft abgebildet sind, sind in der Ausstellung deutlich "verwischter" gezeigt.
(Der Raum war sehr abgedunkelt, in einem Schaukasten die Original-Funde an der Wand dahinter "Dias" mit den Rekonstruktionen. An der Wand gegenüber eine Stuhlreihe, vollbesetzt. Ein warmer Tag, eine Duftmischung aus DEO und Parfüm und .... des Sueben Frau ist zügig abgeschwirrt, und ich hinterher, Notwehr)
Aber, es gibt anscheinend derzeit eine Wissenschafts-Kontroverse über Deutung und Ausdeutung, so denke ich, dass man dazu noch hören und lesen wird.

Originalfunde von allen "Pfahlbau-Fundpläten" werden gezeigt, wie man sie in dieser Fülle und Vollständigkeit wohl so schnell nicht wieder zu sehen bekommen wird.

Also, wer noch Termine die nächsten Wochen hat.... Auf nach Schussenried.


Ein Highligth am Rande, der Bibliotheks-Saal des Klosters Schussenried kann mitbesichtigt werden.
Von Bildern kenne ich ihn natürlich schon lange, drin war ich noch nie - bis gestern.
Absolut SUUUUUUPPPER, anschaulicher habe ich die Leichtigkeit des Rokoko noch nie erlebt. Ich bin richtiggehend "High", sehe mich derzeit zu einer Beschrebung noch Außerstande.

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27.10.2016, 14:25
Beitrag: #53
Salzburger Landesausstellung 2016:
Gestern kam ich doch noch dazu, dass ich mir auch die Salzburger Landesausstellung angeschaut habe. Diese befindet sich direkt in der Salzburger Innenstadt am Mozartplatz im Salzburg Museum. Ich muss sagen schon alleine wegen manchen Innenräumen zahlt es sich aus, die Ausstellung zu besuchen, denn vielen haben eine wunderschöne Deckengestaltung. Schon etliche male wollte ich dieses Museum besuchen, aber entweder sprach mich das Thema nicht an oder war das Wetter so schön das es mich nicht ins Museum zog.

Doch gestern war es so weit. Salzburgs Landesausstellung thematisierte die 200 Jahre die Salzburg bei Österreich ist, von Zeiten mit wenig Bedeutung zur extrem wichtigen Touristenstadt. Was ich kritisieren möchte ist die fehlenden zeitliche Linie, die manches noch verbessert hätte. Was mir aber sehr gut gefallen hat ist die Darstellung der verschiedensten Aspekte, die mit dem Thema zusammenhängen. Sicher nicht alles erscheint einem gleich interessant, dafür anderes um so interessanter. Ein Wahnsinn sind auch manche wertvolle Exponate, so etwas sieht man nur in ganz wenigen Ausstellungen. Von der Gestaltung her, versuchte man nicht krampfhaft eine Eventausstellung zu sein und war dennoch sehr lebendig.

Kurz gesagt, die Ausstellung die nur noch ein paar Tage läuft gefiel mir sehr gut.
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14.11.2016, 21:03
Beitrag: #54
200 Jahre Fahrrad
Im Technoseum in Mannheim läuft seit 11. Novembger die grosse Ausstellung 200 Jahre Fahrrad.

http://www.technoseum.de/ausstellungen/2...200-jahre/


etwas "geärgert" hat mich die im Vorfeld gemachte Aussage des Ausstellungsleiters, dass man sich unsicher wäre, ob Drais überhaupt eine Bedeutung bei der Entwicklung des Fahrrades hätte....
Wer hat denn nun mit dem lenkbaren Vorderrad den entscheidenden Punkt bei einem einspurigen Fahrzeug gelöst?
Doch Drais, wer denn sonst?
Intuitiv, er kannte das physikalische Gesetz nicht, das seiner Lösung zu Grunde lag, (das wurde erst rund 80 Jahre später beschrieben) aber so sind doch alle wichtigen Erfindungen gemacht worden.

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15.11.2016, 15:02
Beitrag: #55
RE: 200 Jahre Fahrrad
(14.11.2016 21:03)Suebe schrieb:  Im Technoseum in Mannheim läuft seit 11. Novembger die grosse Ausstellung 200 Jahre Fahrrad.

http://www.technoseum.de/ausstellungen/2...200-jahre/


etwas ....

