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Gedanken zur Deutschen Einheit
21.03.2017, 20:28
Beitrag: #61
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
Zitat:Also Gut, die Weg zur Einheit oder Übernahme ist so wie er verlief die einzige Alternative gewesen und heute zahlt der Westen immer noch für den Osten

nein meine Liebe.
Der Westen zahlt nicht für den Osten.
Die Schulden werden gemeinsam getragen.

Lesen, bitte lesen.
Und im Zweifel Nachweise verlangen, oder Gegenbeweise bringen.
Aber bitte nicht im Refrain ständig dasselbe wieder schreiben, das schon mehrfach von verschiedenen Diskutanten widerlegt wurde.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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21.03.2017, 20:33
Beitrag: #62
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(21.03.2017 20:28)Suebe schrieb:  
Zitat:Also Gut, die Weg zur Einheit oder Übernahme ist so wie er verlief die einzige Alternative gewesen und heute zahlt der Westen immer noch für den Osten

nein meine Liebe.
Der Westen zahlt nicht für den Osten.
Die Schulden werden gemeinsam getragen.

Lesen, bitte lesen.
Und im Zweifel Nachweise verlangen, oder Gegenbeweise bringen.
Aber bitte nicht im Refrain ständig dasselbe wieder schreiben, das schon mehrfach von verschiedenen Diskutanten widerlegt wurde.

mein Lieber, ich habe mich mit der Aussage nur auf das hier berufen:
(21.03.2017 19:48)Dietrich schrieb:  Für die Gesamtkosten (Stand 2014) der deutschen Einheit einschließlich des Sozialtransfers liegen die Schätzungen zwischen 1,3 und 2,0 Billionen Euro, jährlich um etwa 100 Milliarden Euro steigend.

Was ist denn widerlegt worden? Das es keine Alternative gab?

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken....
Erich Kästner
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21.03.2017, 20:46
Beitrag: #63
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(21.03.2017 20:22)Flora_Sommerfeld schrieb:  Aber Zurück zur Einheit oder doch Übernahme?

Was heißt hier "Übernahme"?

Die Volkskammer der DDR hat aus freien Stücken und mit gewaltiger Mehrheit der Abgeortdneten den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland erklärt.

Das wurde dann wie gewünscht vollzogen.
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21.03.2017, 20:51
Beitrag: #64
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(21.03.2017 20:46)Dietrich schrieb:  
(21.03.2017 20:22)Flora_Sommerfeld schrieb:  Aber Zurück zur Einheit oder doch Übernahme?

Was heißt hier "Übernahme"?

Die Volkskammer der DDR hat aus freien Stücken und mit gewaltiger Mehrheit der Abgeortdneten den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland erklärt.

Das wurde dann wie gewünscht vollzogen.

Ja klar, aber die Volkskammer der DDR war als Nachwehe des SED Regimes nur noch Makulatur und hatte keine Daseinsberechtigung mehr, und zusätzlich konnte Kohl die Einheit forcieren, indem die Ostdeutschen ohne D-Mark nicht zu halten waren, was ja 61 auch ein Grund für den Mauerbau war.
Wie ich schon oben mal aus Der Welt zitiert habe, der Osten wollte die Einigung, der Westen hatte zu wollen ...

Die DDR als Staat stand mit dem Rücken zur Wand, was hätten sie anderes tun sollen?

Und die Opposition, die in der DDR das Regime von innen heraus zerstört hat, wurde vom kohlischen Westen überrannt, ohne auch nur den Hauch einer Mitsprache oder Eigenverantwortung für die DDR gehabt haben zu können.

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21.03.2017, 20:54
Beitrag: #65
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(21.03.2017 20:51)Flora_Sommerfeld schrieb:  Ja klar, aber die Volkskammer der DDR war als Nachwehe des SED Regimes nur noch Makulatur

Diese Volkskammer war aus freen Wahlen hervorgegangen. Den ersten und letzten der DDR.
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21.03.2017, 20:55
Beitrag: #66
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(21.03.2017 20:54)Dietrich schrieb:  
(21.03.2017 20:51)Flora_Sommerfeld schrieb:  Ja klar, aber die Volkskammer der DDR war als Nachwehe des SED Regimes nur noch Makulatur

Diese Volkskammer war aus freen Wahlen hervorgegangen. Den ersten und letzten der DDR.

