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Wodka-Verbot und Revolution
18.11.2013, 11:36
Beitrag: #1
Wodka-Verbot und Revolution
(15.11.2013 20:01)Suebe schrieb:  Keiner will....Angry

Dann halt nochmals ein "Übergangs-Rätsel".

Eine europäische Regierung erließ mit Ausrufung der allgemeinen Mobilmachung für die Dauer der Mobilmachung ein allgemeines ......-Verbot.
Dieses Verbot wurde dann am 22. August 1914 auf die Dauer des Krieges verlängert.

Der Witz oder Jux an der Sache, jener Staat bezog 1/3 des Staatseinkommens aus diesem Produkt.
Es ist in der Weltgeschichte vermutlich einzigartig, das ein Staat sich mit Kriegsbeginn um 1/3 seiner Einnahmen bringt. Freiwillig.

Abgesehen davon, ist dieses Produkt und sein Genuss zumindest in der "Außenwirkung" das dominierende Element der dortigen Kultur.
Bis heute.
Insofern braucht man sich eigentlich nicht zu wundern, dass in jenem Land dann später fürchterlicher Trouble ausbrach

Land?
verbotenes Produkt?

(16.11.2013 11:38)Suebe schrieb:  
(15.11.2013 20:01)Suebe schrieb:  Keiner will....Angry

Dann halt nochmals ein "Übergangs-Rätsel".

Eine europäische Regierung erließ mit Ausrufung der allgemeinen Mobilmachung für die Dauer der Mobilmachung ein allgemeines ......-Verbot.
Dieses Verbot wurde dann am 22. August 1914 auf die Dauer des Krieges verlängert.

Der Witz oder Jux an der Sache, jener Staat bezog 1/3 des Staatseinkommens aus diesem Produkt.
Es ist in der Weltgeschichte vermutlich einzigartig, das ein Staat sich mit Kriegsbeginn um 1/3 seiner Einnahmen bringt. Freiwillig.

Abgesehen davon, ist dieses Produkt und sein Genuss zumindest in der "Außenwirkung" das dominierende Element der dortigen Kultur.
Bis heute.
Insofern braucht man sich eigentlich nicht zu wundern, dass in jenem Land dann später fürchterlicher Trouble ausbrach

Land?
verbotenes Produkt?


Hinweis:
Mit einem sehr ähnlichen, noch umfassenderen Verbot empfing die USA ihre siegreich aus dem Weltkrieg heimkehrenden GIs.
Die machten keine Revolution, die wurden zum Volk der Schmuggler und Schwarz-....... .

(16.11.2013 16:59)Sansavoir schrieb:  Bei den USA ist sicher das Alkoholverbot (Prohibition) von 1919 gemeint. Ich weiß es jetzt nicht genau, aber in Schweden herrschte ein ähnliches Verbot.

(17.11.2013 14:02)Suebe schrieb:  
(16.11.2013 16:59)Sansavoir schrieb:  Bei den USA ist sicher das Alkoholverbot (Prohibition) von 1919 gemeint. Ich weiß es jetzt nicht genau, aber in Schweden herrschte ein ähnliches Verbot.

Richtig,
um bei dem gefragten Produkt geht es ebenfalls um eine Sorte "Trink-Alkohol".
Die gefragte Sorte "Trink-Alkohol" erbrachte zu friedlichen Zeiten ein Drittel der Staatseinnahmen in jenem Land.
Die gefragte Sorte "Trink-Alkohol" kann man zumindest in der Außenwirkung durchaus als Synonym für die Kultur jenes Landes nehmen.

Sie, die Sorte Trinkalkohol, wurde zuerst für die Dauer der Mobilmachung verboten, dieses Verbot wurde am 22. August 1914 für die gesamte Dauer des Krieges erlassen.
Ich habe keine Kenntnis, ob dieses Verbot später aufgehoben wurde, wenn nicht könnte es durchaus mit eine der Ursachen für die beiden Revolutionen sein, die in jenem Land kanpp 3 Jahre später ausbrachen.
Vielleicht muss man die Geschichte neu schreiben, und alles hat viel mehr mit Trink-alkohol wie mit plombierten Eisenbahnwaggons zu tun. Innocent
Lol

Und wenn jetzt nicht die Lösung kommt zweifle ich sehr an mir.

(17.11.2013 20:38)Sansavoir schrieb:  Es betrifft das Verbot für den Ausschank und Verkauf von Wodka in Russland.

(17.11.2013 21:24)Suebe schrieb:  
(17.11.2013 20:38)Sansavoir schrieb:  Es betrifft das Verbot für den Ausschank und Verkauf von Wodka in Russland.

Volltreffer
und Sansavoir stellt das nächste Rätsel.


