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Gedanken zur Deutschen Einheit
23.03.2017, 20:52
Beitrag: #81
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(23.03.2017 18:50)Flora_Sommerfeld schrieb:  Und da liegt der Irrtum. Der freie Markt hat den Osten annektiert.

Es gab im Osten nichts zu annektieren. Die Betriebe waren abbruchreif, die Infrastruktur zerfallen, die Städte öde. Wie ich dir schon bewies, steckte der Westen etwa 1,5 bis 2 Billionen Euro in den Osten, damit er überhaupt am Leben blieb.

(23.03.2017 18:50)Flora_Sommerfeld schrieb:  Grundstücke billig gekauft, indem marode Firmen fast verschenkt wurden und das klitze kleine Potential an neuen Ostdeutschen Unternehmertum wurde von der West Konkurrenz geschluckt und zerschlagen.


Grundstücke mussten an die nach 1945 enteigneten Westbesitzer zurückgegeben werden. Allerdings konnte kein Ostler vor die Tür gesetzt werden. Marode Betriebe wurden nicht "verschenkt", sondern von der Treuhand abgewickelt. Die wollte nämlich niemand haben.

(23.03.2017 18:50)Flora_Sommerfeld schrieb:  Jeder Versuch, sich dem System Kohl zur Einheit zu widersetzen, so wie die SPD es versuchte wurde so durch die Ostdeutsche Bevölkerung mit den beiden o.g. Gründen abgelehnt und dabei wussten die nicht, was es bedeuten würde, diesen Harten Umschwung durchzuziehen. Nach der Trunkenheit um Einheit und D-Mark wurde der Ostdeutsche ganz schnell wieder nüchtern auf den Boden der Tatsachen befördert, die Spaltung zwischen Ost und West für viele weitere Jahre zementiert.

Nach der Einheit kam es zu einer Ernüchterung, da sichtbar wurde, in welch desolatem Zustand die DDR war. Arbeitslosigkeit und die Forderung nach Eigenverantwortung und Flexibilität überforderten viele Ostdeutsche.

An einem Beitritt der DDR zur BRD führte jedoch realistisch betrachtet kein Weg vorbei. Ganz abgesehen davon, dass nur eine winzige Minderheit gegen eine Wiedervereinigung war.
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23.03.2017, 20:56
Beitrag: #82
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(23.03.2017 20:52)Dietrich schrieb:  An einem Beitritt der DDR zur BRD führte jedoch realistisch betrachtet kein Weg vorbei. Ganz abgesehen davon, dass nur eine winzige Minderheit gegen eine Wiedervereinigung war.

Ja wie jetzt Beitritt oder Einigung?

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken....
Erich Kästner
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23.03.2017, 21:00
Beitrag: #83
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(23.03.2017 20:56)Flora_Sommerfeld schrieb:  Ja wie jetzt Beitritt oder Einigung?

Die letzte frei gewählte Volkskammer der DDR beschloss mit großer Mehrheit den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik.

Das wird allgemein als Wiedervereinigung bezeichnet.
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23.03.2017, 21:03
Beitrag: #84
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(23.03.2017 21:00)Dietrich schrieb:  
(23.03.2017 20:56)Flora_Sommerfeld schrieb:  Ja wie jetzt Beitritt oder Einigung?

Die letzte frei gewählte Volkskammer der DDR beschloss mit großer Mehrheit den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik.

Das wird allgemein als Wiedervereinigung bezeichnet.

Dieter, du enttäuscht mich, schau mal hier, haben wir alles schonmal durchgekaut und da forderst du ne sachliche Diskussion? Ich lach mich schlapp!

(21.03.2017 20:51)Flora_Sommerfeld schrieb:  
(21.03.2017 20:46)Dietrich schrieb:  Was heißt hier "Übernahme"?

Die Volkskammer der DDR hat aus freien Stücken und mit gewaltiger Mehrheit der Abgeortdneten den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland erklärt.

Das wurde dann wie gewünscht vollzogen.

Ja klar, aber die Volkskammer der DDR war als Nachwehe des SED Regimes nur noch Makulatur und hatte keine Daseinsberechtigung mehr, und zusätzlich konnte Kohl die Einheit forcieren, indem die Ostdeutschen ohne D-Mark nicht zu halten waren, was ja 61 auch ein Grund für den Mauerbau war.
Wie ich schon oben mal aus Der Welt zitiert habe, der Osten wollte die Einigung, der Westen hatte zu wollen ...