Das Technoseum ist übrigens allgemein ein extremst sehenswertes Museum, war 2013 dort. Muss sagen wir haben etliche Stunden in diesem Museum verbracht und waren total begeistert.
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16.11.2016, 00:26
Beitrag: #56
RE: Landesausstellungen-Allgemein:
Wenn wir schon bei Mannheim sind: im Reiss-Engelhorn-Museum gibt es eine sehenswerte Barockausstellung und in speyer im Pfälzischen Museum ne tolle Maya-Ausstellung mit
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20.12.2016, 08:52
Beitrag: #57
RE: Landesausstellungen-Allgemein:
Der Freistaat Bayern und die Tschechische Republik nahmen den 700. Geburtstag von Kaiser Karl IV. zum Anlass für eine gemeinsame Landesausstellung über ihn. Diese wurde zunächst in Prag gezeigt und ist jetzt im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg zu sehen, noch bis 5. März 2017.

Mein Kommentar bezieht sich nur auf die in Nürnberg gezeigt Ausstellung. Sollte es da Änderungen gegenüber der Prager gegeben haben, bin ich nicht darüber informiert.

Zuerst einmal das Gute: Es ist eine sehr aufwändige und vielseitige Ausstellung, die Exponante können sich wirklich sehen lassen. Sie ist zudem auch sehr übersichtlich gestaltet, und bei aller Sympathie, die Karl IV. entgegen gebracht wird, ist das Bild von ihm keineswegs unkritisch.
In Bezug auf Karl und seine Selbstdarstellung habe ich sogar neue Erkenntnisse gewonnen.

Eindeutig wurde bei dieser Ausstellung nicht gespart, so gibt es sozusagen als Zuckerl auch noch einen besonders ausführlichen Katalog, der freilich auch nichts für das Handgepäck ist.

Zwar sind mir ein paar Kleinigkeiten im umfangreichen Stammbaum, der am Eingang präsentiert wird, aufgefallen (war der Herzog von Württemberg, den eine Luxemburgerin geheiratet hat, nicht eigentlich ein Graf?), aber wirklich gestört haben sie nicht.

Stutzig hat mich allerdings eine Tafel gemacht, in der auf einen Gegner von Karl IV. näher eingegangen wird, seinen Schwiegersohn, (Erz-)Herzog Rudolf IV. von Österreich (besser bekannt als Rudolf der Stifter), Angehöriger jener Adelsfamilie, die als Habsburger bezeichnet werden. In der Ausstellung wird er übrigens als Rudolf IV. von Habsburg, Herzog von Österreich, bezeichnet, was so nicht ganz richtig ist, da er nach der Zählung eigentlich Rudolf VIII. von Habsburg ist. Das hat mich aber nicht wirklich gestört, sehr wohl aber die eindeutig abfällige und abwertende Formulierung in der die Informationen zu ihm gehalten sind. Sie fällt eindeutig aus den sonstigen Rahmen der Ausstellung, und es stellt sich für mich die Frage, warum gerade hier auf den ansonsten sachlichen Formulierungsstil der Ausstellungstext verzichtet wurde.

Platzgründe wie eine notwendige, wenn gleich unglückliche Textkürzung, ist eindeutig auszuschließen. Und für eine nötige Textauffüllung ist die Verwendung abfälliger Adjektiva wirklich nicht zwingend notwendig.

Ein Fall von Habsburger-Bashing, der mit Blick auf den Zeitgeist auf Österreicher-Bashing hinausläuft. (Habsburgergeschichte ist zwar nicht ident mit der österreichischen Geschichte, wird aber oft mit dieser gleichgesetzt und es gibt schließlich Überschneidungen.)

Auf jeden Fall beweist dieses Detail, dass wir auch heute noch von einer sachlichen und seriösen Geschichtssicht und -beurteilung noch sehr weit entfernt sind, was sehr zu bedauern ist.

Ist die Ausstellung Karl IV. trotz diesem Detail noch eine großartige und informative Ausstellung? Kann eine einzige Tafel den guten Gesamteindruck der Ausstellung bzw. derer, die sie zusammengestellt haben, wirklich so stark trüben, dass es eine Besucherin im Nachhinein bedauert, diese Ausstellung besichtigt zu haben bzw. wegen ihr sogar nach Nürnberg gereist zu sein.
(Oder muss sich eine Besucherin aus Österreich mit Blick auf diese Tafel nicht eigentlich dafür schämen, dass sie mit ihrem Besuch eine Ausstellung mit "österreich-feindlichen" Untertönen unterstützt hat?)

Es ist nicht fair, die Ausstellung in ihrer Gesamtheit wegen Kleinigkeiten abzuqualifizieren, zudem diese "Kleinigkeiten" die meisten Besucherinnen und Besucher sicher nicht stören werden.