NS:
Hat vielleicht einer der Mitstreiter/innen Kenntnis ob dieses Verbot im Kriegsverlauf wieder aufgehoben wurde.
Oder ob nicht Lenin sondern das "Wodka-Verbot" das Zarenreich von der Weltkarte gefegt hat.

(18.11.2013 00:01)Arkona schrieb:  Ich habe mich da nicht eingeschaltet, hätte aber wirklich den Absinth in Frankreich vermutet. Den Russen den Wodka wegzunehmen, das geht ja gar nicht und darüber ist Gorbatschow gestürzt und die Mauer gefallen...



Im Jux-Rätsel hatte ich diese Frage gestellt.
Sansavoir hat sie beantwortet, und Arkona hat darauf hingewiesen, dass
"das nun so gar nicht geht, den Russen den Wodka wegnehmen"

meine Quelle zum Fakt ist "Tuchman, 1914" das Buch ist von 1961, also nicht unbedingt taufrisch, aber vermutlich war damals der Fakt, dass das nun so gar nicht geht, siehe Arkona, im Westen nicht so bekannt. Und die Sache gehört unter dem neuen Gesichtspunkt siehe Gorbatschow neu bewertet.

Hier nochmal zusammengefasst in Klarschrift:
Die Regierung des Zarenreiches erließ mit Ausrufung der allgemeinen Mobilmachung für die Dauer der Mobilmachung ein allgemeines Wodka-Verkaufs und Ausschank-Verbot.
Dieses Verbot wurde dann am 22. August 1914 auf die Dauer des Krieges verlängert.

Der Witz oder Jux an der Sache, das Russische Reich bezog 1/3 des Staatseinkommens aus der Wodka-Steuer.
Es ist in der Weltgeschichte vermutlich einzigartig, das ein Staat sich mit Kriegsbeginn um 1/3 seiner Einnahmen bringt. Freiwillig.

Unbekannt ist mir, ob dieses Wodka-Verbot im Laufe des Krieges wieder aufgehoben wurde.
Falls nicht,

meine These:
Der Zusammenbruch des Russischen Reiches, die beiden Revolutionen 1917, Februar und Oktober-Revolution, sind ursächlich auf das Wodka-Verbot zurückzuführen, das die Regierung für die Dauer des Krieges erlassen hatte.

Alles andere, Lenin, Kerenski usw. usf. sind in dem genannten Fall lediglich Beiwerk.[/font]

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18.11.2013, 11:48
Beitrag: #2
RE: Wodka-Verbot und Revolution
Bei Gorbi wurde auch gleich vorbeugend der Zucker rationiert, wegen Schwarzbrennen. Die Sowjetunion brach zusammen, weil er das Volk trocken legen wollte... (Vorsicht, Ironie).Wink

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (Albert Einstein)
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18.11.2013, 12:42
Beitrag: #3
RE: Wodka-Verbot und Revolution
Aber Jelzin hat ganz bestimmt den Wodka nicht verbote, aber trotzden die Sowjetunion zerstört.
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20.11.2013, 10:51
Beitrag: #4
RE: Wodka-Verbot und Revolution
(18.11.2013 11:36)Suebe schrieb:  Der Zusammenbruch des Russischen Reiches, die beiden Revolutionen 1917, Februar und Oktober-Revolution, sind ursächlich auf das Wodka-Verbot zurückzuführen, das die Regierung für die Dauer des Krieges erlassen hatte.

Es mag dazu beigetragen haben, den Zaren noch unbeliebter zu machen als er es ohnehin schon war und insofern die Revolution beschleunigt haben, aber ursächlich? Da waren dann doch noch ganz andere Faktoren. Die russischen Revolutionen haben ja auch nicht erst 1914 begonnen!

VG
Christian
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21.11.2013, 02:42
Beitrag: #5
RE: Wodka-Verbot und Revolution
Das Wodka-Verbot war sicher nur ein Punkt, der zum Untergang des Zarenreiches führte.

Widerstand gegen das Zarenregime hat es schon im ganzen 19. Jahrhundert gegeben, man denke nur an die Dekabristen (1825) oder das erfolgreiche Attentat auf Alexander II. (1881). Nikolaus II. war eigentlich während seiner ganzen Herrschaftszeit unpopulär. Das hing einerseits mit der Katastrophe anlässlich seiner Krönung im Jahr 1896 zusammen, als Hunderte Menschen erdrückt wurden (ähnlich der Love-Parade in Duisburg 2010). Dafür konnte der Zar zwar nichts, aber das abergläubische russische Volk sah darin ein bösen Omen.