Die DDR als Staat stand mit dem Rücken zur Wand, was hätten sie anderes tun sollen?

Und die Opposition, die in der DDR das Regime von innen heraus zerstört hat, wurde vom kohlischen Westen überrannt, ohne auch nur den Hauch einer Mitsprache oder Eigenverantwortung für die DDR gehabt haben zu können.

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken....
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23.03.2017, 21:09
Beitrag: #85
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(23.03.2017 21:03)Flora_Sommerfeld schrieb:  Dieter, du enttäuscht mich, schau mal hier, haben wir alles schonmal durchgekaut und da forderst du ne sachliche Diskussion? Ich lach mich schlapp!

Ja, wir drehen uns wieder einmal im Kreis. Wink
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23.03.2017, 21:21
Beitrag: #86
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(23.03.2017 21:09)Dietrich schrieb:  ./.

Ja, wir drehen uns wieder einmal im Kreis. Wink



Na ihr Kreisläufer. Angel

Gestern Abend habe ich ein Interview mit der Nahles gehört
"die Renten steigen in den neuen Ländern doppelt so hoch wie in den alten, da die Löhne in den neuen wesentlich stärker steigen, als in den alten.."

Noch Fragen?

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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23.03.2017, 21:24
Beitrag: #87
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
Die Sowjetunion bestand darauf, dass das wiedervereinigte Deutschland die Lieferverpflichtungen der DDR übernimmt.
Deutschland war einverstanden, das bringt ja Arbeit in die neuen Länder.
Im Juni 1991 wurde ein Lieferabkommen über 25 Milliarden DM geschlossen.
Im Dezember war die Sowjetunion Geschichte, und das Lieferabkommen ein Fall für die Tonne.

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23.03.2017, 21:26
Beitrag: #88
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(23.03.2017 21:21)Suebe schrieb:  Gestern Abend habe ich ein Interview mit der Nahles gehört
"die Renten steigen in den neuen Ländern doppelt so hoch wie in den alten, da die Löhne in den neuen wesentlich stärker steigen, als in den alten.."

Noch Fragen?

Ja, nach fast 30 Jahren des Mauerfalls sind die Löhne und Renten in West und Ost immernoch nicht angeglichen, daß ist fast so lang, wie die DDR Bestand hatte!

Noch Fragen?

Nie darf man so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken....
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24.03.2017, 09:11
Beitrag: #89
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(23.03.2017 21:26)Flora_Sommerfeld schrieb:  
(23.03.2017 21:21)Suebe schrieb:  Gestern Abend habe ich ein Interview mit der Nahles gehört
"die Renten steigen in den neuen Ländern doppelt so hoch wie in den alten, da die Löhne in den neuen wesentlich stärker steigen, als in den alten.."

Noch Fragen?

Ja, nach fast 30 Jahren des Mauerfalls sind die Löhne und Renten in West und Ost immernoch nicht angeglichen, daß ist fast so lang, wie die DDR Bestand hatte!

Noch Fragen?

Ja.

Ist das kontrafaktische Mathematik?
Oder weibliche Mathematik??

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24.03.2017, 11:08
Beitrag: #90
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
"Und die Opposition, die in der DDR das Regime von innen heraus zerstört hat, wurde vom kohlischen Westen überrannt, ohne auch nur den Hauch einer Mitsprache oder Eigenverantwortung für die DDR gehabt haben zu können."

Flora Flora,
das wurde doch hier bestimmt schon ein Dutzendmal widerlegt.
zB die Treuhand wurde noch in der Ära Modrow gegründet.

Es ist doch schlicht Zeitverschwendung wenn widerlegte Behauptungen gebetsmühlenhaft immer aufs neue behauptet werden.
Wenn du Fakten für deine Behauptungen hast, dann bring sie, können wir weitermachen.
Wenn du keine hast, dann schweig halt in Gottes Namen still.

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24.03.2017, 15:20
Beitrag: #91
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(24.03.2017 11:08)Suebe schrieb:  Wenn du Fakten für deine Behauptungen hast, dann bring sie, können wir weitermachen.
Wenn du keine hast, dann schweig halt in Gottes Namen still.

Also gut, angespornt davon, mir nicht den Mund verbieten zu lassen, lege ich mal ein paar Fakten vor, die mir die Zweifel an einer gerechten Art und Weise der Einigung bestätigen.