Na komm, wer im Osten hat denn noch etwas auf die Volkskammer gegeben? Da hier jetzt eine Handlungsfähigkeit zu kreieren ist lächerlich, im Zusammenhang auf den historischen Kontext.

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken....
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21.03.2017, 20:58
Beitrag: #67
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(21.03.2017 20:33)Flora_Sommerfeld schrieb:  mein Lieber, ich habe mich mit der Aussage nur auf das hier berufen:
(21.03.2017 19:48)Dietrich schrieb:  Für die Gesamtkosten (Stand 2014) der deutschen Einheit einschließlich des Sozialtransfers liegen die Schätzungen zwischen 1,3 und 2,0 Billionen Euro, jährlich um etwa 100 Milliarden Euro steigend.

Was ist denn widerlegt worden? Das es keine Alternative gab?

Dass irgendjemand für alles zahlt. Dass die Wessies alles zahlen, und die Ossies um alles betrogen wurden. Das wurde widerlegt. Mehrfach

Auch in den alten Ländern hockt keiner der im Keller einen Geldscheißer sitzen hat, der alles bezahlt.
Gibt es nicht.

Finanziert wurde mit gewaltigen Schulden, die Zahl hat dir Dietrich genannt, und die bezahlen wir jetzt gemeinsam.
Du, Ich, Deine Kinder, Meine Kinder, Deine Enkel und meine Enkel...
und ein paar andere, zZt. roundabout 80 Millionen zahlen feste mit. Thumbs_up
Und wir alle dürfen uns freuen, dass zumindest die Zinsen sehr sehr niedrig sind. Thumbs_up

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21.03.2017, 21:00
Beitrag: #68
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
Ach ja und noch was.

Schau mal in die anderen Ex-Kommunistischen Länder.
Nirgends überhaupt nirgendwo ist die Umstellung mit so geringen Verwerfungen abgelaufen wie in der Ex-DDR.
Also nur Kackedreck wurde da ganz bestimmt nicht gemacht.

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21.03.2017, 21:01
Beitrag: #69
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(21.03.2017 20:58)Suebe schrieb:  
(21.03.2017 20:33)Flora_Sommerfeld schrieb:  mein Lieber, ich habe mich mit der Aussage nur auf das hier berufen:

Was ist denn widerlegt worden? Das es keine Alternative gab?

Dass irgendjemand für alles zahlt. Dass die Wessies alles zahlen, und die Ossies um alles betrogen wurden. Das wurde widerlegt. Mehrfach

Auch in den alten Ländern hockt keiner der im Keller einen Geldscheißer sitzen hat, der alles bezahlt.
Gibt es nicht.

Finanziert wurde mit gewaltigen Schulden, die Zahl hat dir Dietrich genannt, und die bezahlen wir jetzt gemeinsam.
Du, Ich, Deine Kinder, Meine Kinder, Deine Enkel und meine Enkel...
und ein paar andere, zZt. roundabout 80 Millionen zahlen feste mit. Thumbs_up
Und wir alle dürfen uns freuen, dass zumindest die Zinsen sehr sehr niedrig sind. Thumbs_up

Warum fühlen sich dann die Ossis so benachteiligt, immer noch?

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken....
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21.03.2017, 21:09
Beitrag: #70
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(21.03.2017 21:01)Flora_Sommerfeld schrieb:  ./.

Warum fühlen dann sich die Ossis so benachteiligt, immer noch?


woher soll ich das wissen?
Vermutlich weil die ein Rad abhaben, eine Schraube locker...
Wie die Wessies die 24 Stunden am Tag jammern was sie die Einheit alles kostet...
die Parolen kannst auch den ganzen Tag hören...
in den Pausen die sie zwischen den Erzählungen von ihren 4 Urlauben dieses Jahr und dem neuen Q5 den sie bestellt haben mit einer Leasing-Rate von "nur" 750 Teuronen, ............