Negativer für das öffentliche Ansehen des Zaren waren einerseits die militärischen Niederlagen in den Kriegen gegen China (1894/95) und Japan (1904/05), andererseits die blutige Niederschlagung des Januaraufstandes von 1905. Ebenso muss das Scheitern der um Reformen bemühten Ministerpräsidenten wie Sergej Witte oder Pjotr Stolypin dem Zaren angelastet werden. Den letzten Rest an Ansehen verloren der Zar und die Zarin wohl durch die Begünstigung des recht dubiosen Mönches Rasputin, dem die russische Öffentlichkeit Hexerei unterstellte. Nachdem Nikolaus II. das Oberkommando über das russische Heer übernommen hatte, war es nach den russischen Niederlagen nur eine Frage der Zeit, dass die Revolution(en) ausbrach(en). Das Wodka-Verbot war da nur ein Stein von vielen. Erstaunlich ist, dass Gorbatschow diesen Fehler wiederholte.

Da 1913 die Romanows aufgrund ihres 300-jährigen Thronjubiläum ein großes, meiner Meinung ohne größere Vorfälle, Fest feierten, ist die Frage, war 1917 nur der Zar (und die Zarin) diskreditiert oder war bereits das ganze monarchische System zusammengebrochen. Die (versuchte) Ausrottung der Romanows durch die Bolschewiken 1918/19 ist zwar ein anderes Thema, dürfte aber in der damaligen russischen Öffentlichkeit akzeptiert worden sein und dies ist in der Diskreditierung des Zarenregimes während der Herrschaft Nikolaus II. (1894–1917) begründet.

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21.11.2013, 06:47
Beitrag: #6
RE: Wodka-Verbot und Revolution
Dazu kam, dass die Zarenfamilie im Grunde deutschstämmig war. Die patriotische Umbenennung von St. Petersburg in Petrograd half da auch nicht viel. Die von Sachsen-Coburg-Gotha wurden ja auch plötzlich zu den Windsors, um das Volk in seiner nationalistischen Aufwallung zu beruhigen.

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21.11.2013, 10:23
Beitrag: #7
RE: Wodka-Verbot und Revolution
Es kommt dazu, dass das Zarenreich sich tatsächlich zu einem Drittel über die Wodka-Besteuerung finanziert.

Bei Kriegsbeginn verzichten die freiwillig auf diese Einnahmen..... Huh

Blöd waren die aber doch bestimmt nur kurzfristig im nationalen Überschwang des August 1914. Stichwort August-Erlebnis.
Ich gehe eigentlich davon aus, dass dieses Wodka-Verbot im Herbst 1914, Frühjahr 1915 aufgehoben wurde.
Nur der Fakt als solcher ist bisher im Dunkeln.

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21.11.2013, 11:00
Beitrag: #8
RE: Wodka-Verbot und Revolution
(21.11.2013 10:23)Suebe schrieb:  Ich gehe eigentlich davon aus, dass dieses Wodka-Verbot im Herbst 1914, Frühjahr 1915 aufgehoben wurde.
Genaues weiß anscheinend niemand. Bei der Zarenarmee waren nicht einmal genügend Gewehre vorhanden, aber Wudki gab es offenbar immer, um den laschen Offensivgeist der Truppe zu beflügeln.

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21.11.2013, 23:13
Beitrag: #9
RE: Wodka-Verbot und Revolution
Man wird die Angelegenheit unterm Tisch gekehrt haben, so dass das Verbot einfach vergessen wurde. Es bestand ja eine Interessenübereinkuft aller Schichten, weiter reichlich Wodka zu trinken. Und der Finanzminister hatte wieder ein paar Rubel Einnahmen (zumindest noch 1915) und das ist besser, als wenn der Wodka schwarz gebrannt wurde. Und man kann davon ausgehen, dass das Schwarzbrennen reichlich geschah (und noch geschieht).

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21.11.2013, 23:22
Beitrag: #10
RE: Wodka-Verbot und Revolution
(21.11.2013 23:13)Sansavoir schrieb:  Und man kann davon ausgehen, dass das Schwarzbrennen reichlich geschah (und noch geschieht).
Deshalb hat Gorbi auch gleich noch den Zucker rationiert.

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26.09.2014, 15:51
Beitrag: #11
RE: Wodka-Verbot und Revolution
Ohne Wodka kann der Russe nicht leben. Deutsche Geschäftsleute müssen lernen, in Russland den Wodka aus Wassergläsern zu trinken, ohne betrunken zu werden. Ohne Wodka hätten die Russen den II. WK nicht gewonnen, die Deutschen haben ihn verloren, die tranken ja auch nur Brandwein, ein fürchterliches Gesöff. Wodka ist der einzige Alkohol, der keine Fahne hinterlässt.
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