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Normale Version: Neues Jux-Rätsel
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Katharina von Henneberg wurde in den 1330er Jahren (wahrscheinlich zwischen 1332 und 1335) in Schleusingen geboren und starb 1397 in Coburg. Ihre Eltern waren Heinrich VIII. von Henneberg-Schleusingen (1285/88–1347) und Jutta von Brandenburg (um 1300–1353). Ihre Schwestern waren Elisabeth (1319–1389), Sophie (um 1340–1372) und Anna (1344/45–1363). Verheiratet war sie mit dem Markgrafen von Meißen – Friedrich III., der Strenge (1332–1381).

Die Grafen von Henneberg stammten wahrscheinlich von den Popponen oder fränkischen Babenbergern ab, die nicht mit den österreichischen Babenbergern verwandt waren. Ihr Name leitete sich von der Burg Henneberg ab. Henneberg ist heute ein Stadtteil von Meiningen. Die Grafen von Henneberg konnten seit Ende des 11. Jahrhundert ihre Herrschaft in einem Gebiet ausbauen, das sich vom Thüringer Wald bis zum Main erstreckte. Begünstigt wurde dieser Landesausbau durch den Rückzug der Reichsgewalt und des Wegfalls der herzoglichen Gewalt. Neben den Grafen von Henneberg waren vor allem die Bischöfe von Würzburg Nutznießer dieser Entwicklung. Die Grafen von Henneberg teilten sich in verschiedene Linien, die bedeutendste war die Linie Henneberg-Schleusingen, die 1583 ausstarb.

Beginnen müssen wir mit Hermann I. von Henneberg (1224–1290). Er war der einzige Sohn des Grafen Poppo VII. von Henneberg (†1245) und der Jutta von Thüringen (1184–1235). Seine Eltern führten beide ihre zweite Ehe, Hermann hatte zwei Halbbrüder, die beide Heinrich hießen.

Jutta von Thüringen war in ihrer ersten Ehe mit dem Markgrafen von Meißen - Dietrich den Bedrängten († 1221) – verheiratet. Sie war die Mutter von Heinrich III. den Erlauchten (1215/18–1288) und die Schwester der Thüringer Landgrafen Ludwig IV. († 1227) und Heinrich Raspe († 1247), der 1246 zum Gegenkönig Friedrichs II. gewählt wurde.

Heinrich der Erlauchte begründete nach dem Aussterben der Thüringer Landgrafen - Heinrich Raspe war der letzte Ludowinger - seinen Anspruch auf die Landgrafschaft Thüringen als Erbe seiner Mutter, weswegen es zum Thüringer Erbfolgekrieg (1247–1264) kam, der mit der Teilung der alten Landgrafschaft endete. Der Osten ging als Landgrafschaft Thüringen an die Wettiner, aus dem Westen wurde die Landgrafschaft Hessen gebildet. Erster Landgraf wurde Heinrich von Brabant, genannt das Kind, der ein Sohn Heinrichs II. von Brabant und der Sophie von Thüringen, Tochter Ludwigs IV. und der Heiligen Elisabeth. Für die Grafen von Henneberg bedeutete dies, dass sich die Wettiner als zusätzliche Konkurrenten etablierten.

Nach dem Tod seines Vaters († 1245) erhielt Hermanns älterer (Halb-)Bruder Heinrich († 1262) die alten Gebiete, die Grafschaft Henneberg-Schleusingen. Hermann selbst erhielt die Herrschaft Coburg und andere Gebiete um 1248/49. Er profitierte einerseits vom Aussterben der Landgrafen von Thüringen (Schmalkalden), der Herzöge von Andechs-Meranien (Coburg / siehe Rätsel) und der Henneberger Nebenlinie, der Grafen von Botenlauben (Irmelshausen), andererseits von seinem Engagement in der Reichspolitik. Hermann unterstützte die Gegenkönige Heinrich Raspe (sein Onkel), Wilhelm von Holland (sein Schwager) und Richard von Cornwallis. Diese sicherten ihm seine Herrschaft, so dass er sich Graf von Henneberg-Coburg nennen konnte.