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21.03.2017, 22:59
Beitrag: #71
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(21.03.2017 21:01)Flora_Sommerfeld schrieb:  Warum fühlen sich dann die Ossis so benachteiligt, immer noch?

Der Hauptgrund liegt in den 90er Jahren, aber die Zeit heilt alle Wunden.

Viele, aus dem Westen zugewanderten Mitbürgern geht es auch nicht anders, als uns Ureinwohner. Einer meiner Kumpels stammt aus Essen und arbeitet seit 1992 als Richter in Leipzig. D.h. er lebt fast die Hälfte seines Lebens im Osten. Der musste sich von einem eine Generation jüngeren Rechtsanwalt aus Berlin sinngemäß anhören, dass er als ehemaliger DDR-Richter!! sich langsam daran gewöhnen muss, dass er in einem demokratischen Rechtsstaat lebt. Als mein Kumpel antwortete, dass er aus NRW kommt und kein DDR-Richter war, anwortete der Rechtsanwalt nur, mein Kumpel wäre inzwischen "ossifiziert".

In den 90er Jahren hatte ich einmal einen Chef, der besonders die aus dem Westen zugewanderten Kollegen striezte. Er war der Meinung, dass wir aus dem Osten stammenden Mitarbeiter es halt nicht besser können. Unseren Schlendrian und schlechte Arbeit steckt halt von den 40 Jahren DDR in uns, und das lässt sich nicht nach paar Jahren ablegen. Aber unsere Westkollegen hätten ja das "richtige" Arbeiten praktisch seit der Kindheit gelernt und deswegen ist er besonders von ihnen so enttäuscht, dass sie genauso schlecht arbeiten wie die aus dem Osten. Das Problem: Weder die Kollegen aus dem Westen, noch aus dem Osten haben schlecht gearbeitet. Der Mann wollte einfach mehr rausholen, hat sich überschätzt und ein paar Fehlentscheidungen getroffen. Schuldig waren natürlich alle andere.

Solange solche Dummquatscher immer noch herumpalavern, wird es diese künstliche Problematik Wessi-Ossi immer geben. Das ist schade, da wir doch eigentlich andere Probleme zu lösen haben.

Die Frage mit der Unzufriedenheit ist letztlich auch eine Frage der persönlichen Weiterentwicklung. Letztes Jahr arbeitete ich in einer Wohnungsbaugenossenschaft. Diese Genossenschaft wurde kurz nach dem 1. WK gegründet und fungierte als Arbeitergenossenschaft. Das Durchschnittsalter der Genossenschaftsmitglieder bzw. der Hauptmiete liegt bei etwa 60 Jahren. Viele Mieter sind Erstmieter und bewohnen ihre Wohnung bereits seit 30 Jahren oder länger. Wenn dann noch dazu kommt, dass man erstens um 1990 Rentner wurde oder in der Vorruhestand gesetzt wird, zweitens keine Kinder gibt oder kein Kontakt zu den Kindern besteht und drittens keine Mobilität besteht, so dass man seine Zeit nur im Kiez verbringt, passiert nicht mehr viel im Leben. Man ist unzufrieden und verklärt die alten DDR-Zeiten, wo sich angeblich alle um alle und alles kümmerten und der aktuelle Bundeskanzler bzw. die aktuelle Bundeskanzlerin sind an allem schuld - sarkastisch gesagt.

Ich halte die doch noch verbreitete Unzufriedenheit unter den Mitbürgern als ein ernstes Probklem. Schuld daran sind nicht Staat oder die Wessis oder die Ausländer, sondern jeder selbst. Wenn man sich gegen Änderungen sperrt oder man denkt, dass Leben ist ein Wünsch-Dir-Was-Konzert, dann muss man am Ende nur unzufrieden werden. Diese unzufriedenen Menschen können oder wollen nicht Änderungen akzeptieren oder sie schaffen es nicht, sich zu ändern. Und vergessen, dass Änderungen auch Chancen sind.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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22.03.2017, 00:16
Beitrag: #72
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(21.03.2017 21:09)Suebe schrieb:  Vermutlich weil die ein Rad abhaben, eine Schraube locker...
Oder weil die Symbole des erfolgreichen Nachkriegsdeutschland alle aus dem Westen sind. Automarken, Großunternehmen, Bayern München...
RB Leipzig ist hier hoffentlich ein Anfang und ein Symbol, dass es auch anders geht.

