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Legenden um Kursk
07.03.2014, 09:34
Beitrag: #41
RE: Legenden um Kursk
(06.03.2014 09:28)Suebe schrieb:  Das Upgrade betrifft den Panzer III und IV insbesondere der Panzer IV war danach dem T34 keineswegs unterlegen.

Stimmt. Aber auch der T34 wurde nachgerüstet...und war zahlenmäßig immer überlegen. Auch wenn´s bis 43 dauerte, dass alle Teile der RA mit T34 ausgerüstet waren, die Deutschen haben viel weniger P IV, Panther, Tiger etc. produziert als die Russen T34.

VG
Christian
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07.03.2014, 21:38
Beitrag: #42
RE: Legenden um Kursk
(06.03.2014 10:26)Suebe schrieb:  Die Jagdpanzer sind eine originäre deutsche Entwicklung.
Alle "Konkurrenzmodelle" Plagiate. Bat
Jagdpanzer vielleicht, aber sogenannte "tank destroyer" gab es schon vor dem Panzerjäger 1.
http://www.aviarmor.net/tww2/tanks/italy..._47_32.htm

Ein Panzer verbindet Feuerkraft, Beweglichkeit und Schutz der Besatzung. Die ersten Panzerzerstörer waren auf ausgedienten Chassis gesetzte PAKs, die der Besatzung wenig Schutz boten, aber eine brauchbare PAK montiert hatten. Sie wurden meist defensiv eingesetzt, Zweck war, eine Panzerabwehrkanone mobil zu machen, damit schwerer auszuschalten war. Nachdem der Panzer I,II und die tschechischen Beuteprodukte nicht mehr konkurrenzfähig waren, setzte man meist Beutepaks auf das Chassis und verkleidete die PAK mit einem Schutz der Besatzung gegen Handfeuerwaffen und Artilleriesplitter. Beispiele sind neben dem Panzerjäger I die häufigeren Marder. Damit konnte man selbst T-34 wirksam bekämpfen, was dem Standardpanzer III nur bei sehr geringer Gefechtsentfernung möglich war.

Die berühmten StuGs auf Panzer III-Basis waren bis 1942 keine Panzerjäger. Erst als die KV1 und T-34 auftauchten, suchte man nach Übergangslösungen bis zur Entwicklung und Einführung besserer Pz IV und Panther. Also wurde den StuGs eine 75mm Langrohrkanone verpasst und so aus der Not eine sehr wirksame Waffe geboren. Dank niedriger Silhouette waren die StuGs schwer zu entdecken und zu treffen, der Nachteil des nicht drehbaren Turms erwies sich als erträglich. Hauptvorteil war, dass man das Chassis des veralteten Pz IIIs weiterverwenden und sogar noch billiger und schneller produzieren konnte.
Nach diesem Erfolg fingen die Ingenieure und Hitler leider an, immer größere und großkalibrigere Panzerjäger zu wollen. Diese wurden dann eingesetzt wie Panzer, weil sie gut geschützt waren. Allerdings gab es davon viel zu wenige, und die waren wegen des hohen Gewichts unzuverlässig und versoffen, so dass sie kaum Einfluss auf den Kriegsverlauf nahmen.
Was dringend gebraucht wurde waren viele, zuverlässige Fahrzeuge wie der kleine Hetzer und der Jagdpanzer IV, aber die kamen zu spät.

Der "Hetzer" diente in der Schweizer Armee bis in die 70er Jahre und war für die defensiv ausgerichteten Eidgenossen ein ideales Fahrzeug. Der Jagdpanzer IV war das Vorbild für den Kanonenjagdpanzer der Bundeswehr, gedacht um sich gegen die große Anzahl der WP-Panzer im Fall der Fälle zur Wehr zu setzen. Als jedoch der Leopard zur Verfügung stand, wurde schnell klar, dass der Panzer am besten mit Panzern zu bekämpfen ist.