Hermann von Henneberg-Coburg war seit 1248 mit Margarethe von Holland (1234–1276) verheiratet. Beide hatte zwei Kinder – Poppo VIII. und Jutta. Poppo VIII. starb bereits 1291, also ein Jahr nach seinem Vater. Mit ihm starb die Linie Henneberg-Coburg aus. Seine Schwester Jutta († 1292) erbte Coburg und Schmalkalden. Sie war bereits seit 1268 mit Otto V. († 1298), Markgrafen von Brandenburg(-Salzwedel) verheiratet. Dieser bildete aus dem Erbe seiner Frau die Pflege Coburg. Vererbt wurde die Pflege an Ottos und Juttas Sohn Hermann III. von Brandenburg(-Salzwedel) († 1308). Hermann III. war mit Anna von Österreich († 1327) , einer Tochter Albrechts I., verheiratet.

Hermann und Anna hatten drei Töchter – Agnes, Mathilde und Jutta – und einen Sohn – Johann V. (1302–1317). Mit dessen Tod erlosch die Linie Brandenburg-Salzwedel, Ihr Erbe ging an die Hauptlinie, die aber auch schon 1320 ausstarb.

Agnes, Mathilde und Jutta (bzw. deren Ehemänner) konnten ihr Erbe antreten. Agnes erhielt die Altmark, Mathilde die Niederlausitz und Jutta die Pflege Coburg.

Jutta war seit 1312 mit Heinrich VIII. von Henneberg-Schleusingen verheiratet. Dessen Vater Berthold VII. von Henneberg-Schleusingen († 1340) gelang der Aufstieg in den Reichsfürstenstand. Die Heirat seines Sohnes Heinrich VIII. verdoppelte seinen Herrschaftsbereich. Dieser folgte ihm, starb aber bereits nach sieben Jahren Herrschaft im Jahr 1347. Sein Bruder Johann (1289–1359) erbte die alten Gebiete – also die Grafschaft Henneberg-Schleusingen.

Die älteste Tochter Elisabeth (1319–1389) erbte 1353 Irmelshausen. Sie war seit 1354 mit Eberhard von Württemberg verheiratet, der das Erbe seiner Frau um 1375 verkaufte. Die jüngste Tochter Anna († 1363) wurde Nonne und Äbtissin des Kloster Sonnefeld.

Die drittälteste Tochter Sophie († 1372) erbte Hildburghausen und Schmalkalden. Sie war mit Albrecht den Schönen († 1361), Burggraf von Nürnberg verheiratet. Beide hatten nur zwei Töchter – Margarethe (1359–1391) und Anna (1360–1413), die später einen Herzog von Pommern-Stettin heiratete.

Margarethe war die Ehefrau von Balthasar von Thüringen (1336–1406), jüngerer Bruder von Friedrich III., den Strengen und somit Schwager der Gesuchten Katharina von Henneberg. Margarethe und Balthasar hatten nur einen Sohn – Friedrich den Friedfertigen (1384–1440), der kinderlos starb, sodass sein Erbe der Hauptlinie – also den Nachkommen der Gesuchten – zufiel.

Die zweitälteste Katharina von Henneberg – die Gesuchte – erbte die Pflege Coburg. Verheiratet war sie seit 1346 mit Friedrich III. den Strengen. Friedrich der Strenge war der älteste Sohn von Friedrich II. den Ernsthaften (1310–1349) und der Mathilde (Mechthild) von Bayern († 1346). Friedrich der Ernsthafte war ursprünglich mit Jutta von Luxemburg verlobt, diese wurde aber aus politischen Gründen zu ihrem Vater Johann von Luxemburg zurückgeschickt. Später wird sie als Gemahlin Philipps VI. französische Königin (Bonne de Luxembourg) werden.