(21.03.2017 21:09)Suebe schrieb:  in den Pausen die sie zwischen den Erzählungen von ihren 4 Urlauben dieses Jahr und dem neuen Q5 den sie bestellt haben mit einer Leasing-Rate von "nur" 750 Teuronen, ............
Wird weniger, jetzt nehmen doch die Flüchtlinge das Geld weg...Rolleyes

"Es gibt nur eine Sache die größer ist als die Liebe zur Freiheit: Der Hass auf die Person, die sie dir weg nimmt."(Che Guevara)
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22.03.2017, 09:02
Beitrag: #73
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
Zitat sansavoir
Zitat:Viele, aus dem Westen zugewanderten Mitbürgern geht es auch nicht anders, als uns Ureinwohner. Einer meiner Kumpels stammt aus Essen und arbeitet seit 1992 als Richter in Leipzig. D.h. er lebt fast die Hälfte seines Lebens im Osten. Der musste sich von einem eine Generation jüngeren Rechtsanwalt aus Berlin sinngemäß anhören, dass er als ehemaliger DDR-Richter!! sich langsam daran gewöhnen muss, dass er in einem demokratischen Rechtsstaat lebt.
ähnliches hat mir neulich ein Stuttgarter Rechtsanwalt erzählt,
ein Karlsruher Richter hätte ihn rundgemacht "mit seinem Schwabenrecht bräuchte er hier gar nicht erst anzufangen" HuhHuhHuh
das Land BW gibt es seit 65 Jahren, die "schwäbische Oberhoheit" für Karlsruhe sogar schon seit 72 Jahren....

maW , und ich gebe sansavoir recht, die Zeit heilt alle Wunden.
Solche Sprüche sind inzwischen längst Folklore die verbale Krachlederne und der Bollenhut
[Bild: 220px-Bollenhut-Gutach.jpg]

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22.03.2017, 20:56
Beitrag: #74
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
Im Januar 1990 verkündete die RGW, dass Zahlungen in Zukunft, ab 1.1.1991 nur noch per Devisen, nicht mehr in Transferrubel erfolgen dürften.
Ich habe mal versucht zu recherchieren, was der Grund für diese Entscheidung war, bin aber leider nicht fündig geworden.
Vermuten kann man, dass die Sowjetunion der Meinung war, ihre Rohstoffe auf dem Weltmarkt zu höheren Preisen und gegen Devisen gewinnbringender losschlagen konnte. Eigene große Not?

Fakt ist jedenfalls, dass diese Entscheidung den sofortigen Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft auslöste, und der Wiedervereinigung eine zuvor nicht erwartete Dynamik verlieh.
Als dann Gorbatschow am 10. Feb. zusicherte einer Wiedervereinigung nicht im Wege zu stehen, "die Deutschen können ihre Angelegenheiten selbst regeln"

kam die Sache richtig ins Rollen.

Kohl hatte schon sein 10 Punkte Programm mit US-Präsident Bush sen. abgesprochen, der ihm seine Unterstützung zusagte. Jetzt war das 10 Punkte Programm ad acta, Bush entwickelte zusammen mit Gorbatschow in den nächsten Wochen die ZweiplusVier Vorgehensweise.

Zur Vorgeschichte: weder BRD noch DDR waren 1990 völlig souverän, die Siegermächte, eben die Vier, hatten sich Rechte und Vorbehalte für ganz Deutschland vorbehalten.
Außerdem war der Zweite Weltkrieg völkerrechtlich noch nicht beendet.
So gut wie alle Staaten hatten ja Deutschland den Krieg erklärt, unter hohem Druck, wer dies nicht tat, war zuerstmal aus der Atlantik Charta der UNO ausgeschlossen, und zB Schweden und die Schweiz, die beide keine Kriegserklärung abgaben, hatten in der ersten Nachkriegszeit deshalb durchaus Probleme.
Eine Friedenskonferenz mit allen diesen Staaten als Teilnehmer wäre vermutlich nie zu Ende gekommen.
Daher diese im Völkerrecht neue Vorgehensweise. (die inflationären Kriegserklärungen waren allerdings auch neu im Völkerrecht)

Während die ZweiplusVier-Gespräche liefen, versuchte die DVU in der Volkskammer im Juni 1990 einen Beitrittsbeschluss nah §23 Gundgesetz zu erreichen, was mit Mühe abgewehrt wurde.