Insgesamt erwies sich der Panzerjäger als Sackgasse der Panzerentwicklung, auch die Amis mit ihren M10 und M18 wurden nicht glücklich.
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08.03.2014, 11:13
Beitrag: #43
RE: Legenden um Kursk
(07.03.2014 21:38)Triton schrieb:  
(06.03.2014 10:26)Suebe schrieb:  Die Jagdpanzer sind eine originäre deutsche Entwicklung.
Alle "Konkurrenzmodelle" Plagiate. Bat
Jagdpanzer vielleicht, aber sogenannte "tank destroyer" gab es schon vor dem Panzerjäger 1.
http://www.aviarmor.net/tww2/tanks/italy..._47_32.htm

Ein Panzer verbindet Feuerkraft, Beweglichkeit und Schutz der Besatzung. Die ersten Panzerzerstörer waren auf ausgedienten Chassis gesetzte PAKs, die der Besatzung wenig Schutz boten, aber eine brauchbare PAK montiert hatten. Sie wurden meist defensiv eingesetzt, Zweck war, eine Panzerabwehrkanone mobil zu machen, damit schwerer auszuschalten war. Nachdem der Panzer I,II und die tschechischen Beuteprodukte nicht mehr konkurrenzfähig waren, setzte man meist Beutepaks auf das Chassis und verkleidete die PAK mit einem Schutz der Besatzung gegen Handfeuerwaffen und Artilleriesplitter. Beispiele sind neben dem Panzerjäger I die häufigeren Marder. Damit konnte man selbst T-34 wirksam bekämpfen, was dem Standardpanzer III nur bei sehr geringer Gefechtsentfernung möglich war.

Die berühmten StuGs auf Panzer III-Basis waren bis 1942 keine Panzerjäger. Erst als die KV1 und T-34 auftauchten, suchte man nach Übergangslösungen bis zur Entwicklung und Einführung besserer Pz IV und Panther. Also wurde den StuGs eine 75mm Langrohrkanone verpasst und so aus der Not eine sehr wirksame Waffe geboren. Dank niedriger Silhouette waren die StuGs schwer zu entdecken und zu treffen, der Nachteil des nicht drehbaren Turms erwies sich als erträglich. Hauptvorteil war, dass man das Chassis des veralteten Pz IIIs weiterverwenden und sogar noch billiger und schneller produzieren konnte.
Nach diesem Erfolg fingen die Ingenieure und Hitler leider an, immer größere und großkalibrigere Panzerjäger zu wollen. Diese wurden dann eingesetzt wie Panzer, weil sie gut geschützt waren. Allerdings gab es davon viel zu wenige, und die waren wegen des hohen Gewichts unzuverlässig und versoffen, so dass sie kaum Einfluss auf den Kriegsverlauf nahmen.
Was dringend gebraucht wurde waren viele, zuverlässige Fahrzeuge wie der kleine Hetzer und der Jagdpanzer IV, aber die kamen zu spät.

Der "Hetzer" diente in der Schweizer Armee bis in die 70er Jahre und war für die defensiv ausgerichteten Eidgenossen ein ideales Fahrzeug. Der Jagdpanzer IV war das Vorbild für den Kanonenjagdpanzer der Bundeswehr, gedacht um sich gegen die große Anzahl der WP-Panzer im Fall der Fälle zur Wehr zu setzen. Als jedoch der Leopard zur Verfügung stand, wurde schnell klar, dass der Panzer am besten mit Panzern zu bekämpfen ist.

Insgesamt erwies sich der Panzerjäger als Sackgasse der Panzerentwicklung, auch die Amis mit ihren M10 und M18 wurden nicht glücklich.


Das stimmt, die Sturmgeschütze, daher der Name, waren als Begleitwaffe der Infanterie gedacht. Und so wurden sie auch Anfangs eingesetzt. Die "Jagdpanzer-Idee" ist mehr oder weniger T34 geschuldet. Deshalb habe ich dies auch hier angeführt.

Interessant ist dein Hinweis auf die tschechischen Panzer 35+38, sehr gute Fahrzeuge die sich bestens bewährten. Der genannte Hetzer war eine Weiterentwiicklung dieser Typen.

Die ganzen erbeuteten Panzer, die eigenen I+II sowieso, wurden nach Möglichkeit bei der Wehrmacht weiter verwendet. Insbesondere die Fa. Alkett in Berlin wurde zum Spezialisten für die Umkonstruktion und Wiederaufarbeitung gepanzerter Fahrzeuge.