Bundeszentrale für politische Bildung schrieb:Nicht zuletzt wegen dieser Diskrepanz zwischen den ursprünglich geweckten Erwartungen und den tatsächlichen Ergebnissen ist die politische Bilanz der Treuhandanstalt äußerst umstritten. Im Osten wird ihre Arbeit vielfach als "Ausverkauf" der ehemals volkseigenen Betriebe interpretiert – 80 Prozent des DDR-Produktionsvermögens gingen bis Mitte 1994 an Westdeutsche, 14 Prozent an Ausländer, sechs Prozent an einstige DDR-Bürger; zudem waren spätestens 1993 nahezu alle Führungspositionen und Beraterposten der Anstalt mit Managern aus Westdeutschland besetzt, die für zahlreiche Korruptionsskandale verantwortlich waren. Ihr Vorgehen habe die industrielle Basis der ostdeutschen Wirtschaft auf Jahre hinaus unterminiert und die Menschen in Arbeits- und Perspektivlosigkeit zurückgelassen.[13]
Quelle: Kontroverse um die Treuhand

Bundeszentrale für politische Bildung schrieb:Bei der Privatisierung der ehemaligen Planwirtschaft im Osten Deutschlands kollidierten verschiedene Interessen miteinander: die Interessen der Belegschaften der vormaligen Volkseigenen Betriebe, der Bundesregierung und der Landesregierungen sowie die westlicher Unternehmen. Macht- und Interessenpolitik bestimmte die Entscheidungen der Treuhandanstalt, nicht aber demokratische Willensbildung.
[...]
Der Anfang Juli 1990 vollzogene Umtausch der Mark der DDR in DM hatte zu einer "Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen der DDR-Wirtschaft in dem Maße" geführt, "wie der Umstellungskurs bei Löhnen und Gehältern sich von einer Abbildung der tatsächlichen Relation der Arbeitsproduktivitäten in West- und Ostdeutschland weg und auf eine paritätische Umstellung zu bewegte."
[...]
Hatten die Experten vor der Währungsunion noch damit gerechnet, dass 50–70 Prozent der ehemaligen Volkseigenen Betriebe (VEB) den Übergang in die Marktwirtschaft bewältigen würden, so sank deren Schätzung nach dem 1. Juli 1990 rasch auf 10 Prozent.
[...] usw.
Quelle: Autokratische Züge und demokratische Ansätze der Treuhandprivatisierung

Ich denke, es gibt einige Ansätze, die die Einheit, so wie sie bisher in Stein gemeißelt war und somit nicht in allen Teilen als die Einzige wahre Lösung zu gelten hat. Und die Spaltung ohne Mauer, aber in den Köpfen ist ja nicht von Allein gekommen, oder?


==============================================================

Noch als OT Nachschlag: Lieber Suebe, ein sinnvoller kritischer Umgang mit der Geschichte und Ereignissen jeglicher Art, sollte nach demokratischen Wertemaß gestattet sein. Den Mund wollen mir hier schon ganz andere verbieten, doch lasse ich das Wahrheitsverbiegen nicht zu.

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24.03.2017, 19:39
Beitrag: #92
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
Ist doch Klasse.
So passt es doch, und wir können weitermachen.
Meine Argumente zum Thema ziehe ich übrigens aus der selben Quelle.
bpb = geprüfte Qualität zu günstigen Preisen.

http://www.bpb.de/shop/buecher/schriften...he-einheit

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24.03.2017, 20:03
Beitrag: #93
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
mal zu Entspannung was dazwischen.
Als ich mit den ersten sprach, die über Ungarn geflüchtet sind. Noch im September 1989.
Haben die mir erzählt, dass man ihnen auf der Bank für ihre Ost-Mark im Tausch gegen DM-Mark einen unmöglichen Kurs geben wollte.
Für 1.000 Mark der DDR lediglich 85 DM, sie würden das Geld wieder rüber schicken, dort wäre es ja viel mehr Wert.

Ich hatte irgendwoher einen Kurs von 1:4 im Kopf wobei ich natürlich nicht mehr weiß, woher ich dei "Weisheit" hatte.
Jedenfalls bin ich zur Bank meines Vertrauens marschiert, und habe mich erkundigt: wenn ich Ostmark kaufen wolle, könne ich dies natürlich tun, 1:7 wäre zur Zeit der Kurs. Also 7 Mark der DDR für 1 DM.

Es war Freitag-Nachmittag. Ich sage zu meiner Frau, "du, ich brauche am Montag 10.000 DM, kannst du dies bitte vom Privatkonto abheben"
Die Frage war natürlich "wofür" und ich habe es ihr erklärt.