Um die ZweiplusVier Vereinbarungen auf eine entsprechende Basis zu stellen, wurden diese vor Gültigkeit der KSZE vorgelegt, die Staaten darin waren ja mehr oder weniger alle von Deutschland während des Krieges überfallen worden, und mussten ein berechtigtes Interesse daran haben, wie diese Vereinbarungen aussahen.
ZweiplusVier war "fertig" am 30. Sep., am 1. Oktober wurden die Vereinbarungen der KSZE vorgelegt wo man keine Einwendungen hatte!
Am 3. Oktober wurde die Wiedervereinigung vollzogen.

Die Vier Vertragspartner hatten den Deutschen zugestanden, dass der Vertrag vor Ratifizierung durch deren Parlamente gelten würde und Vollzogen werden könne!
Auch dies vermutlich ein Novum im Völkerrecht.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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23.03.2017, 17:47
Beitrag: #75
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(21.03.2017 19:13)Flora_Sommerfeld schrieb:  Nochmal, die DDR Wirtschaft war am Boden, ohne Zweifel und mir geht es auch dabei nicht um das wie, sondern um das Neue, was nach dem Sturz kam. Deine Parteibuch Philosophie spielt dabei keine Rolle mehr.

Wie ist diese Frage zu verstehen?

Nach dem Untergang der DDR-Diktatur mussten rund 70% der Kombinate und Volkseigenen Betriebe liquidiert werden, da weder die Produktionsstätten sanierungsfähig noch die Produkte wettbewerbsfähig waren.

Sanierungsfähige Betriebe wurden von der Treuhand privatisiert, d.h. sie erhielten neue Eigentümer.

Das alles war mit einem enormen Arbeitsplatzabbau verbunden, den man so nicht vorhergesehen hatte. Es kam zu einer Deindustrialisierung des Ostens, da die großen Industriekombinate völlig verrottet und maschnell veraltet waren. Es gab auch keine Interessenten, die an ihnen interessiert gewesen wären.

Insofern erlebte die Wirtschaft im Osten eine lange Durststrecke mit extrem hoher Arbeitslosigkeit, was sich nur sehr langsam wandelte.
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23.03.2017, 17:56
Beitrag: #76
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(23.03.2017 17:47)Dietrich schrieb:  
(21.03.2017 19:13)Flora_Sommerfeld schrieb:  Nochmal, die DDR Wirtschaft war am Boden, ohne Zweifel und mir geht es auch dabei nicht um das wie, sondern um das Neue, was nach dem Sturz kam. Deine Parteibuch Philosophie spielt dabei keine Rolle mehr.

Wie ist diese Frage zu verstehen?

Na such die Frage, ja such die Frage, ja wo ist denn die Frage ...Lol

Aber um dich zu beruhigen, vervollständige ich die Gedanken zu dem Satz, der ohne den Rest vom Beitrag natürlich unverständlicher wird.
Es ging mir nicht darum, festzuhalten wie die DDR Wirtschaft zu Boden gerichtet wurde, sondern der Blick nach vorn auf das Neue ist dabei im Vordergrund zu rücken. Dies habe ich vorbeugend geschrieben im Bezug auf eine etwaige Sympathie zum SED Regime zum meinen Beiträgen.

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23.03.2017, 18:18
Beitrag: #77
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(23.03.2017 17:56)Flora_Sommerfeld schrieb:  Es ging mir nicht darum, festzuhalten wie die DDR Wirtschaft zu Boden gerichtet wurde,

Die Misswirtschaft der SED-Regierung hatte die DDR-Wirtschaft längst zugrunde gerichtet. Die Treuhand sammelte lediglich die Scherben auf.