Die Türme der franz. Panzer waren für die deutsche Taktik zu klein, die fanden sich dann 1945 an der Oderfront wieder, fest eingebaut als Bunkerartillerie.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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11.03.2014, 00:56
Beitrag: #44
RE: Legenden um Kursk
(08.03.2014 11:13)Suebe schrieb:  Die Türme der franz. Panzer waren für die deutsche Taktik zu klein, die fanden sich dann 1945 an der Oderfront wieder, fest eingebaut als Bunkerartillerie.
Die brauchbaren französischen Panzer benötigten anderen Sprit als die deutschen Typen, andere Munition, andere Ersatzteile. Und dann waren es wohl so wenige, dass es sich schlicht nicht gelohnt hätte, irgendeinen Aufwand für den Einsatz dieser Typen zu betreiben.
Zu schlecht waren sie sicher nicht, Guderian bezeichnete den Char B1 als besten Panzer im Westfeldzug, aber sie waren kompliziert in der Handhabung und erforderten geschultes Personal. So hatte der B1 eine Kurzrohrkanone, die hauptsächlich über die Stellung des Panzers gerichtet wurde. Der Fahrer musste dazu den Panzer ausrichten und die Kanone bedienen, was wohl kein deutscher Panzerfahrer beherrschte.
Der modernere Somua S-35 hatte ebenso wie der B1 genauso Funk wie deutsche Panzer, daran lags nicht.

Um auf Kursk zurückzukommen, damals wurde der erste überschwere Panzerjäger eingesetzt, der Elefant. Ein Totalflop, die Teile überhitzten und die qualmenden und gestrandeten Riesen verleiteten die Sowjets zur Annahme, sie wären abgeschossen worden. Was bei 200mm dicker Panzerung praktisch unmöglich war.
Nach dieser tollen Erfahrung wollte Hitler den noch schwereren Jagdtiger mit noch größerer Kanone, der sich vor Gewicht kaum bewegen konnte. Auch der hochgelobte Jagdpanther war schon am Limit von Motor und Fahrwerk und nicht billiger in der Herstellung als der normale Panther, der auch jeden alliierten Tank abschießen konnte.

So war der größte Effekt, den der T-34 bei Erscheinen ausgelöst hatte, vielleicht der danach herrschende Wahn auf deutscher Seite, immer mindestens eine Nummer zu groß zu bauen. So wurden dem Panther noch rasch 10 Tonnen Gewicht aufgebrummt, was ihn unbeweglicher und versoffener machte und wahrscheinlich in den meisten Fällen unnötig war, weil er schon über die abgeschrägte Panzerung in ausreichender Stärke verfügte.
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12.03.2014, 09:32
Beitrag: #45
RE: Legenden um Kursk
(11.03.2014 00:56)Triton schrieb:  Die brauchbaren französischen Panzer benötigten anderen Sprit als die deutschen Typen, andere Munition, andere Ersatzteile. Und dann waren es wohl so wenige, dass es sich schlicht nicht gelohnt hätte, irgendeinen Aufwand für den Einsatz dieser Typen zu betreiben.
Zu schlecht waren sie sicher nicht, Guderian bezeichnete den Char B1 als besten Panzer im Westfeldzug, aber sie waren kompliziert in der Handhabung und erforderten geschultes Personal. So hatte der B1 eine Kurzrohrkanone, die hauptsächlich über die Stellung des Panzers gerichtet wurde. Der Fahrer musste dazu den Panzer ausrichten und die Kanone bedienen, was wohl kein deutscher Panzerfahrer beherrschte.
Der modernere Somua S-35 hatte ebenso wie der B1 genauso Funk wie deutsche Panzer, daran lags nicht.