An diesem Wochenende gab es ein Riesenrindvieh auf der ganzen Welt, ein einziges. Und das war in den Augen meiner Frau ICH. Thumbs_down
Sie hat mir in bewegten Worten stündlich klar gemacht, wie blöd ich wäre, in Worten die meiner empfindsamen Seele sehr weh taten. Undecided

Schließlich habe ich im Laufe des Sonntags die Sache gecancelt, zu Madam auch irgendwas gesagt, ..... decken wir den Schleier der Nächstenliebe über jene Worte....

Und ihr zum Geburtstag im Oktober 1.000 Mark der DDR geschenkt.
Aus denen auf wundersame Weise innert in paar Monaten 500 DM wurden.

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24.03.2017, 20:57
Beitrag: #94
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(24.03.2017 20:03)Suebe schrieb:  Aus denen auf wundersame Weise innert in paar Monaten 500 DM wurden.
Wie in Hollywood, mit Happy End.
Weiß eigentlich jemand was ein Trabant oder Wartburg auf dem schwarzen Markt gekostet hat? Also ohne die elend lange Wartezeit.

Ich habe einmal etwas von 30000 Ostmark gelesen, aber welches Modell? Das waren dann 5000 DM-West. So gesehen immer noch günstig.

"Es gibt nur eine Sache die größer ist als die Liebe zur Freiheit: Der Hass auf die Person, die sie dir weg nimmt."(Che Guevara)
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24.03.2017, 21:32
Beitrag: #95
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(24.03.2017 20:57)Triton schrieb:  
(24.03.2017 20:03)Suebe schrieb:  Aus denen auf wundersame Weise innert in paar Monaten 500 DM wurden.
Wie in Hollywood, mit Happy End.

Billiger habe ich meinem Eheweib jedenfalls nie wieder sehr viel Geld geschenkt.
Und seit damals gibt es Informationen über irgendwelche Transaktionen HINTERHER niemals mehr vorher.

Zitat:Weiß eigentlich jemand was ein Trabant oder Wartburg auf dem schwarzen Markt gekostet hat? Also ohne die elend lange Wartezeit.

Ich habe einmal etwas von 30000 Ostmark gelesen, aber welches Modell? Das waren dann 5000 DM-West. So gesehen immer noch günst

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es damit einen "Schwarzmarkt" in dem Sinne gegeben hat. Die Gebrauchten wurden jedenfalls zu Irrsinnspreisen gehandelt. Wegen den Lieferzeiten.
Ich muss mal schauen, Unterlagen habe ich irgendwo rumliegen, auch was der Wartburg über jene Agentur in West-Mark kostete die den Wagen an den DDR-Kunden geliefert hat.
Anno 89 wurde der Wartburg meines Wissens noch in Belgien verkauft, dort gab es kein Zweitaktverbot für Neuwagen. Preise finde ich vielleicht.

Ist den Diskutanten übrigens bekannt, dass die "Schwarzarbeit", "Pfuschen" sagt man in Österreich, im Westen schon immer streng verboten

in der DDR legal war!

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24.03.2017, 21:47
Beitrag: #96
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(24.03.2017 21:32)Suebe schrieb:  Ist den Diskutanten übrigens bekannt, dass die "Schwarzarbeit", "Pfuschen" sagt man in Österreich, im Westen schon immer streng verboten

in der DDR legal war!

Da es keine oder nur geringe Anteile an Privatwirtschaft in der DDR bestand, konnte nur über die "Feierabendbrigaden" der private Bedarf gedeckt werden. Das hat nichts mit Schwarzarbeit im Sinne des Westens zu tun, in dem die Arbeit abgeleistet wird, um die staatlichen Abgaben zu umgehen und somit vorsätzlich wirtschaftlicher Schaden entsteht. Das sollte als enormer Unterschied bei der Schwarzarbeit Ost und West bedacht werden.