Die Ehe Friedrichs des Ernsthaften mit Mathilde besiegelte das Bündnis Kaisers Ludwig IV. mit den Wettinern. Friedrich und Mathilde hatten mehrere Kinder, darunter Friedrich der Strenge (1332–1381), Balthasar von Thüringen (1336–1406), Wilhelm der Einäugige (1343–1407) und Ludwig von Meißen (1341–1382), der für die kirchliche Laufbahn bestimmt war und nacheinander Bischof von Halberstadt, Bischof von Bamberg, Erzbischof von Mainz und Erzbischof von Magdeburg wurde. Nach dem Tod ihres Vaters herrschten die Brüder Friedrich, Balthasar und Wilhelm gemeinsam. Während ihrer Anfangsjahre wurden sie von ihrer Großmutter Elisabeth von Lobdeburg-Arnshaugk (1286–1359) beraten. Elisabeth war bereits sowohl unter ihrem Ehemann Friedrich I., den Freidigen (1257–1323) als ihren Sohn Friedrich II. politisch sehr einflussreich.

Nach dem Tod von Heinrich VIII. von Henneberg-Schleusingen († 1347) forderte Friedrich II. der Ernsthafte das Erbe seiner Schwiegertochter, das ihm verweigert wurde. Um die Herausgabe der Pflege Coburg zu erzwingen, schickte er Katharina zu ihrer Mutter nach Coburg zurück. Zu kriegerischen Auseinandersetzungen kam es deswegen nicht, dies war bedingt durch die unsicheren Verhältnisse nach dem Tod Ludwigs IV. († 1347) und dem Ausbruch der Pest. 1349 verstarb Friedrich der Ernsthafte, Katharina kehrte zu ihren Ehemann zurück. Ob sie bereits 1350 einen bei der Geburt oder kurz danach verstorbenen Sohn gebar, ist umstritten. Gesichert ist jedoch das ihre Ehe mit Friedrich (danach) lange kinderlos blieb.

Friedrich III. der Strenge wechselte in das Lager Karls IV., der ihn nach dem Tod der Jutta von Brandenburg († 1353) mit der Pflege Coburg belehnte. 1370 wurde der spätere Friedrich IV. der Streitbare († 1428) geboren, der 1423 Kurfürst von Sachsen wurde und sich als dieser Friedrich I. nannte. Ihm folgten seine Brüder Wilhelm der Reiche (1371–1425) und Georg (1380–1401).

Nach dem Tod Friedrichs III. († 1381) kam es zur Chemnitzer Teilung von 1382. Friedrichs Bruder Balthasar von Thüringen erhielt den Großteil der Landgrafschaft Thüringen, Wilhelm I. der Einäugige bekam die Markgrafschaft Meißen. Friedrichs Söhne Friedrich der Streitbare, Wilhelm II. der Reiche und Georg bekamen verschiedene, nicht zusammenhängende Gebiete wie das Osterland, Landsberg, Naumburg, Jena und de facto Coburg, das noch von Katharina beherrscht wurde. Die Vormundschaft für ihre Söhne führte Katharina bis 1390, danach herrschten ihre Söhne Friedrich und Wilhelm gemeinsam. Der jüngste Sohn blieb in Coburg bei ihr, erbte 1397 den Besitz, verstarb aber schon 1401, so dass seine Brüder Coburg erbten.

1440 wurden die Wettiner Gebiete vereinigt. Es kam aber 1445 zur Altenburger Teilung und zum Sächsischen Bruderkrieg (1446–1451), zur erneuten Vereinigung (1482) und zur Leipziger Teilung (1485), die zur endgültigen Teilung des Wettiner Besitz führte. Die albertinische Linie herrschte seit 1547 als Kurfürsten bzw. von 1806 bis 1918 als Könige von Sachsen. Die ernestinische Linie teilte sich mehrmals, es entstanden in Thüringen Herrschaften wie Sachsen-Weimar, Sachsen-Altenburg, Sachsen-Meiningen oder Sachsen-Coburg-Gotha.
Durch den Krieg und als Darlehensgeber brachte es der Gesuchte, über dessen Herkunft und Werdegang widersprüchliche Informationen vorliegen, zu großem Vermögen, welchem der Erwerb von Schloss und Herrschaft und der Aufstieg in den Adelsstand folgte. Wahrscheinlich wäre er trotzdem heute völlig vergessen, wenn er sich nicht noch selbst eine bemerkenswerte Gedenkstätte errichtet hätte, in welcher er auch beigesetzt wurde.