Um auf Kursk zurückzukommen, damals wurde der erste überschwere Panzerjäger eingesetzt, der Elefant. Ein Totalflop, die Teile überhitzten und die qualmenden und gestrandeten Riesen verleiteten die Sowjets zur Annahme, sie wären abgeschossen worden. Was bei 200mm dicker Panzerung praktisch unmöglich war.
Nach dieser tollen Erfahrung wollte Hitler den noch schwereren Jagdtiger mit noch größerer Kanone, der sich vor Gewicht kaum bewegen konnte. Auch der hochgelobte Jagdpanther war schon am Limit von Motor und Fahrwerk und nicht billiger in der Herstellung als der normale Panther, der auch jeden alliierten Tank abschießen konnte.

So war der größte Effekt, den der T-34 bei Erscheinen ausgelöst hatte, vielleicht der danach herrschende Wahn auf deutscher Seite, immer mindestens eine Nummer zu groß zu bauen. So wurden dem Panther noch rasch 10 Tonnen Gewicht aufgebrummt, was ihn unbeweglicher und versoffener machte und wahrscheinlich in den meisten Fällen unnötig war, weil er schon über die abgeschrägte Panzerung in ausreichender Stärke verfügte.


In franz. Panzern 1940 war der Kommandant auch Schütze, In deutschen Panzern gab es den Richtschützen, zusätzlicher Platz war in den Panzertürmen nicht vorhanden.
Die franz. Panzer, die im Tausend erbeutet worden waren, konnten deshalb so nicht verwendet werden, wie dies beispielsweise bei den tchechischen ohne weiteres möglich war.
Die franz. Panzer wurden deshalb zu allem möglichen umgebaut, Artillerieträger, Munitionsschlepper usw. usf.
Wie geschrieben, Alkett Berlin war Spezialist.

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05.04.2014, 08:53
Beitrag: #46
RE: Legenden um Kursk
Die Schlacht um Kursk war praktisch gewonnen, als Hitler die 3 SS-Divisionen abzog und nach Italien warf, wo die Alliierten gelandet waren. Ein Sieg hätte aber auch nichts genutzt, denn die WH hätte sich weiter in der Weite des russischen Raumes tot gelaufen. Die endlose Weite des Landes deprimierte die deutschen Soldaten. Was immer wieder zu Erfolgen verhalf, war der deutliche Qualitätsvorsprung des deutschen Unterführercorps. Bei den Muschiks hatten viele nie eine Schule gesehen und konnten weder lesen noch schreiben. Oft war die Tapferkeit erzwungen, denn hinter der Front lauerten die Politkommissare der RE und schossen mit MGs auf jeden, der sich zurückziehen wollte. Die hohe Opferzahl der RE ist durch die Menschenverachtung Stalins zu erklären, dem es egal war, ob 100.000 oder 200.000 Mann bei der Eroberung eines strategischen Zieles starben. Er hatte genug Menschenmaterial im Gegensatz zur Wehrmacht, die ihre Verluste nicht kompensieren konnte.
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05.04.2014, 22:23
Beitrag: #47
RE: Legenden um Kursk
(05.04.2014 08:53)liberace schrieb:  Die hohe Opferzahl der RE ist durch die Menschenverachtung Stalins zu erklären, dem es egal war, ob 100.000 oder 200.000 Mann bei der Eroberung eines strategischen Zieles starben. Er hatte genug Menschenmaterial im Gegensatz zur Wehrmacht, die ihre Verluste nicht kompensieren konnte.
Auf einen toten deutschen Soldaten kamen 15 tote sowjetische:
https://www.youtube.com/watch?v=FUZCpFcgwAc
Ab min 26.30.
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06.04.2014, 23:09
Beitrag: #48
RE: Legenden um Kursk
(05.04.2014 08:53)liberace schrieb:  Bei den Muschiks hatten viele nie eine Schule gesehen und konnten weder lesen noch schreiben. Oft war die Tapferkeit erzwungen, denn hinter der Front lauerten die Politkommissare der RE und schossen mit MGs auf jeden, der sich zurückziehen wollte. Die hohe Opferzahl der RE ist durch die Menschenverachtung Stalins zu erklären, dem es egal war, ob 100.000 oder 200.000 Mann bei der Eroberung eines strategischen Zieles starben. Er hatte genug Menschenmaterial im Gegensatz zur Wehrmacht, die ihre Verluste nicht kompensieren konnte.