DDR.Center schrieb:Damals in der DDR trugen Schwarzarbeiter zur Bedarfsdeckung in der Bevölkerung bei. Es gab zu wenig Betriebe mit ausreichend Personal und Material, um den Markt zu bedienen. Ein angehender Hausbauer kommt z.B. durch „Beziehung“ zu Baustoffen. Von der PGH (Produktionsgenossenschaft des Handwerks) ist demnächst kein Maurer zu erwarten. Abhilfe kommt durch einen Bekannten, der zum pfuschen nach der Arbeitszeit antritt. Dasselbe betrifft den Elektriker, Maler, Zimmerer.
Quelle: Schwarzarbeit in der DDR

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24.03.2017, 23:05
Beitrag: #97
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(24.03.2017 21:32)Suebe schrieb:  Anno 89 wurde der Wartburg meines Wissens noch in Belgien verkauft, dort gab es kein Zweitaktverbot für Neuwagen. Preise finde ich vielleicht.
Der Wartburg hatte doch längst einen VW-Motor drin, oder? Der Trabbi wurde 1990 umgestellt, erkennbar am anderen Kühlergrill.

Schwarzarbeit erlaubt, deshalb also Arbeiterstaat. Lol
Macht Sinn, ausruhen konnte man im regulären Beruf.

Die Abgrenzung von Gefälligkeit zur Schwarzarbeit habe ich nie so richtig verstanden. Darf ein alter Schulfreund oder ein Nachbar für seine Gefälligkeit bezahlt werden? Also das gebietet doch die Höflichkeit.
Am besten, man behält alle Rechnungen, dann ist man fein raus. Ich habe inzwischen 25 Jahre alte Belege immer noch, man weiss es einfach nicht, wer einem irgendwann noch dumm kommt.

"Es gibt nur eine Sache die größer ist als die Liebe zur Freiheit: Der Hass auf die Person, die sie dir weg nimmt."(Che Guevara)
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24.03.2017, 23:11
Beitrag: #98
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(24.03.2017 23:05)Triton schrieb:  Am besten, man behält alle Rechnungen, dann ist man fein raus. Ich habe inzwischen 25 Jahre alte Belege immer noch, man weiss es einfach nicht, wer einem irgendwann noch dumm kommt.

Ohje, bist du ein Messi?

Rechnungen nach 10 Jahren (In der Regel wird die Aufbewahrungspflicht der Privatpersonen mit 2 Jahren angegeben, bei Handwerkerrechnungen!) , kannst getrost entsorgen und bei beauftragter Schwarzarbeit, hast du sowieso keinen Rechtsanspruch, weder auf Nachbesserung oder Gewährleistung noch auf Bezahlung, falls du Schwarzarbeit liefern solltest.

Aber grundsätzlich bestand in der DDR der andere Begriff für Schwarzarbeit, nämlich Nachbarschaftshilfe.

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25.03.2017, 00:05
Beitrag: #99
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
Ohje, bist du ein Messi?[/quote]
Hmm, so kann man es auch auslegen.
Bei mir ist es eher das Bedürfnis zum Nachweis, alles selbst gemacht zu haben. Die Belege sind ja fast nur Rechnungen über Material. Das macht man nur, wenn man hundertmal hören muss: Das hat doch die Mutter bezahlt.

So etwas kann schon nützlich sein. Mir schrieben mal Mieter einen unverschämten Brief, in dem sie mir persönlich ahnungslose Pfuscherei unterstellten und sich dabei ausgerechnet die wenigen Handwerkerleistungen aussuchen.

Die 10-Jahresfrist gilt nicht überall. Im Erbrecht zum Beispiel gibt es überhaupt kein Verfallsdatum, im Gegenteil, je länger her, desto höher der heutige Betrag. Hast Du dem Erblasser Deine Arbeitskraft ohne entsprechendes Entgelt zugewendet, wird das auf Deinen Erbteil angerechnet. Hast Du an einem Haus etwas investiert, dann schadet der Nachweis mit Rechnung sicher auch nicht.

In der DDR war doch weniger das Geld als das Angebot das Problem. Wie motivierte man eigentlich Handwerker, Friseusen, Kfz-Mechaniker zur Freizeitarbeit?

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25.03.2017, 00:14
Beitrag: #100
RE: Gedanken zur Deutschen Einheit
(25.03.2017 00:05)Triton schrieb:  In der DDR war doch weniger das Geld als das Angebot das Problem. Wie motivierte man eigentlich Handwerker, Friseusen, Kfz-Mechaniker zur Freizeitarbeit?

Aufs Erbrecht gehe jetzt mal nicht weiter ein, zumal auch hier nur dann ein erweiterter Nachweis gilt, wenn die Änderung an der Immobilie baugenehmigungspflichtig war, der Rest ist pillepalle, würde ich mal sagen ...

Die Motivation der Nachbarschaftshilfe in der DDR lag ganz klar auf der Hand, nämlich unter der Hand. Das war dann ein Tauschhandel von Material bis zur Leistung.

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