Wer war der Gesuchte?
Irgendwie muss ich an einen der Fugger denken.
Der Gesuchte ist aber kein Fugger.
Er lebte aber sicher im 15. oder 16. Jahrhundert.
Johann I. Thurzo
Nein, er lebte nicht im 15. oder 16. Jahrhundert.
William de la Pole
Der Gesuchte war eindeutig ein Aufsteiger und wurde erst aufgrund von erbrachter Leistung im Krieg und seinem Geld, das er durch diese erwerben konnte (und vermutlich auch durch nützliche Kontakte) in den Adelsstand erhoben. (Das war allerdings zu seiner Zeit gar nicht mehr etwas so Besonderes.) Dass er der natürliche Sohn eines Herrschers gewesen sein soll, gilt jedenfalls heute als Legende, an der er allerdings selbst mitgebastelt haben dürfte.
War der Gesuchte ein Söldner? Oder war er ein Politiker wie z.B. Kaspar Schlick?
Er war kein Söldner und er war auch kein Politiker, sondern ein Geschäftsmann.
Onassis?

Devil
er lebte nicht im 20. Jahrhundert, also nicht Onassis
Lebte der Gesuchte zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert?
Ein britischer Pirat?
Ist der Gesuchte ein Angehöriger des sogenannten Ringstraßenadels, z.B. Heinrich Drasche von Wartinberg
Oder Gustav von Epstein - also auch ein Angehöriger der Zweiten Gesellschaft. Er ließ sich ein Palais von Theophil Hansen in der Ringstraße bauen, vielleicht ist damit das Schloss gemeint.
(06.09.2023 15:23)Suebe schrieb: [ -> ]Ein britischer Pirat?

Er hatte kein Pirat und eindeutig eine Landratte.

(06.09.2023 06:52)Sansavoir schrieb: [ -> ]Lebte der Gesuchte zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert?

Der Gesuchte wurde im 18. Jahrhundert geboren, lebte allerdings die meisten Zeit seines Lebens im 19. Jahrhundert. Die Kriege, mit denen er sein Vermögen machte, gehören ebenfalls ins 19. Jahrhundert.

(06.09.2023 18:11)Sansavoir schrieb: [ -> ]Ist der Gesuchte ein Angehöriger des sogenannten Ringstraßenadels, z.B. Heinrich Drasche von Wartinberg

(06.09.2023 22:35)Sansavoir schrieb: [ -> ]Oder Gustav von Epstein - also auch ein Angehöriger der Zweiten Gesellschaft. Er ließ sich ein Palais von Theophil Hansen in der Ringstraße bauen, vielleicht ist damit das Schloss gemeint.

Er war kein Angehöriger des Ringstraßenadels. Schloss und Herrschaft, wo er seinen Lebensabend verbrachten, lagen nicht auf dem Areal der heutigen Stadt Wien. Und damit es doch ein wenig leichter wird: Bekannt ist der Gesuchte nicht nur für seine bemerkenswerte Gedenkstätte, in der er auch selbst beigesetzt ist, sondern auch, weil er sich dort für die Ewigkeit für seines Zeit illustre Gesellschaft sichern konnte.
Jetzt denke ich an einen der Rothschilds.
https://de.wikipedia.org/wiki/Nathan_May..._(Bankier)
Nein, es war niemand aus der Familie Rothschild.
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