Das sind die oft kolportierten Sprüche, die aber eben nur Propaganda waren und sind. Analphabeten gab es 1941 quasi nicht mehr, jedenfalls keine im "wehrfähigen Alter" und viele gebildete Russen kannten die deutschen Klassiker besser als ihre Gegner. Feine Ausrede um die eigene Niederlage erträglich zu machen und du fällst darauf rein. Auch die Sowjetunion mit der Roten Armee war kein unerschöpflicher Ameisenstaat.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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06.04.2014, 23:36
Beitrag: #49
RE: Legenden um Kursk
(06.04.2014 23:09)Arkona schrieb:  
(05.04.2014 08:53)liberace schrieb:  Bei den Muschiks hatten viele nie eine Schule gesehen und konnten weder lesen noch schreiben. Oft war die Tapferkeit erzwungen, denn hinter der Front lauerten die Politkommissare der RE und schossen mit MGs auf jeden, der sich zurückziehen wollte. Die hohe Opferzahl der RE ist durch die Menschenverachtung Stalins zu erklären, dem es egal war, ob 100.000 oder 200.000 Mann bei der Eroberung eines strategischen Zieles starben. Er hatte genug Menschenmaterial im Gegensatz zur Wehrmacht, die ihre Verluste nicht kompensieren konnte.

Das sind die oft kolportierten Sprüche, die aber eben nur Propanda waren und sind. Feine Ausrede um die eigene Niederlage erträglich zu machen und du fällst darauf rein. Auch die Sowjetunion mit der Roten Armee war kein unerschöpflicher Ameisenstaat.
Wieso? Ich denke, da ist viel wahres dran, dass die Sowjets mit der Mentalität "nás mnogo" (von uns gibts viele), die Soldaten verheizten, von 1941 bis 1943, erst 1944 wurde man etwas klüger. Die Sowjetunion hatte mehr als doppelt so viele Einwohner als die Deutschen, und die mussten gegen Grossbritannien einschliesslich Kanada und die USA kämpfen, auf der anderen Seite war zwar Japan, aber auch wieder China, Indien und Australien und Neuseeland. Da vermochten auch die dank den Zwangsarbeitern aus dem besetzten Europa freigesetzten Wehrmachtssoldaten keine Kompensation bieten, auch nicht mit den Rumänischen, Finnischen, Ungarischen und Slowakischen Verbündeten. Ja, wenn man die Wlassowisten mobilisiert hätte, ja, dann vielleicht... aber die meisten potentiellen Antikommunisten waren ja da schon lange verhungert, da sie ja Untermenschen waren.

Es gibt Schätzungen, dass vor der Schlacht um Stalingrad die SU noch 6 Mio wehrfähige Männer in Reserve hatte. 200 000 da, 400 000 dort verheizt... es reicht immer noch. Und es wächst nach.
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07.04.2014, 00:42
Beitrag: #50
RE: Legenden um Kursk
Ein von Goebbels in seinen Tagebüchern selbst eingeräumter, dummer Fehler war, dass die deutsche Seite vor dem Feldzug gar nicht erst in Betracht zog, auf langanhaltenden Widerstand zu treffen. Es wäre sehr einfach gewesen, den sowjetischen Randstaaten (vor allem Ukraine, Weissrussland aber auch der Kaukasusregion, Georgien, Baltikum) Autonomie zu versprechen und somit als Befreier statt als Besatzer daherzukommen. Im Nachhinein hätte man das ja relativ einfach wieder einkassieren können.
Hätte mit Sicherheit das Partisanenproblem weitgehend eliminiert und die Kampfmoral der Nichtrussen reduziert. Aber nein, einmarschieren und erst einmal die EInsatzkommandos walten lassen, damit jeder Bewohner sofort weiß, dass ein verbrecherisches Regime am Werk ist.