Für mich als Österreicherin bleibt jedenfalls ein bitterer Nachgeschmack. Wirklich schade, dass die, die diese Ausstellung gestaltet haben, noch nicht ein der Qualität der Ausstellungsgegenstände vergleichbares Niveau haben.

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Wissenschaftliche Forscher halten sich streng an das, was sie taten.

Josephine Tey, Alibi für einen König
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20.12.2016, 12:58
Beitrag: #58
RE: Landesausstellungen-Allgemein:
OT:
Die Hinweistafeln, noch mehr das Gefasel bei Führungen regen mich sehr oft auf, in diesen meist mit sehr viel Steuergeld gesponserten Ausstellungen.
Meist kann ich meine Klappe nicht halten, erkläre dem Kassen- oder Aufsichtspersonal den "Quark" der da steht, oder sage dem "Führer" direkt was ich von seinem Geseiere halte. Was meist überhaupt nicht gut ankommt, aber ich muss ja meinen Frust auch loskriegen.

TT:
Die von Dir genannten Punkte interessieren mich sehr. 1. Es muss natürlich ein Graf von Wirtemberg gewesen sein, als es den 1. Herzog gab, war Luxemburg ein halbes Jahrhundert in männlicher Linie ausgestorben.
Nichts destoTrotz ist mir auch ein Graf der eine Lützelburgerin geehelicht hätte unbekannt. Welcher war das?
Die einst angenommene Verwandtschaft ist mW ja inzwischen vom Tisch, war eh eine Decker-Hauff-Kreation.Thumbs_down

Details zu dem genannten Erzherzog würden mich interessieren, wie wäre es mit einem 3Thread zu dem Thema?
Könnte es evt. sein, dass da eine "böhmische" Sichtweise ungeprüft übernommen wurde?
Wenn ich das richtig sehe, sieht man dorten Luxemburg als Böhmische Herrscher, Habsburg dagegen als "Fremdherrscher" und "Ursurpatoren"

OT: Ein ganz erheblicher Teil Südwestdeutschlands war länger in Habsburger Besitz, als Wien. Und es ist beispielsweise in Freiburg lange nicht verwunden worden, dass sie "ihr" Kaiser 1815 nicht mehr haben wollte...
mehr Wert auf irgendwelche "Katzlmacher" legte...

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20.12.2016, 13:53
Beitrag: #59
RE: Landesausstellungen-Allgemein:
(20.12.2016 08:52)Teresa C. schrieb:  Der Freistaat Bayern und die Tschechische Republik nahmen den 700. Geburtstag von Kaiser Karl IV. zum Anlass für eine gemeinsame Landesausstellung über ihn. Diese wurde zunächst in Prag gezeigt und ist jetzt im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg zu sehen, noch bis 5. März 2017.....

Habe davon gelesen, dass die Ausstellung stattfindet. Obwohl ich deinen Ärger verstehe, würde ich die Tafel jetzt auch nicht überbewerten. Kennt man ja selbst, wenn man was schreibt, manchmal denkt man sich, das habe ich sehr gut analysiert und manchmal gelingt es halt nicht.

Dennoch vom Thema her klingt die Ausstellung sehr interessant, muss ich sagen.
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20.12.2016, 14:00
Beitrag: #60
RE: Landesausstellungen-Allgemein:
(20.12.2016 12:58)Suebe schrieb:  OT:
Die Hinweistafeln, noch mehr das Gefasel bei Führungen regen mich sehr oft auf, in diesen meist mit sehr viel Steuergeld gesponserten Ausstellungen.
Meist kann ich meine Klappe nicht halten, erkläre dem Kassen- oder Aufsichtspersonal den "Quark" der da steht, oder sage dem "Führer" direkt was ich von seinem Geseiere halte. Was meist überhaupt nicht gut ankommt, aber ich muss ja meinen Frust auch loskriegen.

So eine Ausstellung ist ja eine ziemlich große aufwändige Sache, gerade wenn sie Gebiete betrifft, wo ich mich sehr gut auskenne, bin ich auch oft sehr kritisch. Andererseits denke ich geht es ja nicht nur darum perfekte Informationen zu liefern, sondern auch dafür Leute grundsätzlich für das Thema zu begeistern, auch bei den Führungen.

Gibt aber auch Situationen wo es mir mit den Fehlern bei der Information oder auch bei der Darstellung zu viel wird.

Steuergeld, ja stimmt, aber oft bringt es auch etwas Leben in Regionen in die man sonst selten kommt und zumindest in Österreich werden diese Ausstellungen oft dafür genutzt alte Gebäuden, wieder neuen Glanz zu geben - was ja auch oft gut ist.
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