(23.03.2017 17:56)Flora_Sommerfeld schrieb:  ... sondern der Blick nach vorn auf das Neue ist dabei im Vordergrund zu rücken. Dies habe ich vorbeugend geschrieben im Bezug auf eine etwaige Sympathie zum SED Regime zum meinen Beiträgen.

Das Neue war ein völliger sozialer Wandel der Bevölkerung im Osten, vielfach ein sozialer Abstieg, besonders bei der älteren Bevölkerung, die keinen Arbeitsplatz mehr fand.

Darauf ist auch die Unzufriedenheit vieler Älterer im Osten zurückzuführen, denn trotz Existenzsicherung durch den Staat erlitt das Selbstverständnis der Leute großen Schaden.
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23.03.2017, 18:21
Beitrag: #78
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(23.03.2017 18:18)Dietrich schrieb:  Das Neue war ein völliger sozialer Wandel der Bevölkerung im Osten, vielfach ein sozialer Abstieg, besonders bei der älteren Bevölkerung, die keinen Arbeitsplatz mehr fand.

Darauf ist auch die Unzufriedenheit vieler Älterer im Osten zurückzuführen, denn trotz Existenzsicherung durch den Staat erlitt das Selbstverständnis der Leute großen Schaden.

Genau und warum hat der Westen nicht wenigstens den Anschein eines Versuches zugelassen, diese Entwicklung zu verhindern? Konnte die Einigung nur so gehen, wie es gemacht wurde?

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23.03.2017, 18:29
Beitrag: #79
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(23.03.2017 18:21)Flora_Sommerfeld schrieb:  Genau und warum hat der Westen nicht wenigstens den Anschein eines Versuches zugelassen, diese Entwicklung zu verhindern? Konnte die Einigung nur so gehen, wie es gemacht wurde?

Das ließ sich nicht verhindern. Unrentable Betriebe können von einer Regierung nicht künstlich am Leben gehalten werden. Also setzte die Schließung Arbeitsplötze frei. Andererseits gab es nicht genug neue Arbeitsplätze, wo ältere Leute - noch dazu mit falscher Qualifikation - unterkommen konnten.

Auch der Westen hatte damals einige Millionen Arbeitslose, was im Osten unbekannt war. Dort wurde jeder beschäftigt, auch an unrentabelsten und überflüssigsten Arbeitsplätzen. Arbeitslosigkeit war damit für Ostleute etwas Neues und vor allem wurde sie als Stigma angesehen.

Man muss einfach akzeptieren, dass der gewaltige Umbruch von einer gelenkten Staatswirtschaft zu einer freien Marktwirtschaft nicht ohne Härten verlaufen konnte. Immerhin musste niemand unter Brücken schlafen oder Hunger leiden.
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23.03.2017, 18:50
Beitrag: #80
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(23.03.2017 18:29)Dietrich schrieb:  Man muss einfach akzeptieren, dass der gewaltige Umbruch von einer gelenkten Staatswirtschaft zu einer freien Marktwirtschaft nicht ohne Härten verlaufen konnte.

Und da liegt der Irrtum. Der freie Markt hat den Osten annektiert. Grundstücke billig gekauft, indem marode Firmen fast verschenkt wurden und das klitze kleine Potential an neuen Ostdeutschen Unternehmertum wurde von der West Konkurrenz geschluckt und zerschlagen.

Hinzukam, das der gemeine Ostdeutsche, durch die Jahrelange Gängelung des SED Regimes und dem Märchen der westdeutschen Konsumwelt so geblendet war, daß die ihre Großmutter verkauft hätten, um auch ja nur an die D-Mark zu kommen.

Jeder Versuch, sich dem System Kohl zur Einheit zu widersetzen, so wie die SPD es versuchte wurde so durch die Ostdeutsche Bevölkerung mit den beiden o.g. Gründen abgelehnt und dabei wussten die nicht, was es bedeuten würde, diesen Harten Umschwung durchzuziehen. Nach der Trunkenheit um Einheit und D-Mark wurde der Ostdeutsche ganz schnell wieder nüchtern auf den Boden der Tatsachen befördert, die Spaltung zwischen Ost und West für viele weitere Jahre zementiert.

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