Bei den Kopfzahlen darf man auch nicht vergessen, dass die Sowjets Zugriff auf große Mengen Stahl und Öl hatten und Lieferungen aus den USA erhielten, also auch von der Seite eindeutig im Vorteil waren.
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07.04.2014, 00:59
Beitrag: #51
RE: Legenden um Kursk
(07.04.2014 00:42)Triton schrieb:  Bei den Kopfzahlen darf man auch nicht vergessen, dass die Sowjets Zugriff auf große Mengen Stahl und Öl hatten und Lieferungen aus den USA erhielten, also auch von der Seite eindeutig im Vorteil waren.

Nicht nur das... die USA, zusammen mit Grossbritannien wie Kanada waren eine Art Supermarkt wie auch Masswerkstatt, die der SU alles lieferte, was gerade fehlte. Aber das hatten wir schon.
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07.04.2014, 01:35
Beitrag: #52
RE: Legenden um Kursk
Wobei ich mich immer frage, warum keine US-Truppen an der Ostfront kämpften? Stalin forderte ja bis zum D-Day immer mehr reales Engagement, nicht nur Lieferungen. Sogar das eigene Equipment wäre schon da gewesen.
Aber ich denke, die Antwort ist recht einfach: Stalin wollte keine Einmischung in seine Entscheidungen und keine eventuellen Forderungen aufkommen lassen. Außerdem war da die Sprachbarriere und die Unerfahrenheit der Amerikaner mit den Gegebenheiten. Im Winter 1944 erfroren sie ja schon beinahe im mitteleuropäischen Winter. Die Schuhe waren nicht einmal richtig wasserabweisend, selbst Tarnumhänge fehlten im Schnee.
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07.04.2014, 07:55
Beitrag: #53
RE: Legenden um Kursk
US-Truppen in Russland? Es war schwer genug, bei Stalin die Genehmigung zum pendelnden Bombardieren zu bekommen und auch das wurde wieder einkassiert, nachdem die deutschen Luftwaffe 1944 alles was an der Ostfront noch flog zusammenkratzte und einige Dutzend B-17 in der Ukraine in einem nächtlichen Blitzangriff am Boden zertöpperte.
http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Frantic

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07.04.2014, 08:35
Beitrag: #54
RE: Legenden um Kursk
(07.04.2014 00:42)Triton schrieb:  Ein von Goebbels in seinen Tagebüchern selbst eingeräumter, dummer Fehler war, dass die deutsche Seite vor dem Feldzug gar nicht erst in Betracht zog, auf langanhaltenden Widerstand zu treffen. Es wäre sehr einfach gewesen, den sowjetischen Randstaaten (vor allem Ukraine, Weissrussland aber auch der Kaukasusregion, Georgien, Baltikum) Autonomie zu versprechen und somit als Befreier statt als Besatzer daherzukommen. Im Nachhinein hätte man das ja relativ einfach wieder einkassieren können.
Hätte mit Sicherheit das Partisanenproblem weitgehend eliminiert und die Kampfmoral der Nichtrussen reduziert. Aber nein, einmarschieren und erst einmal die EInsatzkommandos walten lassen, damit jeder Bewohner sofort weiß, dass ein verbrecherisches Regime am Werk ist.

Bei den Kopfzahlen darf man auch nicht vergessen, dass die Sowjets Zugriff auf große Mengen Stahl und Öl hatten und Lieferungen aus den USA erhielten, also auch von der Seite eindeutig im Vorteil waren.


Das wäre der Weg gewesen.

Den ganzen Randstaaten die Unabhängigkeit versprechen. Ukraine, Weißrussland den ganzen baltischen Staaten. Kaukasus sowieso.
In Russland Privateigentum einführen, die Orthodoxe Kirche in alle Rechte wieder einsetzen.

1940 Syrien, Algerien, Marokko in die Unabhängigkeit entlassen.

So gewinnt man den Krieg.

Aber man hat ja lieber die Menschen Millionenfach ermordet,

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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07.04.2014, 19:40
Beitrag: #55
RE: Legenden um Kursk
(07.04.2014 08:35)Suebe schrieb:  1940 Syrien, Algerien, Marokko in die Unabhängigkeit entlassen.

So gewinnt man den Krieg.
In Nordafrika hätte es Probleme mit den Italienern und den Vichy-Franzosen gegeben. Aber da war die Bevölkerung sowieso kein Problem bei der Kriegsführung, die war auf der Seite der Deutschen. Die Briten waren nämlich genauso Kolonialherr wie Italien und verhasst.

(07.04.2014 08:35)Suebe schrieb:  Aber man hat ja lieber die Menschen Millionenfach ermordet,
Nein, nach eigener Ansicht hat man Untermenschen und Ungeziefer bekämpft. Eines muss man den Nazis lassen: Falsche Spielchen wie die Sowjets gab es seltener, die besetzten Länder wussten in aller Regel schnell, wo sie dran waren.
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09.08.2014, 14:22
Beitrag: #56
Zielen und fahren im Panzer
Dass Fahren und gleichzeitiges Zielen nicht möglich waren, kann man so nicht sagen. Bei seinem berühmten Raid von Villiers Boquage 1944 an der Invasionsfront fuhr Wittmann mit seinem Tiger 1 eine Kolonne der Alliierten ab und knackte im Kernschussverfahren einen Gegner nach dem anderen. Am Schluss war es 26 britische und kanadische Panzer, Halbkettenfahrzeuge, LKW und andere Fahrzeuge. Ich meine, fahren und schießen war immer möglich, die Frage der Treffergenauigkeit kann ich nicht beantworten. Auch mit dem Panther, der eine hydraulische Schaltung hatte (!!!) wird manches möglich gewesen sein.
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09.08.2014, 16:50
Beitrag: #57
RE: Legenden um Kursk
fahren und zielen geht natürlich gleichzeitig.
Nur nicht treffen.

Noch der Leo I vor den diversen Kampfwertsteigerungen braucht trotz kanonenstabilisierung eine gut eingespielte Besatzung um inFahrt etwas zu treffen.

Der Panzer III hatte im Frankreichfeldzug ein halbautomatisches Maybachgetriebe.
Dieses Vorwählgetriebe soll an mehr Ausfällen schuld gewesen sein, als die franz. Abwehr.

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09.08.2014, 17:55
Beitrag: #58
RE: Legenden um Kursk
Die Briten trainierten schon vor dem 2.Weltkrieg ausgiebig in Fahrt zu schießen (und treffen):
https://www.youtube.com/watch?v=IqUHf88RIHM
ab min 29.30. Auch sonst eine ganz hervorragende Doku, leider auf Englisch.
Von großen Erfolgen ist mir nichts bekannt.

"Es gibt nur eine Sache die größer ist als die Liebe zur Freiheit: Der Hass auf die Person, die sie dir weg nimmt."(Che Guevara)
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15.12.2014, 17:00
Beitrag: #59
RE: Legenden um Kursk
Der dümmste Bauer am Kochtopf konnte sich ausrechnen, dass der Kursker Balkon zu einem Zangenangriff förmlich einlud. Es gehörte schon eine gehörige Portion Führerdummheit dazu, um hier den Angriff zu befehlen. Jeder wusste, wie sich die Russen verbarrikadiert hatten. Wenn es nach Manstein gegangen wäre, wäre das ganze Unternehmen ausgeblieben, und die Reserven wären für beweglich Kampfführung aufgespart worden. Der dumme Adolf, der dieses Unternehmen ums Verrecken wollte, trägt für das fehgeschlagene "Unternehmen Zitadelle" die Verantwortung. Wenn man nicht wegen der Landung der Alliierten in Italien abgebrochen hätte, hätte das ganze noch mit einem Sieg enden können.
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15.12.2014, 18:15
Beitrag: #60
RE: Legenden um Kursk
(15.12.2014 17:00)liberace schrieb:  Wenn man nicht wegen der Landung der Alliierten in Italien abgebrochen hätte, hätte das ganze noch mit einem Sieg enden können.

Hätte, hätte, Fahrradkette. Selbst ein Sieg mit 1 Mio. gefangenen Rotarmisten hätte die gesamtstrategische Lage nicht geändert. Moskau wäre trotzdem unerreichbar, dafür die eigenen Truppen bis aufs Zahnfleisch abgekämpft. Wollte man es etwa wie Falkenhayn vor Verdun machen und hat bewusst die stärkste Stellung angegriffen?

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